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Bundesgesetz
betreffend die Aufsicht über die
soziale Krankenversicherung
(Krankenversicherungsaufsichtsgesetz, KVAG)

vom 26. September 2014 (Stand am 1. Januar 2017)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 117 Absatz 1 der Bundesverfassung1,
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 15. Februar 20122,

beschliesst:

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand und Zweck  

1 Die­ses Ge­setz re­gelt die Auf­sicht des Bun­des im Be­reich der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung über:

a.
Kran­ken­kas­sen;
b.
pri­va­te Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die dem Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 20043 (VAG) un­ter­ste­hen;
c.
Rück­ver­si­che­rer;
d.
die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung nach Ar­ti­kel 18 des Bun­des­ge­set­zes vom 18. März 19944 über die Kran­ken­ver­si­che­rung (KVG).

2 Es bezweckt na­ment­lich die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten nach dem KVG zu schüt­zen, in­dem ins­be­son­de­re die Trans­pa­renz in der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung und die Sol­venz der Kran­ken­kas­sen ge­währ­leis­tet wer­den.

Art. 2 Krankenkassen  

1 Kran­ken­kas­sen sind ju­ris­ti­sche Per­so­nen des pri­va­ten oder öf­fent­li­chen Rechts, die kei­nen Er­werbs­zweck ver­fol­gen und die so­zia­le Kran­ken­ver­si­che­rung nach dem KVG5 durch­füh­ren.

2 Es steht den Kran­ken­kas­sen frei, ne­ben der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung nach dem KVG auch Zu­satz­ver­si­che­run­gen an­zu­bie­ten; eben­so kön­nen sie im Rah­men der vom Bun­des­rat fest­ge­setz­ten Be­din­gun­gen und Höchst­gren­zen wei­te­re Ver­si­che­rungs­ar­ten be­trei­ben. Die­se Ver­si­che­run­gen un­ter­lie­gen dem Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­setz vom 2. April 19086.

3 Die Kran­ken­kas­sen kön­nen zu­dem die Un­fall­ver­si­che­rung mit der Ein­schrän­kung nach Ar­ti­kel 70 Ab­satz 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 20. März 19817 über die Un­fall­ver­si­che­rung be­trei­ben.

Art. 3 Private Versicherungsunternehmen, die dem VAG unterstehen  

Die pri­va­ten Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men, die dem VAG8 un­ter­ste­hen, kön­nen die so­zia­le Kran­ken­ver­si­che­rung durch­füh­ren, so­weit sie im Be­sitz ei­ner Be­wil­li­gung im Sin­ne von Ar­ti­kel 4–11 sind.

2. Kapitel: Bewilligung zur Durchführung der sozialen Krankenversicherung

Art. 4 Bewilligung  

1 Die Auf­sichts­be­hör­de be­wil­ligt den Ver­si­che­rern im Sin­ne der Ar­ti­kel 2 und 3(Ver­si­che­rer), wel­che die An­for­de­run­gen die­ses Ge­set­zes er­fül­len und die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten ge­währ­leis­ten, die Durch­füh­rung der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung.

2 Sie ver­öf­fent­licht ei­ne Lis­te der zu­ge­las­se­nen Ver­si­che­rer.

Art. 5 Bewilligungsvoraussetzungen  

Die Ver­si­che­rer müs­sen:

a.
die Rechts­form der Ak­ti­en­ge­sell­schaft, der Ge­nos­sen­schaft, des Ver­eins oder der Stif­tung auf­wei­sen;
b.
ih­ren Sitz in der Schweiz ha­ben;
c.
über ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on und ei­ne Ge­schäfts­füh­rung ver­fü­gen, die die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten ge­währ­leis­ten;
d.
über ein aus­rei­chen­des Start­ka­pi­tal ver­fü­gen und je­der­zeit in der La­ge sein, ih­ren fi­nan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen nach­zu­kom­men und ins­be­son­de­re über die er­for­der­li­chen Re­ser­ven zu ver­fü­gen;
e.
über ei­ne zu­ge­las­se­ne ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le ver­fü­gen;
f.
die so­zia­le Kran­ken­ver­si­che­rung nach dem Grund­satz der Ge­gen­sei­tig­keit durch­füh­ren und die Gleich­be­hand­lung der Ver­si­cher­ten ge­währ­leis­ten; sie dür­fen die Mit­tel der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung nur zu de­ren Zwe­cken ver­wen­den;
g.
die so­zia­le Kran­ken­ver­si­che­rung auch ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Per­so­nen an­bie­ten, die in ei­nem Mit­glied­staat der Eu­ro­päi­schen Uni­on, in Is­land oder in Nor­we­gen woh­nen; auf Ge­such hin und in be­son­de­ren Fäl­len kann die Auf­sichts­be­hör­de Ver­si­che­rer von die­ser Ver­pflich­tung be­frei­en;
h.
die frei­wil­li­ge Tag­geld­ver­si­che­rung nach dem KVG9 durch­füh­ren;
i.
in ih­rem ört­li­chen Tä­tig­keits­be­reich je­de ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Per­son und je­de Per­son, die be­rech­tigt ist, einen Tag­geld­ver­si­che­rungs­ver­trag ab­zu­schlies­sen, auf­neh­men;
j.
in der La­ge sein, al­le an­de­ren An­for­de­run­gen die­ses Ge­set­zes und des KVG zu er­fül­len.
Art. 6 Übertragung von Aufgaben  

1 Die Ver­si­che­rer dür­fen ei­nem an­de­ren Un­ter­neh­men der Ver­si­che­rungs­grup­pe, ei­nem Ver­band der Ver­si­che­rer oder Drit­ten Auf­ga­ben über­tra­gen.

2 Nicht über­tra­gen wer­den dür­fen:

a.
die Ober­lei­tung und die Kon­trol­le durch den Ver­wal­tungs­rat;
b.
sons­ti­ge zen­tra­le Füh­rungs­auf­ga­ben, ein­sch­liess­lich des Er­las­ses von Ver­fü­gun­gen im Sin­ne von Ar­ti­kel 49 des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 200010 über den All­ge­mei­nen Teil des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts (ATSG).

3 Die Ver­si­che­rer müs­sen si­cher­stel­len, dass die Auf­sicht über über­tra­ge­ne Auf­ga­ben un­ein­ge­schränkt wahr­ge­nom­men wer­den kann.

Art. 7 Bewilligungsgesuch  

1 Das Be­wil­li­gungs­ge­such muss der Auf­sichts­be­hör­de ein­ge­reicht wer­den.

2 Dem Ge­such ist der Ge­schäfts­plan bei­zu­le­gen. Die­ser muss fol­gen­de An­ga­ben und Un­ter­la­gen ent­hal­ten:

a.
die Sta­tu­ten des Ver­si­che­rers, die Grün­dungs­ur­kun­de und den Han­dels­re­gis­ter­aus­zug (Ein­tra­gung);
b.
die Or­ga­ni­sa­ti­on des Ver­si­che­rers und ge­ge­be­nen­falls der Ver­si­che­rungs­grup­pe, zu der der Ver­si­che­rer ge­hört;
c.
die na­ment­li­che Be­zeich­nung und die Le­bens­läu­fe der Mit­glie­der der Ver­wal­tungs- und Lei­tungs­or­ga­ne;
d.
die na­ment­li­che Be­zeich­nung der ex­ter­nen Re­vi­si­ons­stel­le und des lei­ten­den Re­vi­sors oder der lei­ten­den Re­vi­so­rin;
e.
An­ga­ben über Per­so­nen, die di­rekt oder in­di­rekt mit min­des­tens 10 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stim­men am Ver­si­che­rer be­tei­ligt sind oder des­sen Ge­schäftstä­tig­keit auf an­de­re Wei­se mass­ge­bend be­ein­flus­sen kön­nen;
f.
An­ga­ben zur fi­nan­zi­el­len Aus­stat­tung der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung und der frei­wil­li­gen Tag­geld­ver­si­che­rung nach dem KVG11;
g.
die Er­öff­nungs­bi­lanz der Kran­ken­kas­se;
h.
die Plan­bi­lan­zen und Planer­folgs­rech­nun­gen für die ers­ten drei Ge­schäfts­jah­re der Kran­ken­kas­se;
i.
falls vor­han­den, den Rück­ver­si­che­rungs­plan und die Rück­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge;
j.
An­ga­ben über die Er­fas­sung, Be­gren­zung und Über­wa­chung der Ri­si­ken;
k.
An­ga­ben über den ört­li­chen Tä­tig­keits­be­reich des Ver­si­che­rers;
l.
falls vor­han­den, die Ver­trä­ge oder sons­ti­ge Ab­spra­chen, durch die we­sent­li­che Auf­ga­ben des Ver­si­che­rers an Drit­te über­tra­gen wer­den sol­len;
m.
die Prä­mi­en­ta­ri­fe der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung und der frei­wil­li­gen Tag­geld­ver­si­che­rung;
n.
die Be­stim­mun­gen über die be­son­de­ren Ver­si­che­rungs­for­men in der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung (Art. 62 KVG) und über die frei­wil­li­ge Tag­geld­ver­si­che­rung (Art. 67−77 KVG) so­wie die all­ge­mei­nen Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen;
o.
falls die Kran­ken­kas­se Zu­satz­ver­si­che­run­gen und wei­te­re Ver­si­che­rungs­ar­ten zu be­trei­ben be­ab­sich­tigt, die Mit­tei­lung, dass sie bei der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA) ein ent­spre­chen­des Ge­such ge­stellt hat;
p.
falls der Ver­si­che­rer die Kran­ken­ver­si­che­rung im Fürs­ten­tum Liech­ten­stein durch­füh­ren will, die Mit­tei­lung, dass er dort ein ent­spre­chen­des Ge­such ge­stellt hat.

3 Die Auf­sichts­be­hör­de kann wei­te­re An­ga­ben und Un­ter­la­gen ver­lan­gen, so­fern die­se für die Be­ur­tei­lung des Ge­suchs er­for­der­lich sind.

Art. 8 Änderungen des Geschäftsplans  

1 Än­de­run­gen, wel­che die Ele­men­te des Ge­schäfts­plans nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a, i und k–n be­tref­fen, be­dür­fen ei­ner Be­wil­li­gung der Auf­sichts­be­hör­de.

2 Än­de­run­gen, wel­che die Ele­men­te des Ge­schäfts­plans nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 Buch­sta­ben b–f, j, o und p be­tref­fen, sind der Auf­sichts­be­hör­de vor­gän­gig mit­zu­tei­len. Sie gel­ten als be­wil­ligt, so­fern die Auf­sichts­be­hör­de nicht in­nert acht Wo­chen nach der Mit­tei­lung ei­ne Prü­fung ein­lei­tet.

Art. 9 Änderung der rechtlichen Struktur, Vermögensübertragung und Versichertenbestandübertragung  

1 Be­ab­sich­tigt ein Ver­si­che­rer ei­ne Än­de­rung sei­ner recht­li­chen Struk­tur oder ei­ne Ver­mö­gens­über­tra­gung nach dem Fu­si­ons­ge­setz vom 3. Ok­to­ber 200312, so hat er dies der Auf­sichts­be­hör­de mit­zu­tei­len.

2 Die Auf­sichts­be­hör­de kann ei­ne Än­de­rung in­nert acht Wo­chen nach de­ren Mit­tei­lung un­ter­sa­gen oder an Be­din­gun­gen knüp­fen, wenn die Än­de­rung nach Art und Um­fang den Ver­si­che­rer oder die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten ge­fähr­den kann.

3 Be­ab­sich­tigt ein Ver­si­che­rer sei­nen Ver­si­cher­ten­be­stand ge­stützt auf ei­ne ver­trag­li­che Ver­ein­ba­rung ganz oder teil­wei­se auf einen an­de­ren Ver­si­che­rer zu über­tra­gen, so be­darf dies der Be­wil­li­gung durch die Auf­sichts­be­hör­de. Die Auf­sichts­be­hör­de be­wil­ligt die Über­tra­gung, wenn die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten ins­ge­samt ge­wahrt wer­den.

Art. 10 Beteiligungen  

1 Ein Ver­si­che­rer, der be­ab­sich­tigt, sich an ei­nem an­de­ren Un­ter­neh­men zu be­tei­li­gen, hat dies der Auf­sichts­be­hör­de mit­zu­tei­len, wenn die Be­tei­li­gung 10, 20, 33 oder 50 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stimm­rech­te des an­de­ren Un­ter­neh­mens er­reicht oder über­schrei­tet.

2 Wer be­ab­sich­tigt, sich di­rekt oder in­di­rekt an ei­nem Ver­si­che­rer zu be­tei­li­gen, hat dies der Auf­sichts­be­hör­de mit­zu­tei­len, wenn die Be­tei­li­gung 10, 20, 33 oder 50 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stimm­rech­te des Ver­si­che­rers er­reicht oder über­schrei­tet.

3 Wer be­ab­sich­tigt, sei­ne Be­tei­li­gung an ei­nem Ver­si­che­rer un­ter die Schwel­len von 10, 20, 33 oder 50 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stimm­rech­te her­ab­zu­set­zen oder die Be­tei­li­gung so zu ver­än­dern, dass ein Ver­si­che­rer nicht mehr Toch­ter­ge­sell­schaft ist, hat dies der Auf­sichts­be­hör­de mit­zu­tei­len.

4 Die Auf­sichts­be­hör­de kann ei­ne Be­tei­li­gung un­ter­sa­gen oder an Be­din­gun­gen knüp­fen, wenn die Be­tei­li­gung nach Art und Um­fang den Ver­si­che­rer oder die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten ge­fähr­den kann.

Art. 11 Vorbehalt anderer Erlasse  

Die Be­stim­mun­gen des Kar­tell­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 199513 be­tref­fend die Be­ur­tei­lung von Un­ter­neh­mens­zu­sam­menschlüs­sen so­wie des Fu­si­ons­ge­set­zes vom 3. Ok­to­ber 200314 blei­ben vor­be­hal­ten.

3. Kapitel: Ausübung der Versicherungstätigkeit

1. Abschnitt: Finanzierung

Art. 12 Finanzierungsverfahren  

Die Ver­si­che­rer müs­sen die so­zia­le Kran­ken­ver­si­che­rung nach dem Be­darfs­de­ckungs­ver­fah­ren fi­nan­zie­ren.

Art. 13 Versicherungstechnische Rückstellungen  

1 Die Ver­si­che­rer sind ver­pflich­tet, an­ge­mes­se­ne ver­si­che­rungs­tech­ni­sche Rück­stel­lun­gen zu bil­den.

2 Die ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen um­fas­sen die Leis­tungs­rück­stel­lun­gen zur De­ckung der Kos­ten von be­reits durch­ge­führ­ten, aber noch nicht ab­ge­rech­ne­ten Be­hand­lun­gen, die Rück­stel­lun­gen von noch nicht ab­ge­rech­ne­ten Ver­si­che­rungs­fäl­len in der frei­wil­li­gen Tag­geld­ver­si­che­rung so­wie Al­te­rungs­rück­stel­lun­gen der frei­wil­li­gen Tag­geld­ver­si­che­rung, falls die Prä­mi­en nach dem Ein­tritts­al­ter ab­ge­stuft wer­den.

Art. 14 Reserven  

1 Die Ver­si­che­rer müs­sen zur Si­cher­stel­lung der Sol­venz im Be­reich der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung aus­rei­chen­de Re­ser­ven bil­den.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt ein Mo­dell zur Er­mitt­lung der Min­dest­hö­he der Re­ser­ven be­zie­hungs­wei­se der Sol­venz. Die­ses ba­siert auf den durch den Ver­si­che­rer im ge­sam­ten Tä­tig­keits­be­reich ein­ge­gan­ge­nen ver­si­che­rung­stech­ni­schen Ri­si­ken, Markt- und Kre­di­tri­si­ken.

Art. 15 Gebundenes Vermögen der sozialen Krankenversicherung  

1 Die Ver­si­che­rer müs­sen die An­sprü­che aus Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­sen und Rück­ver­si­che­rungs­ver­trä­gen durch ein ge­bun­de­nes Ver­mö­gen der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung si­cher­stel­len. Sie müs­sen der Auf­sichts­be­hör­de den ent­spre­chen­den Nach­weis jähr­lich er­brin­gen; die Auf­sichts­be­hör­de kann den Nach­weis je­der­zeit ver­lan­gen.

2 Der Soll­be­trag des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung ent­spricht den ver­si­che­rungs­tech­ni­schen Rück­stel­lun­gen.

3 Die Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung müs­sen ge­kenn­zeich­net sein. Sie dür­fen aus­sch­liess­lich für die durch das ge­bun­de­ne Ver­mö­gen der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung si­cher­zu­stel­len­den An­sprü­che ver­wen­det wer­den.

Art. 16 Genehmigung der Prämientarife  

1 Die Prä­mi­en­ta­ri­fe für die ob­li­ga­to­ri­sche Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung und die frei­wil­li­ge Ein­zel­tag­geld­ver­si­che­rung be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung durch die Auf­sichts­be­hör­de. Sie dür­fen vor ih­rer Ge­neh­mi­gung we­der ver­öf­fent­licht noch an­ge­wen­det wer­den.

2 Die Auf­sichts­be­hör­de prüft, ob die vor­ge­leg­ten Prä­mi­en­ta­ri­fe die Sol­venz des Ver­si­che­rers und die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten nach dem KVG15 ge­währ­leis­ten.

3 Die Prä­mi­en des Ver­si­che­rers de­cken die kan­to­nal un­ter­schied­li­chen Kos­ten. Mass­ge­bend ist der Wohn­ort der ver­si­cher­ten Per­son. Der Ver­si­che­rer be­rück­sich­tigt ins­be­son­de­re den Ri­si­ko­aus­gleich, die Ver­än­de­run­gen der Rück­stel­lun­gen so­wie die Grös­se und die lau­fen­de Ver­än­de­rung des Ver­si­cher­ten­be­stan­des im ent­spre­chen­den Kan­ton.

4 Die Auf­sichts­be­hör­de ver­wei­gert die Ge­neh­mi­gung des Prä­mi­en­ta­rifs, wenn die­ser Prä­mi­en vor­sieht, die:

a.
den ge­setz­li­chen Vor­ga­ben nicht ent­spre­chen;
b.
die Kos­ten im Sin­ne von Ab­satz 3 nicht de­cken;
c.
un­an­ge­mes­sen hoch über den Kos­ten im Sin­ne von Ab­satz 3 lie­gen;
d.
zu über­mäs­si­gen Re­ser­ven füh­ren.

5 Bei Nicht­ge­neh­mi­gung des Prä­mi­en­ta­rifs ver­fügt die Auf­sichts­be­hör­de die zu er­grei­fen­den Mass­nah­men.

6 Vor der Ge­neh­mi­gung des Prä­mi­en­ta­rifs kön­nen die Kan­to­ne zu den für ih­ren Kan­ton ge­schätz­ten Kos­ten ge­gen­über den Ver­si­che­rern und der Auf­sichts­be­hör­de Stel­lung neh­men; das Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren darf da­durch nicht ver­zö­gert wer­den. Die Kan­to­ne kön­nen bei den Ver­si­che­rern und der Auf­sichts­be­hör­de die da­zu be­nö­tig­ten In­for­ma­tio­nen ein­ho­len. Die­se In­for­ma­tio­nen dür­fen we­der ver­öf­fent­licht noch wei­ter­ge­lei­tet wer­den.

7 Wer­den die Prä­mi­en­ta­ri­fe für we­ni­ger als ein Jahr ge­neh­migt, so ver­langt die Auf­sichts­be­hör­de, dass der Ver­si­che­rer mit den Ta­ri­fen auch die Dau­er der Ge­neh­mi­gung be­kannt gibt.

Art. 17 Ausgleich von zu hohen Prämieneinnahmen  

1 La­gen die Prä­mi­enein­nah­men ei­nes Ver­si­che­rers in ei­nem Kan­ton in ei­nem Jahr deut­lich über den ku­mu­lier­ten Kos­ten in die­sem Kan­ton, so kann der Ver­si­che­rer im be­tref­fen­den Kan­ton im Fol­ge­jahr einen Prä­mi­en­aus­gleich ma­chen. Die Hö­he des ent­spre­chen­den Aus­gleichs ist durch den Ver­si­che­rer im Ge­neh­mi­gungs­an­trag klar aus­zu­wei­sen und zu be­grün­den. Der An­trag ist bis En­de Ju­ni des Fol­ge­jah­res bei der Auf­sichts­be­hör­de ein­zu­rei­chen.

2 Der Prä­mi­en­aus­gleich hat grund­sätz­lich das Gleich­ge­wicht zwi­schen Prä­mi­en und Kos­ten wie­der­her­zu­stel­len.

3 Für die Be­ur­tei­lung der An­ge­mes­sen­heit des Prä­mi­en­aus­gleichs stützt sich die Auf­sichts­be­hör­de auf das Ver­hält­nis zwi­schen den Kos­ten und den Prä­mi­en des Ver­si­che­rers. Sie be­rück­sich­tigt den Ri­si­ko­aus­gleich, die Ver­än­de­run­gen der Rück­stel­lun­gen so­wie die Grös­se und die lau­fen­de Ver­än­de­rung des Ver­si­cher­ten­be­stan­des im ent­spre­chen­den Kan­ton. Zu­sätz­lich be­rück­sich­tigt sie die ge­sam­te wirt­schaft­li­che Si­tua­ti­on des Ver­si­che­rers.

4 Der Bun­des­rat er­lässt die not­wen­di­gen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zum Prä­mi­en­aus­gleich. Er hört da­zu die Ver­si­che­rer an.

Art. 18 Modalitäten der Rückerstattung  

Die Rück­er­stat­tung er­folgt in der Form ei­ner Rück­ver­gü­tung des Ver­si­che­rers an die­je­ni­gen Per­so­nen, wel­che am 31. De­zem­ber des Jah­res, des­sen Prä­mi­en rück­er­stat­tet wer­den, ver­si­chert wa­ren. Die Rück­ver­gü­tung muss im Ka­len­der­jahr er­fol­gen, in dem der An­trag ge­stellt wur­de.

Art. 19 Verwaltungskosten  

1 Die Ver­si­che­rer müs­sen die Ver­wal­tungs­kos­ten für die so­zia­le Kran­ken­ver­si­che­rung auf das für ei­ne wirt­schaft­li­che Ge­schäfts­füh­rung er­for­der­li­che Mass be­schrän­ken. Zu den Ver­wal­tungs­kos­ten zäh­len un­ter an­de­rem die Kos­ten für Ver­mitt­ler­tä­tig­kei­ten und Wer­bung.

2 Der Ver­si­che­rer weist in sei­ner Jah­res­rech­nung den Auf­wand für Wer­bung und Ver­mitt­ler­pro­vi­sio­nen ge­son­dert aus.

3 Die Ver­si­che­rer kön­nen ei­ne Ver­ein­ba­rung ab­sch­lies­sen, in wel­cher die Te­le­fon­wer­bung, den Ver­zicht auf Leis­tun­gen der Call Cen­ters und die Ein­schrän­kung der Ent­schä­di­gung der Ver­mitt­ler­tä­tig­keit ge­re­gelt wird.

2. Abschnitt: Unternehmensführung und Revision

Art. 20 Gewähr für einwandfreie Geschäftstätigkeit  

1 Per­so­nen, die dem Ver­wal­tungs- oder Lei­tungs­or­gan ei­nes Ver­si­che­rers oder der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung an­ge­hö­ren, müs­sen einen gu­ten Ruf ge­nies­sen und Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäfts­tä­tig­keit bie­ten.

2 Der Bun­des­rat legt fest, wel­che be­ruf­li­chen Fä­hig­kei­ten die­se Per­so­nen ha­ben müs­sen.

3 Der oder die Vor­sit­zen­de des Ver­wal­tungs­or­gans darf nicht zu­gleich dem Lei­tungs­or­gan vor­sit­zen.

4 Der Bun­des­rat er­lässt Be­stim­mun­gen zur Of­fen­le­gung von In­ter­es­sen­bin­dun­gen und zur Ver­mei­dung von In­ter­es­sen­kon­flik­ten.

Art. 21 Offenlegung des Entschädigungssystems und der Entschädigung der leitenden Organe  

1 Die Ver­si­che­rer le­gen im Ge­schäfts­be­richt ihr Ent­schä­di­gungs­sys­tem of­fen.

2 Sie ver­öf­fent­li­chen im Ge­schäfts­be­richt:

a.
für das Ver­wal­tungs­or­gan: den Ge­samt­be­trag der Ent­schä­di­gun­gen und den höchs­ten auf ein Mit­glied ent­fal­len­den Be­trag oh­ne Nen­nung des Na­mens des be­tref­fen­den Mit­glieds;
b.
für das Lei­tungs­or­gan: den Ge­samt­be­trag der Ent­schä­di­gun­gen und den höchs­ten auf ein Mit­glied ent­fal­len­den Be­trag oh­ne Nen­nung des Na­mens des be­tref­fen­den Mit­glieds.

3 Sie er­läu­tern im Ge­schäfts­be­richt die Grün­de für Ver­än­de­run­gen der Ent­schä­di­gun­gen im Ver­gleich zum Vor­jahr.

4 Als Ent­schä­di­gun­gen gel­ten ins­be­son­de­re:

a.
Ho­no­ra­re, Löh­ne, Bo­ni­fi­ka­tio­nen und Gut­schrif­ten;
b.
An­tritts- und Ab­gangs­ent­schä­di­gun­gen;
c.
sämt­li­che Leis­tun­gen für zu­sätz­li­che Ar­bei­ten.
Art. 22 Risikomanagement  

1 Die Ver­si­che­rer müs­sen so or­ga­ni­siert sein, dass sie ins­be­son­de­re al­le we­sent­li­chen Ri­si­ken er­fas­sen, be­gren­zen und über­wa­chen kön­nen.

2 Der Bun­des­rat er­lässt Vor­schrif­ten zum Ziel, zum In­halt und zur Do­ku­men­ta­ti­on des Ri­si­ko­ma­na­ge­ments so­wie zur Über­wa­chung der Ri­si­ken durch die Ver­si­che­rer.

Art. 23 Interne Kontrolle  

1 Die Ver­si­che­rer rich­ten ein wirk­sa­mes in­ter­nes Kon­troll­sys­tem zur Über­wa­chung der Ge­schäftstä­tig­keit ein, das der Grös­se und der Kom­ple­xi­tät des Un­ter­neh­mens an­ge­passt ist. Sie be­stel­len ei­ne von der Ge­schäfts­füh­rung un­ab­hän­gi­ge in­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le.

2 Die in­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le er­stellt über ih­re Tä­tig­keit min­des­tens ein­mal jähr­lich einen Be­richt und reicht ihn der ex­ter­nen Re­vi­si­ons­stel­le ein.

Art. 24 Berichterstattung  

1 Die Ver­si­che­rer er­stel­len jähr­lich auf den 31. De­zem­ber einen Ge­schäfts­be­richt, der aus der Jah­res­rech­nung, dem Jah­res­be­richt und, wenn das Ob­li­ga­tio­nen­recht (OR)16 dies vor­schreibt, der Kon­zern­rech­nung be­steht.

2 Die Ver­si­che­rer rei­chen der Auf­sichts­be­hör­de den Ge­schäfts­be­richt über das ab­ge­lau­fe­ne Ge­schäfts­jahr bis zum 30. April ein. Der Be­schluss des zu­stän­di­gen Or­gans des Ver­si­che­rers über die Ge­neh­mi­gung der Rech­nung kann bis zum 30. Ju­ni nach­ge­reicht wer­den.

3 Die Auf­sichts­be­hör­de kann un­ter­jäh­ri­ge Be­richt­er­stat­tun­gen an­ord­nen.

4 Der Bun­des­rat legt die Rech­nungs­le­gungs­vor­schrif­ten fest. Er stellt An­for­de­run­gen an die Be­richt­er­stat­tung nach den Ab­sät­zen 1–3 zu­han­den der Auf­sichts­be­hör­de und kann be­son­de­re An­for­de­run­gen an den Ge­schäfts­be­richt stel­len. Er kann die­se Kom­pe­ten­zen der Auf­sichts­be­hör­de über­tra­gen.

Art. 25 Externe Revisionsstelle  

1 Die Ver­si­che­rer be­zeich­nen ei­ne zu­ge­las­se­ne ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le, die:

a.
die Jah­res­rech­nung und ge­ge­be­nen­falls die Kon­zern­rech­nung or­dent­lich prüft (Art. 727 ff. OR17);
b.
die Ord­nungs­mäs­sig­keit der Ge­schäfts­füh­rung prüft.

2 Als Re­vi­si­ons­stel­le tä­tig sein dür­fen Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men, die als Re­vi­si­ons­ex­per­tin­nen und Re­vi­si­ons­ex­per­ten nach dem Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­setz vom 16. De­zem­ber 200518 zu­ge­las­sen sind.

3 Als lei­ten­de Re­vi­so­rin oder lei­ten­der Re­vi­sor tä­tig sein dür­fen na­tür­li­che Per­so­nen, die als Re­vi­si­ons­ex­per­tin­nen und Re­vi­si­ons­ex­per­ten nach dem Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­setz zu­ge­las­sen sind.

Art. 26 Aufgaben der externen Revisionsstelle  

1 Die ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le prüft:

a.
ob die Jah­res­rech­nung hin­sicht­lich Form und In­halt den ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten, den Sta­tu­ten und den Re­gle­men­ten ent­spricht;
b.
ob, nach Mass­ga­be der Wei­sun­gen der Auf­sichts­be­hör­de, die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes, des KVG19 und von de­ren Voll­zugs­ver­ord­nun­gen ein­ge­hal­ten sind.

2 Die Auf­sichts­be­hör­de kann der ex­ter­nen Re­vi­si­ons­stel­le zu­sätz­li­che Auf­trä­ge er­tei­len und be­son­de­re Prü­fun­gen an­ord­nen. Liegt ein Hin­weis auf Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten oder ge­set­zes­wid­ri­ge Hand­lun­gen vor, so trägt der ge­prüf­te Ver­si­che­rer die Kos­ten.

3 Die ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le hält ih­re Prü­fungs­er­geb­nis­se und Fest­stel­lun­gen in ei­nem Be­richt nach Ar­ti­kel 728b OR20 fest. Sie stellt die­sen Be­richt der Auf­sichts­be­hör­de je­weils bis zum 30. April des Fol­ge­jah­res zu.

Art. 27 Meldepflicht der externen Revisionsstelle  

Die ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le mel­det der Auf­sichts­be­hör­de un­ver­züg­lich, wenn sie Fol­gen­des fest­stellt:

a.
Straf­ta­ten;
b.
schwer­wie­gen­de Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten;
c.
Ver­stös­se ge­gen die Grund­sät­ze ei­ner ein­wand­frei­en Ge­schäftstä­tig­keit;
d.
Sach­ver­hal­te, die ge­eig­net sind, die Sol­venz des Ver­si­che­rers oder die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten an­der­wei­tig zu ge­fähr­den.

4. Kapitel: Rückversicherung

Art. 28 Bewilligung  

1 Die Auf­sichts­be­hör­de er­teilt die Be­wil­li­gung zur Durch­füh­rung der Rück­ver­si­che­rung der Ver­si­che­rungs­ri­si­ken der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung, wenn der Rück­ver­si­che­rer die An­for­de­run­gen die­ses Ge­set­zes er­füllt und die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten ge­währ­leis­tet.

2 Sie ver­öf­fent­licht ei­ne Lis­te der zu­ge­las­se­nen Rück­ver­si­che­rer.

Art. 29 Bewilligungsvoraussetzungen  

1 Als Rück­ver­si­che­rer tä­tig sein kön­nen:

a.
Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 2 mit ei­nem vom Bun­des­rat fest­ge­setz­ten Min­dest­be­stand an Ver­si­cher­ten;
b.
pri­va­te Ver­si­che­rer, die nach dem VAG21 zur Rück­ver­si­che­rung zu­ge­las­sen sind (pri­va­te Rück­ver­si­che­rer).

2 Die Rück­ver­si­che­rer müs­sen:

a.
die Rechts­form der Ak­ti­en­ge­sell­schaft, der Ge­nos­sen­schaft, des Ver­eins oder der Stif­tung auf­wei­sen;
b.
ih­ren Sitz in der Schweiz ha­ben;
c.
über ei­ne Or­ga­ni­sa­ti­on und ei­ne Ge­schäfts­füh­rung ver­fü­gen, die die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Vor­schrif­ten ge­währ­leis­ten;
d.
je­der­zeit in der La­ge sein, ih­ren fi­nan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen nach­zu­kom­men und ins­be­son­de­re als Kran­ken­kas­se über aus­rei­chen­de Re­ser­ven ver­fü­gen oder als pri­va­ter Rück­ver­si­che­rer die fi­nan­zi­el­len An­for­de­run­gen nach dem VAG er­fül­len;
e.
über ei­ne zu­ge­las­se­ne ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le ver­fü­gen.
Art. 30 Bewilligungsgesuch  

1 Das Be­wil­li­gungs­ge­such muss der Auf­sichts­be­hör­de ein­ge­reicht wer­den.

2 Dem Ge­such ist ein Ge­schäfts­plan bei­zu­le­gen. Die­ser muss fol­gen­de An­ga­ben und Un­ter­la­gen ent­hal­ten:

a.
falls der Rück­ver­si­che­rer Ri­si­ken bei ei­ner wei­te­ren Ge­sell­schaft rück­ver­si­chern will, den Re­tro­zes­si­ons­plan für die so­zia­le Kran­ken­ver­si­che­rung;
b.
für das Ge­schäft der Rück­ver­si­che­rung der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung in den nächs­ten drei Ge­schäfts­jah­ren die ge­plan­ten Er­folgs­rech­nun­gen und Rück­stel­lun­gen.

3 Der Ge­schäfts­plan ei­nes pri­va­ten Rück­ver­si­che­rers muss zu­dem fol­gen­de An­ga­ben und Un­ter­la­gen ent­hal­ten:

a.
die Or­ga­ni­sa­ti­on des pri­va­ten Rück­ver­si­che­rers und ge­ge­be­nen­falls der Ver­si­che­rungs­grup­pe, der er an­ge­hört;
b.
die na­ment­li­che Be­zeich­nung und die Le­bens­läu­fe der Mit­glie­der der Ver­wal­tungs- und Lei­tungs­or­ga­ne;
c.
An­ga­ben über Per­so­nen, die di­rekt oder in­di­rekt mit min­des­tens 10 Pro­zent des Ka­pi­tals oder der Stim­men am Rück­ver­si­che­rer be­tei­ligt sind oder des­sen Ge­schäftstä­tig­keit auf an­de­re Wei­se mass­ge­bend be­ein­flus­sen kön­nen;
d.
An­ga­ben zur fi­nan­zi­el­len Aus­stat­tung des Rück­ver­si­che­rers und ei­ne Be­stä­ti­gung der FIN­MA, wo­nach der Rück­ver­si­che­rer die fi­nan­zi­el­len An­for­de­run­gen nach dem VAG22 er­füllt, um die Rück­ver­si­che­rung im Be­reich der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung zu be­trei­ben;
e.
die na­ment­li­che Be­zeich­nung der ex­ter­nen Re­vi­si­ons­stel­le und des lei­ten­den Re­vi­sors oder der lei­ten­den Re­vi­so­rin.

4 Die Auf­sichts­be­hör­de kann wei­te­re An­ga­ben und Un­ter­la­gen ver­lan­gen, so­fern die­se für die Be­ur­tei­lung des Ge­suchs er­for­der­lich sind.

Art. 31 Änderungen des Geschäftsplans  

Än­de­run­gen, wel­che die Ele­men­te des Ge­schäfts­plans be­tref­fen, sind der Auf­sichts­be­hör­de mit­zu­tei­len.

Art. 32 Mindestanteil der Versicherer an den Versicherungsrisiken  

Der Bun­des­rat legt den Min­de­stan­teil der Ver­si­che­rungs­ri­si­ken fest, den die Ver­si­che­rer selbst über­neh­men müs­sen.

Art. 33 Rückversicherungsverträge  

1 Die Prä­mi­en für die Rück­ver­si­che­rung müs­sen den über­nom­me­nen Ri­si­ken ent­spre­chen. Sie be­dür­fen der Ge­neh­mi­gung durch die Auf­sichts­be­hör­de.

2 Die Rück­ver­si­che­rer ha­ben der Auf­sichts­be­hör­de jähr­lich Planer­folgs­rech­nun­gen für das Ge­schäft der Rück­ver­si­che­rung der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung und ei­ne Ab­rech­nung über je­den Rück­ver­si­che­rungs­ver­trag ein­zu­rei­chen.

5. Kapitel: Aufsicht

1. Abschnitt: Allgemeines

Art. 34 Aufgaben, Befugnisse und Kompetenzen der Aufsichtsbehörde  

1 Die Auf­sichts­be­hör­de über­wacht die Durch­füh­rung der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung. Sie hat ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Sie wacht dar­über, dass die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes und des KVG23 ein­ge­hal­ten wer­den.
b.
Sie prüft, ob Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit ge­bo­ten wird.
c.
Sie wacht über die Ein­hal­tung des Ge­schäfts­plans.
d.
Sie wacht dar­über, dass die Ver­si­che­rer sol­vent sind, die Re­ser­ven und Rück­stel­lun­gen vor­schrifts­ge­mä­ss bil­den, die Ver­mö­gens­wer­te ord­nungs­ge­mä­ss ver­wal­ten und an­le­gen so­wie die ge­sam­ten Ka­pi­tal­er­trä­ge der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung zu­kom­men las­sen.
e.
Sie schützt die Ver­si­cher­ten vor Miss­bräu­chen.

2 Sie sorgt für die ge­set­zes­kon­for­me und dau­er­haf­te Ein­hal­tung der Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen durch die Ver­si­che­rer. Bei Nicht­ein­hal­tung der Vor­aus­set­zun­gen ver­langt die Auf­sichts­be­hör­de die Wie­der­her­stel­lung des ge­setz­li­chen Zu­stan­des.

3 Sie kann den Ver­si­che­rern Wei­sun­gen zur ein­heit­li­chen An­wen­dung des Bun­des­rechts er­tei­len und bei ih­nen In­spek­tio­nen durch­füh­ren. Die In­spek­tio­nen kön­nen auch un­an­ge­kün­digt durch­ge­führt wer­den. Der Auf­sichts­be­hör­de ist frei­er Zu­gang zu sämt­li­chen von ihr im Rah­men der In­spek­ti­on als re­le­vant er­ach­te­ten In­for­ma­tio­nen zu ver­schaf­fen.

4 Zur Über­prü­fung der Ein­hal­tung die­ses Ge­set­zes kann die Auf­sichts­be­hör­de je­der­zeit Drit­te her­an­zie­hen. Die Kos­ten kön­nen dem kon­trol­lier­ten Un­ter­neh­men be­las­tet wer­den, wenn bei der Kon­trol­le Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten oder ge­set­zes­wid­ri­ge Hand­lun­gen fest­ge­stellt wer­den. Die be­auf­trag­ten Per­so­nen sind ge­gen­über der Auf­sichts­be­hör­de von der Ge­heim­hal­tungs­pflicht ent­bun­den.

5 Die Durch­füh­rung der Ver­si­che­run­gen nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 wird von der FIN­MA nach dem VAG24 be­auf­sich­tigt. Die Auf­sichts­be­hör­de und die FIN­MA ko­or­di­nie­ren ih­re Auf­sichtstä­tig­kei­ten. Sie in­for­mie­ren sich ge­gen­sei­tig, so­bald sie von Vor­komm­nis­sen Kennt­nis ha­ben, die für die an­de­re Auf­sichts­be­hör­de von Be­deu­tung sind.

Art. 35 Auskunfts- und Meldepflicht  

1 Die be­auf­sich­tig­ten Un­ter­neh­men sind ver­pflich­tet, der Auf­sichts­be­hör­de, der ex­ter­nen Re­vi­si­ons­stel­le oder der von der Auf­sichts­be­hör­de be­auf­trag­ten Per­son al­le er­for­der­li­chen Aus­künf­te zu er­tei­len und Be­le­ge ein­zu­rei­chen, die für die Auf­sicht über die so­zia­le Kran­ken­ver­si­che­rung er­for­der­lich sind.

2 Sie sind ver­pflich­tet, jähr­lich An­ga­ben über die Da­ten zu ma­chen, die im Rah­men ih­rer Tä­tig­keit im Be­reich der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung an­fal­len. Die Auf­sichts­be­hör­de kann die­se An­ga­ben auch häu­fi­ger ver­lan­gen.

3 Die Ver­si­che­rer müs­sen der Auf­sichts­be­hör­de zu­dem un­ver­züg­lich Vor­komm­nis­se mel­den, die für die Auf­sicht von we­sent­li­cher Be­deu­tung sind.

Art. 36 Informationsaustausch und Amtshilfe  

1 In Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG25 ist die Auf­sichts­be­hör­de be­fugt, im Be­reich der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung an­de­ren schwei­ze­ri­schen Auf­sichts­be­hör­den und den Kan­to­nen nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­che Aus­künf­te und Un­ter­la­gen zu über­mit­teln, die die­se zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.

2 Die Ver­wal­tungs- und Rechts­pfle­ge­be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne sind un­ter Vor­be­halt spe­zi­al­ge­setz­li­cher Be­stim­mun­gen ver­pflich­tet, an Ab­klä­run­gen der Auf­sichts­be­hör­de mit­zu­wir­ken und ihr die da­für not­wen­di­gen Da­ten auf schrift­li­che und be­grün­de­te An­fra­ge be­kannt zu ge­ben. Für die Amts­hil­fe dür­fen der Auf­sichts­be­hör­de kei­ne Kos­ten be­las­tet wer­den.

Art. 37 Veröffentlichung der Entscheide  

Die Auf­sichts­be­hör­de kann die Öf­fent­lich­keit in Ab­wei­chung von Ar­ti­kel 33 ATSG26 über ih­re Mass­nah­men und über straf­recht­li­che Sank­tio­nen in­for­mie­ren.

2. Abschnitt: Aufsichtsmassnahmen

Art. 38 Sichernde Massnahmen  

1 Die Auf­sichts­be­hör­de trifft die si­chern­den Mass­nah­men, die ihr zur Wah­rung der In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten er­for­der­lich er­schei­nen, wenn ein Ver­si­che­rer die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes und des KVG27, nicht ein­hält, An­ord­nun­gen der Auf­sichts­be­hör­de nicht nach­kommt oder die In­ter­es­sen der Ver­si­cher­ten an­der­wei­tig ge­fähr­det er­schei­nen.

2 Die Auf­sichts­be­hör­de kann ins­be­son­de­re:

a.
die freie Ver­fü­gung über Ver­mö­gens­wer­te des Ver­si­che­rers un­ter­sa­gen;
b.
die Hin­ter­le­gung oder die Sper­re der Ver­mö­gens­wer­te des Ver­si­che­rers an­ord­nen;
c.
den Or­ga­nen ei­nes Ver­si­che­rers zu­ste­hen­de Be­fug­nis­se ganz oder teil­wei­se auf ei­ne Dritt­per­son über­tra­gen;
d.
den Ver­si­cher­ten­be­stand ei­nem an­de­ren Ver­si­che­rer nach Ar­ti­kel 40 über­tra­gen;
e.
die Ver­wer­tung des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung an­ord­nen;
f.
die Ab­be­ru­fung der mit der Ober­lei­tung, Auf­sicht, Kon­trol­le oder Ge­schäfts­füh­rung be­trau­ten Per­so­nen an­ord­nen;
g.
Prä­mi­ener­hö­hun­gen an­ord­nen;
h.
die Um­set­zung ei­nes Fi­nan­zie­rungs- oder Sa­nie­rungs­plans an­ord­nen;
i.
ei­ne Per­son er­nen­nen und ihr be­son­de­re Auf­trä­ge und Be­fug­nis­se nach Ar­ti­kel 39 er­tei­len;
j.
Ver­mö­gens­wer­te des Ver­si­che­rers dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung bis zur Hö­he des Soll­be­tra­ges nach Ar­ti­kel 15 Ab­satz 2 zu­ord­nen;
k.
bei In­sol­venz­ge­fahr ei­nes Ver­si­che­rers die Nach­lass­stun­dung nach den Ar­ti­keln 293−304 des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 188928 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs an­ord­nen;
l.
vom Ver­si­che­rer den Ab­schluss ei­nes Rück­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges ver­lan­gen.

3 Ist die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on ei­nes Ver­si­che­rers ge­fähr­det und er­grei­fen die sta­tu­ta­ri­schen Or­ga­ne kei­ne aus­rei­chen­den Mass­nah­men, so kann die Auf­sichts­be­hör­de die Mass­nah­men nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben g und h er­grei­fen, da­mit die ge­setz­li­chen Vor­ga­ben in den kom­men­den zwei Jah­ren er­füllt blei­ben.

Art. 39 Von der Aufsichtsbehörde beauftragte Person  

1 Die Auf­sichts­be­hör­de kann ei­ne un­ab­hän­gi­ge und fach­kun­di­ge Per­son da­mit be­auf­tra­gen, bei ei­nem be­auf­sich­tig­ten Un­ter­neh­men Auf­sichts­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 38 um­zu­set­zen.

2 Die Auf­sichts­be­hör­de um­schreibt die Auf­ga­ben der be­auf­trag­ten Per­son. Sie legt fest, in wel­chem Um­fang die be­auf­trag­te Per­son an­stel­le der Or­ga­ne des be­auf­sich­tig­ten Un­ter­neh­mens han­deln darf.

3 Für die In­for­ma­ti­ons­be­fug­nis­se der be­auf­trag­ten Per­son und für die Aus­kunfts­pflicht des be­auf­sich­tig­ten Un­ter­neh­mens ihr ge­gen­über ist Ar­ti­kel 35 sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

4 Die Kos­ten für die be­auf­trag­te Per­son trägt das be­auf­sich­tig­te Un­ter­neh­men. Es hat auf An­ord­nung der Auf­sichts­be­hör­de einen Kos­ten­vor­schuss zu leis­ten. In Aus­nah­me­fäl­len kann die Auf­sichts­be­hör­de die Kos­ten ganz oder teil­wei­se er­las­sen.

Art. 40 Verfahren bei der Übertragung des Versichertenbestandes  

1 Im Hin­blick auf die Über­tra­gung ei­nes Ver­si­cher­ten­be­stan­des ist die Auf­sichts­be­hör­de ge­gen­über in­ter­es­sier­ten Ver­si­che­rern und Ver­bän­den von Ver­si­che­rern von ih­rer Schwei­ge­pflicht ent­bun­den.

2 Die Auf­sichts­be­hör­de kann den Ver­si­cher­ten­be­stand ei­nes Ver­si­che­rers mit dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung, den Re­ser­ven und den Rech­ten und Pflich­ten, die da­mit zu­sam­men­hän­gen, ganz oder teil­wei­se auf einen an­de­ren Ver­si­che­rer über­tra­gen, so­fern die­ser sei­ne Zu­stim­mung er­teilt. Sie ver­fügt die Be­din­gun­gen der Über­tra­gung.

Art. 41 Konkurseröffnung  

1 Die Er­öff­nung des Kon­kur­ses über einen Ver­si­che­rer be­darf der Zu­stim­mung der Auf­sichts­be­hör­de. Die­se er­teilt die Zu­stim­mung, wenn kei­ne Sa­nie­rungs­mög­lich­keit be­steht.

2 Sie kann die Er­öff­nung des Kon­kur­ses über ei­ne Kran­ken­kas­se beim Kon­kurs­ge­richt be­an­tra­gen.

Art. 42 Darlehen zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen  

1 Zur Über­brückung von vor­über­ge­hen­den Li­qui­di­täts­eng­päs­sen kann der Bun­des­rat der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung Tre­so­re­rie­dar­le­hen zu marktüb­li­chen Be­din­gun­gen ge­wäh­ren. Die Ge­wäh­rung der Tre­so­re­rie­dar­le­hen kann an Be­din­gun­gen ge­knüpft wer­den.

2 Zur Si­cher­stel­lung der Rück­zah­lung der Tre­so­re­rie­dar­le­hen nach spä­tes­tens fünf Jah­ren kann der Bun­des­rat einen Prä­mi­en­zu­schlag zu­guns­ten des In­sol­venz­fonds von höchs­tens 1 Pro­zent des Prä­mi­en­vo­lu­mens der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung fest­le­gen.

3. Abschnitt: Beendigung der Versicherungstätigkeit

Art. 43  

1 Die Auf­sichts­be­hör­de ent­zieht ei­nem Ver­si­che­rer die Be­wil­li­gung zur Durch­füh­rung der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung oder ei­nem Rück­ver­si­che­rer die Be­wil­li­gung zur Durch­füh­rung der Rück­ver­si­che­rung der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung, wenn er dar­um er­sucht oder wenn er die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen nicht mehr er­füllt.

2 Ein all­fäl­li­ger Ver­mö­gens­über­schuss fällt in den In­sol­venz­fonds der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung, wenn die Be­wil­li­gung voll­stän­dig ent­zo­gen wird und das Ver­mö­gen und der Ver­si­cher­ten­be­stand nicht durch Ver­trag auf ei­ne an­de­ren Ver­si­che­rer über­tra­gen wer­den.

3 Ent­zieht die Auf­sichts­be­hör­de ei­nem Ver­si­che­rer die Be­wil­li­gung zur Durch­füh­rung der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung nur für Tei­le des ört­li­chen Tä­tig­keits­be­reichs, so hat der Ver­si­che­rer einen An­teil sei­ner Re­ser­ven ab­zu­ge­ben. Die­ser Be­trag ist auf die Ver­si­che­rer um­zu­ver­tei­len, wel­che die von der Ein­schrän­kung des ört­li­chen Tä­tig­keits­be­rei­ches be­trof­fe­nen Ver­si­cher­ten auf­neh­men. Die Auf­sichts­be­hör­de kann den Be­trag fest­le­gen und die Um­ver­tei­lung des Be­trags der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung über­tra­gen.

4 Be­en­det ein Ver­si­che­rer oder ein Rück­ver­si­che­rer die Ver­si­che­rungs­tä­tig­keit, so ver­fügt die Auf­sichts­be­hör­de die Ent­las­sung aus der Auf­sicht.

5 Die Auf­sichts­be­hör­de teilt ih­re Ver­fü­gung dem Han­dels­re­gis­ter­amt mit und ver­öf­fent­licht sie auf Kos­ten des Un­ter­neh­mens.

6. Kapitel: Besondere Bestimmungen zur Aufsicht über die Versicherer

Art. 44  

1 Die Auf­sichts­be­hör­de kann die Trans­ak­tio­nen zwi­schen ei­nem Ver­si­che­rer in der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung und an­de­ren Un­ter­neh­men über­prü­fen.

2 Sie kann die­se Prü­fung an die ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le de­le­gie­ren.

3 Sie kann Vor­schrif­ten zum Ri­si­ko­ma­na­ge­ment und zum in­ter­nen Kon­troll­sys­tem er­las­sen, so­fern die Ver­si­che­rer da­von be­trof­fen sind.

4 Die Ar­ti­kel 20 (ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit) und 38 Ab­satz 2 Buch­sta­be f (Ab­be­ru­fung von Per­so­nen) gel­ten sinn­ge­mä­ss für die Hol­ding­ge­sell­schaft.

5 In Be­zug auf die Ab­sät­ze 1 und 3 gilt die Aus­kunfts­pflicht nach Ar­ti­kel 35 sinn­ge­mä­ss für die füh­ren­de Hol­dings­ge­sell­schaft.

7. Kapitel: Gemeinsame Einrichtung

1. Abschnitt: Allgemeines

Art. 45 Externe Revisionsstelle  

Die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung be­zeich­net ei­ne ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le. Die Ar­ti­kel 25–27 sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

Art. 46 Berichterstattung  

Die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung reicht der Auf­sichts­be­hör­de bis zum 30. Ju­ni des Fol­ge­jah­res einen Jah­res­be­richt über ih­re Tä­tig­keit ein. Dem Jah­res­be­richt bei­zu­fü­gen sind:

a.
ei­ne Be­triebs­rech­nung für je­den Auf­ga­ben­be­reich;
b.
ei­ne Ge­samt­be­triebs­rech­nung;
c.
ei­ne Bi­lanz;
d.
ei­ne Über­sicht über die Re­ser­ven im Be­reich der Prä­mi­en­ver­bil­li­gung;
e.
der Be­richt der Re­vi­si­ons­stel­le.

2. Abschnitt: Insolvenzfonds

Art. 47 Führung eines Insolvenzfonds  

Die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung führt einen In­sol­venz­fonds, des­sen Zweck die Über­nah­me der Kos­ten für die ge­setz­li­chen Leis­tun­gen an­stel­le von in­sol­ven­ten Ver­si­che­rern nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 2 KVG29 ist.

Art. 48 Finanzierung des Insolvenzfonds  

Der In­sol­venz­fonds wird fi­nan­ziert durch:

a.
Bei­trä­ge der Ver­si­che­rer;
b.
Ver­mö­gens­über­schüs­se von auf­ge­lös­ten Ver­si­che­rern de­ren Ver­mö­gen und Ver­si­cher­ten­be­stand nicht durch Ver­trag auf einen an­de­ren Ver­si­che­rer über­tra­gen wor­den sind;
c.
Mehr­ein­nah­men, die aus der Über­prü­fung der Wirt­schaft­lich­keit von Arz­nei­mit­teln der Spe­zia­li­tä­ten­lis­te re­sul­tie­ren und von den Phar­maun­ter­neh­men an die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung zu­rück­er­stat­tet wer­den;
d.
mit­tels Rück­griff durch­ge­setz­te An­sprü­che (Art. 52 Abs. 4).
Art. 49 Höhe des Insolvenzfonds  

Die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung setzt die Hö­he des In­sol­venz­fonds fest.

Art. 50 Insolvenz  

1 Die In­sol­venz ei­nes Ver­si­che­rers ist ge­ge­ben, wenn über ihn der Kon­kurs er­öff­net wor­den ist oder er sonst in ab­seh­ba­rer Zeit nicht mehr in der La­ge sein wird, den fi­nan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen nach­zu­kom­men.

2 Die Auf­sichts­be­hör­de stellt auf An­trag des Ver­si­che­rers, auf An­trag der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung oder von Am­tes we­gen die In­sol­venz des Ver­si­che­rers for­mell fest. Gleich­zei­tig legt sie den Be­ginn der Leis­tungs­pflicht des In­sol­venz­fonds fest und in­for­miert die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung.

Art. 51 Art und Umfang der Leistungsübernahme  

1 Die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung über­nimmt zu­las­ten des In­sol­venz­fonds den Be­trag, der dem in­sol­ven­ten Ver­si­che­rer für die Be­zah­lung der ge­setz­li­chen Leis­tun­gen fehlt. Die­se um­fas­sen:

a.
die Kos­ten für die Leis­tun­gen der ob­li­ga­to­ri­schen Kran­ken­pfle­ge­ver­si­che­rung;
b.
die Leis­tun­gen der frei­wil­li­gen Tag­geld­ver­si­che­rung;
c.30
die Ri­si­ko­ab­ga­ben nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 1 KVG31;
d.
die mit der Ge­wäh­rung der Leis­tun­gen nach den Buch­sta­ben a–c ver­bun­de­nen Ver­wal­tungs­kos­ten.

2 Die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung legt im Ein­zel­fall die zweck­mäs­si­ge Art der Leis­tungs­be­ar­bei­tung fest.

3 Sie mel­det die Hö­he der vom In­sol­venz­fonds über­nom­me­nen Leis­tun­gen bei der Li­qui­da­ti­ons- oder Kon­kurs­ver­wal­tung fort­lau­fend an. Die ge­mel­de­ten Leis­tun­gen wer­den als Li­qui­da­ti­ons- oder Kon­kurs­for­de­run­gen be­han­delt.

30 Fas­sung ge­mä­ss Art. 60, in Kraft seit 1. Jan. 2017.

31 SR 832.10

3. Abschnitt: Rückgriff

Art. 52  

1 Ge­gen­über ei­nem haft­ba­ren Or­gan oder ei­ner Dritt­per­son, die für die In­sol­venz des Ver­si­che­rers haf­tet, tritt die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung bis zur Hö­he der vom In­sol­venz­fonds über­nom­me­nen ge­setz­li­chen Leis­tun­gen in die An­sprü­che des in­sol­ven­ten Ver­si­che­rers ein. Sie gibt ih­re For­de­run­gen im Kon­kurs ein.

2 Meh­re­re Haft­pflich­ti­ge haf­ten für die Rück­griffs­an­sprü­che der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung so­li­da­risch.

3 Auf die über­ge­gan­ge­nen An­sprü­che sind die glei­chen Ver­jäh­rungs­fris­ten an­wend­bar, wie sie ge­gen­über dem Ver­si­che­rer an­wend­bar wa­ren. Für den Rück­griffs­an­spruch der ge­mein­sa­men Ein­rich­tung be­gin­nen die Ver­jäh­rungs­fris­ten erst mit Kennt­nis der Leis­tungs­pflicht und der er­satz­pflich­ti­gen Per­son zu lau­fen.

4 Das Er­geb­nis dient nach Ab­zug der In­kas­so­kos­ten zur De­ckung des vom In­sol­venz­fonds nach Ar­ti­kel 51 über­nom­me­nen Be­trags. Der Über­schuss fällt in die Kon­kurs­mas­se.

5 Die An­sprü­che, die nicht auf die ge­mein­sa­me Ein­rich­tung über­ge­hen, blei­ben der Kon­kurs­mas­se ge­wahrt.

8. Kapitel: Strafbestimmungen

Art. 53 Vergehen  

1 Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
oh­ne Be­wil­li­gung die so­zia­le Kran­ken­ver­si­che­rung oder die Rück­ver­si­che­rung nach die­sem Ge­setz be­treibt;
b.
aus dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung Wer­te aus­schei­det oder dem ge­bun­de­nen Ver­mö­gen be­las­tet, so­dass der Soll­be­trag nicht mehr ge­deckt ist;
c.
an­de­re Hand­lun­gen vor­nimmt, wel­che die Si­cher­heit der Wer­te des ge­bun­de­nen Ver­mö­gens der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung ver­min­dern.

2 Wer fahr­läs­sig han­delt, wird mit Geld­stra­fe bis zu 180 Ta­ges­sät­zen be­straft.

Art. 54 Übertretungen  

1 Mit Bus­se bis zu 500 000 Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
ge­gen ei­ne Pflicht nach Ar­ti­kel 8, 9, 10 oder 35 ver­stösst;
b.
in Ver­let­zung der Aus­kunfts­pflicht oder der Mit­tei­lungs­pflicht nach die­sem Ge­setz un­wah­re Aus­kunft er­teilt oder die Aus­kunft ver­wei­gert;
c.
die nach Ar­ti­kel 13 vor­ge­se­he­nen Rück­stel­lun­gen nicht bil­det;
d.
als Durch­füh­rungs­or­gan im Sin­ne die­ses Ge­set­zes sei­ne Pflich­ten, na­ment­lich die Schwei­ge­pflicht, ver­letzt oder sei­ne Stel­lung zum Nach­teil Drit­ter, zum ei­ge­nen Vor­teil oder zum un­recht­mäs­si­gen Vor­teil an­de­rer miss­braucht;
e.
sich ei­ner von der Auf­sichts­be­hör­de an­ge­ord­ne­ten Kon­trol­le wi­der­setzt oder die­se auf ei­ne an­de­re Wei­se ver­un­mög­licht;
f.
sich der Pflicht zur Amts- und Ver­wal­tungs­hil­fe nach Ar­ti­kel 32 ATSG32 und nach Ar­ti­kel 82 KVG33 ent­zieht;
g.
ge­gen das Ver­bot nach Ar­ti­kel 62 Ab­satz 2bis oder Ar­ti­kel 64 Ab­satz 8 KVG ver­stösst.

2 Wer in den Fäl­len nach Ab­satz 1 fahr­läs­sig han­delt, wird mit Bus­se bis zu 150 000 Fran­ken be­straft.

3 Mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
ei­ner rechts­kräf­ti­gen Ver­fü­gung der Auf­sichts­be­hör­de oder ei­nem Ent­scheid der Rechts­mit­tel­in­stan­zen nicht Fol­ge leis­tet oder zu­wi­der­han­delt;
b.
die Durch­set­zung der Ver­si­che­rungs­pflicht nach den Ar­ti­keln 4, 4a, 5 und 7 KVG er­schwert;
c.
Vor­schrif­ten über das Fi­nan­zie­rungs­ver­fah­ren und die Rech­nungs­le­gung ver­letzt;
d.
Vor­schrif­ten über die Leis­tungs­ver­gü­tung nach Ar­ti­kel 34 Ab­satz 1 KVG ver­letzt;
e.
Vor­schrif­ten über die Kos­ten­be­tei­li­gung nach Ar­ti­kel 64 KVG ver­letzt;
f.
Vor­schrif­ten über die Prä­mi­en der Ver­si­cher­ten nach den Ar­ti­keln 61–63 KVG ver­letzt;
g.
den Ge­schäfts­be­richt nicht in­ner­halb der ge­setz­li­chen Frist ein­reicht.

4 Wer in den Fäl­len nach Ab­satz 3 Buch­sta­ben b–f fahr­läs­sig han­delt, wird mit Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken be­straft.

5 Ha­ben die Auf­sichts­be­hör­de oder be­auf­trag­te Per­so­nen Aus­künf­te un­ter Mit­wir­kung ei­ner Per­son er­langt, so dür­fen die­se in ei­nem Straf­ver­fah­ren ge­gen die­sel­be Per­son nur ver­wen­det wer­den, wenn die Per­son zu­stimmt oder die Aus­künf­te auch oh­ne ih­re Mit­wir­kung hät­ten er­langt wer­den kön­nen.

Art. 55 Widerhandlung in Geschäftsbetrieben  

Von der Er­mitt­lung der straf­ba­ren Per­so­nen kann Um­gang ge­nom­men und an ih­rer Stel­le der Ge­schäfts­be­trieb zur Be­zah­lung der Bus­se ver­ur­teilt wer­den, wenn:

a.
die Er­mitt­lung der Per­so­nen, die nach Ar­ti­kel 6 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 197434 über das Ver­wal­tungs­straf­recht straf­bar sind, Un­ter­su­chungs­mass­nah­men be­dingt, die im Hin­blick auf die ver­wirk­te Stra­fe un­ver­hält­nis­mäs­sig wä­ren; und
b.
ei­ne Bus­se von höchs­tens 20 000 Fran­ken in Be­tracht fällt.

9. Kapitel: Zuständige Aufsichtsbehörde

Art. 56  

Das Bun­des­amt für Ge­sund­heit übt die Auf­sicht nach die­sem Ge­setz aus.

10. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 57 Vollzug  

Der Bun­des­rat voll­zieht die­ses Ge­setz. Er er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

Art. 58 Änderung anderer Erlasse  

Die Än­de­rung an­de­rer Er­las­se wird im An­hang ge­re­gelt.

Art. 59 Übergangsbestimmungen  

1 Die Ver­si­che­rer müs­sen bis spä­tes­tens zwei Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes:

a.
über einen Ge­schäfts­plan nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 Buch­sta­ben a–f und i–p ver­fü­gen und die­sen der Auf­sichts­be­hör­de ein­rei­chen;
b.
die An­sprü­che aus Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis­sen und Rück­ver­si­che­rungs­ver­trä­gen durch ein ge­bun­de­nes Ver­mö­gen der so­zia­len Kran­ken­ver­si­che­rung nach Ar­ti­kel 15 si­cher­stel­len;
c.
über ein Ri­si­ko­ma­na­ge­ment nach Ar­ti­kel 22 ver­fü­gen;
d.
über ei­ne in­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le nach Ar­ti­kel 23 ver­fü­gen.

2 Sie müs­sen bis spä­tes­tens fünf Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes:

a.
die An­for­de­run­gen im Zu­sam­men­hang mit der Über­tra­gung von Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 6 er­fül­len;
b.
Ge­währ für ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit nach Ar­ti­kel 20 bie­ten.
Art. 60 Koordination mit der Änderung vom
21. März 2014 des KVG
 

Un­ab­hän­gig da­von, ob zu­erst die Än­de­rung vom 21. März 201435des KVG36oder das vor­lie­gen­de Ge­setz in Kraft tritt, lau­tet mit In­kraft­tre­ten des spä­ter in Kraft tre­ten­den Ge­set­zes so­wie bei gleich­zei­ti­gem In­kraft­tre­ten die nach­fol­gen­de Bes­timmung wie folgt:

37

35 AS 20143345

36 SR 832.10

37 Art. 51 Abs. 1 Bst. c ein­ge­fügt hier­vor.

Art. 61 Referendum und Inkrafttreten  

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Da­tum des In­kraft­tre­tens: 1. Ja­nu­ar 201638

38 BRB vom 18. No­vem­ber 2015

Anhang

(Art. 58)

Änderung anderer Erlasse

Die nachstehenden Bundesgesetze werden wie folgt geändert:

39

39 Die Änderungen können unter AS 2015 5137konsultiert werden.

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J+S-V-BASPO JSG JStG JStPO JSV K: KAG KAKV-FINMA KBFHV KEG KEV KFG KFV KG KGSG KGSV KGTG KGTV KGVV KHG KHV KJFG KJFV KKG KKV KKV-FINMA KlinV KLV KMG KMV KOV KoVo KPAV KPFV KR-PatGer KRG KRV KV-GE KVAG KVAV KVG KVV L: LAfV LBV LDV LeV LFG LFV LGBV LGeoIV LGV LIV LMG LMVV LPG LRV LSMV LSV LTrV LugÜ LV-Informationssystemeverordnung LVG LVV LVV-VBS LwG M: MAkkV MaLV MaschV MatV MAV MBV MCAV MedBG MedBV MepV MetG MetV MFV MG MIG MinLV MinVG MinVV MinöStG MinöStV MiPV MIV MiVo-HF MJV MNKPV MPV MSchG MSchV MSG MStG MStP MStV MSV MVG MVV MWSTG MWSTV N: NAFG NagV NBibG NBibV NDG NEV NFSV NHG NHV NISSG NISV NIV NSAG NSAV NSG NSV NZV NZV-BAV O: OAV-SchKG OBG OBV OHG OHV OR OrFV Org-VöB OV-BK OV-BR OV-EDA OV-EDI OV-EFD OV-EJPD OV-HFG OV-UVEK OV-VBS OV-WBF P: PAG ParlG ParlVV PartG PaRV PatG PatGG PatV PAV PAVO PAVV PBG PBV PfG PfV PG PGesV PGesV–WBF–UVEK PGRELV PhaV PHV POG PRG PrHG PrSG PrSV PRTR-V PSAV PSMV PSPV PSPV-BK PSPV-EDA PSPV-EDI PSPV-EJPD PSPV-UVEK PSPV-VBS PSPV-WBF PSPVK PsyBV PsyG 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A: AccredO-LPsy AETR C: Caclid CC CCoop-ESF CE-TAF CEDH CL CLaH 2000 CLaH 96 CO CP CPC Cpecmdi CPM CPP Cprlsaé Crdl Crpc Cst-GE Cst. Ctflij D: DE-OCEB DE-OCF DE-OMBat DPA DPMin E: EIMP F: FITAF FP-TFB L: LA LAA LAAF LAAM LACI LAFam LAGH LAgr LAI Lalc LAM LAMal LAO LAP LApEl LAPG LAr LArm LAS LASEI LAsi LAT LAVI LAVS LB LBCF LBFA LBI LBNS LCA LCAP LCart LCBr LCC LCD LCdF LCESF LCF LCFF LChim LChP LCin LCITES LCo LCPI LCPR LCR LD LDA LDAl LDEA LDEP LDes LDFR LDI LDIF LDIP LDP LDT LDét LEAC LEAR LEaux LEC LEDPP LEEJ LEFin LEg LEH LEHE LEI LEIS LEMO LEne LEnTR LENu LEp LERI LESE LESp LET LEx LF-CLaH LF-EEA LFA LFAIE LFC LFCo LFE LFH LFIF LFINMA LFisE LFLP LFMG LFo LFORTA LFPC LFPr LFSP LFus LGG LGéo LHand LHID LHR LIA LIB LICa LIE LIFD LIFSN LIMF Limpauto Limpmin LIPI LIPPI LISDC LISint LITC LJAr LLC LLCA LLG LLGV LMAP LMC LMCFA LMP LMSI LMét LN LNI LOA LOAP LOC LOG LOGA LOP LOST LP LPA LPAP LParl LPart LPBC LPC LPCA LPCC LPCo LPD LPDS LPE LPers LPGA LPM LPMA LPMéd LPN LPO LPP LPPCi LPPS LPSan LPSP LPsy LPTh LPubl LRaP LRCF LRCN LRCS LRens LRFP LRH LRN LRNIS LRPL LRS LRTV LSA LSAMal LSC LSCPT LSE LSEtr LSF LSIA LSIP LSIS LSPr LSPro LSR LStup LSu LT LTab LTaD LTAF LTBC LTC LTEO LTF LTFB LTI LTM LTN LTo LTr LTRA LTrAlp LTrans LTrD LTro LTTM LTV LTVA Ltém LUMin LUsC LVA LVP LVPC O: O E-VERA O LERI DEFR O OFSPO J+S O pers mil O-CNC-FPr O-CP-CPM O-HEFSM O-LEHE O-LERI O-LRNIS O-OPers O-OPers-DFAE O-SI ABV O-SIGEXPA O-STAC OA 1 OA 2 OA 3 OAA OAAcc OAAE OAAE-DFJP OAAF OAAFM OAAFM-DDPS OAASF OAbCV OAC OACA OACAMIL OACata OAcCP OACE OACI OACM OACP OACS OAdd OAdma OAdo OADou OAEP OAF OAFA OAFam OAG OAGH OAGH-DFI OAgrD OAIE OAlc OAllerg OAM OAMal OAMAS OAMéd OAMédcophy OAO OAOF OAP OAPA OAPCM OApEl OARF OARF-OFT OARG OArm OAS OASA OAsc OASF OASM OASMéd OAStup OAT OAV OAVI OB OBat OBB OBCF OBI OBiG OBioc OBLF OBMa OBNP OBNS OBPL OCA OCA-DFI Ocach OCAl OCart OCBD OCBr Occd OCCEA OCCHE OCCP OCCR OCDA OCDM OCDoc OCEB OCEC OCEl-PA OCEl-PCPP OCEM OCF OCFH OChim OChP OCIFM OCin OCITES OCL OClin OCM OCM ES OCMD OCNE OCo OCOFE OComp-OSPro OCont OCoo OCoR-DFI OCos OCOV OCP OCPD OCPF OCPPME OCPR OCPSan OCR OCS OCSP OCSP-ChF OCSP-DDPS OCSP-DEFR OCSP-DETEC OCSP-DFAE OCSP-DFI OCSP-DFJP OCSPN OCStup OCTE OCVM OCâbles OD OD-ASR OD-DFF Odac ODAlAn ODAlGM ODAlOUs ODAlOV ODAu ODCS ODE OdelO ODEP ODEP-DFI ODes ODF ODFR ODI ODim ODO ODP ODPr ODSC ODV ODVo Odét OE OEAR OEaux OEB OEC OECA OEChim OECin OEDPP OEDRP-DFI OEDS OEE-VT OEEC OEEE OEEJ OEFin OEI-SCPT OEIE OEIMP OEIT OELDAl OELP OEM Oem-LEI Oem-OFJ OEMCN OEMFP OEmiA OEMO OEmol-AFC OEmol-ASF OEmol-BN OEmol-DDPS OEmol-DFAE OEmol-DFI-BN OEmol-fedpol OEmol-LCart OEmol-LSE OEmol-LTr OEmol-OFAC OEmol-OFAG OEmol-OFEV OEmol-OFRO OEmol-OFSPO OEmol-Publ OEmol-RC OEmol-SEFRI OEmol-TA OEmol-TP OEMTP OEMéd OEne OEneR OEng OENu OEOHB OEp OEPI OEPL OERE OESE OESE-DFI OESN OESp OESS OETHand OETV OEV Oexpa OFA-FINMA OFAC OFC OFCo OFCoop OFDG OFDPP OFE OFG OFH OFMO OFo OFOrg Oform OFP OFPAn OFPC-FINMA OFPr OFPT OFSI OFSPers OGE OGEmol OGN OGOM OGPCT OGéo OGéo-swisstopo OGéom OH OHand OHEL OHR OHS-LP OHyAb OHyg OHyPL OHyPPr OIA OIAgr OIAM OIB OIB-FINMA OIBC OIBL OIBT OIC OICa OIDAl OIDE OIE OIELFP OIFC OIFP OIFSN OILC OIMA OIMAS OIMF OIMF-FINMA Oimpauto Oimpmin OInstr pré OInstr prém DDPS Oinv OIOP OIP OIPI OIPSD OIPSD-DEFR OIS OISec OISofCA OISOS OIT OITab OITC OITE-AC OITE-PT-DFI OITE-UE-DFI OITPTh OITRV OIVS OJAr OJAR-FSTD OJM OJPM OLAA OLALA OLang OLAr OLCC OLCP OLDI OLDT OLEC OLED OLEH OLEl OLen OLFP OLG Olico OLN OLOG OLOGA OLOP OLP OLPA OLPD OLPS OLQE OLT 1 OLT 2 OLT 3