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Tierseuchengesetz
(TSG)1

vom 1. Juli 1966 (Stand am 1. Januar 2021)

1Fassung des Tit. gemäss Ziff. I des BG vom 19. Dez. 1975, in Kraft seit 1. Juli 1977 (AS 1977 1187; BBl 1975 II 106).

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 95 Absatz 1 und 118 Absatz 2 Buchstabe b
der Bundesverfassung2,3

beschliesst:

2 SR 101

3 Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

I. Grundsätze und Ziele4

4Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. Juni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

Art. 1 Tierseuchen 5  

1 Tier­seu­chen im Sin­ne des vor­lie­gen­den Ge­set­zes sind die über­trag­ba­ren Tier­krank­hei­ten, die:

a.
auf den Men­schen über­tra­gen wer­den kön­nen (Zo­o­no­sen);
b.
vom ein­zel­nen Tier­hal­ter oh­ne Ein­be­zug wei­te­rer Tier­be­stän­de nicht mit Aus­sicht auf Er­folg ab­ge­wehrt wer­den kön­nen;
c.
ein­hei­mi­sche, wild­le­ben­de Tier­ar­ten be­dro­hen kön­nen;
d.
be­deut­sa­me wirt­schaft­li­che Fol­gen ha­ben kön­nen;
e.
für den in­ter­na­tio­na­len Han­del mit Tie­ren und tie­ri­schen Pro­duk­ten von Be­deu­tung sind.

2 Der Bun­des­rat be­zeich­net die ein­zel­nen Tier­seu­chen. Er un­ter­schei­det da­bei hoch­an­ste­cken­de Seu­chen und an­de­re Seu­chen.6 Als hoch­an­ste­ckend gel­ten Seu­chen von be­son­de­rer Schwe­re hin­sicht­lich:

a.
der schnel­len Aus­brei­tung, auch über die Lan­des­gren­zen hin­aus;
b.
der ge­sund­heit­li­chen, ge­sell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen Fol­gen; und
c.
der Aus­wir­kun­gen auf den in­ner­staat­li­chen oder in­ter­na­tio­na­len Han­del mit Tie­ren und tie­ri­schen Pro­duk­ten.

5 Rand­ti­tel in Sach­über­schrift um­ge­wan­delt ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027). Die­se An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

6 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 1a Ziele der Tierseuchen­­bekämpfung  

1 Hoch­an­ste­cken­de Seu­chen wer­den:

a.
mög­lichst rasch aus­ge­rot­tet;
b.
im Üb­ri­gen wie an­de­re Seu­chen be­kämpft.

2 An­de­re Seu­chen wer­den:

a.
aus­ge­rot­tet, so­fern ein ge­sund­heit­li­ches oder wirt­schaft­li­ches Be­dürf­nis be­steht und das Ziel mit ei­nem ver­tret­ba­ren Auf­wand er­reicht wer­den kann;
b.
be­kämpft, um die ge­sund­heit­li­chen und wirt­schaft­li­chen Fol­gen mög­lichst ge­ring zu hal­ten; oder
c.
über­wacht, so­fern im Hin­blick auf ei­ne all­fäl­li­ge Be­kämp­fung oder Aus­rot­tung epi­de­mio­lo­gi­sche Da­ten ge­sam­melt wer­den sol­len oder die Über­wa­chung im Zu­sam­men­hang mit dem in­ter­na­tio­na­len Tier­ver­kehr not­wen­dig ist.

II. Organisation

Art. 2 Vorschriften des Bundesrates  

Der Bun­des­rat er­lässt all­ge­mei­ne Vor­schrif­ten über die Be­fug­nis­se und Ob­lie­gen­hei­ten der Or­ga­ne der Tier­seu­chen­po­li­zei.

Art. 3 Kantonale Orga­nisa­tion, Kan­tonstierarzt, amt­liche und nicht­amtliche Tierärz­te  

Die Kan­to­ne or­ga­ni­sie­ren den kan­to­na­len und ört­li­chen seu­chen­po­li­zei­li­chen Dienst selbst­stän­dig un­ter Vor­be­halt von Ar­ti­kel 5 und der fol­gen­den Be­stim­mun­gen:7

1.8
Je­der Kan­ton be­zeich­net einen Kan­tons­tier­arzt und nach Be­darf wei­te­re amt­li­che Tierärz­te. Der Kan­tons­tier­arzt lei­tet die Tier­seu­chen­po­li­zei un­ter Auf­sicht der kan­to­na­len Re­gie­rung.
2.
Die nicht­amt­li­chen Tierärz­te sind ver­pflich­tet, im Rah­men des Mög­li­chen Auf­trä­ge zur Durch­füh­rung tier­seu­chen­po­li­zei­li­cher Mass­nah­men zu über­neh­men.
3.
Die kan­to­na­le Or­ga­ni­sa­ti­on muss ge­eig­net sein, die wirk­sa­me Durch­füh­rung die­ses Ge­set­zes und der ge­stützt dar­auf er­las­se­nen Vor­schrif­ten zu si­chern.

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 3a Prüfungskommissionen 910  

1 Der Bun­des­rat kann Prü­fungs­kom­mis­sio­nen er­nen­nen, wel­che die Prü­fun­gen durch­füh­ren von:11

a.
Per­so­nen, die Funk­tio­nen beim Voll­zug die­ses Ge­set­zes wahr­neh­men;
b.12
amt­li­chen Tierärz­ten und amt­li­chen Fachas­sis­ten­ten, die Funk­tio­nen beim Voll­zug des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 201413 wahr­neh­men.

2 Die Prü­fungs­kom­mis­sio­nen er­öff­nen die Prü­fungs­er­geb­nis­se in Form ei­ner Ver­fü­gung.14

3 Der Bun­des­rat kann die Durch­füh­rung von Prü­fun­gen von Per­so­nen, die be­stimm­te Funk­tio­nen beim Voll­zug die­ses Ge­set­zes oder des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014 wahr­neh­men, an die Kan­to­ne de­le­gie­ren.15

9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 20082269; BBl 2006 6337).

10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

12 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 7 des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Mai 2017 (AS 2017 249; BBl 2011 5571).

13 SR 817.0

14 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

15 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 7 des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Mai 2017 (AS 2017 249; BBl 2011 5571).

Art. 416  

16 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, mit Wir­kung seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 5 Bieneninspektor  

1 Die Kan­to­ne be­zeich­nen die Bie­nen­in­spek­to­ren und ih­re Stell­ver­tre­ter und ent­schä­di­gen sie.

2 ...17

17 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 618  

18 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, mit Wir­kung seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 7 Mitwirkung von Or­ganisationen  

1 Der Bun­des­rat und die Kan­to­ne kön­nen Or­ga­ni­sa­tio­nen zur Mit­wir­kung beim Voll­zug des Ge­set­zes und der ge­stützt dar­auf er­las­se­nen Vor­schrif­ten her­an­zie­hen.

2 Die Mit­wir­kung die­ser Or­ga­ni­sa­tio­nen steht un­ter staat­li­cher Auf­sicht. Die ih­nen über­tra­ge­nen Be­fug­nis­se und Ob­lie­gen­hei­ten sind von der zu­stän­di­gen Be­hör­de zu um­schrei­ben. Über ih­re Tä­tig­keit im Rah­men der staat­li­chen Auf­trä­ge ha­ben sie die­ser Be­hör­de Re­chen­schaft ab­zu­le­gen.

3 Die Ver­ant­wort­lich­keit der Or­ga­ne und An­ge­stell­ten die­ser Or­ga­ni­sa­tio­nen rich­tet sich nach der Bun­des­ge­setz­ge­bung über die Ver­ant­wort­lich­keit des Bun­des so­wie sei­ner Be­hör­de­mit­glie­der und Be­am­ten, so­weit sie nicht durch die Kan­to­ne selbst ge­re­gelt wird.

Art. 7a Identitas AG 19  

1 ...20

2 Zur Si­cher­stel­lung der Über­wa­chung des Tier­ver­kehrs und der Tier­ge­sund­heit be­tei­ligt sich der Bund an der Iden­ti­tas AG. Er hält die Mehr­heit am Ak­ti­en­ka­pi­tal der Iden­ti­tas AG.

3 Der Bun­des­rat legt je­weils für vier Jah­re die stra­te­gi­schen Zie­le der Iden­ti­tas AG fest. Er kann der Ge­ne­ral­ver­samm­lung Ver­tre­ter des Bun­des für die Wahl in den Ver­wal­tungs­rat vor­schla­gen.

4 Der Ver­wal­tungs­rat der Iden­ti­tas AG sorgt für die Um­set­zung der stra­te­gi­schen Zie­le. Er er­stat­tet dem Bun­des­rat jähr­lich Be­richt über die Ziel­er­rei­chung und stellt die In­for­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung, die für die Über­prü­fung der Ziel­er­rei­chung not­wen­dig sind.

5–7 ... 21

19 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

20 Tritt zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt in Kraft (AS 2020 5749).

21 Tre­ten zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt in Kraft (AS 2020 5749).

Art. 8 Kontrolle  

1 Die seu­chen­po­li­zei­li­chen Or­ga­ne ha­ben zur Aus­übung ih­rer Funk­tio­nen Zu­tritt zu den An­stal­ten, Räu­men, Ein­rich­tun­gen, Fahr­zeu­gen, Ge­gen­stän­den und Tie­ren, so­weit es für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes und der ge­stützt dar­auf er­las­se­nen Vor­schrif­ten er­for­der­lich ist.

2 Sie ha­ben bei der Aus­übung ih­rer Funk­tio­nen die Ei­gen­schaft von Be­am­ten der ge­richt­li­chen Po­li­zei.

III. Bekämpfungsmassnahmen

Art. 9 Grundsatz 22  

Bund und Kan­to­ne tref­fen al­le Mass­nah­men, die nach dem je­wei­li­gen Stand der Wis­sen­schaft und der Er­fah­rung an­ge­zeigt er­schei­nen, um das Auf­tre­ten und die Aus­deh­nung ei­ner Tier­seu­che zu ver­hin­dern.

22Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

Art. 9a Hoch­­anste­ckende Seuchen 23  

1 Sind in ei­nem Be­stand ein Tier oder meh­re­re Tie­re von ei­ner hoch­an­ste­cken­den Seu­che be­fal­len, so müs­sen in der Re­gel al­le für die Seu­che emp­fäng­li­chen Tie­re die­ses Be­stan­des un­ver­züg­lich ab­ge­tan und ent­sorgt wer­den.

2 Der Bun­des­rat re­gelt:

a.
die flan­kie­ren­den Mass­nah­men, die in der von der Seu­che be­droh­ten Zo­ne und im um­lie­gen­den Ge­biet ge­trof­fen wer­den müs­sen;
b.
die Fäl­le, in de­nen nicht der ge­sam­te ver­seuch­te Be­stand ab­ge­tan und ent­sorgt wer­den muss;
c.
das Vor­ge­hen für den Fall, dass sich die Seu­che durch Ab­tun und Ent­sor­gung der ver­seuch­ten Be­stän­de nicht aus­rot­ten lässt.

23Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

Art. 10 Allgemeine Bekämpfungs­massnahmen 24  

1 Der Bun­des­rat re­gelt bei hoch­an­ste­cken­den und an­dern Seu­chen die all­ge­mei­nen Be­kämp­fungs­mass­nah­men. Bei den an­dern Seu­chen legt er zu­dem das Be­kämp­fungs­ziel fest und be­rück­sich­tigt Kos­ten und Nut­zen der Tier­seu­chen­be­kämp­fung. Er re­gelt ins­be­son­de­re:25

1.
die Be­hand­lung der ver­seuch­ten oder seu­chen­ver­däch­ti­gen oder an­ste­ckungs­ge­fähr­de­ten Tie­re;
2.26
die Ab­schlach­tung oder Tö­tung und Ent­sor­gung sol­cher Tie­re;
3.27
die Ent­sor­gung der Ka­da­ver und Ma­te­ria­li­en, die Trä­ger des An­ste­ckungs­stof­fes ei­ner Seu­che sein kön­nen;
4.
die Ab­son­de­rung der ver­seuch­ten und seu­chen­ver­däch­ti­gen Tie­re, die Ab­sper­rung von Stäl­len, Ge­höf­ten, Wei­den und Ort­schaf­ten für den Tier­ver­kehr, die Des­in­fek­ti­on und die Ein­schrän­kung des Per­so­nen- und Wa­ren­ver­kehrs;
5.
die Be­ob­ach­tung seu­chen­ver­däch­ti­ger Tie­re;
6.28
das Ver­bot von Märk­ten, Aus­stel­lun­gen, Tier­ver­stei­ge­run­gen und ähn­li­chen Ver­an­stal­tun­gen so­wie die Ein­schrän­kung oder das Ver­bot des Tier­ver­kehrs oder der Frei­land­hal­tung von Tie­ren;
7.29
die pe­ri­odi­sche Un­ter­su­chung der Tier­be­stän­de und die wei­te­ren Mass­nah­men zur Ge­sun­der­hal­tung der Tier­be­stän­de so­wie die Er­he­bun­gen zur Er­fas­sung der Seu­chen­la­ge;
8.
die un­ent­gelt­li­che Mit­hil­fe des Tier­hal­ters bei Be­kämp­fungs­mass­nah­men;
9.
die Mit­wir­kung der Trans­port­an­stal­ten bei Be­kämp­fungs­mass­nah­men;
10.30 die Zu­las­sung und Ver­wen­dung von Des­in­fek­ti­ons­mit­teln für die Tier­seu­chen­be­kämp­fung;
11.31 die Ge­neh­mi­gung der na­tio­na­len Be­kämp­fungs­pro­gram­me von Tier­ge­sund­heits­diens­ten für Seu­chen, die im Rah­men des in­ter­na­tio­na­len Han­dels mit Tie­ren von Be­deu­tung sind.

2 Der Bund kann:

a.
den Ver­kehr mit Tie­ren und Tier­pro­duk­ten in ei­nem Ge­biet ein­schrän­ken, um die üb­ri­gen Lan­des­tei­le vor der Ver­brei­tung ei­ner Tier­seu­che zu be­wah­ren;
b.
an­ord­nen, dass die Mass­nah­men zur Aus­rot­tung ei­ner Tier­seu­che auf be­stimm­te Ge­bie­te be­schränkt wer­den, so­fern die lan­des­wei­te Aus­rot­tung kurz­fris­tig nicht mög­lich ist oder nicht an­ge­strebt wird;
c.
Ge­bie­te, in de­nen wäh­rend ei­ner be­stimm­ten Zeit kei­ne Tier­seu­che auf­ge­tre­ten ist, als seu­chen­frei er­klä­ren.32

3 Der Bun­des­rat kann zur Ver­hü­tung von Seu­chen bei der Nutz­tier­hal­tung Vor­schrif­ten zur Be­triebs­hy­gie­ne er­las­sen.33

24Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

25Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

26Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

27Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 20082269; BBl 2006 6337).

29Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

30Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

31Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

32Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

33Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Dez. 1975 (AS 1977 1187; BBl 1975 II 106). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 10a Vorbereitungsmassnahmen 34  

Der Bun­des­rat be­stimmt im Ein­ver­neh­men mit den Kan­to­nen Zahl und Art der Fach­leu­te und der Ein­rich­tun­gen (Seu­chen­wa­gen, Schlacht-, Ent­sor­gungs- und Des­in­fek­ti­ons­an­la­gen usw.), über wel­che die Kan­to­ne zur Be­kämp­fung von hoch­an­ste­cken­den Tier­seu­chen ver­fü­gen müs­sen.

34Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1980 (AS 1980 1976; BBl 1980 I 477). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 10b Beschränkung des Verkehrs mit Lebens­­mitteln 35  

Der Bun­des­rat kann den Ver­kehr mit Le­bens­mit­teln aus tier­seu­chen­po­li­zei­li­chen Grün­den be­schrän­ken. Er kann die Kon­trol­le den Or­ga­nen der Le­bens­mit­tel­kon­trol­le über­tra­gen.

35Ein­ge­fügt durch Art. 59 Ziff. 2 des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes, in Kraft seit 1. Ju­li 1995 (AS 19951469; BBl 1989 I 893).

Art. 11 Sorgfalts- und Meldepflicht 36  

1 Per­so­nen, die Tie­re hal­ten, be­treu­en, be­han­deln, Kon­trol­len in Tier­be­stän­den durch­füh­ren oder sonst wie Zu­tritt zu Tier­be­stän­den ha­ben, müs­sen im Rah­men ih­rer Tä­tig­keit und ih­rer Mög­lich­kei­ten da­für sor­gen, dass die Tie­re kei­ner Ge­fähr­dung durch Tier­seu­chen aus­ge­setzt wer­den.

2 Sie sind ver­pflich­tet, den Aus­bruch von Seu­chen und seu­chen­ver­däch­ti­ge Er­schei­nun­gen un­ver­züg­lich ei­nem Tier­arzt, bei Bie­nen­seu­chen dem Bie­nen­in­spek­tor, zu mel­den und al­le Vor­keh­ren zu tref­fen, um ei­ne Über­tra­gung auf an­de­re Tie­re zu ver­hin­dern. Die­ser Mel­de­pflicht un­ter­ste­hen auch amt­li­che Fachas­sis­ten­ten, Metz­ger, das Per­so­nal von Ent­sor­gungs­be­trie­ben so­wie die Po­li­zei- und Zoll­or­ga­ne.37

3 Für Tierärz­te, Un­ter­su­chungs­in­sti­tu­te und Bie­nen­in­spek­to­ren be­steht ei­ne Mel­de­pflicht an die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Stel­le, wel­che die Mel­dung an die Kan­tons- und Ge­mein­de­be­hör­den wei­ter­lei­tet. Tier­ärz­te und Bie­nen­in­spek­to­ren tref­fen un­ver­züg­lich al­le not­wen­di­gen Mass­nah­men, um die Ver­schlep­pung der Seu­che zu ver­hin­dern.

36 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 20082269; BBl 2006 6337).

37 Fas­sung des zwei­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

IIIa. Tiergesundheitsdienste 38

38Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 19. Dez. 1975, in Kraft seit 1. Juli 1977 (AS 1977 1187; BBl 1975 II 106).

Art. 11a39  

1 Tier­ge­sund­heits­diens­te för­dern die Ge­sund­heit und das Wohl­er­ge­hen der Tie­re, die tier­ge­rech­te Hal­tung und die Pro­duk­ti­on von ein­wand­frei­en Le­bens­mit­teln.

2 Der Bund kann im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te Fi­nanz­hil­fen an Tier­ge­sund­heits­diens­te aus­rich­ten.

3 Fi­nanz­hil­fen wer­den nur aus­ge­rich­tet, wenn die Tier­ge­sund­heits­diens­te an­ge­mes­se­ne Ei­gen­leis­tun­gen er­brin­gen. Sie wer­den auf­grund von Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen aus­ge­rich­tet.

4 Der Bun­des­rat kann Vor­schrif­ten er­las­sen über:

a.
die Vor­aus­set­zun­gen für die Aus­rich­tung von Fi­nanz­hil­fen;
b.
die Hö­he der Fi­nanz­hil­fen;
c.
das Ver­fah­ren für die Aus­rich­tung der Fi­nanz­hil­fen.

5 Er kann vor­se­hen, dass Per­so­nen, die die Dienst­leis­tun­gen der Tier­ge­sund­heits­diens­te in An­spruch neh­men, zur Leis­tung an­ge­mes­se­ner Bei­trä­ge ver­pflich­tet wer­den.

39Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Dez. 1975 (AS 1977 1187; BBl 1975 II 106). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

IV. Verkehr mit Tieren, tierischen Stoffen und anderen Gegenstän­den

Art. 12 Verbotener Ver­kehr mit Tieren, Ausnah­men  

Der Ver­kehr mit ver­seuch­ten und seu­chen­ver­däch­ti­gen Tie­ren so­wie mit sol­chen, von de­nen nach den Um­stän­den an­zu­neh­men ist, dass sie Trä­ger des An­ste­ckungs­stof­fes ei­ner Seu­che sind, ist ver­bo­ten. Seu­chen­po­li­zei­lich be­grün­de­te Aus­nah­men wer­den vom Bun­des­rat ge­re­gelt.

Art. 13 Kontrolle des Tier­verkehrs 40  

1 Der Tier­ver­kehr un­ter­steht der Kon­trol­le der Tier­seu­chen­po­li­zei.

2 Der Tier­hal­ter ist ver­pflich­tet, den Voll­zugs­or­ga­nen der Tier­seu­chen-, der Le­bens­mit­tel- und der Land­wirt­schafts­ge­setz­ge­bung Aus­kunft über die Her­kunft und den Be­stim­mungs­ort der Tie­re zu er­tei­len.

40 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Ju­li 1999 (AS 1999 1347; BBl 1996 IV I).

Art. 14 Kennzeichnung und Registrie­rung 41  

1 Je­des Tier der Rin­der-, Schaf-, Zie­gen- und Schwei­ne­gat­tung muss ge­kenn­zeich­net und in der Tier­ver­kehrs­da­ten­bank re­gis­triert sein. Die Kos­ten der Kenn­zeich­nung und Re­gis­trie­rung ge­hen zu­las­ten der Tier­hal­ter.42

2 Der Bund führt ge­stützt auf die An­ga­ben der Kan­to­ne ein Re­gis­ter al­ler Be­trie­be, in de­nen Tie­re der Rin­der‑, Schaf‑, Zie­gen- und Schwei­ne­gat­tung ge­hal­ten wer­den.

3 Der Tier­hal­ter muss ein Ver­zeich­nis der in sei­nem Be­trieb vorhan­de­nen Tie­re der Rin­der‑, Schaf‑, Zie­gen- und Schwei­ne­gat­tung füh­ren. Es gibt Aus­kunft über al­le Be­stan­des­ver­än­de­run­gen so­wie die na­tür­li­chen und künst­li­chen Be­sa­mun­gen.

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Füh­rung des Ver­zeich­nis­ses und die Kenn­zeich­nung der Tie­re. Er kann Aus­nah­men von der Kenn­zeich­nungs- und Re­gis­trie­rungs­pflicht vor­se­hen.

41 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Ju­li 1999 (AS 1999 1347; BBl 1996 IV I).

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 15 Begleitdokument 43  

1 Der Tier­hal­ter muss für Tie­re der Rin­der‑, Schaf‑, Zie­gen- und Schwei­ne­gat­tung, die den Be­trieb ver­las­sen, ein Be­gleit­do­ku­ment aus­stel­len. Die­ses ist mit den Tie­ren mit­zu­füh­ren und dem neu­en Tier­hal­ter ab­zu­ge­ben. Beim Trans­port, auf Märk­ten und an Aus­stel­lun­gen ist das Be­gleit­do­ku­ment auf Ver­lan­gen den Voll­zugs­or­ga­nen der Tier­seu­chen-, der Le­bens­mit­tel- und der Land­wirt­schafts­ge­setz­ge­bung vor­zu­wei­sen. In den Schlacht­an­la­gen ist es dem amt­li­chen Tier­arzt ab­zu­ge­ben.44

2 Der Bun­des­rat re­gelt In­halt und Form des Be­gleit­do­ku­ments. Er kann vor­se­hen, dass das Be­gleit­do­ku­ment

a.
in Ge­bie­ten mit er­höh­ter Seu­chen­ge­fahr von ei­ner vom Kan­ton be­stimm­ten Stel­le aus­ge­stellt wird;
b.
in be­stimm­ten Fäl­len nicht aus­ge­stellt oder mit­ge­führt wer­den muss.

43 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Ju­li 1999 (AS 1999 1347; BBl 1996 IV I).

44 Fas­sung des vier­ten Sat­zes ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 20082269; BBl 2006 6337).

Art. 15a Erfassung des Tierverkehrs 4546  

1 Der Ver­kehr von Tie­ren der Rin­der-, Schaf-, Zie­gen- und Schwei­ne­gat­tung muss in der Tier­ver­kehrs­da­ten­bank er­fasst wer­den.47

2 Die Tier­hal­ter sind ver­pflich­tet, al­le Zu- und Ab­gän­ge in der Tier­ver­kehrs­da­ten­bank zu er­fas­sen.48

3 Der Bund kann die Da­ten­bank selbst be­trei­ben oder durch Drit­te be­trei­ben las­sen.

4 ...49

45 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Ju­li 1999 (AS 1999 1347; BBl 1996 IV I).

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

47 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

48 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

49 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 15b50  

50 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 26. Ju­ni 1998 (AS 1999 1347; BBl 1996 IV I). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 16 Erweiterter Geltungsbereich der Kontrollvorschriften 51  

Der Bun­des­rat kann den Gel­tungs­be­reich der Vor­schrif­ten der Ar­ti­kel 14–15aauf Tie­re an­de­rer Gat­tun­gen aus­deh­nen, wenn die­se ei­ne Ge­fahr der Über­tra­gung von Seu­chen dar­stel­len oder die Her­kunft von Le­bens­mit­teln tie­ri­schen Ur­sprungs nach­ge­wie­sen wer­den soll.

51 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 17 Beförderung von Tieren und tieri­schen Stoffen  

1 ...52

2 Der Bun­des­rat wird über den Trans­port von Tie­ren und tie­ri­schen Stof­fen so­wie über die Mit­tel für ih­re Be­för­de­rung die er­for­der­li­chen Vor­schrif­ten auf­stel­len.

52Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 26. Ju­ni 1998, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1999 (AS 1999 1347; BBl 1996 IV I).

Art. 18 Kontrolle auf Märk­ten, Aus­stellungen und Schauen  

1 Märk­te oder Aus­stel­lun­gen, an de­nen Tie­re der Pfer­de‑, Rin­der‑, Schaf‑, Zie­gen- oder Schwei­ne­gat­tung auf­ge­führt wer­den, sind tier­ärzt­lich und po­li­zei­lich zu über­wa­chen.

2 Tie­re dür­fen aus­ser­dem auf einen Nutz­tier­markt nur ge­bracht wer­den, wenn sie bei der tier­ärzt­li­chen Auf­fuhr­kon­trol­le we­der krank noch krank­heits­ver­däch­tig be­fun­den wor­den sind.

3 Für lo­ka­le Schau­en kann der Bun­des­rat Aus­nah­men von den Be­stim­mun­gen in den Ab­sät­zen 1 und 2 und in Ar­ti­kel 15 ge­stat­ten; so­fern an­de­re Tier­gat­tun­gen ei­ne Ge­fahr der Über­tra­gung von Seu­chen dar­stel­len, kann der Bun­des­rat die tier­ärzt­li­che und po­li­zei­li­che Über­wa­chung auf Märk­ten oder an Aus­stel­lun­gen auf die­se Tier­gat­tun­gen aus­deh­nen.53

53 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 26. Ju­ni 1998, in Kraft seit 1. Ju­li 1999 (AS 1999 1347; BBl 1996 IV I).

Art. 19 Sömmerung und Winterung  

Der Bun­des­rat kann seu­chen­po­li­zei­li­che Vor­schrif­ten über die Söm­me­rung und Win­te­rung so­wie über an­de­re vor­über­ge­hen­de Orts­ver­än­de­run­gen von Tie­ren er­las­sen.

Art. 20 Viehhandel 54  

1 Ge­gen die Ver­schlep­pung von Seu­chen bei der Be­rufs­aus­übung, ins­be­son­de­re beim ge­werbs­mäs­si­gen Vieh­han­del, kann der Bun­des­rat tier­seu­chen­po­li­zei­li­che Vor­schrif­ten er­las­sen.

2 Als Vieh­han­del im Sin­ne von Ab­satz 1 gilt der ge­werbs­mäs­si­ge An‑ und Ver­kauf, der Tausch und die Ver­mitt­lung von Tie­ren der Pfer­de-, Rin­der-, Schaf-, Zie­gen- und Schwei­ne­gat­tung. Der An­kauf sol­cher Tie­re durch Metz­ger zum Schlach­ten im ei­ge­nen Be­trieb gilt eben­falls als Vieh­han­del. Der mit dem Be­trieb ei­nes land­wirt­schaft­li­chen oder al­p­wirt­schaft­li­chen Ge­wer­bes oder mit ei­ner Mä­s­te­rei or­dent­li­cher­wei­se ver­bun­de­ne Wech­sel des Vieh­be­stan­des so­wie der Ver­kauf von selbst­ge­züch­te­tem oder selbst­ge­mä­s­te­tem Vieh fal­len nicht un­ter den Be­griff des Vieh­han­dels.55

3 Der Bun­des­rat re­gelt die Vor­aus­set­zun­gen für die Be­rufs­zu­las­sung als Vieh­händ­ler so­wie die Auf­sicht über den Vieh­han­del.

54 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4237; BBl 20024721).

55 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 20082269, 2013943; BBl 2006 6337).

Art. 21 Hausierhandel, Wanderherden  

1 Der Hau­sier­han­del mit Tie­ren ist ver­bo­ten.56

2 Der Bun­des­rat kann das Trei­ben von Wan­der­her­den ein­schrän­ken­den Be­stim­mun­gen un­ter­wer­fen oder ver­bie­ten.

56 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 22 Sanitätspolizeiliche Vorschriften für Betriebe 57  

Über die Ein­rich­tung, den Be­trieb und die Be­auf­sich­ti­gung von Schlacht- und Ent­sor­gungs­an­la­gen, Ger­be­rei­en und ähn­li­chen Ein­rich­tun­gen er­lässt der Bun­des­rat die nö­ti­gen sa­ni­täts­po­li­zei­li­chen Vor­schrif­ten.

57 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 23 Reinigung und Desin­fektion von Fahrzeu­gen  

Al­le der Tier­be­för­de­rung die­nen­den Fahr­zeu­ge, Ein­rich­tun­gen und Ge­rä­te sind nach je­der Ver­wen­dung für Tier­trans­por­te zu rei­ni­gen und auf be­hörd­li­che An­ord­nung hin zu des­in­fi­zie­ren.

Art. 24 Ein-, Aus- und Durchfuhr 58  

1 Der Bun­des­rat be­stimmt, un­ter wel­chen Be­din­gun­gen die Ein-, Durch- und Aus­fuhr von Tie­ren und Tier­pro­duk­ten so­wie von Stof­fen, die Trä­ger ei­nes Seu­chen­er­re­gers sein kön­nen, zu­ge­las­sen sind.

2 Ist ei­ne Prü­fung der Seu­chen­la­ge im Her­kunfts­ge­biet, des Ge­sund­heits­zu­stan­des und der Im­mu­ni­täts­la­ge von Tie­ren oder der Qua­ran­tä­ne er­for­der­lich, so kann der Bun­des­rat vor­schrei­ben, dass die Ein-, Durch- und Aus­fuhr von ei­ner Be­wil­li­gung des Bun­des­am­tes für Le­bens­mit­tel­si­cher­heit und Ve­te­ri­när­we­sen (BLV)59 ab­hän­gig ge­macht wer­den.60

3 Das BLV kann zur Ver­hin­de­rung ei­ner Seu­chen­ver­schlep­pung:

a.61
die Ein-, Durch- und Aus­fuhr von Tie­ren und Tier­pro­duk­ten so­wie von Stof­fen, die Trä­ger ei­nes Seu­chen­er­re­gers sein kön­nen, ein­schrän­ken oder ver­bie­ten; für die Fest­le­gung von Ge­bie­ten und Zo­nen, die von Ver­kehrs­ein­schrän­kun­gen oder -ver­bo­ten be­trof­fen sind, darf es da­für auf Durch­füh­rungs­be­schlüs­se der Eu­ro­päi­schen Uni­on ver­wei­sen, auch wenn dar­in die Ge­bie­te und Zo­nen nur in der Lan­des­s­pra­che des be­trof­fe­nen Staa­tes fest­ge­legt sind;
b.
den Grenz­ver­kehr von Per­so­nen ein­schrän­ken oder ver­bie­ten;
c.
Be­wil­li­gun­gen mit ein­schrän­ken­den Be­din­gun­gen ver­se­hen oder ver­wei­gern.

4 Das BLV be­zeich­net im Ein­ver­neh­men mit der Eid­ge­nös­si­schen Zoll­ver­wal­tung die Ein-, Durch- und Aus­fuhr­stel­len.

58 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 20082269; BBl 2006 6337).

59Die Be­zeich­nung der Ver­wal­tungs­ein­heit wur­de in An­wen­dung von Art. 16 Abs. 3 der Pu­bli­ka­ti­ons­ver­ord­nung vom 17. Nov. 2004 (AS 20044937) auf den 1. Jan. 2014 an­ge­passt. Die An­pas­sung wur­de im gan­zen Text vor­ge­nom­men.

60 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

61 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 25 Amtstierärztliche Untersuchung 62  

1 Der Bun­des­rat be­stimmt, wel­che Tie­re, Tier­pro­duk­te so­wie Stof­fe, die Trä­ger ei­nes Seu­chen­er­re­gers sein kön­nen, bei der Ein-, Durch- oder Aus­fuhr amt­s­tier­ärzt­lich zu un­ter­su­chen sind.

2 Sind die Ein-, Durch- oder Aus­fuhr­be­din­gun­gen nicht er­füllt, so wer­den Tie­re, Tier­pro­duk­te so­wie Stof­fe, die Trä­ger ei­nes Seu­chen­er­re­gers sein kön­nen, zu­rück­ge­wie­sen.

3 Ist ei­ne Rück­wei­sung nicht mög­lich oder mit dem Ri­si­ko ei­ner Seu­chen­ver­schlep­pung ver­bun­den, so kann die zu­stän­di­ge Be­hör­de das Tö­ten von Tie­ren und das Ein­zie­hen von Tier­pro­duk­ten so­wie von Stof­fen, die Trä­ger ei­nes Seu­chen­er­re­gers sein kön­nen, an­ord­nen.63

62 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 20082269; BBl 2006 6337).

63 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 2664  

64 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, mit Wir­kung seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 27 Immun­biologi­sche Erzeugnisse und and­ere Prä­parate  

1 ...65

2 Der Bun­des­rat setzt die Be­din­gun­gen fest, un­ter de­nen Stof­fe und Stoff­ge­mi­sche so­wie ein­fa­che und zu­sam­men­ge­setz­te Prä­pa­ra­te an­ge­bo­ten oder ver­kauft wer­den dür­fen, so­fern sie zur Ver­hü­tung oder Be­hand­lung von Tier­seu­chen die­nen, zu de­ren Be­kämp­fung staat­li­che Mass­nah­men ge­trof­fen wer­den.66

3 Ist ei­ne Prü­fung von Er­zeug­nis­sen im Sin­ne von Ab­satz 2 vor­ge­schrie­ben, so hat der Her­stel­ler oder Im­por­teur de­ren Kos­ten zu tra­gen.67

4 Öf­fent­li­che und pri­va­te In­sti­tu­te so­wie Per­so­nen, die pa­tho­ge­ne Mi­kro­or­ga­nis­men hal­ten oder da­mit ar­bei­ten, tref­fen al­le Mass­nah­men, da­mit dar­aus kei­ne Schä­den bei Men­schen und Tie­ren ent­ste­hen. Für Scha­den­fäl­le sind sie haft­bar.

5 Die zu­stän­di­gen kan­to­na­len Stel­len kön­nen Kon­trol­len vor­neh­men und An­ord­nun­gen tref­fen.

65 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 9 des Heil­mit­tel­ge­set­zes vom 15. Dez. 2000, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2002 (AS 20012790; BBl 19993452).

66 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

67 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 9 des Heil­mit­tel­ge­set­zes vom 15. Dez. 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2002 (AS 20012790; BBl 19993452).

Art. 2868  

68 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 26. Ju­ni 1998, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1999 (AS 1999 1347; BBl 1996 IV I).

Art. 29 Grenzverkehr/Durchfuhr im Flug­verkehr  

Für den Grenz­ver­kehr und für die Durch­fuhr im Flug­ver­kehr kann der Bun­des­rat be­son­de­re, von den Ar­ti­keln 24–27 ab­wei­chen­de Be­stim­mun­gen auf­stel­len.

Art. 30 Hundekontrolle 69  

1 Hun­de müs­sen ge­kenn­zeich­net sein. Der Bun­des­rat re­gelt die Kenn­zeich­nung.

2 Die Hun­de müs­sen in ei­ner zen­tra­len Da­ten­bank re­gis­triert sein. Die Kan­to­ne sor­gen für die Re­gis­trie­rung. Die Da­ten­bank kann auch Da­ten über Hun­de mit Ver­hal­tens­stö­run­gen und über Tier­hal­te­ver­bo­te ent­hal­ten.

69 Fas­sung und ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 20082269; BBl 2006 6337).

V. Kosten der Tierseuchenbekämpfung 70

70Fassung gemäss Ziff. I des BG vom 18. Juni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

Art. 31 Kostenträger 71  

1 Die Kan­to­ne, in de­nen sich die Tie­re be­fin­den, leis­ten die Ent­schä­di­gun­gen für Tier­ver­lus­te und über­neh­men ganz oder teil­wei­se die Be­kämp­fungs­kos­ten.72

2 ...73

3 Der Bund leis­tet die Ent­schä­di­gun­gen für Tier­ver­lus­te im Zu­sam­men­hang mit hoch­an­ste­cken­den Seu­chen.74

71Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

72Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

73Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Dez. 1975 (AS 1977 1187; BBl 1975 II 106). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, mit Wir­kung seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

74Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

Art. 31a Finanzierung von Programmen zur Bekämpfung von Tierseuchen 75  

1 Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass für Pro­gram­me zur Be­kämp­fung von Tier­seu­chen bei den Tier­hal­tern zeit­lich be­fris­tet Ab­ga­ben er­ho­ben wer­den.

2 Er re­gelt die Ab­ga­be für das ein­zel­ne Pro­gramm so­wie die Ent­schä­di­gung für im Rah­men des Pro­gramms ge­leis­te­te Dritt­leis­tun­gen; er legt ins­be­son­de­re die an­re­chen­ba­ren Kos­ten, die Hö­he der Ab­ga­be und die Dau­er ih­rer Er­he­bung so­wie die Hö­he der Ent­schä­di­gung für die Dritt­leis­tun­gen fest.

3 Bei der Fest­le­gung, wel­cher Kos­ten­an­teil durch die Ab­ga­be und wel­cher durch die Kan­to­ne zu tra­gen ist, be­rück­sich­tigt er den Nut­zen des Pro­gramms für die Tier­ge­sund­heit, für die öf­fent­li­che Ge­sund­heit und für die Volks­wirt­schaft.

4 Das BLV er­hebt die Ab­ga­be; es kann da­für Drit­te bei­zie­hen.

75 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 32 Entschädigungen für Tierverluste  

1 Ent­schä­di­gun­gen für Tier­ver­lus­te wer­den ge­leis­tet für:

a.
Tie­re, die we­gen ei­ner Seu­che um­ste­hen oder ab­ge­tan wer­den müs­sen;
b.
er­krank­te Tie­re, die we­gen ei­ner be­hörd­lich an­ge­ord­ne­ten Be­hand­lung um­ste­hen oder ab­ge­tan wer­den müs­sen;
c.
Tie­re, die auf be­hörd­li­che An­ord­nung hin ge­schlach­tet oder ab­ge­tan und ent­sorgt wer­den müs­sen, um der Aus­deh­nung ei­ner Seu­che vor­zu­beu­gen;
d.
ge­sun­de Tie­re, die we­gen ei­nes vom zu­stän­di­gen Or­gan der Tier­seu­chen­po­li­zei an­ge­ord­ne­ten Ein­griffs um­ste­hen, ge­schlach­tet oder ab­ge­tan und ent­sorgt wer­den müs­sen.76

1bis Der Bun­des­rat re­gelt, bei wel­chen an­dern Seu­chen be­stimm­te Tier­ver­lus­te von den Kan­to­nen nicht ent­schä­digt wer­den; er be­rück­sich­tigt da­bei die Ver­brei­tung der Seu­che so­wie das Ziel und die Mög­lich­kei­ten der Seu­chen­be­kämp­fung.77

2 Leis­tet ein Kan­ton nach Mass­ga­be der vor­ste­hen­den Be­stim­mun­gen Ent­schä­di­gun­gen für Tier­ver­lus­te an Tie­rei­gen­tü­mer, die in an­de­ren Kan­to­nen woh­nen, so steht dem ent­schä­di­gen­den Kan­ton das Recht des Rück­grif­fes auf die Wohn­sitz­kan­to­ne der Ei­gen­tü­mer für die Hälf­te der ge­leis­te­ten Scha­den­be­trä­ge zu. Wenn die An­ste­ckung im Zeit­punk­te der Ein­fuhr be­reits be­stand, er­streckt sich das Rück­griffs­recht ge­gen­über den Wohn­sitz­kan­to­nen der Tie­rei­gen­tü­mer auf die gan­zen Scha­den­be­trä­ge. Ver­stän­di­gun­gen zwi­schen den Kan­to­nen blei­ben vor­be­hal­ten. In Streit­fäl­len ent­schei­det der Bun­des­rat als ein­zi­ge In­stanz.

3 Han­delt es sich um Tie­re, die an ei­ner in­ter­kan­to­na­len oder schwei­ze­ri­schen Aus­stel­lung oder ei­nem Markt in ei­nem an­dern Kan­ton auf­ge­führt wer­den, so leis­tet der Wohn­sitz­kan­ton des Tie­rei­gen­tü­mers die Ent­schä­di­gung im Rah­men sei­ner Vor­schrif­ten.

76Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

77Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

Art. 33 Entschädigungen in speziellenFäl­len 78  

1 Die Kan­to­ne kön­nen Ent­schä­di­gun­gen leis­ten, auch wenn sie der Bund hie­zu nicht ver­pflich­tet. Ar­ti­kel 36 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.79

2 Die Kan­to­ne kön­nen Ent­schä­di­gun­gen an Ver­lus­te für Tie­re leis­ten, die sich zur Söm­me­rung oder zu ähn­li­chen Zwe­cken mit Be­wil­li­gung des Kan­tons­tier­arz­tes vor­über­ge­hend im Aus­land be­fin­den und de­ren Ei­gen­tü­mer in der Schweiz Wohn­sitz ha­ben. Ar­ti­kel 36 ist sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

78Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1980, in Kraft seit 1. Jan. 1981 (AS 1980 1776; BBl 1980 I 477).

79Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

Art. 34 Einschränkung der Entschädi­gungs­pflicht  

1 Ent­schä­di­gun­gen wer­den nicht ge­leis­tet oder bei leich­te­rem Ver­schul­den her­ab­ge­setzt, wenn ein Ge­schä­dig­ter die Seu­che mit­ver­schul­det, die­sel­be nicht oder zu spät ge­mel­det oder sonst wie die seu­chen­po­li­zei­li­chen Vor­schrif­ten und An­ord­nun­gen nicht in al­len Tei­len be­folgt hat.

2 Ins­be­son­de­re wer­den kei­ne Ent­schä­di­gun­gen ge­leis­tet:

1.
für Hun­de und Kat­zen, für Wild, exo­ti­sche Tie­re und sol­che von ge­rin­gem Wert;
2.
für Tie­re in zoo­lo­gi­schen Gär­ten, Me­na­ge­ri­en und ähn­li­chen Un­ter­neh­men;
3.
für Schlacht­tie­re aus­län­di­scher Her­kunft;
4.
...80
5.
für Tie­re, die im Aus­land wohn­haf­ten Per­so­nen ge­hö­ren und die sich nur vor­über­ge­hend, wie zum Zwe­cke der Söm­me­rung oder Win­te­rung, in der Schweiz be­fin­den;
6.
für Nutz­tie­re aus­län­di­scher Her­kunft, die in der Schweiz wohn­haf­ten Per­so­nen ge­hö­ren, wenn nicht der Nach­weis er­bracht wird, dass die An­ste­ckung erst nach der Ein­fuhr er­folg­te.

3 ...81

80 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, mit Wir­kung seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

81Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Dez. 1975 (AS 1977 1187; BBl 1975 II 106). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 35 Prämien für Wild  

Für die Be­sei­ti­gung von Wild, die be­hörd­lich an­ge­ord­net wird, um der Aus­brei­tung ei­ner Seu­che ent­ge­gen­zu­wir­ken, kön­nen die Kan­to­ne Prä­mi­en aus­rich­ten.

Art. 36 Schätzung der Tiere, Höhe der Entschädi­gung und Verwertung  

1 Zur Be­mes­sung der Ent­schä­di­gun­gen für Tier­ver­lus­te ist in der Re­gel ei­ne Schät­zung der Tie­re bzw. Be­stän­de vor­zu­neh­men. Das BLV er­lässt hie­für Richt­li­ni­en. Der Bun­des­rat kann Höchst­be­trä­ge be­stim­men.

2 Die Kan­to­ne ha­ben die Ent­schä­di­gun­gen so zu be­mes­sen, dass die Ge­schä­dig­ten un­ter An­rech­nung des Ver­wer­tungs­er­lö­ses min­des­tens 60 Pro­zent und höchs­tens 90 Pro­zent des Schat­zungs­wer­tes er­hal­ten. In­ner­halb die­ses Rah­mens wer­den die Ent­schä­di­gun­gen un­ter Be­rück­sich­ti­gung von Ab­satz 1 von den Kan­to­nen end­gül­tig fest­ge­setzt.

3 Die Ent­schä­di­gun­gen sind durch ein mög­lichst ein­fa­ches und für den Tie­rei­gen­tü­mer kos­ten­frei­es Ver­wal­tungs­ver­fah­ren fest­zu­set­zen.

4 Das BLV be­stimmt im Ein­ver­neh­men mit den Kan­to­nen, wie und un­ter wel­chen Be­din­gun­gen die nutz­ba­ren Tei­le von um­ge­stan­de­nen oder ge­schlach­te­ten Tie­ren ver­wer­tet wer­den sol­len.

Art. 3782  

82 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1980, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1981 (AS 1980 1776; BBl 1980 I 477).

Art. 38 Kürzung, Verweigerung und Rücker­stattung von Beiträgen 83  

1Die Bei­trä­ge kön­nen ge­kürzt oder ver­wei­gert wer­den, wenn der Bei­trags­be­rech­tig­te die­ses Ge­setz, die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen oder ei­ne ge­stützt dar­auf er­las­se­ne Ver­fü­gung ver­letzt.

2 Sind die Vor­aus­set­zun­gen, un­ter de­nen ein Bei­trag ge­währt wur­de, nicht mehr er­füllt oder wur­den Auf­la­gen oder Be­din­gun­gen nicht ein­ge­hal­ten, so wer­den Bei­trä­ge ganz oder teil­wei­se zu­rück­ge­for­dert.

3 Zu Un­recht be­zo­ge­ne Bei­trä­ge sind un­ab­hän­gig von der An­wen­dung der Straf­be­stim­mun­gen zu­rück­zu­er­stat­ten oder zu ver­rech­nen.

83Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4237; BBl 20024721).

Art. 39 und 4084  

84Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1980, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1981 (AS 1980 1776; BBl 1980 I 477).

Art. 4185  

85Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Dez. 1975, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 1977 (AS 1977 1187; BBl 1975 II 106).

Art. 42 Forschung, Diagnostik, Impfstoffe 8687  

1 Der Bund:

a.
er­forscht und be­schafft die für die An­wen­dung die­ses Ge­set­zes er­for­der­li­chen wis­sen­schaft­li­chen Grund­la­gen, wo­bei Fach­leu­te und In­sti­tu­te aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung da­mit be­traut wer­den kön­nen;
b.88
be­treibt für die Er­for­schung und Dia­gno­s­tik hoch­an­ste­cken­der Seu­chen das In­sti­tut für Vi­ro­lo­gie und Im­mu­no­lo­gie (IVI);
c.
be­zeich­net das für die Über­wa­chung der Dia­gno­s­tik ei­ner Tier­­seu­che not­wen­di­ge na­tio­na­le Re­fe­renz­la­bo­ra­to­ri­um; er kann La­bo­ra­to­ri­en aus­ser­halb der Bun­des­ver­wal­tung mit die­ser Auf­ga­be be­trau­en;
d.
er­teilt an La­bo­ra­to­ri­en die Be­wil­li­gung zur Dia­gno­s­tik von Seu­chen im Rah­men der Tier­seu­chen­be­kämp­fung;
e.
kann Un­ter­su­chungs­me­tho­den für die Dia­gno­s­tik von Tier­seu­chen vor­schrei­ben;
f.89
kann Impf­stof­fe ge­gen Tier­seu­chen be­schaf­fen und sie un­ent­gelt­lich oder ver­bil­ligt ab­ge­ben;
g.90
kann Impf­stoff­ban­ken be­trei­ben.

2 Der Bun­des­rat kann dem IVI wei­te­re Auf­ga­ben im Zu­sam­men­hang mit der Tier­seu­chen­be­kämp­fung über­tra­gen.

3 Das IVI kann ge­werb­li­che Leis­tun­gen an­bie­ten. Das An­ge­bot muss fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­fül­len:

a.
Die Leis­tun­gen müs­sen in ei­nem en­gen Zu­sam­men­hang mit den For­schungs­be­rei­chen oder den Voll­zugs­auf­ga­ben des IVI ste­hen.
b.
Die Leis­tun­gen dür­fen nicht un­ter den Ge­ste­hungs­kos­ten er­bracht und nicht mit Er­trä­gen aus dem Grun­d­an­ge­bot ver­bil­ligt wer­den.91

86Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

87 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

88 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

89 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

90 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

91 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 20082269; BBl 2006 6337).

Art. 4392  

92Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1980, mit Wir­kung seit 1. Jan. 1981 (AS 1980 1776; BBl 1980 I 477).

Art. 44 Viehversiche­rungs­kassen  

Der Bun­des­rat be­stimmt, ob und in­wie­weit in Seu­chen­fäl­len ne­ben den in die­sem Ab­schnitt vor­ge­se­he­nen Ent­schä­di­gun­gen der Kan­to­ne er­gän­zen­de Leis­tun­gen von Vieh­ver­si­che­rungs­kas­sen oder an­de­ren öf­fent­li­chen oder pri­va­ten Ver­si­che­rungs­an­stal­ten zu­läs­sig sind.

Art. 45 Rückerstattung  

1 Zu Un­recht be­zo­ge­ne Ent­schä­di­gun­gen kön­nen zu­rück­ge­for­dert wer­den.93

2 Die Rück­er­stat­tungs­an­sprü­che ver­jäh­ren mit Ab­lauf von drei Jah­ren, nach­dem die zu­stän­di­gen Or­ga­ne vom An­spruch Kennt­nis er­langt ha­ben, spä­tes­tens je­doch in­nert zehn Jah­ren seit dem Ent­ste­hen des An­spru­ches.94

3 Hat der Emp­fän­ger durch sein Ver­hal­ten ei­ne straf­ba­re Hand­lung be­gan­gen, so ver­jährt der An­spruch auf Rück­er­stat­tung frü­he­s­tens mit Ein­tritt der straf­recht­li­chen Ver­fol­gungs­ver­jäh­rung. Tritt die­se in­fol­ge ei­nes ers­tin­stanz­li­chen Stra­f­ur­teils nicht mehr ein, so ver­jährt der An­spruch frü­he­s­tens mit Ab­lauf von drei Jah­ren seit Er­öff­nung des Ur­teils.95

93Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1980, in Kraft seit 1. Jan. 1981 (AS 1980 1776; BBl 1980 I 477).

94 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 26 des BG vom 15. Ju­ni 2018 (Re­vi­si­on des Ver­jäh­rungs­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5343; BBl 2014 235).

95 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 26 des BG vom 15. Ju­ni 2018 (Re­vi­si­on des Ver­jäh­rungs­rechts), in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5343; BBl 2014 235).

Va. Beiträge zur Entsorgung tierischer Nebenprodukte96

96 Eingefügt durch Anhang Ziff. 8 des BG vom 22. März 2013, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 34633863; BBl 2012 2075).

Art. 45a  

1 Im Zu­sam­men­hang mit an­ge­ord­ne­ten Ent­sor­gungs­mass­nah­men in aus­ser­or­dent­li­chen Si­tua­tio­nen kann der Bund im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te Bei­trä­ge an die Kos­ten der Ent­sor­gung von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten leis­ten.

2 Die Bei­trä­ge wer­den den Hal­tern von Tie­ren der Rin­der-, Schaf-, Zie­gen-, Schwei­ne-, Pfer­de- und Ge­flü­gel­gat­tung so­wie den Schlacht­be­trie­ben aus­ge­rich­tet.

3 Der Bun­des­rat legt die Hö­he der Bei­trä­ge pro Tier fest. Da­bei be­rück­sich­tigt er die Ent­wick­lung der Wie­der­ver­wer­tungs­mög­lich­kei­ten der tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te und passt die Bei­trä­ge an.

4 Bei­trä­ge an die Schlacht­be­trie­be wer­den nur dann aus­ge­rich­tet, wenn die tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te in zu­ge­las­se­nen Ent­sor­gungs­be­trie­ben ent­sorgt wor­den sind. Der Schlacht­be­trieb muss dies an­hand von Ver­trä­gen und der Rech­nun­gen der Ent­sor­gungs­be­trie­be be­le­gen.

5 Die Sum­me der Bei­trä­ge darf die Ein­nah­men aus der Ver­stei­ge­rung der Zoll­kon­tin­gen­te für Schlacht­vieh und Fleisch nach Ar­ti­kel 48 des Land­wirt­schafts­ge­set­zes vom 29. April 199897 nicht über­stei­gen.

Vb. Informationssysteme98

98 Eingefügt durch Ziff. I des BG vom 19. Juni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 45b Tierverkehrsdatenbank  

1 Für die Über­wa­chung des Tier­ver­kehrs und der Tier­ge­sund­heit wird ei­ne Tier­ver­kehrs­da­ten­bank be­trie­ben.

2 Die Tier­ver­kehrs­da­ten­bank ent­hält die Da­ten zu den Tie­ren und zum Tier­ver­kehr nach den Ar­ti­keln 14, 15a und 16.

3 Der Be­trieb der Tier­ver­kehrs­da­ten­bank wird über Ge­büh­ren der Tier­hal­ter und wei­te­rer Ge­büh­ren­pflich­ti­ger fi­nan­ziert. Der Bun­des­rat be­stimmt, wer ge­büh­ren­pflich­tig ist, und legt die Hö­he der Ge­büh­ren fest.

4 ...99

99 Tritt zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt in Kraft (AS 2020 5749).

Art. 45c Weitere Informationssysteme: Betrieb und Finanzierung  

1 Das BLV be­treibt zur Un­ter­stüt­zung des Voll­zugs der Ge­setz­ge­bung in den Be­rei­chen Tier­ge­sund­heit, Tier­schutz und Le­bens­mit­tel­si­cher­heit so­wie zur Aus­wer­tung der Voll­zugs­da­ten wei­te­re In­for­ma­ti­ons­sys­te­me, na­ment­lich:

a.
das In­for­ma­ti­ons­sys­tem für Voll­zugs­da­ten des öf­fent­li­chen Ve­te­ri­när­diens­tes;
b.
die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me zur Be­ar­bei­tung der Da­ten für die Ein­fuhr von Tie­ren und Tier­pro­duk­ten.

2 Die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me nach Ab­satz 1 sind Teil des ge­mein­sa­men zen­tra­len In­for­ma­ti­ons­sys­tems ent­lang der Le­bens­mit­tel­ket­te des BLW und des BLV zur Ge­währ­leis­tung der Si­cher­heit von Le­bens­mit­teln und Ge­brauchs­ge­gen­stän­den, der Fut­ter­mit­tel­si­cher­heit, der Tier­ge­sund­heit, des Tier­schut­zes und ei­ner ein­wand­frei­en Pri­mär­pro­duk­ti­on.

3 Die Kos­ten für den Be­trieb des In­for­ma­ti­ons­sys­tems nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a ge­hen zu ei­nem Drit­tel zu­las­ten des Bun­des und zu zwei Drit­teln zu­las­ten der Kan­to­ne. Die Bei­trä­ge der ein­zel­nen Kan­to­ne be­rech­nen sich im Ver­hält­nis zur An­zahl Li­zen­zen, die den Zu­griff auf das In­for­ma­ti­ons­sys­tem er­mög­li­chen.

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Kos­ten­tra­gung für die üb­ri­gen In­for­ma­ti­ons­sys­te­me; ins­be­son­de­re kann er ei­ne fi­nan­zi­el­le Be­tei­li­gung der Kan­to­ne vor­se­hen für In­for­ma­ti­ons­sys­te­me, die sie für ih­re Voll­zugs­auf­ga­ben nut­zen.

Art. 45d Weitere Informationssysteme: Inhalt und Datenbearbeitung  

1 Die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me nach Ar­ti­kel 45c Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b ent­hal­ten Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich Da­ten über Ver­wal­tungs­mass­nah­men und straf­recht­li­che Sank­tio­nen.

2 Die fol­gen­den Stel­len und Per­so­nen kön­nen im Rah­men ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben Da­ten in den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men nach Ar­ti­kel 45c Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b on­li­ne be­ar­bei­ten:

a.
das BLV und das BLW: zur Ge­währ­leis­tung der Si­cher­heit und der Hy­gie­ne von Le­bens­mit­teln, der Fut­ter­mit­tel­si­cher­heit, der Tier­ge­sund­heit und des Tier­schut­zes so­wie ei­ner ein­wand­frei­en Pri­mär­pro­duk­ti­on;
b.
die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung: zur Ge­währ­leis­tung der Si­cher­heit und der Hy­gie­ne von Le­bens­mit­teln, der Fut­ter­mit­tel­si­cher­heit, der Tier­ge­sund­heit und des Tier­schut­zes so­wie ei­ner ein­wand­frei­en Pri­mär­pro­duk­ti­on im Zu­sam­men­hang mit dem Ver­brin­gen von Wa­ren ins Zoll­ge­biet oder aus dem Zoll­ge­biet;
c.
die kan­to­na­len Voll­zugs­be­hör­den so­wie Drit­te, die mit Voll­zugs­auf­ga­ben be­traut sind: zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben in ih­rem je­wei­li­gen Zu­stän­dig­keits­be­reich.

3 Der Bun­des­rat kann vor­se­hen, dass wei­te­re Bun­des­stel­len im Rah­men ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben Da­ten in den In­for­ma­ti­ons­sys­te­men nach Ar­ti­kel 45cAb­satz 1 Buch­sta­ben a und b on­li­ne ab­ru­fen kön­nen.

4 Die Kan­to­ne sind be­rech­tigt, das In­for­ma­ti­ons­sys­tem nach Ar­ti­kel 45c Ab­satz 1 Buch­sta­be a für ih­re ei­ge­nen Voll­zugs­auf­ga­ben in den Be­rei­chen Tier­ge­sund­heit, Tier­schutz und Le­bens­mit­tel­si­cher­heit zu nut­zen. On­li­ne-Zu­grif­fe auf kan­to­na­le Da­ten rich­ten sich nach dem je­wei­li­gen kan­to­na­len Recht.

Art. 45e Kontrolldaten  

1 Je­de Per­son kann die Da­ten über Kon­trol­len und Kon­troll­er­geb­nis­se zu ih­rem Be­trieb und zu ih­ren Tie­ren ein­se­hen.

2 Nutz­tier­hal­ter kön­nen das BLV er­mäch­ti­gen, die Da­ten be­tref­fend den Tier­schutz bei ih­ren Nutz­tie­ren und be­tref­fend ih­re Pri­mär­pro­duk­ti­on an Drit­te wei­ter­zu­ge­ben.

Art. 45f Ausführungsbestimmungen  

Der Bun­des­rat re­gelt für die Tier­ver­kehrs­da­ten­bank so­wie die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me nach Ar­ti­kel 45cAb­satz 1 Buch­sta­ben a und b:

a.
die Struk­tu­ren und die Da­ten­ka­ta­lo­ge;
b.
die Ver­ant­wort­lich­kei­ten für die Da­ten­be­ar­bei­tung;
c.
die Zu­griffs­rech­te, na­ment­lich den Um­fang der On­li­ne-Zu­grif­fe;
d.
die Ver­knüp­fung der In­for­ma­ti­ons­sys­te­me un­ter­ein­an­der so­wie mit an­de­ren In­for­ma­ti­ons­sys­te­men, die ge­stützt auf öf­fent­li­ches Recht be­trie­ben wer­den;
e.
die zur Si­cher­stel­lung des Da­ten­schut­zes und der Da­ten­si­cher­heit er­for­der­li­chen or­ga­ni­sa­to­ri­schen und tech­ni­schen Mass­nah­men;
f.
die Zu­sam­men­ar­beit mit den Kan­to­nen, na­ment­lich die Ein­zel­hei­ten der Fi­nan­zie­rung des In­for­ma­ti­ons­sys­tems nach Ar­ti­kel 45c Ab­satz 1 Buch­sta­be a;
g.
die Pflicht zur Auf­be­wah­rung und Ver­nich­tung der Da­ten;
h.
die Ar­chi­vie­rung der Da­ten.

VI. Strafbestimmungen 100

100 Fassung gemäss Anhang Ziff. 126 des Verwaltungsgerichtsgesetzes vom 17. Juni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 21971069; BBl 2001 4202).

Art. 46101  

101Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 126 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 21971069; BBl 2001 4202).

Art. 47 Übertretungen und Vergehen 102  

1 So­fern kei­ne schwe­re­re straf­ba­re Hand­lung nach dem Straf­ge­setz­buch103 vor­liegt, wird mit Bus­se bis zu 40 000 Fran­ken be­straft, wer vor­sätz­lich den Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 10, 11, 12, 20, 24, 25 und 27 zu­wi­der­han­delt.

2 In schwe­ren Fäl­len ist die Stra­fe Frei­heits­s­tra­fe bis zu ei­nem Jahr oder Geld­stra­fe.

3 Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken.

102 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

103 SR 311.0

Art. 48 Übertretungen 104  

1 Mit Bus­se wird be­straft, wer vor­sätz­lich den Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2, 14 Ab­sät­ze 1 und 3, 15 Ab­satz 1, 15aAb­satz 2, 16, 18 Ab­sät­ze 1 und 2, 21, 23 und 30 zu­wi­der­han­delt.

2 Mit Bus­se wird be­straft, wer vor­sätz­lich ge­gen ei­ne Aus­füh­rungs­vor­schrift ver­stösst, de­ren Über­tre­tung un­ter Hin­weis auf die Straf­an­dro­hung die­ses Ar­ti­kels für straf­bar er­klärt wor­den ist.

3 Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 5000 Fran­ken.

104 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 48a Zuwiderhandlung gegen eine Verfügung 105  

Mit Bus­se wird be­straft, wer vor­sätz­lich ei­ner un­ter Hin­weis auf die Straf­an­dro­hung die­ses Ar­ti­kels an ihn ge­rich­te­ten Ver­fü­gung zu­wi­der­han­delt.

105Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Dez. 1975 (AS 1977 1187; BBl 1975 II 106). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 48b Widerhandlungen in Geschäftsbetrieben 106  

Die Be­stim­mun­gen über Wi­der­hand­lun­gen in Ge­schäfts­be­trie­ben nach den Ar­ti­keln 6 und 7 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 1974107 über das Ver­wal­tungs­straf­recht gel­ten auch bei der Straf­ver­fol­gung durch kan­to­na­le Be­hör­den.

106Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

107 SR 313.0

Art. 49 Nachzahlung von Gebühren  

Der Tä­ter kann über­dies zur Be­zah­lung der um­gan­ge­nen Ge­büh­ren ver­ur­teilt wer­den.

Art. 50 und 51108  

108 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 52 Strafverfolgung 109  

1 Ver­fol­gung und Be­ur­tei­lung straf­ba­rer Hand­lun­gen sind Sa­che der Kan­to­ne.

2 Das BLV ver­folgt und be­ur­teilt Wi­der­hand­lun­gen bei der Ein-, Durch- und Aus­fuhr von Tie­ren und Tier­pro­duk­ten, die an den zu­ge­las­se­nen Grenz­kon­troll­stel­len fest­ge­stellt wer­den. Liegt gleich­zei­tig ei­ne Wi­der­hand­lung ge­gen das Zoll­ge­setz vom 18. März 2005110 oder das Mehr­wert­steu­er­ge­setz vom 12. Ju­ni 2009111 vor, so ver­folgt und be­ur­teilt die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung die Wi­der­hand­lun­gen.

3 Liegt bei der Ein-, Durch- und Aus­fuhr von Tie­ren und Tier­pro­duk­ten aus­ser­halb der zu­ge­las­se­nen Grenz­kon­troll­stel­len gleich­zei­tig ei­ne Wi­der­hand­lung ge­gen das Zoll­ge­setz vom 18. März 2005 oder das Mehr­wert­steu­er­ge­setz vom 12. Ju­ni 2009 vor, so ver­folgt und be­ur­teilt die Eid­ge­nös­si­sche Zoll­ver­wal­tung die Wi­der­hand­lun­gen.

4 Stellt ei­ne Wi­der­hand­lung gleich­zei­tig ei­ne nach Ab­satz 1, 2 oder 3 so­wie ei­ne durch die glei­che Bun­des­be­hör­de zu ver­fol­gen­de Wi­der­hand­lung ge­gen das Bun­des­ge­setz vom 16. März 2012112 über den Ver­kehr mit Tie­ren und Pflan­zen ge­schütz­ter Ar­ten, das Tier­schutz­ge­setz vom 16. De­zem­ber 2005113, das Zoll­ge­setz vom 18. März 2005, das Mehr­wert­steu­er­ge­setz vom 12. Ju­ni 2009, das Le­bens­mit­tel­ge­setz vom 20. Ju­ni 2014114, das Jagd­ge­setz vom 20. Ju­ni 1986115 oder das Bun­des­ge­setz vom 21. Ju­ni 1991116 über die Fi­sche­rei dar, so wird die für die schwers­te Wi­der­hand­lung an­ge­droh­te Stra­fe an­ge­wen­det; die­se kann an­ge­mes­sen er­höht wer­den.117

109 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 2 des BG vom 16. März 2012 über den Ver­kehr mit Tie­ren und Pflan­zen ge­schütz­ter Ar­ten, in Kraft seit 1. Okt. 2013 (AS 2013 3095; BBl 2011 6985).

110 SR 631.0

111 SR 641.20

112 SR 453

113 SR 455

114 SR 817.0

115 SR 922.0

116 SR 923.0

117 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 7 des Le­bens­mit­tel­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 2014, in Kraft seit 1. Mai 2017 (AS 2017 249; BBl 2011 5571).

VII. Vollzugs‑, Schluss- und Übergangsbestimmungen

Art. 53 Befugnisse des Bun­desrates  

1 Der Bun­des­rat er­lässt zum Voll­zug die­ses Ge­set­zes die er­for­der­li­chen Vor­schrif­ten.118

1bis Er re­gelt die Aus- und Wei­ter­bil­dung der Per­so­nen, die Funk­tio­nen beim Voll­zug die­ses Ge­set­zes wahr­neh­men.119

2 Der Bun­des­rat übt die Auf­sicht aus über den Voll­zug die­ses Ge­set­zes durch die Kan­to­ne.

3 Er kann die Kan­to­ne ver­pflich­ten, den Bund über Voll­zugs­mass­nah­men und über Kon­troll- und Un­ter­su­chungs­er­geb­nis­se zu in­for­mie­ren.120

118 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

119 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

120 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 53a Übernahme international harmonisierter Vorschriften und Normen 121  

1 Der Bun­des­rat be­rück­sich­tigt beim Er­lass sei­ner Be­stim­mun­gen in­ter­na­tio­nal har­mo­ni­sier­te Richt­li­ni­en und Emp­feh­lun­gen so­wie in­ter­na­tio­nal har­mo­ni­sier­te tech­ni­sche Vor­schrif­ten und Nor­men.

2 Er kann im Rah­men die­ses Ge­set­zes be­stimm­te in­ter­na­tio­nal har­mo­ni­sier­te tech­ni­sche Vor­schrif­ten und Nor­men für an­wend­bar er­klä­ren. Er kann das BLV er­mäch­ti­gen, An­pas­sun­gen tech­ni­scher Ein­zel­hei­ten von un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung der für an­wend­bar er­klär­ten Vor­schrif­ten und Nor­men nach­zu­füh­ren.

3 Aus­nahms­wei­se kann er ei­ne be­son­de­re Art der Ver­öf­fent­li­chung der für an­wend­bar er­klär­ten Vor­schrif­ten und Nor­men fest­le­gen und be­stim­men, dass auf ei­ne Über­set­zung in die Amtss­pra­chen ver­zich­tet wird.

121 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Ju­ni 2008 (AS 20082269; BBL 2006 6337).

Art. 53b Internationale Zusammenarbeit 122  

1 Der Bun­des­rat kann völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge ab­sch­lies­sen über die Dia­gno­s­tik, die Aus­bil­dung, die Durch­füh­rung von Kon­trol­len, die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit und den In­for­ma­ti­ons­aus­tausch im Be­reich der Tier­ge­sund­heit.

2 Er kann mit Staa­ten, die nicht Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on sind, völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge ab­sch­lies­sen über die An­er­ken­nung der Gleich­wer­tig­keit der ve­te­ri­närhy­gie­ni­schen und tier­züch­te­ri­schen Vor­schrif­ten im Han­del mit Tie­ren und Tier­pro­duk­ten.

122 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 54 Vollzug  

1 So­weit die­ses Ge­setz oder die Vor­schrif­ten des Bun­des­ra­tes kei­ne Aus­nah­men vor­se­hen, ist der Voll­zug Sa­che der Kan­to­ne; für die Ein-, Durch- und Aus­fuhr von Tie­ren und Tier­pro­duk­ten an den zu­ge­las­se­nen Grenz­kon­troll­stel­len ist er Sa­che des Bun­des.123

1bis Wer­den straf­ba­re Ver­stös­se ge­gen die Vor­schrif­ten die­ses Ge­set­zes fest­ge­stellt, so er­stat­ten die für den Voll­zug zu­stän­di­gen Be­hör­den Straf­an­zei­ge.124

1ter In leich­ten Fäl­len kann die für den Voll­zug zu­stän­di­ge Be­hör­de auf ei­ne Straf­an­zei­ge ver­zich­ten.125

2 Mass­nah­men ei­nes Kan­tons, die den Ver­kehr mit an­dern Kan­to­nen be­tref­fen, sind nur mit Zu­stim­mung des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments des In­nern (EDI)126 zu­läs­sig.

123 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

124 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

125 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

126 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I 29 der V vom 15. Ju­ni 2012 (Neu­glie­de­rung der De­par­te­men­te), in Kraft seit 1. Jan. 2013 (AS 2012 3655). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 54a127  

127 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007 (AS 20082269; BBl 2006 6337). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 55 Disziplinar­verfahren  

Oh­ne Rück­sicht auf die Ein­lei­tung oder den Aus­gang ei­nes all­fäl­li­gen Straf­ver­fah­rens kann die zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­hör­de Funk­tio­näre, die seu­chen­po­li­zei­li­chen Vor­schrif­ten zu­wi­der­han­deln, dis­zi­pli­na­risch be­stra­fen.

Art. 56 Gebühren  

1 Der Bun­des­rat setzt die Ge­büh­ren für die Prü­fun­gen, Un­ter­su­chun­gen, Be­wil­li­gun­gen und Kon­trol­len, die sich an der Zoll­gren­ze und im Lan­des­in­nern er­ge­ben, fest.

2 Die Ge­büh­ren, die für die Un­ter­su­chun­gen von Tie­ren, Fleisch und an­dern tie­ri­schen Stof­fen an der Zoll­gren­ze so­wie für die Prü­fung der Er­zeug­nis­se ge­mä­ss Ar­ti­kel 27 Ab­satz 3 er­ho­ben wer­den, sind zur Dec­kung der dem Bun­de aus die­sem Ge­set­ze er­wach­sen­den Aus­ga­ben be­stimmt.

3 Die Kan­to­ne er­he­ben Ge­büh­ren für die Kon­trol­len zur Über­wa­chung des schwei­ze­ri­schen Vieh­be­stan­des (Art. 57 Abs. 3 Bst. c), die zu Be­an­stan­dun­gen ge­führt ha­ben.128

128Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 (AS 2003 4237; BBl 20024721).

Art. 56a Schlachtabgabe 129  

1 Wer Tie­re der Rin­der-, Schaf-, Zie­gen- und Schwei­ne­gat­tung zur Schlach­tung bringt, hat für je­des Tier ei­ne Ab­ga­be zu ent­rich­ten.130

2 Der Bun­des­rat legt die Ab­ga­ben un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Schlacht­wer­tes nach Tier­ka­te­go­ri­en ab­ge­stuft fest. Er re­gelt die Er­he­bung der Ab­ga­ben.

3 Der Bund ver­wen­det den Er­trag aus den Ab­ga­ben für die Ab­gel­tung an die Kan­to­ne für das na­tio­na­le Über­wa­chungs­pro­gramm nach Ar­ti­kel 57a.131

129 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 5. Okt. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 20082269, 2013943; BBl 2006 6337).

130 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

131 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 57 Befugnisse des BLV 132  

1 Das BLV kann Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten tech­ni­scher Art er­las­sen.

2 Es kann in dring­li­chen Fäl­len:

a.
zeit­lich be­schränk­te Vor­schrif­ten er­las­sen, wenn über­ra­schend ei­ne bis­her nicht ge­re­gel­te Tier­seu­che auf­tritt oder auf die Schweiz über­zu­grei­fen droht;
b.133
vor­über­ge­hen­de Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 10 Ab­satz 1 Zif­fern 4 und 6 lan­des­weit oder für be­stimm­te Ge­bie­te an­ord­nen, wenn ei­ne hoch­an­ste­cken­de Seu­che auf­tritt oder auf die Schweiz über­zu­grei­fen droht.134

3 Das BLV:

a.
nimmt die durch die in­ter­na­tio­na­le Zu­sam­men­ar­beit be­ding­ten Auf­ga­ben wahr; es er­stat­tet na­ment­lich die not­wen­di­gen Mel­dun­gen, leis­tet Amts­hil­fe und be­tei­ligt sich an amt­li­chen In­spek­tio­nen;
b.135
för­dert die Tier­seu­chen­prä­ven­ti­on; es führt ins­be­son­de­re Pro­jek­te und an­de­re Ak­ti­vi­tä­ten zur Stär­kung der Tier­ge­sund­heit so­wie zur Früh­er­ken­nung und Über­wa­chung von Tier­seu­chen durch;
c.136
legt zur Über­wa­chung des schwei­ze­ri­schen Tier­be­stan­des ge­mein­sam mit den Kan­to­nen jähr­lich ein na­tio­na­les Über­wa­chungs­pro­gramm fest.

4 Für das na­tio­na­le Über­wa­chungs­pro­gramm be­stimmt es im Ein­ver­neh­men mit den Kan­to­nen die Be­trie­be, die von ih­nen kon­trol­liert wer­den müs­sen, und die Tier­seu­chen, auf wel­che hin die Tie­re un­ter­sucht wer­den müs­sen. Es legt die Kri­te­ri­en für die Kon­trol­len fest und schreibt vor, was ihm zu mel­den ist.137

132Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 18. Ju­ni 1993, in Kraft seit 1. Sept. 1995 (AS 1995 3711; BBl 1993 I 805).

133 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

134 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003, in Kraft seit 1. Jan. 2004 AS 2003 4237; BBl 20024721).

135 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

136 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 2003 (AS 2003 4237; BBl 20024721). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

137 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012 (AS 2013 907; BBl 2011 7027). Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

Art. 57a Abgeltung für das nationale Überwachungsprogramm 138  

1 Die Leis­tun­gen der Kan­to­ne nach Ar­ti­kel 57 Ab­sät­ze 3 Buch­sta­be c und 4 wer­den durch einen Pau­schal­bei­trag zur teil­wei­sen De­ckung der Kos­ten des na­tio­na­len Über­wa­chungs­pro­gramms ab­ge­gol­ten.

2 ...139

138 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5749; BBl 2019 4175).

139 Tritt zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt in Kraft (AS 2020 5749).

Art. 58 Militärische Vor­schriften  

Die Vor­schrif­ten des Bun­des über Tie­re, die in mi­li­tä­ri­schen Kur­sen, Trup­pen­übun­gen oder Auf­ge­bo­ten ver­wen­det oder mit­ge­führt wer­den, blei­ben vor­behal­ten.

Art. 59 Erlass kantonaler Vorschriften  

1 So­weit die­ses Ge­setz zu sei­ner Aus­füh­rung der Er­gän­zung durch kan­to­na­le An­ord­nun­gen be­darf, sind die Kan­to­ne ver­pflich­tet, sol­che auf­zu­stel­len, und kön­nen sie auf dem Ver­ord­nungs­we­ge er­las­sen.

2 Hat ein Kan­ton die not­wen­di­gen An­ord­nun­gen nicht recht­zei­tig ge­trof­fen, so er­lässt der Bun­des­rat vor­läu­fig die er­for­der­li­chen Ver­ord­nun­gen an­stel­le des Kan­tons.

Art. 59a Ersatzvornahme 140  

1 Das EDI er­lässt an­stel­le säu­mi­ger Kan­to­ne die all­ge­mein­ver­bind­li­chen An­ord­nun­gen, die nach Bun­des­recht zur Seu­chen­be­kämp­fung not­wen­dig sind.

2 Das BLV ver­fügt an­stel­le säu­mi­ger kan­to­na­ler Voll­zugs­or­ga­ne im Ein­zel­fall die not­wen­di­gen Mass­nah­men.

140Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1980, in Kraft seit 1. Jan. 1981 (AS 1980 1776; BBl 1980 I 477).

Art. 59b Einsprache 141  

1 Ver­fü­gun­gen des BLV kön­nen mit Ein­spra­che an­ge­foch­ten wer­den.

2 Die Ein­spra­che hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung; die­se kann auf Ge­such hin ge­währt wer­den.

3 Die Ein­spra­che­frist be­trägt 10 Ta­ge.

141 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

Art. 60 Mitteilung 142  

Die Kan­to­ne brin­gen die Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten dem EDI zur Kennt­nis.

142Fas­sung ge­mä­ss Ziff. II 53 des BG vom 15. Dez. 1989 über die Ge­neh­mi­gung kan­to­na­ler Er­las­se durch den Bund, in Kraft seit 1. Fe­br. 1991 (AS 1991 362; BBl 1988 II 1333).

Art. 61 Inkraftsetzung, Auf­hebung bis­herigen Rechtes  

1 Der Bun­des­rat be­stimmt den Zeit­punkt des In­kraft­tre­tens die­ses Ge­set­zes.

2 Auf den näm­li­chen Zeit­punkt sind al­le die­sem Ge­setz wi­der­spre­chen­den Vor­schrif­ten auf­ge­ho­ben, ins­be­son­de­re das Bun­des­ge­setz vom 13. Ju­ni 1917143 be­tref­fend die Be­kämp­fung von Tier­seu­chen und das Bun­des­ge­setz vom 28. Sep­tem­ber 1962144 über die Be­kämp­fung der Rin­der­tu­ber­ku­lo­se.

3 Die auf­ge­ho­be­nen Be­stim­mun­gen blei­ben auf al­le wäh­rend ih­rer Gül­tig­keits­dau­er ein­ge­tre­te­nen Tat­sa­chen an­wend­bar.

143[BS 9 261; AS 1950 II 1482 Art. 12 Abs. 2 1523, 1954 559Ziff. I 1 937 Art. 1 Abs. 1, 1956 134Art. 1 1203, 1959 620]

144[AS 1963 185]

Art. 62145  

145Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 20. Ju­ni 1980 (AS 1980 1776; BBl 1980 I 477). Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 22. März 2013, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2014 (AS 2013 34633863; BBl 2012 2075).

Art. 62a Koordinationsbestimmung 146  

Un­ab­hän­gig da­von, ob das Bun­des­ge­setz vom 16. März 2012147 über den Ver­kehr mit Tie­ren und Pflan­zen ge­schütz­ter Ar­ten (BG­CI­TES) oder die Än­de­rung vom 16. März 2012 des TSG zu­erst in Kraft tritt, wird Ar­ti­kel 52 TSG mit In­kraft­tre­ten des spä­ter in Kraft tre­ten­den Ge­set­zes so­wie bei gleich­zei­ti­gem In­kraft­tre­ten wie folgt ge­än­dert:

...148

Da­tum des In­kraft­tre­tens:
Art. 53 Abs. 1: 1. Jan. 1967149
die üb­ri­gen Be­stim­mun­gen: 1. Ja­nu­ar 1968150

146 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2012, in Kraft seit 1. Mai 2013 (AS 2013 907; BBl 2011 7027).

147 SR 453; BBl 2012 3465

148 Die Änd. kann un­ter AS 2013 907kon­sul­tiert wer­den.

149BRB vom 16. Dez. 1966

150BRB vom 15. Dez. 1967 (AS 1967 2115)

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