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Verordnung
über tierische Nebenprodukte
(VTNP)1

vom 25. Mai 2011 (Stand am 1. Mai 2021)

1 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 2097).

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 10 Absatz 1, 10a, 22 und 53 Absatz 1
des Tierseuchengesetzes vom 1. Juli 19662 (TSG)
und die Artikel 29 Absatz 1, 32 Absatz 1 und 39 Absatz 1
des Umweltschutzgesetzes vom 7. Oktober 19833,

verordnet:

2 SR 916.40

3 SR 814.01

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Zweck  

Die­se Ver­ord­nung soll:

a.
si­cher­stel­len, dass tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te die Ge­sund­heit von Men­schen und Tie­ren so­wie die Um­welt nicht ge­fähr­den;
b.
er­mög­li­chen, dass tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te so­weit als mög­lich ver­wer­tet wer­den;
c.
ver­an­las­sen, dass die In­fra­struk­tur für die Ent­sor­gung von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten be­reit­ge­stellt wird.
Art. 2 Gegenstand und Geltungsbereich  

1 Die­se Ver­ord­nung re­gelt den Han­del mit tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten und de­ren Ent­sor­gung.4

2 Sie gilt nicht für:

a.
tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te aus Ab­wäs­sern von Schlacht­be­trie­ben5 und Zer­le­ge­be­trie­ben so­wie von An­la­gen, in de­nen tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 1 oder 2 ent­sorgt wer­den, nach­dem die Fest­stof­fe vor­schrifts­ge­mä­ss ent­fernt wor­den sind;
b.
gan­ze Tier­kör­per oder Tei­le von frei le­ben­den Wild­tie­ren, bei de­nen kein Ver­dacht auf Vor­lie­gen ei­ner auf Men­schen oder Tie­re über­trag­ba­ren Krank­heit be­steht oder die nach der Tö­tung ge­mä­ss der gu­ten Jagd­pra­xis nicht ein­ge­sam­melt wer­den;
c.
Ei­zel­len, Em­bryo­nen und Sa­men zu Zucht­zwe­cken;
d.
Roh­milch, Ko­lo­strum und dar­aus ge­won­ne­ne Er­zeug­nis­se, die im Ur­sprungs­be­trieb ge­won­nen, auf­be­wahrt und be­sei­tigt oder ver­wen­det wer­den;
e.
Scha­len von Weich- und Krebstie­ren oh­ne wei­ches Ge­we­be und Fleisch;
f.6
...
g.
Stoff­wech­sel­pro­duk­te, aus­ser wenn die­se:
1.
in Schlacht­be­trie­ben an­fal­len, oder
2.
für die Ein- oder Aus­fuhr be­stimmt sind;
h.
ra­dio­ak­tiv be­las­te­te tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te, die der Strah­len­schutz­ge­setz­ge­bung un­ter­ste­hen;
i.
tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te, die im Ab­fall­ver­zeich­nis, das nach Ar­ti­kel 2 der Ver­ord­nung vom 22. Ju­ni 20057 über den Ver­kehr mit Ab­fäl­len er­las­sen wur­de, als Son­der­ab­fäl­le be­zeich­net sind.

2bis Für Spei­se­res­te gilt sie, wenn die­se:

a.
aus Trans­port­mit­teln stam­men, die im grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr ein­ge­setzt wer­den;
b.
für die Tierer­näh­rung be­stimmt sind;
c.8
für die Ver­ar­bei­tung zu Dün­ge­mit­teln oder für die Ver­wen­dung in ei­ner Bio­gas- oder Kom­pos­tie­rungs­an­la­ge be­stimmt sind, aus­ser sie stam­men aus Pri­vat­haus­hal­ten und wer­den im Rah­men der öf­fent­li­chen Samm­lung von Sied­lungs­ab­fäl­len mit Grün­gut ver­mischt und in An­la­gen ent­sorgt, auf de­ren Are­al sich kei­ne Tier­hal­tung be­fin­det.9

3 Für fol­gen­de tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te gilt zu­sätz­lich die Ein­sch­lies­sungs­ver­ord­nung vom 9. Mai 201210:11

a.
Ne­ben­pro­duk­te, die gen­tech­nisch ver­än­der­te oder pa­tho­ge­ne Or­ga­nis­men sind und mit­tels ei­ner me­di­zi­nisch-mi­kro­bio­lo­gi­schen Dia­gno­s­tik un­ter­sucht wor­den sind;
b.
Ne­ben­pro­duk­te, die von Tie­ren stam­men, die gen­tech­nisch ver­än­dert oder mit gen­tech­nisch ver­än­der­ten oder pa­tho­ge­nen Or­ga­nis­men be­han­delt wor­den sind.

4 Vor­be­hal­ten blei­ben spe­zi­el­le Re­ge­lun­gen über die Be­kämp­fung von Tier­seu­chen so­wie über die Ein-, Durch- und Aus­fuhr von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten.

4 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

5 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

6 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Okt. 2015, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4271).

7 SR 814.610

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

9 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 28. Okt. 2015, in Kraft seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4271).

10 SR 814.912

11 Fas­sung ge­mä­ss An­hang 5 Ziff. 14 der Ein­sch­lies­sungs­ver­ord­nung vom 9. Mai 2012, in Kraft seit 1. Ju­ni 2012 (AS 2012 2777).

Art. 2a Anwendbarkeit auf Folgeprodukte 12  

1 Fol­ge­pro­duk­te un­ter­ste­hen die­ser Ver­ord­nung, wenn sie den End­punkt (Art. 3 Bst. e) noch nicht er­reicht ha­ben. Für Fol­ge­pro­duk­te gel­ten die­sel­ben Vor­schrif­ten wie für die tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te, aus de­nen sie ge­won­nen wur­den, so­fern kei­ne ab­wei­chen­de Re­ge­lung be­steht.

2 Die Fol­ge­pro­duk­te, die den End­punkt er­reicht ha­ben, sind in An­hang 1a auf­ge­führt.

3 Die End­punk­te gel­ten nicht für Fol­ge­pro­duk­te, die als Dün­ge- oder Fut­ter­mit­tel ver­wen­det oder zu sol­chen wei­ter­ver­ar­bei­tet wer­den, mit Aus­nah­me von Heim­tier­fut­ter.

12 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 3 Begriffe  

Die fol­gen­den Aus­drücke be­deu­ten:

a.
Tier­kör­per:Kör­per um­ge­stan­de­ner, tot­ge­bo­re­ner oder nicht zur Fleisch­ge­win­nung ge­tö­te­ter Tie­re;
b.13
tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te: Tier­kör­per und Schlacht­tier­kör­per so­wie Tei­le von bei­den, Er­zeug­nis­se tie­ri­schen Ur­sprungs und Spei­se­res­te, die nicht ver­zehrt wer­den dür­fen oder aus der Le­bens­mit­tel­ket­te aus­ge­schlos­sen wor­den sind, so­wie Ei­zel­len, Em­bryo­nen und Sa­men;
c.
Ent­sor­gung:Sam­meln, La­gern, Be­för­dern, Ver­ar­bei­ten, Ver­wer­ten, Ver­bren­nen und Ver­gra­ben von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten;
d.
Fol­ge­pro­dukt:durch einen oder meh­re­re Ver­ar­bei­tungs­schrit­te aus tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten ge­won­ne­nes Pro­dukt;
e.
End­punkt: Ver­ar­bei­tungs­sta­di­um in der Her­stel­lungs­ket­te, ab dem ein Fol­ge­pro­dukt kein spe­zi­el­les Ri­si­ko für die Ge­sund­heit von Men­schen und Tie­ren so­wie die Um­welt dar­stellt;
f.14
Nutz­tie­re: Tie­re, die vom Men­schen ge­hal­ten und zur Ge­win­nung von Le­bens­mit­teln, Wol­le, Pelz, Fe­dern, Fel­len, Häu­ten oder sons­ti­gen von Tie­ren ge­won­ne­nen Er­zeug­nis­sen zu­ge­las­sen sind oder an­der­wei­tig zu land­wirt­schaft­li­chen Zwe­cken ge­nutzt wer­den, so­wie Equi­den;
g.
Heim­tie­re: Tie­re, die von Men­schen ge­hal­ten, aber nicht für den mensch­li­chen Ver­zehr zu­ge­las­sen oder be­stimmt sind;
h.
Was­ser­tie­re:Fi­sche der Über­klas­se Kie­fer­lo­se (Agna­tha) und der Klas­sen Knor­pel­fi­sche (Chon­d­rich­thyes) und Kno­chen­fi­sche (Os­teich­thyes) so­wie Weich­tie­re (Mol­lus­ca) und Krebstie­re (Crusta­cea);
hbis.15
ver­ar­bei­te­tes tie­ri­sches Pro­te­in: Fol­ge­pro­dukt, das aus Ma­te­ri­al der Ka­te­go­rie 3 ge­won­nen wird und zur Her­stel­lung von Tier­fut­ter oder Dün­ger ge­eig­net ist, mit Aus­nah­me von Blut­pro­duk­ten, Milch und Milch­pro­duk­ten, Ko­lo­strum und Ko­lo­strum­pro­duk­ten, Zen­tri­fu­gen- und Se­pa­ra­to­ren­schlamm, Ge­la­ti­ne, hy­dro­ly­sier­tem Pro­te­in und Di­cal­ci­umphos­phat so­wie Ei­ern und Ei­er­zeug­nis­sen ein­sch­liess­lich Ei­er­scha­len, Tri­cal­ci­umphos­phat und Kol­la­gen;
i.16
Fisch­mehl: ver­ar­bei­te­tes tie­ri­sches Pro­te­in von Was­ser­tie­ren;
j.
Blut­pro­duk­te:aus Blut oder Blut­frak­tio­nen ge­won­ne­ne Er­zeug­nis­se wie ge­trock­ne­tes, ge­fro­re­nes oder flüs­si­ges Plas­ma, ge­trock­ne­tes Voll­blut, ge­trock­ne­te, ge­fro­re­ne oder flüs­si­ge ro­te Blut­kör­per­chen, oder Mi­schun­gen da­von;
k.
hy­dro­ly­sier­tes Pro­te­in17: durch Hy­dro­ly­se von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten ge­won­ne­ne Po­ly­pep­ti­de, Pep­ti­de und Ami­no­säu­ren so­wie Mi­schun­gen da­von;
l.
Kol­la­gen: aus tie­ri­schen Kno­chen, Häu­ten, Fel­len, Seh­nen und Bän­dern ge­won­ne­ne Er­zeug­nis­se auf Pro­te­in­ba­sis;
m.
Ge­la­ti­ne: na­tür­li­ches, lös­li­ches Pro­te­in, ge­lie­rend oder nicht ge­lie­rend, das durch die teil­wei­se Hy­dro­ly­se von Kol­la­gen ge­won­nen wird;
n.
Stoff­wech­sel­pro­duk­te:Harn so­wie Pan­sen-, Ma­gen- und Dar­min­halt;
o.
Fest­stoffe: tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te, die durch Git­ter in Ab­läu­fen oder einen Vor­klär­pro­zess (Flo­ta­ti­on oder Fil­ter­an­la­ge) aus dem Ab­was­ser von Le­bens­mit­tel- oder Ent­sor­gungs­be­trie­ben ab­ge­son­dert wer­den;
p.
Spei­se­res­te:Kü­chen- und Spei­se­ab­fäl­le, die aus Ein­rich­tun­gen stam­men, in de­nen Le­bens­mit­tel mit tie­ri­schen Be­stand­tei­len für den un­mit­tel­ba­ren Ver­zehr her­ge­stellt wer­den, wie pri­va­te Haus­hal­te, Re­stau­rants, Ca­te­ring-Ein­rich­tun­gen und Kü­chen, ein­sch­liess­lich Gross- und Haus­halt­kü­chen;
q.
Im­ke­rei­pro­duk­te:Ho­nig, Bie­nen­wachs, Gelée roya­le, Pro­po­lis und Pol­len;
r.
Sam­mel­stel­le: Stel­le zum Zwi­schen­la­gern von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten vor de­ren Wei­ter­ver­ar­bei­tung;
s.
An­la­ge:Ein­rich­tung, die dem Ver­ar­bei­ten, Ver­wer­ten oder Ver­bren­nen von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten dient;
t.
Bio­gas­an­la­ge: An­la­ge, in der tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te un­ter an­ae­ro­ben Be­din­gun­gen bio­lo­gisch ab­ge­baut wer­den;
u.
Kom­pos­tie­rungs­an­la­ge:ge­werb­li­che An­la­ge, in der tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te un­ter ae­ro­ben Be­din­gun­gen bio­lo­gisch ab­ge­baut wer­den.

13 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

14 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Okt. 2015, in Kraft seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4271).

15 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

17 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

2. Kapitel: Tierische Nebenprodukte

Art. 4 Risikokategorien  

Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te wer­den in drei Ka­te­go­ri­en ein­ge­teilt. Ka­te­go­rie 1 ist die Ka­te­go­rie mit dem höchs­ten Ri­si­ko.

Art. 5 Tierische Nebenprodukte der Kategorie 1  

Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 1 sind:

a.
Tier­kör­per oder Tei­le da­von;
b.
Schlacht­tier­kör­per oder Tei­le da­von:
1.
von Tie­ren, bei de­nen ei­ne trans­mis­si­ble spon­gi­for­me En­ze­pha­lo­pa­thie fest­ge­stellt wor­den ist,
2.18
von de­nen das spe­zi­fi­zier­te Ri­si­ko­ma­te­ri­al nach den Ar­ti­keln 179d Ab­sät­ze 1 und 1bis so­wie 180c der Tier­seu­chen­ver­ord­nung vom 27. Ju­ni 199519 (TSV) nicht ent­fernt wor­den ist;
c.20
spe­zi­fi­zier­tes Ri­si­ko­ma­te­ri­al nach den Ar­ti­keln 179d Ab­sät­ze 1 und 1bis so­wie 180c TSV;
d.
tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te von Tie­ren, de­nen Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen nach An­hang 4 der Tier­arz­nei­mit­tel­ver­ord­nung vom 18. Au­gust 200421 ver­ab­reicht wor­den sind;
e.22
to­te Wild­tie­re oder Tei­le da­von, die An­zei­chen ei­ner auf Men­schen oder Tie­re über­trag­ba­ren Krank­heit auf­wei­sen;
f.23
Fest­stof­fe aus dem Ab­was­ser von Schlacht­be­trie­ben für Rin­der, Scha­fe und Zie­gen und von Zer­le­ge­be­trie­ben, in de­nen spe­zi­fi­zier­tes Ri­si­ko­ma­te­ri­al nach Ar­ti­kel 179d Ab­satz 1 oder 1bis oder 180c TSV ent­fernt wird;
g.
Spei­se­res­te aus Trans­port­mit­teln, die im grenz­über­schrei­ten­den Ver­kehr ein­ge­setzt wer­den.

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

19 SR 916.401

20 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

21 SR 812.212.27

22 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 6 Tierische Nebenprodukte der Kategorie 2  

Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 2 sind:

a.
Schlacht­tier­kör­per oder Tei­le da­von, die nicht zur Ka­te­go­rie 1 ge­hö­ren, von der Fleisch­kon­trol­le als un­ge­niess­bar be­zeich­net wor­den sind und An­zei­chen ei­ner auf Men­schen oder Tie­re über­trag­ba­ren Krank­heit auf­wei­sen;
b.24
Tier­kör­per von Ge­flü­gel, das aus kom­mer­zi­el­len Grün­den oder im Rah­men der Sal­mo­nel­len­be­kämp­fung ge­tö­tet statt ge­schlach­tet wur­de;
c.
Stoff­wech­sel­pro­duk­te;
d.25
...
e.
tie­ri­sche Er­zeug­nis­se, die mit Fremd­kör­pern ver­mengt und des­halb nicht ge­nus­staug­lich sind;
f.
tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te mit Rück­stän­den in Kon­zen­tra­tio­nen, wel­che die Grenz­wer­te nach der Fremd- und In­haltss­toff­ver­ord­nung vom 26. Ju­ni 199526 über­schrei­ten, oder die auf­grund ei­nes po­si­ti­ven Hemm­stoff­tests aus der Le­bens­mit­tel­ket­te aus­ge­schlos­sen wer­den;
g.
Fest­stof­fe aus an­de­ren Schlacht­be­trie­ben als den in Ar­ti­kel 5 Buch­sta­be f ge­nann­ten.

24 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

25 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 25. April 2018, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

26 [AS 1995 2893, 2002 955, 2005 5749, 2008 79344756027, 2009 4741, 2011 1985, 2012 2147, 2013 4715, 2015 3219. AS 2017 793Art. 12]. Sie­he heu­te: die V des EDI vom 16. Dez. 2016 über die Höchst­ge­hal­te für Pes­ti­zi­drück­stän­de in oder auf Er­zeug­nis­sen pflanz­li­cher und tie­ri­scher Her­kunft (SR 817.021.23), die Kon­ta­mi­nan­ten­ver­ord­nung vom 16. Dez. 2016 (SR 817.022.15) und die V des EDI vom 16. Dez. 2016 über die Höchst­ge­hal­te für Rück­stän­de von phar­ma­ko­lo­gisch wirk­sa­men Stof­fen und von Fut­ter­mit­tel­zu­satz­stof­fen in Le­bens­mit­teln tie­ri­scher Her­kunft (SR 817.022.13).

Art. 7 Tierische Nebenprodukte der Kategorie 3  

Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 3 sind, so­fern sie nicht zur Ka­te­go­rie 1 oder 2 ge­hö­ren:

a.
Schlacht­tier­kör­per oder Tei­le da­von aus Schlacht- oder Zer­le­ge­be­trie­ben so­wie zur Fleisch­ge­win­nung ge­tö­te­te Wild­tie­re oder Tei­le da­von, die:27
1.
ge­nus­staug­lich sind, je­doch nicht zur Ver­wen­dung als Le­bens­mit­tel be­stimmt sind, oder
2.
nicht ge­nus­staug­lich sind, je­doch we­der für Men­schen noch für Tie­re ein Ge­sund­heits­ri­si­ko dar­stel­len;
b.28
Blut, Pla­zen­ta, Häu­te, Hu­fe, Hör­ner, Bors­ten, Fe­dern, Fel­le, Pel­ze und Haa­re von Tie­ren, die nicht un­ter Buch­sta­be a fal­len und die kei­ne An­zei­chen ei­ner auf Men­schen oder Tie­re über­trag­ba­ren Krank­heit auf­wei­sen;
c.
aus kom­mer­zi­el­len Grün­den ge­tö­te­te Ein­tags­kü­ken;
d.
tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te von Was­ser­tie­ren und Wir­bel­lo­sen, Brü­ter­ei­ne­ben­pro­duk­te, Ei­er, Ei­neben­pro­duk­te ein­sch­liess­lich Ei­er­scha­len von Vö­geln, Milch, Milch­pro­duk­te, Ko­lo­strum, Im­ke­rei­pro­duk­te, so­fern sie we­der für Men­schen noch für Tie­re ein Ge­sund­heits­ri­si­ko dar­stel­len;
e.
tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te, die beim Her­stel­len von Le­bens­mit­teln aus ge­niess­ba­rem Roh­ma­te­ri­al an­fal­len, ein­sch­liess­lich Zen­tri­fu­gen- und Se­pa­ra­to­ren­schlamm aus der Milch­ver­ar­bei­tung;
f.29
Pro­duk­te tie­ri­schen Ur­sprungs ent­hal­ten­de Le­bens- und Fut­ter­mit­tel, die aus kom­mer­zi­el­len Grün­den oder auf­grund klei­ner Män­gel nicht mehr für den mensch­li­chen Ver­zehr oder die Ver­füt­te­rung be­stimmt oder ge­eig­net sind, aber we­der für Men­schen noch für Tie­re ein Ge­sund­heits­ri­si­ko dar­stel­len;
g.
an­de­re Spei­se­res­te als die in Ar­ti­kel 5 Buch­sta­be g ge­nann­ten.

27 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

29 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Okt. 2015, in Kraft seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4271).

Art. 8 Vermischte und nicht zugeordnete tierische Nebenprodukte  

1 Mi­schun­gen von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten ver­schie­de­ner Ka­te­go­ri­en wer­den der­je­ni­gen Ka­te­go­rie zu­ge­teilt, in die das Ne­ben­pro­dukt mit dem höchs­ten Ri­si­ko fällt.

2 Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te, die in den Ar­ti­keln 5–7 nicht er­wähnt sind, fal­len in die Ka­te­go­rie 2.

3. Kapitel: Handel und Entsorgung 30

30 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 2097).

1. Abschnitt: Grundsätze, Meldepflicht und Bewilligung, Selbstkontrolle 31

31 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 9 Grundsätze 32  

Wer mit tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten han­delt oder sie ent­sorgt, muss da­für sor­gen, dass:33

a.
kei­ne Krank­heits­er­re­ger ver­brei­tet wer­den und die Um­welt nicht ge­fähr­det wird;
b.
die tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­ri­en 1–3 iden­ti­fi­zier­bar und ge­trennt blei­ben;
c.
die­se nur mit in gu­tem Zu­stand ge­hal­te­nen Be­häl­tern, Räu­men, Fahr­zeu­gen und Ge­rä­ten mit­tel­bar oder un­mit­tel­bar in Be­rüh­rung kom­men;
d.
die Be­häl­ter, Räu­me, Fahr­zeu­ge und Ge­rä­te ge­nü­gend gross und für den Be­stim­mungs­zweck ge­eig­net sind so­wie re­gel­mäs­sig ge­rei­nigt wer­den;
e.34
die Wa­ren­flüs­se nach­voll­zieh­bar do­ku­men­tiert wer­den.

32 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

33 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

34 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 10 Meldepflicht und Registrierung 35  

1 Na­tür­li­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen, die mit tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten han­deln oder sie ent­sor­gen, müs­sen die­se Tä­tig­kei­ten im Vor­aus der Kan­tons­tierärz­tin oder dem Kan­tons­tier­arzt mel­den.

2 Die Mel­dung muss fol­gen­de In­for­ma­tio­nen bein­hal­ten:

a.
die Be­zeich­nung der An­la­gen und Be­trie­be, in de­nen sie tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te ge­win­nen oder ent­sor­gen oder aus de­nen sie tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te in Ver­kehr brin­gen;
b.
die Art der Tä­tig­kei­ten, für die tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te ver­wen­det wer­den;
c.
die Ka­te­go­ri­en der ver­wen­de­ten tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te.

3 Kei­ne Mel­de­pflicht be­steht für:

a.
die Ent­sor­gung von Stoff­wech­sel­pro­duk­ten, wenn die­se da­für nicht ein- oder aus­ge­führt wer­den;
b.
das Ver­gra­ben klei­ner Tie­re auf Pri­vat­grund (Art. 25 Abs. 1 Bst. d);
c.
den nicht­ge­werb­li­chen Trans­port von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten zur Sam­mel­stel­le;
d.
das Sam­meln und Zwi­schen­la­gern von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten, die im ei­ge­nen Le­bens­mit­tel­be­trieb an­fal­len;
e.
das Sam­meln und Zwi­schen­la­gern von Spei­se­res­ten am Ort, wo sie an­fal­len;
f.
die Ab­ga­be und den Be­zug von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten zur Ver­wen­dung nach Ar­ti­kel 34;
g.
das Ver­wen­den von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten der Ka­te­go­ri­en 2 und 3 für künst­le­ri­sche Ak­ti­vi­tä­ten oder zu Dia­gno­se-, Lehr- und For­schungs­zwe­cken, wenn die Ne­ben­pro­duk­te da­für nicht ein- oder aus­ge­führt wer­den.

4 Die mel­de­pflich­ti­gen na­tür­li­chen und ju­ris­ti­schen Per­so­nen müs­sen Na­mens­än­de­run­gen, neue oder ge­än­der­te Tä­tig­keits­be­rei­che, die Auf­ga­be ei­ner Tä­tig­keit so­wie Um­bau­ten der An­la­gen und Be­trie­be, die sich auf die Hy­gie­ne- oder Pro­duk­te­si­cher­heit aus­wir­ken kön­nen, der Kan­tons­tierärz­tin oder dem Kan­tons­tier­arzt mel­den.

5 Die mel­de­pflich­ti­gen na­tür­li­chen und ju­ris­ti­schen Per­so­nen so­wie die von ih­nen nach Ab­satz 2 Buch­sta­be a be­zeich­ne­ten An­la­gen und Be­trie­be wer­den von der Kan­tons­tierärz­tin oder vom Kan­tons­tier­arzt re­gis­triert.

35 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 11 Bewilligungspflicht  

1 An­la­gen und Be­trie­be nach An­hang 1b be­nö­ti­gen ei­ne Be­wil­li­gung der Kan­tons­tierärz­tin oder des Kan­tons­tier­arz­tes.36

2 Die Be­wil­li­gung wird er­teilt, wenn die für die be­tref­fen­de Tä­tig­keit mass­ge­ben­den bau­li­chen und be­trieb­li­chen An­for­de­run­gen nach die­ser Ver­ord­nung er­füllt sind. Vor der Er­tei­lung muss ei­ne In­spek­ti­on an Ort und Stel­le durch­ge­führt wer­den.

3 Vor­be­hal­ten blei­ben wei­te­re durch Bun­des­recht vor­ge­schrie­be­ne Be­wil­li­gun­gen und Prüf­ver­fah­ren.

36 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 12 Inhalt der Bewilligung  

1 Die Be­wil­li­gung wird für höchs­tens zehn Jah­re er­teilt.37

2 Sie be­stimmt die Tä­tig­kei­ten ein­sch­liess­lich der Ri­si­ko­ka­te­go­rie der tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te und legt die da­für gel­ten­den Be­din­gun­gen und Auf­la­gen fest.38

3 Für An­la­gen be­stimmt sie aus­ser­dem die höchst­zu­läs­si­ge be­trieb­li­che Ka­pa­zi­tät, die sich aus Trans­port-, An­nah­me-, La­ger- und tech­ni­scher Ver­ar­bei­tungs­ka­pa­zi­tät zu­sam­men­setzt.

4 Die Be­wil­li­gung bleibt auch nach ei­nem Wech­sel der In­ha­be­rin oder des In­ha­bers der An­la­ge oder des Be­triebs gül­tig.39

5 Die Be­wil­li­gung wird auf Ge­such hin er­neu­ert, wenn die Über­prü­fung er­gibt, dass die bau­li­chen und be­trieb­li­chen An­for­de­run­gen nach die­ser Ver­ord­nung er­füllt sind.

37 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

38 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

39 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 13 Meldung der Registrierungen und der Bewilligungen an das BLV 40  

1 Die Kan­tons­tierärz­tin oder der Kan­tons­tier­arzt gibt die fol­gen­den Da­ten in das In­for­ma­ti­ons­sys­tem für Voll­zugs­da­ten des öf­fent­li­chen Ve­te­ri­när­diens­tes nach der Ver­ord­nung vom 6. Ju­ni 201441 über die In­for­ma­ti­ons­sys­te­me für den öf­fent­li­chen Ve­te­ri­när­dienst ein:

a.
für je­de re­gis­trier­te na­tür­li­che oder ju­ris­ti­sche Per­son: die Re­gis­trie­rungs­num­mer, den Na­men und die Adres­se, ih­re Tä­tig­kei­ten ein­sch­liess­lich der Ka­te­go­ri­en der be­trof­fe­nen tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te so­wie die von ihr be­zeich­ne­ten An­la­gen und Be­trie­be;
b.
für je­de be­wil­lig­te An­la­ge und je­den be­wil­lig­ten Be­trieb: die Be­wil­li­gungs­num­mer, den Na­men und die Adres­se der An­la­ge oder des Be­triebs und die dar­in aus­ge­üb­ten Tä­tig­kei­ten ein­sch­liess­lich der Ka­te­go­ri­en der be­trof­fe­nen tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te.

2 Das Bun­des­amt für Le­bens­mit­tel­si­cher­heit und Ve­te­ri­när­we­sen (BLV) kann Vor­schrif­ten tech­ni­scher Art er­las­sen über die Art und das For­mat der Ein­trä­ge nach Ab­satz 1.

40 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

41 SR 916.408

Art. 14 Entzug der Bewilligung und Verbot des Handels oder der Entsorgung 42  

Wer­den im Rah­men der amt­li­chen Kon­trol­len schwer­wie­gen­de Män­gel fest­ge­stellt, so kann die Kan­tons­tierärz­tin oder der Kan­tons­tier­arzt die Be­wil­li­gung sis­tie­ren oder ent­zie­hen und re­gis­trier­ten na­tür­li­chen und ju­ris­ti­schen Per­so­nen den Han­del mit tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten oder de­ren Ent­sor­gung vor­über­ge­hend oder dau­er­haft ver­bie­ten. Sie oder er be­rück­sich­tigt da­bei na­ment­lich:43

a.
die Art und den Schwe­re­grad der Män­gel im Hin­blick auf Ge­fah­ren für die Ge­sund­heit von Men­schen und Tie­ren;
b.
ob zu er­war­ten ist, dass die Män­gel in­ner­halb ei­ner ver­tret­ba­ren Frist be­ho­ben wer­den kön­nen.

42 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

43 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 15 Selbstkontrolle  

1 Re­gis­trier­te na­tür­li­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen müs­sen ein Kon­troll­ver­fah­ren er­stel­len, do­ku­men­tie­ren und kon­ti­nu­ier­lich an­wen­den, das ge­währ­leis­tet, dass die Vor­ga­ben die­ser Ver­ord­nung ein­ge­hal­ten wer­den. Für An­la­gen und Be­trie­be nach An­hang 1b Zif­fern 1, 4 und 5 muss das Kon­troll­ver­fah­ren nach den in An­hang 2 fest­ge­leg­ten Grund­sät­zen der Selbst­kon­trol­le er­stellt, do­ku­men­tiert und an­ge­wen­det wer­den.44

2 Den zu­stän­di­gen Kon­troll­or­ga­nen des Bun­des und der Kan­to­ne ist Ein­sicht in die Do­ku­men­ta­ti­on zu ge­wäh­ren. Die Un­ter­la­gen sind drei Jah­re auf­zu­be­wah­ren.

3 Ent­spre­chen die Er­geb­nis­se der Kon­trol­le nicht den Vor­schrif­ten, so sind un­ver­züg­lich die er­for­der­li­chen Mass­nah­men ein­zu­lei­ten. In schwer­wie­gen­den Fäl­len, wie der An­lie­fe­rung von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten ei­ner Ka­te­go­rie, für wel­che die be­tref­fen­de An­la­ge oder der be­tref­fen­de Be­trieb kei­ne Be­wil­li­gung hat, oder wie bei Ab­wei­chun­gen im Ste­ri­li­sa­ti­ons­pro­zess, ist die amt­li­che Tierärz­tin oder der amt­li­che Tier­arzt zu in­for­mie­ren.45

44 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

45 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

2. Abschnitt: Anlagen

Art. 16 Anforderungen  

1 An­la­gen müs­sen so ge­baut und ein­ge­rich­tet sein, dass die un­rei­nen von den rei­nen Ar­beits­gän­gen ge­trennt sind und ei­ne Ver­un­rei­ni­gung der ver­ar­bei­te­ten tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te aus­ge­schlos­sen ist.

2 Sie müs­sen in ei­nem von ei­ner Nutz­tier­hal­tung, ei­nem Schlacht- oder ei­nem an­de­ren Le­bens­mit­tel­be­trieb ge­trenn­ten Ge­bäu­de­teil un­ter­ge­bracht und von öf­fent­li­chen Stras­sen ge­trennt sein.46

3 Je­de An­la­ge ist für die Ent­sor­gung ei­ner ein­zi­gen Ka­te­go­rie von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten zu­ge­las­sen. Ei­ne An­la­ge darf kei­nen räum­li­chen oder be­trieb­li­chen Zu­sam­men­hang mit An­la­gen an­de­rer Ka­te­go­ri­en ha­ben.

4 Die An­for­de­run­gen an die Ge­bäu­de, die Aus­stat­tung und den Be­trieb der An­la­gen sind in An­hang 3 fest­ge­legt.

5 Die Kan­tons­tierärz­tin oder der Kan­tons­tier­arzt kann Ab­wei­chun­gen von den An­for­de­run­gen nach An­hang 3 be­wil­li­gen, wenn nach­ge­wie­sen wird, dass die Grund­sät­ze nach Ar­ti­kel 9 ein­ge­hal­ten wer­den. Ins­be­son­de­re muss ei­ne Tren­nung der un­rei­nen von den rei­nen Ar­beits­gän­gen ge­währ­leis­tet und ei­ne Ver­un­rei­ni­gung der ver­ar­bei­te­ten tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te aus­ge­schlos­sen sein.

46 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 17 Meldung der Entsorgungsmenge 47  

Re­gis­trier­te na­tür­li­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen müs­sen der Kan­tons­tierärz­tin oder dem Kan­tons­tier­arzt die Ge­samt­men­ge der in ih­ren An­la­gen in ei­nem Jahr ent­sorg­ten tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te mel­den. Die Mel­dung muss bis am 31. Ja­nu­ar des Fol­ge­jah­res, auf­ge­schlüs­selt nach Wa­ren­grup­pen, er­fol­gen.

47 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 1848  

48 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 28. Okt. 2015, mit Wir­kung seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4271).

3. Abschnitt: Transport

Art. 19 Sammeln, Zwischenlagern und Transportieren von tierischen Nebenprodukten  

1 Ro­he tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te müs­sen im Schlacht­be­trieb oder in ei­ner Sam­mel­stel­le ge­kühlt auf­be­wahrt oder mög­lichst rasch in ei­ne nach Ar­ti­kel 12 be­wil­lig­te An­la­ge ver­bracht wer­den. Sie dür­fen nicht zu­sam­men mit Tie­ren trans­por­tiert wer­den.

2 Die An­for­de­run­gen an das Sam­meln, Zwi­schen­la­gern und Trans­por­tie­ren von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten so­wie an die Sam­mel­stel­len sind in An­hang 4 fest­ge­legt. Für Spei­se­res­te der Ka­te­go­rie 3 gel­ten nur die An­for­de­run­gen an Fahr­zeu­ge und Be­häl­ter nach An­hang 4 Zif­fern 21–24.49

49 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Okt. 2015, in Kraft seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4271).

Art. 20 Kennzeichnungen und Begleitpapiere  

1 Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te müs­sen so ge­kenn­zeich­net sein, dass er­sicht­lich ist, wel­cher Ka­te­go­rie sie zu­ge­ord­net sind, aus­ser im Rah­men von nicht mel­de­pflich­ti­gen Tä­tig­kei­ten (Art. 10 Abs. 3).50

2 Wäh­rend des Trans­ports muss den tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten ein Be­gleit­pa­pier oder ein Ent­scheid der Fleisch­kon­trol­le nach An­hang 4 Zif­fer 3 bei­lie­gen. Da­von aus­ge­nom­men sind Trans­por­te für nicht mel­de­pflich­ti­ge Tä­tig­kei­ten (Art. 10 Abs. 3) so­wie Trans­por­te von Spei­se­res­ten.51

3 Für Fol­ge­pro­duk­te gel­ten die An­for­de­run­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2:

a.
bis zum Ort der de­fi­ni­ti­ven Ver­bren­nung oder Ent­sor­gung, falls sie aus Aus­gangs­ma­te­ri­al der Ka­te­go­rie 1 be­ste­hen;
b.
bis zur An­la­ge, in der sie zu Fut­ter­mit­tel oder Dün­ger ver­ar­bei­tet wer­den;
c.
bis sie nach An­hang 5 ver­ar­bei­tet wor­den sind, falls sie für die Her­stel­lung von tech­ni­schen Er­zeug­nis­sen vor­ge­se­hen sind.

4 Die Be­gleit­pa­pie­re sind von der Ab­sen­de­rin oder vom Ab­sen­der der tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te aus­zu­stel­len.

5 Die Be­gleit­pa­pie­re sind drei Jah­re auf­zu­be­wah­ren. Den zu­stän­di­gen Kon­troll­or­ga­nen des Bun­des und der Kan­to­ne ist je­der­zeit Ein­sicht in die Do­ku­men­te zu ge­wäh­ren.

6 Die An­for­de­run­gen an die Kenn­zeich­nung und die Be­gleit­pa­pie­re fin­den sich in An­hang 4 Zif­fern 1 und 3.

50 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

51 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

4. Abschnitt: Zulässige Entsorgungsarten

Art. 21 Verarbeiten von tierischen Nebenprodukten  

1 Das Ver­ar­bei­ten von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten muss so er­fol­gen, dass all­fäl­li­ge Krank­heits­er­re­ger ver­nich­tet wer­den. An­hang 5 legt die zu­läs­si­gen Ver­ar­bei­tungs­me­tho­den fest.

2 Das BLV kann wei­te­re Ver­ar­bei­tungs­me­tho­den zu­las­sen, wenn sie in der Wir­kung min­des­tens den Me­tho­den nach An­hang 5 ent­spre­chen.

3 ...52

52 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I der V vom 25. April 2018, mit Wir­kung seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 22 Entsorgen von tierischen Nebenprodukten der Kategorie 1  

1 Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 1 sind zu ent­sor­gen:

a.
durch di­rek­te Ver­bren­nung;
b.
durch Drucks­te­ri­li­sa­ti­on nach An­hang 5 Zif­fer 1 und an­sch­lies­sen­de:
1.
Ver­bren­nung, oder
2.53
Ge­win­nung von Brenn- oder Treib­stof­fen vor der Ver­bren­nung.

2 Tier­kör­per und Tei­le da­von dür­fen als Fut­ter für vom Men­schen ge­hal­te­ne Fleisch­fres­ser und aas­fres­sen­de Vö­gel ver­wen­det wer­den, so­fern sie kei­ne An­zei­chen ei­ner auf Men­schen oder Tie­re über­trag­ba­ren Krank­heit auf­wei­sen. Nicht ver­wen­det wer­den dür­fen Tier­kör­per und Tei­le da­von von:

a.54
Wie­der­käu­ern, die äl­ter als 12 Mo­na­te sind;
b.
gen­tech­nisch ver­än­der­ten Tie­ren;
c.
Heim­tie­ren;
d.55
Tie­ren, de­nen Stof­fe oder Zu­be­rei­tun­gen nach An­hang 4 der Tier­arz­nei­mit­tel­ver­ord­nung vom 18. Au­gust 200456 ver­ab­reicht wor­den sind oder bei de­nen Rück­stands­höchst­ge­hal­te nach den vom Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ment des In­nern ge­stützt auf Ar­ti­kel 10 Ab­satz 4 Buch­sta­be e der Le­bens­mit­tel- und Ge­brauchs­ge­gen­stän­de­ver­ord­nung vom 16. De­zem­ber 201657 er­las­se­nen Be­stim­mun­gen fest­ge­stellt wur­den;
e.
Tie­ren, die ra­dio­ak­tiv kon­ta­mi­niert sein könn­ten.

3 Die amt­li­che Tierärz­tin oder der amt­li­che Tier­arzt kann die Ver­wen­dung von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten der Ka­te­go­rie 1 für künst­le­ri­sche Ak­ti­vi­tä­ten oder zu Dia­gno­se-, Lehr- und For­schungs­zwe­cken so­wie zu taxi­der­mi­schen Zwe­cken oder zur Her­stel­lung von Tro­phä­en be­wil­li­gen, so­fern we­der für Men­schen noch für Tie­re ein Ge­sund­heits­ri­si­ko be­steht.

53 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

54 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

55 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

56 SR 812.212.27

57 SR 817.02

Art. 23 Entsorgen von tierischen Nebenprodukten der Kategorie 2  

1 Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 2 sind zu ent­sor­gen:

a.
nach den Me­tho­den für Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 1 ge­mä­ss Ar­ti­kel 22;
b.
nach Drucks­te­ri­li­sa­ti­on ge­mä­ss An­hang 5 durch Ver­wer­tung:
1.
in ei­ner Bio­gas- oder Kom­pos­tie­rungs­an­la­ge,
2.
des aus­ge­schmol­ze­nen Fet­tes in or­ga­ni­schen Dün­gern oder in an­de­ren tech­ni­schen Er­zeug­nis­sen, aus­ge­nom­men in phar­ma­zeu­ti­schen, kos­me­ti­schen oder me­di­zi­ni­schen Pro­duk­ten,
3.58
der pro­te­in- und kno­chen­hal­ti­gen Ma­te­ria­li­en in or­ga­ni­schen Dün­gern.

2 Stoff­wech­sel­pro­duk­te dür­fen di­rekt in ei­ner Bio­gas- oder Kom­pos­tie­rungs­an­la­ge ver­wer­tet oder für die Her­stel­lung tech­ni­scher Er­zeug­nis­se ver­wen­det wer­den. Kleinst­men­gen dür­fen auch im Her­kunfts­be­trieb des Schlacht­tie­res kom­pos­tiert wer­den.

3 Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te mit Rück­stän­den oder ei­nem po­si­ti­ven Hemm­stoff­test nach Ar­ti­kel 6 Buch­sta­be f dür­fen auch in ei­ner öf­fent­li­chen Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­ge ent­sorgt oder, falls es sich um Milch oder Ko­lo­strum han­delt, in ei­ne Jau­che­gru­be ein­ge­lei­tet wer­den. Ist die Ent­sor­gung auf an­de­rem Weg nicht mög­lich, so kann die Kan­tons­tierärz­tin oder der Kan­tons­tier­arzt ge­stat­ten, dass die Milch oder das Ko­lo­strum nach ei­ner Ver­dün­nung um min­des­tens den Fak­tor 4 di­rekt auf land­wirt­schaft­li­che Flä­chen aus­ge­bracht wird, so­fern da­durch we­der für Men­schen noch Tie­re ein über­mäs­si­ges Ge­sund­heits­ri­si­ko ent­steht.59

58 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

59 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Okt. 2015, in Kraft seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4271).

Art. 24 Entsorgen von tierischen Nebenprodukten der Kategorie 3  

1 Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 3 sind zu ent­sor­gen:

a.
nach den Me­tho­den für Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 2 ge­mä­ss Ar­ti­kel 23;
b.
durch Ver­wer­tung in ei­ner Bio­gas- oder Kom­pos­tie­rungs­an­la­ge;
c.60
durch Ver­wer­tung als Tier­fut­ter oder für die Her­stel­lung von Dün­ger oder von tech­ni­schen Er­zeug­nis­sen nach Ar­ti­kel 35.

2 Die Kan­tons­tierärz­tin oder der Kan­tons­tier­arzt kann nach Ab­spra­che mit der zu­stän­di­gen Fi­sche­rei­auf­sichts- und Ge­wäs­ser­schutz­be­hör­de be­wil­li­gen, dass Ne­ben­pro­duk­te von Was­ser­tie­ren, die im Rah­men der ein­hei­mi­schen Fi­sche­rei auf dem Fang­boot oder un­mit­tel­bar nach dem An­lan­den aus­ge­wei­det wer­den, im Her­kunfts­ge­wäs­ser ent­sorgt wer­den dür­fen.61

60 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

61 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Okt. 2015, in Kraft seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4271).

Art. 25 Vergraben von tierischen Nebenprodukten  

1 Ver­gra­ben wer­den dür­fen:

a.
Tier­kör­per, die aus schwer zu­gäng­li­chen Or­ten nicht in ei­ne An­la­ge ver­bracht wer­den kön­nen;
b.
Tier­kör­per, die mit Fremd­kör­pern ver­mengt sind und des­halb nicht in ei­ner An­la­ge ent­sorgt wer­den kön­nen;
c.
Tier­kör­per, die in­fol­ge ei­ner Seu­che oder Ka­ta­stro­phe an­fal­len und die nicht in ei­ner An­la­ge ent­sorgt wer­den kön­nen;
d.
ein­zel­ne klei­ne Tie­re bis zu ei­nem Ge­wicht von zehn Ki­lo­gramm auf Pri­vat­grund;
e.62
Heim­tie­re und Equi­den auf Tier­fried­hö­fen.

2 Die An­for­de­run­gen an Plät­ze, die zum Ver­gra­ben von Tier­kör­pern nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben b, c und e vor­ge­se­hen sind, und die beim Ver­gra­ben auf die­sen Plät­zen zu be­ach­ten­den Schutz­mass­nah­men sind in An­hang 7 fest­ge­legt.

62 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Okt. 2015, in Kraft seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4271).

Art. 26 Entsorgung von Verbrennungs- und Fermentationsrückständen  

Die Ent­sor­gung oder Ver­wer­tung von Rück­stän­den aus Ver­bren­nungs-, Bio­gas- und Kom­pos­tie­rungs­an­la­gen rich­tet sich nach der Um­welt­schutz- und der Land­wirt­schafts­ge­setz­ge­bung, ins­be­son­de­re nach der Ab­fall­ver­ord­nung vom 4. De­zem­ber 201563 (VVEA)64, der Ver­ord­nung vom 22. Ju­ni 200565 über den Ver­kehr mit Ab­fäl­len, der Che­mi­ka­li­en-Ri­si­ko­re­duk­ti­ons-Ver­ord­nung vom 18. Mai 200566 und der Dün­ger-Ver­ord­nung vom 10. Ja­nu­ar 200167.

63 SR 814.600

64 Der Ver­weis wur­de in An­wen­dung von Art. 12 Abs. 2 des Pu­bli­ka­ti­ons­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004 (SR 170.512) an­ge­passt.

65 SR 814.610

66 SR 814.81

67 SR 916.171

4. Kapitel: Verwendung von tierischen Nebenprodukten zur Fütterung sowie zur Herstellung von Dünger und von technischen Erzeugnissen 68

68 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 2097).

1. Abschnitt: Verbote und Ausnahmen

Art. 27 Verbote  

1 Tie­re, aus­ge­nom­men Was­ser­tie­re, dür­fen nicht mit Pro­te­in ge­füt­tert wer­den, das von Tie­ren der­sel­ben Art stammt.

2 Nutz­fi­sche dür­fen nicht mit Pro­te­in ge­füt­tert wer­den, das von Nutz­fi­schen der­sel­ben Art stammt.

3 An Nutz­tie­re dür­fen nicht ver­füt­tert wer­den:

a.
Spei­se­res­te;
b.
tie­ri­sches Pro­te­in;
c.
Di­cal­ci­umphos­phat und Tri­cal­ci­umphos­phat tie­ri­scher Her­kunft;
d.
Fut­ter­mit­tel, die Be­stand­tei­le nach den Buch­sta­ben a–c ent­hal­ten.

4 Das BLV kann nach An­hö­rung des Bun­des­am­tes für Land­wirt­schaft für den Voll­zug der Ab­sät­ze 1–3 in ei­ner Ver­ord­nung tech­ni­sche Me­tho­den und Schwel­len­wer­te so­wie Kri­te­ri­en zur Ver­hin­de­rung von Kreuz­kon­ta­mi­na­tio­nen zwi­schen den Fut­ter­mit­teln für ver­schie­de­ne Tier­ar­ten fest­le­gen.69

69 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 28 Ausnahmen  

Ab­wei­chend von Ar­ti­kel 27 dür­fen ver­füt­tert wer­den:

a.70
Milch und Milch­pro­duk­te, Ko­lo­strum, Zen­tri­fu­gen- und Se­pa­ra­to­ren­schlamm aus der Milch­ver­ar­bei­tung nach An­hang 5 Zif­fer 31a, Ei­er und Ei­er­zeug­nis­se;
b.71
Kol­la­gen und Ge­la­ti­ne von Nicht­wie­der­käu­ern;
c.
hy­dro­li­sier­tes Pro­te­in von Nicht­wie­der­käu­ern und aus Häu­ten und Fel­len von Wie­der­käu­ern;
d.72
aus­ge­schmol­ze­ne Fet­te aus tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten der Ka­te­go­rie 3 nach Ar­ti­kel 7 Buch­sta­ben a und d–f nach ei­ner Ver­ar­bei­tung ge­mä­ss An­hang 5 Zif­fer 31.

70 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Okt. 2015, in Kraft seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4271).

71 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

72 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

2. Abschnitt: Fütterung von Nutztieren

Art. 29 Verfütterung von Fischmehl an Nichtwiederkäuer und an Kälber 73  

Ab­wei­chend von Ar­ti­kel 27 Ab­satz 3 darf Fisch­mehl als Be­stand­teil von Fut­ter­mit­teln für Nicht­wie­der­käu­er und von pul­ver­för­mi­gen Milchaus­tausch­fut­ter­mit­teln für Käl­ber ver­wen­det wer­den, wenn:

a.
es nach An­hang 5 Zif­fer 30 her­ge­stellt und die Ein­hal­tung der mi­kro­bio­lo­gi­schen Nor­men nach An­hang 5 Zif­fer 38 nach­ge­wie­sen wird;
b.
es als Be­stand­teil von Fut­ter­mit­teln für Nicht­wie­der­käu­er auf al­len Stu­fen von der Ge­win­nung bis zum Zeit­punkt der Ver­füt­te­rung in Ein­rich­tun­gen und An­la­gen, die nicht für Fut­ter­mit­tel von Wie­der­käu­ern be­nutzt wer­den, ge­sam­melt, ge­la­gert, ver­ar­bei­tet und trans­por­tiert wird;
c.
es als Be­stand­teil von pul­ver­för­mi­gen Milchaus­tausch­fut­ter­mit­teln für Käl­ber auf al­len Stu­fen von der Ge­win­nung bis zum Zeit­punkt der Ver­füt­te­rung in Ein­rich­tun­gen und An­la­gen, die nicht für Fut­ter­mit­tel von äl­te­ren Rin­dern und an­de­ren Tier­ar­ten be­nutzt wer­den, ge­sam­melt, ge­la­gert, ver­ar­bei­tet und trans­por­tiert wird;
d.
der Her­stel­ler­be­trieb des Fut­ter­mit­tels der amt­li­chen Fut­ter­mit­tel­kon­trol­le von Agros­co­pe ge­mel­det ist;
e.
der Her­stel­ler­be­trieb über die Ver­wen­dung des Fisch­mehls Buch führt; und
f.
die Fut­ter­mit­tel, mit Aus­nah­me der pul­ver­för­mi­gen Milchaus­tausch­fut­ter­mit­teln für Käl­ber, nur in Tier­hal­tun­gen ge­la­gert und ver­füt­tert wer­den, in de­nen kei­ne Wie­der­käu­er ge­hal­ten wer­den.

73 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 30 Verfütterung von Blutprodukten an Nichtwiederkäuer und an Wassertiere 74  

Ab­wei­chend von Ar­ti­kel 27 dür­fen Blut­pro­duk­te als Be­stand­teil von Fut­ter­mit­teln für Nicht­wie­der­käu­er und Was­ser­tie­re ver­wen­det wer­den, wenn:

a.
sie nicht von Wie­der­käu­ern stam­men;
b.
sie aus Schlacht­be­trie­ben stam­men, in de­nen kei­ne Wie­der­käu­er ge­schlach­tet wer­den oder in de­nen die Schlach­tung von Wie­der­käu­ern räum­lich ge­trennt statt­fin­det;
c.
sie von Tie­ren stam­men, die auf­grund ei­ner amt­li­chen Schlacht­tier­un­ter­su­chung zur Schlach­tung zu­ge­las­sen wor­den sind;
d.
sie nach An­hang 5 Zif­fer 30aher­ge­stellt wer­den und die Ein­hal­tung der mi­kro­bio­lo­gi­schen Nor­men nach An­hang 5 Zif­fer 38 nach­ge­wie­sen wird;
e.
sie auf al­len Stu­fen von der Ge­win­nung bis zum Zeit­punkt der Ver­füt­te­rung in Ein­rich­tun­gen und An­la­gen, die nicht für Fut­ter­mit­tel von Wie­der­käu­ern be­nutzt wer­den, ge­sam­melt, ge­la­gert, ver­ar­bei­tet und trans­por­tiert wer­den;
f.
der Her­stel­ler­be­trieb des Fut­ter­mit­tels der amt­li­chen Fut­ter­mit­tel­kon­trol­le von Agros­co­pe ge­mel­det ist;
g.
der Her­stel­ler­be­trieb über die Ver­wen­dung der Blut­pro­duk­te Buch führt; und
h.
die Fut­ter­mit­tel nur in Tier­hal­tun­gen ge­la­gert und ver­füt­tert wer­den, in de­nen kei­ne Wie­der­käu­er ge­hal­ten wer­den.

74 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 31 Verfütterung von verarbeitetem tierischem Protein von Nichtwiederkäuern an Wassertiere: allgemeine Regelung 75  

Ab­wei­chend von Ar­ti­kel 27 Ab­satz 3 darf ver­ar­bei­te­tes tie­ri­sches Pro­te­in von Nicht­wie­der­käu­ern, mit Aus­nah­me von sol­chem von In­sek­ten und von Fisch­mehl, als Be­stand­teil von Fut­ter­mit­teln für Was­ser­tie­re ver­wen­det wer­den, wenn:

a.
es aus tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten der Ka­te­go­rie 3 nach Ar­ti­kel 7 Buch­sta­be a, e oder f stammt;
b.
es nach An­hang 5 Zif­fer 30 her­ge­stellt und die Ein­hal­tung der mi­kro­bio­lo­gi­schen Nor­men nach An­hang 5 Zif­fer 38 nach­ge­wie­sen wird;
c.
es auf al­len Stu­fen von der Ge­win­nung bis zum Zeit­punkt der Ver­füt­te­rung in Ein­rich­tun­gen und An­la­gen, die nicht für Fut­ter­mit­tel von Wie­der­käu­ern be­nutzt wer­den, ge­sam­melt, ge­la­gert, ver­ar­bei­tet und trans­por­tiert wird;
d.
der Her­stel­ler­be­trieb des Fut­ter­mit­tels der amt­li­chen Fut­ter­mit­tel­kon­trol­le von Agros­co­pe ge­mel­det ist;
e.
der Her­stel­ler­be­trieb über die Ver­wen­dung des ver­ar­bei­te­ten tie­ri­schen Pro­te­ins Buch führt;
f.
die Fut­ter­mit­tel in kei­nen an­de­ren Tier­hal­tun­gen ge­la­gert und ver­füt­tert wer­den als in re­gis­trier­ten Aqua­kul­tur­be­trie­ben nach Ar­ti­kel 6 Buch­sta­be obis TSV76; und
g.
an­de­re Nutz­tie­re, die auf dem Are­al des Aqua­kul­tur­be­triebs ge­hal­ten wer­den, we­der di­rekt noch in­di­rekt mit den Fut­ter­mit­teln für Was­ser­tie­re in Kon­takt kom­men.

75 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

76 SR 916.401

Art. 31a Verfütterung von verarbeitetem tierischem Protein von Nichtwiederkäuern an Wassertiere: Regelung für verarbeitetes tierisches Protein von Insekten 77  

1 Ab­wei­chend von Ar­ti­kel 27 Ab­satz 3 darf ver­ar­bei­te­tes tie­ri­sches Pro­te­in von In­sek­ten als Be­stand­teil von Fut­ter­mit­teln für Was­ser­tie­re ver­wen­det wer­den, wenn:

a.
es aus tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten nach Ar­ti­kel 7 Buch­sta­be d stammt;
b.
die tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te von ei­ner der fol­gen­den In­sek­ten­ar­ten stam­men:
1.
schwar­ze Sol­da­ten­flie­ge (Her­me­tia il­lu­cens),
2.
gel­ber Mehl­kä­fer (Te­ne­brio mo­li­tor),
3.
glän­zen­der Ge­trei­de­schim­mel­kä­fer (Al­phi­to­bi­us dia­pe­ri­nus),
4.
Heim­chen oder Haus­gril­le (Ache­ta do­me­sti­cus),
5.
Kurz­flü­gel­gril­le oder süd­li­che Haus­gril­le (Gryl­lo­des si­gil­la­tus),
6.
Step­pen­gril­le (Gryl­lus as­si­mi­lis),
7.78
Stu­ben­flie­ge (Mus­ca do­me­sti­ca);
c.
die In­sek­ten­lar­ven aus­sch­liess­lich mit Pro­duk­ten nach Ab­satz 2 ge­füt­tert wer­den;
d.
es nach An­hang 5 Zif­fer 30 her­ge­stellt und die Ein­hal­tung der mi­kro­bio­lo­gi­schen Nor­men nach An­hang 5 Zif­fer 38 nach­ge­wie­sen wird;
e.
es auf al­len Stu­fen von der Ge­win­nung bis zum Zeit­punkt der Ver­füt­te­rung in Ein­rich­tun­gen und An­la­gen, die nicht für Fut­ter­mit­tel von Wie­der­käu­ern be­nutzt wer­den, ge­sam­melt, ge­la­gert, ver­ar­bei­tet und trans­por­tiert wird;
f.
der Her­stel­ler­be­trieb des Fut­ter­mit­tels der amt­li­chen Fut­ter­mit­tel­kon­trol­le von Agros­co­pe ge­mel­det ist;
g.
der Her­stel­ler­be­trieb über die Ver­wen­dung des ver­ar­bei­te­ten tie­ri­schen Pro­te­ins Buch führt;
h.
die Fut­ter­mit­tel in kei­nen an­de­ren Tier­hal­tun­gen ge­la­gert und ver­füt­tert wer­den als in re­gis­trier­ten Aqua­kul­tur­be­trie­ben nach Ar­ti­kel 6 Buch­sta­be obis TSV79; und
i.
an­de­re Nutz­tie­re, die auf dem Are­al des Aqua­kul­tur­be­triebs ge­hal­ten wer­den, we­der di­rekt noch in­di­rekt mit den Fut­ter­mit­teln für Was­ser­tie­re in Kon­takt kom­men.

2 Den In­sek­ten­lar­ven dür­fen pflanz­li­che Sub­stra­te so­wie die fol­gen­den tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te ver­füt­tert wer­den:

a.
Er­zeug­nis­se nach Ar­ti­kel 28;
b.
Blut­pro­duk­te von Nicht­wie­der­käu­ern;
c.
Di- und Tri­cal­ci­umphos­phat;
d.
Fisch­mehl.

77 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

78 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 2 der V vom 31. März 2021, in Kraft seit 1. Mai 2021 (AS 2021 219).

79 SR 916.401

Art. 32 Verfütterung von Dicalciumphosphat und Tricalciumphosphat an Nichtwiederkäuer 80  

Ab­wei­chend von Ar­ti­kel 27 Ab­satz 3 dür­fen Di­cal­ci­umphos­phat und Tri­cal­ci­umphos­phat als Be­stand­teil von Fut­ter­mit­teln für Nicht­wie­der­käu­er ver­wen­det wer­den, wenn:

a.
sie aus tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten der Ka­te­go­rie 3 stam­men;
b.
sie ent­spre­chend den Ver­ar­bei­tungs­me­tho­den nach An­hang 5 her­ge­stellt wur­den;
c.
sie auf al­len Stu­fen von der Ge­win­nung bis zum Zeit­punkt der Ver­füt­te­rung in Ein­rich­tun­gen und An­la­gen, die nicht für Fut­ter­mit­tel von Wie­der­käu­ern be­nutzt wer­den, ge­sam­melt, ge­la­gert, ver­ar­bei­tet und trans­por­tiert wer­den;
d.
der Her­stel­ler­be­trieb des Fut­ter­mit­tels der amt­li­chen Fut­ter­mit­tel­kon­trol­le von Agros­co­pe ge­mel­det ist;
e.
der Her­stel­ler­be­trieb über die Ver­wen­dung von Di­cal­ci­umphos­phat und Tri­cal­ci­umphos­phat Buch führt;
f.
die Fut­ter­mit­tel, in de­nen sie ent­hal­ten sind, ins­ge­samt we­ni­ger als 10 Pro­zent Phos­phor ent­hal­ten; und
g.
die Fut­ter­mit­tel nur in Tier­hal­tun­gen ge­la­gert wer­den, in de­nen kei­ne Wie­der­käu­er ge­hal­ten wer­den.

80 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 32a Anforderungen an die Trennung entlang der Futtermittelketten für unterschiedliche Tierarten 81  

1 Für die An­for­de­run­gen an die Tren­nung ent­lang der Fut­ter­mit­tel­ket­ten nach den Ar­ti­keln 29 Buch­sta­ben b, c und f, 30 Buch­sta­ben b, e und h, 31 Buch­sta­ben c, f und g, 31a Buch­sta­ben e, h und i so­wie 32 Buch­sta­ben c und g gel­ten die Be­stim­mun­gen nach An­hang IV Ka­pi­tel III und IV so­wie Ka­pi­tel V Ab­schnit­te B und C der Ver­ord­nung (EG) Nr. 999/200182.

2 Im Rah­men der Ver­ord­nung (EG) Nr. 999/2001 kann das BLV in ei­ner Ver­ord­nung Mass­nah­men tech­ni­scher Art fest­le­gen, um ei­ne Kreuz­kon­ta­mi­na­ti­on zwi­schen den Fut­ter­mit­teln zu ver­hin­dern.

81 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

82 Ver­ord­nung (EG) Nr. 999/2001 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 22. Mai 2001 mit Vor­schrif­ten zur Ver­hü­tung, Kon­trol­le und Til­gung be­stimm­ter trans­mis­si­bler spon­gi­for­mer En­ze­pha­lo­pa­thi­en, ABl. L 147 vom 31.5.2001, S. 1; zu­letzt ge­än­dert durch Ver­ord­nung (EU) 2017/894 vom 24. Mai 2017, ABl. L 138 vom 25.5.2017, S. 117.

3. Abschnitt: Fütterung von anderen Tieren

Art. 33 Herstellung von Heimtierfutter 83  

1 Ro­hes Heim­tier­fut­ter darf nur aus tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten nach Ar­ti­kel 7 Buch­sta­be a her­ge­stellt wer­den und muss die mi­kro­bio­lo­gi­schen An­for­de­run­gen nach An­hang 5 Zif­fer 38 er­fül­len.

2 Ver­ar­bei­te­tes Heim­tier­fut­ter, ein­sch­liess­lich Kau­spiel­zeug, darf nur aus tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten nach Ar­ti­kel 7 Buch­sta­ben a und c–f her­ge­stellt wer­den. Die­se müs­sen:

a.
drucks­te­ri­li­siert oder nach An­hang 5 Zif­fer 37 be­han­delt wer­den;
b.
in An­la­gen ver­ar­bei­tet wer­den, die aus­sch­liess­lich Fut­ter­mit­tel für Heim­tie­re her­stel­len oder in de­nen kei­ne für die je­wei­li­ge Nutz­tier­ka­te­go­rie ver­bo­te­nen Ne­ben­pro­duk­te ver­ar­bei­tet wer­den; und
c.
die mi­kro­bio­lo­gi­schen An­for­de­run­gen nach An­hang 5 Zif­fer 38 er­fül­len.

3 Fol­ge­pro­duk­te dür­fen für die Her­stel­lung von Heim­tier­fut­ter ver­wen­det wer­den, wenn sie:

a.
die An­for­de­run­gen nach Ab­satz 2 Buch­sta­ben b und c er­fül­len; und
b.
auf di­rek­tem Weg von ei­ner An­la­ge, in der tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 3 ver­ar­bei­tet wer­den, zu den Her­stel­lungs­an­la­gen für Fut­ter­mit­tel trans­por­tiert wer­den.

4 Han­delt es sich bei den Fol­ge­pro­duk­ten um ver­ar­bei­te­te tie­ri­sche Pro­te­i­ne, so müs­sen zu­sätz­lich die An­for­de­run­gen nach An­hang 5 Zif­fer 30 er­füllt sein.

5 Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te, die für die Her­stel­lung von Heim­tier­fut­ter ver­wen­det wer­den, dür­fen of­fen nur in ge­son­der­ten Räu­men ge­la­gert und in aus­sch­liess­lich da­für vor­ge­se­he­nen Be­häl­tern trans­por­tiert wer­den.

83 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 34 Direkte Abgabe zur Verfütterung an Fleischfresser und aasfressende Vögel 84  

1 Zur Füt­te­rung von Heim­tie­ren und an­de­ren vom Men­schen ge­hal­te­nen Fleisch­fres­sern und aas­fres­sen­den Vö­geln dür­fen di­rekt ab­ge­ge­ben wer­den:

a.
tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te nach Ar­ti­kel 7 Buch­sta­be a;
b.
die Tier­kör­per oder Tei­le da­von nach Ar­ti­kel 22 Ab­satz 2.

2 Der Be­trieb, in dem die tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te an­fal­len, muss sie di­rekt an die Tier­hal­te­rin oder den Tier­hal­ter ab­ge­ben. Die­se oder die­ser darf sie nur den ei­ge­nen Tie­ren ver­füt­tern.

3 Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te nach Ar­ti­kel 7 Buch­sta­be a Zif­fer 2 von Tie­ren, für die nach der Ver­ord­nung vom 16. De­zem­ber 201685 über das Schlach­ten und die Fleisch­kon­trol­le ei­ne Fleisch­kon­trol­le vor­ge­schrie­ben ist, müs­sen von ei­nem Ent­scheid der Fleisch­kon­trol­le be­glei­tet sein, der die Be­zeich­nung «un­ge­niess­bar, oh­ne An­zei­chen ei­ner für Men­schen oder Tie­re an­ste­cken­den Krank­heit» ent­hält.

84 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

85 SR 817.190

4. Abschnitt: Herstellung von Dünger und von technischen Erzeugnissen 86

86 Fassung gemäss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 34a Herstellung von Dünger 87  

Für die Her­stel­lung von Dün­ger gel­ten die An­for­de­run­gen nach An­hang 5 Zif­fer 39.

87 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 35 Herstellung von technischen Erzeugnissen 88  

Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 3 dür­fen für die Her­stel­lung von phar­ma­zeu­ti­schen, kos­me­ti­schen oder me­di­zi­ni­schen Pro­duk­ten so­wie wei­te­ren tech­ni­schen Er­zeug­nis­sen, für die Nor­men aus an­de­ren Rechts­be­rei­chen exis­tie­ren, ver­wen­det wer­den, wenn:

a.89
die Ne­ben­pro­duk­te nach An­hang 5 Zif­fer 5 ver­ar­bei­tet wer­den;
b.
die Er­zeug­nis­se den je­weils gel­ten­den Nor­men aus den an­de­ren Rechts­be­rei­chen ent­spre­chen; und
c.90
die bei der Her­stel­lung an­fal­len­den tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te nach den Vor­ga­ben die­ser Ver­ord­nung ent­sorgt wer­den.

88 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

89 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

90 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

5. Kapitel: Verantwortung für die Entsorgung

Art. 36 Entsorgung durch die Inhaberin oder den Inhaber  

1 Wer ge­werbs­mäs­sig Er­zeug­nis­se tie­ri­scher Her­kunft ge­winnt oder ver­ar­bei­tet, muss die da­bei an­fal­len­den tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te ent­sor­gen oder ent­sor­gen las­sen.

2 Wer Tie­re schlach­tet oder Fleisch ver­ar­bei­tet und die an­fal­len­den tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te durch Drit­te ent­sor­gen lässt, muss ge­gen­über dem Kan­ton durch Vor­le­gen schrift­li­cher Ver­ein­ba­run­gen nach­wei­sen, dass die Ent­sor­gung für min­des­tens zwei Jah­re ge­si­chert ist. Die Ver­ein­ba­run­gen müs­sen An­ga­ben zu den Men­gen und den Aus­stiegs­kon­di­tio­nen ent­hal­ten.

3 Al­le üb­ri­gen In­ha­be­rin­nen und In­ha­ber von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten müs­sen die­se in die vom Kan­ton be­stimm­te Sam­mel­stel­le lie­fern, so­fern sie zu de­ren Ent­sor­gung nicht sel­ber in der La­ge sind.

Art. 37 Entsorgung durch den Kanton  

1 Für die Ent­sor­gung von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten, die nicht bei der ge­werbs­mäs­si­gen Ge­win­nung oder Ver­ar­bei­tung von Er­zeug­nis­sen tie­ri­scher Her­kunft an­fal­len, ist der Kan­ton ver­ant­wort­lich; da­von aus­ge­nom­men sind Spei­se­res­te.

2 Sind die Spei­se­res­te mit Grün­gut ver­mischt, so ist der Kan­ton für die Ent­sor­gung ver­ant­wort­lich, wenn sie als Sied­lungs­ab­fäl­le nach Ar­ti­kel 31b des Um­welt­schutz­ge­set­zes vom 7. Ok­to­ber 1983 ge­sam­melt wer­den.

3 Kan­to­ne, die kei­ne ei­ge­ne An­la­ge be­trei­ben, stel­len die Ent­sor­gung der tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te, für die sie ver­ant­wort­lich sind, durch ei­ne Ver­ein­ba­rung mit ei­nem Ent­sor­gungs­be­trieb si­cher.

Art. 38 Infrastruktur der Kantone  

1 Je­der Kan­ton sorgt da­für, dass:

a.
ei­ne zweck­mäs­si­ge In­fra­struk­tur für das Sam­meln und Zwi­schen­la­gern der tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te zur Ver­fü­gung steht;
b.
Plät­ze für das Ver­gra­ben von Tier­kör­pern vor­ge­se­hen wer­den.

2 Die Kan­to­ne ar­bei­ten in Be­zug auf die In­fra­struk­tur für den Trans­port zu­sam­men. Sie sor­gen da­für, dass ih­nen min­des­tens die nö­ti­gen Con­tai­ner für den Trans­port von ver­seuch­ten Tier­kör­pern und Trans­port­fahr­zeu­ge zur Ver­fü­gung ste­hen. Je 8000 Gross­viehein­hei­ten ist ei­ne Ka­pa­zi­tät von ei­ner Ton­ne er­for­der­lich.

Art. 39 Inlandentsorgungsgarantie  

1 Wer tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te aus­führt, muss in der La­ge sein, die­se auch im In­land in ei­ner für die Ent­sor­gung von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten der ent­spre­chen­den Ka­te­go­rie zu­ge­las­se­nen An­la­ge zu ent­sor­gen, falls das Be­stim­mungs­land die Ein­fuhr be­schrän­ken oder ver­bie­ten soll­te. Vor­be­hal­ten blei­ben staats­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen über die grenz­über­schrei­ten­de Ent­sor­gung.

2 Der Nach­weis, dass die tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te im Fall ei­ner Ein­fuhr­be­schrän­kung im In­land ent­sorgt wer­den kön­nen, ist mit ei­ner schrift­li­chen Über­nah­me­ga­ran­tie zu er­brin­gen. Ei­ne Über­nah­me­ga­ran­tie kann nur aus­ge­stellt wer­den, so­fern und so­lan­ge die An­la­ge über freie Ka­pa­zi­tät ver­fügt. Die­se er­gibt sich aus der Dif­fe­renz zwi­schen der in der Be­wil­li­gung für die An­la­ge fest­ge­leg­ten Ver­ar­bei­tungs­ka­pa­zi­tät und der pro Jahr ent­sorg­ten Ge­samt­men­ge.91

3 Han­delt es sich bei den aus­ge­führ­ten tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten um Häu­te und Fel­le, Spei­se­res­te, Pro­duk­te nach Ar­ti­kel 7 Buch­sta­be d oder um bei Um­ge­bung­stem­pe­ra­tur la­ger­fä­hi­ge Fol­ge­pro­duk­te oder be­trägt die Ge­samt­men­ge we­ni­ger als 1000 kg pro Jahr, so ist kei­ne Über­nah­me­ga­ran­tie er­for­der­lich.92

4 Die Men­ge der aus­ge­führ­ten tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te muss dem BLV mo­nat­lich ge­mel­det wer­den.

5 Im Üb­ri­gen rich­tet sich die Aus­fuhr von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten nach Ar­ti­kel 27 Ab­satz 1 der Ver­ord­nung vom 18. No­vem­ber 201593 über die Ein-, Durch- und Aus­fuhr von Tie­ren und Tier­pro­duk­ten im Ver­kehr mit den EU-Mit­glied­staa­ten, Is­land und Nor­we­gen und Ar­ti­kel 52 Ab­satz 1 der Ver­ord­nung vom 18. No­vem­ber 201594 über die Ein-, Durch- und Aus­fuhr von Tie­ren und Tier­pro­duk­ten im Ver­kehr mit Dritt­staa­ten.95

91 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

92 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 28. Okt. 2015, in Kraft seit 1. Dez. 2015 (AS 2015 4271).

93 SR916.443.11

94 SR916.443.10

95 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 40 Kostentragung  

1 Die In­ha­be­rin oder der In­ha­ber der tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te trägt die Kos­ten der Ent­sor­gung.

2 Der Kan­ton be­las­tet den In­ha­be­rin­nen und In­ha­bern der tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te, für die er die Ent­sor­gung über­nom­men hat, an­teils­mäs­sig die bei ihm an­fal­len­den Ent­sor­gungs­kos­ten.

3 Er kann auf die voll­stän­di­ge Über­wäl­zung der Ent­sor­gungs­kos­ten ver­zich­ten, so­weit dies im öf­fent­li­chen In­ter­es­se liegt oder wenn dar­aus ein un­ver­hält­nis­mäs­si­ger ad­mi­nis­tra­ti­ver Auf­wand ent­steht.

4 Die Kan­to­ne re­geln die Kos­ten­be­tei­li­gung der Ge­mein­den an der Ent­sor­gung.

5 Vor­be­hal­ten blei­ben ab­wei­chen­de kan­to­na­le Re­ge­lun­gen.

Art. 41 Entschädigung der Entsorgungsbetriebe durch die Kantone  

1 Die Kan­to­ne ver­gü­ten den Ent­sor­gungs­be­trie­ben für die in ih­rem Auf­trag über­nom­me­nen tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te die ef­fek­ti­ven, durch den Ver­wer­tungs­er­lös nicht ge­deck­ten Kos­ten der Ent­sor­gung.

2 Dar­über hin­aus­ge­hen­de Ver­gü­tun­gen sind nur so­weit zu­läs­sig, als sie zur Erhal­tung ei­nes Be­triebs not­wen­dig sind, des­sen Be­stand für die Ent­sor­gungs­auf­ga­ben des Kan­tons un­ab­ding­bar ist. Die so un­ter­stütz­ten Ent­sor­gungs­be­trie­be dür­fen die tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te von Schlacht- oder an­de­ren Le­bens­mit­tel­be­trie­ben nicht güns­ti­ger ent­sor­gen als Ent­sor­gungs­be­trie­be, die kei­ne staat­li­che Un­ter­stüt­zung er­hal­ten.

3 Der Ent­sor­gungs­be­trieb muss:

a.
dem Kan­ton jähr­lich Auf­schluss über den Be­trieb­s­auf­wand und den Ver­wer­tungs­er­lös aus den tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten er­tei­len;
b.
die Men­gen und die Her­kunft der ent­sorg­ten tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te er­fas­sen und auf­zeich­nen; die Auf­zeich­nun­gen sind dem Kan­ton jähr­lich zu­zu­stel­len;
c.
jähr­lich be­kannt ge­ben, in wel­chem Um­fang für Ent­sor­gungs­kos­ten ei­ner­seits den Kan­to­nen und an­de­rer­seits den pri­va­ten Lie­fe­ran­tin­nen und Lie­fe­ran­ten Rech­nung ge­stellt wor­den ist.

6. Kapitel: Massnahmen im Seuchenfall

Art. 42 Grundsatz 96  

Tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te dür­fen nicht aus Ge­bie­ten oder Be­trie­ben ver­bracht wer­den, die seu­chen­po­li­zei­li­chen Ein­schrän­kun­gen in­fol­ge hoch­an­ste­cken­der Seu­chen un­ter­wor­fen sind. Sie dür­fen in die­sem Fall auch nicht als Tier­fut­ter oder für die Her­stel­lung von Dün­ger oder von tech­ni­schen Er­zeug­nis­sen ver­wen­det wer­den. Vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 43 und 44.

96 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 43 Anordnungen der Kantonstierärztin oder des Kantonstierarztes  

1 Wird ei­ne Seu­che fest­ge­stellt, so be­stimmt die Kan­tons­tierärz­tin oder der Kan­tons­tier­arzt, wie die tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te ent­sorgt wer­den müs­sen, ins­be­son­de­re:

a.
in wel­cher An­la­ge die Tier­kör­per zu ent­sor­gen sind, falls meh­re­re An­la­gen in Fra­ge kom­men;
b.
wel­che be­son­de­ren Vor­sichts­mass­nah­men ge­trof­fen wer­den müs­sen.

2 Ist die Ent­sor­gung von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten der Ka­te­go­ri­en 1 und 2 in­fol­ge ei­nes mas­si­ven Aus­bruchs ei­ner Seu­che oder an­de­rer aus­ser­ge­wöhn­li­cher, nicht vor­her­seh­ba­rer Um­stän­de in den da­für vor­ge­se­he­nen An­la­gen und Be­trie­ben nicht mehr mög­lich, so kann die Kan­tons­tierärz­tin oder der Kan­tons­tier­arzt die Ent­sor­gung in ei­ner für die Ka­te­go­rie 3 zu­ge­las­se­nen An­la­ge ge­stat­ten. Wer­den in die­ser An­la­ge wie­der aus­sch­liess­lich tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te der Ka­te­go­rie 3 ent­sorgt, so be­darf sie er­neut ei­ner Be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 12.97

97 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

Art. 44 Anordnungen des BLV  

Wird ei­ne hoch­an­ste­cken­de Seu­che fest­ge­stellt, so kann das BLV an­ord­nen, dass:

a.
sämt­li­che tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te in­ner­halb des vom Seu­chen­aus­bruch be­trof­fe­nen Ge­biets oder ver­seuch­te tie­ri­sche Ne­ben­pro­duk­te aus meh­re­ren be­trof­fe­nen Ge­bie­ten in der­sel­ben An­la­ge ent­sorgt wer­den müs­sen;
b.
ein Be­trieb, der sich ge­gen­über ei­nem Kan­ton zur Ent­sor­gung von tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­ten ver­pflich­tet hat, sei­ne Tä­tig­keit so um­stellt oder mit an­dern Be­trie­ben ko­or­di­niert, dass die ge­sam­te Ka­pa­zi­tät für die Ent­sor­gung zur Ver­fü­gung steht; die Kan­to­ne ent­schä­di­gen den Be­trieb für all­fäl­li­ge Mehr­kos­ten oder Er­trags­aus­fäl­le.

7. Kapitel: Vollzug

Art. 45 Vollzug  

Die Kan­to­ne voll­zie­hen die­se Ver­ord­nung.

Art. 46 Amtliche Kontrollen  

1 Die Kan­to­ne be­auf­sich­ti­gen die Ent­sor­gung der tie­ri­schen Ne­ben­pro­duk­te. Sie kon­trol­lie­ren die An­la­gen min­des­tens ein­mal jähr­lich, die an­de­ren be­wil­lig­ten Be­trie­be und die re­gis­trier­ten Be­trie­be pe­ri­odisch je nach Art und Um­fang ih­rer Tä­tig­keit.

2 Die Kon­trol­le über die Her­stel­lung und das In­ver­kehr­brin­gen von Fut­ter­mit­teln rich­tet sich zu­sätz­lich nach der Fut­ter­mit­tel-Ver­ord­nung vom 26. Ok­to­ber 201198.99

98 SR 916.307

99 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Ju­ni 2018 (AS 2018 2097).

8. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 47 Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts  

Die Auf­he­bung und die Än­de­rung bis­he­ri­gen Rechts wer­den in An­hang 8 ge­re­gelt.

Art. 48 Übergangsbestimmungen für Anlagen  

1 Für An­la­gen, auf de­ren Are­al sich ei­ne Tier­hal­tung be­fin­det, gilt das bis­he­ri­ge Recht, so­fern das Bau­ge­such vor dem 1. Ju­li 2011 ein­ge­reicht wor­den ist (An­hang 3 Ziff. 24).

2 Be­ste­hen­de Bio­gas- und Kom­pos­tie­rungs­an­la­gen, die Spei­se­res­te oh­ne vor­ge­hen­de Hy­gie­ni­sie­rung mit den in An­hang 5 Zif­fer 46 vor­ge­se­he­nen an­de­ren Ver­fah­ren ther­mo­phil ver­gä­ren, müs­sen die da­für er­for­der­li­che Be­wil­li­gung des BLV spä­tes­tens am 1. Ju­li 2013 vor­wei­sen kön­nen.

Art. 49 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ju­li 2011 in Kraft.

Anhang 1a 100

100 Ursprünglich: Anhang 6. Bereinigt gemäss Ziff. II der V vom 28. Okt. 2015 (AS 2015 4271) und Ziff. II Abs. 4 der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 2097).

(Art. 2aAbs. 2)

Folgeprodukte, die den Endpunkt erreicht haben

1 Biodiesel einschliesslich Rückstände aus dem Destillationsprozess, Biogas und andere Treibstoffe aus Folgeprodukten;

2 endkonfektioniertes Heimtierfutter und Kauartikel in gebrauchsfertigen und nach Artikel 15 der Futtermittel-Verordnung vom 26. Oktober 2011101 gekennzeichneten Gebinden oder Verpackungen;

3 Häute und Felle von Klauentieren, die:

a.
für die Herstellung von Lebensmitteln tauglich sind, aber für andere Zwe­cke verwendet werden,
b.
vollständig gegerbt wurden,
c.
chromgegerbt wurden (Wet Blues),
d.
gepickelt wurden, oder
e.
mindestens acht Stunden lang bei einem pH-Wert von 12–13 gekalkt und gesalzen wurden (Kalkhäute);

4 Jagdtrophäen und andere Tierpräparate:

a.
von Schalen- und Federwild, die zur Gewährleistung ihrer Haltbarkeit bei Raumtemperatur einer vollständigen taxidermischen Behandlung unterzogen wurden,
b.
von anderen Arten als Schalen- und Federwild aus Gebieten, die keinen tierseuchenrechtlich begründeten Beschränkungen unterliegen;

5 Wolle, die industriell gewaschen wurde;

6 Federn, Federnteile und Daunen, die industriell gewaschen oder mindestens 30 Minuten lang mit heissem Dampf bei einer Temperatur von 100 °C behandelt wurden.

Anhang 1b 102

102 Ursprünglich: Anhang 1. Fassung gemäss Ziff. II Abs. 3 der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 2097).

(Art. 11 Abs. 1 und 15 Abs. 1)

Anlagen und Betriebe, für die eine Bewilligung erforderlich ist

1 Betriebe, die tierische Nebenprodukte mit den Verarbeitungsmethoden nach Anhang 5 oder Artikel 21 Absatz 2 verarbeiten;

2 Betriebe, die tierische Nebenprodukte verbrennen, aus­ser wenn sie über eine umweltschutzrechtliche Bewilligung verfügen;

3 Betriebe, die aus tierischen Nebenprodukten Brenn- oder Treibstoffe gewinnen oder solche Brennstoffe verwenden;

4 Betriebe, die Heimtierfutter herstellen;

5 Biogas- und Kompostierungsanlagen;

6 Betriebe, die organische Dünger und Bodenverbesserungsmittel herstellen;

7 Tierkrematorien und Tierfriedhöfe;

8 Betriebe, die tierische Nebenprodukte lagern; für die Lagerung von Folgeprodukten ist eine Bewilligung nur erforderlich, wenn sie:

a.
durch Verbrennung entsorgt werden;
b.
als Futtermittel verwendet werden und der Betrieb nicht nach den Artikeln 46–54 der Futtermittel-Verordnung vom 26. Oktober 2011103 registriert oder zugelassen ist;
c.
zur Herstellung von organischen Düngern und Bodenverbesserungsmit­teln bestimmt sind;

9 Betriebe, die gesammelte tierische Nebenprodukte weiterverarbeiten, insbeson­dere Betriebe, die Nebenprodukte sortieren, zerlegen, erhitzen, kühlen, einfrieren, salzen oder die Häute und Felle oder spe­zifiziertes Risikomaterial entfernen;

10 Lebensmittel-, Verarbeitungs- und Futtermittelbetriebe nach Anhang IV Kapitel V Abschnitt A der Verordnung (EG) Nr. 999/2001104, in denen:

a.
tierische Nebenprodukte zur Herstellung von Futtermitteln gewonnen, verarbeitet und verwendet werden;
b.
tierische Nebenprodukte für die Ausfuhr von verarbeitetem tierischen Protein nach Drittstaaten gewonnen, verarbeitet und vor der Ausfuhr gelagert werden.

103 SR 916.307

104 Siehe Fussnote zu Art. 32a.

Anhang 2 105

105 Bereinigt gemäss Ziff. II Abs. 4 der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 2097).

(Art. 15 Abs. 1)

Grundsätze der Selbstkontrolle

1 Die Erfassung der kritischen Kontrollpunkte und die Durchführung der Sicherheitsmassnahmen sind zu gewährleisten durch:

a.
Identifizieren und Bewerten der möglichen Gesundheitsrisiken für Men­schen und Tiere, die bei der Entsorgung von tierischen Nebenpro­dukten auftreten können; in der Futtermittelkette sind dabei spezifisch die Gefahren der Kreuzkontamination mit Komponenten zu berücksichtigen, die für die Tierart, für die das Futter bestimmt ist, nicht zugelassen sind;
b.
Festlegen von Punkten, Arbeitsvorgängen oder bestimmten Technologie­schritten im Entsorgungsprozess, bei denen ein Gesund­heitsrisiko ausgeschaltet oder vermindert werden kann (Critical Control Points, CCP);
c.
Festlegen von Standardwerten und Toleranzbereichen (CCP-Bedin­gun­gen), die einzuhalten sind und die bei der Überwachung der CCP ver­bindlich sind;
d.
Einrichten eines Überwachungssystems (Monitoring), mit dem die Ein­haltung der CCP-Bedingungen überprüft werden kann;
e.
Festlegen von Massnahmen, wenn durch das Monitoring eine Abwei­chung von den CCP-Bedingungen festgestellt wird;
f.
Festlegen von Verfahren zur Überprüfung der Funktionstüchtigkeit des Kontrollsystems (Verifikation);
g.
Dokumentieren der Massnahmen nach den Buchstaben a–f.

2 Das Kontrollsystem nach Ziffer 1 ist in einer dem Sicherheitsrisiko und dem Produktionsumfang angepassten Form anzuwenden.

3 Die für die Entsorgungssicherheit notwendigen Vorschriften müssen den Beschäftigten bekannt sein. Die für den Betrieb verantwortliche Person muss deren Befolgung durchsetzen und kontrollieren.

Anhang 3

(Art. 16 Abs. 4 und 5)

Anforderungen an Anlagen

1 Allgemeine Anforderungen

11 Räumliche Aufteilung

111 Die Anlagen müssen eingezäunt sein, oder es muss auf andere Weise dafür gesorgt werden, dass unbefugte Personen sowie Tiere keinen Zugang haben.

112 Die Zufahrtswege zu den Anlagen müssen so angelegt sein, dass die Anliefe­rung der tierischen Nebenprodukte von der Auslieferung der daraus verarbeiteten Erzeugnisse getrennt erfolgt.

113 Der unreine Teil der Anlagen umfasst die Entladestelle für die tierischen Nebenprodukte und jene Teile, in denen Krankheitserreger verbreitet werden können. Er muss einen geschlossenen Raum bilden.

114 Die Anlagen müssen über einen überdachten Ort für die Annahme der tierischen Nebenprodukte verfügen.

12 Einrichtung

121 Die Anlagen müssen so konzipiert sein, dass sie leicht zu reinigen und zu desinfizieren sind. Die Fussböden müssen so beschaffen sein, dass Flüssig­keiten leicht abfliessen können.

122 Die Anlagen müssen mit einer Kühlanlage ausgestattet sein, welche die tierischen Nebenprodukte, die nicht innerhalb von 24 Stunden nach der Anlieferung verarbeitet werden, auf eine Temperatur von höchstens +4 °C zu kühlen vermag.

123 Die Anlagen müssen über Waschbecken und genügend Toiletten, Duschen und Umkleideräume für das Personal verfügen.

124 Anlagen, in denen tierische Nebenprodukte der Kategorie 1 oder 2 entsorgt werden, müssen mindestens im unreinen Teil einen Vorbehandlungsprozess zur Rückhaltung und Sammlung tierischen Materials als erste Stufe der Abwasserbehandlung vorsehen. Der Vorbehandlungsprozess muss sicher­stellen, dass die festen Bestandteile im Abwasser nicht grösser als 1 mm (=Kantenlänge) sind. Es darf kein Mahlen oder eine andere Zerkleinerung stattfinden, die den Durchlauf tierischen Materials durch den Vorbehand­lungsprozess erleichtern würde. Die zurückgehaltenen Feststoffe sind als Rohmaterial der entsprechenden Kategorie nach den Vorschriften dieser Verordnung zu entsorgen.

13 Betrieb

131 Tierische Nebenprodukte müssen nach ihrer Anlieferung ordnungsgemäss gelagert und möglichst rasch verarbeitet, verwertet oder verbrannt werden.

132 Die zum Transport von Rohmaterial verwendeten Container, Behälter und Fahrzeuge sind an einem dafür bestimmten Ort zu säubern. Dabei muss je­des Risiko der Kontamination verarbeiteter Erzeugnisse vermieden werden.

133 Im unreinen Bereich der Anlage beschäftigte Personen dürfen den reinen Bereich nur betreten, wenn sie zuvor ihre Arbeitskleidung und Fussbeklei­dung gewechselt beziehungsweise die Fussbekleidung desinfiziert haben. Ausrüstungen und Geräte dürfen nicht vom unreinen in den reinen Bereich verbracht werden, ohne vorher gereinigt und desinfiziert worden zu sein. Um Personalbewegungen zwischen den verschiedenen Arbeitsbereichen kontrollieren und den Gebrauch von Fuss- und Durchfuhrbecken sicherstel­len zu können, ist der Personalverkehr in der Anlage genau zu regeln.

134 Ist eine Hitzebehandlung vorgeschrieben, so müssen die relevanten Parame­ter, insbesondere Temperatur, Dauer und gegebenenfalls Druck, ständig erhoben und aufgezeichnet werden. Messgeräte müssen regelmässig kalib­riert werden.

135 Material, das möglicherweise nicht der vorgeschriebenen Hitzebehandlung unterzogen wurde, wie Restmaterial, das bei Einschaltung der Maschine ausgeworfen wird, oder Kesselausfluss, muss erneut eingespeist und hitze­behandelt oder gesammelt und verarbeitet werden.

136 Verarbeitete Erzeugnisse sind so zu entsorgen, dass eine Rekontamination ausgeschlossen ist.

14 Reinigung und Desinfektion

141 Die Anlagen müssen mit Einrichtungen für die Reinigung und Desinfektion von Räumen, Behältern und Geräten sowie zum Waschen der Hände aus­ge­stattet sein.

142 Anlagen, in denen rohe tierische Nebenprodukte entsorgt werden, müssen mit einer Einrichtung zur Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen aus­gestattet sein.

143 Die Anlagen und Fahrzeuge müssen sauber gehalten und regelmässig desinfi­ziert werden.

144 Für alle Bereiche der Anlage müssen Reinigungsverfahren festgelegt und dokumentiert sein. Geeignete Putzgeräte und Reinigungsmittel sind zur Ver­fügung zu halten.

145 In den Anlagen sind Vorkehrungen zu treffen, um Vögeln und Nagern den Zugang zu verwehren und Insekten zu bekämpfen. Grundlage dafür bildet ein Bekämpfungsplan, der dokumentiert sein muss.

146 Die Anlagen müssen mit Einrichtungen zur Luftreinigung ausgestattet sein, die Geruchsemissionen begrenzen und verhindern, dass Krankheitserreger verbreitet werden.

2 Spezielle Anforderungen

21 Anforderungen an Anlagen, in denen verseuchte tierische Nebenprodukte zwischengelagert, verwertet oder verbrannt werden

211 Anlagen, in denen verseuchte tierische Nebenprodukte zwischengelagert, verwertet oder verbrannt werden, müssen mit einer Entladestelle ausgestattet sein, in der die Container für verseuchte Tierkörper (Art. 38) entladen wer­den können.

212 Die Container müssen so gebaut und ausgestattet sein, dass sie in allen Anlagen in der Schweiz, die für die Entsorgung von verseuchten Tierkör­pern bestimmt sind, entladen werden können.

213 Das Abwasser aus dem unreinen Teil der Anlage muss aufgefangen und im Seuchenfall sterilisiert werden können.

22 Anforderungen an Verbrennungsanlagen

221 Tierische Nebenprodukte sind vor der Verbrennung in geschlossenen Behäl­tern zu lagern.

222 Die Anlagen müssen baulich, technisch und betrieblich so angelegt sein, dass daraus keine Krankheitserreger verbreitet werden; im Übrigen gel­ten die Artikel 26–28 sowie 31 und 32 VVEA106 und die Luftreinhalte-Verordnung vom 16. Dezember 1985107.

223 Die tierischen Nebenprodukte müssen so verbrannt werden, dass die Über­reste nach der VVEA108 entsorgt werden können.

224 Die relevanten Parameter der Verbrennung, insbesondere Temperatur und Zeit, müssen ständig erhoben und aufgezeichnet werden.

225 Der ordnungsgemässe Einbau und das Funktionieren automatischer Über­wachungsgeräte müssen kontrolliert werden, und jedes Jahr ist ein Über­wa­chungstest durchzuführen. Die Kalibrierung muss mindestens alle drei Jahre anhand von parallelen Messungen nach den Referenzmethoden erfolgen.

106 SR 814.600. Der Verweis wurde in Anwendung von Art. 12 Abs. 2 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 (SR 170.512) angepasst.

107 SR 814.318.142.1

108 Der Verweis wurde in Anwendung von Art. 12 Abs. 2 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 (SR 170.512) angepasst.

23 Anforderungen an Biogas- und Kompostierungsanlagen

231 Die Anforderungen nach den Artikeln 26–28 sowie 33 und 34 VVEA109 und diejenigen nach Anhang 2.6 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung vom 18. Mai 2005110 müssen eingehalten werden.

232 Anlage und Betrieb müssen gewährleisten, dass sämtliches Rohmaterial, das tierische Nebenprodukte enthält, nach Anhang 5 Ziffer 4 behandelt wird. Die Behandlung kann in der Anlage erfolgen oder von einem Betrieb durchge­führt werden, der Rohmaterial sammelt und vorbehandelt.

233 Die Hygienisierungsstufe muss unumgehbar und mit Geräten zur Überwa­chung und Aufzeichnung der Prozessparameter ausgerüstet sein.

234 Die Lagerung und die Verarbeitung müssen soweit wie möglich sicherstel­len, dass Wildtiere, einschliesslich Nagetiere und Vögel, zu den rohen tieri­schen Nebenprodukten keinen Zugang haben.

235 Durch bauliche oder betriebliche Massnahmen ist sicherzustellen, dass eine Kontamination des Endproduktes verhindert wird.

236 Das BLV kann Mindestkapazitäten und Mindestmengen für Anlagen vorschreiben.

109 Der Verweis wurde in Anwendung von Art. 12 Abs. 2 des Publikationsgesetzes vom 18. Juni 2004 (SR 170.512) angepasst.

110 SR 814.81

24 Anforderungen an Anlagen, auf deren Areal sich eine Tierhaltung befindet

241 Die Infrastruktur und der Betrieb müssen eine vollständige physische Tren­nung zwischen der Anlage einerseits und dem Tierbestand, dem Futter und gegebenenfalls dem Einstreumaterial andererseits gewährleisten. Stall und Anlage müssen sich in separaten Gebäuden befinden.

242 Die Nutztiere dürfen weder direkten noch indirekten Kontakt haben zur Anlage oder den Fahrzeugen, Transportbehältern und Geräten, die für tieri­sche Nebenprodukte verwendet werden.

243 Die Zu- und Abfahrtswege zur Anlage sind in die baulichen und betriebli­chen Massnahmen zur Trennung von der Nutztierhaltung miteinzubeziehen. Die Abstände sind so festzulegen, dass von der Anlage kein unannehmbares Risiko hinsichtlich der Übertragung einer auf Mensch oder Tier übertragba­ren Krankheit ausgeht.

Anhang 4

(Art. 19 Abs. 2 sowie 20 Abs. 2 und 6)

Vorschriften für das Sammeln, Zwischenlagern und Transportieren von tierischen Nebenprodukten

1 Kennzeichnung

11 Die Kategorie der tierischen Nebenprodukte muss während des Transports auf einem am Fahrzeug, Behälter, Karton oder an sonstigem Verpackungs­material befestigten Etikett deutlich angegeben sein. Dazu sind die folgen­den Farben und Bezeichnungen zu verwenden:

a.
die Farbe schwarz und die Bezeichnung «Nur zur Entsorgung/Ver­bren­nung» oder «Zur energetischen Nutzung vor der Verbrennung» bei tie­rischen Nebenprodukten der Kategorie 1;
b.
die Farbe schwarz und die Bezeichnung «Zur Verfütterung an (Name der Tiergruppe)» bei tierischen Nebenprodukten der Kategorie 1, die zur Fütterung von Fleischfressern und aasfressenden Vögeln zugelassen sind (Art. 22 Abs. 2 );
c.
die Farbe gelb und die Bezeichnung «Darf nicht verfüttert werden» bei tierischen Nebenprodukten der Kategorie 2;
d.
die Farbe grün und die Bezeichnung «Nicht für den menschlichen Ver­zehr» bei tierischen Nebenprodukten der Kategorie 3.

12 Material der Kategorien 1 und 2, das drucksterilisiert wird, ist während der Verarbeitung folgendermassen mit Glycerintriheptanoat (GTH) zu markieren:

a.
GTH ist zuzufügen, nachdem das Material mit einer Temperatur von min­destens 80 °C hygienisiert worden ist. Es ist eine gleichmässige Verteilung von GTH zu gewährleisten.
b.
Durch ein Monitoringsystem und Aufzeichnungen muss die Betreiberin oder der Betreiber der Anlage dokumentieren können, dass im verar­beiteten Material eine Mindestkonzentration von 250 mg GTH/kg Fett stets erreicht wird.
c.
Wird das verarbeitete Material nach der Drucksterilisation direkt in der glei­chen Anlage verbrannt oder über ein geschlossenes System zur Verbrennung verbracht, so ist eine Markierung mit GTH nicht notwen­dig.

2 Fahrzeuge und Behälter

21 Tierische Nebenprodukte sind in fest verschlossenen Verpackungen oder abgedeckten dichten, korrosionsbeständigen und leicht zu reinigenden Behältern beziehungsweise Fahrzeugen zu transportieren.

22 Fahrzeuge und wieder verwendbare Behälter sowie alle wieder verwendba­ren Ausrüstungsgegenstände und Geräte, die mit tierischen Nebenprodukten in Berührung kommen, sind nach jeder Verwendung zu säubern, aus- und abzuwaschen sowie zu desinfizieren und bis zur nächsten Verwendung sau­ber zu halten.

23 In wieder verwendbaren Behältern darf immer nur ein bestimmtes verarbeite­tes Nebenprodukt transportiert werden.

24 Behälter für tierische Nebenprodukte dürfen nicht für Schlachttierkörper, Schlachterzeugnisse und weitere Erzeugnisse, die zur Verwendung als Lebensmittel bestimmt sind, verwendet werden.

25 Rohe tierische Nebenprodukte der Kategorie 3, die für die Herstellung von Futtermitteln oder Heimtierfutter verwendet werden, müssen gekühlt oder gefroren transportiert werden, ausser wenn sie innerhalb von 24 Stunden ab Versendung verarbeitet oder erneut gekühlt werden.

26 Für Kühltransporte verwendete Fahrzeuge müssen so konzipiert sein, dass während der gesamten Transportdauer eine angemessene Temperatur auf­rechterhalten werden kann.

3 Begleitpapiere und Entscheide der Fleischkontrolle

31 Die Begleitpapiere müssen folgende Angaben enthalten:

a.
Datum, an dem das Material abgeholt wurde;
b.
Beschreibung des Materials, einschliesslich der Angaben nach Zif­fer 11;
c.
Tierart, von der die tierischen Nebenprodukte der Kategorie 3 stam­men, falls sie als Futtermittel verwendet werden sollen;
d.
Ohrmarkennummer bei Häuten und Fellen von Klauentieren;
e.
Gewicht des Materials;
f.
Name, Anschrift und Kontrollnummer des Herkunftsbetriebs;
g.
Name, Anschrift und Kontrollnummer des Transportunternehmens;
h.
Name, Anschrift und Kontrollnummer des Empfängerbetriebs;
i.
gegebenenfalls Art und Verfahren der Verarbeitung.

32 Das Begleitpapier ist in mindestens drei Exemplaren auszustellen. Das Original muss der Sendung bis zum Endbestimmungsort beiliegen und ist vom Empfängerbetrieb aufzubewahren. Je eine Kopie verbleibt beim Her­kunftsbetrieb und beim Transportunternehmen.

33 Die Entscheide der Fleischkontrolle nach den Artikeln 20 Absatz 2 und 34 Buchstabe b müssen folgende Angaben enthalten:

a.
Datum;
b.
Schlachtbetrieb;
c.
Art des Materials;
d.
Gewicht des Materials;
e.
Verwendungszweck;
f.
Name, Anschrift und Kontrollnummer des Empfängerbetriebs.

34 Begleitpapiere für tierische Nebenprodukte, die für künstlerische Aktivitä­ten, zur Herstellung von Trophäen, zu taxidermischen Zwecken oder zu Diagnose-, Lehr- und Forschungszwecken bestimmt sind, müssen nur fol­gende Angaben enthalten:

a.
Datum;
b.
Name und Anschrift der Absenderin oder des Absenders und der Empfän­gerin oder des Empfängers;
c.
Art des Materials;
d.
Verwendungszweck.

4 Sammelstellen

41 Räumliche Aufteilung

411 Die Sammelstellen müssen eingezäunt sein, oder es muss auf andere Weise dafür gesorgt werden, dass unbefugte Personen sowie Tiere keinen Zugang haben.

412 Die Sammelstellen müssen über einen überdachten Ort für die Annahme der tierischen Nebenprodukte verfügen.

42 Einrichtung

421 Die Sammelstellen müssen so konzipiert sein, dass sie leicht zu reinigen und zu desinfizieren sind. Die Fussböden müssen so beschaffen sein, dass Flüs­sigkeiten leicht abfliessen können.

422 Die Sammelstellen müssen mit einer Kühlanlage ausgestattet sein, welche die tierischen Nebenprodukte, die nicht innerhalb von 24 Stunden abgeholt werden, auf eine Temperatur von höchstens +4 °C zu kühlen vermag.

43 Reinigung und Desinfektion

431 Die Sammelstellen müssen mit Einrichtungen für die Reinigung und Desinfek­tion von Räumen, Behältern und Geräten sowie zum Waschen der Hände ausgestattet sein.

432 Die Sammelstellen müssen sauber gehalten und regelmässig desinfiziert werden.

433 In den Sammelstellen sind Vorkehrungen zu treffen, um Vögeln und Nagern den Zugang zu verwehren und Insekten zu bekämpfen.

434 Die Sammelstellen müssen über ein hygienisch einwandfreies Abwasserablei­tungssystem verfügen.

Anhang 5 111

111 Bereinigt gemäss Ziff. II der V vom 28. Okt. 2015 (AS 2015 4271) und Ziff. II Abs. 4 der V vom 25. April 2018, in Kraft seit 1. Juni 2018 (AS 2018 2097).

(Art. 20 Abs. 3 Bst. c, 21, 22 Abs. 1 Bst. b, 23 Abs. 1 Bst. b, 28 Bst. a und d, 29 Bst. a, 30 Bst. d, 31 Bst. b, 31a Bst. d, 32 Bst. b, 33 Abs. 1 und 2 Bst. a und d sowie Abs. 4, 34a und 35 Bst. a)

Verarbeitungsmethoden für tierische Nebenprodukte

1 Drucksterilisation

11 Die Partikelgrösse des Rohmaterials darf bei Beginn des Sterilisationsprozes­ses höchstens 50 mm betragen. Grössere Teile sind me­chanisch zu zerkleinern. Die Wirksamkeit der Zerkleinerung ist zu kontrol­lieren und aufzuzeichnen. Ergeben die Kontrollen Materialteilchen mit einer Kantenlänge von über 50 mm, so ist der Zerkleinerungsprozess zu stoppen und die Anlage vor Wiederaufnahme des Betriebs zu reparieren.

12 Die Wirkung der Sterilisation muss einer Erhitzung auf eine Kerntemperatur von mindestens 133 °C bei einem Druck von 3 bar während 20 Minuten ent­sprechen.

2 Verwertung ausgeschmolzener Fette aus Material der Kategorie 2

Zur Gewinnung von Derivaten aus ausgeschmolzenen Fetten von Material der Kategorie 2 können folgende Verfahren eingesetzt werden:

21 Umesterung oder Hydrolyse bei mindestens 200 °C und einem entsprechen­den angemessenen Druck während 20 Minuten für die Herstellung von Gly­cerin, Fettsäuren und Ester.

22 Verseifung mit NaOH 12M für die Herstellung von Glycerin und Seife:

a.
bei Chargenbetrieb bei 95 °C während 3 Stunden; oder
b.
bei kontinuierlicher Arbeitsweise bei 140 °C und 2 bar während 8 Minuten.

3 Herstellung von Tierfutter, Dünger oder technischen Erzeugnissen aus Material der Kategorie 3

30 Verwendung von verarbeitetem tierischen Protein zur Herstellung von Tierfutter

301 Verarbeitetes tierisches Protein von Säugetieren, das zur Herstellung von Tierfutter verwendet wird, muss nach Ziffer 1 drucksterilisiert werden. Abweichend davon darf eine der folgenden Methoden verwendet werden:

a.
Schweineblut oder Bestandteile von Schweineblut dürfen für die Herstellung von Blutmehl mit einer der Methoden 2–5 oder 7 nach Anhang IV Kapitel III der Verordnung (EU) Nr. 142/2011112 behandelt werden. Bei der Anwendung der Methode 7 muss die Hitzebehandlung bei einer Kerntemperatur von 80 °C durchgeführt werden.
b.
Das verarbeitete tierische Protein darf mit einer der Methoden 2–5 oder 7 nach Anhang IV Kapitel III der Verordnung (EU) Nr. 142/2011 behandelt werden, sofern es:
1.
ausschliesslich zur Herstellung von Heimtierfutter verwendet wird,
2.
in eigens dafür vorgesehenen Behältern transportiert wird, die nicht zum Transport von anderen tierischen Nebenprodukten oder von Futtermitteln für Nutztiere verwendet werden, und
3.
auf direktem Weg von einem Verarbeitungsbetrieb für tierische Nebenprodukte der Kategorie 3 entweder zum Betrieb, in dem das Heimtierfutter hergestellt wird, oder zu einem bewilligten Lagerbetrieb und von dort auf direktem Weg zum Betrieb, in dem das Heimtierfutter hergestellt wird, transportiert wird.

302 Verarbeitetes tierisches Protein, das nicht von Säugetieren stammt, mit Ausnahme von Fischmehl, muss mit einer der Methoden 1–5 oder 7 nach Anhang IV Kapitel III der Verordnung (EU) Nr. 142/2011 behandelt werden.

303 Fischmehl muss mit einer der Methoden nach Anhang IV Kapitel III der Verordnung (EU) Nr. 142/2011 oder mit einer anderen Methode behandelt werden, die gewährleistet, dass das Produkt die mikrobiologischen Kriterien nach Ziffer 38 erfüllt.

112 Verordnung (EU) Nr. 142/2011 der Kommission vom 25. Februar 2011 zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 des Europäischen Parlaments und des Rates mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr bestimmte tierische Nebenprodukte sowie zur Durchführung der Richtlinie 97/78/EG des Rates hinsichtlich bestimmter gemäss der genannten Richtlinie von Veterinärkontrollen an der Grenze befreiter Proben und Waren, ABl. L 54 vom 26.2.2011, S. 1; zuletzt geändert durch Verordnung (EU) 2017/893 vom 24. Mai 2017, ABl. L 138 vom 25.5.2017, S. 92.

30a Verwendung von Blutprodukten zur Herstellung von Tierfutter

Blutprodukte, die zur Herstellung von Tierfutter verwendet werden, müssen nach Ziffer 1 drucksterilisiert werden. Abweichend davon dürfen Blutprodukte wie folgt behandelt werden:

a.
mit einer der Methoden 2–5 oder 7 nach Anhang IV Kapitel III der Verordnung (EU) Nr. 142/2011; oder
b.
mit einer anderen Methode, die gewährleistet, dass das Folgeprodukt die mikrobiologischen Kriterien nach Ziffer 38 erfüllt.

31 Verwendung von ausgeschmolzenen Fetten für Tierfutter

Entspricht das Fett nicht den lebensmittelrechtlichen Anforderungen, so muss es nach folgenden Kriterien hergestellt werden:

311 Fett von Säugetieren muss während 20 Minuten auf 133 °C erhitzt werden.

312 Wiederkäuerfette müssen zusätzlich so gereinigt werden, dass der Rest an unlöslichen Unreinheiten insgesamt 0,15 Gewichtsprozent nicht überschreitet.

313 Fett von anderen Tieren als Säugetieren, ausser Fischöl, muss nach einer der Methoden 1–5 oder 7 nach Anhang IV Kapitel III der Verordnung EU Nr. 142/2011 behandelt werden.

314 Fischöl muss mit einer der Methoden 1–7 nach Anhang IV Kapitel III der Verordnung EU Nr. 142/2011 oder mit einer anderen Methode behandelt werden, die gewährleistet, dass die mikrobiologischen Kriterien nach Ziffer 38 erfüllt sind.

31a Verfütterung von Milch, Milchprodukten und Kolostrum sowie von Zentrifugen- und Separatorenschlamm aus der Milchverarbeitung an Klauentiere

311a Milch, Milchprodukte und Kolostrum zur Verfütterung an Klauentiere sind unter Erhitzung auf mindestens 72 °C während 15 Sekunden zu pasteurisieren. Andere Temperatur-Zeit-Relationen oder Verfahren mit gleicher Wirkung auf die Inaktivierung von Maul- und Klauenseuchenviren sind ebenfalls zulässig.

312a Zentrifugen- und Separatorenschlamm aus der Milchverarbeitung muss während mindestens 60 Minuten auf 70 °C oder während mindestens 30 Minuten auf 80 °C erhitzt werden.

313a Auf die Erhitzung nach den Ziffern 311a und 312akann verzichtet werden, wenn:

a. der Milchproduzent die Milch direkt an seine eigenen Tiere verfüttert;

b. die Produkte in einer Tierhaltung verfüttert werden, die dem Herstellungsbetrieb unmittelbar angegliedert ist;

c. der Milchproduzent die Produkte direkt vom Verarbeitungsbetrieb bezogen hat, in den er seine Milch selber abliefert;

d. Kolostrum zur Versorgung von neugeborenen Tieren in der Nachbarschaft abgegeben wird.

32 Herstellung von Kollagen

Entspricht das Kollagen nicht den lebensmittelrechtlichen Anforderungen, so muss es nach folgenden Kriterien hergestellt werden:

321Als Ausgangsprodukte dürfen nur Knochen, Häute, Felle, Sehnen und Bän­der der Kategorie 3 von Tieren verwendet werden, die geschlachtet wurden.

322 Das Kollagen muss nach einem Verfahren hergestellt werden, bei dem gewährleistet ist, dass unverarbeitetes Material der Kategorie 3 eine Waschung und pH-Einstellung mit Säure oder Base durchläuft und danach gespült, filtriert und extrudiert wird. Nach dieser Behandlung kann das Kol­lagen getrocknet werden.

33 Herstellung von Gelatine

Entspricht die Gelatine nicht den lebensmittelrechtlichen Anforderungen, so muss sie nach einem Verfahren hergestellt werden, bei dem gewährleistet ist, dass das Rohmaterial einer Säure- oder Laugenbehandlung unterzogen und danach abgespült wird. Gelatine ist durch Erhitzen mit anschliessender Reinigung durch Filtrieren und Sterilisieren zu extrahieren.

34 Herstellung von hydrolysiertem Protein

341 Hydrolysiertes Protein muss nach einem Verfahren gewonnen werden, das gewährleistet, dass eine etwaige Kontamination des Rohmaterials auf einem Mindestmass gehalten wird. Hydrolisiertes Protein muss ein Molekularge­wicht unter 10 000 Dalton haben.

342 Hydrolisiertes Protein, das ganz oder teilweise von Fellen und Häuten von Wiederkäuern stammt, ist in einer Anlage zu erzeugen, die ausschliesslich hydrolisiertes Protein produziert, nach einem Verfahren, bei dem das Roh­material durch Salzen, Kalken und intensives Waschen vorbereitet wird und anschliessend:

a.
mehr als 3 Stunden lang bei einer Temperatur von über 80 °C einem pH-Wert von über 11 ausgesetzt und danach 30 Minuten lang bei einer Temperatur von über 140 °C und einem Druck von über 3,6 bar hitze­behandelt wird; oder
b.
zunächst einem pH-Wert von 1–2 und anschliessend einem pH-Wert von über 11 ausgesetzt und danach 30 Minuten lang bei einer Tempe­ratur von 140 °C und einem Druck von 3 bar hitzebehandelt wird.

35 Verarbeitung zu Dicalciumphosphat

351 Dicalciumphosphat muss nach einem Verfahren gewonnen werden, das gewährleistet, dass:

a.
das gesamte Knochenmaterial fein gemahlen, durch Zugabe von heis­sem Wasser entfettet und während mindestens zwei Tagen mit ver­dünnter Salzsäure bei einer Konzentration von mindestens 4 Prozent und einem pH-Wert von unter 1,5 behandelt wird;
b.
im Anschluss an das Verfahren unter Buchstabe a die so entstandene Phosphorlauge gekalkt wird, bis ein Dicalciumphosphat-Präzipitat mit einem pH-Wert von 4–7 entsteht; und
c.
das Präzipitat abschliessend bei einer Eintrittstemperatur von 65 °C bis 325 °C und einer Endtemperatur von 30 °C bis 65 °C heissluftgetrock­net wird.

352 Wird Dicalciumphosphat aus entfetteten Knochen gewonnen, so muss es aus Knochen gewonnen werden, die von der Fleischkontrolle als geniessbar bezeichnet wurden.

36 Verarbeitung zu Tricalciumphosphat

Tricalciumphosphat muss nach einem Verfahren gewonnen werden, das gewährleistet, dass:

a.
das gesamte Knochenmaterial so fein gemahlen wird, dass die Knochen­partikel unter 14 mm gross sind, das Material durch Zugabe von heissem Wasser im Gegenstrom entfettet wird und 30 Minuten lang einer kontinuierlichen Hitzebehandlung mit Dampf bei 145 °C und 4 bar unterzogen wird;
b.
der Proteinsud durch Zentrifugieren vom Hydroxyapatit getrennt wird; und
c.
das Tricalciumphosphat nach einer Lufttrocknung bei 200 °C im Wirbel­schichtverfahren zu Granulat verarbeitet wird.

37 Herstellung von Futter für Heimtiere

371 Zur Herstellung von Futterkonserven für Heimtiere muss das Material auf einen Fc-Wert von mindestens 3 erhitzt werden.

372 Auf andere Weise verarbeitetes Futter muss einer Hitzebehandlung bei einer Kerntemperatur von mindestens 90 °C unterzogen werden.

373 Kauspielzeug muss bei der Herstellung einer Behandlung unterzogen wer­den, die gewährleistet, dass Krankheitserreger wirksam abgetötet werden.

38 Mikrobiologische Kriterien zur Herstellung von Tierfutter

381 Von Heimtierfutter, ausgenommen Futterkonserven nach Ziffer 371, und von Folgeprodukten zur Herstellung von Futtermitteln müssen Zufallsstichproben entnommen werden zum Nachweis, dass sie die folgenden mikrobiologi­schen Normen erfüllen:

a.
Salmonella spp.:kein Befund in 25 g: n=5, c=0, m=0, M=0; Material­probe während oder unmittelbar nach der Auslagerung aus dem Verar­beitungsbetrieb entnommen;
b.
Enterobacteriaceae:n=5, c=2, m=10, M=300 in 1 g; Materialprobe wäh­rend oder unmittelbar nach der Auslagerung aus dem Verarbei­tungsbetrieb entnommen.

n

=
Anzahl der zu untersuchenden Proben;

m

=
Schwellenwert für die Keimzahl; das Ergebnis gilt als zufriedenstellend, wenn die Keimzahl in allen Proben m nicht überschreitet;

M

=
Höchstwert für die Keimzahl; das Ergebnis gilt als nicht zufriedenstellend, wenn die Keimzahl in einer oder mehreren Proben grösser oder gleich M ist;

c

=
Anzahl Proben, bei denen die Keimzahl zwischen m und M liegen kann, wobei die Probe noch als zulässig gilt, wenn die Keimzahl der anderen Proben m oder weniger beträgt.

382 Bei rohem Heimtierfutter müssen nur die Anforderungen nach Ziffer 381 Buchstabe a erfüllt werden.

39 Verarbeitung zu Dünger ohne vorherige Vergärung oder Kompostierung

391 Nebenprodukte der Kategorien 2 und 3 müssen vor der Verarbeitung zu Dünger nach Ziffer 1 druck­sterilisiert werden.

392 Bei der Verwendung von verarbeitetem tierischem Protein gelten für dessen Herstellung die Anforderungen nach Ziffer 30.

393 Anderes Ausgangsmaterial der Kategorie 3 als verarbeitetes tierisches Protein muss mit einer der Methoden 1–7 nach Anhang IV Kapitel III der Verordnung (EU) Nr. 142/2011 behandelt werden.

394 Abweichend von Ziffer 393 können Nebenprodukte von Wassertieren und Wirbellosen sowie Speisereste, Häute, Felle, Pelze, Hufe, Hörner, Borsten, Federn und Haare vor der Weiterverarbeitung während mindestens einer Stunde einer Hitzebehandlung mit einer Kerntemperatur von 70 °C unterzogen werden.

4 Verwertung in Biogas- und Kompostierungsanlagen

41 Material der Kategorie 3 muss vor oder im Rahmen der Verarbeitung in einer Biogas- oder Kompostierungsanlage nach Ziffer 1 drucksterilisiert werden.

42 Von der Pflicht zur Drucksterilisation ausgenommen sind Produkte nach Artikel 7 Buchstaben b–g, die zur Co-Vergärung in Faultürme von Abwasserreinigungsanlagen gegeben werden und deren Rückstände nach den Vorgaben der Umweltgesetzgebung verbrannt werden.

43 Von der Pflicht zur Drucksterilisation ausgenommen ist Material der Kategorie 3, wenn es vor oder im Rahmen der Vergärung oder Kompostierung bei einer Höchstteilchengrösse von 12 mm während mindestens einer Stunde einer Hitzebehandlung mit einer Kerntemperatur von 70 °C unterzogen wird.

44 Für Milch, Milchprodukte und Kolostrum (Art. 7 Bst. d) entfällt auch die Pflicht zur Hitzebehandlung nach Ziffer 43.

45 Für Federn ist anstelle der Hitzebehandlung nach Ziffer 43 eine Kalkung mit 2–5 Prozent Löschkalk zulässig.

46 Das BLV kann andere Verfahren bewilligen, sofern eine vergleichbare hygienische Wirkung nachgewiesen ist. Der Nachweis muss eine Risiko­be­wertung bezüglich der vom Einspeisungsmaterial ausgehenden Gefahr, eine Definition der Verfahrensbedingungen und eine Validierung des Verfahrens beinhalten. Die Validierung muss nachweisen, dass folgende Gesamt­risikoreduktion erreicht wird:

a.
eine Reduktion von 5 log10 von Enterococcus faecalis oder Salmo­nella Senftenberg (775W, H2S negativ);
b.
eine Verminderung des Infektiositätstiters von thermoresistenten Viren wie etwa Parvovirus um mindestens 3 log10 immer dann, wenn sie als relevante Gefahr ermittelt werden; und
c.
bei chemischen Verfahren zusätzlich eine Reduktion resistenter Parasi­ten wie etwa Eier von Ascaris sp. um mindestens 99,9 % (3 log10) der lebensfähigen Stadien.

5 Herstellung von technischen Erzeugnissen

Tierische Nebenprodukte und Folgeprodukte, die für die Herstellung von technischen Erzeugnissen verwendet werden, müssen pasteurisiert oder nach einem anderen Verfahren mit vergleichbarer Wirkung im Hinblick auf die Reduktion von Mikroorganismen behandelt werden.

Anhang 6 113

113 Heute: Anhang 1a (AS 2018 2097).

Anhang 7 114

114 Bereinigt gemäss Anhang Ziff. 5 der V vom 4. Nov. 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 4791).

(Art. 25 Abs. 2)

Anforderungen an Plätze zum Vergraben von Tierkörpern und Schutzmassnahmen beim Vergraben

1 Standort

11 Plätze zum Vergraben von Tierkörpern dürfen nicht in Grundwasserschutzzonen und in Grundwasserschutzarealen liegen. Werden grosse Mengen von Tierkörpern vergraben, so darf der Platz nicht in den besonders gefährdeten Bereichen nach Artikel 29 Absatz 1 der Gewässerschutzverordnung vom 28. Oktober 1998115 liegen.

12 Sie dürfen nicht in Gebieten mit vernässtem Boden liegen oder in Gebieten, die überschwemmungs-, steinschlag-, rutsch- oder besonders erosions­ge­fährdet sind.

13 Tierkörper dürfen nicht im Einzugsgebiet von Quellen und in Gebieten vergraben werden, die für die Trinkwassergewinnung von Bedeutung sind.

2 Schutzmassnahmen

21 Die vergrabenen Tierkörper müssen mindestens 2 m über dem Grundwasser­spiegel liegen und mit einer Erdschicht von mindestens 1,2 m Dicke über­deckt werden.

22 Werden grosse Mengen von Tierkörpern vergraben, so muss der Platz wäh­rend mindestens zweier Jahre eingezäunt werden. Die Kantonstierärztin oder der Kantonstierarzt kann diese Frist verlängern, wenn die geplante Nutzung ein Risiko für die Gesundheit von Menschen und Tieren darstellt.

23 Tierfriedhöfe müssen eingezäunt oder sonst in geeigneter Weise von der Umgebung abgegrenzt sein.

Anhang 8

(Art. 47)

Aufhebung und Änderung bisherigen Rechts

I

Die Verordnung vom 23. Juni 2004116 über die Entsorgung von tierischen Nebenpro­dukten wird aufgehoben.

II

Die nachstehenden Verordnungen werden wie folgt geändert:

...117

116 [AS 2004 3079, 2005 4199Anhang 3 Ziff. II 9, 2006 5217Anhang Ziff. 6, 2007 2711Ziff. II 2, 2008 1189]

117 Die Änderungen können unter AS 2011 2699konsultiert werden.

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EOG EOV EPDG EPDV EPDV-EDI EpG EpV ERV-BVGer ESV ExpaV EÖBV EÖBV-EJPD F: FamZG FamZV FAV FDO FHG FHV FIFG FiFV FiG FiLaG FiLaV FinfraG FinfraV FinfraV-FINMA FINIG FINIV FINMAG FiV FKG FLG FLV FMBV FMedG FMedV FMG FMV FOrgV FPV FrSV FusG FV FVAV FWG FWV FZG FZV G: GaGV GBV GebR-BVGer GebR-PatGer GebV ESTV GebV SchKG GebV-AIG GebV-ArG GebV-ASTRA GebV-AVG GebV-BAFU GebV-BASPO GebV-BAZL GebV-BJ GebV-BLW GebV-EDA GebV-EDI-NBib GebV-En GebV-ESA GebV-fedpol GebV-FMG GebV-HReg GebV-IGE GebV-KG GebV-NBib GebV-Publ GebV-SBFI GebV-TPS GebV-TVD GebV-VBS GebV-öV GebV-ÜPF GeBüV GeoIG GeoIV GeoIV-swisstopo GeomV GeoNV GesBG GesBKV GGBV GGUV GgV GKZ GlG GLPV GR-PatGer GR-WEKO GRN GRS GSchG GSchV GSG GTG GUMG GUMV GUMV-EDI GVVG GüTG GüTV H: HArG HArGV HasLV HasLV-WBF HBV HELV HEsÜ HFG HFKG HFV HGVAnG HKSV HKsÜ HMG HRegV HSBBV HVA HVI HVUV HyV I: IAMV IBH-V IBLV IBSG IBSV IFEG IGE-OV IGE-PersV IGEG InvV IPFiV IPRG IQG IR-PatGer IRSG IRSV ISABV-V ISchV ISLV IStrV-EZV ISUV ISVet-V IVG IVV IVZV J: 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A: AccredO-LPsy AETR C: Caclid CC CCoop-ESF CE-TAF CEDH CL CLaH 2000 CLaH 96 CO CP CPC Cpecmdi CPM CPP Cprlsaé Crdl Crpc Cst-GE Cst. Ctflij D: DE-OCEB DE-OCF DE-OMBat DPA DPMin E: EIMP F: FITAF FP-TFB L: LA LAA LAAF LAAM LACI LAFam LAGH LAgr LAI Lalc LAM LAMal LAO LAP LApEl LAPG LAr LArm LAS LASEI LAsi LAT LAVI LAVS LB LBCF LBFA LBI LBNS LCA LCAP LCart LCBr LCC LCD LCdF LCESF LCF LCFF LChim LChP LCin LCITES LCo LCPI LCPR LCR LD LDA LDAl LDEA LDEP LDes LDFR LDI LDIF LDIP LDP LDT LDét LEAC LEAR LEaux LEC LEDPP LEEJ LEFin LEg LEH LEHE LEI LEIS LEMO LEne LEnTR LENu LEp LERI LESE LESp LET LEx LF-CLaH LF-EEA LFA LFAIE LFC LFCo LFE LFH LFIF LFINMA LFisE LFLP LFMG LFo LFORTA LFPC LFPr LFSP LFus LGG LGéo LHand LHID LHR LIA LIB LICa LIE LIFD LIFSN LIMF Limpauto Limpmin LIPI LIPPI LISDC LISint LITC LJAr LLC LLCA LLG LLGV LMAP LMC LMCFA LMP LMSI LMét LN LNI LOA LOAP LOC LOG LOGA LOP LOST LP LPA LPAP LParl LPart LPBC LPC LPCA LPCC LPCo LPD LPDS LPE LPers LPGA LPM LPMA LPMéd LPN LPO LPP LPPCi LPPS LPSan LPSP LPsy LPTh LPubl LRaP LRCF LRCN LRCS LRens LRFP LRH LRN LRNIS LRPL LRS LRTV LSA LSAMal LSC LSCPT LSE LSEtr LSF LSIA LSIP LSIS LSPr LSPro LSR LStup LSu LT LTab LTaD LTAF LTBC LTC LTEO LTF LTFB LTI LTM LTN LTo LTr LTRA LTrAlp LTrans LTrD LTro LTTM LTV LTVA Ltém LUMin LUsC LVA LVP LVPC O: O E-VERA O LERI DEFR O OFSPO J+S O pers mil O-CNC-FPr O-CP-CPM O-HEFSM O-LEHE O-LERI O-LRNIS O-OPers O-OPers-DFAE O-SI ABV O-SIGEXPA O-STAC OA 1 OA 2 OA 3 OAA OAAcc OAAE OAAE-DFJP OAAF OAAFM OAAFM-DDPS OAASF OAbCV OAC OACA OACAMIL OACata OAcCP OACE OACI OACM OACP OACS OAdd OAdma OAdo OADou OAEP OAF OAFA OAFam OAG OAGH OAGH-DFI OAgrD OAIE OAlc