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Verordnung
über die Krankenversicherung
(KVV)

vom 27. Juni 1995 (Stand am 1. Mai 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 81 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 20001 über den Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG),
auf Artikel 96 des Bundesgesetzes vom 18. März 19942 über die Krankenversicherung (Gesetz/KVG),
auf Artikel 82 Absatz 2 des Heilmittelgesetzes vom 15. Dezember 20003 (HMG)
und auf Artikel 46a des Regierungs- und Verwaltungsorganisationsgesetzes vom 21. März 19974 (RVOG),5

verordnet:

1 SR 830.1

2 SR 832.10

3 SR 812.21

4 SR 172.010

5 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 9. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 20164927).

1. Teil: Obligatorische Krankenpflegeversicherung

1. Titel: Versicherungspflicht

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

1. Abschnitt: Versicherungspflichtige Personen

Art. 1 Versicherungspflicht  

1 Per­so­nen mit Wohn­sitz in der Schweiz nach den Ar­ti­keln 23–26 des Zi­vil­ge­setz­bu­ches6 (ZGB) un­ter­ste­hen der Ver­si­che­rungs­pflicht nach Ar­ti­kel 3 des Ge­set­zes.

2 Ver­si­che­rungs­pflich­tig sind zu­dem:

a.7
Aus­län­der und Aus­län­de­rin­nen mit ei­ner Kurz­auf­ent­halts- oder Auf­ent­halts­be­wil­li­gung nach den Ar­ti­keln 32 und 33 des Bun­des­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 20058 über die Aus­län­de­rin­nen und Aus­län­der und über die In­te­gra­ti­on (AIG), die min­des­tens drei Mo­na­te gül­tig ist;
b.9
un­selbst­stän­dig er­werbs­tä­ti­ge Aus­län­der und Aus­län­de­rin­nen, de­ren Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gung we­ni­ger als drei Mo­na­te gül­tig ist, so­fern sie für Be­hand­lun­gen in der Schweiz nicht über einen gleich­wer­ti­gen Ver­si­che­rungs­schutz ver­fü­gen;
c.10
Per­so­nen, die ein Asyl­ge­such in der Schweiz nach Ar­ti­kel 18 des Asyl­ge­set­zes vom 26. Ju­ni 199811 (AsylG) ge­stellt ha­ben, und Per­so­nen, wel­chen nach Ar­ti­kel 66 des AsylG vor­über­ge­hen­der Schutz ge­währt wur­de, so­wie Per­so­nen, für wel­che die vor­läu­fi­ge Auf­nah­me nach Ar­ti­kel 83 AIG ver­fügt wor­den ist;
d.12
Per­so­nen, wel­che in ei­nem Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on woh­nen und nach dem in Ar­ti­kel 95a Buch­sta­be a des Ge­set­zes ge­nann­ten Ab­kom­men vom 21. Ju­ni 199913 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft so­wie ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit (Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men) so­wie sei­nem An­hang II der schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rung un­ter­stellt sind;
e.14
Per­so­nen, wel­che in Is­land oder Nor­we­gen woh­nen und nach dem in Ar­ti­kel 95a Buch­sta­be b des Ge­set­zes ge­nann­ten Ab­kom­men vom 21. Ju­ni 200115 zur Än­de­rung des Über­ein­kom­mens zur Er­rich­tung der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on (EFTA-Ab­kom­men), sei­nem An­hang K und An­la­ge 2 zu An­hang K der schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rung un­ter­stellt sind;
f.16
Per­so­nen mit ei­ner Kurz­auf­ent­halts- oder ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung nach dem Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men oder dem EFTA-Ab­kom­men, die min­des­tens drei Mo­na­te gül­tig ist;
g.17
Per­so­nen, die wäh­rend längs­tens drei Mo­na­ten in der Schweiz er­werbs­tä­tig sind und nach dem Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men oder dem EFTA-Ab­kom­men hier­für kei­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung be­nö­ti­gen, so­fern sie für Be­hand­lun­gen in der Schweiz nicht über einen gleich­wer­ti­gen Ver­si­che­rungs­schutz ver­fü­gen.

6SR 210

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075627).

8SR 142.20. Der Ti­tel wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt. Die­se An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

9 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075627).

10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075627).

11 SR 142.31

12 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001 (AS 2002 915). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Nov. 2011, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 955).

13 SR 0.142.112.681

14 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001 (AS 2002 915). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Mai 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1633).

15 SR 0.632.31

16 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Mai 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1633).

17 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075).

Art. 2 Ausnahmen von der Versicherungspflicht  

1 Es un­ter­ste­hen nicht der Ver­si­che­rungs­pflicht:

a.18
ak­ti­ve und pen­sio­nier­te Bun­des­be­diens­te­te, die nach Ar­ti­kel 1a Ab­satz 1 Buch­sta­be b Zif­fern 1–7 und Ar­ti­kel 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 199219 über die Mi­li­tär­ver­si­che­rung (MVG) der Mi­li­tär­ver­si­che­rung un­ter­stellt sind;
b.
Per­so­nen, die sich aus­sch­liess­lich zur ärzt­li­chen Be­hand­lung oder zur Kur in der Schweiz auf­hal­ten;
c.20
Per­so­nen, die nach dem Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men21 so­wie sei­nem An­hang II, dem EFTA-Ab­kom­men22, sei­nem An­hang K und An­la­ge 2 zu An­hang K oder ei­nem Ab­kom­men über So­zia­le Si­cher­heit we­gen ih­rer Er­werbs­tä­tig­keit in ei­nem an­de­ren Staat den Rechts­vor­schrif­ten die­ses Staa­tes un­ter­stellt sind;
d.23
Per­so­nen, die we­gen des Be­zugs ei­ner Leis­tung ei­ner aus­län­di­schen Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung nach dem Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men so­wie sei­nem An­hang II oder dem EFTA-Ab­kom­men, sei­nem An­hang K und An­la­ge 2 zu An­hang K den Rechts­vor­schrif­ten ei­nes an­de­ren Staa­tes un­ter­stellt sind;
e.24
Per­so­nen, die kei­nen An­spruch auf ei­ne schwei­ze­ri­sche Ren­te ha­ben, aber nach dem Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men so­wie sei­nem An­hang II An­spruch auf ei­ne Ren­te ei­nes Mit­glied­staa­tes der Eu­ro­päi­schen Uni­on oder nach dem EFTA-Ab­kom­men, sei­nem An­hang K und An­la­ge 2 zu An­hang K An­spruch auf ei­ne is­län­di­sche oder nor­we­gi­sche Ren­te ha­ben;
f.25
Per­so­nen, die als Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge ei­ner un­ter den Buch­sta­ben c, d oder e er­wähn­ten Per­son in de­ren aus­län­di­schen Kran­ken­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert sind und ent­we­der An­spruch auf Leis­tungs­aus­hil­fe ha­ben oder für Be­hand­lun­gen in der Schweiz über einen gleich­wer­ti­gen Ver­si­che­rungs­schutz ver­fü­gen;
g.26
Per­so­nen, die als Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge ei­ner Per­son in de­ren aus­län­di­schen Kran­ken­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert sind und An­spruch auf Leis­tungs­aus­hil­fe ha­ben.

2 Auf Ge­such hin von der Ver­si­che­rungs­pflicht aus­ge­nom­men sind Per­so­nen, die nach dem Recht ei­nes Staa­tes, mit dem kei­ne Re­ge­lung über die Ab­gren­zung der Ver­si­che­rungs­pflicht be­steht, ob­li­ga­to­risch kran­ken­ver­si­chert sind, so­fern der Ein­be­zug in die schwei­ze­ri­sche Ver­si­che­rung für sie ei­ne Dop­pel­be­las­tung be­deu­ten wür­de und sie für Be­hand­lun­gen in der Schweiz über einen gleich­wer­ti­gen Ver­si­che­rungs­schutz ver­fü­gen. Dem Ge­such ist ei­ne schrift­li­che Be­stä­ti­gung der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Stel­le mit al­len er­for­der­li­chen An­ga­ben bei­zu­le­gen.27

3 ...28

4 Auf Ge­such hin von der Ver­si­che­rungs­pflicht aus­ge­nom­men sind Per­so­nen, die sich im Rah­men ei­ner Aus- oder Wei­ter­bil­dung in der Schweiz auf­hal­ten, wie na­ment­lich Stu­die­ren­de, Schü­ler und Schü­le­rin­nen, Prak­ti­kan­ten und Prak­ti­kan­tin­nen so­wie Sta­giai­res, so­wie die sie be­glei­ten­den Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2, so­fern sie wäh­rend der ge­sam­ten Gel­tungs­dau­er der Be­frei­ung für Be­hand­lun­gen in der Schweiz über einen gleich­wer­ti­gen Ver­si­che­rungs­schutz ver­fü­gen.29 Dem Ge­such ist ei­ne schrift­li­che Be­stä­ti­gung der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Stel­le mit al­len er­for­der­li­chen An­ga­ben bei­zu­le­gen. Die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de kann die be­tref­fen­de Per­son höchs­tens für drei Jah­re von der Ver­si­che­rungs­pflicht be­frei­en. Auf Ge­such hin kann die Be­frei­ung um höchs­tens drei wei­te­re Jah­re ver­län­gert wer­den. Die be­tref­fen­de Per­son kann die Be­frei­ung oder einen Ver­zicht auf die Be­frei­ung oh­ne be­son­de­ren Grund nicht wi­der­ru­fen.30

4bis ...31

5 Auf Ge­such hin von der Ver­si­che­rungs­pflicht aus­ge­nom­men sind in die Schweiz ent­sand­te Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­neh­me­rin­nen, wel­che ge­stützt auf ei­ne zwi­schen­staat­li­che Ver­ein­ba­rung über so­zia­le Si­cher­heit von der Bei­trags­pflicht in der schwei­ze­ri­schen Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung (AHV/IV) be­freit sind, so­wie die sie be­glei­ten­den Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2, wenn der Ar­beit­ge­ber oder die Ar­beit­ge­be­rin sich ver­pflich­tet, da­für zu sor­gen, dass wäh­rend der ge­sam­ten Gel­tungs­dau­er der Be­frei­ung für Be­hand­lun­gen in der Schweiz min­des­tens die Leis­tun­gen nach KVG ver­si­chert sind. Die­se Re­ge­lung gilt sinn­ge­mä­ss auch für an­de­re Per­so­nen, die ge­stützt auf ei­ne zwi­schen­staat­li­che Ver­ein­ba­rung durch ei­ne Aus­nah­me­be­wil­li­gung wäh­rend ei­nes vor­über­ge­hen­den Auf­ent­hal­tes in der Schweiz von der Bei­trags­pflicht in der AHV/IV be­freit sind. Die be­tref­fen­de Per­son und der Ar­beit­ge­ber oder die Ar­beit­ge­be­rin kön­nen die Be­frei­ung oder einen Ver­zicht auf die Be­frei­ung nicht wi­der­ru­fen.32

6 Auf Ge­such hin von der Ver­si­che­rungs­pflicht aus­ge­nom­men sind Per­so­nen, die in ei­nem Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on woh­nen, so­fern sie nach dem Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men so­wie sei­nem An­hang II von der Ver­si­che­rungs­pflicht be­freit wer­den kön­nen und nach­wei­sen, dass sie im Wohn­staat und wäh­rend ei­nes Auf­ent­halts in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on und in der Schweiz für den Krank­heits­fall ge­deckt sind.33

7 Auf Ge­such hin von der Ver­si­che­rungs­pflicht aus­ge­nom­men sind Per­so­nen, die über ei­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung für Per­so­nen oh­ne Er­werbs­tä­tig­keit nach dem Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men oder dem EFTA-Ab­kom­men ver­fü­gen, so­fern sie wäh­rend der ge­sam­ten Gel­tungs­dau­er der Be­frei­ung für Be­hand­lun­gen in der Schweiz über einen gleich­wer­ti­gen Ver­si­che­rungs­schutz ver­fü­gen. Dem Ge­such ist ei­ne schrift­li­che Be­stä­ti­gung der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Stel­le mit al­len er­for­der­li­chen An­ga­ben bei­zu­le­gen. Die be­tref­fen­de Per­son kann die Be­frei­ung oder einen Ver­zicht auf die Be­frei­ung oh­ne be­son­de­ren Grund nicht wi­der­ru­fen.34

8 Auf Ge­such hin von der Ver­si­che­rungs­pflicht aus­ge­nom­men sind Per­so­nen, für wel­che ei­ne Un­ter­stel­lung un­ter die schwei­ze­ri­sche Ver­si­che­rung ei­ne kla­re Ver­schlech­te­rung des bis­he­ri­gen Ver­si­che­rungs­schut­zes oder der bis­he­ri­gen Kos­ten­de­ckung zur Fol­ge hät­te und die sich auf Grund ih­res Al­ters und/oder ih­res Ge­sund­heits­zu­stan­des nicht oder nur zu kaum trag­ba­ren Be­din­gun­gen im bis­he­ri­gen Um­fang zu­satz­ver­si­chern könn­ten. Dem Ge­such ist ei­ne schrift­li­che Be­stä­ti­gung der zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Stel­le mit al­len er­for­der­li­chen An­ga­ben bei­zu­le­gen. Die be­tref­fen­de Per­son kann die Be­frei­ung oder einen Ver­zicht auf die Be­frei­ung oh­ne be­son­de­ren Grund nicht wi­der­ru­fen.35

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3908).

19 SR 833.1

20 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Mai 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1633).

21 SR 0.142.112.681

22 SR 0.632.31

23 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Mai 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1633).

24 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Mai 2002 (AS 2002 1633). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Nov. 2011, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 955).

25 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Mai 2002 (AS 2002 1633). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3249).

26 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3249).

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Mai 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1633).

28 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 22. Mai 2002, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1633).

29 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3249).

30 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1996 (AS 19963139). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 915).

31 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001 (AS 2002 915). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 2013, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4523). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am En­de des Tex­tes.

32Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 19963139).

33 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001 (AS 2002 915). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Nov. 2011, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 955).

34 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001 (AS 2002 915). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Mai 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1633).

35 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 915).

Art. 3 Grenzgänger und Grenzgängerinnen  

1 Nicht der Ver­si­che­rungs­pflicht nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 2 Buch­sta­ben d und e un­ter­stell­te Grenz­gän­ger und Grenz­gän­ge­rin­nen, die in der Schweiz ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben, so­wie ih­re Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen, so­fern die­se im Aus­land nicht ei­ne kran­ken­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben, wer­den auf ei­ge­nes Ge­such hin der schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rung un­ter­stellt.36

2 Als Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge gel­ten Ehe­gat­ten so­wie Kin­der bis zum vollen­de­ten 18. Al­ters­jahr und Kin­der, die das 25. Al­ters­jahr noch nicht vollen­det ha­ben und in Aus­bil­dung be­grif­fen sind.

36 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Mai 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1633).

Art. 4 Entsandte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen  

1 Ar­beit­neh­mer und Ar­beit­neh­me­rin­nen, die ins Aus­land ent­sandt wer­den, so­wie die sie be­glei­ten­den Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 blei­ben in der Schweiz ver­si­che­rungs­pflich­tig, wenn sie:

a.
un­mit­tel­bar vor der Ent­sen­dung in der Schweiz ver­si­che­rungs­pflich­tig wa­ren; und
b.
für einen Ar­beit­ge­ber oder ei­ne Ar­beit­ge­be­rin mit Wohn­sitz oder Sitz in der Schweiz tä­tig sind.

2 Die Ver­si­che­rungs­pflicht für die Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen ent­fällt, wenn die­se im Aus­land ei­ne kran­ken­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben.

3 Die Wei­ter­dau­er der Ver­si­che­rungs­pflicht be­trägt zwei Jah­re. Die Ver­si­che­rung wird vom Ver­si­che­rer auf Ge­such hin bis auf ins­ge­samt sechs Jah­re ver­län­gert.

4 Für Per­so­nen, die ge­stützt auf ei­ne zwi­schen­staat­li­che Ver­ein­ba­rung über so­zia­le Si­cher­heit als Ent­sand­te gel­ten, ent­spricht die Wei­ter­dau­er der Ver­si­che­rung der Dau­er der Ent­sen­dung nach die­ser Ver­ein­ba­rung. Dies gilt auch für an­de­re Per­so­nen, die ge­stützt auf ei­ne sol­che Ver­ein­ba­rung wäh­rend ei­nes vor­über­ge­hen­den Aus­land­auf­ent­hal­tes der schwei­ze­ri­schen Ge­setz­ge­bung un­ter­stellt sind.

Art. 5 Personen im öffentlichen Dienst mit Aufenthalt im Ausland  

1 Fol­gen­de Per­so­nen und die sie be­glei­ten­den Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 sind ver­si­che­rungs­pflich­tig:

a.
Bun­des­be­diens­te­te des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments für aus­wär­ti­ge An­ge­le­gen­hei­ten (EDA), die der Ver­set­zungs­dis­zi­plin un­ter­stellt sind;
b.
Bun­des­be­diens­te­te des EDA oder ei­nes an­de­ren De­par­te­ments, die aus­ser­halb der Schweiz tä­tig sind;
c.
Per­so­nen, die sich auf­grund ih­rer Tä­tig­keit für ei­ne an­de­re schwei­ze­ri­sche Kör­per­schaft oder An­stalt des öf­fent­li­chen Rechts im Aus­land be­fin­den.

2 Die Ver­si­che­rungs­pflicht für die Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen ent­fällt, wenn die­se im Aus­land ei­ne kran­ken­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben.

3 Das lo­kal an­ge­stell­te Per­so­nal ist der ob­li­ga­to­ri­schen Ver­si­che­rung nicht un­ter­stellt.

Art. 6 Personen mit Vorrechten nach internationalem Recht 37  

1 Per­so­nen nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a und c des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 200738, die Vor­rech­te, Im­mu­ni­tä­ten und Er­leich­te­run­gen ge­nies­sen, sind mit Aus­nah­me der pri­va­ten Hausan­ge­stell­ten nicht ver­si­che­rungs­pflich­tig. Sie wer­den auf ei­ge­nes Ge­such hin der schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rung un­ter­stellt.

2 Die pri­va­ten Hausan­ge­stell­ten der in Ab­satz 1 ge­nann­ten be­güns­tig­ten Per­so­nen sind ver­si­che­rungs­pflich­tig, wenn sie nicht im Staa­te ih­res Ar­beit­ge­bers oder ih­rer Ar­beit­ge­be­rin oder in ei­nem Dritt­staat ver­si­chert sind. Das EDA re­gelt die An­wen­dungs­mo­da­li­tä­ten die­ser Be­stim­mung.

3 Per­so­nen, die ih­re Tä­tig­keit bei ei­nem in­sti­tu­tio­nel­len Be­güns­tig­ten nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­be a, b, i oder k des Gast­staat­ge­set­zes ein­ge­stellt ha­ben, wer­den auf Ge­such hin von der Ver­si­che­rungs­pflicht be­freit, so­fern ihr Ver­si­che­rungs­schutz für Be­hand­lun­gen in der Schweiz gleich­wer­tig ist. Dem Ge­such ist ei­ne schrift­li­che Be­stä­ti­gung der zu­stän­di­gen Stel­le ih­res frü­he­ren in­sti­tu­tio­nel­len Be­güns­tig­ten mit al­len er­for­der­li­chen An­ga­ben bei­zu­le­gen. Die be­tref­fen­de Per­son kann die Be­frei­ung oder den Ver­zicht auf ei­ne Be­frei­ung nicht wi­der­ru­fen.39

4 Per­so­nen, die mit ei­ner Per­son nach Ab­satz 1 oder 3 bei der Kran­ken­ver­si­che­rung ei­nes in­sti­tu­tio­nel­len Be­güns­tig­ten nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­be a, b, i oder k des Gast­staat­ge­set­zes ver­si­chert sind und die nicht sel­ber Vor­rech­te oder Im­mu­ni­tä­ten ge­nies­sen, wer­den auf Ge­such hin von der Ver­si­che­rungs­pflicht be­freit, so­fern ihr Ver­si­che­rungs­schutz für Be­hand­lun­gen in der Schweiz gleich­wer­tig ist. Dem Ge­such ist ei­ne schrift­li­che Be­stä­ti­gung der zu­stän­di­gen Stel­le des in­sti­tu­tio­nel­len Be­güns­tig­ten mit al­len er­for­der­li­chen An­ga­ben bei­zu­le­gen. Die be­tref­fen­de Per­son kann die Be­frei­ung oder den Ver­zicht auf ei­ne Be­frei­ung nicht wi­der­ru­fen.40

37 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der Gast­staat­ver­ord­nung vom 7. Dez. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6657).

38 SR 192.12

39 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6723).

40 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6723).

2. Abschnitt: Beginn und Ende der Versicherung

Art. 6a Angaben im Beitrittsformular 41  

1 Die Ver­si­che­rer dür­fen auf dem Bei­tritts­for­mu­lar nur An­ga­ben ver­lan­gen, die für den Bei­tritt zur ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung oder bei ei­nem Wech­sel des Ver­si­che­rers er­for­der­lich sind.

2 Das Bei­tritts­for­mu­lar darf kei­ner­lei An­ga­ben, Hin­wei­se und Ver­bin­dun­gen zu den Ver­si­che­run­gen nach Ar­ti­kel 12 Ab­satz 242 des Ge­set­zes und zur frei­wil­li­gen Tag­geld­ver­si­che­rung nach den Ar­ti­keln 67–77 des Ge­set­zes ent­hal­ten.

3 Die Ver­si­che­rer dür­fen die Per­so­nen­da­ten nur für die im Ge­setz vor­ge­se­he­nen Auf­ga­ben be­ar­bei­ten.

41 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006, in Kraft seit 10. Mai 2006 (AS 20061717). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ser Ver­ord­nung.

42 [AS 1995 1328. AS 2015 5137An­hang Ziff. 2]. Sie­he seit dem 1. Jan. 2016: Art. 2 Abs. 2 des Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 26. Sept. 2014 (SR 832.12).

Art. 7 Sonderfälle 43  

1 Aus­län­der und Aus­län­de­rin­nen mit ei­ner Nie­der­las­sungs­be­wil­li­gung oder ei­ner Kurz­auf­ent­halts- oder ei­ner Auf­ent­halts­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a und f sind ver­pflich­tet, sich in­nert drei Mo­na­ten zu ver­si­chern, nach­dem sie sich bei der für die Ein­woh­ner­kon­trol­le zu­stän­di­gen Stel­le an­ge­mel­det ha­ben. Bei recht­zei­ti­gem Bei­tritt be­ginnt die Ver­si­che­rung im Zeit­punkt der An­mel­dung des Auf­ent­hal­tes. Bei ver­spä­te­tem Bei­tritt be­ginnt die Ver­si­che­rung im Zeit­punkt des Bei­tritts.44

2 Aus­län­der und Aus­län­de­rin­nen mit ei­ner Kurz­auf­ent­halts­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 2 Buch­sta­be b müs­sen ab Ein­rei­se in die Schweiz ver­si­chert sein.45

2bis Per­so­nen oh­ne Auf­ent­halts­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 2 Buch­sta­be g müs­sen ab Auf­nah­me der Er­werbs­tä­tig­keit in der Schweiz ver­si­chert sein. Auch bei ei­nem ver­spä­te­ten Bei­tritt be­ginnt die Ver­si­che­rung am Tag, an dem die Er­werbs­tä­tig­keit auf­ge­nom­men wor­den ist.46

3 Bei den in den Ab­sät­zen 1 und 2 be­zeich­ne­ten Per­so­nen en­det die Ver­si­che­rung am Tag des bei der für die Ein­woh­ner­kon­trol­le zu­stän­di­gen Stel­le ge­mel­de­ten Weg­zugs aus der Schweiz, in je­dem Fall am Tag der tat­säch­li­chen Aus­rei­se aus der Schweiz, oder mit dem Tod der Ver­si­cher­ten.

3bis Bei den im Ab­satz 2bis be­zeich­ne­ten Per­so­nen en­det die Ver­si­che­rung am Tag der Auf­ga­be der Er­werbs­tä­tig­keit in der Schweiz, spä­tes­tens aber am Tag der tat­säch­li­chen Aus­rei­se aus der Schweiz, oder mit dem Tod der Ver­si­cher­ten.47

4 Grenz­gän­ger und Grenz­gän­ge­rin­nen so­wie ih­re Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen, die der schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rung un­ter­stellt sein wol­len (Art. 3 Abs. 1), müs­sen sich in­nert drei Mo­na­ten nach Be­ginn der Gül­tig­keit der Grenz­gän­ger­be­wil­li­gung ver­si­chern. Bei recht­zei­ti­gem Bei­tritt be­ginnt die Ver­si­che­rung im Zeit­punkt des Be­ginns der Gül­tig­keit der Be­wil­li­gung. Ver­si­chern sie sich spä­ter, be­ginnt die Ver­si­che­rung im Zeit­punkt des Bei­tritts.48 Die Ver­si­che­rung en­det mit der Auf­ga­be der Er­werbs­tä­tig­keit in der Schweiz, mit dem Ab­lauf oder dem Wi­der­ruf der Grenz­gän­ger­be­wil­li­gung, mit dem Tod der Ver­si­cher­ten oder mit dem Ver­zicht auf die Un­ter­stel­lung un­ter die schwei­ze­ri­sche Ver­si­che­rung. Im letz­te­ren Fall darf oh­ne be­son­de­ren Grund kein neu­es Ge­such ge­stellt wer­den.

5 Asyl­su­chen­de so­wie Schutz­be­dürf­ti­ge sind ver­pflich­tet, sich un­mit­tel­bar nach Zu­wei­sung an die Kan­to­ne nach Ar­ti­kel 27 AsylG49 zu ver­si­chern. Vor­läu­fig Auf­ge­nom­me­ne sind ver­pflich­tet, sich un­mit­tel­bar nach Ver­fü­gung der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me zu ver­si­chern. Die Ver­si­che­rung be­ginnt im Zeit­punkt der Ein­rei­chung des Asyl­ge­suchs oder der An­ord­nung der vor­läu­fi­gen Auf­nah­me oder der Ge­wäh­rung vor­über­ge­hen­den Schut­zes. Sie en­det am Tag, an dem die­se Per­so­nen die Schweiz nach­ge­wie­se­ner­mas­sen ver­las­sen ha­ben oder mit ih­rem Tod.50

6 Die mit Vor­rech­ten, Im­mu­ni­tä­ten und Er­leich­te­run­gen be­güns­tig­ten Per­so­nen, die der schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rung un­ter­stellt sein wol­len (Art. 6 Abs. 1), ha­ben sich in­nert sechs Mo­na­ten nach Er­halt der Le­gi­ti­ma­ti­ons­kar­te des EDA zu ver­si­chern. Die Ver­si­che­rung be­ginnt am Tag, an dem sie die­se Kar­te er­hal­ten ha­ben. Sie en­det mit der Auf­ga­be der amt­li­chen Tä­tig­keit in der Schweiz, mit dem Tod der Ver­si­cher­ten oder mit dem Ver­zicht auf die Un­ter­stel­lung un­ter die schwei­ze­ri­sche ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung. Im letz­te­ren Fall darf oh­ne be­son­de­ren Grund kein neu­es Ge­such ge­stellt wer­den.51

7 Ak­ti­ve und pen­sio­nier­te Bun­des­be­diens­te­te nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­be a, die aus der Mi­li­tär­ver­si­che­rung aus­schei­den, müs­sen sich in­nert drei Mo­na­ten nach Aus­schei­den aus der Mi­li­tär­ver­si­che­rung bei ei­nem Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 1152 des Ge­set­zes für Kran­ken­pfle­ge ver­si­chern. Bei recht­zei­ti­gem Ver­si­che­rungs­bei­tritt be­ginnt die Ver­si­che­rung im Zeit­punkt des Aus­schei­dens aus der Mi­li­tär­ver­si­che­rung.

8 Ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Per­so­nen nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 2 Buch­sta­ben d und e sind ver­pflich­tet, sich in­nert drei Mo­na­ten nach Ent­ste­hung der Ver­si­che­rungs­pflicht in der Schweiz zu ver­si­chern. Ver­si­chern sie sich in­nert die­ser Frist, so be­ginnt die Ver­si­che­rung im Zeit­punkt der Un­ter­stel­lung un­ter die schwei­ze­ri­sche Ver­si­che­rung.

Ver­si­chern sie sich spä­ter, be­ginnt die Ver­si­che­rung im Zeit­punkt des Bei­tritts. Die Ver­si­che­rung en­det, wenn die­se Per­so­nen die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Un­ter­stel­lung un­ter die schwei­ze­ri­sche Ver­si­che­rung nach dem Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men53 so­wie sei­nem An­hang II oder dem EFTA-Ab­kom­men54, sei­nem An­hang K und An­la­ge 2 zu An­hang K nicht mehr er­fül­len.55

43 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. April 2006, in Kraft seit 10. Mai 2006 (AS 20061717).

44 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Mai 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1633).

45 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 4 der V vom 24. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20075627).

46 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075).

47 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075).

48 Fas­sung des ers­ten bis drit­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 915).

49 SR 142.31

50 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20073573).

51 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 15 der Gast­staat­ver­ord­nung vom 7. Dez. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6657).

52 Sie­he seit dem 1. Jan. 2016: Art. 2 und 3des Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 26. Sept. 2014 (SR 832.12).

53 SR 0.142.112.681

54 SR 0.632.31

55 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001 (AS 2002 915). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Mai 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1633).

Art. 7a Fortdauer des Versicherungsschutzes für nicht mehr unterstellte Personen 56  

Die Ver­si­che­rer kön­nen Per­so­nen, die nach Ar­ti­kel 1 Ab­sät­ze 1 und 2 Buch­sta­ben a und c so­wie den Ar­ti­keln 3–6 der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung un­ter­stellt wa­ren, auf ver­trag­li­cher Ba­sis ei­ne Fort­dau­er des Ver­si­che­rungs­schut­zes an­bie­ten. Der Ver­trag kann beim glei­chen oder bei ei­nem an­de­ren Ver­si­che­rer ab­ge­schlos­sen wer­den. Die Fi­nan­zie­rung von Leis­tun­gen, wel­che den­je­ni­gen der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung ent­spre­chen, rich­tet sich nach den Grund­sät­zen der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung. Die Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­se un­ter­lie­gen dem Bun­des­ge­setz vom 2. April 190857 über den Ver­si­che­rungs­ver­trag.

56Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 19963139).

57SR 221.229.1

Art. 7b Fortdauer der Versicherungspflicht 58  

Die Ver­si­che­rer in­for­mie­ren die Ver­si­cher­ten nach Ar­ti­kel 6a Ab­satz 1 des Ge­set­zes schrift­lich über ei­ne Fort­dau­er der Ver­si­che­rungs­pflicht.

58 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 915).

Art. 8 Prämienzuschlag bei verspätetem Beitritt  

1 Die Er­he­bungs­dau­er für den Prä­mi­en­zu­schlag bei ver­spä­te­tem Bei­tritt nach Ar­ti­kel 5 Ab­satz 2 des Ge­set­zes ent­spricht der dop­pel­ten Dau­er der Ver­spä­tung, höchs­tens je­doch fünf Jah­ren.59 Der Prä­mi­en­zu­schlag be­trägt 30 bis 50 Pro­zent der Prä­mie. Der Ver­si­che­rer setzt den Zu­schlag nach der fi­nan­zi­el­len La­ge der Ver­si­cher­ten fest. Hat die Zah­lung des Prä­mi­en­zu­schla­ges ei­ne Not­la­ge für die Ver­si­cher­ten zur Fol­ge, setzt der Ver­si­che­rer einen Zu­schlag von we­ni­ger als 30 Pro­zent fest und trägt da­bei der La­ge der Ver­si­cher­ten und den Um­stän­den der Ver­spä­tung an­ge­mes­sen Rech­nung.

2 Wenn ei­ne So­zi­al­hil­fe­be­hör­de für die Prä­mi­en auf­kommt, wird kein Prä­mi­en­zu­schlag er­ho­ben.

3 Wech­selt die ver­si­cher­te Per­son den Ver­si­che­rer, hat der bis­he­ri­ge Ver­si­che­rer dem neu­en Ver­si­che­rer den Prä­mi­en­zu­schlag im Rah­men der Mit­tei­lung ge­mä­ss Ar­ti­kel 7 Ab­satz 5 des Ge­set­zes an­zu­ge­ben. Ein ein­mal fest­ge­leg­ter Prä­mi­en­zu­schlag bleibt auch für spä­te­re Ver­si­che­rer ver­bind­lich.60

59 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 20055639).

60 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Nov. 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2006 (AS 20055639).

Art. 9 Beendigung des Versicherungsverhältnisses 61  

1 Kom­men Ver­si­cher­te, auf wel­che die schwei­ze­ri­sche Ge­setz­ge­bung über die So­zi­al­hil­fe nicht an­wend­bar ist, ih­rer Zah­lungs­ver­pflich­tung nicht nach, und kann das Voll­stre­ckungs­ver­fah­ren nicht durch­ge­führt wer­den oder hat es kei­ne Zah­lung der Prä­mi­en oder kei­ne Kos­ten­be­tei­li­gung zur Fol­ge, so kann der Ver­si­che­rer nach schrift­li­cher Mah­nung und Hin­weis auf die Fol­gen des Zah­lungs­ver­zu­ges das Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis be­en­den.

2 Er­fah­ren Ver­si­che­rer, dass ei­ne ver­si­cher­te Per­son gleich­zei­tig bei ei­nem oder meh­re­ren an­de­ren Ver­si­che­rern ver­si­chert ist, ins­be­son­de­re über ei­ne Mel­dung der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 3 der Ver­ord­nung vom 19. Ok­to­ber 201662 über den Ri­si­ko­aus­gleich in der Kran­ken­ver­si­che­rung, so ver­fü­gen sie nach An­hö­rung die­ser Per­son die Be­en­di­gung der Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­se, die nicht den Be­stim­mun­gen des KVG ent­spre­chen.63

61 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3908).

62 SR 832.112.1

63 Ein­ge­fügt durch Ziff. II der V vom 11. Sept. 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 3917).

3. Abschnitt: Aufgaben der Kantone

Art. 10  

1 Die Kan­to­ne in­for­mie­ren pe­ri­odisch die Be­völ­ke­rung über die Ver­si­che­rungs­pflicht. Sie ach­ten ins­be­son­de­re dar­auf, dass Per­so­nen, die aus dem Aus­land zu­zie­hen, so­wie El­tern von Neu­ge­bo­re­nen recht­zei­tig in­for­miert wer­den.

1bis Mit der In­for­ma­ti­on über die Ver­si­che­rungs­pflicht von Kurz­auf­ent­hal­tern und
-auf­ent­hal­te­rin­nen, von Auf­ent­hal­tern und Auf­ent­hal­te­rin­nen so­wie von Nie­der­ge­las­se­nen gel­ten auch de­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­ge als in­for­miert, die in ei­nem Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on, in Is­land oder Nor­we­gen woh­nen.64

2 Die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de ent­schei­det über die in den Ar­ti­keln 2 Ab­sät­ze 2–5 und 6 Ab­satz 3 vor­ge­se­he­nen Ge­su­che.65

3 Die ren­ten­aus­zah­len­den So­zi­al­ver­si­che­rer und die Or­ga­ne der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung un­ter­stüt­zen die Kan­to­ne bei der In­for­ma­ti­on über die Ver­si­che­rungs­pflicht von Per­so­nen nach Ar­ti­kel 6a Ab­satz 1 Buch­sta­ben b und c des Ge­set­zes.66

64 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001 (AS 2002 915). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Nov. 2011, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 955).

65Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 19963139).

66 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 915).

2. Kapitel: Sistierung der Versicherungspflicht und der Unfalldeckung 67

67 Ursprünglich vor Art. 11. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 11. Dez. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2001 138).

Art. 10a Sistierung der Versicherungspflicht 68  

1 Die Sis­tie­rung der Ver­si­che­rungs­pflicht nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 4 des Ge­set­zes be­ginnt am Tag, an dem die ver­si­cher­te Per­son dem MVG69 un­ter­stellt wird.

2 Die ver­si­cher­te Per­son ist ab Be­ginn der Un­ter­stel­lung un­ter die Mi­li­tär­ver­si­che­rung von der Prä­mi­en­zah­lung be­freit, wenn sie die Un­ter­stel­lung min­des­tens acht Wo­chen vor de­ren Be­ginn ih­rem Ver­si­che­rer mel­det. Hält sie die­se Frist nicht ein, so er­hebt der Ver­si­che­rer ab dem nächs­ten ihm mög­li­chen Ter­min, spä­tes­tens aber acht Wo­chen nach der Mel­dung kei­ne Prä­mie mehr.

3 Die für den Mi­li­tär­dienst zu­stän­di­ge Stel­le stellt si­cher, dass die ver­si­cher­te Per­son ih­rem Ver­si­che­rer nach Dienst­an­tritt die vor­aus­sicht­li­che Dau­er der Un­ter­stel­lung und spä­ter al­len­falls de­ren vor­zei­ti­ge Be­en­di­gung mel­det.

4 Die für den Zi­vil­dienst zu­stän­di­ge Stel­le stellt si­cher, dass die ver­si­cher­te Per­son ih­rem Ver­si­che­rer je­de nach­träg­li­che Än­de­rung der Dau­er der Un­ter­stel­lung mel­det.

5 Falls trotz der Sis­tie­rung Prä­mi­en be­zahlt wer­den, rech­net sie der Ver­si­che­rer an spä­ter fäl­li­ge Prä­mi­en an oder er­stat­tet sie zu­rück.

6 Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit (BAG) kann den Ver­si­che­rern für die Prä­mi­en­be­rech­nung Wei­sun­gen er­tei­len.

7 Der Ver­si­che­rer muss den für die Prä­mi­en­ver­bil­li­gung zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­den die­je­ni­gen Per­so­nen mel­den, de­ren Ver­si­che­rungs­pflicht sis­tiert wor­den ist, und sie über die tat­säch­li­che Dau­er der Sis­tie­rung in­for­mie­ren.

68 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Dez. 2000 (AS 2001 138). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. April 2006, in Kraft seit 1. Mai 2006 (AS 20061717). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ser Ver­ord­nung.

69 SR 833.1

Art. 11 Sistierung der Unfalldeckung 70  

1 Die Sis­tie­rung der Un­fall­de­ckung nach Ar­ti­kel 8 des Ge­set­zes er­folgt auf schrift­li­chen An­trag der Ver­si­cher­ten und be­ginnt frü­he­s­tens am ers­ten Tag des dem An­trag fol­gen­den Mo­nats.

2 Der Ar­beit­ge­ber oder die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung ha­ben die Ver­si­cher­ten vor En­de des Ar­beits­ver­hält­nis­ses, des An­spruchs auf Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung oder der Nicht­be­rufs­un­fall­de­ckung schrift­lich dar­über zu in­for­mie­ren, dass sie den Kran­ken­ver­si­che­rer vom Er­lö­schen der Un­fall­de­ckung in Kennt­nis set­zen müs­sen. Die Ver­si­cher­ten ha­ben den Kran­ken­ver­si­che­rer in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach der In­for­ma­ti­on durch den Ar­beit­ge­ber oder die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung in Kennt­nis zu set­zen.

70 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Dez. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2001 138).

2. Titel: Organisation

1. Kapitel: ...

Art. 12–1571  

71 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).

Art. 15a72  

72 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001 (AS 2002915). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).

2. Kapitel: ...

Art. 16–1873  

73 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).

3. Kapitel: Gemeinsame Einrichtung

Art. 19 Erfüllung internationaler Verpflichtungen 74  

1 Die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung nimmt die sich aus Ar­ti­kel 95a des Ge­set­zes er­ge­ben­den Auf­ga­ben als Ver­bin­dungs­stel­le wahr. Sie er­füllt auch die Auf­ga­ben als aus­hel­fen­der Trä­ger am Wohn- oder am Auf­ent­halts­ort der Ver­si­cher­ten, für die auf­grund von Ar­ti­kel 95a des Ge­set­zes An­spruch auf in­ter­na­tio­na­le Leis­tungs­aus­hil­fe be­steht. Sie ist aus­ser­dem zu­stän­dig für die Durch­füh­rung der Leis­tungs­aus­hil­fe und die Auf­ga­ben als Ver­bin­dungs­stel­le auf­grund an­de­rer in­ter­na­tio­na­ler Ver­ein­ba­run­gen.75

2 Die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung über­nimmt über­dies Ko­or­di­na­ti­ons­auf­ga­ben zur Er­fül­lung der sich aus Ar­ti­kel 95a des Ge­set­zes er­ge­ben­den Ver­pflich­tun­gen. Na­ment­lich er­füllt sie fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Sie er­mit­telt auf­grund der an­er­kann­ten Kos­ten­sta­tis­ti­ken des zu­stän­di­gen Or­gans der Eu­ro­päi­schen Uni­on (Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on für die Ko­or­di­nie­rung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit) oder der Sta­tis­ti­ken des be­tref­fen­den Staa­tes die An­sät­ze je Per­son, die die Ver­si­che­rer der Prä­mi­en­be­rech­nung für die in ei­nem Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on, in Is­land oder Nor­we­gen wohn­haf­ten Ver­si­cher­ten zu Grun­de zu le­gen ha­ben.
b.
Sie er­stellt bis zum 31. Mai einen Be­richt zu Han­den des BAG über die durch­ge­führ­te Leis­tungs­aus­hil­fe un­ter An­ga­be der Zahl der Fäl­le, der Ge­samt­kos­ten und der aus­ste­hen­den Rück­zah­lun­gen; die Da­ten sind nach den Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on, nach Is­land und Nor­we­gen und nach den schwei­ze­ri­schen Ver­si­che­rern zu dif­fe­ren­zie­ren.76

3 Die Ver­si­che­rer tra­gen pro­por­tio­nal zur An­zahl der bei ih­nen ob­li­ga­to­risch für Kran­ken­pfle­ge ver­si­cher­ten Per­so­nen die Kos­ten der Auf­ga­ben, wel­che die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung als aus­hel­fen­der Trä­ger er­füllt, so­wie die Kos­ten der Be­richt­er­stat­tung ge­mä­ss Ab­satz 2 Buch­sta­be b. Der Bund trägt die durch die Vor­fi­nan­zie­rung der Leis­tungs­aus­hil­fe ent­ste­hen­den Zins­kos­ten, die Kos­ten der Auf­ga­ben, wel­che die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung als Ver­bin­dungs­stel­le er­füllt, so­wie die Kos­ten für die Er­mitt­lun­gen ge­mä­ss Ab­satz 2 Buch­sta­be a.77

4 Ha­ben Ver­si­che­rer und Leis­tungs­er­brin­ger ge­mä­ss Ar­ti­kel 42 Ab­satz 2 des Ge­set­zes ver­trag­lich ver­ein­bart, dass der Ver­si­che­rer die Ver­gü­tung schul­det, so wird die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung bei der Durch­füh­rung der Leis­tungs­aus­hil­fe den ver­trags­sch­lies­sen­den Ver­si­che­rern gleich­ge­stellt.

74 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 915).

75 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3249).

76 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Nov. 2011, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 955).

77 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Nov. 2011, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 955).

Art. 19a Aufteilung des kantonalen Anteils auf die Kantone 78  

1 Nach der Ein­rei­chung der For­de­run­gen der Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 36b Ab­satz 2 zwei­ter Satz be­rech­net die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung, wie viel je­der Kan­ton vom kan­to­na­len An­teil ge­mä­ss Ar­ti­kel 49a Ab­satz 3bis zwei­ter Satz KVG zu über­neh­men hat, und for­dert den er­mit­tel­ten Be­trag bei je­dem Kan­ton ein. Für die Er­mitt­lung der Wohn­be­völ­ke­rung der Kan­to­ne sind die Zah­len der letz­ten Er­he­bung der Be­völ­ke­rungs­sta­tis­tik des Bun­des­am­tes für Sta­tis­tik über die mitt­le­re stän­di­ge Wohn­be­völ­ke­rung mass­ge­bend.

2 Nach dem Ein­gang der Zah­lun­gen durch die Kan­to­ne be­gleicht die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung die For­de­run­gen der Ver­si­che­rer.

3 Die Kan­to­ne tra­gen im Ver­hält­nis zu ih­rer Wohn­be­völ­ke­rung die Kos­ten der Auf­ga­ben der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung nach die­sem Ar­ti­kel.

4 Der Stif­tungs­rat der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung er­lässt ein Re­gle­ment zur ein­heit­li­chen Um­set­zung der Auf­tei­lung des kan­to­na­len An­teils auf die Kan­to­ne. Vor der Be­schluss­fas­sung kon­sul­tiert er die Kan­to­ne und die Ver­si­che­rer.

78 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Sept. 1998 (AS 19982634). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6723).

Art. 19b79  

79 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006 (AS 20061717). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).

Art. 20 und 2180  

80 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).

Art. 22 Streitigkeiten 81  

1 Bei Strei­tig­kei­ten zwi­schen der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung und ei­nem Ver­si­che­rer ist Ar­ti­kel 87 des Ge­set­zes an­wend­bar. Vor­be­hal­ten blei­ben Ab­satz 3 und Ar­ti­kel 27 der Ver­ord­nung vom 19. Ok­to­ber 201682 über den Ri­si­ko­aus­gleich in der Kran­ken­ver­si­che­rung.83

2 Bei Strei­tig­kei­ten der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung mit ei­nem Leis­tungs­er­brin­ger gilt Ar­ti­kel 89 des Ge­set­zes.

3 Die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung ent­schei­det bei Strei­tig­kei­ten zwi­schen ihr und ei­nem Ver­si­che­rer in der Form ei­ner Ver­fü­gung im Sin­ne von Ar­ti­kel 5 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 196884 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren über:

a.
die Um­ver­tei­lung von Re­ser­ven nach Ar­ti­kel 43 Ab­satz 3 des Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 26. Sep­tem­ber 201485 (KVAG);
b.
die Bei­trä­ge der Ver­si­che­rer zur Fi­nan­zie­rung des In­sol­venz­fonds nach Ar­ti­kel 48 Buch­sta­be a KVAG;
c.
Aus­zah­lun­gen aus dem In­sol­venz­fonds nach Ar­ti­kel 51 Ab­satz 1 KVAG.86

3bis Sie ent­schei­det bei Strei­tig­kei­ten zwi­schen ihr und ei­nem Kan­ton in der Form ei­ner Ver­fü­gung im Sin­ne von Ar­ti­kel 5 VwVG über die Auf­tei­lung des kan­to­na­len An­teils auf die Kan­to­ne nach Ar­ti­kel 19a.87

4 Der Rechts­mit­tel­weg rich­tet sich nach den all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen der Bun­des­rechts­pfle­ge.88

81 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3908).

82 SR 832.112.1

83 Fas­sung ge­mä­ss Art. 31 der V vom 19. Okt. 2016 über den Ri­si­ko­aus­gleich in der Kran­ken­ver­si­che­rung, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2016 4059).

84 SR 172.021

85 SR 832.12

86 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004 (AS 2004 5075). Fas­sung ge­mä­ss Art. 31 der V vom 19. Okt. 2016 über den Ri­si­ko­aus­gleich in der Kran­ken­ver­si­che­rung, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2016 4059).

87 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6723).

88 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006, in Kraft seit 10. Mai 2006 (AS 20061717).

4. Kapitel: Förderung der Gesundheit

Art. 23  

1 Für die Auf­sicht über die In­sti­tu­ti­on nach Ar­ti­kel 19 Ab­satz 2 KVG sind die Ar­ti­kel 45 und 46 des Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 26. Sep­tem­ber 201489 (KVAG) sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.90

2 Zu­sam­men mit den im Rah­men der Auf­sicht vor­zu­le­gen­den Un­ter­la­gen stellt die In­sti­tu­ti­on dem BAG ih­ren An­trag für den Bei­trag (Art. 20 Abs. 1 KVG) des Fol­ge­jah­res zu. Dem An­trag sind ein Tä­tig­keits­pro­gramm und ein Bud­get bei­zu­le­gen.

3 Der Ge­schäfts­be­richt ist zu ver­öf­fent­li­chen.91

89 SR 832.12

90 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6723).

91 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6723).

5. Kapitel: Aufsicht

1. Abschnitt: ...

Art. 24–2692  

92 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).

2. Abschnitt: Beschwerde durch das BAG

Art. 2793  

1 Die Ent­schei­de der kan­to­na­len Ver­si­che­rungs­ge­rich­te (Art. 57 ATSG und 87 KVG), der kan­to­na­len Schieds­ge­rich­te (Art. 89 KVG) und des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts be­züg­lich der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung sind dem BAG zu er­öff­nen.

2 Das BAG ist be­rech­tigt, ge­gen Ent­schei­de nach Ab­satz 1 Be­schwer­de beim Bun­des­ge­richt zu er­he­ben.

93 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 95 der V vom 8. Nov. 2006 über die An­pas­sung von Bun­des­rats­ver­ord­nun­gen an die To­tal­re­vi­si­on der Bun­des­rechts­pfle­ge, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 4705).

3. Abschnitt: Aufsichtsdaten

Art. 28 Daten der Versicherer 94  

1 Die Da­ten, die von den Ver­si­che­rern nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 2 KVAG95 wei­ter­ge­ge­ben wer­den müs­sen, die­nen da­zu:96

a.97
die ein­heit­li­che An­wen­dung des Ge­set­zes und des KVAG zu über­wa­chen;
b.
die Kos­ten­ent­wick­lung zu ver­fol­gen;
c.
die Wirt­schaft­lich­keit der er­brach­ten Leis­tun­gen zu kon­trol­lie­ren (sta­tis­ti­sche Kon­trol­le der Kos­ten nach Ge­schlecht, Al­ter, Wohn­ort, Leis­tungs­er­brin­ger);
d.
die Gleich­be­hand­lung der Ver­si­cher­ten si­cher­zu­stel­len;
e.
si­cher­zu­stel­len, dass die Prä­mi­en­un­ter­schie­de den kan­to­na­len und re­gio­na­len Kos­ten­un­ter­schie­den ent­spre­chen und die Mit­tel der So­zi­al­ver­si­che­rung aus­sch­liess­lich zu de­ren Zwe­cken ein­ge­setzt wer­den;
f.
die Ent­schei­dungs­grund­la­gen für die Durch­füh­rung von ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen or­dent­li­chen oder aus­ser­or­dent­li­chen Mass­nah­men zur Ein­däm­mung der Kos­ten­ent­wick­lung vor­zu­be­rei­ten;
g.98
die Wir­kun­gen des Ge­set­zes und des KVAG zu ver­fol­gen und Ent­schei­dungs­grund­la­gen für all­fäl­lig not­wen­di­ge Ge­set­zes- und Ge­set­zes­voll­zugs­än­de­run­gen be­reit­zu­stel­len.

2 Das BAG sorgt da­für, dass den Kran­ken­ver­si­che­rern durch die Be­reit­stel­lung der Da­ten mög­lichst we­nig Auf­wand ent­steht. Es kann die Da­ten zur Auf­wand­ver­min­de­rung mit an­de­ren Da­ten­quel­len ver­knüp­fen, wenn es die Da­ten vor­her an­ony­mi­siert. Es stellt die Re­sul­ta­te der Er­he­bun­gen den am Voll­zug des KVAG und des Ge­set­zes be­tei­lig­ten Stel­len zur Ver­fü­gung.99

3 Die Ver­si­che­rer müs­sen dem BAG jähr­lich pro ver­si­cher­te Per­son na­ment­lich fol­gen­de Da­ten wei­ter­ge­ben:

a.
Al­ter, Ge­schlecht und Wohn­ort der Ver­si­cher­ten;
b.
ih­ren Ein- und Aus­tritt so­wie die To­des­fäl­le;
c.
die von den Ver­si­cher­ten im Rah­men der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung ab­ge­schlos­se­nen Ver­si­che­rungs­ar­ten mit An­ga­be der Hö­he der Prä­mie und der Fran­chi­se;
d.
Um­fang, Art, Ta­rif­po­si­tio­nen und Kos­ten der im Lau­fe ei­nes gan­zen Jah­res er­hal­te­nen Rech­nun­gen für Leis­tun­gen nach dem Ge­setz;
e.
die je­wei­li­gen Er­brin­ger der Leis­tun­gen;
f.
die Hö­he der er­ho­be­nen Kos­ten­be­tei­li­gung.

3bis ...100

4 Sie müs­sen dem BAG die Da­ten nach Ab­satz 3 auf elek­tro­ni­schen Da­ten­trä­gern zur Ver­fü­gung stel­len. Das BAG kann sie da­von auf Ge­such hin für ei­ne be­fris­te­te Zeit be­frei­en, wenn ih­nen die Lie­fe­rung man­gels tech­ni­scher Vor­aus­set­zun­gen nicht mög­lich ist.

5 Die Ver­si­che­rer ha­ben die Da­ten nach Ab­satz 3 kor­rekt, voll­stän­dig, frist­ge­recht und auf ei­ge­ne Kos­ten zu lie­fern. Das BAG ist da­für ver­ant­wort­lich, dass im Rah­men der Da­ten­ver­wen­dung und der Da­ten­ver­knüp­fung die An­ony­mi­tät der Ver­si­cher­ten ge­wahrt ist.101

6 Sie müs­sen dem BAG auf ei­ge­ne Kos­ten jähr­lich die voll­stän­di­gen An­ga­ben des Zahl­stel­len­re­gis­ters über­mit­teln.

7 Das BAG er­lässt nach An­hö­ren der Ver­si­che­rer Wei­sun­gen zu den nach den Ab­sät­zen 1–6 zu tref­fen­den Vor­keh­ren.

94 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5097).

95 SR 832.12

96 Fas­sung ge­mä­ss Art. 31 der V vom 19. Okt. 2016 über den Ri­si­ko­aus­gleich in der Kran­ken­ver­si­che­rung, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2016 4059).

97 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).

98 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).

99 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).

100 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft vom 1. März 2017 bis zum 31. Dez. 2020 (AS 2017623, 2019 4771).

101 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2689).

Art. 28a102  

102 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Okt. 2008 (AS 2008 5097). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 3 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).

Art. 28b Veröffentlichung der Daten der Versicherer 103  

1 Das BAG ver­öf­fent­licht die Da­ten nach Ar­ti­kel 28 so, dass na­ment­lich An­ga­ben über die Ver­si­che­rungs­form, die Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen und die Kos­ten, ge­son­dert nach Al­ter, Ge­schlecht und Re­gi­on so­wie nach Ka­te­go­ri­en von Leis­tungs­er­brin­gern, Be­trie­ben und Pfle­ge­leis­tun­gen, er­sicht­lich sind.

2 Das BAG ver­öf­fent­licht je Ver­si­che­rer fol­gen­de Kenn­zah­len der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung:

a.
Ein­nah­men und Aus­ga­ben;
b.
Er­geb­nis je ver­si­cher­te Per­son;
c.
Re­ser­ven;
d.
Rück­stel­lun­gen für un­er­le­dig­te Ver­si­che­rungs­fäl­le;
e.
Kran­ken­pfle­ge­kos­ten;
f.
Ri­si­ko­aus­gleich;
g.
Ver­wal­tungs­kos­ten;
h.
Ver­si­cher­ten­be­stand;
i.
Prä­mi­en;
j.
Bi­lanz und Be­triebs­rech­nung.

103 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5097).

Art. 29 Durchschnittlicher Versichertenbestand 104  

Der Ver­si­che­rer zählt für die zu mel­den­den durch­schnitt­li­chen Ver­si­cher­ten­be­stän­de die Ver­si­che­rungs­ta­ge des be­tref­fen­den Jah­res al­ler ver­si­cher­ten Per­so­nen zu­sam­men und teilt die­se Sum­me durch die An­zahl Ta­ge die­ses Jah­res.

104 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6723).

Art. 30 Daten der Leistungserbringer 105  

Die Leis­tungs­er­brin­ger ge­ben dem Bun­des­amt für Sta­tis­tik (BFS) fol­gen­de Da­ten nach Ar­ti­kel 59a Ab­satz 1 KVG, so­weit die­se für die Kon­trol­le der Wirt­schaft­lich­keit und der Qua­li­tät ih­rer Leis­tun­gen nach dem KVG er­for­der­lich sind, be­kannt:

a.
Be­triebs­da­ten (Art. 59a Abs. 1 Bst. a KVG), na­ment­lich:
1.
Be­triebs­typ und Leis­tungs­an­ge­bot,
2.
Stand­orte,
3.
me­di­zi­nisch-tech­ni­sche In­fra­struk­tur,
4.
Rechts­form und Art des öf­fent­li­chen Bei­trags;
b.
Per­so­nal­da­ten (Art. 59a Abs. 1 Bst. b KVG), na­ment­lich:
1.
Per­so­nal­be­stand,
2.
Aus- und Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bot,
3.
An­ga­ben zu Be­schäf­ti­gungs­vo­lu­men und Funk­ti­on so­wie so­zio­demo­gra­fi­sche Merk­ma­le,
4.
An­ga­ben zum Per­so­nal in Aus- und Wei­ter­bil­dung;
c.
Pa­ti­en­ten­da­ten (Art. 59a Abs. 1 Bst. c KVG), na­ment­lich:
1.
am­bu­lan­ter Pa­ti­en­ten­kon­takt, Ein- und Aus­trit­te, Pfle­ge­ta­ge und Bet­ten­be­le­gung,
2.
Dia­gno­sen, Mor­bi­di­täts­grad, Art des Ein- und Aus­tritts, Pfle­ge­be­darf und so­zio­demo­gra­fi­sche Merk­ma­le;
d.
Leis­tungs­da­ten (Art. 59a Abs. 1 Bst. d KVG), na­ment­lich:
1.
Leis­tungs­typ, Un­ter­su­chun­gen und Be­hand­lun­gen,
2.
Leis­tungs­vo­lu­men;
e.
Kos­ten­da­ten für sta­tio­näre Leis­tun­gen (Art. 59a Abs. 1 Bst. d KVG), na­ment­lich Ge­ste­hungs­kos­ten und Er­lö­se pro Fall;
f.
Fi­nanz­da­ten (Art. 59a Abs. 1 Bst. e KVG), na­ment­lich:
1.
Be­trieb­s­auf­wand aus Fi­nanz-, Lohn- und An­la­ge­buch­hal­tung,
2.
Be­triebser­trag aus Fi­nanz­buch­hal­tung,
3.
Be­triebs­er­geb­nis aus Fi­nanz­buch­hal­tung;
g.
me­di­zi­ni­sche Qua­li­täts­in­di­ka­to­ren (Art. 59a Abs. 1 Bst. f KVG), na­ment­lich An­ga­ben, de­ren Ana­ly­se Rück­schlüs­se er­lau­ben, in­wie­weit me­di­zi­ni­sche Leis­tun­gen wirk­sam, ef­fi­zi­ent, an­ge­mes­sen, si­cher, pa­ti­en­ten­zen­triert, recht­zei­tig und chan­cen­gleich er­bracht wer­den.

105 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2689).

Art. 30a Erhebung und Bearbeitung der Daten der Leistungserbringer 106  

1 Die Leis­tungs­er­brin­ger ha­ben die Da­ten ge­mä­ss den ent­spre­chen­den Va­ria­blen nach dem An­hang der Sta­tis­ti­ker­he­bungs­ver­ord­nung vom 30. Ju­ni 1993107 kor­rekt, voll­stän­dig, frist­ge­recht, auf ei­ge­ne Kos­ten und un­ter Wah­rung der An­ony­mi­tät der Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten zu lie­fern.

2 Sie müs­sen dem BFS die Da­ten in ver­schlüs­sel­ter Form elek­tro­nisch über­mit­teln.

3 Die Leis­tungs­er­brin­ger und das BFS kön­nen die Da­ten ei­ner for­mel­len Vor­kon­trol­le un­ter­zie­hen, na­ment­lich be­züg­lich Les­bar­keit, Voll­stän­dig­keit und Plau­si­bi­li­tät.

4 Stellt das BFS Män­gel in der Da­ten­lie­fe­rung fest, so setzt es dem Leis­tungs­er­brin­ger ei­ne Nach­frist zur Lie­fe­rung kor­rek­ter und voll­stän­di­ger Da­ten. Nach Ab­lauf der Frist be­rei­tet das BFS die Da­ten oh­ne wei­te­re Über­prü­fung und mit ei­nem ent­spre­chen­den Ver­merk für die Wei­ter­ga­be an die Da­ten­emp­fän­ger nach Ar­ti­kel 30b vor.

5 Es be­stimmt die Pe­ri­odi­zi­tä­ten und die Fris­ten der Da­ten­wei­ter­ga­be im Ein­ver­neh­men mit dem BAG.

6 Es kann die er­ho­be­nen Da­ten im Rah­men der Ge­setz­ge­bung über die Bun­dess­ta­tis­tik zu sta­tis­ti­schen Zwe­cken in an­ony­mi­sier­ter oder pseud­ony­mi­sier­ter Form wei­ter­ver­wen­den.

7 Es kann zur Ge­win­nung von Qua­li­täts­in­di­ka­to­ren Da­ten nach Ar­ti­kel 30 mit an­de­ren Da­ten­quel­len ver­knüp­fen. Die Ar­ti­kel 13h–13n der Sta­tis­ti­ker­he­bungs­ver­ord­nung vom 30. Ju­ni 1993108 mit Aus­nah­me der Be­stim­mun­gen über die Ver­knüp­fung von Da­ten im Auf­trag Drit­ter sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

106 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2689).

107 SR 431.012.1

108 SR 431.012.1

Art. 30b Weitergabe der Daten der Leistungserbringer 109  

1 Das BFS gibt fol­gen­den Da­ten­emp­fän­gern fol­gen­de Da­ten wei­ter:

a.110
dem BAG: die Da­ten nach Ar­ti­kel 30, so­fern die­se zur Be­ur­tei­lung der Ta­ri­fe (Art. 43, 46 Abs. 4 und 47 KVG), für die Be­triebs­ver­glei­che zwi­schen Spi­tä­lern (Art. 49 Abs. 8 KVG), zur Kon­trol­le der Wirt­schaft­lich­keit und Qua­li­tät der Leis­tun­gen (Art. 32, 58, 58h und 59 KVG) und für die Ver­öf­fent­li­chung der Da­ten (Art. 59a Abs. 3 KVG) er­for­der­lich sind;
abis.111
der Eid­ge­nös­si­schen Qua­li­täts­kom­mis­si­on: die zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 58c KVG er­for­der­li­chen Da­ten;
b.
den zu­stän­di­gen Be­hör­den der Kan­to­ne:
1.
die Da­ten nach Ar­ti­kel 30, so­fern die­se für die Pla­nung der Spi­tä­ler, Ge­burts­häu­ser und Pfle­ge­hei­me (Art. 39 KVG) er­for­der­lich sind,
2.
die Da­ten nach Ar­ti­kel 30 Buch­sta­ben a, d und e, so­fern die­se für die Be­ur­tei­lung der Ta­ri­fe (Art. 43, 46 Abs. 4 und 47 KVG) er­for­der­lich sind;
c.
den Ver­si­che­rern: die Da­ten nach Ar­ti­kel 30 Buch­sta­ben a, c, d und e, so­fern die­se für den Voll­zug der Be­stim­mun­gen zur Kon­trol­le der Wirt­schaft­lich­keit der Leis­tun­gen, die von der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung über­nom­men wer­den, er­for­der­lich sind;
d.
dem Preis­über­wa­cher: die Da­ten nach Ar­ti­kel 30, so­fern die­se zur Prü­fung von Prei­sen und Ta­ri­fen im Ge­sund­heits­we­sen im Rah­men von Ar­ti­kel 14 des Preis­über­wa­chungs­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 1985112 er­for­der­lich sind.

2 Es stellt die An­ony­mi­tät des Per­so­nals nach Ar­ti­kel 30 Buch­sta­be b und der Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten nach Ar­ti­kel 30 Buch­sta­be c bei der Wei­ter­ga­be der per­so­nen­be­zo­ge­nen Da­ten si­cher.

3 Die Da­ten nach Ar­ti­kel 30 wer­den grund­sätz­lich auf Be­trieb­sebe­ne ag­gre­giert wei­ter­ge­ge­ben. Da­ten nach Ar­ti­kel 30 Buch­sta­ben b–e und g wer­den fol­gen­den Emp­fän­gern als Ein­zel­da­ten wei­ter­ge­ge­ben:

a.
dem BAG;
b.
den zu­stän­di­gen Be­hör­den der Kan­to­ne für die Pla­nung der Spi­tä­ler, Ge­burts­häu­ser und Pfle­ge­hei­me.

109 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2689).

110 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, in Kraft seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

111 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, in Kraft seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

112 SR 942.20

Art. 30c Bearbeitungsreglement 113  

Das BFS er­stellt in Zu­sam­men­ar­beit mit dem BAG für die Er­he­bung, Be­ar­bei­tung und Wei­ter­ga­be von Da­ten nach Ar­ti­kel 59a KVG ein Be­ar­bei­tungs­re­gle­mentim Sin­ne von Ar­ti­kel 21 der Ver­ord­nung vom 14. Ju­ni 1993114 zum Bun­des­ge­setz über den Da­ten­schutz. Im Be­ar­bei­tungs­re­gle­ment wer­den nach An­hö­rung der be­trof­fe­nen Krei­se die Va­ria­blen im Sin­ne von Ar­ti­kel 30a Ab­satz 1, wel­che die Leis­tungs­er­brin­ger zu lie­fern ha­ben, fest­ge­hal­ten.

113 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2689).

114 SR 235.11

Art. 31 Veröffentlichung der Daten der Leistungserbringer 115  

1 Das BAG ver­öf­fent­licht die Er­geb­nis­se der vom BFS ge­stützt auf Ar­ti­kel 59a KVG und vom BAG nach Ar­ti­kel 51 des Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006116 er­ho­be­nen Da­ten so, dass na­ment­lich fol­gen­de An­ga­ben oder Kenn­zah­len der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung nach Leis­tungs­er­brin­ger oder nach Ka­te­go­ri­en von Leis­tungs­er­brin­gern er­sicht­lich sind:

a.
Leis­tungs­an­ge­bot der Leis­tungs­er­brin­ger;
b.
Di­plo­me und Wei­ter­bil­dungs­ti­tel der Leis­tungs­er­brin­ger;
c.
me­di­zi­ni­sche Qua­li­täts­in­di­ka­to­ren;
d.
Um­fang und Art der er­brach­ten Leis­tun­gen;
e.
Kos­ten­ent­wick­lung.

2 Das BAG ver­öf­fent­licht die Er­geb­nis­se der wei­ter­ge­be­nen Da­ten zu den Spi­tä­lern und an­de­ren Ein­rich­tun­gen nach Ar­ti­kel 39 KVG so­wie zu den Or­ga­ni­sa­tio­nen der Kran­ken­pfle­ge und Hil­fe zu Hau­se nach Ar­ti­kel 51 die­ser Ver­ord­nung auf Stu­fe der ein­zel­nen Ein­rich­tung mit de­ren Na­men und Stand­ort. Bei den üb­ri­gen Leis­tungs­er­brin­gern wer­den die Da­ten nach Grup­pen von Leis­tungs­er­brin­gern ver­öf­fent­licht. Per­so­nen­be­zo­ge­ne Da­ten der Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten und des Per­so­nals wer­den nicht ver­öf­fent­licht.

115 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2689).

116 SR 811.11

Art. 31a Sicherheit und Aufbewahrung der Daten 117  

So­weit die Auf­be­wah­rung, die Lö­schung und die Ver­nich­tung der Da­ten nicht an­der­wei­tig ge­re­gelt sind, müs­sen die Be­hör­den, an die Da­ten nach Ar­ti­kel 59a KVG wei­ter­ge­ben wur­den, fol­gen­de Grund­sät­ze ein­hal­ten:

a.
Sie müs­sen die Da­ten durch die er­for­der­li­chen or­ga­ni­sa­to­ri­schen und tech­ni­schen Mass­nah­men ge­gen un­be­fug­tes Be­ar­bei­ten schüt­zen.
b.
Sie müs­sen die Da­ten lö­schen, so­bald die­se zur Er­rei­chung des Zwecks, zu dem sie wei­ter­ge­ben wur­den, nicht mehr be­nö­tigt wer­den.
c.
Sie müs­sen die Da­ten spä­tes­tens fünf Jah­re nach de­ren Er­halt ver­nich­ten, so­fern die Da­ten nicht ar­chi­viert wer­den müs­sen.

117 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Ju­ni 2016, in Kraft seit 1. Aug. 2016 (AS 2016 2689).

Art. 32 Wirkungsanalyse  

1 Das BAG führt in Zu­sam­men­ar­beit mit den Ver­si­che­rern, Leis­tungs­er­brin­gern und Kan­to­nen so­wie Ver­tre­tern der Wis­sen­schaft wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chun­gen über die Durch­füh­rung und die Wir­kun­gen des Ge­set­zes durch.

2 Die­se Un­ter­su­chun­gen ha­ben den Ein­fluss des Ge­set­zes auf die Si­tua­ti­on und das Ver­hal­ten der Ver­si­cher­ten, der Leis­tungs­er­brin­ger und der Ver­si­che­rer zum Ge­gen­stand. Ins­be­son­de­re ist zu un­ter­su­chen, ob die Qua­li­tät und Wirt­schaft­lich­keit der Grund­ver­sor­gung ge­währ­leis­tet ist und die so­zi­al- und wett­be­werbs­po­li­ti­schen Ziel­set­zun­gen des Ge­set­zes er­reicht wer­den.

3 Das BAG kann für die Durch­füh­rung der Un­ter­su­chun­gen wis­sen­schaft­li­che In­s­ti­tu­te bei­zie­hen und Ex­per­ten­grup­pen ein­set­zen.

3. Titel: Leistungen

1. Kapitel: Bezeichnung der Leistungen

Art. 33 Allgemeine Leistungen  

Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern (EDI) be­zeich­net nach An­hö­ren der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on:118

a.
die von Ärz­ten und Ärz­tin­nen oder Chi­ro­prak­to­ren und Chi­ro­prak­to­rin­nen er­brach­ten Leis­tun­gen, de­ren Kos­ten nicht oder nur un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen von der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung über­nom­men wer­den;
b.119
die nicht von Ärz­ten und Ärz­tin­nen oder Chi­ro­prak­to­ren und Chi­ro­prak­to­rin­nen er­brach­ten Leis­tun­gen nach den Ar­ti­keln 25 Ab­satz 2 und 25a Ab­sät­ze 1 und 2 des Ge­set­zes;
c.
die neu­en oder um­strit­te­nen Leis­tun­gen, de­ren Wirk­sam­keit, Zweck­mäs­sig­keit oder Wirt­schaft­lich­keit sich in Ab­klä­rung be­fin­den; es be­stimmt die Vor­aus­set­zun­gen und den Um­fang der Kos­ten­über­nah­me durch die ob­li­ga­to­ri­sche Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung;
d.
die me­di­zi­ni­schen Prä­ven­ti­ons­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 26 des Ge­set­zes, die Leis­tun­gen bei Mut­ter­schaft nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a und c des Ge­set­zes und die zahn­ärzt­li­chen Be­hand­lun­gen nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 1 des Ge­set­zes;
e.
die von der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung zu über­neh­men­den Mit­tel und Ge­gen­stän­de nach Ar­ti­kel 52 Ab­satz 1 Buch­sta­be a Zif­fer 3 des Ge­set­zes; es setzt Höchst­be­trä­ge für ih­re Ver­gü­tung fest;
f.
den in Ar­ti­kel 25 Ab­satz 2 Buch­sta­be c des Ge­set­zes vor­ge­se­he­nen Bei­trag an die Kos­ten von Ba­de­ku­ren; die­ser Bei­trag dient der De­ckung von Kos­ten bei Ba­de­ku­ren, die nicht durch an­de­re Leis­tun­gen aus der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung ge­deckt sind; er kann wäh­rend höchs­tens 21 Ta­gen pro Ka­len­der­jahr aus­ge­rich­tet wer­den;
g.
den in Ar­ti­kel 25 Ab­satz 2 Buch­sta­be g des Ge­set­zes vor­ge­se­he­nen Bei­trag an die Trans­port- und Ret­tungs­kos­ten; die me­di­zi­nisch not­wen­di­gen Trans­por­te von ei­nem Spi­tal in ein an­de­res sind Teil der sta­tio­nären Be­hand­lung;
h.120
das Ver­fah­ren der Be­darfs­er­mitt­lung;
i.121
den in Ar­ti­kel 25a Ab­sät­ze 1 und 4 des Ge­set­zes vor­ge­se­he­nen und nach Pfle­ge­be­darf dif­fe­ren­zier­ten Bei­trag an die Pfle­ge­leis­tun­gen.

118 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 3 der Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ver­ord­nung vom 18. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5165).

119 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2009 35256847Ziff. II 2).

120 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2009 35256847Ziff. II 2).

121 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2009 35256847Ziff. II 2).

Art. 34 Analysen und Arzneimittel  

Die Lis­ten nach Ar­ti­kel 52 Ab­satz 1 Buch­sta­be a Zif­fern 1 (Ana­ly­sen­lis­te) und 2 (Arz­nei­mit­tel­lis­te) so­wie Buch­sta­be b (Spe­zia­li­tä­ten­lis­te) des Ge­set­zes wer­den nach An­hö­ren der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on er­stellt.

Art. 35 Therapeutische Massnahmen bei Geburtsgebrechen  

Die bis zum Er­rei­chen der ge­setz­lich vor­ge­schrie­be­nen Al­ters­gren­ze von der In­va­li­den­ver­si­che­rung für Ge­burts­ge­bre­chen er­brach­ten the­ra­peu­ti­schen Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 52 Ab­satz 2 des Ge­set­zes sind an­sch­lies­send von der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung zu über­neh­men.

Art. 35a Komplementärmedizin 122  

Bei der Be­ur­tei­lung der Wirk­sam­keit, Zweck­mäs­sig­keit und Wirt­schaft­lich­keit kom­ple­men­tär­me­di­zi­ni­scher Leis­tun­gen ste­hen ins­be­son­de­re fol­gen­de Kri­te­ri­en im Vor­der­grund:

a.
die An­wen­dungs- und For­schungs­tra­di­ti­on der Fach­rich­tung, in der die Leis­tun­gen er­bracht wer­den;
b.
das Ba­sie­ren der Leis­tun­gen auf wis­sen­schaft­li­cher Evi­denz und ärzt­li­cher Er­fah­rung;
c.
die Ver­mitt­lung der für das Er­brin­gen der Leis­tun­gen not­wen­di­gen Kennt­nis­se, Fer­tig­kei­ten und Fä­hig­kei­ten in ei­ner spe­zi­fi­schen er­gän­zen­den Wei­ter­bil­dung.

122 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 16. Ju­ni 2017, in Kraft seit 1. Aug. 2017 (AS 2017 3687).

2. Kapitel: Umfang der Kostenübernahme

Art. 36 Leistungen im Ausland  

1 Das EDI be­zeich­net nach An­hö­ren der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on die Leis­tun­gen nach den Ar­ti­keln 25 Ab­satz 2 und 29 des Ge­set­zes, de­ren Kos­ten von der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung im Aus­land über­nom­men wer­den, wenn sie in der Schweiz nicht er­bracht wer­den kön­nen.

2 Die ob­li­ga­to­ri­sche Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung über­nimmt die Kos­ten von Be­hand­lun­gen, die in Not­fäl­len im Aus­land er­bracht wer­den. Ein Not­fall liegt vor, wenn Ver­si­cher­te bei ei­nem vor­über­ge­hen­den Aus­lands­auf­ent­halt ei­ner me­di­zi­ni­schen Be­hand­lung be­dür­fen und ei­ne Rück­rei­se in die Schweiz nicht an­ge­mes­sen ist. Kein Not­fall be­steht, wenn sich Ver­si­cher­te zum Zwe­cke die­ser Be­hand­lung ins Aus­land be­ge­ben.

3 Die ob­li­ga­to­ri­sche Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung über­nimmt im Rah­men von Ar­ti­kel 29 des Ge­set­zes die Kos­ten ei­ner Ent­bin­dung, die im Aus­land statt­ge­fun­den hat, weil nur so das Kind die Staats­an­ge­hö­rig­keit der Mut­ter oder des Va­ters er­wer­ben konn­te oder weil das Kind, in der Schweiz ge­bo­ren, staa­ten­los wä­re.

4 Für Leis­tun­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2 und für die Be­hand­lung im Aus­land von Grenz­gän­gern und Grenz­gän­ge­rin­nen, ent­sand­ten Ar­beit­neh­mern und Ar­beit­neh­me­rin­nen und Per­so­nen im öf­fent­li­chen Dienst so­wie ih­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen (Art. 3–5) wird höchs­tens der dop­pel­te Be­trag der Kos­ten über­nom­men, die in der Schweiz ver­gü­tet wür­den, in den Fäl­len von Ab­satz 3 höchs­tens der ein­fa­che Be­trag. Für Ver­si­cher­te nach den Ar­ti­keln 4 und 5 rich­tet sich die Kos­ten­über­nah­me nach den Ta­ri­fen und Prei­sen an ih­rem letz­ten Wohn­ort in der Schweiz. So­fern die Be­hand­lung für Ver­si­cher­te nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 2 Buch­sta­ben d und e nicht nach den Re­geln über die in­ter­na­tio­na­le Leis­tungs­aus­hil­fe er­folgt, rich­tet sich die Kos­ten­über­nah­me nach den Ta­ri­fen und Prei­sen an ih­rem letz­ten Wohn- oder Ar­beit­s­ort in der Schweiz; lässt sich kei­ner die­ser Or­te er­mit­teln, so rich­tet sich die Kos­ten­über­nah­me nach den Ta­ri­fen und Prei­sen des Kan­tons, in dem der Ver­si­che­rer sei­nen Sitz hat.123

5 Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen über die in­ter­na­tio­na­le Leis­tungs­aus­hil­fe.124

123 Drit­ter Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001 (AS 2002 915). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Mai 2002, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1633).

124 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 3. Ju­li 2001, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 915).

Art. 36a Kostenübernahme bei grenzüberschreitender Zusammenarbeit 125  

1 Das BAG kann Pro­gram­me zur grenz­über­schrei­ten­den Zu­sam­men­ar­beit be­wil­li­gen, die ei­ne Kos­ten­über­nah­me durch Ver­si­che­rer für Leis­tun­gen vor­se­hen, die in Grenz­ge­bie­ten für in der Schweiz wohn­haf­te Ver­si­cher­te er­bracht wer­den.

2 Das Be­wil­li­gungs­ge­such muss von ei­nem oder meh­re­ren Grenz­kan­to­nen und von ei­nem oder meh­re­ren Ver­si­che­rern ge­mein­sam ein­ge­reicht wer­den. Es ist vier Mo­na­te vor dem vor­aus­sicht­li­chen Be­ginn der grenz­über­schrei­ten­den Zu­sam­men­ar­beit ein­zu­rei­chen.

3 Das Pro­gramm muss fol­gen­de An­for­de­run­gen er­fül­len:

a.
Es steht Ver­si­cher­ten of­fen, die bei ei­nem an der grenz­über­schrei­ten­den Zu­sam­men­ar­beit be­tei­lig­ten Ver­si­che­rer der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung ver­si­chert sind und ih­ren Wohn­ort in ei­nem an der grenz­über­schrei­ten­den Zu­sam­men­ar­beit be­tei­lig­ten Grenz­kan­ton ha­ben.
b.
Es sieht vor, dass die Ver­si­cher­ten nicht ver­pflich­tet wer­den kön­nen, sich im Aus­land be­han­deln zu las­sen.
c.
Es um­schreibt die im Aus­land er­brach­ten Leis­tun­gen, de­ren Kos­ten von der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung über­nom­men wer­den; die Leis­tun­gen müs­sen die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len.
d.
Es ent­hält ei­ne Lis­te der aus­län­di­schen Leis­tungs­er­brin­ger, die im Rah­men der grenz­über­schrei­ten­den Zu­sam­men­ar­beit Leis­tun­gen er­brin­gen dür­fen; die­se Leis­tungs­er­brin­ger müs­sen die ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen für Leis­tungs­er­brin­ger ent­spre­chend er­fül­len.
e.
Es sieht vor, dass die Ta­ri­fe und die Prei­se für die im Aus­land er­brach­ten Leis­tun­gen zwi­schen den Ver­si­che­rern und den aus­län­di­schen Leis­tungs­er­brin­gern ver­ein­bart wer­den; sie dür­fen nicht hö­her sein als in dem am Pro­gramm be­tei­lig­ten Grenz­kan­ton und müs­sen die An­for­de­run­gen der Ar­ti­kel 43, 49 und 52 KVG er­fül­len.
f.
Es sieht vor, dass sich die aus­län­di­schen Leis­tungs­er­brin­ger an die ver­ein­bar­ten Ta­ri­fe und Prei­se hal­ten müs­sen. Sie dür­fen für die Leis­tun­gen nach Buch­sta­be c kei­ne wei­ter­ge­hen­den Ver­gü­tun­gen be­rech­nen.

125 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006 (AS 20061717). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6723).

Art. 36b Kostenübernahme für im Ausland wohnhafte Versicherte 126  

1 Re­fe­renz­kan­ton nach Ar­ti­kel 41 Ab­satz 2ter KVG ist der Kan­ton Bern.

2 Bei Ver­si­cher­ten, die in ei­nem Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on, in Is­land oder in Nor­we­gen woh­nen und die ei­ne schwei­ze­ri­sche Ren­te be­zie­hen, so­wie bei de­ren Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen über­wei­sen die Ver­si­che­rer bei sta­tio­närer Be­hand­lung in der Schweiz dem Spi­tal ih­ren An­teil so­wie als Vor­leis­tung den ge­mä­ss Ar­ti­kel 49a Ab­satz 3bis ers­ter Satz KVG fest­ge­leg­ten kan­to­na­len An­teil. Für die Rück­er­stat­tung der Vor­leis­tung rei­chen die Ver­si­che­rer ih­re For­de­run­gen an die Kan­to­ne bei der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung ein.

126 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6723).

Art. 37 Kostenübernahme bei internationaler Leistungsaushilfe für im Ausland versicherte Personen 127  

Bei Per­so­nen, die in ei­nem Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on, in Is­land, in Liech­ten­stein oder in Nor­we­gen woh­nen und bei ei­nem Auf­ent­halt in der Schweiz auf­grund von Ar­ti­kel 95a KVG An­spruch auf in­ter­na­tio­na­le Leis­tungs­aus­hil­fe ha­ben, über­nimmt bei sta­tio­närer Be­hand­lung in ei­nem Lis­ten­spi­tal in der Schweiz der aus­län­di­sche Ver­si­che­rer die Ver­gü­tun­gen, die nach Ar­ti­kel 49 Ab­satz 1 KVG in Rech­nung ge­stellt wer­den.

127 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2017 6723).

3. Kapitel: Kommissionen128

128Eingefügt durch Ziff. I der V vom 25. Juni 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 1639).

Art. 37a Beratende Kommissionen 129  

Be­ra­ten­de Kom­mis­sio­nen nach Ar­ti­kel 33 Ab­satz 4 des Ge­set­zes sind:

a.
die Eid­ge­nös­si­sche Kom­mis­si­on für all­ge­mei­ne Leis­tun­gen und Grund­satz­fra­gen (Leis­tungs- und Grund­satz­kom­mis­si­on);
b.
die Eid­ge­nös­si­sche Kom­mis­si­on für Ana­ly­sen, Mit­tel und Ge­gen­stän­de (Ana­ly­sen-, Mit­tel- und Ge­gen­stän­de­kom­mis­si­on);
c.
die Eid­ge­nös­si­sche Arz­nei­mit­tel­kom­mis­si­on.

129 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20073573).

Art. 37b Allgemeine Bestimmungen 130  

1 Der Bun­des­rat wählt das Prä­si­di­um und die wei­te­ren Mit­glie­der der Kom­mis­sio­nen.

2 Die Kom­mis­sio­nen ge­ben sich je ei­ne Ge­schäfts­ord­nung. Die­se re­geln na­ment­lich fol­gen­de Punk­te:

a.
die Ar­beits­wei­se der Kom­mis­si­on und die Zu­sam­men­set­zung von Aus­schüs­sen;
b.
die Richt­li­ni­en und Ver­fah­ren zur Leis­tungs­be­zeich­nung;
c.
den Bei­zug von Ex­per­ten und Ex­per­tin­nen.

3 Der Bei­zug von Ex­per­ten und Ex­per­tin­nen ist bei der Be­ra­tung von Leis­tun­gen der nicht ver­tre­te­nen Krei­se ob­li­ga­to­risch.

4 Das EDI ge­neh­migt die Ge­schäfts­ord­nun­gen.

5 Es ge­neh­migt die Ein­set­zung von Aus­schüs­sen. Es wählt de­ren Prä­si­di­um und die wei­te­ren Mit­glie­der.

6 Das BAG führt das Se­kre­ta­ri­at der Kom­mis­sio­nen und sorgt für die Ko­or­di­na­ti­on der Ar­bei­ten. Es kann Drit­te mit der Füh­rung des Se­kre­ta­ria­tes be­auf­tra­gen.

130 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2.10der V vom 9. Nov. 2011 (Über­prü­fung der aus­ser­par­la­men­ta­ri­schen Kom­mis­sio­nen), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5227).

Art. 37c131  

131 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 27. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20073573).

Art. 37d Eidgenössische Kommission für allgemeine Leistungen und Grundsatzfragen 132  

1 Die Eid­ge­nös­si­sche Kom­mis­si­on für all­ge­mei­ne Leis­tun­gen und Grund­satz­fra­gen berät das EDI bei der Be­zeich­nung der Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 33, bei der Aus­ar­bei­tung der Be­stim­mun­gen nach den Ar­ti­keln 36 Ab­satz 1, 77k und 104a Ab­satz 4 so­wie bei der Be­ur­tei­lung von Grund­satz­fra­gen in der Kran­ken­ver­si­che­rung un­ter Be­rück­sich­ti­gung der ethi­schen Aspek­te bei der Leis­tungs­be­zeich­nung.133

2 Sie hat ins­be­son­de­re die fol­gen­den Auf­ga­ben:

a.
De­fi­ni­ti­on von Grund­sät­zen im Leis­tungs­be­reich so­wie Be­ra­tung und Vor­schlag von Ver­ord­nungs­be­stim­mun­gen zu Grund­sät­zen im Leis­tungs­be­reich;
b.
Fest­set­zung von Grund­sät­zen, da­mit der Da­ten­schutz und die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten bei der Leis­tungs­be­zeich­nung in der Kran­ken­ver­si­che­rung ge­wahrt wer­den;
c.
Aus­ar­bei­tung von Kri­te­ri­en für die Be­ur­tei­lung von Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 33 Ab­satz 3 des Ge­set­zes und Ar­ti­kel 70.

3 Sie be­steht aus 18 Mit­glie­dern. Da­von ver­tre­ten:

a.
vier Per­so­nen die Ärz­te­schaft, wo­bei ei­ne Per­son die Kom­ple­men­tär­me­di­zin ver­tritt;
b.
ei­ne Per­son die Spi­tä­ler;
c.
ei­ne Per­son die Apo­the­ker­schaft, wo­bei die­se Per­son gleich­zei­tig auch die Arz­nei­mit­tel­kom­mis­si­on ver­tritt;
d.
zwei Per­so­nen die Kran­ken­ver­si­che­rer;
e.
zwei Per­so­nen die Ver­trau­en­särz­te­schaft;
f.
zwei Per­so­nen die Ver­si­cher­ten;
g.
ei­ne Per­son die Kan­to­ne;
h.
ei­ne Per­son die Ana­ly­sen-, Mit­tel- und Ge­gen­stän­de­kom­mis­si­on;
i.
ei­ne Per­son die Do­zen­ten und Do­zen­tin­nen der La­bo­r­ana­ly­tik (wis­sen­schaft­li­cher Ex­per­te oder wis­sen­schaft­li­che Ex­per­tin);
j.
zwei Per­so­nen die me­di­zi­ni­sche Ethik;
k.
ei­ne Per­son die Me­di­zin­tech­ni­k­in­dus­trie.134

132 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20073573).

133 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, in Kraft seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

134 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2.10der V vom 9. Nov. 2011 (Über­prü­fung der aus­ser­par­la­men­ta­ri­schen Kom­mis­sio­nen), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5227).

Art. 37e Eidgenössische Arzneimittelkommission  

1 Die Eid­ge­nös­si­sche Arz­nei­mit­tel­kom­mis­si­on berät das BAG bei der Er­stel­lung der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te nach Ar­ti­kel 34. Sie berät das EDI, in ih­rem Be­reich, bei der Aus­ar­bei­tung der Be­stim­mun­gen nach den Ar­ti­keln 36 Ab­satz 1, 75, 77kund 104a Ab­satz 4. Sie berät das EDI zu­dem bei der Zu­ord­nung von Wirk­stof­fen und Arz­nei­mit­teln zu ei­ner phar­ma­zeu­ti­schen Kos­ten­grup­pe (PCG) der Lis­te nach Ar­ti­kel 4 der Ver­ord­nung vom 19. Ok­to­ber 2016135 über den Ri­si­ko­aus­gleich in der Kran­ken­ver­si­che­rung so­wie bei der Fest­le­gung der stan­dar­di­sier­ten Ta­ges­do­sen, wenn Arz­nei­mit­tel neu oder für ei­ne zu­sätz­li­che In­di­ka­ti­on in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te auf­ge­nom­men wer­den.136

2 Sie be­steht aus 16 Mit­glie­dern. Da­von ver­tre­ten:137

a.
ei­ne Per­son die Fa­kul­tä­ten der Me­di­zin und Phar­ma­zie (wis­sen­schaft­li­cher Ex­per­te oder wis­sen­schaft­li­che Ex­per­tin);
b.
drei Per­so­nen die Ärz­te­schaft, wo­bei ei­ne Per­son die Kom­ple­men­tär­me­di­zin ver­tritt;
c.
drei Per­so­nen die Apo­the­ker­schaft, wo­bei ei­ne Per­son die Kom­ple­men­tär­me­di­zin ver­tritt;
d.
ei­ne Per­son die Spi­tä­ler;
e.
zwei Per­so­nen die Kran­ken­ver­si­che­rer;
f.
zwei Per­so­nen die Ver­si­cher­ten;
g.
zwei Per­so­nen die Phar­ma­in­dus­trie;
h.
ei­ne Per­son das Schwei­ze­ri­sche Heil­mit­tel­in­sti­tut;
i.138
ei­ne Per­son die Kan­to­ne.139

135 SR 832.112.1

136 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, in Kraft seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

137 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 18. Jan. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2012 (AS 2012 459).

138 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 18. Jan. 2012, in Kraft seit 1. Fe­br. 2012 (AS 2012 459).

139 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2.10der V vom 9. Nov. 2011 (Über­prü­fung der aus­ser­par­la­men­ta­ri­schen Kom­mis­sio­nen), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5227).

Art. 37f Eidgenössische Kommission für Analysen, Mittel und Gegenstände 140  

1 Die Eid­ge­nös­si­sche Kom­mis­si­on für Ana­ly­sen, Mit­tel und Ge­gen­stän­de berät das EDI bei der Er­stel­lung der Ana­ly­sen­lis­te nach Ar­ti­kel 34, bei der Be­ur­tei­lung und Fest­set­zung der Ver­gü­tung von Mit­teln und Ge­gen­stän­den nach Ar­ti­kel 33 Buch­sta­be e so­wie bei der Aus­ar­bei­tung der Be­stim­mun­gen nach den Ar­ti­keln 36 Ab­satz 1, 75, 77k und 104a Ab­satz 4, die ih­ren Be­reich be­tref­fen.141

2 Sie be­steht aus 15 Mit­glie­dern. Da­von ver­tre­ten:

a.
zwei Per­so­nen die Do­zen­ten und Do­zen­tin­nen der La­bo­r­ana­ly­tik (wis­sen­schaft­li­che Ex­per­ten und Ex­per­tin­nen);
b.
ei­ne Per­so­nen die Ärz­te­schaft;
c.
ei­ne Per­son die Apo­the­ker­schaft;
d.
zwei Per­so­nen die La­bo­ra­to­ri­en;
e.
zwei Per­so­nen die Kran­ken­ver­si­che­rer;
f.
ei­ne Per­son die Ver­trau­en­särz­te­schaft;
g.
zwei Per­so­nen die Ver­si­cher­ten;
h.
ei­ne Per­son die Dia­gno­sti­ca- und Dia­gno­sti­ca-Ge­rä­te-In­dus­trie;
i.
ei­ne Per­son die Ab­ga­be­stel­len für Mit­tel und Ge­gen­stän­de;
j.
zwei Per­so­nen die Her­stel­ler und Ver­trei­ber von Mit­teln und Ge­gen­stän­den.142

140 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 20073573).

141 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, in Kraft seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

142 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2.10der V vom 9. Nov. 2011 (Über­prü­fung der aus­ser­par­la­men­ta­ri­schen Kom­mis­sio­nen), in Kraft seit 1. Jan. 2012 (AS 2011 5227).

Art. 37g143  

143 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 27. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 20073573).

4. Titel: Leistungserbringer

1. Kapitel: Zulassung

1. Abschnitt: Ärzte und Ärztinnen144

144 Fassung gemäss Art. 17 der V vom 27. Juni 2007 über Diplome, Ausbildung, Weiterbildung und Berufsausübung in den universitären Medizinalberufen, in Kraft seit 1. Sept. 2007 (AS 2007 4055).

Art. 38 Weiterbildung  

Ärz­tin­nen und Ärz­te ha­ben sich über einen Wei­ter­bil­dungs­ti­tel nach Ar­ti­kel 20 des Me­di­zi­nal­be­ru­fe­ge­set­zes vom 23. Ju­ni 2006145 (MedBG) aus­zu­wei­sen.

Art. 39 Gleichwertigkeit wissenschaftlicher Befähigungsausweise  

1 Ärz­tin­nen und Ärz­ten mit eid­ge­nös­si­schem Di­plom gleich­ge­stellt sind Ärz­tin­nen und Ärz­te, die über ein nach Ar­ti­kel 15 des MedBG146 an­er­kann­tes aus­län­di­sches Di­plom ver­fü­gen.

2 Ärz­tin­nen und Ärz­ten mit eid­ge­nös­si­schem Wei­ter­bil­dungs­ti­tel gleich­ge­stellt sind Ärz­tin­nen und Ärz­te, die über einen nach Ar­ti­kel 21 des MedBG an­er­kann­ten aus­län­di­schen Wei­ter­bil­dungs­ti­tel oder über ei­ne kan­to­na­le Be­wil­li­gung zur Be­rufs­aus­übung nach Ar­ti­kel 36 Ab­satz 3 MedBG ver­fü­gen.147

146 SR 811.11

147 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III der V vom 5. April 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 2705).

2. Abschnitt: Apotheker und Apothekerinnen148

148 Fassung gemäss Art. 17 der V vom 27. Juni 2007 über Diplome, Ausbildung, Weiterbildung und Berufsausübung in den universitären Medizinalberufen, in Kraft seit 1. Sept. 2007 (AS 2007 4055).

Art. 40 Weiterbildung 149  

Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker ha­ben sich über einen Wei­ter­bil­dungs­ti­tel nach Ar­ti­kel 20 MedBG150 aus­zu­wei­sen.

149 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III der V vom 5. April 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 2705).

150 SR811.11

Art. 41 Gleichwertigkeit wissenschaftlicher Befähigungsausweise 151  

1 Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­kern mit eid­ge­nös­si­schem Di­plom gleich­ge­stellt sind Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker, die über ein nach Ar­ti­kel 15 MedBG152 an­er­kann­tes aus­län­di­sches Di­plom ver­fü­gen.

2 Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­kern mit eid­ge­nös­si­schem Wei­ter­bil­dungs­ti­tel gleich­ge­stellt sind Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker, die über einen nach Ar­ti­kel 21 MedBG an­er­kann­ten aus­län­di­schen Wei­ter­bil­dungs­ti­tel oder über ei­ne kan­to­na­le Be­wil­li­gung zur Be­rufs­aus­übung nach Ar­ti­kel 36 Ab­satz 3 MedBG ver­fü­gen.

151 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III der V vom 5. April 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 2705).

152 SR 811.11

3. Abschnitt: Zahnärzte und Zahnärztinnen153

153 Fassung gemäss Art. 17 der V vom 27. Juni 2007 über Diplome, Ausbildung, Weiterbildung und Berufsausübung in den universitären Medizinalberufen, in Kraft seit 1. Sept. 2007 (AS 2007 4055).

Art. 42 Zulassung  

Zu­ge­las­sen sind Zahn­ärz­tin­nen und Zahn­ärz­te, die über ein eid­ge­nös­si­sches Di­plom ver­fü­gen und sich über ei­ne zwei­jäh­ri­ge prak­ti­sche Wei­ter­bil­dung in ei­ner zahn­ärzt­li­chen Pra­xis oder ei­nem zahn­ärzt­li­chen In­sti­tut aus­wei­sen.

Art. 43 Gleichwertigkeit wissenschaftlicher Befähigungsausweise 154  

Zahn­ärz­tin­nen und Zahn­ärz­ten mit eid­ge­nös­si­schem Di­plom gleich­ge­stellt sind Zahn­ärz­tin­nen und Zahn­ärz­te, die über ein nach Ar­ti­kel 15 MedBG155 an­er­kann­tes aus­län­di­sches Di­plom oder über ei­ne kan­to­na­le Be­wil­li­gung zur Be­rufs­aus­übung nach Ar­ti­kel 36 Ab­satz 3 MedBG ver­fü­gen.

154 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. III der V vom 5. April 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 2705).

155 SR 811.11

4. Abschnitt: Chiropraktoren und Chiropraktorinnen

Art. 44  

1 Chi­ro­prak­to­rin­nen und Chi­ro­prak­to­ren ha­ben nach­zu­wei­sen, dass:

a.
sie ei­ne Aus­bil­dung nach den Ar­ti­keln 14 und 33 des MedBG156 er­folg­reich ab­ge­schlos­sen ha­ben;
b.
sie ei­ne Wei­ter­bil­dung nach den Ar­ti­keln 17–19 des MedBG er­folg­reich ab­ge­schlos­sen ha­ben.157

2 ...158

3 Vor­be­hal­ten blei­ben die Be­stim­mun­gen über die An­wen­dung von io­ni­sie­ren­den Strah­len zu chi­ro­prak­ti­schen Zwe­cken, ins­be­son­de­re Ar­ti­kel 182 Ab­satz 1 Buch­sta­be d der Strah­len­schutz­ver­ord­nung vom 26. April 2017159 so­wie die ent­spre­chen­den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments für In­ne­res.160

156 SR 811.11

157 Fas­sung ge­mä­ss Art. 17 der V vom 27. Ju­ni 2007 über Di­plo­me, Aus­bil­dung, Wei­ter­bil­dung und Be­rufs­aus­übung in den uni­ver­si­tär­en Me­di­zi­nal­be­ru­fen, in Kraft seit 1. Sept. 2007 (AS 2007 4055).

158 Auf­ge­ho­ben durch Art. 17 der V vom 27. Ju­ni 2007 über Di­plo­me, Aus­bil­dung, Wei­ter­bil­dung und Be­rufs­aus­übung in den uni­ver­si­tär­en Me­di­zi­nal­be­ru­fen, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2007 (AS 2007 4055).

159 SR 814.501

160 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 11 Ziff. 7 der Strah­len­schutz­ver­ord­nung vom 26. April 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 4261).

5. Abschnitt: Hebammen

Art. 45 Zulassung 161  

1 Die Heb­am­men ha­ben nach­zu­wei­sen:

a.162
das Di­plom ei­ner Schu­le für Heb­am­men, das von ei­ner von den Kan­to­nen ge­mein­sam be­zeich­ne­ten Stel­le an­er­kannt oder als gleich­wer­tig an­er­kannt wor­den ist, oder ein nach dem Bun­des­ge­setz vom 13. De­zem­ber 2002163 über die Be­rufs­bil­dung an­er­kann­tes Di­plom;
b.164
ei­ne zwei­jäh­ri­ge prak­ti­sche Tä­tig­keit:
1.
bei ei­ner nach die­ser Ver­ord­nung zu­ge­las­se­nen Heb­am­me,
2.
in der ge­burts­hilf­li­chen Ab­tei­lung ei­nes Spi­tals,
3.
in ei­ner fach­ärzt­li­chen Pra­xis, oder
4.
in ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on der Heb­am­men un­ter Lei­tung ei­ner Heb­am­me;
c.
ei­ne Zu­las­sung nach kan­to­na­lem Recht.

2 ...165

161 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 20164927).

162 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ser Ver­ord­nung.

163 SR 412.10

164 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 20164927).

165 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075).

Art. 45a Organisationen der Hebammen 166  

Or­ga­ni­sa­tio­nen der Heb­am­men wer­den zu­ge­las­sen, wenn sie:

a.
nach der Ge­setz­ge­bung des Kan­tons, in dem sie tä­tig sind, zu­ge­las­sen sind;
b.
ih­ren ört­li­chen, zeit­li­chen, sach­li­chen und per­so­nel­len Tä­tig­keits­be­reich fest­ge­legt ha­ben;
c.
ih­re Leis­tun­gen durch Per­so­nen er­brin­gen, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 45 er­fül­len;
d.
über Ein­rich­tun­gen ver­fü­gen, die dem Tä­tig­keits­be­reich ent­spre­chen;
e.167
...

166 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 20164927).

167 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, mit Wir­kung seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

6. Abschnitt: Personen, die auf ärztliche Anordnung hin Leistungen erbringen, und Organisationen, die solche Personen beschäftigen

Art. 46 Im Allgemeinen  

1 Als Per­so­nen, die auf ärzt­li­che An­ord­nung hin Leis­tun­gen er­brin­gen, wer­den Per­so­nen zu­ge­las­sen, die einen der fol­gen­den Be­ru­fe selb­stän­dig und auf ei­ge­ne Rech­nung aus­üben:

a.
Phy­sio­the­ra­peut oder Phy­sio­the­ra­peu­tin;
b.
Er­go­the­ra­peut oder Er­go­the­ra­peu­tin;
c.168
Pfle­ge­fach­frau oder Pfle­ge­fach­mann;
d.
Lo­go­pä­de oder Lo­go­pä­din;
e.169
Er­näh­rungs­be­ra­ter oder Er­näh­rungs­be­ra­te­rin;
f.170
Neu­ro­psy­cho­lo­ge oder Neu­ro­psy­cho­lo­gin.

2 Die­se Per­so­nen müs­sen nach kan­to­na­lem Recht zu­ge­las­sen sein und die üb­ri­gen Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen er­fül­len, wel­che in die­ser Ver­ord­nung fest­ge­legt sind.

168 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075).

169Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 19963139).

170 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 20164927).

Art. 47 Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen  

1 Die Phy­sio­the­ra­peu­ten und Phy­sio­the­ra­peu­tin­nen ha­ben nach­zu­wei­sen:

a.171
das Di­plom ei­ner Schu­le für Phy­sio­the­ra­pie, das von ei­ner von den Kan­to­nen ge­mein­sam be­zeich­ne­ten Stel­le an­er­kannt oder als gleich­wer­tig an­er­kannt wor­den ist, oder ein nach dem Bun­des­ge­setz vom 13. De­zem­ber 2002172 über die Be­rufs­bil­dung an­er­kann­tes Di­plom;
b.173
ei­ne zwei­jäh­ri­ge prak­ti­sche Tä­tig­keit bei ei­nem Phy­sio­the­ra­peu­ten, ei­ner Phy­sio­the­ra­peu­tin oder in ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on der Phy­sio­the­ra­pie, die nach die­ser Ver­ord­nung zu­ge­las­sen sind, in ei­ner phy­si­ka­lisch-the­ra­peu­ti­schen Spe­zi­al­ab­tei­lung ei­nes Spi­tals oder in ei­ner fach­ärzt­li­chen Pra­xis un­ter der Lei­tung ei­nes Phy­sio­the­ra­peu­ten oder ei­ner Phy­sio­the­ra­peu­tin, wel­che die Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen die­ser Ver­ord­nung er­fül­len.

2 ...174

171 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ser Ver­ord­nung.

172 SR 412.10

173 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Aug. 2009 (AS 2009 3525).

174 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075).

Art. 48 Ergotherapeuten und Ergotherapeutinnen  

1 Die Er­go­the­ra­peu­ten und Er­go­the­ra­peu­tin­nen ha­ben nach­zu­wei­sen:

a.175
das Di­plom ei­ner Schu­le für Er­go­the­ra­pie, das von ei­ner von den Kan­to­nen ge­mein­sam be­zeich­ne­ten Stel­le an­er­kannt oder als gleich­wer­tig an­er­kannt wor­den ist, oder ein nach dem Bun­des­ge­setz vom 13. De­zem­ber 2002176 über die Be­rufs­bil­dung an­er­kann­tes Di­plom;
b.
ei­ne zwei­jäh­ri­ge prak­ti­sche Tä­tig­keit bei ei­nem Er­go­the­ra­peu­ten oder ei­ner Er­go­the­ra­peu­tin, die nach die­ser Ver­ord­nung zu­ge­las­sen sind, oder in ei­ner Arzt­pra­xis, ei­nem Spi­tal oder ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on der Er­go­the­ra­pie un­ter der Lei­tung ei­nes Er­go­the­ra­peu­ten oder ei­ner Er­go­the­ra­peu­tin, wel­che die Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen die­ser Ver­ord­nung er­fül­len.

2 ...177

175 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ser Ver­ord­nung.

176 SR 412.10

177 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075).

Art. 49 Pflegefachfrau und Pflegefachmann 178  

Die Pfle­ge­fach­frau­en und Pfle­ge­fach­män­ner ha­ben nach­zu­wei­sen:

a.
das Di­plom ei­ner Schu­le für Ge­sund­heits- und Kran­ken­pfle­ge, das von ei­ner von den Kan­to­nen ge­mein­sam be­zeich­ne­ten Stel­le an­er­kannt oder als gleich­wer­tig an­er­kannt wor­den ist, oder ein nach dem Bun­des­ge­setz vom 13. De­zem­ber 2002179 über die Be­rufs­bil­dung an­er­kann­tes Di­plom;
b.
ei­ne zwei­jäh­ri­ge prak­ti­sche Tä­tig­keit bei ei­ner Pfle­ge­fach­frau oder ei­nem Pfle­ge­fach­mann, die oder der nach die­ser Ver­ord­nung zu­ge­las­sen ist, oder in ei­nem Spi­tal oder ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on der Kran­ken­pfle­ge und Hil­fe zu Hau­se un­ter der Lei­tung ei­ner Pfle­ge­fach­frau oder ei­nes Pfle­ge­fach­manns, die oder der die Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen die­ser Ver­ord­nung er­füllt.

178 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ser Ver­ord­nung.

179 SR 412.10

Art. 50 Logopäden und Logopädinnen  

Die Lo­go­pä­den und Lo­go­pä­din­nen ha­ben nach­zu­wei­sen:

a.
ei­ne vom Kan­ton an­er­kann­te drei­jäh­ri­ge theo­re­ti­sche und prak­ti­sche Fach­aus­bil­dung mit er­folg­reich ab­ge­leg­ter Prü­fung in fol­gen­den Fä­chern:
1.
Lin­guis­tik (Lin­guis­tik, Pho­ne­tik, Psy­cho­lin­guis­tik),
2.
Lo­go­pä­die (Lo­go­pä­di­sche Me­tho­den­leh­re [Be­ra­tung, Ab­klä­rung, Be­hand­lung], Sprach­be­hin­der­ten­päd­ago­gik, Sprach­be­hin­der­ten­psy­cho­lo­gie, Sprach­pa­tho­lo­gie),
3.
Me­di­zin (Neu­ro­lo­gie, Otor­hi­no­la­ryn­go­lo­gie, Pho­nia­trie, Psych­ia­trie, Sto­ma­to­lo­gie),
4.
Päd­ago­gik (Päd­ago­gik, Son­der­päd­ago­gik/Heil­päd­ago­gik),
5.
Psy­cho­lo­gie (Ent­wick­lungs­psy­cho­lo­gie, kli­ni­sche Psy­cho­lo­gie, pä­da­go­gi­sche Psy­cho­lo­gie ein­sch­liess­lich Lern­psy­cho­lo­gie, So­zi­al­psy­cho­lo­gie),
6.
Recht (So­zi­al­ge­setz­ge­bung);
b.180
ei­ne zwei­jäh­ri­ge prak­ti­sche Tä­tig­keit in kli­ni­scher Lo­go­pä­die mit über­wie­gen­der Er­fah­rung im Er­wach­se­nen­be­reich; da­von:
1.
muss min­des­tens ein Jahr in ei­nem Spi­tal un­ter fach­ärzt­li­cher Lei­tung (Oto-Rhi­no-La­ryn­go­lo­gie, Psych­ia­trie, Kin­derpsych­ia­trie, Pho­nia­trie oder Neu­ro­lo­gie) und in Be­glei­tung ei­nes Lo­go­pä­den oder ei­ner Lo­go­pä­din, wel­cher oder wel­che die Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen die­ser Ver­ord­nung er­füllt, ab­sol­viert wer­den,
2.
kann ein Jahr un­ter ent­spre­chen­der fach­ärzt­li­cher Lei­tung und in Be­glei­tung ei­nes Lo­go­pä­den oder ei­ner Lo­go­pä­din, wel­cher oder wel­che die Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen die­ser Ver­ord­nung er­füllt, in ei­ner Fach­arzt­pra­xis oder in ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on der Lo­go­pä­die, die nach die­ser Ver­ord­nung zu­ge­las­sen ist, ab­sol­viert wer­den.

180 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 20164927).

Art. 50a Ernährungsberater und Ernährungsberaterinnen 181  

1 Die Er­näh­rungs­be­ra­ter und Er­näh­rungs­be­ra­te­rin­nen ha­ben nach­zu­wei­sen:

a.182
das Di­plom ei­ner Schu­le für Er­näh­rungs­be­ra­tung, das von ei­ner von den Kan­to­nen ge­mein­sam be­zeich­ne­ten Stel­le an­er­kannt oder als gleich­wer­tig an­er­kannt wor­den ist, oder ein nach dem Bun­des­ge­setz vom 13. De­zem­ber 2002183 über die Be­rufs­bil­dung an­er­kann­tes Di­plom;
b.184
ei­ne zwei­jäh­ri­ge prak­ti­sche Tä­tig­keit bei ei­nem Er­näh­rungs­be­ra­ter oder ei­ner Er­näh­rungs­be­ra­te­rin, der oder die nach die­ser Ver­ord­nung zu­ge­las­sen ist, in ei­ner Or­ga­ni­sa­ti­on der Er­näh­rungs­be­ra­tung, die nach die­ser Ver­ord­nung zu­ge­las­sen ist, oder in ei­nem Spi­tal, ei­ner Arzt­pra­xis oder ei­ner an­de­ren pri­va­ten oder öf­fent­li­chen Or­ga­ni­sa­ti­on un­ter der Lei­tung ei­nes Er­näh­rungs­be­ra­ters oder ei­ner Er­näh­rungs­be­ra­te­rin, wel­che die Zu­las­sungs­vor­aus­set­zun­gen die­ser Ver­ord­nung er­fül­len.

2 ...185

181Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 19963139).

182 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ser Ver­ord­nung.

183 SR 412.10

184 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­li 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 4089).

185 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 3. Dez. 2004, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2005 (AS 2004 5075).

Art. 50b Neuropsychologen und Neuropsychologinnen 186  

Die Neu­ro­psy­cho­lo­gen und Neu­ro­psy­cho­lo­gin­nen ha­ben nach­zu­wei­sen:

a.
einen an­er­kann­ten Ab­schluss in Psy­cho­lo­gie und einen eid­ge­nös­si­schen oder als gleich­wer­tig an­er­kann­ten Wei­ter­bil­dungs­ti­tel in Neu­ro­psy­cho­lo­gie nach dem Psy­cho­lo­gie­be­ru­fe­ge­setz vom 18. März 2011187 (PsyG); oder
b.
einen an­er­kann­ten Ab­schluss in Psy­cho­lo­gie nach dem PsyG und einen Fach­ti­tel Neu­ro­psy­cho­lo­gie der Fö­de­ra­ti­on der Schwei­zer Psy­cho­lo­gin­nen und Psy­cho­lo­gen.

186 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Ju­li 2017 (AS 20164927).

187 SR 935.81

Art. 51 Organisationen der Krankenpflege und Hilfe zu Hause  

Or­ga­ni­sa­tio­nen der Kran­ken­pfle­ge und Hil­fe zu Hau­se wer­den zu­ge­las­sen, wenn sie:

a.
nach der Ge­setz­ge­bung des Kan­tons, in dem sie tä­tig sind, zu­ge­las­sen sind;
b.188
ih­ren ört­li­chen, zeit­li­chen, sach­li­chen und per­so­nel­len Tä­tig­keits­be­reich fest­ge­legt ha­ben;
c.189
über das er­for­der­li­che Fach­per­so­nal ver­fü­gen, das ei­ne dem Tä­tig­keits­be­reich ent­spre­chen­de Aus­bil­dung hat;
d.190
über Ein­rich­tun­gen ver­fü­gen, die dem Tä­tig­keits­be­reich ent­spre­chen;
e.191
...

188 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Sept. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2272).

189 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Sept. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2272).

190 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Sept. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2272).

191 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, mit Wir­kung seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

Art. 52 Organisationen der Ergotherapie  

Or­ga­ni­sa­tio­nen der Er­go­the­ra­pie wer­den zu­ge­las­sen, wenn sie:

a.
nach der Ge­setz­ge­bung des Kan­tons, in dem sie tä­tig sind, zu­ge­las­sen sind;
b.192
ih­ren ört­li­chen, zeit­li­chen, sach­li­chen und per­so­nel­len Tä­tig­keits­be­reich fest­ge­legt ha­ben;
c.193
über das er­for­der­li­che Fach­per­so­nal ver­fü­gen, das ei­ne dem Tä­tig­keits­be­reich ent­spre­chen­de Aus­bil­dung hat;
d.194
über Ein­rich­tun­gen ver­fü­gen, die dem Tä­tig­keits­be­reich ent­spre­chen;
e.195
...

192 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Sept. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2272).

193 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Sept. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2272).

194 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 17. Sept. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2272).

195 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, mit Wir­kung seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

Art. 52a Organisationen der Physiotherapie 196  

Or­ga­ni­sa­tio­nen der Phy­sio­the­ra­pie wer­den zu­ge­las­sen, wenn sie:

a.
nach der Ge­setz­ge­bung des Kan­tons, in dem sie tä­tig sind, zu­ge­las­sen sind;
b.
ih­ren ört­li­chen, zeit­li­chen, sach­li­chen und per­so­nel­len Tä­tig­keits­be­reich fest­ge­legt ha­ben;
c.
ih­re Leis­tun­gen durch Per­so­nen er­brin­gen, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 47 er­fül­len;
d.
über Ein­rich­tun­gen ver­fü­gen, die dem Tä­tig­keits­be­reich ent­spre­chen;
e.197
...

196 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Ju­ni 2009, in Kraft seit 1. Aug. 2009 (AS 2009 3525).

197 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, mit Wir­kung seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

Art. 52b Organisationen der Ernährungsberatung 198  

Or­ga­ni­sa­tio­nen der Er­näh­rungs­be­ra­tung wer­den zu­ge­las­sen, wenn sie:

a.
nach der Ge­setz­ge­bung des Kan­tons, in dem sie tä­tig sind, zu­ge­las­sen sind;
b.
ih­ren ört­li­chen, zeit­li­chen, sach­li­chen und per­so­nel­len Tä­tig­keits­be­reich fest­ge­legt ha­ben;
c.
ih­re Leis­tun­gen durch Per­so­nen er­brin­gen, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 50a er­fül­len;
d.
über Ein­rich­tun­gen ver­fü­gen, die dem Tä­tig­keits­be­reich ent­spre­chen;
e.199
...

198 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­li 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 4089).

199 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, mit Wir­kung seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

Art. 52c Organisationen der Logopädie 200  

Or­ga­ni­sa­tio­nen der Lo­go­pä­die wer­den zu­ge­las­sen, wenn sie:

a.
nach der Ge­setz­ge­bung des Kan­tons, in dem sie tä­tig sind, zu­ge­las­sen sind;
b.
ih­ren ört­li­chen, zeit­li­chen, sach­li­chen und per­so­nel­len Tä­tig­keits­be­reich fest­ge­legt ha­ben;
c.
ih­re Leis­tun­gen durch Per­so­nen er­brin­gen, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 50 er­fül­len;
d.
über Ein­rich­tun­gen ver­fü­gen, die dem Tä­tig­keits­be­reich ent­spre­chen;
e.201
...

200 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 20164927).

201 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, mit Wir­kung seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

7. Abschnitt: Laboratorien

Art. 53 Grundsatz  

Als La­bo­ra­to­ri­en wer­den Ein­rich­tun­gen zu­ge­las­sen, die:

a.
me­di­zi­ni­sche Ana­ly­sen durch­füh­ren;
b.
nach kan­to­na­lem Recht zu­ge­las­sen sind;
c.202
...
d.
den üb­ri­gen von der Ge­setz­ge­bung des Bun­des oder des Kan­tons fest­ge­setz­ten An­for­de­run­gen an La­bo­ra­to­ri­en ent­spre­chen;
e.203
über ei­ne ent­spre­chen­de Be­wil­li­gung des Schwei­ze­ri­schen Heil­mit­tel­in­sti­tuts Swiss­me­dic (In­sti­tut) ver­fü­gen, wenn sie Un­ter­su­chun­gen zur Er­ken­nung über­trag­ba­rer Krank­hei­ten durch­füh­ren;
ebis.204 über ei­ne ent­spre­chen­de Be­wil­li­gung des BAG ver­fü­gen, wenn sie zy­to- oder mo­le­ku­lar­ge­ne­ti­sche Un­ter­su­chun­gen durch­füh­ren;
f.
über zweck­ent­spre­chen­de Ein­rich­tun­gen und das er­for­der­li­che Fach­per­so­nal ver­fü­gen;
g.
die Zu­las­sungs­be­din­gun­gen nach Ar­ti­kel 54 er­fül­len.

202 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Fe­br. 2021, mit Wir­kung seit 1. April 2021 (AS 2021 152).

203 Fas­sung ge­mä­ss Art. 27 Ziff. 1 der V vom 29. April 2015 über mi­kro­bio­lo­gi­sche La­bo­ra­to­ri­en, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 1497).

204 Ein­ge­fügt durch Art. 37 Ziff. 2 der V vom 14. Fe­br. 2007 über ge­ne­ti­sche Un­ter­su­chun­gen beim Men­schen, in Kraft seit 1. April 2007 (AS 2007 651).

Art. 54 Zulassungsbedingungen  

1 Als La­bo­ra­to­ri­um ist oh­ne wei­te­re Be­din­gun­gen zu­ge­las­sen:

a.
das Pra­xis­la­bo­ra­to­ri­um ei­nes Arz­tes oder ei­ner Ärz­tin, wenn:
1.
Ana­ly­sen im Rah­men der Grund­ver­sor­gung nach Ar­ti­kel 62 Ab­satz 1 Buch­sta­be a für den Ei­gen­be­darf des Arz­tes oder der Ärz­tin durch­ge­führt wer­den,
2.
das Er­geb­nis der Ana­ly­sen grund­sätz­lich im Ver­lauf der Kon­sul­ta­ti­on vor­liegt (Prä­senz­dia­gno­s­tik),
3.
das Pra­xis­la­bo­ra­to­ri­um räum­lich und recht­lich Teil der Pra­xis des be­han­deln­den Arz­tes oder der be­han­deln­den Ärz­tin ist,
4.205
die Ana­ly­sen im Pra­xis­la­bo­ra­to­ri­um oder, für se­pa­rat be­zeich­ne­te Ana­ly­sen nach Zif­fer 1, im Rah­men ei­nes Haus­be­su­ches durch­ge­führt wer­den;
b.
das Spi­talla­bo­ra­to­ri­um für Ana­ly­sen, die nach Ar­ti­kel 62 Ab­satz 1 Buch­sta­be a im Rah­men der Grund­ver­sor­gung für den Ei­gen­be­darf durch­ge­führt wer­den;
c.
die Of­fi­zin ei­nes Apo­the­kers oder ei­ner Apo­the­ke­rin so­wie das Spi­talla­bo­ra­to­ri­um für Ana­ly­sen nach Ar­ti­kel 62 Ab­satz 1 Buch­sta­be a im Rah­men der Grund­ver­sor­gung, die von ei­nem an­de­ren Leis­tungs­er­brin­ger an­ge­ord­net sind.206

2 Spi­talla­bo­ra­to­ri­en, die für den Ei­gen­be­darf des Spi­tals Ana­ly­sen durch­füh­ren, sind zu­ge­las­sen, wenn sie un­ter der Lei­tung ei­nes Arz­tes oder ei­ner Ärz­tin, ei­nes Apo­the­kers oder ei­ner Apo­the­ke­rin oder ei­nes Lei­ters oder ei­ner Lei­te­rin mit ei­ner vom EDI an­er­kann­ten Hoch­schul­aus­bil­dung na­tur­wis­sen­schaft­li­cher Rich­tung oder ei­ner vom EDI an­er­kann­ten, für die Durch­füh­rung der Ana­ly­sen ge­eig­ne­ten hö­he­ren Fach­aus­bil­dung ste­hen.

3 La­bo­ra­to­ri­en, die im Auf­tra­ge ei­nes an­de­ren zu­ge­las­se­nen Leis­tungs­er­brin­gers ne­ben den Ana­ly­sen der Grund­ver­sor­gung wei­te­re Ana­ly­sen durch­füh­ren, sind zu­ge­las­sen, wenn:

a.
sie un­ter der Lei­tung ei­nes Arz­tes oder ei­ner Ärz­tin, ei­nes Apo­the­kers oder ei­ner Apo­the­ke­rin oder ei­nes Lei­ters oder ei­ner Lei­te­rin mit ei­ner vom EDI an­er­kann­ten Hoch­schul­aus­bil­dung na­tur­wis­sen­schaft­li­cher Rich­tung ste­hen;
b.207
die lei­ten­de Per­son nach Buch­sta­be a über einen Wei­ter­bil­dungs­ti­tel in La­bor­me­di­zin ver­fügt, der durch den Schwei­ze­ri­schen Ver­band «Die me­di­zi­ni­schen La­bo­ra­to­ri­en der Schweiz» (FAMH) er­teilt wur­de oder als mit ei­nem sol­chen Wei­ter­bil­dungs­ti­tel gleich­wer­tig an­er­kannt wur­de.

4 Das EDI kann für die Vor­nah­me von be­stimm­ten Ana­ly­sen wei­ter­ge­hen­de An­for­de­run­gen an Ein­rich­tun­gen so­wie Qua­li­fi­ka­ti­on und Wei­ter­bil­dung von La­bor­lei­tung und La­bor­per­so­nal vor­se­hen. Es kann im Wei­te­ren für die Durch­füh­rung be­stimm­ter Ana­ly­sen ein­zel­ne Zen­tren be­stim­men und sie mit der Füh­rung von Eva­lua­ti­ons­re­gis­tern be­auf­tra­gen.

5 Das EDI kann Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu Ab­satz 1 Buch­sta­be a er­las­sen.208

205 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. Nov. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 4523).

206 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3249).

207 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 9. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 20164927).

208 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 3249).

Art. 54a Verfahren undGebühren 209  

1 Das BAG ent­schei­det über Ge­su­che um An­er­ken­nung der Gleich­wer­tig­keit von Wei­ter­bil­dungs­ti­teln in La­bor­me­di­zin nach Ar­ti­kel 54 Ab­satz 3 Buch­sta­be b.

2 Für den Ent­scheid nach Ab­satz 1 wird ei­ne Ge­bühr er­ho­ben. Sie wird nach Zeit­auf­wand be­mes­sen, darf aber 3000 Fran­ken nicht über­schrei­ten.

3 Sind aus­ser­or­dent­li­che Auf­wen­dun­gen nö­tig, na­ment­lich wenn das Ge­such als man­gel­haft oder un­voll­stän­dig be­ur­teilt und zur Ver­bes­se­rung zu­rück­ge­wie­sen wird, so kann die Ge­bühr den Höchst­be­trag nach Ab­satz 2 über­stei­gen; sie darf aber 5000 Fran­ken nicht über­schrei­ten.

4 Der Stun­den­an­satz be­trägt je nach er­for­der­li­cher Sach­kennt­nis und Funk­ti­ons­stu­fe des aus­füh­ren­den Per­so­nals 90–200 Fran­ken.

5 Es kann ein an­ge­mes­se­ner Kos­ten­vor­schuss in Rech­nung ge­stellt wer­den.

6 Im Üb­ri­gen gel­ten die Be­stim­mun­gen der All­ge­mei­nen Ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 8. Sep­tem­ber 2004210.

209 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 9. Dez. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 20164927). Sie­he auch die UeB am Schluss die­ses Tex­tes.

210 SR 172.041.1

8. Abschnitt: Abgabestellen für Mittel und Gegenstände

Art. 55  

Wer nach kan­to­na­lem Recht zu­ge­las­sen ist und mit ei­nem Kran­ken­ver­si­che­rer einen Ver­trag über die Ab­ga­be von der Un­ter­su­chung oder Be­hand­lung die­nen­den Mit­teln und Ge­gen­stän­den ab­sch­liesst, darf zu Las­ten die­ses Ver­si­che­rers tä­tig sein.

8a. Abschnitt: Geburtshäuser211

211 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 22. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5097).

Art. 55a  

Die Ge­burts­häu­ser sind zu­ge­las­sen, wenn sie:

a.
den An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 1 Buch­sta­ben b–e des Ge­set­zes ent­spre­chen;
b.
ih­ren sach­li­chen Tä­tig­keits­be­reich nach Ar­ti­kel 29 des Ge­set­zes fest­ge­legt ha­ben;
c.
ei­ne aus­rei­chen­de me­di­zi­ni­sche Be­treu­ung durch ei­ne Heb­am­me si­cher­stel­len;
d.
Vor­keh­run­gen zur Ein­lei­tung von Mass­nah­men im me­di­zi­ni­schen Not­fall ge­trof­fen ha­ben.

9. Abschnitt: Transport- und Rettungsunternehmen

Art. 56  

Wer nach kan­to­na­lem Recht zu­ge­las­sen ist und mit ei­nem Kran­ken­ver­si­che­rer einen Ver­trag über die Durch­füh­rung von Trans­por­ten und Ret­tun­gen ab­sch­liesst, darf zu Las­ten die­ses Ver­si­che­rers tä­tig sein.

10. Abschnitt: Heilbäder

Art. 57 Im Allgemeinen  

1 Heil­bä­der wer­den zu­ge­las­sen, wenn sie un­ter ärzt­li­cher Auf­sicht ste­hen, zu Heil­zwe­cken vor Ort be­ste­hen­de Heil­quel­len nut­zen, über das er­for­der­li­che Fach­per­so­nal so­wie die zweck­ent­spre­chen­den dia­gno­s­ti­schen und the­ra­peu­ti­schen Ein­rich­tun­gen ver­fü­gen und nach kan­to­na­lem Recht zu­ge­las­sen sind.

2 Das EDI kann vom Er­for­der­nis der vor Ort be­ste­hen­den Heil­quel­le Aus­nah­men be­wil­li­gen. Es be­rück­sich­tigt da­bei die bis­he­ri­ge Pra­xis der Kran­ken­ver­si­che­rer.

Art. 58 Heilquellen  

1 Als Heil­quel­len gel­ten Quel­len, de­ren Was­ser auf­grund be­son­de­rer che­mi­scher oder phy­si­ka­li­scher Ei­gen­schaf­ten und oh­ne je­de Ver­än­de­rung ih­rer na­tür­li­chen Zu­sam­men­set­zung ei­ne wis­sen­schaft­lich an­er­kann­te Heil­wir­kung aus­üben oder er­war­ten las­sen.

2 Die che­mi­schen oder phy­si­ka­li­schen Ei­gen­schaf­ten sind durch Heil­was­ser­ana­ly­sen gut­acht­lich nach­zu­wei­sen und al­le drei Jah­re durch ei­ne Kon­trol­l­ana­ly­se durch die zu­stän­di­ge kan­to­na­le In­stanz zu über­prü­fen.

11. Abschnitt: Planungskriterien212

212 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 22. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5097).

Art. 58a Grundsatz  

1 Die Pla­nung für ei­ne be­darfs­ge­rech­te Ver­sor­gung nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 1 Buch­sta­be d des Ge­set­zes um­fasst die Si­cher­stel­lung der sta­tio­nären Be­hand­lung im Spi­tal oder in ei­nem Ge­burts­haus so­wie der Be­hand­lung in ei­nem Pfle­ge­heim für die Ein­woh­ne­rin­nen und Ein­woh­ner der Kan­to­ne, die die Pla­nung er­stel­len.

2 Die Kan­to­ne über­prü­fen ih­re Pla­nung pe­ri­odisch.

Art. 58b Versorgungsplanung  

1 Die Kan­to­ne er­mit­teln den Be­darf in nach­voll­zieh­ba­ren Schrit­ten. Sie stüt­zen sich na­ment­lich auf sta­tis­tisch aus­ge­wie­se­ne Da­ten und Ver­glei­che.

2 Sie er­mit­teln das An­ge­bot, das in Ein­rich­tun­gen be­an­sprucht wird, die nicht auf der von ih­nen er­las­se­nen Lis­te auf­ge­führt sind.

3 Sie be­stim­men das An­ge­bot, das durch die Auf­füh­rung von in­ner- und aus­ser­kan­to­na­len Ein­rich­tun­gen auf der Lis­te nach Ar­ti­kel 58e zu si­chern ist, da­mit die Ver­sor­gung ge­währ­leis­tet ist. Die­ses An­ge­bot ent­spricht dem nach Ab­satz 1 er­mit­tel­ten Ver­sor­gungs­be­darf ab­züg­lich des nach Ab­satz 2 er­mit­tel­ten An­ge­bots.

4 Bei der Be­ur­tei­lung und Aus­wahl des auf der Lis­te zu si­chern­den An­ge­bo­tes be­rück­sich­ti­gen die Kan­to­ne ins­be­son­de­re:

a.
die Wirt­schaft­lich­keit und Qua­li­tät der Leis­tungs­er­brin­gung;
b.
den Zu­gang der Pa­ti­en­tin­nen und Pa­ti­en­ten zur Be­hand­lung in­nert nütz­li­cher Frist;
c.
die Be­reit­schaft und Fä­hig­keit der Ein­rich­tung zur Er­fül­lung des Leis­tungs­auf­tra­ges nach Ar­ti­kel 58e.

5 Bei der Prü­fung der Wirt­schaft­lich­keit und Qua­li­tät be­ach­ten die Kan­to­ne ins­be­son­de­re:

a.
die Ef­fi­zi­enz der Leis­tungs­er­brin­gung;
b.
den Nach­weis der not­wen­di­gen Qua­li­tät;
c.
im Spi­tal­be­reich die Min­dest­fall­zah­len und die Nut­zung von Syn­er­gi­en.
Art. 58c Art der Planung  

Die Pla­nung er­folgt:

a.
für die Ver­sor­gung der ver­si­cher­ten Per­so­nen in Spi­tä­lern zur Be­hand­lung von akut­so­ma­ti­schen Krank­hei­ten so­wie in Ge­burts­häu­sern leis­tungs­ori­en­tiert;
b.
für die Ver­sor­gung der ver­si­cher­ten Per­so­nen in Spi­tä­lern zur re­ha­bi­li­ta­ti­ven und zur psych­ia­tri­schen Be­hand­lung leis­tungs­ori­en­tiert oder ka­pa­zi­täts­be­zo­gen;
c.
für die Ver­sor­gung der ver­si­cher­ten Per­so­nen in Pfle­ge­hei­men ka­pa­zi­täts­be­zo­gen.
Art. 58d Interkantonale Koordination der Planungen  

Im Rah­men der Ver­pflich­tung zur in­ter­kan­to­na­len Ko­or­di­na­ti­on der Pla­nun­gen nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 2 des Ge­set­zes müs­sen die Kan­to­ne ins­be­son­de­re:

a.
die nö­ti­gen In­for­ma­tio­nen über die Pa­ti­en­ten­strö­me aus­wer­ten und die­se mit den be­trof­fe­nen Kan­to­nen aus­tau­schen;
b.
die Pla­nungs­mass­nah­men mit den da­von in ih­rer Ver­sor­gungs­si­tua­ti­on be­trof­fe­nen Kan­to­nen ko­or­di­nie­ren.
Art. 58e Listen und Leistungsaufträge  

1 Die Kan­to­ne füh­ren auf ih­rer Lis­te nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 1 Buch­sta­be e des Ge­set­zes die in­ner- und aus­ser­kan­to­na­len Ein­rich­tun­gen auf, die not­wen­dig sind, um das nach Ar­ti­kel 58b Ab­satz 3 be­stimm­te An­ge­bot si­cher­zu­stel­len.

2 Auf den Lis­ten wird für je­des Spi­tal das dem Leis­tungs­auf­trag ent­spre­chen­de Leis­tungs­spek­trum auf­ge­führt.

3 Die Kan­to­ne er­tei­len je­der Ein­rich­tung auf ih­rer Lis­te einen Leis­tungs­auf­trag nach Ar­ti­kel 39 Ab­satz 1 Buch­sta­be e des Ge­set­zes. Die­ser kann ins­be­son­de­re die Pflicht zum Not­fall­dienst bein­hal­ten.

2. Kapitel: Rechnungstellung

Art. 59 Rechnungsstellung im Allgemeinen 213  

1 Die Leis­tungs­er­brin­ger ha­ben in ih­ren Rech­nun­gen al­le ad­mi­nis­tra­ti­ven und me­di­zi­ni­schen An­ga­ben zu ma­chen, die für die Über­prü­fung der Be­rech­nung der Ver­gü­tung so­wie der Wirt­schaft­lich­keit der Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 42 Ab­sät­ze 3 und 3bis des Ge­set­zes not­wen­dig sind. Ins­be­son­de­re sind fol­gen­de An­ga­ben zu ma­chen:

a.
Ka­len­da­ri­um der Be­hand­lun­gen;
b.
er­brach­te Leis­tun­gen im De­tail­lie­rungs­grad, den der mass­ge­bli­che Ta­rif vor­sieht;
c.
Dia­gno­sen und Pro­ze­du­ren, die zur Be­rech­nung des an­wend­ba­ren Ta­rifs not­wen­dig sind;
d.
Kenn­num­mer der Ver­si­cher­ten­kar­te nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1 Buch­sta­be f der Ver­ord­nung vom 14. Fe­bru­ar 2007214 über die Ver­si­cher­ten­kar­te für die ob­li­ga­to­ri­sche Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung;
e.
Ver­si­cher­ten­num­mer nach dem Bun­des­ge­setz vom 20. De­zem­ber 1946215 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung.

2 Der Leis­tungs­er­brin­ger muss für die von der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung über­nom­me­nen Leis­tun­gen und die an­de­ren Leis­tun­gen zwei ge­trenn­te Rech­nun­gen er­stel­len.

3 Bei Ana­ly­sen er­folgt die Rech­nungs­stel­lung an den Schuld­ner der Ver­gü­tung aus­sch­liess­lich durch das La­bo­ra­to­ri­um, das die Ana­ly­se durch­ge­führt hat. Pau­schal­ta­ri­fe nach Ar­ti­kel 49 des Ge­set­zes blei­ben vor­be­hal­ten.

4 Ha­ben Ver­si­che­rer und Leis­tungs­er­brin­ger ver­ein­bart, dass der Ver­si­che­rer die Ver­gü­tung schul­det (Sys­tem des Tiers pa­yant), so hat der Leis­tungs­er­brin­ger der ver­si­cher­ten Per­son die Ko­pie der Rech­nung nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 3 des Ge­set­zes zu­kom­men zu las­sen. Er kann mit dem Ver­si­che­rer ver­ein­ba­ren, dass die­ser die Rech­nungs­ko­pie zu­stellt.

213 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­li 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 4089).

214 SR 832.105

215 SR831.10

Art. 59a Rechnungsstellung bei einem Vergütungsmodell vom Typus DRG 216  

1 Im Fal­le ei­nes Ver­gü­tungs­mo­dells vom Ty­pus DRG (Dia­gno­sis Re­la­ted Groups) muss der Leis­tungs­er­brin­ger die Da­ten­sät­ze mit den ad­mi­nis­tra­ti­ven und me­di­zi­ni­schen An­ga­ben nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 mit ei­ner ein­ma­li­gen Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer ver­se­hen. Das EDI legt die ge­samtschwei­ze­risch ein­heit­li­che Struk­tur der Da­ten­sät­ze fest.

2 Dia­gno­sen und Pro­ze­du­ren nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 Buch­sta­be c sind ent­spre­chend den Klas­si­fi­ka­tio­nen für die me­di­zi­ni­sche Sta­tis­tik der Kran­ken­häu­ser nach Zif­fer 62 des An­hangs der Ver­ord­nung vom 30. Ju­ni 1993217 über die Durch­füh­rung von sta­tis­ti­schen Er­he­bun­gen des Bun­des zu co­die­ren.

3 Der Leis­tungs­er­brin­ger lei­tet die Da­ten­sät­ze mit den ad­mi­nis­tra­ti­ven und den me­di­zi­ni­schen An­ga­ben nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 gleich­zei­tig mit der Rech­nung an die Da­te­n­an­nah­me­stel­le des Ver­si­che­rers wei­ter. Es muss si­cher­ge­stellt wer­den, dass aus­sch­liess­lich die­se Da­te­n­an­nah­me­stel­le Zu­gang zu den me­di­zi­ni­schen An­ga­ben er­hält.

4 Die Da­te­n­an­nah­me­stel­le be­stimmt, für wel­che Rech­nun­gen ei­ne wei­te­re Prü­fung be­nö­tigt wird, und lei­tet die da­zu not­wen­di­gen An­ga­ben an den Ver­si­che­rer wei­ter. Der Ver­si­che­rer darf der Da­te­n­an­nah­me­stel­le kei­ne Wei­sun­gen be­züg­lich der Da­ten­wei­ter­ga­be in Be­zug auf ein­zel­ne Rech­nun­gen er­tei­len.

5 Ver­langt der Ver­si­che­rer vom Leis­tungs­er­brin­ger im Lau­fe der Prü­fung zu­sätz­li­che Aus­künf­te me­di­zi­ni­scher Na­tur im Sin­ne von Ar­ti­kel 42 Ab­satz 4 des Ge­set­zes, so hat der Ver­si­che­rer die ver­si­cher­te Per­son über ih­re Wahl­mög­lich­keit nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 5 des Ge­set­zes zu in­for­mie­ren.

6 Je­der Ver­si­che­rer muss über ei­ne Da­te­n­an­nah­me­stel­le ver­fü­gen. Die­se muss nach Ar­ti­kel 11 des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 1992218 über den Da­ten­schutz zer­ti­fi­ziert sein.

7 Der Ver­si­che­rer in­for­miert den Be­auf­trag­ten nach Ar­ti­kel 26 des Bun­des­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 1992 über den Da­ten­schutz un­auf­ge­for­dert über die Zer­ti­fi­zie­rung oder Re­zer­ti­fi­zie­rung sei­ner Da­te­n­an­nah­me­stel­le. Der Be­auf­trag­te kann von der Da­ten­an­nah­me­stel­le oder von der Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le je­der­zeit die für die Zer­ti­fi­zie­rung oder Re­zer­ti­fi­zie­rung re­le­van­ten Do­ku­men­te ein­for­dern. Der Be­auf­trag­te ver­öf­fent­licht ei­ne Lis­te der zer­ti­fi­zier­ten Da­te­n­an­nah­me­stel­len.

216 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 17. Sept. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2272). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 4. Ju­li 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 4089). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

217 SR 431.012.1

218 SR 235.1

Art. 59abis Rechnungsstellung im ambulanten Bereich und im Bereich Rehabilitation 219  

Für den am­bu­lan­ten Be­reich und den Be­reich Re­ha­bi­li­ta­ti­on er­lässt das EDI aus­füh­ren­de Be­stim­mun­gen zur Er­he­bung, Be­ar­bei­tung und Wei­ter­ga­be der Dia­gno­sen und Pro­ze­du­ren un­ter Wah­rung des Ver­hält­nis­mäs­sig­keits­prin­zips. Dar­in legt es die für die Co­die­rung schweiz­weit an­wend­ba­ren Klas­si­fi­ka­tio­nen fest.

219 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­li 2012 (AS 2012 4089). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. Okt. 2017, in Kraft seit 1. Jan. 2018 (AS 2017 6339). Sie­he auch die UeB der Änd. 4.7.2012 am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 59ater Datensichernde Massnahmen und Aufbewahrung 220  

1 Für die Be­ar­bei­tung der me­di­zi­ni­schen An­ga­ben nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 tref­fen die Ver­si­che­rer die er­for­der­li­chen tech­ni­schen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen da­ten­si­chern­den Mass­nah­men, ins­be­son­de­re die­je­ni­gen nach den Ar­ti­keln 21 und 22 der Ver­ord­nung vom 14. Ju­ni 1993221 zum Bun­des­ge­setz über den Da­ten­schutz.

2 So­fern die me­di­zi­ni­schen An­ga­ben nach Ar­ti­kel 59 Ab­satz 1 nicht ver­schlüs­selt auf­be­wahrt wer­den, wer­den die Per­so­na­li­en der Ver­si­cher­ten zur Auf­be­wah­rung die­ser An­ga­ben pseud­ony­mi­siert. Die Auf­he­bung der Pseud­ony­mi­sie­rung oder Ver­schlüs­se­lung darf nur durch den Ver­trau­ens­arzt oder die Ver­trau­en­särz­tin er­fol­gen.

220 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 4. Ju­li 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 4089).

221 SR 235.11

3. Kapitel: Tarife und Preise 222

222 Ursprünglich vor Art. 59a. Fassung gemäss Ziff. I der V vom 17. Sept. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2272).

1. Abschnitt: Grundsätze 223

223 Ursprünglich vor Art. 59a. Eingefügt durch Ziff. I der V vom 17. Sept. 1997, in Kraft seit 1. Jan. 1998 (AS 1997 2272).

Art. 59b224  

224 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 8 der V vom 18. Aug. 2004 (AS 20044037). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. April 2015, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

Art. 59c Tarifgestaltung 225  

1 Die Ge­neh­mi­gungs­be­hör­de im Sin­ne von Ar­ti­kel 46 Ab­satz 4 des Ge­set­zes prüft, ob der Ta­rif­ver­trag na­ment­lich fol­gen­den Grund­sät­zen ent­spricht:

a.
Der Ta­rif darf höchs­tens die trans­pa­rent aus­ge­wie­se­nen Kos­ten der Leis­tung de­cken.
b.
Der Ta­rif darf höchs­tens die für ei­ne ef­fi­zi­en­te Leis­tungs­er­brin­gung er­for­der­li­chen Kos­ten de­cken.
c.
Ein Wech­sel des Ta­rif­mo­dells darf kei­ne Mehr­kos­ten ver­ur­sa­chen.

2 Die Ver­trags­par­tei­en müs­sen die Ta­ri­fe re­gel­mäs­sig über­prü­fen und an­pas­sen, wenn die Er­fül­lung der Grund­sät­ze nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b nicht mehr ge­währ­leis­tet ist. Die zu­stän­di­gen Be­hör­den sind über die Re­sul­ta­te der Über­prü­fun­gen zu in­for­mie­ren.

3 Die zu­stän­di­ge Be­hör­de wen­det die Ab­sät­ze 1 und 2 bei Ta­rif­fest­set­zun­gen nach den Ar­ti­keln 43 Ab­satz 5, 47 oder 48 des Ge­set­zes sinn­ge­mä­ss an.

225 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 27. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Aug. 2007 (AS 20073573).

Art. 59d Leistungsbezogene Pauschalen 226  

1 Die Ta­rif­part­ner müs­sen dem Bun­des­rat nach den Ar­ti­keln 46 Ab­satz 4 und 49 Ab­satz 2 des Ge­set­zes den Ta­rif­ver­trag zur Ge­neh­mi­gung un­ter­brei­ten. Der Ta­rif­ver­trag muss die ein­heit­li­che Ta­rif­struk­tur und die An­wen­dungs­mo­da­li­tä­ten des Ta­rifs bein­hal­ten. Zu­sam­men mit dem Ge­such um Ge­neh­mi­gung müs­sen na­ment­lich fol­gen­de Un­ter­la­gen ein­ge­reicht wer­den:

a.
die Be­rech­nungs­grund­la­gen und Be­rech­nungs­me­tho­de;
b.
die In­stru­men­te und Me­cha­nis­men zur Ge­währ­leis­tung der Qua­li­tät der Leis­tun­gen im Rah­men der Ta­rifan­wen­dung;
c.
die Schät­zun­gen über die Aus­wir­kun­gen der An­wen­dung des Ta­rifs auf das Leis­tungs­vo­lu­men und auf die Kos­ten für sämt­li­che nach Ar­ti­kel 49 Ab­satz 1 des Ge­set­zes ge­re­gel­ten Be­rei­che, ein­sch­liess­lich der vor- und nach­ge­la­ger­ten Be­rei­che.

2 Im Fal­le ei­nes auf ei­nem Pa­ti­en­ten-Klas­si­fi­ka­ti­ons­sys­tem vom Ty­pus DRG (Dia­gno­sis Re­la­ted Groups) ba­sie­ren­den leis­tungs­be­zo­ge­nen Ver­gü­tungs­mo­dells muss der Ta­rif­ver­trag zu­sätz­lich das Ko­die­rungs­hand­buch so­wie ein Kon­zept zur Ko­dier­re­vi­si­on ent­hal­ten. Dem Ge­such um Ge­neh­mi­gung bei­zu­le­gen sind er­gän­zen­de Un­ter­la­gen über die An­for­de­run­gen, die die Spi­tä­ler er­fül­len müs­sen, da­mit sie bei der Er­ar­bei­tung der Ta­rif­struk­tur ein­be­zo­gen wer­den kön­nen.

3 Die Ta­rif­part­ner müs­sen dem Bun­des­rat die An­pas­sun­gen des Ta­rif­ver­trags, na­ment­lich je­ne der Ta­rif­struk­tur oder der An­wen­dungs­mo­da­li­tä­ten, zur Ge­neh­mi­gung un­ter­brei­ten.

4 Der Be­zug zur Leis­tung, der nach Ar­ti­kel 49 Ab­satz 1 des Ge­set­zes her­zu­stel­len ist, muss ei­ne Dif­fe­ren­zie­rung des Ta­ri­fes nach Art und In­ten­si­tät der Leis­tung er­lau­ben.

226 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5097). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

Art. 59e Fallbeitrag 227  

1 Soll ein Fall­bei­trag nach Ar­ti­kel 49 Ab­satz 2 des Ge­set­zes er­ho­ben wer­den, so müs­sen die Ta­rif­part­ner dem Bun­des­rat den ent­spre­chen­den Be­trag zur Ge­neh­mi­gung un­ter­brei­ten. Dem Ge­such sind ein Tä­tig­keits­be­richt der Or­ga­ni­sa­ti­on und ein Bud­get bei­zu­le­gen, mit de­nen die Not­wen­dig­keit des be­an­trag­ten Be­trags be­grün­det wird.

2 Wird der Fall­bei­trag er­höht, so müs­sen die Ta­rif­part­ner dem Bun­des­rat den Fall­bei­trag er­neut zur Ge­neh­mi­gung un­ter­brei­ten.

3 Für die Auf­tei­lung der Fi­nan­zie­rung des Fall­bei­trags gilt Ar­ti­kel 49a Ab­sät­ze 1 und 2 des Ge­set­zes sinn­ge­mä­ss.

227 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 22. Okt. 2008, in Kraft seit 1. Jan. 2009 (AS 2008 5097). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ses Tex­tes.

2. Abschnitt: Analysenliste228

228 Ursprünglich 1. Abschn.

Art. 60 Veröffentlichung 229  

Die Ana­ly­sen­lis­te (Art. 52 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 KVG) wird in der Re­gel jähr­lich her­aus­ge­ge­ben. Ihr Ti­tel und die Fund­stel­le wer­den in der Amt­li­chen Samm­lung des Bun­des­rechts ver­öf­fent­licht.

229 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2002 (AS 2002 2129).

Art. 61 Aufnahme, Streichung  

1 Vor­schlä­ge um Auf­nah­me ei­ner Ana­ly­se in die Ana­ly­sen­lis­te kön­nen beim BAG ein­ge­reicht wer­den.

2 Das BAG prüft den Vor­schlag und un­ter­brei­tet ihn der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on. Bei der Prü­fung der Vor­schlä­ge kann es aus­sen­ste­hen­de Ex­per­ten oder Ex­per­tin­nen bei­zie­hen. Es ist be­fugt, von sich aus oder auf An­trag der zu­stän­di­gen Kom­mis­si­on die Auf­nah­me ei­ner Ana­ly­se von er­gän­zen­den Prü­fun­gen ab­hän­gig zu ma­chen.

3 Ei­ne in die Ana­ly­sen­lis­te auf­ge­nom­me­ne Ana­ly­se ist zu strei­chen, wenn sie die Auf­nah­me­be­din­gun­gen nicht mehr er­füllt.

Art. 62 Separate Bezeichnung bestimmter Analysen 230  

1 Das EDI be­zeich­net die­je­ni­gen Ana­ly­sen, die:

a.
im Rah­men der Grund­ver­sor­gung von La­bo­ra­to­ri­en nach Ar­ti­kel 54 Ab­satz 1 durch­ge­führt wer­den kön­nen;
b.
von Chi­ro­prak­to­ren und Chi­ro­prak­to­rin­nen ge­stützt auf Ar­ti­kel 25 Ab­satz 2 Buch­sta­be b des Ge­set­zes ver­an­lasst wer­den kön­nen;
c.
von Heb­am­men ge­stützt auf Ar­ti­kel 29 Ab­satz 2 Buch­sta­be a des Ge­set­zes ver­an­lasst wer­den kön­nen.

2 Das EDI be­zeich­net die im Pra­xis­la­bor des Arz­tes oder der Ärz­tin vor­ge­nom­me­nen Ana­ly­sen, für die der Ta­rif nach den Ar­ti­keln 46 und 48 des Ge­set­zes fest­ge­setzt wer­den kann.

230 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Fe­br. 2000, in Kraft seit 1. April 2000 (AS 2000 889).

3. Abschnitt: Arzneimittelliste mit Tarif231

231 Ursprünglich 2. Abschn.

Art. 63  

1 Die Arz­nei­mit­tel­lis­te mit Ta­rif (Art. 52 Abs. 1 Bst. a Ziff. 2 KVG) wird in der Re­gel jähr­lich her­aus­ge­ge­ben. Ihr Ti­tel und die Fund­stel­le wer­den in der Amt­li­chen Samm­lung des Bun­des­rechts ver­öf­fent­licht.

2 Für die Auf­nah­me ei­nes Arz­nei­mit­tels in die Arz­nei­mit­tel­lis­te mit Ta­rif fin­den die Be­stim­mun­gen über die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.

4. Abschnitt: Spezialitätenliste232

232 Ursprünglich 3. Abschn.

Art. 64233  

233 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. April 2015, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

Art. 64a Begriffe 234  

1 Als Ori­gi­nal­prä­pa­rat gilt ein vom Schwei­ze­ri­schen Heil­mit­tel­in­sti­tut Swiss­me­dic (In­sti­tut) als ers­tes mit ei­nem be­stimm­ten Wirk­stoff zu­ge­las­se­nes Arz­nei­mit­tel, ein­sch­liess­lich al­ler zum glei­chen Zeit­punkt oder spä­ter zu­ge­las­se­nen Dar­rei­chungs­for­men.

2 Als Ge­ne­ri­kum gilt ein vom In­sti­tut zu­ge­las­se­nes Arz­nei­mit­tel, das im we­sent­li­chen gleich ist wie ein Ori­gi­nal­prä­pa­rat und das mit die­sem auf­grund iden­ti­scher Wirk­stof­fe so­wie sei­ner Dar­rei­chungs­form und Do­sie­rung aus­tausch­bar ist.

3 Als Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel gilt ein vom In­sti­tut zu­ge­las­se­nes Arz­nei­mit­tel, das sich von ei­nem an­de­ren vom In­sti­tut zu­ge­las­se­nen Arz­nei­mit­tel (Ba­sisprä­pa­rat) mit Aus­nah­me der Be­zeich­nung und der Pa­ckung nicht un­ter­schei­det.

234 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006, in Kraft seit 10. Mai 2006 (AS 20061717).

Art. 65 Aufnahmebedingungen 235236  

1 Ein Arz­nei­mit­tel kann in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te auf­ge­nom­men wer­den, wenn es über ei­ne gül­ti­ge Zu­las­sung des In­sti­tuts ver­fügt.

2 Arz­nei­mit­tel, für die Pu­bli­kums­wer­bung nach Ar­ti­kel 2 Buch­sta­be b der Arz­nei­mit­tel-Wer­be­ver­ord­nung vom 17. Ok­to­ber 2001237 be­trie­ben wird, wer­den nicht in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te auf­ge­nom­men.

3 Arz­nei­mit­tel müs­sen wirk­sam, zweck­mäs­sig und wirt­schaft­lich sein.

4 Die In­ha­be­rin der Zu­las­sung für ein Ori­gi­nal­prä­pa­rat muss dem BAG die Num­mern der Pa­ten­te und der er­gän­zen­den Schutz­zer­ti­fi­ka­te so­wie de­ren Ab­lauf­da­tum mit dem Ge­such um Auf­nah­me in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te an­ge­ben.238

5 Das BAG kann die Auf­nah­me mit Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ver­bin­den, ins­be­son­de­re:

a.
die Auf­nah­me ei­nes Arz­nei­mit­tels, des­sen Wirk­sam­keit, Zweck­mäs­sig­keit oder Wirt­schaft­lich­keit sich in Ab­klä­rung be­fin­det, be­fris­ten, wenn the­ra­peu­ti­sche Al­ter­na­ti­ven feh­len oder ei­ne bes­se­re Wirk­sam­keit im Ver­gleich zu be­ste­hen­den The­ra­pi­en er­war­tet wird;
b.
die Auf­nah­me mit der Auf­la­ge ver­bin­den, dass die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin dem BAG mel­det, wenn sie mit dem Arz­nei­mit­tel über einen be­stimm­ten Zeit­raum einen Um­satz in ei­ner fest­ge­leg­ten Hö­he über­schrei­tet.239

235 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2009, in Kraft seit 1. Okt. 2009 (AS 2009 4245).

236 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

237 SR 812.212.5

238 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

239 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

Art. 65a Beurteilung der Wirksamkeit 240  

Die Be­ur­tei­lung der Wirk­sam­keit von al­lo­pa­thi­schen Arz­nei­mit­teln muss sich auf kli­nisch kon­trol­lier­te Stu­di­en ab­stüt­zen.

240 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006 (AS 20061717). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2009, in Kraft seit 1. Okt. 2009 (AS 2009 4245).

Art. 65b Beurteilung der Wirtschaftlichkeit 241242  

1 Ein Arz­nei­mit­tel gilt als wirt­schaft­lich, wenn es die in­di­zier­te Heil­wir­kung mit mög­lichst ge­rin­gem fi­nan­zi­el­lem Auf­wand ge­währ­leis­tet.

2 Die Wirt­schaft­lich­keit wird auf­grund fol­gen­der Ver­glei­che be­ur­teilt:

a.
Ver­gleich mit dem Preis in Re­fe­renz­län­dern (Aus­land­preis­ver­gleich);
b.243
Ver­gleich mit an­de­ren Arz­nei­mit­teln (the­ra­peu­ti­scher Quer­ver­gleich).

3 Beim Aus­land­preis­ver­gleich wird mit dem Fa­bri­k­ab­ga­be­preis ver­gli­chen. Be­ste­hen kei­ne öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Fa­bri­k­ab­ga­be­prei­se, so wird der Apo­the­ken­ein­stands­preis oder, falls die­ser auch nicht öf­fent­lich zu­gäng­lich ist, der Gross­han­dels­preis be­rück­sich­tigt; vom Apo­the­ken­ein­stands­preis oder vom Gross­han­dels­preis wer­den Gross­han­dels­mar­gen ab­ge­zo­gen. Das EDI legt die Hö­he des Ab­zugs auf­grund der durch­schnitt­lich ge­währ­ten Gross­han­dels­mar­gen fest. Es kann vor­se­hen, dass die ef­fek­ti­ven an­statt der durch­schnitt­lich ge­währ­ten Gross­han­dels­mar­gen ab­ge­zo­gen wer­den.

4 Von den Fa­bri­k­ab­ga­be­prei­sen der Re­fe­renz­län­der wer­den in ei­nem Re­fe­renz­land ver­bind­li­che Her­stel­ler­ra­bat­te ab­ge­zo­gen. Das EDI legt fest, wel­che ver­bind­li­chen Her­stel­ler­ra­bat­te für den Ab­zug zu be­rück­sich­ti­gen sind. Es kann vor­se­hen, dass an­statt die­ser Her­stel­ler­ra­bat­te die ef­fek­ti­ven Her­stel­ler­ra­bat­te ab­ge­zo­gen wer­den.

4bis Beim the­ra­peu­ti­schen Quer­ver­gleich wird Fol­gen­des über­prüft:

a.
die Wirk­sam­keit im Ver­hält­nis zu an­de­ren Arz­nei­mit­teln, die zur Be­hand­lung der­sel­ben Krank­heit ein­ge­setzt wer­den;
b.
die Kos­ten des Arz­nei­mit­tels pro Tag oder Kur im Ver­hält­nis zu den Kos­ten von Arz­nei­mit­teln, die zur Be­hand­lung der­sel­ben Krank­heit ein­ge­setzt wer­den.244

5 Nach der Er­mitt­lung des durch­schnitt­li­chen Prei­ses der Re­fe­renz­län­der im Aus­land­preis­ver­gleich und des durch­schnitt­li­chen Prei­ses an­de­rer Arz­nei­mit­tel im the­ra­peu­ti­schen Quer­ver­gleich wer­den bei­de Prei­se je hälf­tig ge­wich­tet.245

6 Bei der Be­ur­tei­lung der Wirt­schaft­lich­keit ei­nes Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes wer­den zu­dem die Kos­ten für For­schung und Ent­wick­lung be­rück­sich­tigt, es sei denn es han­delt sich beim Ori­gi­nal­prä­pa­rat um ein Nach­fol­ge­prä­pa­rat, das ge­gen­über dem bis­her in der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te auf­ge­führ­ten Ori­gi­nal­prä­pa­rat kei­nen the­ra­peu­ti­schen Fort­schritt bringt.

7 Bringt das Arz­nei­mit­tel einen be­deu­ten­den the­ra­peu­ti­schen Fort­schritt, so wird im Rah­men des the­ra­peu­ti­schen Quer­ver­gleichs wäh­rend höchs­tens 15 Jah­ren ein In­no­va­ti­ons­zu­schlag be­rück­sich­tigt. 246

241 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006 (AS 20061717). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

242 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

243 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

244 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

245 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

246 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

Art. 65c Beurteilung der Wirtschaftlichkeit bei Generika 247  

1 Bei Ge­ne­ri­ka wer­den für die Be­ur­tei­lung der Wirt­schaft­lich­keit die ge­rin­ge­ren Kos­ten für die Ent­wick­lung im Ver­gleich zum Ori­gi­nal­prä­pa­rat be­rück­sich­tigt.

2 Ein Ge­ne­ri­kum gilt bei der Auf­nah­me in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te als wirt­schaft­lich, wenn sein Fa­bri­k­ab­ga­be­preis ge­gen­über dem mit ihm aus­tausch­ba­ren Ori­gi­nal­prä­pa­rat:

a.
min­des­tens 20 Pro­zent tiefer ist, so­fern das Schwei­zer Markt­vo­lu­men des Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes und von des­sen Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel wäh­rend dreiJah­ren vor Pa­ten­ta­blauf im Durch­schnitt pro Jahr 4 Mil­lio­nen Fran­ken nicht über­steigt;
b.
min­des­tens 30 Pro­zent tiefer ist, so­fern das Schwei­zer Markt­vo­lu­men des Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes und von des­sen Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel wäh­rend drei Jah­ren vor Pa­ten­ta­blauf im Durch­schnitt pro Jahr zwi­schen 4 Mil­lio­nen und 8 Mil­lio­nen Fran­ken liegt;
c.
min­des­tens 50 Pro­zent tiefer ist, so­fern das Schwei­zer Markt­vo­lu­men des Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes und von des­sen Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel wäh­rend drei Jah­ren vor Pa­ten­ta­blauf im Durch­schnitt pro Jahr zwi­schen 8 Mil­lio­nen und 16 Mil­lio­nen Fran­ken liegt;
d.
min­des­tens 60 Pro­zent tiefer ist, so­fern das Schwei­zer Markt­vo­lu­men des Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes und von des­sen Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel wäh­rend drei Jah­ren vor Pa­ten­ta­blauf im Durch­schnitt pro Jahr zwi­schen 16 Mil­lio­nen und 25 Mil­lio­nen Fran­ken liegt;
e.
min­des­tens 70 Pro­zent tiefer ist, so­fern das Schwei­zer Markt­vo­lu­men des Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes und von des­sen Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel wäh­rend drei Jah­ren vor Pa­ten­ta­blauf im Durch­schnitt pro Jahr 25 Mil­lio­nen Fran­ken über­steigt.248

3 Mass­ge­bend für die Be­rech­nung des Fa­bri­k­ab­ga­be­prei­ses des Ge­ne­ri­kums ist der nach Ar­ti­kel 65e er­mit­tel­te Fa­bri­k­ab­ga­be­preis des Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes.249

4 Das Schwei­zer Markt­vo­lu­men pro Jahr be­misst sich auf der Ba­sis des Fa­brik­ab­ga­be­prei­ses des Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes und von des­sen Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel und wird je Han­dels­form des­sel­ben Wirk­stof­fes be­stimmt. Das BAG kann bei ei­nem Ge­such um Auf­nah­me ei­nes Ge­ne­ri­kums in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te von der Zu­las­sungs­in­ha­be­rin die Mel­dung des Schwei­zer Markt­vo­lu­mens ver­lan­gen. Das Markt­vo­lu­men muss ge­stützt auf Um­sat­zer­he­bun­gen ei­nes un­ab­hän­gi­gen In­sti­tuts er­fasst wer­den.250

5 Ge­ne­ri­ka, die vor der Preis­über­prü­fung des Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes nach Ar­ti­kel 65e in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te auf­ge­nom­men wer­den, wer­den nach der Preis­über­prü­fung zur Wah­rung des Ab­stands preis­lich an­ge­passt.

247 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006 (AS 20061717). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2009, in Kraft seit 1. Okt. 2009 (AS 2009 4245).

248 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

249 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

250 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

Art. 65d Überprüfung der Aufnahmebedingungen alle drei Jahre 251  

1 Das BAG über­prüft sämt­li­che Arz­nei­mit­tel, die in der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te auf­ge­führt sind, al­le drei Jah­re dar­auf­hin, ob sie die Auf­nah­me­be­din­gun­gen noch er­fül­len. Die Arz­nei­mit­tel wer­den auf­grund ih­rer Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­ner the­ra­peu­ti­schen Grup­pe der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te in drei Ein­hei­ten auf­ge­teilt. Je­de Ein­heit wird al­le drei Jah­re über­prüft.

2 Der Aus­land­preis­ver­gleich wird auf der Ba­sis der um­satz­stärks­ten Pa­ckung durch­ge­führt.

3 Der the­ra­peu­ti­sche Quer­ver­gleich wird auf der Ba­sis der kleins­ten Pa­ckung und Do­sie­rung durch­ge­führt, es sei denn die kleins­te Pa­ckung und Do­sie­rung er­laubt ins­be­son­de­re auf­grund un­ter­schied­li­cher Do­sie­run­gen bei The­ra­pie­be­ginn oder un­ter­schied­li­cher Pa­ckungs­grös­sen kei­nen ad­äqua­ten Ver­gleich.

4 Er­gibt die Über­prü­fung, dass der gel­ten­de Höchst­preis zu hoch ist, so ver­fügt das BAG auf den 1. De­zem­ber des Über­prü­fungs­jah­res ei­ne Preis­sen­kung auf den nach Ar­ti­kel 65b Ab­satz 5 und Ar­ti­kel 67 Ab­satz 1qua­ter er­mit­tel­ten Höchst­preis. Liegt der dem gel­ten­den Höchst­preis zu­grun­de lie­gen­de Fa­bri­k­ab­ga­be­preis un­ter dem nach Ar­ti­kel 65b Ab­satz 5 er­mit­tel­ten Fa­bri­k­ab­ga­be­preis, so recht­fer­tigt dies kei­ne Preis­er­hö­hung.

5 Die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin hat dem BAG al­le not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen be­kannt zu ge­ben.

6 Das BAG teilt der In­ha­be­rin der Zu­las­sung für ein Ge­ne­ri­kum den ab 1. De­zem­ber vor­ge­se­he­nen Preis des Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes mit.

251 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2009 (AS 2009 4245). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

Art. 65e Überprüfung der Aufnahmebedingungen nach Patentablauf 252  

1 Das BAG über­prüft Ori­gi­nal­prä­pa­ra­te un­mit­tel­bar nach Ab­lauf des Pa­tent­schut­zes dar­auf­hin, ob sie die Auf­nah­me­be­din­gun­gen noch er­fül­len.

2 Im Rah­men des the­ra­peu­ti­schen Quer­ver­gleichs wird der Ver­gleich nach Ar­ti­kel 65b Ab­satz 4bis Buch­sta­be b aus­sch­liess­lich mit pa­ten­t­ab­ge­lau­fe­nen Ori­gi­nal­prä­pa­ra­ten durch­ge­führt. Ein all­fäl­li­ger In­no­va­ti­ons­zu­schlag wird nicht mehr be­rück­sich­tigt.

3 Bei der Über­prü­fung der Wirt­schaft­lich­keit wer­den die Kos­ten für For­schung und Ent­wick­lung nicht mehr be­rück­sich­tigt.

4 Er­gibt die Be­ur­tei­lung der Wirt­schaft­lich­keit, dass der gel­ten­de Höchst­preis zu hoch ist, so ver­fügt das BAG ei­ne Preis­sen­kung auf den nach Ar­ti­kel 65b Ab­satz 5 und Ar­ti­kel 67 Ab­satz 1qua­ter er­mit­tel­ten Höchst­preis.

252 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2009 (AS 2009 4245Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

Art. 65f Indikationserweiterung und Limitierungsänderung 253  

1 Lässt das In­sti­tut für ein Ori­gi­nal­prä­pa­rat ei­ne neue In­di­ka­ti­on zu oder stellt die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin ein Ge­such um Än­de­rung oder Auf­he­bung ei­ner Li­mi­tie­rung auf­grund ei­ner In­di­ka­ti­ons­er­wei­te­rung, so über­prüft das BAG das Ori­gi­nal­prä­pa­rat er­neut dar­auf­hin, ob die Auf­nah­me­be­din­gun­gen er­füllt sind.

2 Das Ori­gi­nal­prä­pa­rat gilt bis zur Über­prü­fung der Auf­nah­me­be­din­gun­gen nach Ar­ti­kel 65d als wirt­schaft­lich, wenn die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin be­an­tragt, auf 35 Pro­zent des vor­aus­sicht­li­chen Mehr­um­sat­zes zu ver­zich­ten; der Ver­zicht wird über ei­ne Sen­kung des Fa­bri­k­ab­ga­be­prei­ses um­ge­setzt. Aus­ge­nom­men sind Ori­gi­nal­prä­pa­ra­te, de­ren vor­aus­sicht­li­che Men­gen­aus­wei­tung an An­zahl Pa­ckun­gen mehr als hun­dert Mal hö­her ist als vor der Auf­nah­me der neu­en In­di­ka­ti­on oder de­ren vor­aus­sicht­li­cher Mehr­um­satz auf­grund feh­len­der An­ga­ben nicht be­stimm­bar ist.

3 Nach Ab­lauf von zwei Jah­ren prüft das BAG, ob der vor­aus­sicht­li­che Ge­sam­tum­satz, ein­sch­liess­lich Mehr­um­satz, nach Ab­satz 2 mit dem tat­säch­li­chen Ge­sam­tum­satz, ein­sch­liess­lich Mehr­um­satz, über­ein­stimmt. Er­gibt die Über­prü­fung, dass der vor­aus­sicht­li­che Ge­sam­tum­satz, ein­sch­liess­lich Mehr­um­satz, über­schrit­ten wur­de, so ver­fügt das BAG ei­ne an­ge­mes­se­ne Preis­sen­kung.254

4 Ver­zich­tet die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin auf einen An­trag nach Ab­satz 2 ers­ter Satz oder liegt ei­ne Aus­nah­me nach Ab­satz 2 zwei­ter Satz vor, so er­folgt ei­ne Be­ur­tei­lung der Wirt­schaft­lich­keit nach Ar­ti­kel 65b.

5 Er­teilt das In­sti­tut die Zu­las­sung für ei­ne neue In­di­ka­ti­on ei­nes Ori­gi­nal­prä­pa­ra­tes, so hat die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin die­se Er­wei­te­rung dem BAG in­nert 90 Ta­gen zu mel­den. Das BAG kann ei­ne an­ge­mes­se­ne Nach­frist set­zen und die Ein­rei­chung der vom EDI für die Über­prü­fung der Auf­nah­me­be­din­gun­gen fest­ge­leg­ten Un­ter­la­gen ver­lan­gen.

6 Sind die Auf­nah­me­be­din­gun­gen für die neue In­di­ka­ti­on nicht er­füllt, so kann das BAG das Ori­gi­nal­prä­pa­rat auf die bis­he­ri­ge In­di­ka­ti­on li­mi­tie­ren.

253 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 8. Mai 2013 (AS 2013 1353). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255). Sie­he auch die UeB Änd. 8.5.2013 am Schluss des Tex­tes.

254 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

Art. 65g Indikationseinschränkung 255  

1 Schränkt das In­sti­tut für ein Ori­gi­nal­prä­pa­rat die In­di­ka­ti­on ein, so passt das BAG die Li­mi­tie­rung in der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te un­ver­züg­lich an. Es kann das Ori­gi­nal­prä­pa­rat da­nach er­neut dar­auf­hin über­prü­fen, ob die Auf­nah­me­be­din­gun­gen er­füllt sind, und von der Zu­las­sungs­in­ha­be­rin die da­für not­wen­di­gen Un­ter­la­gen ein­for­dern.

2 Über­prüft das BAG das Ori­gi­nal­prä­pa­rat nicht nach Ab­satz 1 dar­auf­hin, ob die Auf­nah­me­be­din­gun­gen er­füllt sind, so gel­ten das Ori­gi­nal­prä­pa­rat und des­sen Ge­ne­ri­ka oder Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel bis zur Über­prü­fung der Auf­nah­me­be­din­gun­gen nach Ar­ti­kel 65d als wirt­schaft­lich. Der Preis darf we­gen ei­ner In­di­ka­ti­ons­ein­schrän­kung nicht er­höht wer­den.

3 Die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin hat dem BAG in­nert 30 Ta­gen je­de Ein­schrän­kung der In­di­ka­ti­on durch das In­sti­tut zu mel­den und ihm die vom EDI fest­ge­leg­ten Un­ter­la­gen in­nert 90 Ta­gen nach­zu­rei­chen.

255 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

Art. 66 Unabhängigkeit der Preisüberprüfungen 256  

Die Preis­über­prü­fun­gen nach den Ar­ti­keln 65a–65gwer­den un­ab­hän­gig von­ein­an­der durch­ge­führt. Es sind meh­re­re Preis­sen­kun­gen in­ner­halb ei­nes Ka­len­der­jah­res mög­lich.

256 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

Art. 66a Zwischenüberprüfung 257  

Das BAG kann nach der Auf­nah­me ei­nes Arz­nei­mit­tels in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te je­der­zeit prü­fen, ob die Auf­nah­me­be­din­gun­gen noch er­füllt sind.

257 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006 (AS 20061717). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

Art. 66b Co-Marketing-Arzneimittel und Generika 258  

1 Ist ein nach den Ar­ti­keln 65a–65g zu über­prü­fen­des Ori­gi­nal­prä­pa­rat auch Ba­sisprä­pa­rat für ein Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel, so wird das Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel gleich­zei­tig mit sei­nem Ba­sisprä­pa­rat über­prüft. Ein Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel ist höchs­tens zu dem­sel­ben Preis wirt­schaft­lich wie das Ba­sisprä­pa­rat.

2 Er­fährt ein Ori­gi­nal­prä­pa­rat auf­grund ei­ner Über­prü­fung nach Ar­ti­kel 65f oder 65g ei­ne Li­mi­tie­rung oder ei­ne Li­mi­tie­rungs­än­de­rung, so ver­fügt das BAG für ent­spre­chen­de Ge­ne­ri­ka und Co-Mar­ke­ting-Arz­nei­mit­tel die­sel­be Li­mi­tie­rung.

258 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. April 2006 (AS 20061717). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

Art. 67 Preise 259  

1 Die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te ent­hält die bei Ab­ga­be durch Apo­the­ke­rin­nen und Apo­the­ker, Ärz­tin­nen und Ärz­te so­wie Spi­tä­ler und Pfle­ge­hei­me mass­ge­ben­den Höchst­prei­se.260

1bis Der Höchst­preis be­steht aus dem Fa­bri­k­ab­ga­be­preis und dem Ver­trieb­san­teil.261

1ter Der Fa­bri­k­ab­ga­be­preis gilt die Leis­tun­gen, Ab­ga­ben in­be­grif­fen, der Her­stel­lungs- und der Ver­triebs­fir­ma bis zur Aus­ga­be ab La­ger in der Schweiz ab.262

1qua­ter Der Ver­trieb­san­teil gilt die lo­gis­ti­schen Leis­tun­gen ab. Er setzt sich wie folgt zu­sam­men:

a.
für Arz­nei­mit­tel, die auf­grund der Ein­tei­lung des In­sti­tuts ver­schrei­bungs­pflich­tig sind, aus:
1.
ei­nem im Ver­hält­nis zur Hö­he des Fa­bri­k­ab­ga­be­prei­ses be­mes­se­nen Zu­schlag (preis­be­zo­ge­ner Zu­schlag), na­ment­lich für Ka­pi­tal­kos­ten, La­ger­hal­tung und aus­ste­hen­de Gut­ha­ben,
2.
ei­nem Zu­schlag je Pa­ckung, na­ment­lich für Trans­port-, In­fra­struk­tur- und Per­so­nal­kos­ten;
b.
für Arz­nei­mit­tel, die auf­grund der Ein­tei­lung des In­sti­tuts nicht ver­schrei­bungs­pflich­tig sind, aus ei­nem preis­be­zo­ge­nen Zu­schlag.263

2 Für die Er­hö­hung der in der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te fest­ge­setz­ten Prei­se be­darf es ei­ner Be­wil­li­gung des BAG. Die Be­wil­li­gung wird nur er­teilt, wenn:

a.
das Arz­nei­mit­tel die Auf­nah­me­be­din­gun­gen noch er­füllt; und
b.
seit der Auf­nah­me oder der letz­ten Preis­er­hö­hung min­des­tens zwei Jah­re ver­stri­chen sind.264

2bis ...265

2ter ...266

3 ...267

4 ...268

259 Sie­he die SchlB der Änd. vom 2. Okt. 2000 am En­de die­ser Ver­ord­nung.

260 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. Okt. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2835).

261 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Okt. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2835).

262 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Okt. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2835).

263 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 2. Okt. 2000 (AS 2000 2835). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2009, in Kraft seit 1. Okt. 2009 (AS 2009 4245). Sie­he auch die SchlB die­ser Änd. am En­de die­ser Ver­ord­nung.

264 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

265 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Ju­ni 2002 (AS 2002 2129). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2009, mit Wir­kung seit 1. Okt. 2009 (AS 2009 4245).

266 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Ju­ni 2002 (AS 2002 2129). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. April 2015, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255). Sie­he auch die UeB die­ser Änd. am Schluss des Tex­tes.

267 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2009, mit Wir­kung seit 1. Okt. 2009 (AS 2009 4245).

268 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Nov. 1996 (AS 19963139). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. Okt. 2000, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2835).

Art. 67a Rückerstattung von Mehreinnahmen 269  

1 Über­steigt der bei der Auf­nah­me ei­nes Arz­nei­mit­tels in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te dem ver­füg­ten Höchst­preis zu­grun­de ge­leg­te Fa­bri­k­ab­ga­be­preis den bei der Über­prü­fung der Wirt­schaft­lich­keit er­mit­tel­ten Fa­bri­k­ab­ga­be­preis um mehr als 3 Pro­zent und be­tra­gen die da­durch er­ziel­ten Mehr­ein­nah­men min­des­tens 20 000 Fran­ken, so ist die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin ver­pflich­tet, die seit der Auf­nah­me er­ziel­ten Mehr­ein­nah­men an die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung nach Ar­ti­kel 18 KVG zu­rück­zu­er­stat­ten.

2 Die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin ist zu­dem ver­pflich­tet, der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung die Mehr­ein­nah­men zu­rück­zu­er­stat­ten, die sie er­zielt hat:

a.270
wäh­rend der Dau­er ei­nes Be­schwer­de­ver­fah­rens, so­fern zwi­schen dem wäh­rend des Be­schwer­de­ver­fah­rens gel­ten­den Preis und dem nach Ab­schluss des Be­schwer­de­ver­fah­rens rechts­kräf­ti­gen neu­en Preis ei­ne Dif­fe­renz be­steht und die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin durch die­se Preis­dif­fe­renz Mehr­ein­nah­men er­zielt hat;
b.
wäh­rend zwei Jah­ren nach der Sen­kung des Fa­bri­k­ab­ga­be­prei­ses ge­mä­ss Ar­ti­kel 65fAb­satz 2 ers­ter Satz, so­fern der ef­fek­ti­ve Mehr­um­satz hö­her war als der bei der Sen­kung an­ge­ge­be­ne vor­aus­sicht­li­che Mehr­um­satz.

269 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

270 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

Art. 68 Streichung  

1 Ein in der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te auf­ge­führ­tes Arz­nei­mit­tel wird ge­stri­chen, wenn:

a.
es nicht mehr al­le Auf­nah­me­be­din­gun­gen er­füllt;
b.
der in der je­weils gel­ten­den Lis­te ent­hal­te­ne Preis oh­ne Zu­stim­mung des BAG er­höht wird;
c.271
die In­ha­be­rin der Zu­las­sung für ein Ori­gi­nal­prä­pa­rat die ge­mä­ss Ar­ti­kel 65 Ab­satz 5 ver­füg­ten Auf­la­gen und Be­din­gun­gen nicht er­füllt;
d.272
die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin di­rekt oder in­di­rekt Pu­bli­kums­wer­bung für das Arz­nei­mit­tel be­treibt;
e.273
die Ge­büh­ren oder Kos­ten nach Ar­ti­kel 70b nicht recht­zei­tig ent­rich­tet wer­den;
f.274
die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin sich wei­gert, die für die Über­prü­fun­gen nach den Ar­ti­keln 65d–65g not­wen­di­gen Un­ter­la­gen ein­zu­rei­chen;
g.275
die Zu­las­sungs­in­ha­be­rin sich wei­gert, er­ziel­te Mehr­ein­nah­men nach Ar­ti­kel 67a zu­rück­zu­er­stat­ten.

2 Strei­chun­gen wer­den drei Mo­na­te nach ih­rer Ver­öf­fent­li­chung im Bulle­tin des BAG (Art. 72 Bst. a) wirk­sam. Beim Vor­lie­gen be­son­de­rer Grün­de wer­den sie mit der Ver­öf­fent­li­chung wirk­sam.276

271 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2009, in Kraft seit 1. Okt. 2009 (AS 2009 4245).

272 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Ju­ni 2002 (AS 2002 2129). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

273 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Ju­ni 2002 (AS 2002 2129). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

274 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 8. Mai 2013 (AS 2013 1353). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

275 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 8. Mai 2013 (AS 2013 1353). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

276 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Aug. 1998 (AS 1998 1818).

Art. 69 Gesuche 277  

1 Das Ge­such um Auf­nah­me ei­nes ver­wen­dungs­fer­ti­gen Arz­nei­mit­tels in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te ist beim BAG ein­zu­rei­chen.

2 Für je­de Än­de­rung ei­nes in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te auf­ge­nom­me­nen Arz­nei­mit­tels oder sei­nes Prei­ses ist ein neu­es Ge­such ein­zu­rei­chen. Bei Än­de­rung in der Zu­sam­men­set­zung der Wirk­stof­fe ist dem Ge­such die ge­än­der­te Zu­las­sung des In­sti­tuts bei­zu­le­gen.278

3 Aus den Un­ter­la­gen, die dem Ge­such bei­ge­legt sind, muss her­vor­ge­hen, dass die Auf­nah­me­be­din­gun­gen er­füllt sind.

4 Das Ge­such um Auf­nah­me in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te oder um Än­de­rung der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te kann ein­ge­reicht wer­den, wenn die vom In­sti­tut im Rah­men des Vor­be­scheids nach Ar­ti­kel 8 der Arz­nei­mit­tel­ver­ord­nung vom 21. Sep­tem­ber 2018279 be­stä­tig­ten An­ga­ben zur In­di­ka­ti­on und zur Do­sie­rung vor­lie­gen. Das BAG tritt auf das Ge­such ein, so­bald ihm die da­zu ge­hö­ren­de Do­ku­men­ta­ti­on voll­stän­dig vor­liegt. Das EDI kann für ein­zel­ne Ge­su­che vor­se­hen, dass sie erst mit der Zu­las­sung durch das In­sti­tut ein­ge­reicht wer­den kön­nen.280

277 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Ju­ni 2002, in Kraft seit 1. Ju­li 2002 (AS 2002 2129).

278 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. April 2006, in Kraft seit 10. Mai 2006 (AS 20061717).

279 SR 812.212.21. Der Ver­weis wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) auf den 1. Jan. 2019 an­ge­passt.

280 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Fe­br. 2017, in Kraft seit 1. März 2017 (AS 2017623).

Art. 69a281  

281 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Ju­ni 2002 (AS 2002 2129). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 27. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Aug. 2007 (AS 20073573).

Art. 70 Aufnahme ohne Gesuch 282  

Das BAG kann ein vom In­sti­tut zu­ge­las­se­nes Arz­nei­mit­tel oder ei­ne vom In­sti­tut zu­ge­las­se­ne In­di­ka­ti­on ei­nes Arz­nei­mit­tels auch oh­ne Ge­such der Zu­las­sungs­in­ha­be­rin oder ge­gen de­ren An­trag in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te auf­neh­men oder dar­in be­las­sen, so­fern das Arz­nei­mit­tel oder die In­di­ka­ti­on für die me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gung von gros­ser Be­deu­tung ist. Es legt den Preis fest.

282 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

Art. 70a Nähere Vorschriften 283  

Das EDI er­lässt nä­he­re Vor­schrif­ten:

a.
zum Ver­fah­ren der Auf­nah­me ei­nes Arz­nei­mit­tels in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te;
b.
über die Wirk­sam­keits-, Zweck­mäs­sig­keits- und Wirt­schaft­lich­keits­kri­te­ri­en;
c.284
zum Ver­fah­ren der Über­prü­fung der Auf­nah­me­be­din­gun­gen nach den Ar­ti­keln 65d–65g;
d.285
zum Ver­fah­ren der Rück­er­stat­tung von Mehr­ein­nah­men nach Ar­ti­kel 67a.

283 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2009, in Kraft seit 1. Okt. 2009 (AS 2009 4245).

284 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

285 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 29. April 2015, in Kraft seit 1. Ju­ni 2015 (AS 2015 1255).

Art. 70b Gebühren 286  

1 Für Ver­fü­gun­gen über Ge­su­che um Ein­tra­gung in die Spe­zia­li­tä­ten­lis­te und für die ein­zel­nen Ein­trä­ge wer­den Ge­büh­ren er­ho­ben. Die An­sät­ze für die Ge­büh­ren sind im An­hang 1 fest­ge­legt.

2 Aus­ser­or­dent­li­che Aus­la­gen, na­ment­lich Aus­la­gen für ex­ter­ne me­di­zi­ni­sche oder öko­no­mi­sche Ex­per­ti­sen, kön­nen zu­sätz­lich in Rech­nung ge­stellt wer­den. Der Stun­den­an­satz be­trägt 200 Fran­ken.

3 Für aus­ser­or­dent­li­che Auf­wen­dun­gen kann das BAG nach Mass­ga­be des Zeit­auf­wan­des Ge­büh­ren er­he­ben. Der Stun­den­an­satz be­trägt je nach er­for­der­li­cher Sach­kennt­nis 100 – 250 Fran­ken.

4 Im Üb­ri­gen gel­ten die Be­stim­mun­gen der All­ge­mei­nen Ge­büh­ren­ver­ord­nung vom 8. Sep­tem­ber 2004287.

286 Ur­sprüng­lich Art. 71. Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Mai 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 1353).

287 SR 172.041.1

Art. 71 Veröffentlichungen 288