With big laws like OR and ZGB this can take up to 30 seconds

Verordnung
über die obligatorische Arbeitslosen­versicherung
und die Insolvenzentschädigung
(Arbeitslosenversicherungsverordnung, AVIV)

vom 31. August 1983 (Stand am 1. Juli 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf Artikel 81 des Bundesgesetzes vom 6. Oktober 20001 über den
Allgemeinen Teil des Sozialversicherungsrechts (ATSG)
und auf Artikel 109 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes vom 25. Juni 19822 (AVIG)
sowie in Ausführung von Anhang II des Abkommens vom 21. Juni 19993 zwischen der Schweizerischen Eidgenossenschaft einerseits und der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitgliedstaaten andererseits über die Freizügigkeit,4

verordnet:

1 SR 830.1

2 SR 837.0

3 SR 0.142.112.681

4 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 1203).

Erster Titel: Anwendbarkeit des ATSG 56

5 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Juli 2003 (AS 2003 1828).

6 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Juli 2021 (AS 2021 339).

Art. 1 Elektronischer Verkehr mit Behörden 7  

(Art. 55 Abs. 1bis ATSG; Art. 1 AVIG)

1 In An­wen­dung von Ar­ti­kel 55 Ab­satz 1bis ATSG gel­ten die Be­stim­mun­gen des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19688 über den elek­tro­ni­schen Ver­kehr mit Be­hör­den.

2 Der elek­tro­ni­sche Ver­kehr er­folgt bis zum Ein­spra­cheent­scheid über die Zu­gangs­platt­form für elek­tro­ni­sche Dienst­leis­tun­gen (Art. 83 Abs. 1bis Bst. d AVIG).

7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

8 SR 172.021

Art. 1a Kollektive arbeitsmarktliche Massnahmen 9  

(Art. 1 Abs. 3 AVIG)10

Als kol­lek­ti­ve ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men im Sin­ne von Ar­ti­kel 1 Ab­satz 3 AVIG gel­ten:

a.
die kol­lek­ti­ven Bil­dungs­mass­nah­men (Art. 60 Abs. 1 AVIG);
b.
die kol­lek­ti­ven Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men (Art. 64a Abs. 1 AVIG);
c.
die be­son­de­ren kol­lek­ti­ven Mass­nah­men der Kan­to­ne oder der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung, ge­stützt auf die Bun­des­ge­setz­ge­bung über die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung zu Guns­ten von ar­beits­lo­sen oder von Ar­beits­lo­sig­keit be­droh­ten Per­so­nen.

9 Ur­sprüng­lich: Art. 1.

10 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Titel 1a: Beiträge11

11 Ursprünglich 1. Tit.

Art. 2 Begrenzung des beitragspflichtigen Lohnes 12  

(Art. 3 AVIG)

Bei ei­ner Be­schäf­ti­gungs­dau­er von we­ni­ger als ei­nem Jahr wird zur Be­rech­nung der Höchst­gren­ze des bei­trags­pflich­ti­gen Loh­nes der 360. Teil des Jah­res­höchst­be­trags mit der An­zahl Ka­len­der­ta­ge des Be­schäf­ti­gungs­zeit­raums mul­ti­pli­ziert.

12 Ur­sprüng­lich: Art. 1a. Ur­sprüng­lich Art. 1. Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

Art. 2a Verwaltungskostenbeitrag 13  

(Art. 6 und 92 Abs. 1 AVIG)

Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer müs­sen auf ih­ren Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen kei­nen Ver­wal­tungs­kos­ten­bei­trag an die AHV-Aus­gleichs­kas­se ent­rich­ten.

13 Ur­sprüng­lich: Art. 2.

Zweiter Titel: Leistungen

Erstes Kapitel: Arbeitslosenentschädigung

1. Abschnitt: Anspruch

Art. 3 Heimarbeitnehmer  

(Art. 8 Abs. 2 AVIG)

1 Heim­ar­beit­neh­mer im Sin­ne die­ser Ver­ord­nung sind Per­so­nen, die auf­grund ei­nes Heim­ar­beits­ver­trags nach Ar­ti­kel 351 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts14 Heim­ar­beit ver­rich­ten.

2 Die be­son­de­ren Vor­schrif­ten über die Heim­ar­beit­neh­mer wer­den an­ge­wen­det, wenn der Ver­si­cher­te sei­nen letz­ten Ver­dienst vor Be­ginn der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug durch Heim­ar­beit er­zielt hat.

Art. 3a Rahmenfristen nach Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit ohne Förderung durch die Arbeitslosenversicherung 15  


(Art. 9a Abs. 1 und 2 AVIG)

1 Die Rah­men­fris­ten für die Bei­trags­zeit und für den Leis­tungs­be­zug wer­den nicht ver­län­gert, wenn die Er­werbs­tä­tig­keit bei­trags­wirk­sam nach Ar­ti­kel 13 AVIG war.

2 Ver­si­cher­te, die wäh­rend der Aus­übung ei­ner selbst­stän­di­gen Er­werbs­tä­tig­keit Leis­tun­gen der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung be­zo­gen ha­ben, kön­nen kei­ne Ver­län­ge­rung der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug be­an­spru­chen.

3 Die ver­län­ger­te Rah­men­frist nach Ar­ti­kel 9a Ab­satz 1 AVIG wird durch ei­ne neue Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug er­setzt, wenn nach Aus­schöp­fung des Tag­geld­höchst­an­spruchs die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­öff­nung der neu­en Rah­men­frist er­füllt sind.

15 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 3b Rahmenfristen im Falle von Erziehungszeiten 16  

(Art. 9b AVIG)

1 Die Rah­men­fris­ten für den Leis­tungs­be­zug so­wie für die Bei­trags­zeit wer­den nach ei­ner Er­zie­hungs­zeit ver­län­gert, wenn das Kind der ver­si­cher­ten Per­son bei Wie­der­an­mel­dung (Art. 9b Abs. 1 Bst. a und b AVIG) oder An­mel­dung (Art. 9b Abs. 2 AVIG) bei der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung das 10. Al­ters­jahr noch nicht zu­rück­ge­legt hat.

2 Ver­si­cher­te kön­nen die Ver­län­ge­rung der Rah­men­fris­ten für den Leis­tungs­be­zug und die Bei­trags­zeit im Fal­le von Er­zie­hungs­zei­ten für das­sel­be Kind nur ein­mal be­an­spru­chen.

3 Die Bei­trags­zei­ten, auf de­ren Grund­la­ge Ver­si­cher­te be­reits ei­ne Leis­tungs­rah­men­frist er­öff­net ha­ben, kön­nen nach Er­zie­hungs­zei­ten nicht ein zwei­tes Mal be­rück­sich­tigt wer­den.

4 Die vier­jäh­ri­ge Rah­men­frist für die Bei­trags­zeit nach Ar­ti­kel 9b Ab­satz 2 AVIG wird für je­de wei­te­re Nie­der­kunft um den Zeit­raum bis zur nächs­ten Nie­der­kunft ver­län­gert, höchs­tens je­doch um je­weils zwei Jah­re.

5 Die ver­län­ger­te Rah­men­frist nach Ar­ti­kel 9b Ab­satz 1 AVIG wird durch ei­ne neue Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug er­setzt, wenn nach Aus­schöp­fung des Tag­geld­höchst­an­spruchs die Vor­aus­set­zun­gen für die Er­öff­nung der neu­en Rah­men­frist er­füllt sind.

6 Im Fall der Pfle­ge von Kin­dern im Hin­blick auf ei­ne Ad­op­ti­on nach Ar­ti­kel 264 des Zi­vil­ge­setz­bu­ches17 und der Er­zie­hungs­zei­ten zu Guns­ten von Kin­dern des Ehe­gat­ten fin­den die Ab­sät­ze 1–5 sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.

16 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

17 SR 210

Art. 4 Voller Arbeitstag  

(Art. 11 Abs. 1 AVIG)

1 Als vol­ler Ar­beits­tag gilt der fünf­te Teil der wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit, die der Ver­si­cher­te nor­ma­ler­wei­se wäh­rend sei­nes letz­ten Ar­beits­ver­hält­nis­ses ge­leis­tet hat.

2 Hat­te die ver­si­cher­te Per­son zu­letzt ei­ne Voll­zeit­be­schäf­ti­gung, so gilt als aus­ge­fal­le­ner vol­ler Ar­beits­tag je­der Tag, an dem die ver­si­cher­te Per­son ganz ar­beits­los ist.18

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 5 Anrechenbarer Arbeitsausfall von teilweise Arbeitslosen  

(Art. 11 Abs. 1 AVIG)

Der Ar­beits­aus­fall von teil­wei­se Ar­beits­lo­sen (Art. 10 Abs. 2 Bst. b AVIG) ist an­re­chen­bar, wenn er in­ner­halb von zwei Wo­chen min­des­tens zwei vol­le Ar­beits­ta­ge aus­macht.

Art. 6 Besondere Wartezeiten 19  

(Art. 14 Abs. 1 und 18 Abs. 2 und 3 AVIG)20

1 Ver­si­cher­te, die auf­grund von Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 Buch­sta­be a AVIG al­lei­ne oder in Ver­bin­dung mit ei­nem Grund nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 Buch­sta­be b oder c AVIG von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind, müs­sen ei­ne War­te­zeit von 120 Ta­gen be­ste­hen.21

1bis Ver­si­cher­te nach Ab­satz 1, die sich im An­schluss an die ob­li­ga­to­ri­sche Schul­pflicht der Ar­beits­ver­mitt­lung zur Ver­fü­gung stel­len, kön­nen wäh­rend der War­te­zeit nach Ab­satz 1 an ei­nem Mo­ti­va­ti­ons­se­mes­ter nach Ar­ti­kel 64a Ab­satz 1 Buch­sta­be c AVIG teil­neh­men.22

1ter Ver­si­cher­te nach Ab­satz 1 kön­nen wäh­rend der War­te­zeit an ei­nem Be­rufs­prak­ti­kum nach Ar­ti­kel 64a Ab­satz 1 Buch­sta­be b AVIG teil­neh­men, wenn die durch­schnitt­li­che Ar­beits­lo­sen­quo­te der ver­gan­ge­nen sechs Mo­na­te in der Schweiz 3,3 Pro­zent über­steigt.23

2 Die üb­ri­gen Ver­si­cher­ten, die von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind, müs­sen ei­ne War­te­zeit von fünf Ta­gen be­ste­hen.

3 ...24

4 Die War­te­zeit nach ei­ner Sai­son­tä­tig­keit (Art. 7) oder nach ei­ner Tä­tig­keit in ei­nem Be­ruf, in dem häu­fig wech­seln­de oder be­fris­te­te An­stel­lun­gen üb­lich sind (Art. 8), be­trägt einen Tag. Sie ist in­ner­halb ei­ner Kon­troll­pe­ri­ode nur ein­mal zu be­ste­hen.

5 Die War­te­zeit nach Ab­satz 4 fällt da­hin:

a.
zwei Mo­na­te nach Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses, das sie be­grün­det;
b.
wenn das Ar­beits­ver­hält­nis un­un­ter­bro­chen min­des­tens ein Jahr ge­dau­ert hat;
c.
wenn das Ar­beits­ver­hält­nis nach Ab­satz 4 aus wirt­schaft­li­chen Grün­den vor­zei­tig auf­ge­löst wird;
d.
wenn je Kon­troll­pe­ri­ode ins­ge­samt nicht mehr als fünf Ar­beits­ta­ge nach­­ge­wie­sen wer­den.

6 Die War­te­zeit ist zu­sätz­lich zur all­ge­mei­nen War­te­zeit nach Ar­ti­kel 18 Ab­satz 1 AVIG zu be­ste­hen. Als War­te­zeit gel­ten nur die­je­ni­gen Ta­ge, für die der Ver­si­cher­te die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen (Art. 8 Abs. 1 AVIG) er­füllt.

19Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

20 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

22 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003 (AS 2003 1828). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

23 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003 (AS 2003 1828). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

24 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. März 2011, mit Wir­kung seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 6a Allgemeine Wartezeit 25  

(Art. 18 Abs. 1 und 1bis AVIG)

1 Die all­ge­mei­ne War­te­zeit ist in der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug nur ein­mal zu be­ste­hen. Als War­te­zeit gel­ten da­bei nur die­je­ni­gen Ta­ge, für die die ver­si­cher­te Per­son die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen (Art. 8 Abs. 1 AVIG) er­füllt.

2 Ver­si­cher­te mit ei­nem ver­si­cher­ten Ver­dienst bis 36 000 Fran­ken pro Jahr ha­ben kei­ne all­ge­mei­ne War­te­zeit zu be­ste­hen.

3 Ver­si­cher­te mit Un­ter­halts­pflich­ten ge­gen­über Kin­dern un­ter 25 Jah­ren und ei­nem ver­si­cher­ten Ver­dienst zwi­schen 36 001 Fran­ken und 60 000 Fran­ken pro Jahr ha­ben kei­ne all­ge­mei­ne War­te­zeit zu be­ste­hen.

25Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995 (AS 1996 295). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 7 Saisontätigkeit  

(Art. 18 Abs. 3 AVIG)26

Ei­ne Tä­tig­keit gilt als Sai­son­tä­tig­keit, wenn:

a.
der Ver­si­cher­te aus­drück­lich ein auf die Sai­son be­grenz­tes Ar­beits­ver­hält­nis ein­ge­gan­gen ist oder
b.
das Ar­beits­ver­hält­nis nach sei­ner Art und Dau­er ei­ner Sai­son­an­stel­lung gleich­kommt.

26 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 8 Berufe mit häufig wechselnden oder befristeten Anstellungen  

(Art. 18 Abs. 3 AVIG)27

1 Als Be­ru­fe, in de­nen häu­fig wech­seln­de oder be­fris­te­te An­stel­lun­gen üb­lich sind, gel­ten ins­be­son­de­re:

a.
Mu­si­ker;
b.
Schau­spie­ler;
c.
Ar­tist;
d.
künst­le­ri­scher Mit­ar­bei­ter bei Ra­dio, Fern­se­hen oder Film;
e.
Film­tech­ni­ker;
f.
Jour­na­list.

2 ...28

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

28Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 1996, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3071).

Art. 9 Ferienentschädigung in Sonderfällen 29  

(Art. 11 Abs. 4 AVIG)

1 Er­hält der Ver­si­cher­te ei­ne Fe­rienent­schä­di­gung in der Hö­he von min­des­tens 20 Pro­zent des AHV-pflich­ti­gen Loh­nes, so ist die ent­spre­chen­de An­zahl Fe­ri­en­ta­ge vom an­re­chen­ba­ren Ar­beits­aus­fall ab­zu­zie­hen, so­fern

a.
die Fe­ri­en­zei­ten im be­tref­fen­den Be­rufs­zweig vor­ge­ge­ben sind und
b.
der Ar­beits­aus­fall in ei­ne sol­che Fe­ri­en­zeit fällt.

2 Nur je­ne An­zahl Fe­ri­en­ta­ge wird ab­ge­zo­gen, wel­che dem seit den letz­ten Fe­ri­en er­wor­be­nen aber noch nicht be­zo­ge­nen Fe­ri­en­an­spruch ent­spricht.

29Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

Art. 10 Anrechenbarer Arbeitsausfall bei bestrittener Auflösung des öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses  

(Art. 11 Abs. 5 AVIG)

1 Hat der Ver­si­cher­te ge­gen die Ein­stel­lung der Lohn­zah­lung, die mit ei­nem Ver­fah­ren zur Auf­lö­sung sei­nes öf­fent­lichrecht­li­chen Dienst­ver­hält­nis­ses ver­bun­den ist, Be­schwer­de er­ho­ben, so ist der bis zum Ab­schluss des Haupt­ver­fah­rens er­lit­te­ne Ar­beits­aus­fall des Ver­si­cher­ten vor­läu­fig an­re­chen­bar. Die Kas­se zahlt die Ent­schä­di­gung aus, wenn der Ver­si­cher­te al­le An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt und ins­be­son­de­re ver­mitt­lungs­fä­hig ist.

2 Mit der Zah­lung ge­hen die im Ver­fah­ren fest­ge­stell­ten oder vom Ar­beit­ge­ber an­er­kann­ten Lohn- und Scha­den­er­satz­an­sprü­che des Ver­si­cher­ten im Um­fang der Ent­schä­di­gung auf die Kas­se über; die­se muss die An­sprü­che un­ver­züg­lich beim Ar­beit­ge­ber gel­tend ma­chen.

3 Zeigt das Be­schwer­de­ver­fah­ren, dass der Ver­si­cher­te durch sein Ver­hal­ten, ins­be­son­de­re we­gen Ver­let­zung ar­beits­ver­trag­li­cher Pflich­ten, dem Ar­beit­ge­ber An­lass zur Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ge­ge­ben hat, so stellt ihn die Kas­se in der An­spruchs­be­rech­ti­gung ein und for­dert die zu viel be­zahl­ten Tag­gel­der von ihm zu­rück.

Art. 10a Freiwillige Leistungen des Arbeitgebers bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses 30  

(Art. 11aAVIG)

Als frei­wil­li­ge Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers bei der Auf­lö­sung des pri­vat­recht­li­chen oder öf­fent­lich-recht­li­chen Ar­beits­ver­hält­nis­ses gel­ten Leis­tun­gen, die nicht Lohn- oder Ent­schä­di­gungs­an­sprü­che nach Ar­ti­kel 11 Ab­satz 3 AVIG dar­stel­len.

30 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 10b Freiwillige Leistungen an die berufliche Vorsorge 31  

(Art. 11a Abs. 3 AVIG)

Die für die be­ruf­li­che Vor­sor­ge ver­wen­de­ten Be­trä­ge wer­den von den zu be­rück­sich­ti­gen­den frei­wil­li­gen Leis­tun­gen nach Ar­ti­kel 11a Ab­satz 2 AVIG bis höchs­tens zum obe­ren Grenz­be­trag nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 des Bun­des­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 198232 über die be­ruf­li­che Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­vor­sor­ge ab­ge­zo­gen.

31 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003 (AS 2003 1828). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

32 SR 831.40

Art. 10c Beginn und Dauer der Frist, während welcher der Arbeitsausfall nicht anrechenbar ist 33  

(Art. 11aAVIG)

1 Die Frist, wäh­rend wel­cher der Ar­beits­aus­fall nicht an­re­chen­bar ist, be­ginnt mit dem ers­ten Tag nach Ab­lauf des Ar­beits­ver­hält­nis­ses, für das die frei­wil­li­gen Leis­tun­gen aus­ge­rich­tet wur­den, und zwar un­ab­hän­gig da­von, wann sich die ver­si­cher­te Per­son bei der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung als ar­beits­los mel­det.

2 Die Dau­er der Frist be­rech­net sich, in­dem der Be­trag der be­rück­sich­tig­ten frei­wil­li­gen Leis­tun­gen durch den Lohn ge­teilt wird, der im Rah­men der Tä­tig­keit er­zielt wur­de, wel­che die Leis­tun­gen aus­ge­löst hat, und zwar un­ab­hän­gig da­von, ob die ver­si­cher­te Per­son wäh­rend die­ser Frist ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus­übt.

33 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 10d Monatliche freiwillige Leistungen 34  

(Art. 11a und 13 AVIG)

1 Wird ei­ne für einen be­stimm­ten Zeit­raum in Mo­nats­ra­ten aus­zu­rich­ten­de frei­wil­li­ge Leis­tung ver­ein­bart, so wird von der Sum­me die­ser mo­nat­li­chen Leis­tun­gen der Jah­res­höchst­be­trag nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 2 AVIG ab­ge­zo­gen und das Er­geb­nis durch die ver­ein­bar­te An­zahl Mo­na­te ge­teilt. Der sich dar­aus er­ge­ben­de Be­trag wird von der Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung ab­ge­zo­gen.

2 Wur­de kein Zeit­raum fest­ge­legt, so er­folgt die Be­rech­nung nach Ab­satz 1 auf Grund der An­zahl Mo­na­te bis zum Er­rei­chen des or­dent­li­chen AHV-Ren­ten­al­ters.

34 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 10e Rahmenfrist für den Leistungsbezug 35  

(Art. 11 Abs. 1 AVIG)

Die Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug der ver­si­cher­ten Per­son, die frei­wil­li­ge Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers be­zo­gen hat, be­ginnt mit dem ers­ten Tag, für den der Ar­beits­aus­fall an­re­chen­bar ist und al­le Vor­aus­set­zun­gen für den An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung er­füllt sind (Art. 9 Abs. 2 AVIG).

35 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 10f Zeiten, die den Beitragszeiten gleichgestellt sind 36  

(Art. 11aAbs. 2 und 13 AVIG)

Die Zei­ten, wäh­rend de­nen der Ar­beits­aus­fall we­gen be­rück­sich­tig­ter frei­wil­li­ger Leis­tun­gen nicht an­re­chen­bar ist, gel­ten als Bei­trags­zei­ten. Die nicht be­rück­sich­tig­ten frei­wil­li­gen Leis­tun­gen er­ge­ben kei­ne Bei­trags­zeit.

36 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 10g Versicherter Verdienst 37  

(Art. 11aAbs. 2 und Art. 23 Abs. 1 AVIG)

Die be­rück­sich­tig­ten frei­wil­li­gen Leis­tun­gen wer­den in die Be­rech­nung des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes nach Ar­ti­kel 37 mit ein­be­zo­gen. Übt die ver­si­cher­te Per­son wäh­rend der Frist nach Ar­ti­kel 10c ei­ne Er­werbs­tä­tig­keit aus, so wird der ver­si­cher­te Ver­dienst, so­weit dies zu ih­ren Guns­ten ist, auf der Grund­la­ge des mit die­ser Tä­tig­keit er­ziel­ten Ver­diens­tes be­rech­net.

37 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 10h Anrechenbarer Arbeitsausfall bei vorzeitiger Auflösung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen 38  

(Art. 11 Abs. 3 und 11aAVIG)

1 Wird das Ar­beits­ver­hält­nis im ge­gen­sei­ti­gen Ein­ver­neh­men vor­zei­tig auf­ge­löst, so wird der ver­si­cher­ten Per­son wäh­rend der Zeit, die der Kün­di­gungs­frist oder der Frist des be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trags ent­spricht, so lan­ge kein Ar­beits­aus­fall an­ge­rech­net, wie die Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers den Ein­kom­mens­ver­lust wäh­rend die­ser Zeit de­cken.

2 Über­stei­gen die Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers den Be­trag des der ver­si­cher­ten Per­son bis zur or­dent­li­chen Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ge­schul­de­ten Loh­nes, so sind die Be­stim­mun­gen über die frei­wil­li­gen Leis­tun­gen des Ar­beit­ge­bers nach Ar­ti­kel 11a AVIG an­wend­bar.

38 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 11 Ermittlung der Beitragszeit  

(Art. 13 Abs. 1 AVIG)

1 Als Bei­trags­mo­nat zählt je­der vol­le Ka­len­der­mo­nat, in dem der Ver­si­cher­te bei­trags­pflich­tig ist.

2 Bei­trags­zei­ten, die nicht einen vol­len Ka­len­der­mo­nat um­fas­sen, wer­den zu­sam­men­ge­zählt. Je 30 Ka­len­der­ta­ge gel­ten als ein Bei­trags­mo­nat.

3 Die den Bei­trags­zei­ten gleich­ge­setz­ten Zei­ten (Art. 13 Abs. 2 AVIG) und Zei­ten, für die der Ver­si­cher­te einen Fe­ri­en­lohn be­zo­gen hat, zäh­len in glei­cher Wei­se.

4 Die Bei­trags­zeit von Teil­zeit­be­schäf­tig­ten wird nach den glei­chen Re­geln er­mit­telt wie bei Ar­beit­neh­mern mit Voll­zeit­be­schäf­ti­gung. Übt der Ver­si­cher­te gleich­zei­tig meh­re­re Teil­zeit­be­schäf­ti­gun­gen aus, so wird die Bei­trags­zeit nur ein­mal ge­zählt.

5 ...39

39 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2000 (AS 2002 1094). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, mit Wir­kung seit 1. April 2012 (AS 2012 1203).

Art. 11a–11b40  

40Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995 (AS 1996 295). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 12 Beitragszeit vorzeitig pensionierter Versicherter  

(Art. 13 Abs. 3 AVIG)

1 Ver­si­cher­ten, die vor Er­rei­chung des Ren­ten­al­ters der AHV pen­sio­niert wor­den sind, wird nur je­ne bei­trags­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung als Bei­trags­zeit an­ge­rech­net, die sie nach der Pen­sio­nie­rung aus­ge­übt ha­ben.

2 Ab­satz 1 gilt nicht, wenn der Ver­si­cher­te:

a.
aus wirt­schaft­li­chen Grün­den oder auf­grund von zwin­gen­den Re­ge­lun­gen im Rah­men der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge vor­zei­tig pen­sio­niert wur­de und
b.41
einen An­spruch auf Al­ters­leis­tun­gen er­wirbt, der ge­rin­ger ist als die Ent­schä­di­gung, die ihm nach Ar­ti­kel 22 AVIG zu­stün­de.42

3 Als Al­ters­leis­tun­gen gel­ten Leis­tun­gen der ob­li­ga­to­ri­schen und wei­ter­ge­hen­den be­ruf­li­chen Vor­sor­ge so­wie Al­ters­leis­tun­gen ei­ner aus­län­di­schen ob­li­ga­to­ri­schen oder frei­wil­li­gen Al­ters­ver­si­che­rung, un­ab­hän­gig da­von, ob es sich um ei­ne or­dent­li­che Al­ters­leis­tung oder um ei­ne Vor­ru­he­stands­leis­tung han­delt.43

41Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996295).

42Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

43 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 15. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 1094).

Art. 12a Beitragszeit in Berufen mit häufig wechselnden oder befristeten Anstellungen 44  

(Art. 13 Abs. 4 und 5 AVIG)

Ver­si­cher­ten in Be­ru­fen mit häu­fig wech­seln­den oder be­fris­te­ten An­stel­lun­gen (Art. 8) wird die nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 1 AVIG er­mit­tel­te Bei­trags­zeit für die ers­ten 60 Ka­len­der­ta­ge ei­nes be­fris­te­ten Ar­beits­ver­hält­nis­ses ver­dop­pelt.

44 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003 (AS 2003 1828). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 13 Befreiung von der Erfüllung der Beitragszeit  

(Art. 14 AVIG)45

1 Als Mut­ter­schaft im Sin­ne von Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 Buch­sta­be b AVIG zäh­len die Dau­er der Schwan­ger­schaft und die 16 Wo­chen nach der Nie­der­kunft.46

1bis Ein ähn­li­cher Grund im Sin­ne von Ar­ti­kel 14 Ab­satz 2 liegt ins­be­son­de­re vor, wenn Per­so­nen, die we­gen Weg­falls der Be­treu­ung von Pfle­ge­be­dürf­ti­gen ge­zwun­gen sind, ei­ne un­selbst­stän­di­ge Er­werbs­tä­tig­keit auf­zu­neh­men oder zu er­wei­tern, falls:

a.
die pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­son dau­ernd auf Hil­fe an­ge­wie­sen war;
b.
die be­treu­en­de und die pfle­ge­be­dürf­ti­ge Per­son im ge­mein­sa­men Haus­halt ge­wohnt ha­ben; und
c.
die Be­treu­ung mehr als ein Jahr ge­dau­ert hat.47

2 Die bei­trags­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung wäh­rend min­des­tens sechs Mo­na­ten nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 3 ers­ter und zwei­ter Satz AVIG muss in­ner­halb der Rah­men­frist für die Bei­trags­zeit aus­ge­übt wor­den sein.48

3 Nie­der­ge­las­se­ne Aus­län­der, die nicht An­ge­hö­ri­ge ei­nes Staa­tes der Eu­ro­päi­schen Uni­on oder der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on sind und die nach ei­nem Aus­land­auf­ent­halt von über ei­nem Jahr in die Schweiz zu­rück­keh­ren, sind wäh­rend ei­nes Jah­res von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit, so­fern sie sich über ei­ne ent­spre­chen­de Be­schäf­ti­gung als Ar­beit­neh­mer im Aus­land aus­wei­sen kön­nen und wäh­rend min­des­tens sechs Mo­na­ten in der Schweiz ei­ne bei­trags­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung aus­ge­übt ha­ben. Ab­satz 2 gilt sinn­ge­mä­ss.49

45 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Dez. 2017, in Kraft seit 1. Ju­li 2018 (AS 2018 845).

46Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

47 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

48 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 8. Dez. 2017, in Kraft seit 1. Ju­li 2018 (AS 2018 845).

49 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 8. Dez. 2017, in Kraft seit 1. Ju­li 2018 (AS 2018 845).

Art. 14 Vermittlungsfähigkeit von Heimarbeitnehmern und Temporärarbeit­nehmern 50  

(Art. 15 Abs. 1 AVIG)

1 ...51

2 Ver­si­cher­te, die vor ih­rer Ar­beits­lo­sig­keit als Heim­ar­beit­neh­mer be­schäf­tigt wa­ren, gel­ten nur dann als ver­mitt­lungs­fä­hig, wenn sie be­reit sind, auch aus­ser­häus­li­che Ar­beit an­zu­neh­men, es sei denn, sie wei­sen nach, dass sie da­zu auf­grund ih­rer per­sön­li­chen Ver­hält­nis­se nicht in der La­ge sind.

3 Ver­si­cher­te, die vor ih­rer Ar­beits­lo­sig­keit tem­po­rär be­schäf­tigt wa­ren, gel­ten nur dann als ver­mitt­lungs­fä­hig, wenn sie be­reit und in der La­ge sind, ei­ne Dau­er­stel­le an­zu­neh­men.

50Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

51Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

Art. 15 Abklärung der Vermittlungsfähigkeit von Behinderten 52  

(Art. 32 Abs. 2 ATSG, Art. 15 Abs. 2 und 96b AVIG)53

1 Bei der Ab­klä­rung der Ver­mitt­lungs­fä­hig­keit von Be­hin­der­ten wir­ken die kan­to­na­len Amts­stel­len und die Kas­sen mit den zu­stän­di­gen Or­ga­nen der In­va­li­den­ver­si­che­rung zu­sam­men. Ein­zel­hei­ten re­gelt das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung (WBF)54 im Ein­ver­neh­men mit dem Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment des In­nern.55

2 Ab­satz 1 gilt eben­falls, wenn Stel­len der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung, der Kran­ken­ver­si­che­rung, der Mi­li­tär­ver­si­che­rung oder der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge bei der Ab­klä­rung der An­spruchs­be­rech­ti­gung oder bei der Ver­mitt­lung von Be­hin­der­ten be­tei­ligt sind.

3 Ist ein Be­hin­der­ter, un­ter der An­nah­me ei­ner aus­ge­gli­che­nen Ar­beits­markt­la­ge, nicht of­fen­sicht­lich ver­mitt­lungs­un­fä­hig und hat er sich bei der In­va­li­den­ver­si­che­rung oder bei ei­ner an­de­ren Ver­si­che­rung nach Ab­satz 2 an­ge­mel­det, so gilt er bis zum Ent­scheid der an­de­ren Ver­si­che­rung als ver­mitt­lungs­fä­hig. Die Be­ur­tei­lung sei­ner Ar­beits- oder Er­werbs­fä­hig­keit durch die an­de­ren Ver­si­che­run­gen wird da­durch nicht be­rührt.

52 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3945).

53 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2003 (AS 2002 3945).

54 Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 20044937) auf den 1. Jan. 2013 an­ge­passt. Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

55 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 22. Nov. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2921).

Art. 1656  

56 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. März 2011, mit Wir­kung seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 17 Ausnahme der finanziellen Zumutbarkeit 57  

(Art. 16 Abs. 2 Bst. i AVIG)

Aus­nah­me­fäl­le nach Ar­ti­kel 16 Ab­satz 2 Buch­sta­be i AVIG lie­gen ins­be­son­de­re vor, wenn der ver­si­cher­te Ver­dienst aus ei­ner Tä­tig­keit stammt:

a.
für de­ren Aus­übung der Ver­si­cher­te we­der über den er­for­der­li­chen Aus­bil­dungs­stand noch über die er­for­der­li­che Er­fah­rung ver­fügt;
b.
de­ren Ent­löh­nung er­heb­lich über dem üb­li­chen An­satz liegt;
c.
die hoch­be­zahlt war, und wenn an­zu­neh­men ist, dass der Ver­si­cher­te kei­ne ver­gleich­ba­re Tä­tig­keit mit ent­spre­chen­dem Ein­kom­men mehr aus­üben kann.

57Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

2. Abschnitt: Anmeldung, Beratung und Kontrolle 58

58Fassung gemäss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Juli 2021 (AS 2021 339).

Art. 18 Örtliche Zuständigkeit 59  

(Art 17 Abs. 2 und 2bis AVIG)60

1 Für die An­mel­dung zur Ar­beits­ver­mitt­lung und die an­sch­lies­sen­den Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­sprä­che ist die Amts­stel­le des Wohn­orts der ver­si­cher­ten Per­son zu­stän­dig.61

2 Als Wohn­ort der ver­si­cher­ten Per­son gilt ihr Wohn­sitz nach den Ar­ti­keln 23 und 25 des Zi­vil­ge­setz­bu­ches62.63

3 Per­so­nen, die be­hörd­li­che Mass­nah­men im Rah­men des Er­wach­se­nen­schutz­rechts be­an­spru­chen und sich ge­wöhn­lich nicht am Ort auf­hal­ten, wo die Er­wach­se­nen­schutz­be­hör­de ih­ren Sitz hat, kön­nen mit schrift­li­cher Ein­wil­li­gung die­ser Be­hör­de die Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­sprä­che mit der zu­stän­di­gen Amts­stel­le ih­res Auf­ent­halts­orts füh­ren.64

4 Wo­chen­auf­ent­hal­ter füh­ren die Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­sprä­che mit der zu­stän­di­gen Amts­stel­le ih­res Wohn­or­tes oder des Or­tes ih­res Wo­chen­auf­ent­hal­tes.

5 Für die An­mel­dung der Per­so­nen, die sich zur Stel­len­su­che vor­über­ge­hend in der Schweiz auf­hal­ten (Art. 64 der Ver­ord­nung [EG] Nr. 883/200465), so­wie für die an­sch­lies­sen­den Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­sprä­che ist die Amts­stel­le ih­res Auf­ent­halts­orts zu­stän­dig. Wäh­rend der Dau­er der Stel­len­su­che in der Schweiz ist ein Wech­sel der Amts­stel­le aus­ge­schlos­sen.66

59Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3071).

60 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

61 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

62SR 210

63 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

64 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

65 Ver­ord­nung (EG) Nr. 883/2004 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 29. April 2004 zur Ko­or­di­nie­rung der Sys­te­me der so­zia­len Si­cher­heit, in der für die Schweiz ge­mä­ss An­hang II des Ab­kom­mens vom 21. Ju­ni 1999 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaft und ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit (SR 0.142.112.681) je­weils ver­bind­li­chen Fas­sung (ei­ne un­ver­bind­li­che, kon­so­li­dier­te Fas­sung die­ser Ver­ord­nung ist ver­öf­fent­licht in SR 0.831.109.268.1) so­wie in der für die Schweiz ge­mä­ss An­la­ge 2 An­hang K des Über­ein­kom­mens vom 4. Ja­nu­ar 1960 zur Er­rich­tung der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on (EFTA) (SR 0.632.31) je­weils ver­bind­li­chen Fas­sung.

66 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 19 Persönliche Anmeldung zur Arbeitsvermittlung 67  

(Art. 29 ATSG; Art. 10 Abs. 3 und 17 Abs. 2 AVIG)

1 Die ver­si­cher­te Per­son muss sich per­sön­lich zur Ar­beits­ver­mitt­lung an­mel­den. Die An­mel­dung kann über die Zu­gangs­platt­form für elek­tro­ni­sche Dienst­leis­tun­gen (Art. 83 Abs. 1bis Bst. d AVIG) oder durch per­sön­li­ches Er­schei­nen bei der zu­stän­di­gen Amts­stel­le (Art. 18) er­fol­gen.

2 Die ver­si­cher­te Per­son muss bei der An­mel­dung die Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV be­kannt ge­ben.

3 Der ver­si­cher­ten Per­son wird das Da­tum der An­mel­dung schrift­lich be­stä­tigt.

67 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 19a68  

68 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Sept. 2002 (AS 2002 3945). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 20 Prüfung und Speicherung derAnmeldedaten 69  

(Art. 17 Abs. 2bis AVIG)

1 Die zu­stän­di­ge Amts­stel­le über­prüft die Gül­tig­keit der Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV.

2 Sie über­prüft die An­mel­de­da­ten und spei­chert sie im In­for­ma­ti­ons­sys­tem für die öf­fent­li­che Ar­beits­ver­mitt­lung (Art. 83 Abs. 1bis Bst. b AVIG).

69 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 20a Erstes Beratungs- und Kontrollgespräch 70  

(Art. 17 AVIG)

1 Die zu­stän­di­ge Amts­stel­le führt in­ner­halb von 15 Ta­gen nach dem An­mel­de­da­tum (Art. 19 Abs. 3) das ers­te Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­spräch mit der ver­si­cher­ten Per­son.

2 Bei die­sem Ge­spräch er­folgt die per­sön­li­che Iden­ti­fi­zie­rung der ver­si­cher­ten Per­son.

3 Die ver­si­cher­te Per­son reicht bei die­sem Ge­spräch die von der zu­stän­di­gen Amts­stel­le ver­lang­ten In­for­ma­tio­nen ein, na­ment­lich die Nach­wei­se der Ar­beits­be­mü­hun­gen.

70 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2000 (AS 2002 1094). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 21 Beratungs- und Kontrollgespräche 71  

(Art. 17 AVIG)

1 Die zu­stän­di­ge Amts­stel­le führt mit der ver­si­cher­ten Per­son in an­ge­mes­se­nen Zeitab­stän­den, je­doch min­des­tens al­le zwei Mo­na­te, Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­sprä­che. Da­bei wer­den die Ver­mitt­lungs­fä­hig­keit und der Um­fang des an­re­chen­ba­ren Ar­beits­aus­falls über­prüft.

2 Sie er­fasst für die ver­si­cher­te Per­son die Ta­ge, an de­nen ein Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­spräch ge­führt wor­den ist und führt Pro­to­koll über die Ge­sprä­che.

3 Die ver­si­cher­te Per­son muss si­cher­stel­len, dass sie in­ner­halb ei­nes Ar­beits­ta­ges von der zu­stän­di­gen Amts­stel­le er­reicht wer­den kann.

71 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 22 Aufklärung über Rechte und Pflichten 72  

(Art. 27 ATSG)

1 Die in Ar­ti­kel 76 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–d AVIG ge­nann­ten Durch­füh­rungs­stel­len klä­ren die Ver­si­cher­ten über ih­re Rech­te und Pflich­ten auf, ins­be­son­de­re über das Ver­fah­ren der An­mel­dung und über die Pflicht, Ar­beits­lo­sig­keit zu ver­mei­den und zu ver­kür­zen.

2 Die Ar­beits­lo­sen­kas­sen klä­ren die Ver­si­cher­ten über die Rech­te und Pflich­ten auf, die sich aus ih­ren Auf­ga­ben er­ge­ben (Art. 81 AVIG).

3 Die zu­stän­di­gen Amts­stel­len klä­ren die Ver­si­cher­ten über Rech­te und Pflich­ten auf, die sich aus ih­ren Auf­ga­ben er­ge­ben (Art. 85 und 85b AVIG).

72 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 23 Kontrolldaten für die Geltendmachung des Anspruchs 73  

(Art. 17 Abs. 2 AVIG)

1 Die ver­si­cher­te Per­son über­mit­telt die Kon­troll­da­ten mit dem For­mu­lar «An­ga­ben der ver­si­cher­ten Per­son».74

2 Die­se Da­ten ge­ben Aus­kunft über:

a.
die Werk­ta­ge, für die die ver­si­cher­te Per­son glaub­haft macht, dass sie ar­beits­los und ver­mitt­lungs­fä­hig war;
b.
al­le Tat­sa­chen, die für die Be­ur­tei­lung der An­spruchs­be­rech­ti­gung er­heb­lich sind, wie Krank­heit, Mi­li­tär­dienst, Fe­ri­en­ab­we­sen­heit, Teil­nah­me an ei­ner ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­me, Zwi­schen­ver­dienst, Um­fang des an­re­chen­ba­ren Ar­beits­aus­falls.75

3 ...76

4 Die zu­stän­di­ge Amts­stel­le stellt si­cher, dass die ver­si­cher­te Per­son am Mo­nats­en­de über das For­mu­lar «An­ga­ben der ver­si­cher­ten Per­son» ver­fügt.77

5 ...78

73Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Nov. 1999, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 2000 174).

74 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

75 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

76 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

77 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

78 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2000 (AS 2002 1094). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, mit Wir­kung seit 1. April 2012 (AS 2012 1203).

Art. 24 Überprüfung der Vermittlungsfähigkeit und des Umfangs des anrechenbaren Arbeitsausfalls 79  

(Art. 49 ATSG; Art. 11 und 15 AVIG)

1 Hält die zu­stän­di­ge Amts­stel­le die ver­si­cher­te Per­son nicht für ver­mitt­lungs­fä­hig oder än­dert sich der Um­fang des an­re­chen­ba­ren Ar­beits­aus­falls, so gibt sie dies der Ar­beits­lo­sen­kas­se be­kannt.

2 Die Amts­stel­le er­lässt ih­ren Ent­scheid dar­über in Form ei­ner Ver­fü­gung.

79 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 25 Erleichterung der Beratung und Kontrolle sowie vorübergehende Befreiung von der Vermittlungsfähigkeit 80  

(Art. 15 Abs. 1 und 17 Abs. 2 AVIG)

Die zu­stän­di­ge Amts­stel­le ver­fügt auf Ge­such hin, dass:

a.
Ver­si­cher­ten we­gen Teil­nah­me an ei­ner Wahl oder Ab­stim­mung von lan­des­wei­ter Be­deu­tung im Aus­land für höchs­tens ei­ne Wo­che von der Ver­mitt­lungs­fä­hig­keit be­freit sind und das Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­spräch ver­scho­ben wird, so­fern es auf die drei Ta­ge vor oder nach ei­ner sol­chen Wahl oder Ab­stim­mung fällt;
b.
schwer be­hin­der­te Ver­si­cher­te von den per­sön­li­chen Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­sprä­chen bei der zu­stän­di­gen Amts­stel­le be­freit sind, wenn die Um­stän­de dies er­for­dern und die Be­ra­tung und Kon­trol­le auf an­de­re Wei­se si­cher­ge­stellt ist;
c.
Ver­si­cher­te wäh­rend höchs­tens drei Wo­chen von Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­sprä­chen be­freit sind, wenn sie sich für ein Vor­stel­lungs­ge­spräch ins Aus­land be­ge­ben müs­sen, ei­ne Schnup­per­leh­re ab­sol­vie­ren oder sich ei­ner Eig­nungs­ab­klä­rung am Ar­beits­platz un­ter­zie­hen;
d.
Ver­si­cher­ten ei­ne Ver­schie­bung des Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­sprächs ge­stat­tet wird, so­fern sie nach­wei­sen, dass sie am ver­ein­bar­ten Ter­min in­fol­ge ei­nes zwin­gen­den Er­eig­nis­ses, na­ment­lich ei­ner Stel­len­be­wer­bung, ver­hin­dert sind;
e.
Ver­si­cher­te wäh­rend höchs­tens drei Ta­gen von der Ver­mitt­lungs­fä­hig­keit be­freit sind, wenn ein be­son­de­res Fa­mi­li­e­ner­eig­nis ein­tritt, na­ment­lich ei­ne Hei­rat, ei­ne Ge­burt, ein To­des­fall oder die Not­wen­dig­keit der Pfle­ge ei­nes er­krank­ten Kin­des oder ei­nes an­dern na­hen Fa­mi­li­en­an­ge­hö­ri­gen. Fällt ein sol­ches Er­eig­nis mit ei­nem Ter­min für das Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­spräch zu­sam­men, so wird für die­ses ein neu­er Ter­min ver­ein­bart.81

80Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3071).

81 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 25a82  

82 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2000 (AS 2002 1094). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, mit Wir­kung seit 1. April 2012 (AS 2012 1203).

Art. 26 Persönliche Arbeitsbemühungen der versicherten Person 83  

(Art. 40 und 43 ATSG, 17 Abs. 1 und 30 Abs. 1 Bst. c AVIG)

1 Die ver­si­cher­te Per­son muss sich ge­zielt um Ar­beit be­mü­hen, in der Re­gel in Form ei­ner or­dent­li­chen Be­wer­bung.

2 Sie muss den Nach­weis der Ar­beits­be­mü­hun­gen für je­de Kon­troll­pe­ri­ode spä­tes­tens am fünf­ten Tag des fol­gen­den Mo­nats oder am ers­ten auf die­sen Tag fol­gen­den Werk­tag ein­rei­chen. Die Ar­beits­be­mü­hun­gen wer­den nicht mehr be­rück­sich­tigt, wenn sie die Frist ver­strei­chen lässt und kei­nen ent­schuld­ba­ren Grund gel­tend macht.

3 Die zu­stän­di­ge Amts­stel­le über­prüft die Ar­beits­be­mü­hun­gen der ver­si­cher­ten Per­son mo­nat­lich.

83 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 27 Kontrollfreie Tage 84  

(Art. 17 Abs. 2 AVIG)

1 Nach je 60 Ta­gen kon­trol­lier­ter Ar­beits­lo­sig­keit in­ner­halb der Rah­men­frist hat der Ver­si­cher­te An­spruch auf fünf auf­ein­an­der fol­gen­de kon­troll­freie Ta­ge, die er frei wäh­len kann. Wäh­rend der kon­troll­frei­en Ta­ge muss er nicht ver­mitt­lungs­fä­hig sein, je­doch die üb­ri­gen An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen (Art. 8 AVIG) er­fül­len.

2 Als Ta­ge kon­trol­lier­ter Ar­beits­lo­sig­keit zäh­len Ta­ge, an de­nen der Ver­si­cher­te die An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen er­füllt.

3 Der Ver­si­cher­te hat den Be­zug sei­ner kon­troll­frei­en Ta­ge spä­tes­tens 14 Ta­ge im Vor­aus der zu­stän­di­gen Amts­stel­le zu mel­den. Oh­ne ent­schuld­ba­ren Grund gel­ten die kon­troll­frei­en Ta­ge auch bei Nicht­an­tritt als be­zo­gen. Die kon­troll­frei­en Ta­ge kön­nen nur wo­chen­wei­se be­zo­gen wer­den.

4 Der Ver­si­cher­te, der wäh­rend ei­nes Zwi­schen­ver­diens­tes ihm nach Ar­beits­ver­trag zu­ste­hen­de Fe­ri­en be­zieht, hat auch für die­se Zeit An­spruch auf Zah­lun­gen nach Ar­ti­kel 41a. Die wäh­rend des Zwi­schen­ver­diens­tes be­zo­ge­nen Fe­ri­en­ta­ge wer­den von den bis zum Fe­ri­en­be­ginn er­wor­be­nen kon­troll­frei­en Ta­gen ab­ge­zo­gen.

5 Nimmt der Ver­si­cher­te an ei­ner ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­me teil, so kann er wäh­rend die­ser Zeit höchs­tens so vie­le kon­troll­freie Ta­ge be­zie­hen, wie sich auf Grund der Ge­samt­dau­er die­ser Mass­nah­me er­ge­ben. Kon­troll­freie Ta­ge kön­nen nur in Ab­spra­che mit dem Pro­gramm­ver­ant­wort­li­chen be­zo­gen wer­den.

6 Die ver­si­cher­te Per­son darf die kon­troll­frei­en Ta­ge we­der un­mit­tel­bar vor noch wäh­rend noch un­mit­tel­bar nach der Stel­len­su­che im Aus­land (Art. 64 der Ver­ord­nung [EG] Nr. 883/200485) be­zie­hen. Sie muss sich nach dem Aus­land­auf­ent­halt per­sön­lich bei der zu­stän­di­gen Amts­stel­le mel­den und dort ih­ren An­spruch auf kon­troll­freie Ta­ge gel­tend ma­chen.86

84 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Nov. 1999, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 2000 174).

85 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 18 Abs. 5.

86 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003 (AS 2003 1828). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 27a Kontrollperiode 87  

(Art. 18a AVIG)88

Als Kon­troll­pe­ri­ode gilt je­der Ka­len­der­mo­nat.

87Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

88 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 27b89  

89Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Nov. 1999, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2000 (AS 2000 174).

3. Abschnitt: Entschädigung

Art. 28 Kassenwahl und Kassenwechsel 90  

(Art. 20 Abs. 1 AVIG)

1 Die ver­si­cher­te Per­son wird über die zur Wahl ste­hen­den Ar­beits­lo­sen­kas­sen in­for­miert und wählt spä­tes­tens beim ers­ten Be­ra­tungs- und Kon­troll­ge­spräch (Art. 20a) ei­ne da­von aus.

2 Die ver­si­cher­te Per­son darf wäh­rend der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug die Ar­beits­lo­sen­kas­se nur wech­seln, wenn sie aus dem Tä­tig­keits­be­reich der Ar­beits­lo­sen­kas­se weg­zieht. Der Wech­sel muss, aus­ser am En­de ei­ner Rah­men­frist, auf Be­ginn ei­ner Kon­troll­pe­ri­ode vor­ge­nom­men wer­den.

3 Bei ei­nem Kas­sen­wech­sel er­hält die neue Ar­beits­lo­sen­kas­se Zu­griffs­rech­te auf die Da­ten des ent­spre­chen­den Ver­si­cher­ten­falls ab der dar­auf­fol­gen­den Kon­troll­pe­ri­ode. Die ehe­ma­li­ge Ar­beits­lo­sen­kas­se hat wei­ter­hin Zu­griffs­rech­te auf den Ver­si­cher­ten­fall für lau­fen­de Ver­fah­ren.

90 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 29 Geltendmachung des Anspruchs 91  

(Art. 40 ATSG; Art. 20 Abs. 1 und 2 AVIG)

1 Für die ers­te Kon­troll­pe­ri­ode wäh­rend der Rah­men­frist so­wie bei je­der er­neu­ten Ar­beits­lo­sig­keit, die nach ei­nem Un­ter­bruch von we­nigs­tens sechs Mo­na­ten ein­tritt, macht die ver­si­cher­te Per­son ih­ren An­spruch gel­tend, in­dem sie der Ar­beits­lo­sen­kas­se ein­reicht:

a.
den An­trag auf Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung;
b.
die Ar­beit­ge­ber­be­schei­ni­gun­gen der letz­ten zwei Jah­re;
c.
das For­mu­lar «An­ga­ben der ver­si­cher­ten Per­son»;
d.
die wei­te­ren In­for­ma­tio­nen, wel­che die Ar­beits­lo­sen­kas­se zur Be­ur­tei­lung des An­spruchs ver­langt.

2 Zur Gel­tend­ma­chung ih­res An­spruchs für die wei­te­ren Kon­troll­pe­ri­oden legt die ver­si­cher­te Per­son der Ar­beits­lo­sen­kas­se vor:

a.
das For­mu­lar «An­ga­ben der ver­si­cher­ten Per­son»;
b.
die Ar­beit­ge­ber­be­schei­ni­gun­gen über Zwi­schen­ver­diens­te;
c.
die wei­te­ren In­for­ma­tio­nen, wel­che die Ar­beits­lo­sen­kas­se zur Be­ur­tei­lung des An­spruchs ver­langt.

3Nö­ti­gen­falls setzt die Ar­beits­lo­sen­kas­se der ver­si­cher­ten Per­son ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist für die Ver­voll­stän­di­gung des Dos­siers und macht sie auf die Fol­gen der Un­ter­las­sung auf­merk­sam.

4 Kann die ver­si­cher­te Per­son Tat­sa­chen, die für die Be­ur­tei­lung ih­res An­spruchs er­heb­lich sind, nicht durch Be­schei­ni­gun­gen nach­wei­sen, so kann die Ar­beits­lo­sen­kas­se aus­nahms­wei­se ei­ne von der ver­si­cher­ten Per­son un­ter­schrie­be­ne Er­klä­rung be­rück­sich­ti­gen, wenn die­se glaub­haft er­scheint.

91 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 30 Auszahlung der Entschädigung und Bescheinigung für die Steuerbehörde 92  

(Art. 19 ATSG;Art. 20, 96b und 97a AVIG)

1 Die Ar­beits­lo­sen­kas­se zahlt die Ent­schä­di­gung für die ab­ge­lau­fe­ne Kon­troll­pe­ri­ode in der Re­gel im Lauf des fol­gen­den Mo­nats aus.

2 Die ver­si­cher­te Per­son er­hält ei­ne schrift­li­che Ab­rech­nung.

3 Die Ar­beits­lo­sen­kas­se stellt der ver­si­cher­ten Per­son zu­han­den der Steu­er­be­hör­den ei­ne Be­schei­ni­gung über die er­hal­te­nen Leis­tun­gen aus. In Kan­to­nen, die ei­ne di­rek­te Über­mitt­lung die­ser Be­schei­ni­gung vor­se­hen, wird sie der kan­to­na­len Steu­er­be­hör­de elek­tro­nisch über­mit­telt (Art. 97a Abs. 1 Bst. cbis und Abs. 8 AVIG).

92 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 31 Vorschuss 93  

(Art. 19 ATSG,20 AVIG)94

Der Ver­si­cher­te hat An­spruch auf einen an­ge­mes­se­nen Vor­schuss für kon­trol­lier­te Ta­ge, wenn er sei­ne An­spruchs­be­rech­ti­gung glaub­haft macht.

93Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Nov. 1992, in Kraft seit 1. Jan. 1993 (AS 1992 2409).

94 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 32 Entschädigung vorzeitig pensionierter Versicherter 95  

(Art. 18cAbs. 1 und 22 AVIG)96

Als Al­ters­leis­tun­gen gel­ten Leis­tun­gen der ob­li­ga­to­ri­schen und wei­ter­ge­hen­den be­ruf­li­chen Vor­sor­ge, auf die bei Er­rei­chen der re­gle­men­ta­ri­schen Al­ters­gren­ze für die vor­zei­ti­ge Pen­sio­nie­rung ein An­spruch er­wor­ben wur­de.

95Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 6 der V über das Sta­bi­li­sie­rungs­pro­gramm 1998 vom 11. Aug. 1999, in Kraft seit 1. Sept. 1999 (AS 1999 2387).

96 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 33 Taggeldansatz 97  

(Art. 22 Abs. 2 und 3 AVIG)98

1 Ei­ne Un­ter­halts­pflicht ge­gen­über Kin­dern un­ter 25 Jah­ren nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 2 AVIG be­steht, wenn die ver­si­cher­te Per­son nach Ar­ti­kel 277 des Zi­vil­ge­setz­bu­ches99 un­ter­halts­pflich­tig ist.100

2 Das WBF nimmt die An­pas­sung des Grenz­be­tra­ges nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 3 AVIG auf der Grund­la­ge der An­pas­sun­gen an die Lohn- und Preis­ent­wick­lung bei der AHV/IV (Art. 33ter des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 1946101 über die Al­ters- und Hin­ter­las­se­nen­ver­si­che­rung) vor. Das Er­geb­nis der Be­rech­nung wird auf gan­ze Fran­ken­be­trä­ge ge­run­det.102

3 Im Sin­ne von Ar­ti­kel 22 Ab­satz 2 Buch­sta­be c AVIG be­rück­sich­tigt wer­den In­va­li­den­ren­ten:

a.
der In­va­li­den­ver­si­che­rung;
b.
der ob­li­ga­to­ri­schen Un­fall­ver­si­che­rung;
c.
der Mi­li­tär­ver­si­che­rung;
d.
der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge;
e.
nach den Rechts­vor­schrif­ten ei­nes Mit­glied­staa­tes der Eu­ro­päi­schen Uni­on;
f.
nach den Rechts­vor­schrif­ten ei­nes der EFTA-Mit­glied­staa­ten Nor­we­gen, Is­land oder Liech­ten­stein.103

97Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991 (AS 1991 2132). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

98 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

99 SR 210

100 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 1203).

101 SR 831.10

102 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

103 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 34 Zuschlag für Kinder- und Ausbildungszulagen  

(Art. 22 Abs. 1 AVIG)

1 Der Zu­schlag für die Kin­der- und Aus­bil­dungs­zu­la­gen rich­tet sich nach dem Fa­mi­li­en­zu­la­gen­ge­setz des Kan­tons, in dem die ver­si­cher­te Per­son wohnt.104

2 Die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung gibt den Durch­füh­rungs­or­ga­nen im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­amt für So­zi­al­ver­si­che­run­gen jähr­lich die An­sät­ze und die wich­tigs­ten An­spruchs­vor­aus­set­zun­gen be­kannt.105

104 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 2. März 2012, in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 1203).

105 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 35 AHV-Abrechnung für Arbeitslosenentschädigungen  

(Art. 32 ATSG, 22aAbs. 2 AVIG)106

1 Die Kas­se zieht den Ar­beit­neh­me­ran­teil des AHV/IV/EO-Bei­tra­ges von den Tag­gel­dern nach den Ar­ti­keln 18 ff. und 59cbis Ab­satz 1 AVIG ab.107

2 Das Bun­des­amt für So­zi­al­ver­si­che­run­gen re­gelt im Ein­ver­neh­men mit der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung108 die Bei­trags­ab­rech­nung mit der AHV/IV/EO, die Mel­dung der auf den in­di­vi­du­el­len Kon­ten der AHV ein­zu­tra­gen­den Ein­kom­men so­wie die De­ckung der dar­aus ents­te­hen­den Kos­ten.

3 Die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung über­prüft bei ih­ren pe­ri­odi­schen Kon­trol­len (Art. 109 und 110) die AHV-Bei­trags-Ab­zü­ge der Kas­se und die Mel­dun­gen an das Ar­beits­lo­sen­in­for­ma­ti­ons­sys­tem. Sie ver­an­lasst die nö­ti­gen Be­rich­ti­gun­gen und gibt dem Bun­des­amt für So­zi­al­ver­si­che­run­gen ih­re Re­vi­si­ons­be­mer­kun­gen be­kannt.

4 Die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­kon­trol­le über­prüft die von der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung zu­han­den der Zen­tra­len Aus­gleichs­stel­le der AHV er­stell­te AHV-Ab­rech­nung so­wie die Bei­trags­über­wei­sun­gen. Sie kon­trol­liert aus­ser­dem die Mel­dun­gen, wel­che die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung der Zen­tra­len Aus­gleichs­stel­le der AHV zur Füh­rung der in­di­vi­du­el­len Kon­ten lie­fert.

106 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

107 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

108 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 36 Obligatorische Versicherung der Nichtberufsunfälle 109  

(Art. 22a Abs. 4 AVIG)110

1 Für die Ein­zel­hei­ten und das Ver­fah­ren gilt die Ge­setz­ge­bung über die Un­fall­ver­si­che­rung111.112

2 Der Bei­trag des Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rungs­fonds be­trägt einen Drit­tel der Prä­mie für die ob­li­ga­to­ri­sche Ver­si­che­rung von Nicht­be­rufs­un­fäl­len.113

109Auf­ge­ho­ben durch Art. 6 Abs. 3 der V vom 24. März 1993 zum BB über Mass­nah­men in der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung (AS 1993 1268). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

110 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

111 SR 832.2

112 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 der V vom 9. Nov. 2016, in Kraft seit 1. Jan. 2017 (AS 2016 4393).

113 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 37 Bemessungszeitraum für den versicherten Verdienst  

(Art. 23 Abs. 1 AVIG)114

1 Der ver­si­cher­te Ver­dienst be­misst sich nach dem Durch­schnitts­lohn der letz­ten sechs Bei­trags­mo­na­te (Art. 11) vor Be­ginn der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug.115

2 Er be­misst sich nach dem Durch­schnitts­lohn der letz­ten zwölf Bei­trags­mo­na­te vor Be­ginn der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug, wenn die­ser Durch­schnitts­lohn hö­her ist als der­je­ni­ge nach Ab­satz 1.116

3 Der Be­mes­sungs­zeit­raum be­ginnt, un­ab­hän­gig vom Zeit­punkt der An­mel­dung zum Tag­geld­be­zug, am Tag vor dem Ein­tritt ei­nes an­re­chen­ba­ren Ver­dienst­aus­falls. Vor­aus­set­zung ist, dass vor die­sem Tag min­des­tens zwölf Bei­trags­mo­na­te in­ner­halb der Rah­men­frist für die Bei­trags­zeit lie­gen.117

3bis Bei Lohn­schwan­kun­gen, die auf einen bran­chen­üb­li­chen Ar­beits­zeit­ka­len­der zu­rück­zu­füh­ren sind, be­misst sich der ver­si­cher­te Ver­dienst nach den Ab­sät­zen 1–3, je­doch höchs­tens auf­grund der ver­trag­lich ver­ein­bar­ten jah­res­durch­schnitt­li­chen Ar­beits­zeit.118

3ter ...119

4 Der ver­si­cher­te Ver­dienst wird neu fest­ge­setzt, wenn in­ner­halb der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug:

a.
die ver­si­cher­te Per­son wäh­rend min­des­tens sechs Mo­na­ten un­un­ter­bro­chen ei­ne bei­trags­pflich­ti­ge Be­schäf­ti­gung zu ei­nem Lohn aus­ge­übt hat, der über dem ver­si­cher­ten Ver­dienst liegt, und sie er­neut ar­beits­los wird;
b.
der Um­fang des an­re­chen­ba­ren Ar­beits­aus­falls der ver­si­cher­ten Per­son sich än­dert.120

5 ...121

114 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

115 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

116 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

117 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

118Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991 (AS 1991 2132). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

119Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995 (AS 1996 295). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. März 2011, mit Wir­kung seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

120 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

121 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 15. Nov. 2000 (AS 2002 1094). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 2. März 2012, mit Wir­kung seit 1. April 2012 (AS 2012 1203).

Art. 38 Von der öffentlichen Hand finanzierte Massnahmen 122  

(Art. 23 Abs. 3bis AVIG)

1 Als ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 23 Ab­satz 3bis ers­ter Satz AVIG gel­ten al­le voll oder teil­wei­se durch die öf­fent­li­che Hand fi­nan­zier­ten In­te­gra­ti­ons­mass­nah­men.

2 Die Kan­to­ne stel­len si­cher, dass für Mass­nah­men nach Ab­satz 1 kein ver­si­cher­ter Ver­dienst zu­han­den der Ar­beits­lo­sen­kas­sen be­schei­nigt wird.

122 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 39 Massgebender Lohn bei Anrechnung von Zeiten, die Beitragszeiten gleichgesetzt
sind.
 

(Art. 23 Abs. 1 AVIG)

Für Zei­ten, die nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­ben b–d AVIG als Bei­trags­zei­ten an­ge­rech­net wer­den, ist der­je­ni­ge Lohn mass­ge­bend, den der Ver­si­cher­te nor­ma­ler­wei­se er­zielt hät­te.

Art. 40 Mindestgrenze des versicherten Verdienstes 123  

(Art. 23 Abs. 1 AVIG)

Der Ver­dienst ist nicht ver­si­chert, wenn er wäh­rend des Be­mes­sungs­zeit­rau­mes mo­nat­lich 500 Fran­ken nicht er­reicht. Der Ver­dienst aus meh­re­ren Ar­beits­ver­hält­nis­sen wird zu­sam­men­ge­zählt.

123 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 40a Umrechnung des Monatsverdienstes in Tagesverdienst 124  

(Art. 23 Abs. 1 AVIG)

Der Ta­ges­ver­dienst wird er­mit­telt, in­dem der Mo­nats­ver­dienst durch 21.7 ge­teilt wird.

124Ur­sprüng­lich Art. 40b. Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 1985, in Kraft seit 1. Ju­li 1985 (AS 1985 648).

Art. 40b Versicherter Verdienst von Behinderten 125  

(Art. 23 Abs. 1 AVIG)

Bei Ver­si­cher­ten, die un­mit­tel­bar vor oder wäh­rend der Ar­beits­lo­sig­keit ei­ne ge­sund­heits­be­ding­te Be­ein­träch­ti­gung ih­rer Er­werbs­fä­hig­keit er­lei­den, ist der Ver­dienst mass­ge­bend, wel­cher der ver­blei­ben­den Er­werbs­fä­hig­keit ent­spricht.

125Ur­sprüng­lich Art. 40c. Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 1985, in Kraft seit 1. Ju­li 1985 (AS 1985 648).

Art. 40c Gleichzeitige Erfüllung der Beitragszeit und Befreiung von deren Erfüllung 126  

(Art. 14 Abs. 1 und 23 Abs. 2bis AVIG)

Weist sich ei­ne ver­si­cher­te Per­son über ei­ne ge­nü­gen­de Bei­trags­zeit aus und er­füllt sie gleich­zei­tig die Vor­aus­set­zung für ei­ne Bei­trags­be­frei­ung nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 AVIG, so be­rech­net sich der ver­si­cher­te Ver­dienst aus dem er­ziel­ten Lohn und dem auf den Ver­hin­de­rungs­grad um­ge­rech­ne­ten mass­ge­ben­den Pau­scha­l­an­satz; Vor­aus­set­zung ist, dass der bis­he­ri­ge Be­schäf­ti­gungs­grad und der Ver­hin­de­rungs­grad zu­sam­men ei­ner Voll­zeit­be­schäf­ti­gung ent­spre­chen.

126 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 41 Pauschalansätze für den versicherten Verdienst 127  

(Art. 23 Abs. 2 AVIG)128

1 Für den ver­si­cher­ten Ver­dienst von Per­so­nen, die von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind oder die im An­schluss an ei­ne be­ruf­li­che Grund­bil­dung Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung be­zie­hen, gel­ten fol­gen­de Pau­scha­l­an­sät­ze:129

a.130
153 Fran­ken im Tag für Per­so­nen mit ei­nem Ab­schluss der Ter­ti­är­stu­fe (Hoch­schul­ab­schluss, hö­he­re Be­rufs- oder gleich­wer­ti­ge Aus­bil­dung);
b.131
127 Fran­ken im Tag für Per­so­nen mit ei­nem Ab­schluss der Se­kun­dar­stu­fe II (ab­ge­schlos­se­ne be­ruf­li­che Grund­bil­dung);
c.
102 Fran­ken im Tag für al­le üb­ri­gen Per­so­nen, die 20 Jah­re oder äl­ter sind, und 40 Fran­ken im Tag für je­ne, die we­ni­ger als 20 Jah­re alt sind.

2 Die Pau­scha­l­an­sät­ze wer­den um 50 Pro­zent re­du­ziert bei Ver­si­cher­ten, die:

a.132
nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 Buch­sta­be a AVIG al­lei­ne oder in Ver­bin­dung mit ei­nem Grund nach Ar­ti­kel 14 Ab­satz 1 Buch­sta­be b oder c AVIG von der Er­fül­lung der Bei­trags­zeit be­freit sind oder im An­schluss an ei­ne Be­rufs­leh­re Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung be­zie­hen;
b.
we­ni­ger als 25 Jah­re alt sind; und
c.
kei­ne Un­ter­halts­pflicht ge­gen­über Kin­dern im Sin­ne von Ar­ti­kel 33 zu er­fül­len ha­ben.

3 Die Ab­sät­ze 1 und 2 sind nicht an­wend­bar auf Per­so­nen, de­ren Lehr­lings­lohn den ent­spre­chen­den Pau­scha­l­an­satz über­steigt.

4 Än­dern sich die Um­stän­de für die Be­stim­mung der Pau­scha­l­an­sät­ze im Lau­fe des Tag­geld­be­zu­ges, so gilt der neue Pau­scha­l­an­satz ab Be­ginn der ent­spre­chen­den Kon­troll­pe­ri­ode.

5 Das WBF kann nach Rück­spra­che mit der Auf­sichts­kom­mis­si­on die Pau­schal­an­sät­ze mit Wir­kung auf Be­ginn des Ka­len­der­jah­res der Loh­n­ent­wick­lung an­pas­sen.

127Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

128 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

129 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

130 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

131 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

132Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3071).

Art. 41a Kompensationszahlungen 133  

(Art. 16 Abs. 2 Bst. i und 24 AVIG)134

1 Ist das Ein­kom­men ge­rin­ger als die dem Ver­si­cher­ten zu­ste­hen­de Ar­beits­lo­senent­schä­di­gung, so be­steht in­ner­halb der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug ein An­spruch auf Kom­pen­sa­ti­ons­zah­lun­gen.135

2 Be­steht kein An­spruch mehr auf Kom­pen­sa­ti­ons­zah­lun­gen nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 4 AVIG, so gilt ein Ein­kom­men ab 70 Pro­zent des ver­si­cher­ten Ver­diens­tes als zu­mut­bar.136

3 Wird das Ar­beits­ver­hält­nis in­ner­halb ei­nes Jah­res zwi­schen den glei­chen Par­tei­en wie­der auf­ge­nom­men oder nach ei­ner Än­de­rungs­kün­di­gung fort­ge­setzt, so ist der Zwi­schen­ver­dienst nicht an­re­chen­bar und es be­steht kein An­spruch auf Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung, wenn:

a.
die Ar­beits­zeit re­du­ziert wur­de und die da­mit ver­bun­de­ne Lohn­kür­zung über­pro­por­tio­nal ist;
b.
die Ar­beits­zeit bei­be­hal­ten, der Lohn aber ge­kürzt wur­de.137

4 Hat der Ver­si­cher­te kei­nen An­spruch mehr auf Kom­pen­sa­ti­ons­zah­lun­gen nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 4 AVIG, so wird das in­ner­halb ei­ner Kon­troll­pe­ri­ode er­ziel­te Ein­kom­men aus ei­ner un­zu­mut­ba­ren Tä­tig­keit von der ihm zu­ste­hen­den Ar­beits­lo­sen­ent­schä­di­gung ab­ge­zo­gen.

5 Das Ein­kom­men aus selbst­stän­di­ger Er­werbs­tä­tig­keit wird in der­je­ni­gen Kon­troll­pe­ri­ode an­ge­rech­net, in der die Ar­beits­leis­tung er­bracht wor­den ist. Das an­re­chen­ba­re Ein­kom­men wird er­mit­telt, in­dem vom Brut­to­ein­kom­men die nach­ge­wie­se­nen Ma­te­ri­al- und Wa­ren­kos­ten ab­ge­zo­gen wer­den und der ver­blei­ben­de Be­trag um 20 Pro­zent als Pau­scha­le für die üb­ri­gen be­rufs­be­ding­ten Aus­la­gen ge­kürzt wird.138

133Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

134 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

135Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3071).

136 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 12. Nov. 1997, in Kraft seit. 1. Dez. 1997 (AS 1997 2446).

137 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

138 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 41b Rahmenfrist und Anzahl Taggelder für kurz vor dem Rentenalter stehende Versicherte 139  

(Art. 27 Abs. 3 AVIG)

1 Ver­si­cher­te, de­nen in­ner­halb der letz­ten vier Jah­re vor Er­rei­chen des or­dent­li­chen AHV-Ren­ten­al­ters auf­grund von Ar­ti­kel 13 AVIG ei­ne Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug er­öff­net wird, ha­ben An­spruch auf zu­sätz­li­che 120 Tag­gel­der.

2 Die Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug wird bis zum En­de des der Aus­rich­tung der AHV-Ren­te vor­an­ge­hen­den Mo­nats ver­län­gert.

3 Ist der Tag­geld­höchst­an­spruch aus­ge­schöpft, so wird ei­ne neue Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug er­öff­net, wenn die Vor­aus­set­zun­gen da­für er­füllt sind.

139Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 41c140  

140 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003 (AS 2003 1828). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. März 2011, mit Wir­kung seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 42 Taggeldanspruch bei vorübergehender Arbeitsunfähigkeit 141  

(Art. 28 AVIG)

1 Ver­si­cher­te, die vor­über­ge­hend ganz oder teil­wei­se ar­beits­un­fä­hig sind und ih­ren Tag­geldan­spruch gel­tend ma­chen wol­len, müs­sen ih­re Ar­beits­un­fä­hig­keit in­nert ei­ner Wo­che nach de­ren Be­ginn dem re­gio­na­len Ar­beits­ver­mitt­lungs­zen­trum (RAV) mel­den.142

2 Mel­det die ver­si­cher­te Per­son ih­re Ar­beits­un­fä­hig­keit oh­ne ent­schuld­ba­ren Grund nach Ab­lauf die­ser Frist und hat sie die Ar­beits­un­fä­hig­keit auch nicht auf dem For­mu­lar «An­ga­ben der ver­si­cher­ten Per­son» an­ge­ge­ben, so hat sie kei­nen Tag­geld­an­spruch für die Ta­ge der Ar­beits­un­fä­hig­keit vor der Mel­dung.

141 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

142 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 43143  

143Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

4. Abschnitt: Einstellung in der Anspruchsberechtigung

Art. 44 Selbstverschuldete Arbeitslosigkeit 144145  

(Art. 30 Abs. 1 Bst. a AVIG)146

1 Die Ar­beits­lo­sig­keit gilt ins­be­son­de­re dann als selbst­ver­schul­det, wenn der Ver­si­cher­te:

a.
durch sein Ver­hal­ten, ins­be­son­de­re we­gen Ver­let­zung ar­beits­ver­trag­li­cher Pflich­ten, dem Ar­beit­ge­ber An­lass zur Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses ge­ge­ben hat;
b.
das Ar­beits­ver­hält­nis von sich aus auf­ge­löst hat, oh­ne dass ihm ei­ne an­de­re Stel­le zu­ge­si­chert war, es sei denn, dass ihm das Ver­blei­ben an der Ar­beits­stel­le nicht zu­ge­mu­tet wer­den konn­te;
c.
ein Ar­beits­ver­hält­nis von vor­aus­sicht­lich län­ge­rer Dau­er von sich aus auf­ge­löst hat und ein an­de­res ein­ge­gan­gen ist, von dem er wuss­te oder hät­te wis­sen müs­sen, dass es nur kurz­fris­tig sein wird, es sei denn, dass ihm das Ver­blei­ben an der vor­he­ri­gen Ar­beits­stel­le nicht zu­ge­mu­tet wer­den konn­te;
d.
ei­ne un­be­fris­te­te zu­mut­ba­re Stel­le nicht an­ge­nom­men hat und statt­des­sen ein Ar­beits­ver­hält­nis ein­ge­gan­gen ist, von dem er wuss­te oder hät­te wis­sen müs­sen, dass es nur kurz­fris­tig sein wird.

2 ...147

144Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3071).

145 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

146 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

147 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 45 Beginn der Einstellungsfrist und Dauer der Einstellung 148  

(Art. 30 Abs. 3 und 3bis AVIG)

1 Die Ein­stel­lungs­frist in der An­spruchs­be­rech­ti­gung be­ginnt am ers­ten Tag nach:

a.
der Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses, wenn die ver­si­cher­te Per­son aus ei­ge­nem Ver­schul­den ar­beits­los ge­wor­den ist;
b.
der Hand­lung oder Un­ter­las­sung, de­rent­we­gen sie ver­fügt wird.

2 Die Ein­stel­lung wird nach der be­stan­de­nen War­te­zeit oder be­reits lau­fen­den Ein­stel­lung ge­tilgt.

3 Die Ein­stel­lung dau­ert:

a.
1–15 Ta­ge bei leich­tem Ver­schul­den;
b.
16–30 Ta­ge bei mit­tel­schwe­rem Ver­schul­den;
c.
31–60 Ta­ge bei schwe­rem Ver­schul­den.

4 Ein schwe­res Ver­schul­den liegt vor, wenn die ver­si­cher­te Per­son oh­ne ent­schuld­ba­ren Grund:

a.
ei­ne zu­mut­ba­re Ar­beits­stel­le oh­ne Zu­si­che­rung ei­ner neu­en Ar­beits­stel­le auf­ge­ge­ben hat; oder
b.
ei­ne zu­mut­ba­re Ar­beit ab­ge­lehnt hat.

5 Wird die ver­si­cher­te Per­son wie­der­holt in der An­spruchs­be­rech­ti­gung ein­ge­stellt, so wird die Ein­stel­lungs­dau­er an­ge­mes­sen ver­län­gert. Für die Ver­län­ge­rung wer­den die Ein­stel­lun­gen der letz­ten zwei Jah­re be­rück­sich­tigt.

148 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Zweites Kapitel: Kurzarbeitsentschädigung

Art. 46 Normale und verkürzte Arbeitszeit 149  

(Art. 31 Abs. 1 und 35 Abs. 1 AVIG)

1 Als nor­ma­le Ar­beits­zeit gilt die ver­trag­li­che Ar­beits­zeit des Ar­beit­neh­mers, je­doch höchs­tens die orts­üb­li­che Ar­beits­zeit im be­tref­fen­den Wirt­schafts­zweig. Für Ar­beit­neh­mer mit fle­xiblem Ar­beits­zeit­sys­tem gilt die ver­trag­lich ver­ein­bar­te jah­res­durch­schnitt­li­che Ar­beits­zeit als nor­ma­le Ar­beits­zeit.

2 Als ver­kürzt gilt die Ar­beits­zeit nur, wenn sie zu­sam­men mit ge­leis­te­ten Mehr­stun­den die nor­ma­le Ar­beits­zeit nicht er­reicht. Als Mehr­stun­den gel­ten al­le aus­­be­zahl­ten oder nicht aus­be­zahl­ten Stun­den, wel­che die ver­trag­lich ver­ein­bar­te Ar­beits­zeit über­stei­gen. Nicht als Mehr­stun­den gel­ten Zeit­sal­di bis zu 20 Ar­beits­stun­den aus be­trieb­li­chen Gleit­zeit­re­ge­lun­gen so­wie be­trieb­lich fest­ge­leg­te Vor- oder Nach­hol­stun­den zum Über­brücken von Fei­er­ta­gen.

3 Mit dem ers­ten Tag der ers­ten Ab­rech­nungs­pe­ri­ode, für die Kurz­ar­beits- oder Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet wird, be­ginnt ei­ne zwei­jäh­ri­ge Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug.

4 und 5 ...150

149 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 24. Nov. 1999, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 2000 174).

150 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 26. Aug. 2020, mit Wir­kung vom 1. Sept. 2020 bis zum 30. Sept. 2021 (AS 2020 3611, 6449; 2021 169, 382).

Art. 46a151  

151Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 1985 (AS 1985 648). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Nov. 1999, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2000 (AS 2000 174).

Art. 46b Kontrollierbarkeit des Arbeitsausfalles 152  

(Art. 31 Abs. 3 Bst. a AVIG)

1 Die ge­nü­gen­de Kon­trol­lier­bar­keit des Ar­beits­aus­fal­les setzt ei­ne be­trieb­li­che Ar­beits­zeit­kon­trol­le vor­aus.

2 Der Ar­beit­ge­ber hat die Un­ter­la­gen über die Ar­beits­zeit­kon­trol­le wäh­rend fünf Jah­ren auf­zu­be­wah­ren.

152Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3071).

Art. 47 Weiterbildung im Betrieb  

(Art. 31 AVIG)

1 Der An­spruch auf Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung bleibt be­ste­hen, wenn der Ar­beit­ge­ber mit Ein­wil­li­gung der kan­to­na­len Amts­stel­le die aus­fal­len­de Ar­beits­zeit ganz oder teil­wei­se zur Wei­ter­bil­dung der be­trof­fe­nen Ar­beit­neh­mer ver­wen­det.

2 Die kan­to­na­le Amts­stel­le darf ih­re Ein­wil­li­gung nur ge­ben, wenn die Wei­ter­bil­dung:

a.
Fer­tig­kei­ten oder Kennt­nis­se ver­mit­telt, die dem Ar­beit­neh­mer auch bei ei­nem Stel­len­wech­sel nütz­lich sein kön­nen oder die zur Er­hal­tung sei­nes ge­gen­wär­ti­gen Ar­beits­plat­zes un­er­läss­lich sind;
b.
durch sach­kun­di­ge Per­so­nen nach ei­nem zum vor­aus fest­ge­leg­ten Pro­gramm durch­ge­führt wird;
c.
von der üb­li­chen Tä­tig­keit im Be­trieb klar ge­trennt ist und
d.
nicht im al­lei­ni­gen oder über­wie­gen­den In­ter­es­se des Ar­beit­ge­bers liegt.
Art. 48 Anrechenbarer Arbeitsausfall von Heimarbeitnehmern  

(Art. 32 Abs. 1 AVIG)

1 Der Ar­beits­aus­fall von Heim­ar­beit­neh­mern wird bei der Er­mitt­lung des Ar­beits­aus­falls des Be­triebs nicht mit­ge­rech­net.

2 Der Ar­beits­aus­fall ei­nes Heim­ar­beit­neh­mers ist nur an­re­chen­bar, so­weit der Heim­ar­beits­lohn ei­ner Ab­rech­nungs­pe­ri­ode 20 Pro­zent oder mehr un­ter dem Durch­schnitts­lohn liegt, den der Heim­ar­beit­neh­mer vor der ers­ten Ab­rech­nungs­pe­ri­ode, höchs­tens aber in den letz­ten zwölf Mo­na­ten zu­vor er­zielt hat.

Art. 48a Mindestausfall von 10 Prozent der Arbeitsstunden 153  

(Art. 32 Abs. 1 Bst. b AVIG)

1 Fällt die Ein­füh­rung von Kurz­ar­beit nicht auf den Be­ginn ei­ner Ab­rech­nungs­pe­ri­ode und wur­de in der vor­aus­ge­gan­ge­nen Ab­rech­nungs­pe­ri­ode kei­ne Kurz­ar­beit ge­leis­tet, so be­rech­net sich der Min­dest­aus­fall von 10 Pro­zent auf den nor­ma­len Ar­beits­stun­den seit Be­ginn der Kurz­ar­beit.

2 Wird die Ar­beit vor En­de ei­ner Ab­rech­nungs­pe­ri­ode wie­der voll auf­ge­nom­men und wird in der nach­fol­gen­den Ab­rech­nungs­pe­ri­ode kei­ne Kurz­ar­beit ge­leis­tet, so be­rech­net sich der Min­dest­aus­fall von 10 Pro­zent auf den nor­ma­len Ar­beits­stun­den bis En­de der Kurz­ar­beit.

3 Ab­rech­nungs­pe­ri­oden, in de­nen im Sin­ne der Ab­sät­ze 1 und 2 nur teil­wei­se ver­kürzt ge­ar­bei­tet wird, wer­den zur Be­stim­mung des Höchst­an­spru­ches (Art. 35 AVIG) voll an­ge­rech­net.

153Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 1985, in Kraft seit 1. Ju­li 1985 (AS 1985 648).

Art. 48b Betriebsanalyse 154  

(Art. 31 Abs. 1bis und 83 Abs. 1 Bst. s AVIG)

1 Hat die kan­to­na­le Amts­stel­le be­grün­de­te Zwei­fel dar­an, dass die Kurz­ar­beit vor­über­ge­hend ist und der Er­hal­tung der Ar­beitsplät­ze dient (Art. 31 Abs. 1 Bst. d AVIG), so kann sie die Aus­gleichs­stel­le er­su­chen, Drit­te mit der Be­trieb­s­ana­ly­se zu be­auf­tra­gen.

2 Sie in­for­miert den Ar­beit­ge­ber und weist ihn dar­auf hin, dass, falls die Aus­gleichs­stel­le dem Er­su­chen ent­spricht, die Ver­fü­gung be­tref­fend die Vor­an­mel­dung von Kurz­ar­beit nach durch­ge­führ­ter Ana­ly­se er­las­sen wird.

154 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 49 Voller Arbeitstag  

(Art. 32 Abs. 2 AVIG)

Als vol­ler Ar­beits­tag gilt der fünf­te Teil der nor­ma­len wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit des Ar­beit­neh­mers (Art. 46).

Art. 50 Karenzzeit 155  

(Art. 32 Abs. 2 AVIG)

1 Die Ka­renz­zeit wird be­stimmt, in­dem die Ab­rech­nungs­pe­ri­oden zu­sam­men­ge­zählt wer­den, für die ei­ne Kurz­ar­beits- oder Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung be­zo­gen wur­de.

2 ...156

3 ...157

155Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

156 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. II der V vom 20. Jan. 2021, mit Wir­kung vom 1. Sept. 2020 bis zum 30. Sept. 2021 (AS 2021 16, 169, 382).

157 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 19. Sept. 2003 (AS 2003 3491). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 13. Jan. 2016, in Kraft vom 1. Fe­br. 2016 bis zum 31. Ju­li 2017 (AS 2016 351).

Art. 51 Arbeitsausfälle wegen behördlicher Massnahmen und anderer nicht vom Arbeitgeber zu vertretender Umstände  

(Art. 32 Abs. 3 AVIG)

1 Ar­beits­aus­fäl­le, die auf be­hörd­li­che Mass­nah­men oder an­de­re nicht vom Ar­beit­­ge­ber zu ver­tre­ten­de Um­stän­de zu­rück­zu­füh­ren sind, sind an­re­chen­bar, wenn der Ar­beit­ge­ber sie nicht durch ge­eig­ne­te, wirt­schaft­lich trag­ba­re Mass­nah­men ver­mei­den oder kei­nen Drit­ten für den Scha­den haft­bar ma­chen kann.

2 Der Ar­beits­aus­fall ist ins­be­son­de­re an­re­chen­bar, wenn er ver­ur­sacht wird durch:

a.
Ein- oder Aus­fuhr­ver­bo­te für Roh­stof­fe oder Wa­ren;
b.
Kon­tin­gen­tie­rung von Roh- oder Be­triebss­tof­fen ein­sch­liess­lich Brenn­stof­fen;
c.
Trans­port­be­schrän­kun­gen oder Sper­rung von Zu­fahrts­we­gen;
d.
län­ger­dau­ern­de Un­ter­brü­che oder er­heb­li­che Ein­schrän­kun­gen der Ener­gie­ver­sor­gung;
e.
Ele­men­tar­scha­dener­eig­nis­se.

3 Der Ar­beits­aus­fall ist nicht an­re­chen­bar, wenn die be­hörd­li­che Mass­nah­me durch Um­stän­de ver­an­lasst wur­de, die der Ar­beit­ge­ber zu ver­tre­ten hat.

4 Der Ar­beits­aus­fall we­gen ei­nes Scha­dener­eig­nis­ses ist nicht an­re­chen­bar, so­lan­ge er durch ei­ne pri­va­te Ver­si­che­rung ge­deckt ist. Hat sich der Ar­beit­ge­ber ge­gen ei­nen sol­chen Ar­beits­aus­fall nicht ver­si­chert, ob­wohl dies mög­lich ge­we­sen wä­re, so ist der Ar­beits­aus­fall frü­he­s­tens nach Ab­lauf der für das ein­zel­ne Ar­beits­ver­hält­nis gel­ten­den Kün­di­gungs­frist an­re­chen­bar.

Art. 51a Arbeitsausfälle infolge wetterbedingter Kundenausfälle 158  

(Art. 32 Abs. 3 AVIG)

1 Ein Ar­beits­aus­fall ist an­re­chen­bar, wenn er auf einen un­ge­wöhn­li­chen Wet­ter­ver­lauf zu­rück­zu­füh­ren ist, der den Be­trieb still­legt oder er­heb­lich ein­schränkt.

2 Als für einen Be­trieb un­ge­wöhn­li­cher Wet­ter­ver­lauf gilt na­ment­lich der Schnee­man­gel in Win­ter­sport­ge­bie­ten, so­fern er in einen Zeit­raum fällt, in dem der Be­trieb nach­weis­lich in drei von fünf Vor­jah­ren ge­öff­net war.

3 Der Be­trieb gilt als er­heb­lich ein­ge­schränkt, wenn der Um­satz in der be­tref­fen­den Ab­rech­nungs­pe­ri­ode 25 Pro­zent der im Durch­schnitt der fünf Vor­jah­re im glei­chen Zeit­raum er­ziel­ten Um­sät­ze nicht über­steigt.

4 Für je­de Ab­rech­nungs­pe­ri­ode wird ei­ne Ka­renz­frist von drei vol­len Ar­beits­ta­gen vom an­re­chen­ba­ren Ar­beits­aus­fall ab­ge­zo­gen. In Be­trie­ben, wel­che nur sai­sonal tä­tig sind, gilt für den erst­ma­li­gen Ar­beits­aus­fall in­ner­halb der Sai­son ei­ne Ka­renz­frist von zwei Wo­chen.

5 Als be­stan­de­ne Ka­renz­ta­ge gel­ten nur Aus­fall­ta­ge, für die der Ar­beit­neh­mer im Ar­beits­ver­hält­nis stand und vom Ar­beit­ge­ber ei­ne min­des­tens der Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung ent­spre­chen­de Ver­gü­tung er­hal­ten hat.

6 Die Be­stim­mun­gen die­ses Ar­ti­kels sind auch auf Ar­beit­neh­mer im be­fris­te­ten Ar­beits­ver­hält­nis an­wend­bar.

158Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132). Laut Ziff. II kann die Ka­renz­frist von zwei Wo­chen nach Abs. 4 be­reits vor dem In­kraft­tre­ten die­ser Änd. zu lau­fen be­gin­nen, so­fern die Kurz­ar­beit vor­an­ge­mel­det wor­den ist.

Art. 52 Betriebsabteilung  

(Art. 32 Abs. 4 AVIG)

1 Ei­ne Be­triebs­ab­tei­lung ist ei­nem Be­trieb gleich­ge­stellt, wenn sie ei­ne mit ei­ge­nen per­so­nel­len und tech­ni­schen Mit­teln aus­ge­stat­te­te or­ga­ni­sa­to­ri­sche Ein­heit bil­det, die:

a.
ei­ner ei­ge­nen in­ner­be­trieb­lich selb­stän­di­gen Lei­tung un­ter­steht oder
b.
Leis­tun­gen er­bringt, die auch von selb­stän­di­gen Be­trie­ben er­bracht und auf dem Markt an­ge­bo­ten wer­den könn­ten.

2 Mit der Vor­an­mel­dung von Kurz­ar­beit in ei­ner Be­triebs­ab­tei­lung muss der Ar­beit­ge­ber ein Or­ga­ni­gramm sei­nes Ge­samt­be­trie­bes vor­le­gen.

Art. 53 Abrechnungsperiode  

(Art. 32 Abs. 5 AVIG)

1 Als Ab­rech­nungs­pe­ri­ode gilt ein Zeit­raum von vier Wo­chen, wenn die Löh­ne in Zeitab­stän­den von ei­ner, zwei oder vier Wo­chen aus­be­zahlt wer­den. In al­len üb­ri­gen Fäl­len be­trägt die Ab­rech­nungs­pe­ri­ode einen Mo­nat.

2 Gibt es in ei­nem Be­trieb un­ter­schied­li­che Lohn­pe­ri­oden, so wer­den für die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung die ent­spre­chen­den Ab­rech­nungs­pe­ri­oden von ei­nem Mo­nat oder vier Wo­chen an­ge­wen­det.

Art. 54 Anrechenbarer Arbeitsausfall bei Kurzarbeit vor oder nach Feiertagen oder Betriebsferien  

(Art. 33 Abs. 1 Bst. c AVIG)

1 Der Ar­beits­aus­fall ist nicht an­re­chen­bar

a.
an den zwei Ar­beits­ta­gen un­mit­tel­bar vor und nach Fei­er­ta­gen, die nicht auf ei­nen Sams­tag oder Sonn­tag fal­len;
b.
an den fünf Ar­beits­ta­gen un­mit­tel­bar vor und nach Be­triebs­fe­ri­en.

2 Die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung kann in Fäl­len nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b auf Ge­such des Ar­beit­ge­bers Aus­nah­men ge­wäh­ren, wenn nach den be­son­de­ren Um­stän­den ein Miss­brauch aus­ge­schlos­sen wer­den kann. Der Ar­beit­ge­ber muss das Ge­such an die kan­to­na­le Amts­stel­le rich­ten; die­se lei­tet es zu­sam­men mit ih­rer Stel­lung­nah­me an die der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung wei­ter.159

159Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Nov. 1996, in Kraft seit 1. Jan. 1997 (AS 1996 3071).

Art. 54a Saisonale Beschäftigungsschwankungen 160  

(Art. 33 Abs. 1 Bst. b und 3 AVIG)

Be­schäf­ti­gungs­schwan­kun­gen gel­ten als sai­sonal, wenn der Ar­beits­aus­fall nicht hö­her ist als der durch­schnitt­li­che Ar­beits­aus­fall der­sel­ben Pe­ri­ode aus den bei­den Vor­jah­ren.

160 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Nov. 1999, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 2000 174).

Art. 55 Bemessung der Kurzarbeitsentschädigung für Heimarbeitnehmer  

(Art. 34 Abs. 2 AVIG)

Die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung für Heim­ar­beit­neh­mer be­misst sich nach dem Durch­schnitts­lohn im Be­mes­sungs­zeit­raum (Art. 48 Abs. 2).

Art. 56 Bemessung der Kurzarbeitsentschädigung für Bezüger von Einarbei­tungs­zuschüssen  

(Art. 34 Abs. 2 AVIG)

1 Die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung für Ver­si­cher­te, die Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se (Art. 65 AVIG) be­zie­hen, be­misst sich nach dem für die Ein­ar­bei­tungs­zeit ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Lohn; die Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se blei­ben un­be­rück­sich­tigt.

2 Bei hun­dert­pro­zen­ti­ger Kurz­ar­beit be­misst sich die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung nach dem für die Zeit nach der Ein­ar­bei­tung ver­trag­lich ver­ein­bar­ten Lohn.

Art. 57 Bemessungsgrundlagen bei erheblich schwankendem Lohn 161  

(Art. 34 Abs. 3 AVIG)

Weicht der Lohn im letz­ten Bei­trags­mo­nat um min­des­tens 10 Pro­zent vom Durch­schnitts­lohn der letz­ten zwölf Mo­na­te ab, so be­misst sich die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung auf­grund die­ses Durch­schnitts­loh­nes.

161 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 57a Begrenzung des anrechenbaren Arbeitsausfalles 162  

(Art. 35 Abs. 1bis AVIG)

1 Über­schrei­tet der Ar­beits­aus­fall in­ner­halb der Rah­men­frist wäh­rend mehr als vier zu­sam­men­hän­gen­den oder ein­zel­nen Ab­rech­nungs­pe­ri­oden 85 Pro­zent der nor­ma­len be­trieb­li­chen Ar­beits­zeit, be­steht nur für die vier ers­ten Ab­rech­nungs­pe­ri­oden ein An­spruch auf Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung.

2 Die nor­ma­le be­trieb­li­che Ar­beits­zeit be­stimmt sich nach Ar­ti­kel 46.

162Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

Art. 57b163  

163 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Fe­br. 2009 (AS 2009 1027). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1. Ju­li 2020, in Kraft vom 1. Sept. 2020 bis zum 30. Ju­ni 2021 (AS 2020 2875; 2021 382).

Art. 58 Voranmeldefrist 164  

(Art. 36 Abs. 1 AVIG)

1 Die Vor­an­mel­de­frist für Kurz­ar­beit be­trägt aus­nahms­wei­se drei Ta­ge, wenn der Ar­beit­ge­ber nach­weist, dass die Kurz­ar­beit we­gen plötz­lich ein­ge­tre­te­ner Um­stän­de, die nicht vor­aus­seh­bar wa­ren, ein­ge­führt wer­den muss.

2 Hängt die Ar­beits­mög­lich­keit in ei­nem Be­trieb vom täg­li­chen Auf­trag­s­ein­gang ab und ist es nicht mög­lich, auf La­ger zu ar­bei­ten, so kann Kurz­ar­beit bis vor ih­rem Be­ginn, al­len­falls auch te­le­fo­nisch, vor­an­ge­mel­det wer­den. Der Ar­beit­ge­ber muss die te­le­fo­ni­sche Vor­an­mel­dung un­ver­züg­lich schrift­lich be­stä­ti­gen.

3 Ab­satz 2 gilt auch, wenn der Ar­beit­ge­ber die Vor­an­mel­dung nicht frist­ge­mä­ss er­stat­ten konn­te.

4 Hat der Ar­beit­ge­ber die Kurz­ar­beit oh­ne ent­schuld­ba­ren Grund nicht frist­ge­mä­ss vor­an­ge­mel­det, so wird der Ar­beits­aus­fall erst an­re­chen­bar, wenn die für die Vor­an­mel­dung vor­ge­schrie­be­ne Frist ab­ge­lau­fen ist.

5 Bei Ar­beits­aus­fäl­len in­fol­ge von wet­ter­be­ding­ten Kun­den­aus­fäl­len gilt Ar­ti­kel 69 Ab­sät­ze 1 und 2.

164 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 59 Einzureichende Unterlagen  

(Art 36 Abs. 2, 3 und 5 AVIG)165

1 Zur Vor­an­mel­dung der Kurz­ar­beit muss der Ar­beit­ge­ber nebst den An­ga­ben nach Ar­ti­kel 36 Ab­satz 2 AVIG ein­rei­chen:

a.
ei­ne Dar­le­gung der Um­stän­de, wel­che die Ein­füh­rung von Kurz­ar­beit not­wen­dig ma­chen, und ei­ne Be­ur­tei­lung der wirt­schaft­li­chen Aus­sich­ten des Be­trie­bes für die nä­he­re Zu­kunft;
b.
die Zahl der Ar­beit­neh­mer, de­ren Ar­beits­ver­hält­nis ge­kün­digt oder für wel­che die Kün­di­gung vor­ge­se­hen ist;
c.
al­le wei­te­ren von der kan­to­na­len Amts­stel­le ver­lang­ten Un­ter­la­gen.

2 Der Ar­beit­ge­ber muss der kan­to­na­len Amts­stel­le die Kurz­ar­beit mit dem For­mu­lar der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung mel­den.166

3 Die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung kann ein ver­ein­fach­tes Ver­fah­ren für den Fall vor­se­hen, dass ein Be­trieb wäh­rend der Zwei­jah­res­frist (Art. 35 Abs. 1 AVIG) un­ter gleich blei­ben­den Um­stän­den mehr­mals Kurz­ar­beit an­mel­det.

165 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

166 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 60 Kassenwahl und Kassenwechsel  

(Art. 36 Abs. 2 Bst. c und 38 Abs. 1 AVIG)

1 Der Ar­beit­ge­ber kann für je­de Be­triebs­ab­tei­lung (Art. 52) ei­ne Kas­se wäh­len.

2 Hat der Ar­beit­ge­ber die Kurz­ar­beit an­ge­mel­det und ei­ne Kas­se be­zeich­net, so darf er wäh­rend der Zwei­jah­res­frist (Art. 35 Abs. 1 AVIG) die Kas­se nur wech­seln, wenn:

a.
die Kas­se sein Ent­schä­di­gungs­ge­such we­gen Un­zu­stän­dig­keit zu­rück­weist;
b.
der Be­trieb nicht mehr im ört­li­chen oder sach­li­chen Tä­tig­keits­be­reich (Art. 78 Abs. 2 AVIG) der bis­he­ri­gen Kas­se liegt.

3 Hat der Ar­beit­ge­ber in­nert der letz­ten zwei Jah­re Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung gel­tend ge­macht, so kann er die Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung nur dann bei ei­ner an­dern Kas­se gel­tend ma­chen, wenn ei­ne Vor­aus­set­zung nach Ab­satz 2 er­füllt ist.

4 Die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung kann einen Kas­sen­wech­sel be­wil­li­gen, wenn der Ar­beit­ge­ber nach­weist, dass die bis­he­ri­ge Kas­se nicht in der La­ge ist, den Ent­schä­di­gungs­fall ord­nungs­ge­mä­ss ab­zu­wi­ckeln, oder dass sie bei der Er­le­di­gung ei­nes frü­he­ren Ent­schä­di­gungs­fal­les schwer­wie­gen­de Feh­ler be­gan­gen hat.

5 Bei ei­nem Kas­sen­wech­sel er­hält die neue Ar­beits­lo­sen­kas­se Zu­griffs­rech­te auf die Da­ten des ent­spre­chen­den Ver­si­cher­ten­falls sinn­ge­mä­ss nach Ar­ti­kel 28 Ab­satz 3.167

167 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 61 Geltendmachung des Anspruchs  

(Art. 38 Abs. 1 AVIG)

Die Frist für die Gel­tend­ma­chung des Ent­schä­di­gungs­an­spruchs be­ginnt mit dem ers­ten Tag nach der Ab­rech­nungs­pe­ri­ode.

Art. 61a Vergütung der Arbeitgeberbeiträge 168  

(Art. 39 Abs. 2 AVIG)

Die auf die Aus­fall­zei­ten ent­fal­len­den Ar­beit­ge­ber­bei­trä­ge an die AHV/IV/ EO/
ALV wer­den dem Ar­beit­ge­ber zu­sam­men mit der Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet.

168Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

Art. 62169  

169Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

Art. 63 Anrechnung von Einkommen aus Zwischenbeschäftigung 170  

(Art. 41 Abs. 4 AVIG)

Das Ein­kom­men aus Zwi­schen­be­schäf­ti­gung wird bei der Be­rech­nung des Ver­dienst­aus­falls nicht an­ge­rech­net.

170 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Aug. 2020, in Kraft vom 1. Sept. 2020 bis zum 30. Sept. 2021 (AS 2020 3611, 6449; 2021 169, 182).

Art. 64171  

171 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Drittes Kapitel: Schlechtwetterentschädigung

Art. 65 Erwerbszweige mit Anspruch auf Schlechtwetterentschädigung  

(Art. 42 Abs. 1 und 2 AVIG)

1 Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung kann in den fol­gen­den Er­werbs­zwei­gen aus­ge­rich­tet wer­den:

a.
Hoch- und Tief­bau, Zim­me­rei-, Stein­hau­er- und Stein­bruch­ge­wer­be;
b.
Sand- und Kies­ge­win­nung;
c.
Ge­lei­se- und Frei­lei­tungs­bau;
d.
Land­schafts­gar­ten­bau;
e.172
Wald­wirt­schaft, Baum­schu­len und Tor­fab­bau, so­weit sie nicht Ne­ben­zweig ei­nes land­wirt­schaft­li­chen Be­trie­bes sind;
f.
Aus­beu­tung von Lehm­gru­ben so­wie Zie­ge­lei;
g.
Be­rufs­fi­sche­rei;
h.173 Trans­port­ge­wer­be, so­weit Fahr­zeu­ge aus­sch­liess­lich für den Trans­port von Aus­hub oder Bau­ma­te­ri­al von und zu Bau­stel­len oder für den Ab­trans­port von Sand oder Kies von der Ab­bau­stel­le ver­wen­det wer­den;
i.174
Sä­ge­rei.

2 ...175

3 Aus­ser­dem kön­nen die Ar­beit­neh­mer rei­ner Reb-, Pflan­zen-, Obst- und Ge­mü­se­bau­be­trie­be ent­schä­digt wer­den, wenn die nor­ma­ler­wei­se an­fal­len­den Ar­bei­ten we­gen aus­ser­ge­wöhn­li­cher Tro­cken­heit oder Näs­se nicht ver­rich­tet wer­den kön­nen.176

172Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

173Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 1985, in Kraft seit 1. Ju­li 1985 (AS 1985 648).

174Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 1985, in Kraft seit 1. Ju­li 1985 (AS 1985 648).

175Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

176Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 1985, in Kraft seit 1. Ju­li 1985 (AS 1985 648).

Art. 66 Anrechenbarer Arbeitsausfall  

(Art. 43 Abs. 2 AVIG)

1 Der Ar­beits­aus­fall zählt als hal­ber Tag, wenn er einen Vor- oder Nach­mit­tag oder min­des­tens 50 Pro­zent, aber we­ni­ger als 100 Pro­zent ei­nes vol­len Ar­beits­ta­ges aus­macht.177

2 ...178

177Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 1985, in Kraft seit 1. Ju­li 1985 (AS 1985 648).

178Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 24. Nov. 1999, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2000 (AS 2000 174).

Art. 66a Normale und verkürzte Arbeitszeit 179  

(Art. 42 Abs. 1 und 44a Abs. 1 AVIG)

1 Als nor­ma­le Ar­beits­zeit gilt die ver­trag­li­che Ar­beits­zeit des Ar­beit­neh­mers, je­doch höchs­tens die orts­üb­li­che Ar­beits­zeit im be­tref­fen­den Wirt­schafts­zweig. Für Ar­beit­neh­mer mit fle­xiblem Ar­beits­zeit­sys­tem gilt die ver­trag­lich ver­ein­bar­te jah­res­durch­schnitt­li­che Ar­beits­zeit als nor­ma­le Ar­beits­zeit.

2 Als ver­kürzt gilt die Ar­beits­zeit nur, wenn sie zu­sam­men mit ge­leis­te­ten Mehr­stun­den die nor­ma­le Ar­beits­zeit nicht er­reicht. Als Mehr­stun­den gel­ten al­le aus­be­zahl­ten oder nicht aus­be­zahl­ten Stun­den, wel­che die ver­trag­lich ver­ein­bar­te Ar­beits­zeit über­stei­gen. Nicht als Mehr­stun­den gel­ten Zeit­sal­di bis zu 20 Ar­beitsstun­den aus be­trieb­li­chen Gleit­zeit­re­ge­lun­gen so­wie be­trieb­lich fest­ge­leg­te Vor- oder Nach­hol­stun­den zum Über­brücken von Fei­er­ta­gen.

3 Mit dem ers­ten Tag der ers­ten Ab­rech­nungs­pe­ri­ode, für die Kurz­ar­beits- oder Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet wird, be­ginnt ei­ne zwei­jäh­ri­ge Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug.

4 Läuft im Zeit­punkt ei­nes an­re­chen­ba­ren wet­ter­be­ding­ten Ar­beits­aus­fal­les für den Be­trieb oder die Be­triebs­ab­tei­lung noch kei­ne Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug, so sind die von den ein­zel­nen Ar­beit­neh­mern in den sechs vor­an­ge­gan­ge­nen Mo­na­ten ge­leis­te­ten Mehr­stun­den von ih­ren Ar­beits­aus­fäl­len ab­zu­zie­hen.

5 Wäh­rend der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug wer­den al­le von den ein­zel­nen Ar­beit­neh­mern bis zum Zeit­punkt ei­nes er­neu­ten Ar­beits­aus­fal­les ge­leis­te­ten Mehr­stun­den von ih­ren Ar­beits­aus­fäl­len ab­ge­zo­gen, je­doch längs­tens aus den letz­ten zwölf Mo­na­ten.

179 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 24. Nov. 1999, in Kraft seit 1. Jan. 2000 (AS 2000 174).

Art. 67 Voller Arbeitstag  

(Art. 43 Abs. 3 AVIG)

Als vol­ler Ar­beits­tag gilt der fünf­te Teil der nor­ma­len wö­chent­li­chen Ar­beits­zeit des Ar­beit­neh­mers (Art. 46).

Art. 67a Karenzzeit 180  

(Art. 43 Abs. 3 AVIG)

1 Die Ka­renz­zeit wird be­stimmt, in­dem die Ab­rech­nungs­pe­ri­oden zu­sam­men­ge­zählt wer­den, für die ei­ne Kurz­ar­beits- oder Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung be­zo­gen wur­de.

2 Der an­re­chen­ba­re Ar­beits­aus­fall ver­min­dert sich für je­de die­ser Ab­rech­nungs­pe­ri­oden um:

a.
zwei Ka­renz­ta­ge für die 1. bis 6. Ab­rech­nungs­pe­ri­ode;
b.
drei Ka­renz­ta­ge ab der 7. Ab­rech­nungs­pe­ri­ode.

180 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 68 Abrechnungsperiode  

(Art. 43 Abs. 4 AVIG)

1 Als Ab­rech­nungs­pe­ri­ode gilt ein Zeit­raum von vier Wo­chen, wenn die Löh­ne in Zeitab­stän­den von ei­ner, zwei oder vier Wo­chen aus­be­zahlt wer­den. In al­len üb­ri­gen Fäl­len be­trägt die Ab­rech­nungs­pe­ri­ode einen Mo­nat.

2 Gibt es in ei­nem Be­trieb un­ter­schied­li­che Lohn­pe­ri­oden, so wer­den für die Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung die ent­spre­chen­den Ab­rech­nungs­pe­ri­oden von ei­nem Mo­nat oder vier Wo­chen an­ge­wen­det.

Art. 69 Meldung 181  

(Art. 45 AVIG)

1 Der Ar­beit­ge­ber muss der kan­to­na­len Amts­stel­le den wet­ter­be­ding­ten Ar­beits­aus­fall spä­tes­tens am fünf­ten Tag des fol­gen­den Ka­len­der­mo­nats mit dem For­mu­lar der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung mel­den.182

2 Hat der Ar­beit­ge­ber den wet­ter­be­ding­ten Ar­beits­aus­fall oh­ne ent­schuld­ba­ren Grund ver­spä­tet ge­mel­det, so wird der Be­ginn des An­spruchs um die Dau­er der Ver­spä­tung ver­scho­ben.

3 Die kan­to­na­le Amts­stel­le be­stimmt durch Ver­fü­gung die Ta­ge, für wel­che Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet wer­den kann.

181Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

182 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 70 Geltendmachung des Anspruchs  

(Art. 47 Abs. 1 AVIG)

Die Frist für die Gel­tend­ma­chung des Ent­schä­di­gungs­an­spruchs be­ginnt mit dem ers­ten Tag nach der Ab­rech­nungs­pe­ri­ode.

Art. 71 Kassenwechsel  

(Art. 47 Abs. 2 AVIG)

Läuft für den Be­trieb ei­ne Zwei­jah­res­frist für Kurz­ar­beits­ent­schä­di­gung (Art. 35 Abs. 1 AVIG) oder hat er in­nert der letz­ten zwei Jah­re Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung gel­tend ge­macht, so kann er einen neu­en Ent­schä­di­gungs­an­spruch nur dann bei ei­ner an­dern Kas­se gel­tend ma­chen, wenn ei­ne Vor­aus­set­zung nach Ar­ti­kel 60 Ab­satz 2 er­füllt ist.

Art. 71a Vergütung der Arbeitgeberbeiträge 183  

(Art. 48 Abs. 2 AVIG)

Die auf die Aus­fall­zei­ten ent­fal­len­den Ar­beit­ge­ber­bei­trä­ge an die AHV/IV/ EO/
ALV wer­den dem Ar­beit­ge­ber zu­sam­men mit der Schlecht­wet­te­rent­schä­di­gung aus­ge­rich­tet.

183Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

Art. 72184  

184 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Viertes Kapitel: Insolvenzentschädigung

Art. 73 Anspruchsberechtigte Arbeitnehmer  

(Art. 51 AVIG)

Ar­beit­neh­mer, die das Min­destal­ter für die Bei­trags­pflicht in der AHV noch nicht er­reicht ha­ben, sind den bei­trags­pflich­ti­gen Ar­beit­neh­mern gleich­ge­stellt.

Art. 74 Glaubhaftmachung der Forderung 185  

(Art. 51 AVIG)

Die Kas­se darf ei­ne In­sol­ven­zent­schä­di­gung nur aus­rich­ten, wenn der Ar­beit­neh­mer sei­ne Lohn­for­de­rung glaub­haft macht.

185Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

Art. 75186  

186Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

Art. 75a Gleiches Arbeitsverhältnis 187  

(Art. 52 Abs. 1 AVIG)

Als glei­ches Ar­beits­ver­hält­nis im Sin­ne von Ar­ti­kel 52 Ab­satz 1 AVIG gilt auch ein Ar­beits­ver­hält­nis, das in­ner­halb ei­nes Jah­res:

a.
zwi­schen den glei­chen Par­tei­en wie­der auf­ge­nom­men wird; oder
b.
nach ei­ner Än­de­rungs­kün­di­gung fort­ge­setzt wird.

187 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003 (AS 2003 1828). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 76 Sozialversicherungsbeiträge  

(Art. 52 Abs. 2 AVIG)

1 Die Kas­se ent­rich­tet auf der In­sol­ven­zent­schä­di­gung die Bei­trä­ge (Ar­beit­neh­mer- und Ar­beit­ge­be­ran­teil) für:

a.
die AHV/IV/EO und die Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung an die AHV-Aus­gleichs­kas­se des Ar­beit­ge­bers;
b.
die ob­li­ga­to­ri­sche Un­fall­ver­si­che­rung an den zu­stän­di­gen Un­fall­ver­si­che­rer;
c.
die ob­li­ga­to­ri­sche be­ruf­li­che Vor­sor­ge an die Vor­sor­ge­ein­rich­tung des Ar­beit­ge­bers.

2 Die Hö­he der Bei­trä­ge für die ob­li­ga­to­ri­sche be­ruf­li­che Vor­sor­ge er­gibt sich aus dem Re­gle­ment der Vor­sor­ge­ein­rich­tung; die Kas­se ent­rich­tet nur die auf den ko­or­di­nier­ten Lohn ent­fal­len­den Bei­trä­ge.

3 Den Ar­beit­neh­me­ran­teil zieht die Kas­se von der aus­zu­rich­ten­den In­sol­ven­zent­schä­di­gung ab.

4 Die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung re­gelt im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­amt für So­zi­al­ver­si­che­run­gen das Ver­fah­ren.

5 Für die Über­prü­fung der Ab­zü­ge gilt Ar­ti­kel 35 Ab­satz 3 sinn­ge­mä­ss.

Art. 77 Geltendmachung des Anspruchs  

(Art. 53 AVIG)

1 Die ver­si­cher­te Per­son, die In­sol­ven­zent­schä­di­gung be­an­sprucht, muss der zu­stän­di­gen Ar­beits­lo­sen­kas­se ein­rei­chen:

a.
den An­trag auf In­sol­ven­zent­schä­di­gung;
b.
die Ver­si­cher­ten­num­mer der AHV;
c.
bei aus­län­di­scher Staats­bür­ger­schaft den Aus­län­der­aus­weis;
d.
die wei­te­ren In­for­ma­tio­nen, wel­che die Ar­beits­lo­sen­kas­se zur Be­ur­tei­lung des An­spruchs ver­langt.188

2 Nö­ti­gen­falls setzt die Ar­beits­lo­sen­kas­se der ver­si­cher­ten Per­son ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist für die Ver­voll­stän­di­gung des Dos­siers und macht sie auf die Fol­gen der Un­ter­las­sung auf­merk­sam.189

3 Sind im Kon­kurs ei­nes Ar­beit­ge­bers Zweignie­der­las­sun­gen oder Be­triebs­stät­ten in ei­nem an­dern Kan­ton be­trof­fen, so kön­nen de­ren Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer ih­ren An­spruch bei der öf­fent­li­chen Ar­beits­lo­sen­kas­se die­ses Kan­tons gel­tend ma­chen. Zu­stän­dig für die Be­ar­bei­tung die­ser An­trä­ge ist die öf­fent­li­che Ar­beits­lo­sen­kas­se am Sitz des Ar­beit­ge­bers.190

4 Un­ter­liegt der Ar­beit­ge­ber nicht der Zwangs­voll­stre­ckung in der Schweiz, so ist die öf­fent­li­che Ar­beits­lo­sen­kas­se des Kan­tons zu­stän­dig, in dem der frü­he­re Ar­beit­s­ort der ver­si­cher­ten Per­son liegt. Be­stan­den Ar­beit­sor­te in ver­schie­de­nen Kan­to­nen, so be­zeich­net die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung die zu­stän­di­ge Ar­beits­lo­sen­kas­se.191

5 Im Fall nach Ar­ti­kel 51 Buch­sta­be b AVIG hat der Ar­beit­neh­mer oder die Ar­beit­neh­me­rin den An­spruch auf In­sol­ven­zent­schä­di­gung spä­tes­tens 60 Ta­ge nach Kennt­nis­nah­me des un­be­nütz­ten Ab­laufs der Frist für die Leis­tung des Kos­ten­vor­schus­ses nach Ar­ti­kel 169 Ab­satz 2 des Bun­des­ge­set­zes vom 11. April 1889192 über Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs gel­tend zu ma­chen.193

188 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

189 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

190 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

191 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

192 SR 281.1

193Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991 (AS 1991 2132). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 78 Zusammenarbeit der Kassen  

(Art. 53 AVIG)

Die zu­stän­di­ge Kas­se kann öf­fent­li­che Kas­sen an­de­rer Kan­to­ne für die Er­le­di­gung von Ent­schä­di­gungs­fäl­len zur Mit­hil­fe her­an­zie­hen.

Art. 79 Verfahrensanträge und Klagen mit Kostenrisiko  

(Art. 54 AVIG)

Ver­fah­rens­an­trä­ge, die für die Kas­se mit ei­nem Kos­ten­ri­si­ko ver­bun­den sind, darf sie nur mit Zu­stim­mung der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung stel­len. Das­sel­be gilt für be­trei­bungs­recht­li­che Kla­gen.

Art. 80 Forderungen im Ausland  

(Art. 54 Abs. 2 AVIG)

1 Müs­sen For­de­run­gen im Aus­land gel­tend ge­macht wer­den, so un­ter­brei­tet die Kas­se den Fall mit al­len Un­ter­la­gen der Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.

2 Er­scheint die Durch­set­zung der For­de­rung zwei­fel­haft oder muss mit Um­trie­ben ge­rech­net wer­den, die in kei­nem ver­tret­ba­ren Ver­hält­nis zum Er­geb­nis ste­hen, so kann die Aus­gleichs­stel­le der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung die Kas­se er­mäch­ti­gen, auf die Gel­tend­ma­chung der For­de­rung zu ver­zich­ten.

Fünftes Kapitel: Arbeitsmarktliche Massnahmen 194

194 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 19. Nov. 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4861).

1. Abschnitt: Umschulung, Weiterbildung, Eingliederung

Art. 81 Teilnahme an Bildungs- oder Beschäftigungsmassnahmen 195  

(Art. 60 und 64a AVIG)196

1 Die kan­to­na­le Amts­stel­le darf ei­ne Wei­sung oder Zu­stim­mung zur Teil­nah­me an ei­ner Bil­dungs- oder Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­me nur er­tei­len, wenn die­se nach ei­nem im Vor­aus fest­ge­leg­ten Pro­gramm und von sach­kun­di­gen Per­so­nen durch­ge­führt wird.197

2 Aus­ge­schlos­sen sind be­rufs- und be­triebs­üb­li­che Mass­nah­men zur Ein­ar­bei­tung neu­er Mit­ar­bei­ter.

3 Für die Frist zur Ein­rei­chung des Ge­su­ches um Zu­stim­mung gilt Ar­ti­kel 81e Ab­satz 1 sinn­ge­mä­ss.198

195 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

196 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

197 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

198 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 81a Erfolgskontrolle der Massnahmen 199  

(Art. 59a AVIG)

1 Die kan­to­na­le Amts­stel­le über­mit­telt die für die Durch­füh­rung der Er­folgs­kon­trol­le not­wen­di­gen Da­ten dem In­for­ma­ti­ons­sys­tem für die öf­fent­li­che Ar­beits­ver­mitt­lung (Art. 83 Abs. 1bis Bst. b AVIG).200

2 In­sti­tu­tio­nen und Per­so­nen, die ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men durch­füh­ren, lie­fern In­for­ma­tio­nen, neh­men an den Kon­troll­mass­nah­men teil und er­stel­len ei­ne Aus­wer­tung der er­ziel­ten Re­sul­ta­te.

3 Die Aus­gleichs­stel­le wer­tet die Da­ten nach Ab­satz 1 aus. Sie ver­wen­det die Er­geb­nis­se zur Wei­ter­ent­wick­lung von ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men. Da­bei be­rück­sich­tigt sie ins­be­son­de­re die Be­dürf­nis­se von Stel­len­su­chen­den, de­ren Ein­glie­de­rung in den Ar­beits­markt er­schwert ist.201

199Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

200 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

201 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 81b Mindesttaggeld 202  

(Art. 59b Abs. 2 AVIG)

Das Min­dest­tag­geld für Ver­si­cher­te nach Ar­ti­kel 59b Ab­satz 2 AVIG be­trägt 102 Fran­ken.

202 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 81c203  

203 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003 (AS 2003 1828). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 11. März 2011, mit Wir­kung seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 81d Beiträge der zuständigen Amtsstelle an die Veranstalter von arbeitsmarktlichen Massnahmen 204  

(Art. 59c AVIG)

1 Die zu­stän­di­ge Amts­stel­le ge­währt durch Ver­fü­gung oder Leis­tungs­ver­ein­ba­rung Bei­trä­ge an die Ver­an­stal­ter von ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men. Sie kann die Ge­wäh­rung der Bei­trä­ge mit Auf­la­gen ver­bin­den.

2 Die Ver­fü­gung oder die Leis­tungs­ver­ein­ba­rung nennt min­des­tens die ge­setz­li­chen Grund­la­gen, die Art und den Be­trag der Sub­ven­ti­on, die Dau­er und die Zie­le der Mass­nah­me, den Auf­trag und die Ziel­grup­pen.

3 Wer­den die Bei­trä­ge durch Leis­tungs­ver­ein­ba­rung ge­währt, so sind dar­in zu­dem die zu­stän­di­ge Amts­stel­le, der Ver­an­stal­ter der Mass­nah­me, die Rech­te und Pflich­ten der Par­tei­en, Ziel­wer­te und In­di­ka­to­ren, die Mo­da­li­tä­ten der Kün­di­gung oder Än­de­rung der Leis­tungs­ver­ein­ba­rung so­wie das Ver­fah­ren bei Strei­tig­kei­ten fest­zu­hal­ten.

204 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003 (AS 2003 1828). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 81e Zuständigkeit und Verfahren 205  

(Art. 59c AVIG)

1 Un­ter Vor­be­halt der Ar­ti­kel 90a und 95b–95d muss die an ei­ner ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­me teil­neh­men­de Per­son das Ge­such um Zu­stim­mung spä­tes­tens zehn Ta­ge vor Be­ginn der Mass­nah­me der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Amts­stel­le ein­rei­chen. Reicht sie das Ge­such oh­ne ent­schuld­ba­ren Grund nach Be­ginn der Mass­nah­me ein, so wer­den die Leis­tun­gen erst vom Zeit­punkt der Ge­such­stel­lung an aus­ge­rich­tet.

2 Die kan­to­na­le Amts­stel­le fasst die ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men in ei­nem jähr­li­chen Rah­men­pro­jekt zu­sam­men. Sie reicht die­ses nach Rück­spra­che mit der zu­stän­di­gen tri­par­ti­ten Kom­mis­si­on spä­tes­tens acht Wo­chen vor Be­ginn des neu­en Jah­res der Aus­gleichs­stel­le ein.

3 Trä­ger von kol­lek­ti­ven ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men rei­chen ihr Bei­trags­ge­such min­des­tens vier Wo­chen vor Be­ginn der be­tref­fen­den Mass­nah­me bei der kan­to­na­len Amts­stel­le ein. Die­se über­mit­telt das Ge­such zu­sam­men mit ih­rer Stel­lung­nah­me der Aus­gleichs­stel­le, es sei denn, ihr steht die Ent­scheid­kom­pe­tenz ge­mä­ss Ab­satz 4 zu. Ein Bei­trags­ge­such für ei­ne ge­samtschwei­ze­risch or­ga­ni­sier­te ar­beits­markt­li­che Mass­nah­me muss in­nert der glei­chen Frist di­rekt der Aus­gleichs­stel­le vor­ge­legt wer­den.

4 Die Aus­gleichs­stel­le kann die Ent­scheid­kom­pe­tenz bei Bei­trags­ge­su­chen für kol­lek­ti­ve ar­beits­markt­li­che Mass­nah­men, de­ren an­re­chen­ba­re Pro­jekt­kos­ten un­ter fünf Mil­lio­nen Fran­ken lie­gen, an die kan­to­na­le Amts­stel­le über­tra­gen.

5 Spä­tes­tens am En­de des drit­ten Quar­tals er­stat­tet der Kan­ton der Aus­gleichs­stel­le Be­richt über die er­gan­ge­nen Ent­schei­de so­wie über sei­ne Pra­xis für das lau­fen­de Jahr. Auf glei­che Wei­se er­stat­tet die Aus­gleichs­stel­le ge­gen­über der Auf­sichts­kom­missi­on Be­richt über die von ihr und von den kan­to­na­len Amts­stel­len ge­trof­fe­nen Ent­schei­de.

205 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 82 Teilnahme an Massnahmen nach Ablauf der Rahmenfrist für den Leistungsbezug 206  

(Art. 59d Abs. 1 AVIG)

Nach Ab­lauf der Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug kann wäh­rend zwei Jah­ren nicht an ei­ner Bil­dungs- oder Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­me nach Ar­ti­kel 59d Ab­satz 1 AVIG teil­ge­nom­men wer­den.

206 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 83 Berücksichtigung von Fähigkeiten und Neigungen des Versicherten  

(Art. 60 AVIG)207

Weist die kan­to­na­le Amts­stel­le einen Ver­si­cher­ten an, einen Kurs zu be­su­chen, so muss sie ne­ben der Ar­beits­markt­la­ge auch sei­ne Fä­hig­kei­ten und Nei­gun­gen an­ge­mes­sen be­rück­sich­ti­gen. Mit dem Ein­ver­ständ­nis des Ver­si­cher­ten kann sie wenn nö­tig ei­ne Ab­klä­rung durch die öf­fent­li­che Be­rufs­be­ra­tung ver­an­las­sen.

207 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 84 Kontrolle der arbeitsmarktlichen Massnahmen 208  

(Art. 59–71d, 75a, 75b, 83 Abs. 1 und 110 AVIG)209

Die Aus­gleichs­stel­le kann Kon­trol­len der ar­beits­markt­li­chen Mass­nah­men im Sin­ne des AVIG durch­füh­ren.

208Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 18. Dez. 1996 (AS 1997 60). Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

209 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Nov. 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4861).

Art. 85 Ersatz der Auslagen für die Teilnahme an Bildungs- und Beschäftigungsmassnahmen 210  

(Art. 59cbis Abs. 3 AVIG)

1 Wer an ei­ner Bil­dungs- oder Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­me teil­nimmt, muss der Kas­se mit den Rech­nun­gen für die Aus­la­gen ei­ne Be­schei­ni­gung ein­rei­chen, in der die Lei­tung der Mass­nah­me die Not­wen­dig­keit der An­schaf­fung be­stä­tigt.

2 Als Rei­se­kos­ten be­wil­ligt die kan­to­na­le Amts­stel­le der ver­si­cher­ten Per­son un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Dau­er der Mass­nah­me die Aus­la­gen für die Bil­let­te oder Abon­ne­men­te 2. Klas­se der öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­tel in­ner­halb der Lan­des­gren­zen. Aus­nahms­wei­se er­hält die ver­si­cher­te Per­son einen Be­trag ent­spre­chend den nach­ge­wie­se­nen not­wen­di­gen Aus­la­gen für die Be­nüt­zung ei­nes pri­va­ten Fahr­zeugs, wenn kein öf­fent­li­ches Ver­kehrs­mit­tel zur Ver­fü­gung steht oder des­sen Be­nüt­zung ihr nicht zu­ge­mu­tet wer­den kann. Die kan­to­na­le Amts­stel­le be­stimmt den der ver­si­cher­ten Per­son für Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung am Ort der Bil­dungs- oder Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­me zu­ste­hen­den Bei­trag.

3 Das WBF be­stimmt:

a.
die Bei­trä­ge an die Kos­ten von Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung am Ort der Bil­dungs- oder Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­me;
b.
die An­sät­ze für die Bei­trä­ge bei Be­nüt­zung pri­va­ter Fahr­zeu­ge;
c.
die Ma­xi­ma­l­an­sät­ze bei den ver­schie­de­nen Mass­nah­men­ar­ten.

210 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 85a Kosten der Durchführung der Massnahme 211  

(Art. 59cbis Abs. 2 AVIG)212

Der Ver­an­stal­ter der Mass­nah­me darf von den teil­neh­men­den Per­so­nen kei­ne Bei­trä­ge für Kurs­geld und Lehr­mit­tel er­he­ben.

211 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

212 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 86 Auszahlung der Vergütungen und Vorschuss  

(Art. 59cbis Abs. 3 AVIG)213

1 Die Kas­se zahlt die Ver­gü­tun­gen in der Re­gel zu­sam­men mit dem Tag­geld aus, wenn der Ver­si­cher­te die Aus­la­gen bis En­de der Kon­troll­pe­ri­ode (Art. 18 Abs. 2 AVIG) nach­weist. Kurs­be­su­cher, die kei­ne Tag­gel­der be­zie­hen, le­gen ih­re Un­ter­­la­gen der Kas­se je­weils bis Mo­nats­en­de vor. Rech­nun­gen für Kurs­bei­trä­ge so­wie für grös­se­re An­schaf­fun­gen von Lehr­mit­teln kön­nen der Kas­se zur di­rek­ten Be­zah­lung ein­ge­reicht wer­den.

2 Die Ver­gü­tun­gen wer­den nicht aus­ge­rich­tet, wenn sie der Ver­si­cher­te nicht spä­te­s­tens drei Mo­na­te nach Ab­lauf des Mo­nats, in dem die be­tref­fen­den Kos­ten an­ge­fal­len sind, gel­tend macht. Un­zu­stell­ba­re Ver­gü­tun­gen ver­fal­len nach drei Jah­ren.

3 An die Rei­se­kos­ten so­wie an die Aus­la­gen für Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung darf die Kas­se einen Vor­schuss ge­wäh­ren, wenn der Ver­si­cher­te sonst in ei­ne wirt­schaft­li­che Not­la­ge ge­rät.

213 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 87 Bescheinigung des Veranstalters der Bildungs- oder Beschäftigungsmassnahme 214  

(Art. 59cbis AVIG)

Der Ver­an­stal­ter von Bil­dungs- oder Be­schäf­ti­gungs­mass­nah­men be­stä­tigt für je­de Kon­troll­pe­ri­ode spä­tes­tens am drit­ten Werk­tag des fol­gen­den Mo­natsdie An­zahl Ta­ge, an de­nen die ver­si­cher­te Per­son ef­fek­tiv an der Mass­nah­me teil­ge­nom­men hat, und führt die Ab­sen­zen auf.

214 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 26. Mai 2021, in Kraft seit 1. Ju­li 2021 (AS 2021 339).

Art. 88 Anrechenbare Kosten der Durchführung von Bildungsmassnahmen 215  

(Art. 59cbis Abs. 2 AVIG)216

1 Als an­re­chen­ba­re Kos­ten der Bil­dungs­mass­nah­me gel­ten:

a.
die Be­sol­dung der Lei­tung und der Lehr­kräf­te;
b.
die Kos­ten für die Be­schaf­fung der er­for­der­li­chen Lehr­mit­tel und Ma­te­ria­li­en;
c.
die Prä­mi­en der Be­rufs­un­fall- und Sach­ver­si­che­rung;
d.
die er­for­der­li­chen Un­ter­kunfts- und Ver­pfle­gungs­kos­ten;
e.
die zur Durch­füh­rung er­for­der­li­chen Trans­port­kos­ten für Ma­te­ri­al und not­wen­di­ge Aus­rüs­tun­gen so­wie die Kos­ten der Lei­tung und der Lehr­kräf­te für die Rei­se an den Ort, an dem die Mass­nah­me statt­fin­det;
f.
die er­for­der­li­chen Pro­jek­tie­rungs‑, Ka­pi­tal- und Raum­kos­ten.

2 Die Trä­ger der Bil­dungs­mass­nah­men füh­ren ein In­ven­tar über die mit Bei­trä­gen der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung an­ge­schaff­ten Lehr­mit­tel und Ma­te­ria­li­en. Die­se dür­fen nur mit Zu­stim­mung der Aus­gleichs­stel­le ver­äus­sert wer­den. Der dem ge­leis­te­ten Bei­trag ent­spre­chen­de An­teil am Er­lös wird dem Aus­gleichs­fonds zu­rück­er­stat­tet.

215 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

216 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 89217  

217Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 90 Einarbeitungszuschüsse  

(Art. 65 und 66 AVIG)218

1 Die Ver­mitt­lung ei­ner ver­si­cher­ten Per­son gilt als er­schwert, wenn sie bei der herr­schen­den Ar­beits­markt­la­ge be­son­ders gros­se Schwie­rig­kei­ten hat, ei­ne Stel­le zu fin­den, weil sie:219

a.
in fort­ge­schrit­te­nem Al­ter steht;
b.
kör­per­lich, psy­chisch oder geis­tig be­hin­dert ist;
c.220
un­ge­nü­gen­de be­ruf­li­che Vor­aus­set­zun­gen hat;
d.
be­reits 150 Tag­gel­der be­zo­gen hat;
e.221
in ei­ner Zeit er­höh­ter Ar­beits­lo­sig­keit nach Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1ter man­geln­de be­ruf­li­che Er­fah­run­gen hat.222

1bis Die Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se dür­fen für längs­tens zwölf Mo­na­te aus­ge­rich­tet wer­den, wenn auf­grund der per­sön­li­chen Ver­hält­nis­se des Ver­si­cher­ten da­von aus­ge­gan­gen wer­den muss, dass das Ein­ar­bei­tungs­ziel in sechs Mo­na­ten nicht er­reicht wer­den kann.223

2 Für die Ein­rei­chung des Ge­su­ches um einen Ein­ar­bei­tungs­zu­schuss gilt Ar­ti­kel 81eAb­satz 1 sinn­ge­mä­ss.224

3 Die kan­to­na­le Amts­stel­le klärt beim Ar­beit­ge­ber ab, ob die Vor­aus­set­zun­gen zur Ge­wäh­rung von Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­sen er­füllt sind. Sie kann ver­lan­gen, dass die Be­din­gun­gen nach Ar­ti­kel 65 Buch­sta­ben b und c AVIG schrift­lich ver­ein­bart wer­den.

4 Die Kas­se rich­tet die Ein­ar­bei­tungs­zu­schüs­se dem Ar­beit­ge­ber aus. Die­ser zahlt sie mit dem ver­ein­bar­ten Lohn dem Ver­si­cher­ten aus.

5 Die Aus­gleichs­stel­le kann für die Be­mes­sung der Zu­schüs­se Richt­li­ni­en er­las­sen.

218 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Nov. 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4861).

219 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

220 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

221 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

222Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

223Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Aug. 1991, in Kraft seit 1. Jan. 1992 (AS 1991 2132).

224 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

Art. 90a Ausbildungszuschüsse 225  

(Art. 66a und 66cAVIG)226

1 Als hö­he­re Fach­schu­len gel­ten hö­he­re tech­ni­sche Lehr­an­stal­ten (HTL), hö­he­re Wirt­schafts- und Ver­wal­tungs­schu­len (HWV), hö­he­re Fach­schu­len für Ge­stal­tung, hö­he­re haus­wirt­schaft­li­che Fach­schu­len, an­de­re als hö­he­re Fach­schu­len an­er­kann­te schwei­ze­ri­sche oder aus­län­di­sche Aus­bil­dungs­stät­ten so­wie Schu­len mit ver­gleich­ba­rer Aus­bil­dungs­dau­er, die un­ter die kan­to­na­le Ho­heit fal­len.

2 Der Aus­bil­dungs­ver­trag ist nach dem Bun­des­ge­setz vom 19. April 1978227 über die Be­rufs­bil­dung als Lehr­ver­trag aus­zu­ge­stal­ten, so­fern die an­ge­streb­te Aus­bil­dung An­spruch auf ein eid­ge­nös­si­sches Fä­hig­keits­zeug­nis gibt. Gibt die Aus­bil­dung An­spruch auf ein kan­to­na­les Fä­hig­keits­zeug­nis, so rich­tet sich die Aus­ge­stal­tung nach dem je­wei­li­gen kan­to­na­len Recht.228

3 Die Ent­löh­nung be­misst sich nach dem orts- und bran­chen­üb­li­chen Lohn im letz­ten Jahr der be­ruf­li­chen Grund­bil­dung. Ver­fügt die ver­si­cher­te Per­son über kei­ne Er­fah­run­gen im aus­zu­bil­den­den oder in ei­nem na­he ver­wand­ten Be­ruf, so be­misst sich die Ent­löh­nung nach dem orts- und bran­chen­üb­li­chen Lohn im ent­spre­chen­den Jahr der be­ruf­li­chen Grund­bil­dung.229

4 Der Höchst­be­trag nach Ar­ti­kel 66c Ab­satz 2 AVIG be­trägt 3500 Fran­ken pro Mo­nat. Ge­spro­che­ne Sti­pen­di­en wer­den an den Be­trag der Aus­bil­dungs­zu­schüs­se an­ge­rech­net, so­weit sie nicht der De­ckung der Fa­mi­li­en­un­ter­halts­kos­ten die­nen.

5 Für die ver­si­cher­te Per­son gilt die Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug nach Ar­ti­kel 9 Ab­sät­ze 1 und 2 AVIG. Mit Be­ginn der Aus­bil­dung wird die­se Rah­men­frist bis zum Ab­schluss der Aus­bil­dung ver­län­gert, für die der Zu­schuss ge­währt wur­de. Am Tag des Ab­bruchs oder der Be­en­di­gung der Aus­bil­dung wird die ver­län­ger­te Rah­men­frist auf­ge­ho­ben. Sind die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 8 AVIG er­füllt, so kann am Fol­ge­tag ei­ne neue Rah­men­frist für den Leis­tungs­be­zug er­öff­net wer­den.230

6 ...231

7 Ge­su­che um Aus­bil­dungs­zu­schüs­se müs­sen acht Wo­chen vor Be­ginn der Mass­nah­me bei der kan­to­na­len Amts­stel­le ein­ge­reicht wer­den.

8 Die kan­to­na­le Amts­stel­le teilt ih­ren Ent­scheid dem Ver­si­cher­ten in der Re­gel in­nert vier Wo­chen nach Zu­stel­lung des Ge­su­ches mit.

225Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 11. Dez. 1995, in Kraft seit 1. Jan. 1996 (AS 1996 295).

226 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

227 [AS 1979 1687, 1985 660Ziff. I 21, 1987 600Art. 17 Ziff. 3, 1991 857An­hang Ziff. 4, 1992 288An­hang Ziff. 17 2521 Art. 55 Ziff. 1, 1996 2588Art. 25 Abs. 2 und An­hang Ziff. 1, 1998 1822Art. 2, 1999 2374Ziff. I 2, 2003 187An­hang Ziff. II 2. AS 2003 4557An­hang Ziff. I 1]. Heu­te: das Be­rufs­bil­dungs­ge­setz vom 13. Dez. 2002 (SR 412.10).

228 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, in Kraft seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

229 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

230 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

231 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Mai 2003, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2003 (AS 2003 1828).

2. Abschnitt: Arbeit ausserhalb der Wohnortsregion

Art. 91 Wohnortsregion 232  

(Art. 68 Abs. 1 Bst. a AVIG)

Der Ar­beit­s­ort liegt in der Wohn­orts­re­gi­on der ver­si­cher­ten Per­son, wenn:

a.
zum Wohn­ort ei­ne öf­fent­li­che Ver­kehrs­ver­bin­dung be­steht, de­ren Län­ge 50 Ki­lo­me­ter nicht über­steigt; oder
b.
die ver­si­cher­te Per­son ihn vom Wohn­ort aus mit ei­nem pri­va­ten Mo­tor­fahr­zeug, das ihr zur Ver­fü­gung steht, in­nert ei­ner Stun­de er­rei­chen kann.

232 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 92 Pendlerkostenbeitrag  

(Art. 69 AVIG)

Der Pend­ler­kos­ten­bei­trag be­stimmt sich sinn­ge­mä­ss nach der Re­ge­lung über den Rei­se­kos­te­n­er­satz bei Kurs­be­such (Art. 85 Abs. 2 und 3 Bst. b).

Art. 93 Beitrag an Wochenaufenthalter  

(Art. 70 AVIG)

1 Die Pau­schal­ent­schä­di­gung für aus­wär­ti­ge Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung von Wo­chen­auf­ent­hal­tern be­stimmt sich nach den vom WBF für Kurs­teil­neh­mer fest­ge­leg­ten An­sät­zen (Art. 85 Abs. 3 Bst. a).

2 Der Fahr­kos­te­n­er­satz be­stimmt sich sinn­ge­mä­ss nach der Re­ge­lung über den Rei­se­­kos­te­n­er­satz bei Kurs­be­such (Art. 85 Abs. 2 und 3 Bst. b).

Art. 94 Finanzielle Einbusse gegenüber der letzten Erwerbstätigkeit 233  

(Art. 68 Abs. 3 AVIG)

Die ver­si­cher­te Per­son er­lei­det ei­ne fi­nan­zi­el­le Ein­bus­se, wenn bei ih­rer neu­en Tä­tig­keit:

a.
der Ver­dienst, ab­züg­lich der not­wen­di­gen Aus­la­gen (Fahr­kos­ten, Un­ter­kunft, Ver­pfle­gung), den vor der Ar­beits­lo­sig­keit er­ziel­ten ver­si­cher­ten Ver­dienst (Art. 23 Abs. 1 AVIG), ab­züg­lich der ent­spre­chen­den Aus­la­gen, nicht er­reicht; und
b.
die not­wen­di­gen Aus­la­gen (Fahr­kos­ten, Un­ter­kunft, Ver­pfle­gung) hö­her sind als die ent­spre­chen­den Aus­la­gen vor der Ar­beits­lo­sig­keit.

233 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 11. März 2011, in Kraft seit 1. April 2011 (AS 2011 1179).

Art. 95 Auszahlung der Leistungen und Vorschuss