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Verordnung
über die Zulagen und die Datenerfassung im Milchbereich
(Milchpreisstützungsverordnung, MSV)

vom 25. Juni 2008 (Stand am 1. Januar 2019)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 28 Absatz 2, 38 Absatz 2, 39 Absatz 2, 40 Absatz 2,
43 Absatz 1 und 177 des Landwirtschaftsgesetzes vom 29. April 19981 (LwG),2

verordnet:

1 SR 910.1

2 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

1. Abschnitt: Begriffe3

3 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

Art. 1 Milchverwerter und Milchverwerterinnen 4  

1 Als Milch­ver­wer­ter und Milch­ver­wer­te­rin­nen gel­ten na­tür­li­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen so­wie Per­so­nen­ge­sell­schaf­ten, die Milch bei Milch­pro­du­zen­ten und Milch­pro­du­zen­tin­nen kau­fen und zu Milch­pro­duk­ten ver­ar­bei­ten oder wei­ter­ver­kau­fen.

2 Als Milch­ver­wer­ter und Milch­ver­wer­te­rin­nen gel­ten auch Di­rekt­ver­mark­ter, Di­rekt­ver­mark­te­rin­nen so­wie Ver­wer­ter und Ver­wer­te­rin­nen, wel­che Milch oder Milch­be­stand­tei­le zur Her­stel­lung von Milch­pro­duk­ten von an­de­ren Milch­ver­wer­tern und Milch­ver­wer­te­rin­nen zu­kau­fen.

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

Art. 1a Direktvermarkter und Direktvermarkterinnen  

Als Di­rekt­ver­mark­ter und Di­rekt­ver­mark­te­rin­nen gel­ten Milch­pro­du­zen­ten und Milch­pro­du­zen­tin­nen, die ei­ge­ne Pro­duk­te di­rekt Ver­brau­chern und Ver­brau­che­rin­nen ver­kau­fen.

Art. 1b Verkehrsmilch  

Als Ver­kehrs­milch gilt Milch, die:

a.
zum Frisch­kon­sum oder zur Ver­ar­bei­tung vom Be­trieb oder vom Söm­me­rungs­be­trieb weg­ge­führt wird;
b.
im ei­ge­nen Be­trieb oder Söm­me­rungs­be­trieb zu Pro­duk­ten ver­ar­bei­tet wird, die nicht der Selbst­ver­sor­gung die­nen.

1a. Abschnitt: Zulagen 5

5 Eingefügt durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

Art. 1c Zulage für verkäste Milch 6  

1 Die Zu­la­ge für ver­käs­te Kuh-, Schaf- und Zie­gen­milch be­trägt 15 Rap­pen pro Ki­lo­gramm Milch ab­züg­lich des Be­trags der Zu­la­ge für Ver­kehrs­milch nach Ar­ti­kel 2a.

2 Sie wird den Milch­pro­du­zen­ten und Milch­pro­du­zen­tin­nen aus­ge­rich­tet, wenn die Milch ver­ar­bei­tet wird zu:

a.
Kä­se, der:
1.
die An­for­de­run­gen an Kä­se er­füllt, die das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment des In­nern (EDI) ge­stützt auf die Le­bens­mit­tel- und Ge­brauchs­ge­gen­stän­de­ver­ord­nung vom 16. De­zem­ber 20167 (LGV) in den Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen im Be­reich der Le­bens­mit­tel tie­ri­scher Her­kunft er­lässt, und
2.
einen Fett­ge­halt in der Tro­cken­mas­se von min­des­tens 150 g/kg auf­weist;
b.
Roh­zi­ger als Roh­stoff für Glar­ner Schab­zi­ger; oder
c.
Wer­den­ber­ger Sau­er­kä­se, Liech­ten­stei­ner Sau­er­kä­se oder Blo­der­kä­se.

3 Kei­ne Zu­la­ge wird aus­ge­rich­tet für Milch, die zu Quark oder Frisch­kä­se­gal­ler­te ver­ar­bei­tet wird.

4 Wird in ei­nem Ver­ar­bei­tungs­be­trieb sämt­li­che Milch vor der Ver­kä­sung mit­tels Zen­tri­fu­gie­ren auf einen be­stimm­ten Fett­ge­halt ein­ge­stellt, so wird die Zu­la­ge ent­spre­chend dem Fett­ge­halt mit dem Fak­tor nach dem An­hang mul­ti­pli­ziert.

6 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

7 SR 817.02

Art. 2 Zulage für Fütterung ohne Silage  

1 Für Milch, die von Kü­hen, Scha­fen und Zie­gen oh­ne Si­la­ge­füt­te­rung stammt, rich­tet der Bund den Milch­pro­du­zen­ten und Milch­pro­du­zen­tin­nen zu­sätz­lich ei­ne Zu­la­ge von 3 Rap­pen je Ki­lo­gramm ver­käs­ter Milch aus, wenn:8

a.
die­se zu Kä­se ei­ner der fol­gen­den Fes­tig­keits­stu­fen nach den Be­stim­mun­gen, die das EDI ge­stützt auf die LGV9 im Be­reich der Le­bens­mit­tel tie­ri­scher Her­kunft er­lässt, ver­ar­bei­tet wird:10
1.
ex­tra hart,
2.
hart,
3.
halb­hart,
4.
weich, so­fern der Kä­se vom Bun­des­amt für Land­wirt­schaft (BLW) als ge­schütz­te Ur­sprungs­be­zeich­nung (GUB) ein­ge­tra­gen ist und das Pflich­ten­heft ei­ne si­la­ge­freie Milch­vieh­füt­te­rung vor­schreibt; und
b.
der Kä­se min­des­tens einen Fett­ge­halt in der Tro­cken­mas­se von 150 g/kg auf­weist.11

2 Wird in ei­nem Ver­ar­bei­tungs­be­trieb sämt­li­che Milch vor der Ver­kä­sung mit­tels Zen­tri­fu­gie­ren auf einen be­stimm­ten Fett­ge­halt ein­ge­stellt, so wird die Zu­la­ge ent­spre­chend dem Fett­ge­halt mit dem be­tref­fen­den Fak­tor nach dem An­hang mul­ti­pli­ziert.

3 Die Zu­la­ge wird nur für Milch aus­ge­rich­tet, die oh­ne Zu­satz­stof­fe ge­mä­ss Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung mit Aus­nah­me von Kul­tu­ren, Lab und Salz und oh­ne Be­hand­lungs­me­tho­den wie Pas­teu­ri­sa­ti­on, Bak­to­fu­ga­ti­on oder an­de­re Ver­fah­ren mit glei­cher Wir­kung ver­ar­bei­tet wur­de.

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

9 SR 817.02

10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3993).

Art. 2a Zulage für Verkehrsmilch 12  

1 Für Ver­kehrs­milch, die von Kü­hen stammt, rich­tet das BLW den Milch­pro­du­zen­ten und Milch­pro­du­zen­tin­nen ei­ne Zu­la­ge von 4,5 Rap­pen je Ki­lo­gramm aus.

2 Es kann die Hö­he der Zu­la­ge un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Men­gen­ent­wick­lung und im Rah­men der be­wil­lig­ten Mit­tel an­pas­sen.

12 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

2. Abschnitt: Verfahren

Art.3 Gesuche  

1 Ge­su­che um Aus­rich­tung der Zu­la­gen nach den Ar­ti­keln 1c und 2 sind von den Milch­ver­wer­tern und Milch­ver­wer­te­rin­nen zu stel­len. Sie müs­sen bei der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le nach Ar­ti­kel 12 mo­nat­lich ein­ge­reicht wer­den.13

2 Ge­su­che von Söm­me­rungs­be­trie­ben sind der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le min­des­tens jähr­lich ein­mal ein­zu­rei­chen.

3 Ge­su­che um Aus­rich­tung der Zu­la­ge nach Ar­ti­kel 2a sind von den Milch­pro­du­zen­ten und Milch­pro­du­zen­tin­nen zu stel­len. Sie müs­sen bei der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le nach Ar­ti­kel 12 ein­ge­reicht wer­den.14

4 Der Milch­pro­du­zent oder die Milch­pro­du­zen­tin kann den Milch­ver­wer­ter oder die Milch­ver­wer­te­rin er­mäch­ti­gen, ein Ge­such nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 3 zu stel­len.15

5 Er oder sie muss der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le mel­den:

a.
die Er­tei­lung ei­ner Er­mäch­ti­gung;
b.
die in der Milch­da­ten­bank vor­han­de­ne Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer der be­auf­trag­ten Per­so­nen;
c.
den Ent­zug ei­ner Er­mäch­ti­gung.16

13 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

14 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

15 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

16 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

Art. 4 Zulagenperiode 17  

Zu­la­gen wer­den für die Pe­ri­ode vom 1. No­vem­ber des Vor­jah­res bis zum 31. Ok­to­ber des lau­fen­den Jah­res aus­ge­rich­tet.

17 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3993).

Art. 4a Später eingereichte Gesuche 18  

1 Für nach dem 15. De­zem­ber des lau­fen­den Jah­res ein­ge­reich­te Ge­su­che wer­den kei­ne Zu­la­gen aus­ge­rich­tet.

219

18 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3993).

19 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

Art. 5 Ausrichtung der Zulagen 20  

1 Das BLW ent­schei­det über die Ge­su­che.

2 Es zahlt die Zu­la­gen aus.

20 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3993).

Art. 6 Auszahlungs- und Buchführungspflicht 21  

Die Milch­ver­wer­ter und Milch­ver­wer­te­rin­nen sind ver­pflich­tet, die Zu­la­gen nach den Ar­ti­keln 1c und 2:

a.
in­nert Mo­nats­frist den Pro­du­zen­ten und Pro­du­zen­tin­nen, von de­nen sie die zu Kä­se ver­ar­bei­te­te Milch ge­kauft ha­ben, wei­ter­zu­ge­ben;
b.
in der Ab­rech­nung über den Milch­kauf se­pa­rat aus­zu­wei­sen und die Buch­hal­tung so zu ge­stal­ten, dass er­sicht­lich ist, wel­che Bei­trä­ge sie für die Zu­la­gen er­hal­ten und aus­be­zahlt ha­ben.

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

3. Abschnitt: Aufzeichnung, Meldung und Aufbewahrung von Milchdaten

Art. 722  

22 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 29. Okt. 2014, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4049).

Art. 8 Aufzeichnung und Meldung der Produktionsdaten  

1 Die Milch­ver­wer­ter und Milch­ver­wer­te­rin­nen müs­sen die Milch­men­gen, die ih­nen die Pro­du­zen­ten und Pro­du­zen­tin­nen lie­fern, täg­lich auf­zeich­nen, ge­trennt nach Be­trieb und Söm­me­rungs­be­trieb.23

2 Sie müs­sen der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le bis zum 10. Tag des fol­gen­den Mo­nats die pro Mo­nat je Pro­du­zen­tin und Pro­du­zent ge­lie­fer­te Men­ge, ge­trennt nach Be­trieb und Söm­me­rungs­be­trieb, mel­den.24

3 Die Pro­duk­ti­ons­da­ten von Söm­me­rungs­be­trie­ben müs­sen der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le nach Ab­lauf der Söm­me­rungs­pe­ri­ode, spä­tes­tens aber bis zum 15. De­zem­ber, ge­mel­det wer­den.

23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 19. Jan. 2011, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2011 497).

24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5883).

Art. 9 Aufzeichnung und Meldung der Verwertungsdaten  

1 Die Milch­ver­wer­ter und Milch­ver­wer­te­rin­nen ha­ben ei­ne täg­li­che Ver­wer­tungs­kon­trol­le zu füh­ren und die­se den In­spek­ti­ons­or­ga­nen des BLW auf Ver­lan­gen vor­zu­wei­sen. Aus der Ver­wer­tungs­kon­trol­le muss er­sicht­lich sein, wel­che Roh­stoff­men­gen:

a.
zu­ge­kauft wur­den;
b
un­ver­ar­bei­tet ver­kauft wur­den;
c.
im Be­trieb ver­ar­bei­tet wur­den.

2 Für die im Be­trieb ver­ar­bei­te­te Roh­stoff­men­ge sind an­zu­ge­ben:

a.
die Men­ge der ver­ar­bei­te­ten Roh­stof­fe;
b.
die Art der her­ge­stell­ten Pro­duk­te;
c.
die Men­ge der her­ge­stell­ten Pro­duk­te.

3 Die Milch­ver­wer­ter und Milch­ver­wer­te­rin­nen müs­sen der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le mo­nat­lich bis zum 10. Tag des fol­gen­den Mo­nats mel­den, wie sie die Roh­stof­fe ver­wer­tet ha­ben. Die Mel­dung muss sich nach der vor­ge­ge­be­nen Struk­tur der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le rich­ten.25

4 Die Ver­wer­tungs­da­ten von Söm­me­rungs­be­trie­ben müs­sen der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le nach Ab­lauf der Söm­me­rungs­pe­ri­ode, spä­tes­tens aber bis zum 15. De­zem­ber, ge­mel­det wer­den.

25 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 27. Okt. 2010, in Kraft seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 5883).

Art. 10 Aufzeichnung und Meldung der Direktvermarktung  

1 Die Di­rekt­ver­mark­ter und Di­rekt­ver­mark­te­rin­nen müs­sen die Milch­men­ge, die sie für die Di­rekt­ver­mark­tung ver­wen­den, täg­lich in Ki­lo­gramm auf­zeich­nen und die Men­ge pro Mo­nat und de­ren Ver­wer­tung bis zum 10. Tag des fol­gen­den Mo­nats der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le mel­den.

2 Sie kön­nen die Milch­men­ge und de­ren Ver­wer­tung halb­jähr­lich, je­weils bis zum 10. Mai und bis zum 10. No­vem­ber, mel­den, wenn wäh­rend ei­nes Mo­nats we­ni­ger als 600 kg ver­mark­tet wer­den.26

3 Söm­me­rungs­be­trie­be mit Di­rekt­ver­mark­tung müs­sen die Ver­wer­tungs­da­ten nach Ar­ti­kel 9 so­wie die als Voll­milch di­rekt ver­kauf­te Milch mel­den.27

26 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

27 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Mai 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2009 (AS 2009 2603).

Art. 11 Aufbewahrung der Daten 28  

Die Milch­ver­wer­ter und Milch­ver­wer­te­rin­nen, die Di­rekt­ver­mark­ter und Di­rekt­ver­mark­te­rin­nen so­wie die Milch­pro­du­zen­ten und Milch­pro­du­zen­tin­nen müs­sen die zur In­spek­ti­on nö­ti­gen Auf­zeich­nun­gen, Rap­por­te und Be­le­ge be­tref­fend ver­käs­te Milch­men­ge und Ver­kehrs­milch­men­ge min­des­tens fünf Jah­re auf­be­wah­ren.

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

4. Abschnitt: Administrationsstelle

Art. 12 Aufgaben der Administrationsstelle 29  

1 Das BLW be­zeich­net für die Ver­wal­tung der Zu­la­gen und der Mel­dung der Milch­da­ten ei­ne ver­wal­tungs­ex­ter­ne Stel­le (Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le). Die Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le muss recht­lich, or­ga­ni­sa­to­risch und fi­nan­zi­ell von den ein­zel­nen milch­wirt­schaft­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen und Un­ter­neh­men un­ab­hän­gig sein.

2 Die Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le hat na­ment­lich fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Sie be­ar­bei­tet die Ge­su­che um Zu­la­gen.
b.
Sie über­mit­telt dem BLW die Da­ten, die die­ses für den Ent­scheid über die Ge­su­che und zur Aus­zah­lung be­nö­tigt.
c.
Sie er­stellt je Ge­such­s­pe­ri­ode zu­han­den je­des Ge­such­stel­lers und je­der Ge­such­stel­le­rin ei­ne de­tail­lier­te Ab­rech­nung über die aus­zu­zah­len­den Zu­la­gen.
d.
Sie führt über die Zu­la­gen ei­ne Da­ten­bank.
e.
Sie er­hebt wei­te­re Pro­duk­ti­ons- und Ver­wer­tungs­da­ten.
f.30
Sie stellt dem BLW die Pro­duk­ti­ons- und Ver­wer­tungs­da­ten zur Ver­fü­gung.
g.31
Sie ver­fügt Ver­wal­tungs­mass­nah­men nach Ar­ti­kel 169 Ab­satz 1 Buch­sta­be a oder h LwG, wenn Mel­de­pflich­ti­ge nach den Ar­ti­keln 8–10 die Da­ten trotz Mah­nung nicht mel­den.

3 Die Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le un­ter­steht der Auf­sicht des BLW.

29 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 23. Okt. 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3993).

30 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Okt. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4049).

31 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 6. Mai 2009 (AS 2009 2603). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 29. Okt. 2014, in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4049).

Art. 13 Leistungsvereinbarung  

1 Das BLW legt die Auf­ga­ben der Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le in ei­ner Leis­tungs­ver­ein­ba­rung fest. Um­fang, Ver­fah­ren, Be­din­gun­gen und Ab­gel­tung der ver­lang­ten Leis­tun­gen sind in die­ser Ver­ein­ba­rung zu re­geln.

2 Die Leis­tungs­ver­ein­ba­rung wird nach dem Bun­des­ge­setz vom 16. De­zem­ber 199432 über das öf­fent­li­che Be­schaf­fungs­we­sen ver­ge­ben.

5. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 14 Vollzug  

1 Das BLW voll­zieht die­se Ver­ord­nung, so­weit da­mit nicht die Ad­mi­nis­tra­ti­ons­stel­le be­traut ist.

2 Es führt stich­pro­ben­wei­se In­spek­tio­nen durch, er­öff­net bei Ver­dacht auf Wi­der­hand­lun­gen ei­ne Un­ter­su­chung und ver­fügt Ver­wal­tungs­mass­nah­men.33

334

33 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 6. Mai 2009, in Kraft seit 1. Ju­li 2009 (AS 2009 2603).

34 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. Mai 2011 (AS 2011 2411). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 23. Okt. 2013, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 3993).

Art. 15 Aufhebung bisherigen Rechts  

Die fol­gen­den Ver­ord­nun­gen wer­den auf­ge­ho­ben:

1.
Ver­ord­nung vom 7. De­zem­ber 199835 über Zu­la­gen und Bei­hil­fen im Milch­be­reich,
2.
Ver­ord­nung des EVD vom 7. De­zem­ber 199836 über die Hö­he der Bei­hil­fen für Milch­pro­duk­te und Vor­schrif­ten für die Ein­fuhr von Voll­milch­pul­ver.
Art.16 Inkrafttreten  

1 Die­se Ver­ord­nung tritt un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 2 am 1. Ja­nu­ar 2009 in Kraft.

2 Die Ar­ti­kel 7, 8 und 10 tre­ten am 1. Mai 2009 in Kraft.

Anhang 37

37 Bereinigt gemäss Ziff. II der V vom 23. Okt. 2013 (AS 2013 3993) und vom 21. Sept. 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 3955).

(Art. 1c Abs. 4 und 2 Abs. 2)

Umrechnungsfaktoren für die Zulagen für Milch, die mittels Zentrifugieren auf einen bestimmten Fettgehalt eingestellt wird

Fettgehalt
in Gramm Fett je Kilogramm Milch

Faktor

0–5

1.120

>5–10

1.103

>10–15

1.086

>15–20

1.069

>20–25

1.051

>25–30

1.034

>30–31

1.031

>31–32

1.027

>32–33

1.024

>33–34

1.021

>34–35

1.017

>35–36

1.014

>36–37

1.010

>37–38

1.007

>38–39

1.003

>39

1.000

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