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Verordnung
über die Deklaration für landwirtschaftliche
Erzeugnisse aus in der Schweiz verbotener Produktion
(Landwirtschaftliche Deklarationsverordnung, LDV)

vom 26. November 2003 (Stand am 2. Oktober 2020)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 18 Absatz 1 und 177 des Landwirtschaftsgesetzes
vom 29. April 19981 (LwG),

verordnet:

1. Abschnitt: Geltungsbereich

Art. 12  

1 Die­se Ver­ord­nung gilt für fol­gen­de ein­ge­führ­te Er­zeug­nis­se:

a.
Fleisch von Tie­ren der Pfer­de-, Rind­vieh-, Schaf-, Zie­gen- und Schwei­ne­gat­tung mit Aus­nah­me der Wild­schwei­ne, von Haus­ka­nin­chen, von Haus­ge­flü­gel mit Aus­nah­me der Le­ge­hen­nen so­wie von Zucht-Scha­len­wild;
b.
Fleisch­zu­be­rei­tun­gen und Flei­scher­zeug­nis­se mit ei­nem Fleischan­teil von min­des­tens 20 Mas­sen­pro­zent;
c.
Ei­er von Haus­hüh­nern (Gal­lus gal­lus do­me­sti­cus);
d.
Zu­be­rei­tun­gen mit Ei­ern von Haus­hüh­nern (Gal­lus gal­lus do­me­sti­cus)(Ei­er­zu­be­rei­tun­gen).

2 Sie gilt nicht für Brüh­wurst-, Roh­wurst- und Koch­wurst­wa­ren.

3 Als Fleisch gel­ten al­le ge­niess­ba­ren Kör­per­tei­le der Tie­re nach Ab­satz 1 Buch­sta­be a.

4 Für Fleisch­zu­be­rei­tun­gen und Flei­scher­zeug­nis­se gel­ten die mass­ge­ben­den De­fi­ni­tio­nen des Eid­ge­nös­si­schen De­par­te­ments des In­nern (EDI) im Be­reich Le­bens­mit­tel tie­ri­scher Her­kunft.

5Für Ei­er gilt die mass­ge­ben­de De­fi­ni­ti­on des EDI im Be­reich Le­bens­mit­tel tie­ri­scher Her­kunft.

6Als Ei­er­zu­be­rei­tun­gen gel­ten Spie­ge­lei­er, ge­koch­te Ei­er so­wie ge­koch­te und ge­schäl­te gan­ze Ei­er (Trai­teurei­er).

2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

2. Abschnitt: Deklaration

Art. 2 Deklarationspflicht 3  

1 Wer Er­zeug­nis­se nach Ar­ti­kel 1 Ab­satz 1, die aus in der Schweiz ver­bo­te­ner Pro­duk­ti­on stam­men, an Kon­su­men­tin­nen und Kon­su­men­ten ab­gibt, muss die­se Er­zeug­nis­se bei der Ab­ga­be nach den Ar­ti­keln 3–5 de­kla­rie­ren.

2 Die De­kla­ra­ti­ons­pflicht nach Ab­satz 1 gilt auch, wenn die Er­zeug­nis­se in ge­mein­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen wie Gast­stät­ten, Kran­ken­häu­sern oder Ge­mein­schafts­ver­pfle­gungs­be­trie­ben ab­ge­ge­ben wer­den.

3 Von der De­kla­ra­ti­ons­pflicht nach den Ab­sät­zen 1 und 2 ist aus­ge­nom­men, wer nach­wei­sen kann, dass die Er­zeug­nis­se aus ei­ner Pro­duk­ti­on stam­men, die in der Schweiz nicht ver­bo­ten ist.

4 Als in der Schweiz ver­bo­ten gilt:

a.
die Pro­duk­ti­on von Fleisch un­ter Ver­wen­dung fol­gen­der Stof­fe als Leis­tungs­för­de­rer:
1.
hor­mo­nel­ler und nichthor­mo­nel­ler Stof­fe nach An­hang 4 Buch­sta­be b der Tier­arz­nei­mit­tel­ver­ord­nung vom 18. Au­gust 20044, oder
2.
nichthor­mo­nel­ler Stof­fe nach Ar­ti­kel 160 Ab­satz 8 LwG;
b.
die Pro­duk­ti­on von Fleisch von Haus­ka­nin­chen und die Pro­duk­ti­on von Ei­ern, bei de­nen die fol­gen­den An­for­de­run­gen an die Tier­hal­tung nicht ein­ge­hal­ten wer­den:
1.
für die Hal­tung von Haus­ka­nin­chen: die Ar­ti­kel 7, 10 Ab­satz 1, 64 und 65 der Tier­schutz­ver­ord­nung vom 23. April 20085,
2.
für die Hal­tung von Haus­hüh­nern: An­hang 1 Ta­bel­le 9 der Tier­schutz­ver­ord­nung vom 23. April 2008.

5 Für den Nach­weis, dass ein Er­zeug­nis nicht aus in der Schweiz ver­bo­te­ner Pro­duk­ti­on stammt (Nach­weis gleich­wer­ti­ger Pro­duk­ti­ons­ver­bo­te), gel­ten die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 6 oder 8.

3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

4 SR 812.212.27

5 SR 455.1

Art. 3 Deklaration von Fleisch, Fleischzubereitungen und Fleischerzeugnissen 6  

1 Fleisch so­wie Fleisch­zu­be­rei­tun­gen und Flei­scher­zeug­nis­se sind mit dem zu­tref­fen­den der bei­den Hin­wei­se «Kann mit hor­mo­nel­len Leis­tungs­för­de­rern er­zeugt wor­den sein.» und «Kann mit nichthor­mo­nel­len Leis­tungs­för­de­rern, wie An­ti­bio­ti­ka, er­zeugt wor­den sein.» zu de­kla­rie­ren. Ge­ge­be­nen­falls sind bei­de Hin­wei­se an­zu­brin­gen.

2 Fleisch so­wie Fleisch­zu­be­rei­tun­gen und Flei­scher­zeug­nis­se mit Fleisch von Haus­ka­nin­chen sind mit dem Hin­weis «Aus in der Schweiz nicht zu­ge­las­se­ner Hal­tungs­form» zu de­kla­rie­ren.

6 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

Art. 4 Deklaration von Eiern und Eierzubereitungen 7  

Ei­er und Ei­er­zu­be­rei­tun­gen sind mit dem Hin­weis «Aus in der Schweiz nicht zu­ge­las­se­ner Kä­fig­hal­tung» zu de­kla­rie­ren.

7 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

Art. 5 Form der Deklaration 8  

1 Die De­kla­ra­ti­on hat den Be­stim­mun­gen der Ar­ti­kel 26–28 der Le­bens­mit­tel- und Ge­brauchs­ge­gen­stän­de­ver­ord­nung vom 23. No­vem­ber 20059 zu ent­spre­chen.

2 Bei vor­ver­pack­ten Er­zeug­nis­sen ist die De­kla­ra­ti­on auf je­der Pa­ckung oder Eti­ket­te an­zu­brin­gen. Bei of­fen an­ge­bo­te­nen Er­zeug­nis­sen ist ei­ne schrift­li­che De­kla­ra­ti­on am Stand­ort des Er­zeug­nis­ses an­zu­brin­gen.

3 In Ein­rich­tun­gen wie Gast­stät­ten, Kran­ken­häu­sern oder Ge­mein­schafts­ver­pfle­gungs­be­trie­ben hat die De­kla­ra­ti­on schrift­lich zu er­fol­gen. Be­steht für ein Er­zeug­nis ein vor­über­ge­hen­der, kurz­fris­ti­ger Ver­sor­gungs­eng­pass, so kann über des­sen Er­satz münd­lich in­for­miert wer­den.

8 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

9 SR 817.02

3. Abschnitt: Nachweis gleichwertiger Produktionsverbote

Art. 6 Nachweis gleichwertiger gesetzlicher Produktionsverbote 10  

1 Der Nach­weis, dass ein Er­zeug­nis nicht aus in der Schweiz ver­bo­te­ner Pro­duk­ti­on stammt, ist er­bracht, wenn:

a.
der Wa­ren­fluss mit­tels Wa­ren­los ge­mä­ss den mass­ge­ben­den Vor­schrif­ten des EDI im Be­reich der Kenn­zeich­nung und An­prei­sung von Le­bens­mit­teln lücken­los rück­ver­folg­bar ist; und
b.
das Er­zeug­nis aus ei­nem Land stammt, in dem nach der Län­der­lis­te (Art. 7) für den ent­spre­chen­den Roh­stoff gleich­wer­ti­ge ge­setz­li­che Pro­duk­ti­ons­ver­bo­te gel­ten.

2 An­stel­le des Nach­wei­ses nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b kann der Nach­weis, dass ein Er­zeug­nis nicht un­ter Ver­wen­dung von Stof­fen nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 4 Buch­sta­be a Zif­fer 1 als Leis­tungs­för­de­rern er­zeugt wur­de, mit ei­ner von der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU) an­er­kann­ten amt­s­tier­ärzt­li­chen Be­schei­ni­gung er­bracht wer­den. Die Be­schei­ni­gung muss das Er­zeug­nis bei der Ein­fuhr be­glei­ten. Die An­for­de­run­gen an die Be­schei­ni­gung rich­ten sich nach dem be­tref­fen­den EU-Rechts­akt, auf den in den Vor­schrif­ten des EDI im Be­reich der Kon­trol­le der Ein- und Durch­fuhr von Tie­ren und Tier­pro­duk­ten ver­wie­sen wird; mass­ge­bend ist da­bei die dort ge­nann­te Fas­sung des EU-Rechts­ak­tes.

10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

Art. 7 Länderliste  

1 Das Bun­des­amt für Land­wirt­schaft (BLW) legt in ei­ner Lis­te die­je­ni­gen Län­der fest (Län­der­lis­te), in de­nen ge­setz­li­che Pro­duk­ti­ons­ver­bo­te gel­ten, die den Pro­duk­ti­ons­ver­bo­ten nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 4 ent­spre­chen, und die ein ent­spre­chen­des Über­wa­chungs­pro­gramm ha­ben.11

2 In die Län­der­lis­te wird ein Land auf An­trag hin auf­ge­nom­men. Dem An­trag sind al­le not­wen­di­gen Un­ter­la­gen bei­zu­le­gen.

3 Die Län­der­lis­te gibt das Land, die Tier­ka­te­go­rie so­wie die Ge­set­zes­grund­la­ge an und zeigt die Art des Pro­duk­ti­ons­ver­bo­tes auf.

4 Das BLW12 prüft je­des Jahr, ob das Land die Vor­aus­set­zun­gen für die Bei­be­hal­tung in der Län­der­lis­te er­füllt. Sind die­se nicht er­füllt, so ist das Land aus der Lis­te zu strei­chen.

11 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

12 Aus­druck ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827). Die Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 7a13  

13 Ein­ge­fügt durch An­hang 2 der V vom 27. Aug. 2008 über die Ein- und Durch­fuhr von Tier­pro­duk­ten aus Dritt­staa­ten im Luft­ver­kehr (AS 2008 4173). Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, mit Wir­kung seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

Art. 8 Nachweis gleichwertiger Produktionsverbote auf Grund von Produktionsrichtlinien  

1 Der Nach­weis gleich­wer­ti­ger Pro­duk­ti­ons­ver­bo­te ist er­bracht, wenn:

a.14
die Im­por­teu­rin be­zie­hungs­wei­se der Im­por­teur ei­ne recht­kräf­ti­ge Ver­fü­gung nach Ar­ti­kel 9 Ab­satz 3 hat, mit der ein gleich­wer­ti­ges Pro­duk­ti­ons­ver­bot an­er­kennt wird;
b.
je­de ein­ge­führ­te Wa­ren­sen­dung mit ei­ner Be­schei­ni­gung der Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le be­glei­tet ist; und
c.15
der Wa­ren­fluss mit­tels Wa­ren­los ge­mä­ss den mass­ge­ben­den Vor­schrif­ten des EDI im Be­reich der Kenn­zeich­nung und An­prei­sung von Le­bens­mit­teln lücken­los rück­ver­folg­bar ist.

2 Die Be­schei­ni­gung der Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le muss ins­be­son­de­re den Na­men des Pro­duk­ti­ons-, Ver­ar­bei­tungs- so­wie Han­dels­be­trie­bes ent­hal­ten und das Ein­hal­ten des vom BLW an­er­kann­ten gleich­wer­ti­gen Pro­duk­ti­ons­ver­bo­tes be­zeu­gen.

14 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I der V vom 14. Nov. 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6441).

15 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

Art. 9 Anerkennung der Produktionsrichtlinien 16  

1 Das BLW an­er­kennt pri­vat­recht­li­che Pro­duk­ti­ons­richt­li­ni­en als den Pro­duk­ti­ons­ver­bo­ten nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 4 Buch­sta­be a Zif­fer 2 und Buch­sta­be b gleich­wer­tig, wenn:

a.
die Pro­duk­ti­ons­richt­li­ni­en den Ver­bo­ten nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 4 Buch­sta­be a Zif­fer 2 und Buch­sta­be b gleich­wer­ti­ge Pro­duk­ti­ons­ver­bo­te ent­hal­ten;
b.
die Ein­hal­tung der Pro­duk­ti­ons­richt­li­ni­en mit ei­nem Zer­ti­fi­zie­rungs­pro­gramm ei­ner Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le auf Stu­fe der Pro­duk­ti­on des Er­zeug­nis­ses si­cher­ge­stellt ist;
c.
ei­ne Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le die Wa­ren­fluss­tren­nung in Ver­ar­bei­tung und Han­del kon­trol­liert; und
d.
ei­ne Gleich­wer­tig­keits­er­klä­rung ei­ner Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le vor­liegt; Grund­la­ge der Gleich­wer­tig­keits­er­klä­rung ist der Be­richt nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 3.

2 Ge­su­che um An­er­ken­nung ei­ner Pro­duk­ti­ons­richt­li­nie sind von der Im­por­teu­rin oder vom Im­por­teur beim BLW auf dem da­für vor­ge­se­he­nen For­mu­lar ein­zu­rei­chen.

3 Das Er­geb­nis der Prü­fung wird der Im­por­teu­rin be­zie­hungs­wei­se dem Im­por­teur vom BLW ver­fügt.

4 Die Pro­duk­ti­ons­richt­li­nie wird, un­ter dem Vor­be­halt der Wie­der­er­wä­gung und des Wi­der­rufs, für ein Jahr an­er­kannt, so­fern die Gül­tig­keits­dau­er der mit dem Ge­such ein­ge­reich­ten Gleich­wer­tig­keits­er­klä­rung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be d im Zeit­punkt der Ein­rei­chung des Ge­suchs min­des­tens neun Mo­na­te be­trägt. An­dern­falls wird die Dau­er der An­er­ken­nung der Pro­duk­ti­ons­richt­li­nie auf die Gül­tig­keits­dau­er der ein­ge­reich­ten Gleich­wer­tig­keits­er­klä­rung be­schränkt.

5 Reicht die Im­por­teu­rin oder der Im­por­teur spä­tes­tens vier Wo­chen vor Ab­lauf der Gel­tungs­dau­er der Ver­fü­gung ein neu­es Ge­such ein, so ent­schei­det das BLW vor Ab­lauf der Gel­tungs­dau­er der Ver­fü­gung.

6 ...17

16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

17 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 3 der CO­VID-19-Ver­ord­nung Land­wirt­schaft vom 1. April 2020, in Kraft vom 2. April 2020 bis zum 1. Okt. 2020 (AS 2020 1141).

Art. 10 Veröffentlichung 18  

1 Das BLW ver­öf­fent­licht pe­ri­odisch die Be­zeich­nun­gen der pri­vat­recht­li­chen Pro­duk­ti­ons­richt­li­ni­en, die als ei­nem Pro­duk­ti­ons­ver­bot gleich­wer­tig an­er­kannt sind.

2 Es gibt an, für wel­che Er­zeug­nis­se die­se Pro­duk­ti­ons­richt­li­ni­en gel­ten. Zu­dem gibt es ins­be­son­de­re die Im­por­teu­rin oder den Im­por­teur, das Pro­duk­ti­ons­land des Roh­stof­fes und den Pro­duk­ti­ons­be­trieb an.

3 Die Form der Ver­öf­fent­li­chung steht dem BLW frei.

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

Art. 11 Zertifizierungsstellen 19  

Die Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len müs­sen:

a.
für ih­re Tä­tig­keit nach der Ak­kre­di­tie­rungs- und Be­zeich­nungs­ver­ord­nung vom 17. Ju­ni 199620 ak­kre­di­tiert sein;
b.
über ei­ne fest­ge­leg­te Or­ga­ni­sa­ti­on so­wie Zer­ti­fi­zie­rungs- und Über­wa­chungs­ver­fah­ren (Stan­dard­kon­troll­ver­fah­ren) ver­fü­gen, in de­nen ins­be­son­de­re die Kri­te­ri­en, die den von ih­nen kon­trol­lier­ten Un­ter­neh­men zur Auf­la­ge ge­macht wer­den, so­wie ein ge­eig­ne­tes Mass­nah­men­kon­zept bei fest­ge­stell­ten Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten fest­ge­legt sind;
c.
über die Sach­kom­pe­tenz, Aus­rüs­tung und In­fra­struk­tur ver­fü­gen, die zur Wahr­neh­mung der Kon­troll- und Zer­ti­fi­zie­rungs­tä­tig­keit ge­mä­ss die­ser Ver­ord­nung not­wen­dig sind;
d.
über ei­ne aus­rei­chen­de Zahl von Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern ver­fü­gen, die aus­rei­chen­des Fach­wis­sen über die Tier­pro­duk­ti­on und aus­rei­chen­de Kennt­nis­se der nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 4 in der Schweiz ver­bo­te­nen Pro­duk­ti­ons­me­tho­den ha­ben;
e.
si­cher­stel­len, dass ih­re Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter über die er­for­der­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on, Aus­bil­dung und Er­fah­rung im Be­reich der tie­ri­schen Pro­duk­ti­on im All­ge­mei­nen und der Vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung im Be­son­de­ren ver­fü­gen;
f.
im Hin­blick auf die Kon­troll- und Zer­ti­fi­zie­rungs­tä­tig­keit ge­mä­ss die­ser Ver­ord­nung un­ab­hän­gig und frei von jeg­li­chem In­ter­es­sen­kon­flikt sein;
g.
über ei­ne ge­eig­ne­te Re­ge­lung für die Un­ab­hän­gig­keit und Ro­ta­ti­on der Kon­trol­leu­rin­nen und Kon­trol­leu­re ver­fü­gen; und
h.
Ge­währ bie­ten, dass schwer­wie­gen­de Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten dem BLW un­mit­tel­bar und um­fas­send mit­ge­teilt wer­den.

19 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

20 SR 946.512

Art. 12 Ausländische Zertifizierungsstellen 21  

1 Das BLW an­er­kennt nach Rück­spra­che mit der Schwei­ze­ri­schen Ak­kre­di­tie­rungs­stel­le aus­län­di­sche Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len, wenn die­se ei­ne Qua­li­fi­ka­ti­on nach­wei­sen kön­nen, die der in der Schweiz ge­for­der­ten Qua­li­fi­ka­ti­on gleich­wer­tig ist.

2 Die Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­len ha­ben ins­be­son­de­re den Nach­weis zu er­brin­gen, dass sie:

a.
die An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 11 er­fül­len;
b.
die Pflich­ten nach Ar­ti­kel 13 wahr­neh­men;
c.
die be­tref­fen­de schwei­ze­ri­sche Ge­setz­ge­bung ken­nen.

3 Vor­be­hal­ten bleibt Ar­ti­kel 18 Ab­satz 3 des Bun­des­ge­set­zes vom 6. Ok­to­ber 199522 über die tech­ni­schen Han­dels­hemm­nis­se.

4 Das BLW kann die An­er­ken­nung be­fris­ten und mit Auf­la­gen ver­bin­den. Ins­be­son­de­re kann es der Stel­le zur Auf­la­ge ma­chen:

a.
die bei der Kon­troll­tä­tig­keit ge­won­ne­nen Da­ten und In­for­ma­tio­nen aus­sch­liess­lich zu Kon­troll­zwe­cken zu ver­wen­den so­wie die schwei­ze­ri­schen Vor­schrif­ten über den Da­ten­schutz ein­zu­hal­ten;
b.
je­de ge­plan­te Än­de­rung der für die An­er­ken­nung be­deut­sa­men Tat­sa­chen vor­her mit dem BLW ab­zu­stim­men;
c.
ei­ne an­ge­mes­se­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rung ab­zu­sch­lies­sen oder aus­rei­chen­de Rück­la­gen zu bil­den.

5 Das BLW kann die An­er­ken­nung auf­he­ben, wenn die Be­din­gun­gen und Auf­la­gen nicht er­füllt wer­den.

21 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

22 SR 946.51

Art. 13 Kontrollen 23  

1 Die Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le führt min­des­tens ein­mal jähr­lich ei­ne Kon­trol­le pro Un­ter­neh­men durch. Sie über­prüft da­bei al­le der Zer­ti­fi­zie­rungs­pflicht un­ter­ste­hen­den Un­ter­neh­men dar­auf, ob sie die Vor­schrif­ten die­ser Ver­ord­nung voll­stän­dig ein­hal­ten.

2 Zu­sätz­lich zur jähr­lich durch­ge­führ­ten Kon­trol­le führt die Zer­ti­fi­zie­rungs­stel­le bei min­des­tens 10 Pro­zent der Un­ter­neh­men stich­pro­ben­wei­se un­an­ge­kün­dig­te Kon­trol­len durch.

3Über die Kon­trol­len nach den Ab­sät­zen 1 und 2 ist zu­han­den des BLW ein um­fas­sen­der Be­richt zu er­stel­len, der von der für das kon­trol­lier­te Un­ter­neh­men ver­ant­wort­li­chen Per­son ge­gen­zu­zeich­nen ist.

23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

4. Abschnitt: Schlussbestimmungen

Art. 14 Vollzug  

Die kan­to­na­len Le­bens­mit­tel­kon­troll­be­hör­den voll­zie­hen die­se Ver­ord­nung nach der Le­bens­mit­tel­ge­setz­ge­bung, so­weit da­mit nicht das BLW be­traut ist.

Art. 15 Aufhebung bisherigen Rechts  

Die Ver­ord­nung vom 3. No­vem­ber 199924 über die De­kla­ra­ti­on für land­wirt­schaft­li­che Er­zeug­nis­se aus in der Schweiz ver­bo­te­ner Pro­duk­ti­on wird auf­ge­ho­ben.

Art. 16 Übergangsbestimmung zur Änderung vom 20. Mai 2015 25  

Für die Ab­ga­be von Er­zeug­nis­sen, die vor dem 1. Ja­nu­ar 2016 ein­ge­führt wer­den, kön­nen die De­kla­ra­ti­ons­vor­schrif­ten nach bis­he­ri­gem Recht an­ge­wen­det wer­den.

25 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des V vom 20. Mai 2015, in Kraft seit 1. Ju­li 2015 (AS 2015 1827).

Art. 17 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. Ja­nu­ar 2004 in Kraft.

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