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Bundesgesetz
über Geldspiele
(Geldspielgesetz, BGS)

vom 29. September 2017 (Stand am 1. Januar 2021)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 106 der Bundesverfassung1,
nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 21. Oktober 20152,

beschliesst:

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand  

1 Die­ses Ge­setz re­gelt die Zu­läs­sig­keit von Geld­spie­len und de­ren Durch­füh­rung so­wie die Ver­wen­dung der Spie­ler­trä­ge.

2 Die­ses Ge­setz gilt nicht für:

a.
Geld­spie­le im pri­va­ten Kreis;
b.
Ge­schick­lich­keitss­pie­le, die we­der au­to­ma­ti­siert noch in­ter­kan­to­nal noch on­li­ne durch­ge­führt wer­den;
c.
Sport­wett­kämp­fe;
d.
kurz­zei­tig zur Ver­kaufs­för­de­rung durch­ge­führ­te Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­le, von de­nen kei­ne Ge­fahr von ex­zes­si­vem Geld­spiel aus­geht und bei de­nen die Teil­nah­me aus­sch­liess­lich über den Kauf von Wa­ren oder Dienst­leis­tun­gen er­folgt, die zu höchs­tens markt­kon­for­men Prei­sen an­ge­bo­ten wer­den;
e.
durch Me­dien­un­ter­neh­men kurz­zei­tig zur Ver­kaufs­för­de­rung durch­ge­führ­te Lot­te­ri­en und Ge­schick­lich­keitss­pie­le, von de­nen kei­ne Ge­fahr von ex­zes­si­vem Geld­spiel aus­geht und an de­nen zu den gleich gu­ten Zu­gangs- und Teil­nah­me­be­din­gun­gen wie bei Leis­tung ei­nes geld­wer­ten Ein­sat­zes oder bei Ab­schluss ei­nes Rechts­ge­schäfts auch gra­tis teil­ge­nom­men wer­den kann;
f.
Tä­tig­kei­ten, die ge­mä­ss Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­setz vom 22. Ju­ni 20073 der Auf­sicht der Eid­ge­nös­si­schen Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA) un­ter­ste­hen.

3 Die­ses Ge­setz gilt auch nicht für Schnee­ball-, La­wi­nen- oder Py­ra­mi­den­sys­te­me. Für die­se gel­ten die Vor­schrif­ten des Bun­des­ge­set­zes vom 19. De­zem­ber 19864 ge­gen den un­lau­te­ren Wett­be­werb.

Art. 2 Zweck  

Die­ses Ge­setz bezweckt, dass:

a.
die Be­völ­ke­rung an­ge­mes­sen vor den Ge­fah­ren ge­schützt wird, die von den Geld­spie­len aus­ge­hen;
b.
Geld­spie­le si­cher und auf trans­pa­ren­te Wei­sedurch­ge­führt wer­den;
c.
die Rein­ge­win­ne aus den Gross­s­pie­len, aus­ge­nom­men die Rein­ge­win­ne aus den Ge­schick­lich­keitss­pie­len, und die Rein­ge­win­ne ei­nes be­stimm­ten Teils der Klein­spie­le voll­um­fäng­lich und in trans­pa­ren­ter Wei­se für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke ver­wen­det wer­den;
d.
ein Teil der Brut­to­spie­ler­trä­ge der Spiel­ban­ken zu­guns­ten der Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung ver­wen­det wird.
Art. 3 Begriffe  

Die fol­gen­den Aus­drücke be­deu­ten:

a.
Geld­spie­le: Spie­le, bei de­nen ge­gen Leis­tung ei­nes geld­wer­ten Ein­sat­zes oder bei Ab­schluss ei­nes Rechts­ge­schäfts ein Geld­ge­winn oder ein an­de­rer geld­wer­ter Vor­teil in Aus­sicht steht;
b.
Lot­te­ri­en: Geld­spie­le, die ei­ner un­be­grenz­ten oder zu­min­dest ei­ner ho­hen An­zahl Per­so­nen of­fen­ste­hen und bei de­nen das Er­geb­nis durch ein und die­sel­be Zu­falls­zie­hung oder durch ei­ne ähn­li­che Pro­ze­dur er­mit­telt wird;
c.
Sport­wet­ten: Geld­spie­le, bei de­nen der Spiel­ge­winn ab­hän­gig ist von der rich­ti­gen Vor­her­sa­ge des Ver­laufs oder des Aus­gangs ei­nes Sporter­eig­nis­ses;
d.
Ge­schick­lich­keitss­pie­le: Geld­spie­le, bei de­nen der Spiel­ge­winn ganz oder über­wie­gend von der Ge­schick­lich­keit der Spie­le­rin oder des Spie­lers ab­hängt;
e.
Gross­s­pie­le: Lot­te­ri­en, Sport­wet­ten und Ge­schick­lich­keitss­pie­le, die je au­to­ma­ti­siert oder in­ter­kan­to­nal oder on­li­ne durch­ge­führt wer­den;
f.
Klein­spie­le:Lot­te­ri­en, Sport­wet­ten und Po­ker­tur­nie­re, die je we­der au­to­ma­ti­siert noch in­ter­kan­to­nal noch on­li­ne durch­ge­führt wer­den (Klein­lot­te­ri­en, lo­ka­le Sport­wet­ten, klei­ne Po­ker­tur­nie­re);
g.
Spiel­ban­ken­spie­le: Geld­spie­le, die ei­ner eng be­grenz­ten An­zahl Per­so­nen of­fen­ste­hen; aus­ge­nom­men sind die Sport­wet­ten, die Ge­schick­lich­keitss­pie­le und die Klein­spie­le.
Art. 4 Bewilligung oder Konzession  

Wer Geld­spie­le durch­füh­ren will, braucht ei­ne Be­wil­li­gung oder ei­ne Kon­zes­si­on. Die Be­wil­li­gung oder die Kon­zes­si­on gilt nur in der Schweiz.

2. Kapitel: Spielbanken

1. Abschnitt: Konzessionen

Art. 5 Konzessionspflicht  

1 Wer Spiel­ban­ken­spie­le durch­füh­ren will, braucht ei­ne Kon­zes­si­on.

2 Die Kon­zes­si­on er­laubt, Spiel­ban­ken­spie­le in­ner­halb der Spiel­bank durch­zu­füh­ren. Sie kann zu­sätz­lich er­lau­ben, Spiel­ban­ken­spie­le auch on­li­ne durch­zu­füh­ren.

3 Der Bun­des­rat legt die An­zahl der Kon­zes­sio­nen fest.

Art. 6 Konzessionsarten  

1 Der Bun­des­rat kann den Spiel­ban­ken fol­gen­de Ar­ten von Kon­zes­sio­nen er­tei­len:

a.
Kon­zes­si­on A;
b.
Kon­zes­si­on B.

2 Er kann für die Spiel­ban­ken mit ei­ner Kon­zes­si­on B die An­zahl und die Ar­ten der an­ge­bo­te­nen Spie­le so­wie die Hö­he der Ein­sät­ze und Ge­win­ne be­schrän­ken und be­son­de­re Vor­aus­set­zun­gen für den Be­trieb von Jack­pot­sys­te­men fest­le­gen.

3 Nur Spiel­ban­ken mit ei­ner Kon­zes­si­on A dür­fen sich als «Grand Ca­si­no» be­zeich­nen.

Art. 7 Standorte  

Die Spiel­ban­ken wer­den mög­lichst aus­ge­wo­gen auf die in­ter­es­sier­ten Re­gio­nen ver­teilt.

Art. 8 Voraussetzungen  

1 Ei­ne Kon­zes­si­on kann er­teilt wer­den, wenn:

a.
die Ge­such­stel­le­rin:
1.
ei­ne Ak­ti­en­ge­sell­schaft nach schwei­ze­ri­schem Recht ist und de­ren Ak­ti­en­ka­pi­tal in Na­men­ak­ti­en auf­ge­teilt ist,
2.
ein Si­cher­heits­kon­zept und ein So­zi­al­kon­zept vor­legt,
3.
Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nun­gen vor­legt, aus de­nen glaub­wür­dig her­vor­geht, dass die Spiel­bank wirt­schaft­lich über­le­bens­fä­hig ist,
4.
die Mass­nah­men dar­legt, wie die Vor­aus­set­zun­gen für die ord­nungs­ge­mäs­se Ver­an­la­gung der Spiel­ban­ken­ab­ga­be ge­schaf­fen wer­den, und
5.
in ei­nem Be­richt den volks­wirt­schaft­li­chen Nut­zen der Spiel­bank für die Stand­ort­re­gi­on dar­legt;
b.
die Ge­such­stel­le­rin und de­ren wich­tigs­te Ge­schäfts­part­ne­rin­nen und Ge­schäfts­part­ner so­wie die an ih­nen wirt­schaft­lich Be­rech­tig­ten so­wie die In­ha­be­rin­nen und In­ha­ber von An­tei­len und die an ih­nen wirt­schaft­lich Be­rech­tig­ten:
1.
einen gu­ten Ruf ge­nies­sen, und
2.
Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit und ei­ne un­ab­hän­gi­ge Ge­schäfts­füh­rung bie­ten;
c.
die Ge­such­stel­le­rin und die In­ha­be­rin­nen und In­ha­ber von An­tei­len und die an ih­nen wirt­schaft­lich Be­rech­tig­ten und, auf Ver­lan­gen der Eid­ge­nös­si­schen Spiel­ban­ken­kom­mis­si­on (ESBK), die wich­tigs­ten Ge­schäfts­part­ne­rin­nen und Ge­schäfts­part­ner über ge­nü­gend Ei­gen­mit­tel ver­fü­gen und die recht­mäs­si­ge Her­kunft der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Geld­mit­tel nach­wei­sen;
d.
die Sta­tu­ten, die Auf­bau- und die Ab­lau­f­or­ga­ni­sa­ti­on und die ver­trag­li­chen Bin­dun­gen Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie und un­ab­hän­gi­ge Füh­rung der Ge­schäf­te der Spiel­bank bie­ten; und
e.
Stand­ort­kan­ton und Stand­ort­ge­mein­de den Be­trieb ei­ner Spiel­bank be­für­wor­ten.

2 Die Kon­zes­si­on legt die Be­din­gun­gen und Auf­la­gen fest.

Art. 9 Voraussetzungen für die Online-Durchführung von Spielbankenspielen  

Der Bun­des­rat er­wei­tert die Kon­zes­si­on um das Recht, Spiel­ban­ken­spie­le on­li­ne durch­zu­füh­ren, wenn die Ge­such­stel­le­rin auch un­ter Be­rück­sich­ti­gung ih­res On­li­ne-An­ge­bots die Vor­aus­set­zun­gen nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a Zif­fern 1–4 und b–d er­füllt. Das ent­spre­chen­de Ge­such kann auch wäh­rend der Lauf­zeit der Kon­zes­si­on ge­stellt wer­den.

Art. 10 Verfahren  

1 Kon­zes­si­ons­ge­su­che sind der ESBK zu­han­den des Bun­des­ra­tes ein­zu­rei­chen.

2 Die ESBK ver­an­lasst die Ver­öf­fent­li­chung der Ge­su­che im Bun­des­blatt und im Amts­blatt des Stand­ort­kan­tons.

3 Sie führt das Ver­fah­ren zü­gig durch und lädt die in­ter­es­sier­ten Krei­se zur Stel­lung­nah­me ein.

4 Sie stellt dem Eid­ge­nös­si­schen Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment (EJPD) zu­han­den des Bun­des­ra­tes An­trag.

Art. 11 Entscheid  

1 Der Bun­des­rat ent­schei­det über die Er­tei­lung der Kon­zes­si­on; sein Ent­scheid ist nicht an­fecht­bar.

2 Die Kon­zes­si­on wird im Bun­des­blatt und im Amts­blatt des Stand­ort­kan­tons pu­bli­ziert.

Art. 12 Gültigkeitsdauer, Verlängerung oder Erneuerung  

1 Die Kon­zes­si­on gilt für 20 Jah­re. Wenn es die be­son­de­ren Ver­hält­nis­se recht­fer­ti­gen, kann der Bun­des­rat ei­ne kür­ze­re oder ei­ne län­ge­re Dau­er vor­se­hen. Der Bun­des­rat kann ins­be­son­de­re ei­ne kür­ze­re Dau­er vor­se­hen für die Er­wei­te­rung der Kon­zes­si­on um das Recht, Spiel­ban­ken­spie­le on­li­ne durch­zu­füh­ren.

2 Die Kon­zes­si­on kann ver­län­gert oder er­neu­ert wer­den.

Art. 13 Meldepflicht  

Die Kon­zes­sio­nä­rin mel­det der ESBK:

a.
al­le we­sent­li­chen Än­de­run­gen der Kon­zes­si­ons­vor­aus­set­zun­gen;
b.
den Na­men be­zie­hungs­wei­se die Fir­ma so­wie die Adres­se von Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­nären, die mehr als 5 Pro­zent des Ak­ti­en­ka­pi­tals oder der Stim­men hal­ten;
c.
die Ver­än­de­run­gen von Ka­pi­tal- oder Stimm­be­tei­li­gung so­wie der An­ga­ben zur Iden­ti­tät nach Buch­sta­be b.
Art. 14 Übertragbarkeit  

Die Kon­zes­si­on ist nicht über­trag­bar. Rechts­ge­schäf­te, die die­ses Ver­bot miss­ach­ten oder um­ge­hen, sind nich­tig.

Art. 15 Entzug, Einschränkung und Suspendierung  

1 Die ESBK ent­zieht die Kon­zes­si­on, wenn:

a.
we­sent­li­che Vor­aus­set­zun­gen zu ih­rer Er­tei­lung nicht mehr er­füllt sind; oder
b.
die Kon­zes­sio­nä­rin:
1.
sie durch un­voll­stän­di­ge oder un­rich­ti­ge An­ga­ben er­wirkt hat,
2.
den Be­trieb nicht in­ner­halb der mit der Kon­zes­si­on ge­setz­ten Frist auf­nimmt,
3.
den Be­trieb wäh­rend län­ge­rer Zeit ein­stellt, es sei denn, sie wird durch Um­stän­de am Be­trieb ge­hin­dert, für die sie kei­ne Ver­ant­wor­tung trägt.

2 Sie ent­zieht die Kon­zes­si­on eben­falls, wenn die Kon­zes­sio­nä­rin oder ei­ne der Per­so­nen, die sie mit der Ge­schäfts­füh­rung be­traut hat:

a.
in schwer­wie­gen­der Wei­se oder wie­der­holt ge­gen die­ses Ge­setz, ge­gen die Aus­füh­rungs­vor­schrif­ten oder ge­gen die Kon­zes­si­on ver­stösst;
b.
die Kon­zes­si­on zu rechts­wid­ri­gen Zwe­cken be­nutzt.

3 In leich­ten Fäl­len kann sie die Kon­zes­si­on sus­pen­die­ren, ein­schrän­ken oder mit zu­sätz­li­chen Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ver­se­hen.

4 Wird die Kon­zes­si­on ent­zo­gen, so kann die ESBK die Auf­lö­sung der Ak­ti­en­ge­sell­schaft an­ord­nen; sie be­zeich­net die Li­qui­da­to­rin oder den Li­qui­da­tor und über­wacht ih­re oder sei­ne Tä­tig­keit.

2. Abschnitt: Spielangebot

Art. 16 Bewilligungspflicht  

1 Für je­des Spiel­ban­ken­spiel, das die Kon­zes­sio­nä­rin durch­führt, braucht sie ei­ne Be­wil­li­gung der ESBK.

2 Für die Be­wil­li­gung von Spiel­ver­än­de­run­gen von un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung kann der Bun­des­rat ein ver­ein­fach­tes Ver­fah­ren vor­se­hen.

3 Die ESBK kann der Kon­zes­sio­nä­rin auch die Durch­füh­rung von klei­nen Po­ker­tur­nie­ren er­lau­ben.

4 Der Bun­des­rat be­stimmt, in­wie­weit die ESBK den Spiel­ban­ken er­lau­ben kann, mit Ver­an­stal­te­rin­nen von Spiel­ban­ken­spie­len im In­land und im Aus­land zu­sam­men­zu­ar­bei­ten.

5 Ist die Stand­ort­re­gi­on ei­ner Spiel­bank mit Kon­zes­si­on B wirt­schaft­lich von aus­ge­prägt sai­sona­lem Tou­ris­mus ab­hän­gig, kann die­se aus­ser­halb der tou­ris­ti­schen Sai­son an ma­xi­mal 270 Ta­gen auf den Be­trieb des Tisch­spiel­be­rei­ches ver­zich­ten.

Art. 17 Anforderungen  

1 Die Spie­le müs­sen so aus­ge­stal­tet sein, dass sie auf si­che­re und trans­pa­ren­te Wei­se durch­ge­führt wer­den kön­nen.

2 On­li­ne durch­ge­führ­te Spie­le müs­sen aus­ser­dem so aus­ge­stal­tet sein, dass sie von an­ge­mes­se­nen Mass­nah­men zum Schutz der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor ex­zes­si­vem Geld­spiel be­glei­tet wer­den kön­nen.

3 Der Bun­des­rat er­lässt die spiel­tech­ni­schen Vor­schrif­ten, die er­for­der­lich sind zur Um­set­zung der An­for­de­run­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2. Er be­rück­sich­tigt da­bei die in­ter­na­tio­nal ge­bräuch­li­chen Vor­ga­ben.

Art. 18 Angaben und Unterlagen  

1 Im Ge­such um Er­tei­lung der Be­wil­li­gung macht die Spiel­bank An­ga­ben über die Ein­hal­tung der An­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 17.

2 Die Spiel­bank, die ein au­to­ma­ti­siert oder on­li­ne durch­ge­führ­tes Spiel­ban­ken­spiel be­trei­ben will, reicht der ESBK ein Zer­ti­fi­kat ei­ner ak­kre­di­tier­ten Kon­for­mi­täts­be­wer­tungs­stel­le ein über die Ein­hal­tung der spiel­tech­ni­schen Vor­schrif­ten.

3 Die An­ga­ben und Un­ter­la­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2 müs­sen nicht ein­ge­reicht wer­den, so­weit die Spiel­bank nach­weist, dass die­se in ei­nem an­de­ren Ver­fah­ren be­reits frü­her ein­ge­reicht wor­den sind.

Art. 19 Jackpotsysteme  

Im Rah­men der Spiel­ban­ken­spie­le dür­fen die Spiel­ban­ken Jack­pot­sys­te­me in­ner­halb der Spiel­bank und un­ter den Spiel­ban­ken ver­net­zen. Der Bun­des­rat legt die Vor­aus­set­zun­gen für den Be­trieb fest.

Art. 20 Konsultation  

1 Zur Be­ur­tei­lung, ob es sich beim be­an­trag­ten Spiel um ein Spiel­ban­ken­spiel han­delt, kon­sul­tiert die ESBK vor dem Be­wil­li­gungs­ent­scheid die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de (Art. 105). Bei Un­ei­nig­keit füh­ren die bei­den Be­hör­den einen Mei­nungs­aus­tausch. Führt der Mei­nungs­aus­tausch zu kei­nem ein­ver­nehm­li­chen Er­geb­nis, so wird das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan (Art. 113) an­ge­ru­fen.

2 Im Fall von Rou­ti­ne­ent­schei­den kann die ESBK auf die Kon­sul­ta­ti­on ver­zich­ten.

3. Kapitel: Grossspiele

1. Abschnitt: Veranstalterbewilligung

Art. 21 Bewilligungspflicht  

Wer Gross­s­pie­le ver­an­stal­ten will, braucht ei­ne Be­wil­li­gung der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de.

Art. 22 Voraussetzungen  

1 Die Be­wil­li­gung kann er­teilt wer­den, wenn die Ver­an­stal­te­rin:

a.
ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son nach schwei­ze­ri­schem Recht ist;
b.
einen gu­ten Ruf ge­niesst;
c.
ih­re wirt­schaft­li­che Si­tua­ti­on dar­legt;
d.
all­fäl­li­ge fi­nan­zi­el­le oder sons­ti­ge Be­tei­li­gun­gen an an­de­ren Un­ter­neh­mun­gen of­fen­legt;
e.
die recht­mäs­si­ge Her­kunft der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Geld­mit­tel nach­weist;
f.
ei­ne ein­wand­freie Ge­schäfts­füh­rung und de­ren Un­ab­hän­gig­keit ge­gen aus­sen ge­währ­leis­tet;
g.
über ge­nü­gend Mit­tel ver­fügt so­wie Ge­währ da­für bie­tet, dass den Spie­le­rin­nen und Spie­lern die Ge­win­ne aus­be­zahlt wer­den;
h.
über ein Si­cher­heits- und ein So­zi­al­kon­zept ver­fügt; und
i.
ge­währ­leis­tet, dass die Be­triebs­kos­ten, na­ment­lich die Wer­bung und die Löh­ne, im Ver­gleich zu den Mit­teln, die für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den, in ei­nem an­ge­mes­se­nen Ver­hält­nis ste­hen.

2 Die An­for­de­rung nach Ab­satz 1 Buch­sta­be i gilt nicht für Ge­schick­lich­keitss­pie­le.

Art. 23 Anzahl Veranstalterinnen  

1 Die Kan­to­ne be­stim­men die ma­xi­ma­le An­zahl der Ver­an­stal­te­rin­nen von Lot­te­ri­en und Sport­wet­ten.

2 Sie kön­nen dar­über hin­aus in recht­set­zen­der Form die Ge­sell­schaf­ten be­zeich­nen, de­nen die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de bei ge­ge­be­nen Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen ei­ne Be­wil­li­gung für die Ver­an­stal­tung von Lot­te­ri­en und Sport­wet­ten er­tei­len kann.

2. Abschnitt: Spielbewilligung

Art. 24 Bewilligungspflicht  

1 Für die Durch­füh­rung von Gross­s­pie­len braucht es ei­ne Be­wil­li­gung der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de.

2 Für die Be­wil­li­gung von Spiel­ver­än­de­run­gen von un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung kann der Bun­des­rat ein ver­ein­fach­tes Ver­fah­ren vor­se­hen.

Art. 25 Voraussetzungen  

1 Die Be­wil­li­gung für ein Gross­s­piel kann er­teilt wer­den, wenn:

a.
das Spiel auf si­che­re und trans­pa­ren­te Wei­se durch­ge­führt wer­den kann;
b.
die Ver­an­stal­te­rin an­ge­mes­se­ne Mass­nah­men zum Schutz der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor ex­zes­si­vem Geld­spiel vor­sieht;
c.
die Ver­an­stal­te­rin die Rein­ge­win­ne für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke ver­wen­det, es sei denn, es han­delt sich beim Gross­s­piel um ein Ge­schick­lich­keitss­piel.

2 Sport­wet­ten dür­fen nicht auf Sporter­eig­nis­se an­ge­bo­ten wer­den, an de­nen mehr­heit­lich Min­der­jäh­ri­ge teil­neh­men.

3 Der Bun­des­rat be­stimmt, in­wie­weit die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de der Ver­an­stal­te­rin von Gross­s­pie­len er­lau­ben kann, mit Gross­s­piel­ver­an­stal­te­rin­nen im In­land und im Aus­land zu­sam­men­zu­ar­bei­ten.

Art. 26 Gesuch  

Im Ge­such um Er­tei­lung der Be­wil­li­gung macht die Ver­an­stal­te­rin von Gross­s­pie­len An­ga­ben über:

a.
Kon­zep­ti­on und Durch­füh­rung in spiel­tech­ni­scher, or­ga­ni­sa­to­ri­scher und fi­nan­zi­el­ler Hin­sicht;
b.
die Mass­nah­men zum Schutz der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor ex­zes­si­vem Geld­spiel und zur si­che­ren und trans­pa­ren­ten Spiel­durch­füh­rung.
Art. 27 Konsultation  

1 Zur Be­ur­tei­lung, ob es sich beim be­an­trag­ten Spiel um ein Gross­spiel han­delt, kon­sul­tiert die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de vor dem Be­wil­li­gungs­ent­scheid die ESBK. Bei Un­ei­nig­keit füh­ren die bei­den Be­hör­den einen Mei­nungs­aus­tausch. Führt der Mei­nungs­aus­tausch zu kei­nem ein­ver­nehm­li­chen Er­geb­nis, so wird das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan an­ge­ru­fen.

2 Im Fal­le von Rou­ti­ne­ent­schei­den kann die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de auf die Kon­sul­ta­ti­on ver­zich­ten.

Art. 28 Kantonales Recht  

Die Kan­to­ne kön­nen in recht­set­zen­der Form die Durch­füh­rung der fol­gen­den Gross­s­pie­le ver­bie­ten:

a.
al­le Lot­te­ri­en;
b.
al­le Sport­wet­ten;
c.
al­le Ge­schick­lich­keitss­pie­le.

3. Abschnitt: Gemeinsame Bestimmungen

Art. 29 Geltungsdauer, Bedingungen und Auflagen  

1 Die Ver­an­stal­ter- und die Spiel­be­wil­li­gung kön­nen be­fris­tet und er­neu­ert wer­den.

2 Sie kön­nen mit Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ver­bun­den wer­den.

Art. 30 Übertragbarkeit  

Die Ver­an­stal­ter- und die Spiel­be­wil­li­gung sind nicht über­trag­bar.

Art. 31 Entzug, Einschränkung und Suspendierung  

1 Die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de ent­zieht die Ver­an­stal­ter- oder die Spiel­be­wil­li­gung, wenn die ge­setz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für de­ren Er­tei­lung weg­ge­fal­len sind.

2 In leich­ten Fäl­len kann sie die Be­wil­li­gung sus­pen­die­ren, ein­schrän­ken oder mit zu­sätz­li­chen Be­din­gun­gen und Auf­la­gen ver­se­hen.

4. Kapitel: Kleinspiele

Art. 32 Bewilligungspflicht  

1 Für die Durch­füh­rung von Klein­spie­len braucht es ei­ne Be­wil­li­gung der kan­to­na­len Auf­sichts- und Voll­zugs­be­hör­de.

2 Die­se Be­hör­de stellt der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de ih­re Be­wil­li­gungs­ent­schei­de zu.

Art. 33 Allgemeine Voraussetzungen  

1 Die Be­wil­li­gung für die Durch­füh­rung ei­nes Klein­spiels kann er­teilt wer­den, wenn:

a.
die Ver­an­stal­te­rin:
1.
ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son nach schwei­ze­ri­schem Recht ist,
2.
einen gu­ten Ruf ge­niesst,
3.
Ge­währ leis­tet für ei­ne trans­pa­ren­te und ein­wand­freie Ge­schäfts- und Spiel­durch­füh­rung;
b.
das Klein­spiel so aus­ge­stal­tet ist, dass es si­cher und auf trans­pa­ren­te Wei­se durch­ge­führt wer­den kann und von ihm nur ei­ne ge­rin­ge Ge­fahr des ex­zes­si­ven Geld­spiels, der Kri­mi­na­li­tät und der Geld­wä­sche­rei aus­geht.

2 Wird die Or­ga­ni­sa­ti­on oder die Durch­füh­rung von Klein­lot­te­ri­en und lo­ka­len Sport­wet­ten an Drit­te aus­ge­la­gert, so müs­sen die­se Drit­te ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke ver­fol­gen.

Art. 34 Zusätzliche Voraussetzungen für Kleinlotterien  

1 Klein­lot­te­ri­en muss ein im Vor­aus de­fi­nier­ter Ge­winn­plan zu­grun­de lie­gen.

2 Die Rein­ge­win­ne müs­sen voll­um­fäng­lich für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke ver­wen­det wer­den. Vor­be­hal­ten ist ei­ne Ver­wen­dung nach Ar­ti­kel 129. Die Durch­füh­rungs­kos­ten müs­sen in ei­nem an­ge­mes­se­nen Ver­hält­nis zu den für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke vor­ge­se­he­nen Mit­teln ste­hen.

3 Der Bun­des­rat legt wei­te­re Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen fest. Er be­stimmt ins­be­son­de­re:

a.
die ma­xi­ma­le Hö­he der ein­zel­nen Ein­sät­ze;
b.
die ma­xi­ma­le Sum­me al­ler Ein­sät­ze;
c.
die mi­ni­ma­len Ge­winn­mög­lich­kei­ten;
d.
die jähr­li­che ma­xi­ma­le An­zahl Klein­lot­te­ri­en pro Ver­an­stal­te­rin.

4 Der Bun­des­rat kann für Klein­lot­te­ri­en zur Fi­nan­zie­rung ein­zel­ner An­läs­se von über­re­gio­na­ler Be­deu­tung ei­ne hö­he­re ma­xi­ma­le Sum­me al­ler Ein­sät­ze be­stim­men. Die Teil­nah­me an der­ar­ti­gen Klein­lot­te­ri­en kann aus­nahms­wei­se auch in an­de­ren Kan­to­nen an­ge­bo­ten wer­den, wenn die­se da­zu ihr Ein­ver­ständ­nis er­tei­len.

5 Für die Durch­füh­rung von Klein­lot­te­ri­en nach Ab­satz 4 ist ei­ne Be­wil­li­gung der kan­to­na­len Auf­sichts- und Voll­zugs­be­hör­de nö­tig. Die­se Be­hör­de stellt der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de ih­ren Be­wil­li­gungs­ent­scheid zur Ge­neh­mi­gung zu.

6 Die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de ge­neh­migt den Be­wil­li­gungs­ent­scheid, wenn die Vor­aus­set­zun­gen von Ab­satz 4 und Ar­ti­kel 33 Ab­satz 1 Buch­sta­be b so­wie all­fäl­li­ge in­ter­kan­to­na­le Vor­ga­ben er­füllt sind.

7 Die Kan­to­ne kön­nen die ma­xi­ma­le Sum­me al­ler Ein­sät­ze al­ler in ei­nem Kan­ton in ei­nem Jahr durch­ge­führ­ten Klein­lot­te­ri­en be­gren­zen.

Art. 35 Zusätzliche Voraussetzungen für lokale Sportwetten  

1 Lo­ka­le Sport­wet­ten müs­sen nach dem To­ta­li­sa­tor­prin­zip kon­zi­piert sein und dür­fen nur am Ort an­ge­bo­ten und durch­ge­führt wer­den, an dem das Sporter­eig­nis statt­fin­det, auf das sie sich be­zie­hen.

2 Die Rein­ge­win­ne müs­sen voll­um­fäng­lich für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke ver­wen­det wer­den. Vor­be­hal­ten ist ei­ne Ver­wen­dung nach Ar­ti­kel 129. Die Durch­füh­rungs­kos­ten müs­sen in ei­nem an­ge­mes­se­nen Ver­hält­nis zu den für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke vor­ge­se­he­nen Mit­teln ste­hen.

3 Der Bun­des­rat legt wei­te­re Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen fest. Er be­stimmt ins­be­son­de­re:

a.
die ma­xi­ma­le Hö­he der ein­zel­nen Ein­sät­ze;
b.
die ma­xi­ma­le Sum­me al­ler Ein­sät­ze;
c.
die mi­ni­ma­len Ge­winn­mög­lich­kei­ten;
d.
die jähr­li­che ma­xi­ma­le An­zahl Sport­wet­ten pro Ver­an­stal­te­rin und pro Ver­an­stal­tungs­ort.
Art. 36 Zusätzliche Voraussetzungen für kleine Pokerturniere  

1 Für die Er­tei­lung der Be­wil­li­gung für ein klei­nes Po­ker­tur­nier müs­sen fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sein:

a.
Die An­zahl Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer ist be­grenzt; die­se spie­len ge­gen­ein­an­der.
b.
Das Start­geld ist tief und steht in ei­nem an­ge­mes­se­nen Ver­hält­nis zur Tur­nier­dau­er.
c.
Die Sum­me der Spiel­ge­win­ne ent­spricht der Sum­me der Start­gel­der.
d.
Das Spiel wird in ei­ner öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Ört­lich­keit ge­spielt.
e.
Die Spiel­re­geln und die In­for­ma­tio­nen zum Schutz der Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer vor ex­zes­si­vem Geld­spiel wer­den auf­ge­legt.

2 Von den Spie­le­rin­nen und Spie­lern kann ei­ne Teil­nah­me­ge­bühr er­ho­ben wer­den.

3 Der Bun­des­rat legt wei­te­re Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen fest. Er be­stimmt ins­be­son­de­re:

a.
das ma­xi­ma­le Start­geld;
b.
die ma­xi­ma­le Sum­me der Start­gel­der;
c.
die ma­xi­ma­le An­zahl Tur­nie­re pro Tag und Ver­an­stal­tungs­ort;
d.
die mi­ni­ma­le Teil­neh­mer­zahl;
e.
die mi­ni­ma­le Tur­nier­dau­er.
Art. 37 Gesuch  

1 Im Ge­such um Er­tei­lung der Be­wil­li­gung macht die Ver­an­stal­te­rin der kan­to­na­len Auf­sichts- und Voll­zugs­be­hör­de für je­des Klein­spiel An­ga­ben über die Kon­zep­ti­on und Durch­füh­rung in spiel­tech­ni­scher, or­ga­ni­sa­to­ri­scher und fi­nan­zi­el­ler Hin­sicht.

2 Mit ei­nem Ge­such kann die Be­wil­li­gung für meh­re­re Ver­an­stal­tun­gen be­an­tragt wer­den. Die­se müs­sen am glei­chen Ort wäh­rend ei­ner Zeit­span­ne von ma­xi­mal sechs Mo­na­ten statt­fin­den.

Art. 38 Berichterstattung und Rechnungslegung  

1 Ver­an­stal­te­rin­nen von Klein­lot­te­ri­en und lo­ka­len Sport­wet­ten stel­len der kan­to­na­len Auf­sichts- und Voll­zugs­be­hör­de in­nert drei­er Mo­na­te nach Ab­schluss ei­nes Spiels einen Be­richt zu. Die­ser ent­hält:

a.
die Ab­rech­nung über das Spiel;
b.
An­ga­ben über den Spiel­ver­lauf;
c.
An­ga­ben über die Ver­wen­dung der Er­trä­ge.

2 Für Ver­an­stal­te­rin­nen, die 24 oder mehr klei­ne Po­ker­tur­nie­re pro Jahr durch­füh­ren, gel­ten be­züg­lich Rech­nungs­le­gung und Re­vi­si­on die Re­geln nach den Ar­ti­keln 48 und 49 Ab­sät­ze 3 und 4. Für die an­de­ren Ver­an­stal­te­rin­nen von klei­nen Po­ker­tur­nie­ren kommt Ab­satz 1 Buch­sta­ben a und b zur An­wen­dung.

Art. 39 Geltungsdauer, Änderung, Übertragbarkeit und Entzug  

Für die Gel­tungs­dau­er, die Än­de­rung, die Über­trag­bar­keit und den Ent­zug der Be­wil­li­gun­gen gel­ten die Ar­ti­kel 29–31 sinn­ge­mä­ss.

Art. 40 Aufsicht  

1 Die kan­to­na­le Auf­sichts- und Voll­zugs­be­hör­de über­wacht die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen in Be­zug auf die Klein­spie­le.

2 Sie kann da­zu ins­be­son­de­re:

a.
von den Ver­an­stal­te­rin­nen die not­wen­di­gen Aus­künf­te und Un­ter­la­gen ver­lan­gen und Kon­trol­len durch­füh­ren;
b.
für die Zeit der Un­ter­su­chung vor­sorg­li­che Mass­nah­men tref­fen;
c.
bei Ver­let­zun­gen die­ses Ge­set­zes oder bei Vor­lie­gen sons­ti­ger Miss­stän­de die not­wen­di­gen Mass­nah­men zur Her­stel­lung des ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stands und zur Be­sei­ti­gung der Miss­stän­de ver­fü­gen.
Art. 41 Kantonales Recht  

1 Die Kan­to­ne kön­nen über die­ses Ka­pi­tel hin­aus­ge­hen­de zu­sätz­li­che Be­stim­mun­gen be­tref­fend die Klein­spie­le vor­se­hen oder Klein­spie­le ganz un­ter­sa­gen.

2 Die Ar­ti­kel 32, 33, 34 Ab­sät­ze 3–7 so­wie die Ar­ti­kel 37–40 gel­ten nicht für Klein­lot­te­ri­en, die bei ei­nem Un­ter­hal­tungs­an­lass ver­an­stal­tet wer­den, de­ren Ge­win­ne aus­sch­liess­lich in Sach­prei­sen be­ste­hen, bei de­nen die Aus­ga­be der Lo­se, die Los­zie­hung und die Aus­rich­tung der Ge­win­ne im un­mit­tel­ba­ren Zu­sam­men­hang mit dem Un­ter­hal­tungs­an­lass er­fol­gen und bei de­nen die ma­xi­ma­le Sum­me al­ler Ein­sät­ze tief ist.

3 Der Bun­des­rat legt die ma­xi­ma­le Sum­me fest.

5. Kapitel: Betrieb von Spielbankenspielen und Grossspielen

1. Abschnitt: Gemeinsame Bestimmungen

Art. 42 Sicherheitskonzept  

1 Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len er­stel­len ein Si­cher­heits­kon­zept. Dar­in se­hen sie un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­als und der Merk­ma­le des Ver­triebs­ka­nals der ver­schie­de­nen Spie­l­an­ge­bo­te Mass­nah­men vor, mit de­nen sie einen si­che­ren und trans­pa­ren­ten Spiel­be­trieb so­wie die Be­kämp­fung der Kri­mi­na­li­tät und der Geld­wä­sche­rei ge­währ­leis­ten.

2 Das Si­cher­heits­kon­zept sieht ins­be­son­de­re Mass­nah­men vor, die ge­währ­leis­ten, dass:

a.
die Or­ga­ni­sa­ti­onss­truk­tu­ren und Be­trieb­sab­läu­fe so­wie die dar­an ge­knüpf­ten Ver­ant­wort­lich­kei­ten do­ku­men­tiert wer­den;
b.
ein Kon­troll­sys­tem be­trie­ben wird, das die Spielein­satz- und Ge­win­naus­zah­lungs­trans­ak­tio­nen über­prüft und do­ku­men­tiert;
c.
die Ge­win­ner­mitt­lungs­ver­fah­ren ein­wand­frei funk­tio­nie­ren;
d.
Un­be­rech­tig­ten der Zu­tritt zum Spiel­be­trieb ver­wehrt wird; und
e.
der Spiel­be­trieb so aus­ge­stal­tet ist, dass un­er­laub­te Hand­lun­gen ver­hin­dert wer­den.

3 Der Bun­des­rat prä­zi­siert die An­for­de­run­gen an das Si­cher­heits­kon­zept.

Art. 43 Meldepflicht  

Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len mel­den der zu­stän­di­gen Voll­zugs­be­hör­de al­le wich­ti­gen Vor­komm­nis­se, wel­che die Si­cher­heit und die Trans­pa­renz des Spiel­be­triebs ge­fähr­den kön­nen.

Art. 44 Information der Spielerinnen und Spieler  

Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len stel­len den Spie­le­rin­nen und Spie­lern die zur Spiel­teil­nah­me er­for­der­li­chen In­for­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung.

Art. 45 Einsätze und Gewinne nicht zugelassener Spielerinnen und Spieler  

1 Spie­le­rin­nen und Spie­ler un­ter dem er­for­der­li­chen Min­destal­ter, ge­sperr­te so­wie mit ei­nem Spiel­ver­bot be­leg­te Spie­le­rin­nen und Spie­ler ha­ben we­der An­spruch auf Rück­er­stat­tung ih­rer Ein­sät­ze noch auf Aus­zah­lung von Spiel­ge­win­nen.

2 All­fäl­li­ge Ge­win­ne der Spie­le­rin­nen und Spie­ler nach Ab­satz 1 sind vol­lum­fäng­lich be­stimmt für:

a.
die Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung, wenn es sich um Ge­win­ne aus Spiel­ban­ken han­delt;
b.
ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke, wenn es sich um Ge­win­ne aus Gross­s­pie­len han­delt.
Art. 46 Verträge mit Dritten  

1 Ver­trä­ge zwi­schen Spiel­ban­ken und Drit­ten so­wie zwi­schen Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len und Drit­ten dür­fen kei­ne Leis­tun­gen in Ab­hän­gig­keit von Um­satz oder Er­trag des Spiel­be­triebs vor­se­hen.

2 Um­satz- oder er­trags­ab­hän­gi­ge Ver­trä­ge mit Lie­fe­ran­tin­nen von on­li­ne durch­ge­führ­ten Spie­len sind zu­läs­sig, so­fern die Ver­gü­tung an­ge­mes­sen ist.

3 Um­satz- oder er­trags­ab­hän­gi­ge Ver­trä­ge mit Ver­trieb­s­part­nern von Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len sind zu­läs­sig, so­fern die Ver­gü­tung an­ge­mes­sen ist.

Art. 47 Berichterstattung  

1 Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len rei­chen der zu­stän­di­gen Voll­zugs­be­hör­de jähr­lich einen Ge­schäfts­be­richt ein.

2 Sie er­stat­ten der zu­stän­di­gen Voll­zugs­be­hör­de jähr­lich Be­richt über die Um­set­zung des Si­cher­heits­kon­zepts.

Art. 48 Rechnungslegung  

1 Für die Rech­nungs­le­gung der Spiel­ban­ken und der Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­spie­len gel­ten ne­ben den Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes die Vor­schrif­ten des zwei­und­dreis­sigs­ten Ti­tels des Ob­li­ga­tio­nen­rechts5 (OR).

2 Der Bun­des­rat kann die An­wen­dung ei­nes an­er­kann­ten Rech­nungs­le­gungs­stan­dards nach Ar­ti­kel 962a OR vor­se­hen und von den Be­stim­mun­gen des OR über die Buch­füh­rung und die Rech­nungs­le­gung ab­wei­chen, wenn dies auf­grund der Be­son­der­hei­ten des Geld­spiel­be­reichs er­for­der­lich ist.

Art. 49 Revisionsstelle  

1 Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len las­sen ih­re Jah­res­rech­nung von ei­ner un­ab­hän­gi­gen Re­vi­si­ons­stel­le prü­fen.

2 Auf die Re­vi­si­ons­stel­le und die Re­vi­si­on der Jah­res­rech­nung sind die Vor­schrif­ten des Ak­ti­en­rechts an­zu­wen­den.

3 Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len müs­sen ih­re Jah­res­rech­nung or­dent­lich prü­fen las­sen.

4 Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len, die nur Ge­schick­lich­keitss­pie­le durch­füh­ren, kön­nen ih­re Jah­res­rech­nung ein­ge­schränkt prü­fen las­sen, wenn die Grenz­wer­te nach Ar­ti­kel 727 OR6 nicht er­reicht wer­den. Sie kön­nen auf die Re­vi­si­on ih­rer Jah­res­rech­nung nicht ver­zich­ten.

5 Die Re­vi­si­ons­stel­le stellt den Re­vi­si­ons­be­richt der Voll­zugs­be­hör­de zu.

Art. 50 Anzeigepflicht  

Stellt die Re­vi­si­ons­stel­le bei der Durch­füh­rung der Prü­fung Ge­set­zes­ver­stös­se oder an­de­re Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten fest, so be­nach­rich­tigt sie un­ver­züg­lich die zu­stän­di­ge Voll­zugs­be­hör­de.

Art. 51 Datenbearbeitung  

Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len dür­fen zum Zweck des Schut­zes der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor ex­zes­si­vem Geld­spiel so­wie der Be­kämp­fung der Kri­mi­na­li­tät und der Geld­wä­sche­rei Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten, be­ar­bei­ten.

2. Abschnitt: Betrieb von Spielbankenspielen

Art. 52 Spielverbot  

1 Fol­gen­de Per­so­nen un­ter­lie­gen in Spiel­ban­ken ei­nem Spiel­ver­bot:

a.
Mit­glie­der der ESBK und die An­ge­stell­ten ih­res Se­kre­ta­ri­ats;
b.
An­ge­stell­te von Spiel­ban­ken, die am Spiel­be­trieb be­tei­ligt sind;
c.
Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes und der Ge­schäfts­lei­tung von Un­ter­neh­men, die Spielein­rich­tun­gen her­stel­len oder da­mit han­deln;
d.
Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­ra­tes von Spiel­ban­ken;
e.
Min­der­jäh­ri­ge;
f.
Per­so­nen, ge­gen die ei­ne Spiel­sper­re be­steht.

2 Fol­gen­de Per­so­nen un­ter­lie­gen ei­nem Spiel­ver­bot in der Spiel­bank, mit der sie in Ver­bin­dung ste­hen:

a.
An­ge­stell­te die­ser Spiel­bank und von de­ren Ne­ben­be­trie­ben, die nicht am Spiel­be­trieb be­tei­ligt sind;
b.
Ak­tio­nä­rin­nen und Ak­tio­näre, die mehr als 5 Pro­zent des Ak­ti­en­ka­pi­tals oder der Stim­men hal­ten;
c.
An­ge­stell­te der Re­vi­si­ons­stel­le, die mit de­ren Re­vi­si­on be­traut sind.
Art. 53 Teilnahmebeschränkungen  

1 Die Spiel­bank kann:

a.
Per­so­nen oh­ne An­ga­be von Grün­den so­wohl den Zu­tritt als auch die Spiel­teil­nah­me ver­wei­gern;
b.
Ein­tritts­prei­se er­he­ben;
c.
Klei­der­vor­schrif­ten er­las­sen.

2 Für on­li­ne durch­ge­führ­te Spie­le ist Ab­satz 1 Buch­sta­ben b und c nicht an­wend­bar.

Art. 54 Identifizierung der Spielerinnen und Spieler  

Die Spie­le­rin­nen und Spie­ler sind vor Spiel­be­ginn zu iden­ti­fi­zie­ren.

Art. 55 Spielmarken  

Bei Tisch­spie­len darf nur mit Je­tons oder mit Spiel­plaques der be­tref­fen­den Spiel­bank ge­spielt wer­den.

Art. 56 Unrechtmässige Spielerträge  

Un­recht­mäs­sig er­ziel­te Spie­ler­trä­ge ge­hen an die Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung.

Art. 57 Trinkgelder und Zuwendungen anderer Art  

1 Trink­gel­der für An­ge­stell­te, die am Spiel­be­trieb be­tei­ligt sind, wer­den an die Spiel­bank wei­ter­ge­lei­tet. Die­se ver­wal­tet sie se­pa­rat und in­for­miert so­wohl die An­ge­stell­ten als auch die Spie­le­rin­nen und Spie­ler trans­pa­rent über den Ver­teil­schlüs­sel.

2 Zu­wen­dun­gen an­de­rer Art an An­ge­stell­te, die am Spiel­be­trieb be­tei­ligt sind, sind nicht zu­läs­sig.

Art. 58 Bewilligungen  

1 Der Bun­des­rat kann spe­zi­el­le Be­wil­li­gun­gen vor­se­hen, na­ment­lich für:

a.
die Lie­fe­ran­tin­nen von Spiel­ge­rä­ten;
b.
die tech­ni­sche Aus­rüs­tung.

2 Er re­gelt die Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen und das Ver­fah­ren.

Art. 59 Auslagerung der Kameraüberwachung  

1 Die ESBK kann Spiel­ban­ken mit ei­ner Kon­zes­si­on B, de­ren Stand­ort­re­gi­on wirt­schaft­lich von aus­ge­prägt sai­sona­lem Tou­ris­mus ab­hän­gig ist und die trotz wirt­schaft­li­cher Un­ter­neh­mens­füh­rung kei­ne an­ge­mes­se­ne Ren­ta­bi­li­tät er­zie­len, die Aus­la­ge­rung des Be­triebs des Ka­me­ra­über­wa­chungs­sys­tems an ei­ne an­de­re Schwei­zer Spiel­bank er­lau­ben.

2 Die Spiel­bank bleibt auch in Fäl­len von Aus­la­ge­run­gen voll­um­fäng­lich für die Ge­währ­leis­tung des si­che­ren und trans­pa­ren­ten Spiel­be­triebs ver­ant­wort­lich.

3. Abschnitt: Betrieb von Grossspielen

Art. 60 Lotterieziehungen  

1 Au­to­ma­ti­siert ab­lau­fen­de Lot­te­rie­zie­hun­gen müs­sen von der Ver­an­stal­te­rin in ge­eig­ne­ter Form do­ku­men­tiert wer­den.

2 Ma­nu­el­le Lot­te­rie­zie­hun­gen müs­sen durch ei­ne Amts- oder Ur­kunds­per­son über­wacht und mit ei­nem Zie­hungs­pro­to­koll fest­ge­hal­ten wer­den.

Art. 61 Angebot von Grossspielen  

1 Die Teil­nah­me an Gross­s­pie­len darf zu ge­werb­li­chen Zwe­cken nur von ei­ner In­ha­be­rin ei­ner Ver­an­stal­ter­be­wil­li­gung oder von ihr er­mäch­tig­ten Drit­ten an­ge­bo­ten wer­den. Die ge­werb­li­che Or­ga­ni­sa­ti­on von Spiel­ge­mein­schaf­ten zur Teil­nah­me an Gross­s­pie­len durch Drit­te ist ver­bo­ten.

2 Die Teil­nah­me an Gross­s­pie­len darf nur an öf­fent­lich zu­gäng­li­chen Or­ten an­ge­bo­ten wer­den, die nicht vor­wie­gend der Durch­füh­rung von Geld­spie­len die­nen. Aus­ge­nom­men hier­von sind:

a.
Spiel­lo­ka­le für au­to­ma­ti­siert durch­ge­führ­te Ge­schick­lich­keitss­pie­le;
b.
Spiel­ban­ken, die in ih­ren Räum­lich­kei­ten Ge­schick­lich­keitss­pie­le durch­füh­ren oder Sport­wet­ten und Lot­te­ri­en Drit­ter an­bie­ten.
Art. 62 Angebot von Grossspielen in Spielbanken  

1 Spiel­ban­ken kön­nen mit Be­wil­li­gung der ESBK Ge­schick­lich­keitss­pie­le selbst durch­füh­ren und die Teil­nah­me an Sport­wet­ten und Lot­te­ri­en Drit­ter an­bie­ten.

2 Die Be­wil­li­gung wird er­teilt, wenn die Spiel­bank nach­weist, dass die nach dem 3. Ka­pi­tel nö­ti­gen Be­wil­li­gun­gen er­teilt wur­den, und ge­währ­leis­tet, dass:

a.
die Gross­s­pie­le, die sie im Spiel­be­reich durch­führt oder an­bie­tet, und die Spiel­ban­ken­spie­le in se­pa­ra­ten Zo­nen statt­fin­den;
b.
die Gross­s­pie­le als sol­che ge­kenn­zeich­net sind;
c.
die Geld­flüs­se ge­trennt ver­bucht wer­den; und
d.
das An­ge­bot an Gross­spie­len im Ver­gleich zum An­ge­bot an Spiel­ban­ken­spie­len von un­ter­ge­ord­ne­ter Be­deu­tung ist.

3 Die Ver­an­stal­te­rin von Gross­s­pie­len er­greift die ge­setz­lich vor­ge­se­he­nen Mass­nah­men zur Ge­währ­leis­tung ei­nes si­che­ren und trans­pa­ren­ten Spiel­be­triebs, der Geld­wä­sche­rei­be­kämp­fung und des Schut­zes der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor ex­zes­si­vem Geld­spiel. Wenn die Spie­le im Spiel­be­reich durch­ge­führt wer­den, setzt die Spiel­bank zu­dem die Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 78 und 80 um.

4 Die Ver­an­stal­te­rin von Gross­s­pie­len lie­fert der Spiel­bank sämt­li­che zur Um­set­zung der Mass­nah­men nach den Ar­ti­keln 78 und 80 nö­ti­gen An­ga­ben.

5 Für das On­li­ne-An­ge­bot von Gross­s­pie­len durch Spiel­ban­ken gel­ten die Ab­sät­ze 1–4 sinn­ge­mä­ss.

Art. 63 Verträge mit Sportorganisationen oder Sportlerinnen und Sportlern  

1 Ei­ne Ver­an­stal­te­rin von Gross­s­pie­len darf sich nicht an Spor­t­or­ga­ni­sa­tio­nen wirt­schaft­lich be­tei­li­gen, die an Sport­wett­kämp­fen teil­neh­men, auf die sie selbst Sport­wet­ten an­bie­tet.

2 Sie darf mit Sport­le­rin­nen und Sport­lern oder Spor­t­or­ga­ni­sa­tio­nen, die an Sport­wett­kämp­fen teil­neh­men, auf die sie selbst Sport­wet­ten an­bie­tet, kei­ne Spon­so­ring- oder an­de­re Zu­sam­men­ar­beits­ver­trä­ge ein­ge­hen.

Art. 64 Meldung bei Verdacht auf Wettkampfmanipulation  

1 Die Ver­an­stal­te­rin­nen von Sport­wet­ten er­stat­ten der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de un­ver­züg­lich Mel­dung bei ei­nem Ver­dacht auf ei­ne Ma­ni­pu­la­ti­on ei­nes Sport­wett­kampfs, auf den sie Sport­wet­ten an­bie­ten.

2 Bei ei­nem Ver­dacht auf ei­ne Ma­ni­pu­la­ti­on ei­nes Sport­wett­kampfs, der in der Schweiz statt­fin­det oder auf den in der Schweiz Sport­wet­ten an­ge­bo­ten wer­den, er­stat­ten die Or­ga­ni­sa­tio­nen mit Sitz in der Schweiz, die an die­sem Sport­wett­kampf teil­neh­men oder die­sen or­ga­ni­sie­ren, durch­füh­ren oder über­wa­chen, der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de un­ver­züg­lich Mel­dung.

3 So­weit für die Be­kämp­fung und Ver­fol­gung ei­ner Ma­ni­pu­la­ti­on ei­nes Sport­wett­kampfs er­for­der­lich, ge­ben die Ver­an­stal­te­rin­nen von Sport­wet­ten so­wie die Or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ab­satz 2 der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de so­wie den zu­stän­di­gen Be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den In­for­ma­tio­nen, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten, be­kannt.

Art. 65 Zusammenarbeit mit Behörden  

1 Für die Be­kämp­fung und die Ver­fol­gung von Ma­ni­pu­la­tio­nen von Sport­wett­kämp­fen ar­bei­tet die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de mit den Ver­an­stal­te­rin­nen von Sport­wet­ten, mit den Or­ga­ni­sa­tio­nen nach Ar­ti­kel 64 Ab­satz 2 so­wie mit ent­spre­chen­den Or­ga­ni­sa­tio­nen mit Sitz im Aus­land zu­sam­men.

2 Bei ei­nem hin­rei­chen­den Ver­dacht auf Ma­ni­pu­la­ti­on ei­nes Sport­wett­kampfs kann sie na­ment­lich Da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten über Straf- oder Ver­wal­tungs­ver­fah­ren und Per­sön­lich­keitspro­fi­le der Wet­ten­den, an die Ver­an­stal­te­rin­nen und die Or­ga­ni­sa­tio­nen wei­ter­ge­ben. Er­weist sich der Ver­dacht als un­be­grün­det, so sind die Da­ten um­ge­hend zu lö­schen.

3 Der Bun­des­rat re­gelt den Ge­gen­stand und die Mo­da­li­tä­ten der Da­ten­wei­ter­ga­be an die­se Or­ga­ni­sa­tio­nen.

Art. 66 Teilnahmebeschränkungen  

Die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len kön­nen Per­so­nen oh­ne An­ga­be von Grün­den die Spiel­teil­nah­me ver­wei­gern.

4. Abschnitt: Bekämpfung der Geldwäscherei

Art. 67 Geltung des Geldwäschereigesetzes  

1 Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len un­ter­ste­hen dem Geld­wä­sche­rei­ge­setz vom 10. Ok­to­ber 19977 (GwG).

2 Der Um­fang der Sorg­falts­pflich­ten im Be­reich der Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei rich­tet sich nach den Ge­fah­ren und Merk­ma­len des Spiels und des Ab­satz­ka­nals.

3 Bei ei­nem Gross­s­piel, das nicht on­li­ne durch­ge­führt wird, muss die Ver­an­stal­te­rin die Sorg­falts­pflich­ten nach den Ar­ti­keln 3–7 GwG nur dann er­fül­len, wenn ei­ner Spie­le­rin oder ei­nem Spie­ler ein Ge­winn von er­heb­li­chem Wert aus­be­zahlt wird.

4 Das EJPD legt für die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len fest, wel­che Wer­te als er­heb­lich gel­ten, und passt sie bei Be­darf an. Es be­rück­sich­tigt da­bei die Ge­fah­ren, die mit dem be­tref­fen­den Spiel ver­bun­den sind.

Art. 68 Besondere Sorgfaltspflichten in Bezug auf online durchgeführte Spiele  

1 Bei on­li­ne durch­ge­führ­ten Spie­len kann die Ver­trags­par­tei bei der Auf­nah­me von Ge­schäfts­be­zie­hun­gen auf der Grund­la­ge ei­ner Selbst­de­kla­ra­ti­on iden­ti­fi­ziert wer­den.

2 Die Ver­trags­par­tei muss nach Ar­ti­kel 3 Ab­satz 1 GwG8 iden­ti­fi­ziert wer­den, wenn die mo­nat­li­chen Ein­sät­ze oder die ein­zel­nen oder in ei­nem Mo­nat zu­sam­men­ge­rech­ne­ten Ge­win­ne einen er­heb­li­chen Wert er­rei­chen.

3 Die ESBK legt fest, wel­che Wer­te im Be­reich der Spiel­ban­ken­spie­le als er­heb­lich gel­ten, und passt sie bei Be­darf an.

4 Das EJPD legt fest, wel­che Wer­te im Be­reich der Gross­s­pie­le als er­heb­lich gel­ten, und passt sie bei Be­darf an.

Art. 69 Checks und Depots  

1 Spiel­ban­ken und Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len dür­fen kei­ne In­ha­ber­checks an­neh­men oder aus­stel­len.

2 Sie dür­fen auf ih­ren Na­men aus­ge­stell­te Checks an­neh­men. Sie müs­sen sich bei der An­nah­me über die Iden­ti­tät der Per­son ver­ge­wis­sern, die den Check aus­stellt, und den Vor­gang re­gis­trie­ren.

3 Sie kön­nen den Spie­le­rin­nen und Spie­lern die Ge­win­ne in Form ei­nes De­pots zur Ver­fü­gung hal­ten. Sie dür­fen die De­pot­gut­ha­ben nicht ver­zin­sen.

4 Im On­li­ne-Be­reich ist die Füh­rung ei­nes per­sön­li­chen Spie­ler­kon­tos zu­läs­sig. Kon­to­gut­ha­ben wer­den nicht ver­zinst. Der Bun­des­rat kann fest­le­gen, wel­chen Be­trag das Spie­ler­kon­to ma­xi­mal ent­hal­ten darf.

Art. 70 Gewinnbestätigung  

Die Spiel­ban­ken stel­len den Spie­le­rin­nen und Spie­lern kei­ne Ge­winn­be­stä­ti­gung aus.

6. Kapitel: Schutz der Spielerinnen und Spieler vor exzessivem Geldspiel

1. Abschnitt: Massnahmen aller Veranstalterinnen von Geldspielen

Art. 71 Grundsatz  

Die Ver­an­stal­te­rin­nen von Geld­spie­len sind ver­pflich­tet, an­ge­mes­se­ne Mass­nah­men zu tref­fen zum Schutz der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor Spiel­sucht und vor dem Tä­ti­gen von Spiele­in­sät­zen, die in kei­nem Ver­hält­nis zu ih­rem Ein­kom­men und Ver­mö­gen ste­hen (ex­zes­si­ves Geld­spiel).

Art. 72 Schutz von Minderjährigen  

1 Min­der­jäh­ri­ge sind be­son­ders zu schüt­zen. Sie sind nicht zu den Spiel­ban­ken­spie­len und zu den on­li­ne durch­ge­führ­ten Gross­s­pie­len zu­ge­las­sen.

2 Für die an­de­ren Gross­s­pie­le ent­schei­det die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de je nach Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­al über das Al­ter, das zur Teil­nah­me be­rech­tigt. Es darf nicht un­ter 16 Jah­ren lie­gen.

3 Au­to­ma­ti­siert durch­ge­führ­te Lot­te­ri­en müs­sen ei­ne Zu­gangs­kon­trol­le auf­wei­sen, die si­cher­stellt, dass nur Spie­le­rin­nen und Spie­ler spie­len kön­nen, wel­che das Al­ter er­reicht ha­ben, das zur Teil­nah­me be­rech­tigt.

Art. 73 Spielbezogene Schutzmassnahmen  

1 Die von den Ver­an­stal­te­rin­nen von Geld­spie­len zu er­grei­fen­den Mass­nah­men zum Schutz der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor ex­zes­si­vem Geld­spiel müs­sen sich am Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­al aus­rich­ten, das vom be­tref­fen­den Geld­spiel aus­geht.

2 Je grös­ser das von ei­nem Geld­spiel aus­ge­hen­de Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­al ist, de­sto hö­her sind die An­for­de­run­gen an die Mass­nah­men. Bei der Ein­schät­zung des Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­als und der Fest­le­gung der Mass­nah­men sind ins­be­son­de­re die Spiel­merk­ma­le so­wie die Merk­ma­le des Ver­triebs­ka­nals zu be­rück­sich­ti­gen.

3 Die zu­stän­di­ge Be­hör­de be­wil­ligt ein Geld­spiel nur, wenn die Schutz­mass­nah­men aus­rei­chend sind.

Art. 74 Werbung  

1 Ver­an­stal­te­rin­nen von Geld­spie­len dür­fen nicht in auf­dring­li­cher oder ir­re­füh­ren­der Wei­se Wer­bung be­trei­ben.

2 Die Wer­bung darf sich nicht an Min­der­jäh­ri­ge oder an ge­sperr­te Per­so­nen rich­ten.

3 Wer­bung für in der Schweiz nicht be­wil­lig­te Geld­spie­le ist ver­bo­ten.

Art. 75 Darlehen, Vorschüsse und Gratisspiele  

1 Die Ver­an­stal­te­rin­nen von Geld­spie­len dür­fen Spie­le­rin­nen und Spie­lern we­der Dar­le­hen noch Vor­schüs­se ge­wäh­ren.

2 Die Ein­räu­mung von Gra­tiss­pie­len oder Gra­tiss­piel­gut­ha­ben be­darf der vor­gän­gi­gen Zu­stim­mung der zu­stän­di­gen Voll­zugs­be­hör­de.

2. Abschnitt: Zusätzliche Massnahmen der Spielbanken und der Veranstalterinnen von Grossspielen

Art. 76 Sozialkonzept  

1 Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len er­stel­len ein So­zi­al­kon­zept. Dar­in se­hen sie un­ter Be­rück­sich­ti­gung des Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­als und der Merk­ma­le des Ver­triebs­ka­nals der ver­schie­de­nen Spie­l­an­ge­bo­te Mass­nah­men zum Schutz der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor, ins­be­son­de­re Mass­nah­men:

a.
zur In­for­ma­ti­on der Spie­le­rin­nen und Spie­ler;
b.
zur Früh­er­ken­nung ge­fähr­de­ter Spie­le­rin­nen und Spie­ler;
c.
zu Selbst­kon­trol­len, Spiel­be­schrän­kun­gen und Spielm­ode­ra­ti­on;
d.
zur Ver­hän­gung und Durch­füh­rung von Spiel­sper­ren;
e.
zur Aus­bil­dung und zur re­gel­mäs­si­gen Wei­ter­bil­dung des mit dem Voll­zug des So­zi­al­kon­zepts be­trau­ten Per­so­nals;
f.
zur Er­he­bung von Da­ten zur Eva­lua­ti­on der Wirk­sam­keit der ge­trof­fe­nen Mass­nah­men.

2 Für die Aus­ar­bei­tung, Um­set­zung und Eva­lua­ti­on der Mass­nah­men kön­nen die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len ins­be­son­de­re zu­sam­men­ar­bei­ten mit:

a.
den zu­stän­di­gen Voll­zugs­be­hör­den;
b.
an­de­ren Spiel­ban­ken oder an­de­ren Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len;
c.
For­sche­rin­nen und For­schern;
d.
Sucht­prä­ven­ti­ons­stel­len;
e.
The­ra­pie­ein­rich­tun­gen;
f.
So­zi­al­diens­ten.
Art. 77 Information  

1 Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len stel­len in leicht zu­gäng­li­cher und leicht ver­ständ­li­cher Form be­reit:

a.
In­for­ma­tio­nen über die Ri­si­ken des Spiels;
b.
Selbs­t­er­he­bungs­bo­gen zur Prü­fung des ei­ge­nen Spiel­ver­hal­tens;
c.
In­for­ma­tio­nen über Mög­lich­kei­ten für Selbst­kon­trol­len, Spiel­be­schrän­kun­gen und Spiel­sper­ren;
d.
In­for­ma­tio­nen über An­ge­bo­te zur Un­ter­stüt­zung und Be­hand­lung von süch­ti­gen, ver­schul­de­ten oder sucht­ge­fähr­de­ten Per­so­nen so­wie von de­ren Um­feld ein­sch­liess­lich Adres­sen von Be­ra­tungs­stel­len und Selbst­hil­fe­grup­pen.

2 So­weit auf­grund des Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­als und der Merk­ma­le des Ver­triebs­ka­nals des kon­kre­ten Spiels an­ge­zeigt, in­for­mie­ren sie die Spie­le­rin­nen und Spie­ler über ihr Spiel­ver­hal­ten.

Art. 78 Früherkennung  

1 So­weit auf­grund des Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­als und der Merk­ma­le des Ver­triebs­ka­nals des kon­kre­ten Spiels an­ge­zeigt, le­gen die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len im Rah­men der Früh­er­ken­nung Kri­te­ri­en fest, an­hand de­ren ge­fähr­de­te Spie­le­rin­nen und Spie­ler er­kannt wer­den kön­nen, und er­grei­fen an­ge­mes­se­ne Mass­nah­men.

2 Sie do­ku­men­tie­ren ih­re Be­ob­ach­tun­gen und die er­grif­fe­nen Mass­nah­men.

Art. 79 Selbstkontrollen und Spielbeschränkungen  

So­weit auf­grund des Ge­fähr­dungs­po­ten­zi­als und der Merk­ma­le des Ver­triebs­ka­nals des kon­kre­ten Geld­spiels an­ge­zeigt, stel­len die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len den Spie­le­rin­nen und Spie­lern Mög­lich­kei­ten zur Kon­trol­le und Be­schrän­kung ih­res Spiel­ver­hal­tens zur Ver­fü­gung, ins­be­son­de­re zur Kon­trol­le und Be­schrän­kung der Spieldau­er, der Spiel­häu­fig­keit oder des Net­to­ver­lusts.

Art. 80 Spielsperre  

1 Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von on­li­ne durch­ge­führ­ten Gross­s­pie­len sper­ren Per­so­nen vom Spiel­be­trieb aus, von de­nen sie auf­grund ei­ge­ner Wahr­neh­mun­gen oder auf­grund von Mel­dun­gen Drit­ter wis­sen oder an­neh­men müs­sen, dass sie:

a.
über­schul­det sind oder ih­ren fi­nan­zi­el­len Ver­pflich­tun­gen nicht nach­kom­men; oder
b.
Spiele­in­sät­ze tä­ti­gen, die in kei­nem Ver­hält­nis zu ih­rem Ein­kom­men und Ver­mö­gen ste­hen.

2 Sie sper­ren fer­ner Per­so­nen vom Spiel­be­trieb aus, von de­nen sie auf­grund ei­ner Mel­dung ei­ner Fach­stel­le oder So­zi­al­be­hör­de wis­sen oder an­neh­men müs­sen, dass sie spiel­süch­tig sind.

3 Die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de kann im Rah­men der Spiel­be­wil­li­gun­gen die Spiel­sper­re auf wei­te­re Gross­s­pie­le aus­deh­nen. Sie kann den Aus­schluss von die­sen zu­sätz­li­chen Spie­len si­cher­stel­len, in­dem sie einen Schwel­len­wert fest­legt und die Aus­zah­lung der dar­über lie­gen­den Ge­win­ne sper­ren lässt.

4 Die Spiel­sper­re er­streckt sich auf die Spiel­ban­ken­spie­le, die on­li­ne durch­ge­führ­ten Gross­s­pie­le so­wie die Gross­s­pie­le, auf wel­che die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de nach Ab­satz 3 die Spiel­sper­re aus­ge­dehnt hat.

5 Die Spie­le­rin­nen und Spie­ler kön­nen selbst bei ei­ner Spiel­bank oder ei­ner Ver­an­stal­te­rin von Gross­s­pie­len, die Spiel­sper­ren ver­hän­gen, ei­ne Spiel­sper­re be­an­tra­gen.

6 Die Spiel­sper­re muss der be­trof­fe­nen Per­son mit Be­grün­dung schrift­lich mit­ge­teilt wer­den.

Art. 81 Aufhebung der Spielsperre  

1 Die Spiel­sper­re muss auf An­trag der be­trof­fe­nen Per­son auf­ge­ho­ben wer­den, wenn der Grund da­für nicht mehr be­steht.

2 Der An­trag ist bei der Spiel­bank oder der Ver­an­stal­te­rin von Gross­s­pie­len ein­zu­rei­chen, wel­che die Sper­re aus­ge­spro­chen hat.

3 In das Auf­he­bungs­ver­fah­ren muss ei­ne kan­to­nal an­er­kann­te Fach­per­son oder Fach­stel­le ein­be­zo­gen wer­den.

Art. 82 Register  

1 Für den Voll­zug der Spiel­sper­re füh­ren die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len, die Spiel­sper­ren ver­hän­gen, ein Re­gis­ter der ge­sperr­ten Per­so­nen und tei­len sich ge­gen­sei­tig die Da­ten mit.

2 Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len, die Spiel­sper­ren ver­hän­gen, kön­nen ein ge­mein­sa­mes Re­gis­ter füh­ren. Zu­griff auf das ge­mein­sa­me Re­gis­ter ha­ben die­je­ni­gen Spiel­ban­ken und Ver­an­stal­te­rin­nen, die an der Re­gis­ter­füh­rung teil­ha­ben.

3 Sie tra­gen in das Re­gis­ter An­ga­ben zur Iden­ti­tät der ge­sperr­ten Per­so­nen so­wie zu Art und Grund der Sper­re ein.

Art. 83 Aus- und Weiterbildung  

Die für das So­zi­al­kon­zept ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen und die mit dem Spiel­be­trieb oder des­sen Über­wa­chung be­trau­ten An­ge­stell­ten der Spiel­ban­ken und der Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len müs­sen ei­ne Grund­aus­bil­dung so­wie jähr­li­che Wei­ter­bil­dungs- und Ver­tie­fungs­kur­se ab­sol­vie­ren.

Art. 84 Bericht  

Die Spiel­ban­ken und die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len rei­chen der zu­stän­di­gen Voll­zugs­be­hör­de jähr­lich einen Be­richt ein über die Wirk­sam­keit der ge­trof­fe­nen Mass­nah­men zum Schutz der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor ex­zes­si­vem Geld­spiel.

3. Abschnitt: Massnahmen der Kantone

Art. 85  

1 Die Kan­to­ne sind ver­pflich­tet, Mass­nah­men zur Prä­ven­ti­on von ex­zes­si­vem Geld­spiel zu er­grei­fen so­wie Be­ra­tungs- und Be­hand­lungs­an­ge­bo­te für spiel­sucht­ge­fähr­de­te und spiel­süch­ti­ge Per­so­nen und für de­ren Um­feld an­zu­bie­ten.

2 Sie kön­nen ih­re Mass­nah­men zum Schutz der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor ex­zes­si­vem Geld­spiel mit den Spiel­ban­ken und den Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len ko­or­di­nie­ren.

7. Kapitel: Einschränkung des Zugangs zu in der Schweiz nicht bewilligten Online-Spielangeboten

Art. 86 Sperrung des Zugangs zu nicht bewilligten Spielangeboten  

1 Der Zu­gang zu on­li­ne durch­ge­führ­ten Geld­spie­len ist zu sper­ren, wenn die Spiel­an­ge­bo­te in der Schweiz nicht be­wil­ligt sind.

2 Ge­sperrt wird aus­sch­liess­lich der Zu­gang zu Spie­len, de­ren Ver­an­stal­te­rin­nen ih­ren Sitz oder Wohn­sitz im Aus­land ha­ben oder ihn ver­schlei­ern und die von der Schweiz aus zu­gäng­lich sind.

3 Die ESBK und die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de füh­ren und ak­tua­li­sie­ren je­weils ei­ne Sperr­lis­te be­tref­fend die An­ge­bo­te in ih­rem Zu­stän­dig­keits­be­reich.

4 Die Fern­mel­de­dien­stan­bie­te­rin­nen sper­ren den Zu­gang zu den Spie­l­an­ge­bo­ten, die auf ei­ner der Sperr­lis­ten auf­ge­führt sind.

5 Die ESBK und die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de kön­nen ei­ner Be­nut­ze­rin oder ei­nem Be­nut­zer zu Auf­sichts- oder For­schungs­zwe­cken Zu­gang zu den ge­sperr­ten An­ge­bo­ten ge­wäh­ren.

Art. 87 Eröffnung und Einspracheverfahren  

1 Die ESBK und die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de ver­öf­fent­li­chen gleich­zei­tig ih­re Sperr­lis­ten und de­ren Ak­tua­li­sie­run­gen mit­tels ei­nes Ver­wei­ses im Bun­des­blatt. Die­se Ver­öf­fent­li­chung gilt als Er­öff­nung der Sperr­ver­fü­gung.

2 Die Ver­an­stal­te­rin­nen kön­nen bei der ver­fü­gen­den Be­hör­de in­nert 30 Ta­gen ab der Ver­öf­fent­li­chung schrift­lich Ein­spra­che ge­gen die Ver­fü­gung er­he­ben. Ein­spra­che kann na­ment­lich er­ho­ben wer­den, wenn die Ver­an­stal­te­rin das be­trof­fe­ne An­ge­bot auf­ge­ho­ben oder den Zu­gang da­zu in der Schweiz mit ge­eig­ne­ten tech­ni­schen Mass­nah­men un­ter­bun­den hat.

3 Ist gül­tig Ein­spra­che er­ho­ben wor­den, so über­prüft die zu­stän­di­ge Be­hör­de ih­re Ver­fü­gung. Sie ist nicht an die ge­stell­ten An­trä­ge ge­bun­den.

Art. 88 Kommunikation der Sperrlisten  

1 Die ESBK und die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de in­for­mie­ren über ih­re Sperr­lis­ten auf ih­rer Web­si­te mit ei­nem Link auf die Web­si­te der an­de­ren Be­hör­de.

2 Sie set­zen die im Sin­ne von Ar­ti­kel 4 des Fern­mel­de­ge­set­zes vom 30. April 19979 re­gis­trier­ten Fern­mel­de­dien­stan­bie­te­rin­nen mit­tels ei­nes ein­fa­chen und ge­si­cher­ten Ver­fah­rens über die Sperr­lis­ten in Kennt­nis.10

3 Die Fern­mel­de­dien­stan­bie­te­rin­nen kön­nen bei der ver­fü­gen­den Be­hör­de in­nert 30 Ta­gen ab Mit­tei­lung nach Ab­satz 2 schrift­lich Ein­spra­che ge­gen die Ver­fü­gung er­he­ben, wenn die Mass­nah­me, die für die Sper­rung des Zu­gangs zu den An­ge­bo­ten er­for­der­lich ist, aus be­trieb­li­cher oder tech­ni­scher Sicht un­ver­hält­nis­mäs­sig wä­re.

9 SR 784.10

10 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 7 des BG vom 22. März 2019, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 6159; BBl 2017 6559).

Art. 89 Information der Benutzerinnen und Benutzer  

1 Die ESBK und die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de be­trei­ben ge­mein­sam ei­ne Ein­rich­tung, die die Be­nut­ze­rin­nen und Be­nut­zer in­for­miert, dass ein On­li­ne-An­ge­bot ge­sperrt ist.

2 Die Fern­mel­de­dien­stan­bie­te­rin­nen lei­ten die Be­nut­ze­rin­nen und Be­nut­zer, die auf die ge­sperr­ten An­ge­bo­te zu­grei­fen möch­ten, auf die In­for­ma­ti­ons­ein­rich­tung wei­ter, so­weit dies tech­nisch mög­lich ist.

Art. 90 Streichung aus der Sperrliste  

Er­füllt ein An­ge­bot die Vor­aus­set­zun­gen für die Sper­rung nicht mehr, so streicht es die zu­stän­di­ge Be­hör­de von Am­tes we­gen oder auf Er­su­chen aus der Sperr­lis­te.

Art. 91 Haftungsausschluss  

1 Für den Zu­gang zu den An­ge­bo­ten auf den Sperr­lis­ten kann we­der zi­vil- noch straf­recht­lich ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den, wer:

a.
die Über­mitt­lung der Geld­spie­l­an­ge­bo­te nicht ver­an­lasst;
b.
die Emp­fän­ge­rin oder den Emp­fän­ger der An­ge­bo­te nicht aus­wählt; und
c.
die An­ge­bo­te nicht ver­än­dert.

2 Die Fern­mel­de­dien­stan­bie­te­rin­nen, die zur Er­fül­lung ih­rer Pflich­ten nach den Ar­ti­keln 86 Ab­satz 4 und 89 Ab­satz 2 Mass­nah­men und An­ord­nun­gen nach den Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels um­set­zen, kön­nen we­der zi­vil- noch straf­recht­lich ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den für:

a.
die Um­ge­hung der Sperr­mass­nah­men durch Drit­te;
b.
die Ver­let­zung des Fern­mel­de- oder des Ge­schäfts­ge­heim­nis­ses;
c.
ei­ne Ver­let­zung aus­ser­ver­trag­li­cher oder ver­trag­li­cher Pflich­ten.
Art. 92 Kosten und vorübergehende Aussetzung  

1 Die Fern­mel­de­dien­stan­bie­te­rin­nen wer­den für die zur Um­set­zung der Sper­re not­wen­di­gen Ein­rich­tun­gen so­wie für de­ren Be­trieb von der ver­fü­gen­den Be­hör­de voll­um­fäng­lich ent­schä­digt. Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

2 Die Fern­mel­de­dien­stan­bie­te­rin­nen kön­nen nach In­for­ma­ti­on der Voll­zugs­be­hör­de vor­über­ge­hend von der Um­set­zung der Sper­re ab­se­hen, wenn sich die­se ne­ga­tiv auf die Qua­li­tät der Netz­leis­tung aus­wir­ken.

Art. 93 Aufschiebende Wirkung  

We­der Be­schwer­den noch Ein­spra­chen ge­gen Mass­nah­men nach die­sem Ka­pi­tel ha­ben auf­schie­ben­de Wir­kung. Vor­be­hal­ten bleibt ei­ne Be­schwer­de oder ei­ne Ein­spra­che ei­ner Fern­mel­de­dien­stan­bie­te­rin nach Ar­ti­kel 88 Ab­satz 3.

8. Kapitel: Behörden

1. Abschnitt: Eidgenössische Spielbankenkommission

Art. 94 Zusammensetzung  

1 Die ESBK be­steht aus fünf bis sie­ben Mit­glie­dern.

2 Der Bun­des­rat wählt die Mit­glie­der der ESBK und be­zeich­net die Prä­si­den­tin oder den Prä­si­den­ten. Er wählt min­des­tens ein Mit­glied auf Vor­schlag der Kan­to­ne.

3 Die Mit­glie­der müs­sen un­ab­hän­gi­ge Sach­ver­stän­di­ge sein. Sie dür­fen we­der Mit­glied des Ver­wal­tungs­ra­tes noch An­ge­stell­te von Geld­spiel­un­ter­neh­mun­gen, Fa­bri­ka­ti­ons- und Han­dels­be­trie­ben der Geld­spiel­be­darfs­bran­che noch von die­sen na­he­ste­hen­den Ge­sell­schaf­ten sein.

4 Min­des­tens ein Mit­glied muss über be­son­de­re Kennt­nis­se im Be­reich der Sucht­prä­ven­ti­on ver­fü­gen.

Art. 95 Organisation  

1 Die ESBK er­lässt ein Ge­schäfts­re­gle­ment. Dar­in re­gelt sie ins­be­son­de­re die Ein­zel­hei­ten ih­rer Or­ga­ni­sa­ti­on und die Zu­stän­dig­kei­ten des Prä­si­di­ums.

2 Das Ge­schäfts­re­gle­ment be­darf der Ge­neh­mi­gung durch den Bun­des­rat.

3 Der ESBK steht ein stän­di­ges Se­kre­ta­ri­at zur Sei­te.

Art. 96 Unabhängigkeit  

1 Die ESBK übt ih­re Tä­tig­keit un­ab­hän­gig aus. Sie ist ad­mi­nis­tra­tiv dem EJPD zu­ge­ord­net.

2 Die Mit­glie­der der ESBK und die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ih­res Se­kre­ta­ri­ats dür­fen ei­ne an­de­re Be­schäf­ti­gung aus­üben, wenn da­durch die Un­ab­hän­gig­keit der ESBK nicht be­ein­träch­tigt wird.

Art. 97 Aufgaben  

1 Die ESBK hat ne­ben der Er­fül­lung der an­de­ren Auf­ga­ben, die ihr die­ses Ge­setz über­trägt, fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Sie über­wacht die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen in Be­zug auf die Spiel­ban­ken; ins­be­son­de­re über­wacht sie:
1.
die Lei­tungs­or­ga­ne und den Spiel­be­trieb der Spiel­ban­ken,
2.
die Ein­hal­tung der Ver­pflich­tun­gen zur Ver­hin­de­rung der Geld­wä­sche­rei,
3.
die Um­set­zung des Si­cher­heits­kon­zepts und des So­zi­al­kon­zepts.
b.
Sie ver­an­lagt und er­hebt die Spiel­ban­ken­ab­ga­be.
c.
Sie be­kämpft das il­le­ga­le Geld­spiel.
d.
Sie ar­bei­tet mit in- und aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den zu­sam­men.
e.
Sie er­stat­tet dem Bun­des­rat jähr­lich Be­richt über ih­re Tä­tig­keit und ver­öf­fent­licht den Be­richt; der Be­richt ent­hält auch In­for­ma­tio­nen über die Jah­res­ab­schlüs­se, Bi­lan­zen und Be­rich­te der Spiel­ban­ken.

2 Sie trägt bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben dem An­lie­gen des Schut­zes der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor ex­zes­si­vem Geld­spiel ge­büh­rend Rech­nung.

Art. 98 Befugnisse  

Die ESBK kann zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben na­ment­lich:

a.
von den Spiel­ban­ken und den Un­ter­neh­mun­gen der Fa­bri­ka­ti­on und des Han­dels mit Spielein­rich­tun­gen, wel­che die Spiel­ban­ken be­lie­fern, die not­wen­di­gen Aus­künf­te und Un­ter­la­gen ver­lan­gen;
b.
bei den Spiel­ban­ken Kon­trol­len durch­füh­ren;
c.
von den Re­vi­si­ons­stel­len der Spiel­ban­ken die da­für not­wen­di­gen Aus­künf­te und Un­ter­la­gen ver­lan­gen;
d.
Sach­ver­stän­di­ge bei­zie­hen;
e.
der Re­vi­si­ons­stel­le be­son­de­re Auf­trä­ge er­tei­len;
f.
On­li­ne-Ver­bin­dun­gen zum Mo­ni­to­ring der In­for­ma­tik­an­la­gen der Spiel­ban­ken her­stel­len;
g.
für die Zeit ei­ner Un­ter­su­chung vor­sorg­li­che Mass­nah­men tref­fen und ins­be­son­de­re die Kon­zes­si­on sus­pen­die­ren;
h.
bei Ver­let­zun­gen die­ses Ge­set­zes oder bei Vor­lie­gen sons­ti­ger Miss­stän­de die not­wen­di­gen Mass­nah­men zur Her­stel­lung des ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stands und zur Be­sei­ti­gung der Miss­stän­de ver­fü­gen;
i.
in den Be­trieb ei­ner Spiel­bank ein­grei­fen, so­fern die Ver­hält­nis­se es er­for­dern;
j.
bei Nicht­be­fol­gung ei­ner von ihr er­las­se­nen voll­streck­ba­ren Ver­fü­gung nach vor­aus­ge­gan­ge­ner Mah­nung:
1.
die an­ge­ord­ne­te Hand­lung auf Kos­ten der Spiel­bank sel­ber vor­neh­men,
2.
öf­fent­lich be­kannt ma­chen, dass sich die Spiel­bank der voll­streck­ba­ren Ver­fü­gung wi­der­setzt;
k.
ge­gen Ver­fü­gun­gen der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de nach Ar­ti­kel 24 Be­schwer­de bei der zu­stän­di­gen kan­to­na­len oder in­ter­kan­to­na­len rich­ter­li­chen Be­hör­de und an­sch­lies­send beim Bun­des­ge­richt er­he­ben;
l.
ge­gen die Ent­schei­de des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts in An­wen­dung die­ses Ge­set­zes und sei­ner Aus­füh­rungs­er­las­se Be­schwer­de beim Bun­des­ge­richt er­he­ben.
Art. 99 Gebühren und Aufsichtsabgabe  

1 Die ESBK er­hebt für ih­re Ver­fü­gun­gen und Dienst­leis­tun­gen kos­ten­de­cken­de Ge­büh­ren. Sie kann Vor­schüs­se ver­lan­gen.

2 Für die Auf­sichts­kos­ten der ESBK, die nicht durch Ge­büh­ren ge­deckt sind, wird bei den Spiel­ban­ken jähr­lich ei­ne Auf­sichts­ab­ga­be er­ho­ben. Das EJPD ver­fügt die Auf­sichts­ab­ga­be.

3 Die Auf­sichts­ab­ga­be ba­siert auf den Kos­ten für die Auf­sicht über die Spiel­ban­ken; die von der ein­zel­nen Spiel­bank zu leis­ten­de Ab­ga­be be­misst sich nach dem im je­wei­li­gen Be­reich im Vor­jahr er­ziel­ten Brut­to­spie­ler­trag.

4 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten, na­ment­lich:

a.
die an­re­chen­ba­ren Auf­sichts­kos­ten;
b.
die Auf­tei­lung zwi­schen den Spiel­ban­ken mit und oh­ne Kon­zes­si­ons­er­wei­te­rung;
c.
die zeit­li­che Be­mes­sung.
Art. 100 Verwaltungssanktionen  

1 Ver­stösst ei­ne Kon­zes­sio­nä­rin ge­gen die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen, ge­gen die Kon­zes­si­on oder ge­gen ei­ne rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gung, so wird sie mit ei­nem Be­trag bis zu 15 Pro­zent des im letz­ten Ge­schäfts­jahr er­ziel­ten Brut­to­spie­ler­trags be­las­tet.

2 Ver­stös­se wer­den vom Se­kre­ta­ri­at un­ter­sucht und von der ESBK be­ur­teilt.

Art. 101 Datenbearbeitung  

1 Zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben kann die ESBK Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten über die Ge­sund­heit, Mass­nah­men der so­zia­len Hil­fe, über ad­mi­nis­tra­ti­ve oder straf­recht­li­che Ver­fol­gun­gen und Sank­tio­nen, so­wie Per­sön­lich­keitspro­fi­le, be­ar­bei­ten.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die Ein­zel­hei­ten der Da­ten­be­ar­bei­tung, ins­be­son­de­re:

a.
die Per­so­nen­ka­te­go­ri­en, zu de­nen Da­ten er­ho­ben wer­den, und für je­de die­ser Ka­te­go­ri­en die Per­so­nen­da­ten­ka­te­go­ri­en, die be­ar­bei­tet wer­den dür­fen;
b.
den Ka­ta­log der be­son­ders schüt­zens­wer­ten Da­ten;
c.
die Zu­gangs­er­mäch­ti­gun­gen;
d.
die Auf­be­wah­rungs­dau­er und die Ver­nich­tung der Da­ten;
e.
die Da­ten­si­cher­heit.
Art. 102 Amts- und Rechtshilfe in der Schweiz  

1 Die ESBK und die Ver­wal­tungs­be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den un­ter­stüt­zen sich ge­gen­sei­tig und ge­ben ein­an­der auf Er­su­chen die In­for­ma­tio­nen, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten, be­kannt, die sie zur Er­fül­lung ih­rer je­wei­li­gen ge­setz­li­chen Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.

2 Die ESBK und die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den leis­ten sich ge­gen­sei­tig Rechts- und Amts­hil­fe. So­weit er­for­der­lich und mög­lich ko­or­di­nie­ren sie ih­re Un­ter­su­chun­gen.

3 Er­hält die ESBK Kennt­nis von Ver­bre­chen und Ver­ge­hen nach dem Straf­ge­setz­buch11 (StGB), so be­nach­rich­tigt sie die zu­stän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den.

4 Er­hält sie Kennt­nis von Ver­let­zun­gen die­ses Ge­set­zes, für de­ren Ver­fol­gung sie nicht zu­stän­dig ist, so be­nach­rich­tigt sie die zu­stän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den so­wie die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de.

Art. 103 Internationale Amtshilfe  

1 Die ESBK kann die zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­den um die In­for­ma­tio­nen, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten, er­su­chen, die sie zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben be­nö­tigt.

2 Sie kann den für die Geld­spie­le zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­den In­for­ma­tio­nen, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten, wei­ter­ge­ben, wenn fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:

a.
Die aus­län­di­sche Be­hör­de ver­wen­det die In­for­ma­tio­nen aus­sch­liess­lich in ei­nem Ver­wal­tungs­ver­fah­ren im Zu­sam­men­hang mit den Geld­spie­len.
b.
Sie ist an das Amts­ge­heim­nis ge­bun­den.
c.
Sie gibt die In­for­ma­tio­nen nicht an Drit­te wei­ter oder nur mit Ein­wil­li­gung der ESBK.
d.
Die In­for­ma­tio­nen sind für den Voll­zug der Geld­spiel­ge­setz­ge­bung not­wen­dig und um­fas­sen kei­ne Fa­bri­ka­ti­ons- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­se.

3 Sie kann von der Zu­sam­men­ar­beit ab­se­hen, wenn kein Ge­gen­recht ge­währt wird.

Art. 104 Aufgaben des Sekretariats  

1 Das Se­kre­ta­ri­at übt die un­mit­tel­ba­re Auf­sicht über die Spiel­ban­ken aus und ver­an­lagt die Spiel­ban­ken­ab­ga­be.

2 Es be­rei­tet die Ge­schäf­te der ESBK vor, stellt ihr An­trä­ge und voll­zieht de­ren Ent­schei­de.

3 Es ver­kehrt mit Spiel­ban­ken, Be­hör­den und Drit­ten di­rekt und er­lässt selbst­stän­dig Ver­fü­gun­gen, so­weit dies das Ge­schäfts­re­gle­ment vor­sieht.

4 Es kann in den Be­trieb ei­ner Spiel­bank ein­grei­fen, so­fern die Ver­hält­nis­se es er­for­dern; es in­for­miert die ESBK un­ver­züg­lich.

5 Es ver­tritt die ESBK vor eid­ge­nös­si­schen und kan­to­na­len Ge­rich­ten und ist zu­stän­dig für die Ver­fol­gung der Straf­ta­ten nach den Ar­ti­keln 130–133.

6 Die ESBK kann dem Se­kre­ta­ri­at wei­te­re Auf­ga­ben über­tra­gen.

2. Abschnitt: Interkantonale Aufsichts- und Vollzugsbehörde

Art. 105 Errichtung  

Die Kan­to­ne, die auf ih­rem Ge­biet Gross­s­pie­le zu­las­sen wol­len, schaf­fen über ein Kon­kor­dat ei­ne in­ter­kan­to­na­le Auf­sichts- und Voll­zugs­be­hör­de (in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de).

Art. 106 Unabhängigkeit und Zusammensetzung  

1 Die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de übt ih­re Tä­tig­keit un­ab­hän­gig aus.

2 Die Mit­glie­der der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de und die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter ih­res Se­kre­ta­ri­ats dür­fen ei­ne an­de­re Be­schäf­ti­gung aus­üben, wenn da­durch die Un­ab­hän­gig­keit der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de nicht be­ein­träch­tigt wird.

3 Die Kan­to­ne stel­len si­cher, dass in der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de be­son­de­re Kennt­nis­se im Be­reich der Sucht­prä­ven­ti­on vor­han­den sind.

Art. 107 Aufgaben  

1 Die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de hat ne­ben der Er­fül­lung der an­de­ren Auf­ga­ben, die ihr das Ge­setz über­trägt, fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Sie über­wacht die Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen in Be­zug auf die Gross­s­pie­le; ins­be­son­de­re über­wacht sie:
1.
die Lei­tungs­or­ga­ne und den Spiel­be­trieb der Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len,
2.
die Ein­hal­tung der Ver­pflich­tun­gen zur Ver­hin­de­rung der Geld­wä­sche­rei,
3.
die Um­set­zung des Si­cher­heits­kon­zepts und des So­zi­al­kon­zepts.
b.
Sie be­kämpft das il­le­ga­le Geld­spiel.
c.
Sie ar­bei­tet mit in- und aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den zu­sam­men.
d.
Sie er­stellt und ver­öf­fent­licht jähr­lich einen Be­richt über ih­re Tä­tig­keit ein­schliess­lich ei­ner Sta­tis­tik über die nach die­sem Ge­setz durch­ge­führ­ten Gross- und Klein­spie­le und ei­nes Be­richts über die Ver­wen­dung der Rein­ge­win­ne aus den Gross­s­pie­len zu­guns­ten ge­mein­nüt­zi­ger Zwe­cke durch die Kan­to­ne.

2 Die Kan­to­ne kön­nen der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de wei­te­re Auf­ga­ben über­tra­gen.

3 Die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de trägt bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben dem An­lie­gen des Schut­zes der Spie­le­rin­nen und Spie­ler vor ex­zes­si­vem Geld­spiel ge­büh­rend Rech­nung.

Art. 108 Befugnisse  

1 Die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de kann zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben na­ment­lich:

a.
von den Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len und den Un­ter­neh­mun­gen der Fa­bri­ka­ti­on und des Han­dels mit Spielein­rich­tun­gen die not­wen­di­gen Aus­künf­te und Un­ter­la­gen ver­lan­gen;
b.
in den Be­rei­chen nach Ar­ti­kel 1 Ab­sät­ze 2 und 3 die not­wen­di­gen Aus­künf­te und Un­ter­la­gen ver­lan­gen zur Klä­rung der Fra­ge, ob ein Gross­s­piel vor­liegt oder nicht;
c.
bei den Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len und de­ren Ver­trieb­s­part­nern Kon­trol­len durch­füh­ren;
d.
für die Zeit der Un­ter­su­chung vor­sorg­li­che Mass­nah­men an­ord­nen;
e.
von den Re­vi­si­ons­stel­len der Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len die da­für not­wen­di­gen Aus­künf­te und Un­ter­la­gen ver­lan­gen;
f.
Sach­ver­stän­di­ge bei­zie­hen;
g.
bei Ver­let­zun­gen die­ses Ge­set­zes oder bei Vor­lie­gen sons­ti­ger Miss­stän­de die not­wen­di­gen Mass­nah­men zur Her­stel­lung des ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stands und zur Be­sei­ti­gung der Miss­stän­de ver­fü­gen;
h.
bei Nicht­be­fol­gung ei­ner von ihr er­las­se­nen voll­streck­ba­ren Ver­fü­gung nach vor­aus­ge­gan­ge­ner Mah­nung:
1.
die an­ge­ord­ne­te Hand­lung auf Kos­ten der Ver­an­stal­te­rin von Gross­spie­len sel­ber vor­neh­men,
2.
öf­fent­lich be­kannt ma­chen, dass sich die Ver­an­stal­te­rin von Gross­spie­len der voll­streck­ba­ren Ver­fü­gung wi­der­setzt;
i.
ge­gen Ver­fü­gun­gen der ESBK nach Ar­ti­kel 16 Be­schwer­de beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt und an­sch­lies­send beim Bun­des­ge­richt er­he­ben;
j.
ge­gen die Ent­schei­de der letz­tin­stanz­li­chen kan­to­na­len oder in­ter­kan­to­na­len rich­ter­li­chen Be­hör­den in An­wen­dung die­ses Ge­set­zes und sei­ner Aus­füh­rungs­er­las­se Be­schwer­de beim Bun­des­ge­richt er­he­ben.

2 Die Kan­to­ne kön­nen der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de wei­te­re Be­fug­nis­se über­tra­gen.

Art. 109 Verwaltungssanktionen  

1 Ver­stösst ei­ne Ver­an­stal­te­rin von Gross­s­pie­len ge­gen die ge­setz­li­chen Be­stim­mun­gen oder ge­gen ei­ne rechts­kräf­ti­ge Ver­fü­gung, so wird sie mit ei­nem Be­trag bis zu 15 Pro­zent des im letz­ten Ge­schäfts­jahr er­ziel­ten Brut­to­spie­ler­trags be­las­tet. Der Ge­winn, den die Ver­an­stal­te­rin durch den Ver­sto­ss er­zielt hat, ist bei der Be­mes­sung der Sank­ti­on an­ge­mes­sen zu be­rück­sich­ti­gen.

2 Die Ein­nah­men aus den aus­ge­spro­che­nen Ver­wal­tungs­sank­tio­nen wer­den im Ver­hält­nis zu den Be­völ­ke­rungs­zah­len der letz­ten eid­ge­nös­si­schen Volks­zäh­lung an die Kan­to­ne ver­teilt.

3 Ver­stös­se wer­den von der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de un­ter­sucht und be­ur­teilt.

4 Re­gelt das Kon­kor­dat zwi­schen den Kan­to­nen das Ver­fah­ren nicht, so wen­det die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren des Kan­tons an, in dem der Ver­sto­ss be­gan­gen wor­den ist.

Art. 110 Datenbearbeitung  

Zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben kann die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten über die Ge­sund­heit, über Mass­nah­men der so­zia­len Hil­fe, über ad­mi­nis­tra­ti­ve oder straf­recht­li­che Ver­fol­gun­gen und Sank­tio­nen, so­wie Per­sön­lich­keitspro­fi­le be­ar­bei­ten.

Art. 111 Amtshilfe in der Schweiz  

1 Die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de und die Ver­wal­tungs­be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den un­ter­stüt­zen sich ge­gen­sei­tig und ge­ben ein­an­der auf Er­su­chen die In­for­ma­tio­nen, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten, be­kannt, die sie zur Er­fül­lung ih­rer je­wei­li­gen ge­setz­li­chen Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.

2 Die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de und die Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den des Bun­des, der Kan­to­ne und der Ge­mein­den leis­ten sich ge­gen­sei­tig Amts­hil­fe.

3 Er­hält die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de Kennt­nis von Ver­bre­chen und Ver­ge­hen nach dem StGB12 oder von Wi­der­hand­lun­gen nach die­sem Ge­setz, so be­nach­rich­tigt sie die zu­stän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den.

Art. 112 Internationale Amtshilfe  

1 Die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de kann die zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­den um die In­for­ma­tio­nen, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten, er­su­chen, die sie zur Er­fül­lung ih­rer ge­setz­li­chen Auf­ga­ben be­nö­tigt.

2 Sie kann den für die Geld­spie­le zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Be­hör­den In­for­ma­tio­nen, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Da­ten, wei­ter­ge­ben, wenn fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:

a.
Die aus­län­di­sche Be­hör­de ver­wen­det die In­for­ma­tio­nen aus­sch­liess­lich in ei­nem Ver­wal­tungs­ver­fah­ren im Zu­sam­men­hang mit den Geld­spie­len.
b.
Sie ist an das Amts­ge­heim­nis ge­bun­den.
c.
Sie gibt die In­for­ma­tio­nen nicht an Drit­te wei­ter oder nur mit Ein­wil­li­gung der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de.
d.
Die In­for­ma­tio­nen sind für den Voll­zug der Geld­spiel­ge­setz­ge­bung not­wen­dig und um­fas­sen kei­ne Fa­bri­ka­ti­ons- oder Ge­schäfts­ge­heim­nis­se.

3 Sie kann von der Zu­sam­men­ar­beit ab­se­hen, wenn kein Ge­gen­recht ge­währt wird.

3. Abschnitt: Koordinationsorgan

Art. 113 Zusammensetzung  

1 Das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan setzt sich zu­sam­men aus:

a.
zwei Mit­glie­dern der ESBK;
b.
ei­nem Ver­tre­ter oder ei­ner Ver­tre­te­rin der Ober­auf­sichts­be­hör­de;
c.
zwei Mit­glie­dern der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de;
d.
ei­nem Ver­tre­ter oder ei­ner Ver­tre­te­rin der kan­to­na­len Auf­sichts- und Voll­zugs­be­hör­den.

2 Die ESBK er­nennt die zwei Per­so­nen, die sie ver­tre­ten. Das EJPD er­nennt die Ver­tre­te­rin oder den Ver­tre­ter der Ober­auf­sichts­be­hör­de. Die drei Per­so­nen, die die in­ter­kan­to­na­len und kan­to­na­len Be­hör­den ver­tre­ten, wer­den von den Kan­to­nen er­nannt.

3 Das Prä­si­di­um wird in ei­nem jähr­li­chen Tur­nus ab­wechs­lungs­wei­se von ei­ner der drei Per­so­nen aus­ge­übt, die die Bun­des­be­hör­den ver­tre­ten, und ei­ner der drei Per­so­nen, die die Kan­tons­be­hör­den ver­tre­ten.

Art. 114 Aufgaben  

Das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan hat ne­ben der Er­fül­lung der an­de­ren Auf­ga­ben, die ihm das Ge­setz über­trägt, fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Es trägt bei zu ei­ner ko­hä­ren­ten und wirk­sa­men Geld­spiel­po­li­tik.
b.
Es ge­währ­leis­tet:
1.
ei­ne ko­hä­ren­te und wirk­sa­me Um­set­zung der ge­setz­li­chen Mass­nah­men im Be­reich der Prä­ven­ti­on vor ex­zes­si­vem Geld­spiel,
2.
ei­ne gu­te Ko­or­di­na­ti­on der Voll­zugs­be­hör­den die­ses Ge­set­zes im Be­reich der Er­tei­lung von Spiel­be­wil­li­gun­gen und im Be­reich der Be­kämp­fung der il­le­ga­len Geld­spie­le.
c.
Es er­stellt jähr­lich einen Be­richt über sei­ne Tä­tig­keit und ver­öf­fent­licht ihn.
d.
Es ar­bei­tet so­weit nö­tig mit in- und aus­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den zu­sam­men.
Art. 115 Befugnisse  

1 Das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan kann zur Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben:

a.
ge­gen­über den Voll­zugs­be­hör­den die­ses Ge­set­zes Emp­feh­lun­gen ab­ge­ben;
b.
Sach­ver­stän­di­ge bei­zie­hen.

2 Es kann kei­ne be­schwer­de­fä­hi­gen Ver­fü­gun­gen im Sin­ne der Ar­ti­kel 5 und 44 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 196813 er­las­sen.

Art. 116 Arbeitsweise und Beschlussfassung  

1 Das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan tagt, so­oft es für die Er­fül­lung sei­ner Auf­ga­ben er­for­der­lich ist. Je­des Mit­glied ver­fügt über das Recht, ei­ne Sit­zung ein­zu­be­ru­fen.

2 Die Be­schlüs­se wer­den mit ein­fa­chem Mehr ge­fasst. Je­des Mit­glied ver­fügt über ei­ne Stim­me. Das Prä­si­di­um ver­fügt nicht über das Recht zum Sti­chent­scheid.

3 Das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan gibt sich ein Ge­schäfts­re­gle­ment.

Art. 117 Kostentragung  

Bund und Kan­to­ne tra­gen die Kos­ten des Ko­or­di­na­ti­ons­or­gans je zur Hälf­te.

Art. 118 Anwendbares Recht  

Das Ko­or­di­na­ti­ons­or­gan un­ter­steht dem Da­ten­schutz-, Öf­fent­lich­keits-, Be­schaf­fungs-, Ver­ant­wort­lich­keits- und Ver­fah­rens­recht des Bun­des.

9. Kapitel: Besteuerung und Verwendung der Spielerträge

1. Abschnitt: Spielbankenabgabe

Art. 119 Grundsatz  

1 Der Bund er­hebt auf den Brut­to­spie­ler­trä­gen ei­ne Ab­ga­be (Spiel­ban­ken­ab­ga­be). Die­se ist für die Al­ters-, Hin­ter­las­se­nen- und In­va­li­den­ver­si­che­rung be­stimmt.

2 Der Brut­to­spie­ler­trag ist die Dif­fe­renz zwi­schen den Spiele­in­sät­zen und den recht­mäs­sig aus­be­zahl­ten Spiel­ge­win­nen.

3 Die von der Spiel­bank er­ho­be­nen Kom­mis­sio­nen bei Tisch­spie­len und ähn­li­che Spie­ler­trä­ge bil­den Be­stand­teil des Brut­to­spie­ler­trags.

Art. 120 Abgabesätze  

1 Der Bun­des­rat legt den Ab­ga­be­satz so fest, dass nach be­triebs­wirt­schaft­li­chen Grund­sät­zen ge­führ­te Spiel­ban­ken ei­ne an­ge­mes­se­ne Ren­di­te auf dem in­ves­tier­ten Ka­pi­tal er­zie­len kön­nen. Er kann den Ab­ga­be­satz pro­gres­siv fest­le­gen.

2 Der Ab­ga­be­satz be­trägt:

a.
min­des­tens 40 und höchs­tens 80 Pro­zent des Brut­to­spie­ler­trags, der in ei­ner Spiel­bank er­zielt wird;
b.
min­des­tens 20 und höchs­tens 80 Pro­zent des Brut­to­spie­ler­trags, der mit on­li­ne durch­ge­führ­ten Spiel­ban­ken­spie­len er­zielt wird.

3 Der Ab­ga­be­satz kann wäh­rend der ers­ten vier Be­triebs­jah­re bis auf die Hälf­te re­du­ziert wer­den. Bei der Fest­le­gung be­rück­sich­tigt der Bun­des­rat die wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen der ein­zel­nen Spiel­bank. Ei­ne Re­duk­ti­on muss jähr­lich in Wür­di­gung al­ler Um­stän­de für die ein­zel­nen oder für meh­re­re Spiel­ban­ken zu­sam­men neu fest­ge­legt wer­den.

Art. 121 Abgabeermässigungen für Spielbanken mit Konzession B  

1 Der Bun­des­rat kann für Spiel­ban­ken mit Kon­zes­si­on B den Ab­ga­be­satz um höch­stens einen Vier­tel re­du­zie­ren, so­fern die Er­trä­ge der Spiel­bank in we­sent­li­chem Um­fang für öf­fent­li­che In­ter­es­sen der Re­gi­on, na­ment­lich zur Un­ter­stüt­zung kul­tu­rel­ler Tä­tig­kei­ten, oder für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke ver­wen­det wer­den.

2 Ist die Stand­ort­re­gi­on der Spiel­bank mit Kon­zes­si­on B wirt­schaft­lich von aus­ge­prägt sai­sona­lem Tou­ris­mus ab­hän­gig, so kann der Bun­des­rat den Ab­ga­be­satz höchs­tens um einen Drit­tel re­du­zie­ren.

3 Bei Ku­mu­la­ti­on der bei­den Re­duk­ti­ons­grün­de kann er den Ab­ga­be­satz höchs­tens um die Hälf­te re­du­zie­ren.

4 Die Ab­ga­beer­mäs­si­gun­gen nach den Ab­sät­zen 1 und 2 gel­ten nicht für on­li­ne durch­ge­führ­te Spiel­ban­ken­spie­le.

Art. 122 Reduktion der Abgabe für Spielbanken mit Konzession B bei Erhebung einer gleichartigen Abgabe durch den Kanton  

1 Der Bun­des­rat re­du­ziert die Ab­ga­be für Spiel­ban­ken mit Kon­zes­si­on B, so­weit der Stand­ort­kan­ton für die­se ei­ne gleich­ar­ti­ge Ab­ga­be er­hebt.

2 Die Re­duk­ti­on ent­spricht dem Be­trag der kan­to­na­len Ab­ga­be, darf aber nicht mehr als 40 Pro­zent vom Ge­samt­to­tal der dem Bund zu­ste­hen­den Spiel­ban­ken­ab­ga­be aus­ma­chen.

3 Die Re­duk­ti­on der Ab­ga­be gilt nicht für on­li­ne durch­ge­führ­te Spiel­ban­ken­spie­le.

Art. 123 Veranlagung und Bezug  

1 Für die Ver­an­la­gung und den Be­zug der Spiel­ban­ken­ab­ga­be ist die ESBK zu­stän­dig. Der Bun­des­rat re­gelt das Ver­fah­ren.

2 Auf Er­su­chen des Kan­tons kann die ESBK Ver­an­la­gung und Be­zug der kan­to­na­len Ab­ga­be auf dem Brut­to­spie­ler­trag über­neh­men.

Art. 124 Nacherhebung der Abgabe und Verjährung  

1 Er­gibt sich auf­grund von Tat­sa­chen oder Be­weis­mit­teln, die der ESBK nicht be­kannt wa­ren, dass ei­ne Ver­an­la­gung zu Un­recht un­ter­blie­ben ist oder ei­ne rechts­kräf­ti­ge Ver­an­la­gung un­voll­stän­dig vor­ge­nom­men wur­de, so sind die nicht er­ho­be­nen Ab­ga­ben samt Zin­sen zu ent­rich­ten.

2 Hat die Spiel­bank die der Spiel­ban­ken­ab­ga­be un­ter­lie­gen­den Be­trä­ge in ih­rer Steu­er­er­klä­rung voll­stän­dig und ge­nau an­ge­ge­ben und wa­ren der ESBK die für die Be­wer­tung der ein­zel­nen Be­stand­tei­le er­for­der­li­chen Grund­la­gen be­kannt, so kann kei­ne Ab­ga­be nach­er­ho­ben wer­den.

3 Die Er­öff­nung der Straf­ver­fol­gung nach Ar­ti­kel 132 gilt zu­gleich als Ein­lei­tung des Ver­fah­rens zur Nach­er­he­bung der Ab­ga­be.

4 Das Recht, ein Ver­fah­ren zur Nach­er­he­bung der Ab­ga­be ein­zu­lei­ten, er­lischt zehn Jah­re nach Ab­lauf der Steu­er­pe­ri­ode, für die ei­ne Ver­an­la­gung zu Un­recht un­ter­blie­ben oder ei­ne rechts­kräf­ti­ge Ver­an­la­gung un­voll­stän­dig ist. Das Recht, ei­ne Ab­ga­be nach­zu­er­he­ben, er­lischt in je­dem Fall fünf­zehn Jah­re nach Ab­lauf der Steu­er­pe­ri­ode, auf die sie sich be­zieht.

2. Abschnitt: Verwendung der Reingewinne von Grossspielen

Art. 125 Verwendung der Reingewinne für gemeinnützige Zwecke  

1 Die Kan­to­ne ver­wen­den die Rein­ge­win­ne aus Lot­te­ri­en und Sport­wet­ten vol­lum­fäng­lich für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke na­ment­lich in den Be­rei­chen Kul­tur, So­zia­les und Sport.

2 Der Rein­ge­winn ent­spricht der Ge­samt­sum­me der Spiele­in­sät­ze und des Fi­nanz­er­geb­nis­ses ab­züg­lich der aus­be­zahl­ten Spiel­ge­win­ne, der Kos­ten für die Ge­schäfts­tä­tig­keit, in­klu­si­ve der Ab­ga­ben zur De­ckung der im Zu­sam­men­hang mit dem Geld­spiel ent­ste­hen­den Kos­ten wie Auf­sicht und Prä­ven­ti­ons­mass­nah­men so­wie der Auf­wän­de zur Bil­dung von an­ge­mes­se­nen Re­ser­ven und Rück­stel­lun­gen.

3 Die Ver­wen­dung der Rein­ge­win­ne zur Er­fül­lung öf­fent­lich-recht­li­cher ge­setz­li­cher Ver­pflich­tun­gen ist aus­ge­schlos­sen.

4 Die Rein­ge­win­ne von Ge­schick­lich­keitss­pie­len un­ter­lie­gen kei­ner Zweck­bin­dung.

Art. 126 Getrennte Rechnung  

1 Die Rein­ge­win­ne aus den Lot­te­ri­en und Sport­wet­ten dür­fen nicht in die Staats­rech­nung der Kan­to­ne ein­flies­sen. Sie wer­den se­pa­rat ver­wal­tet.

2 Die Ver­an­stal­te­rin­nen lie­fern ih­re Rein­ge­win­ne den­je­ni­gen Kan­to­nen, in de­nen die Lot­te­ri­en und Sport­wet­ten durch­ge­führt wur­den.

Art. 127 Gewährung von Beiträgen  

1 Die Kan­to­ne re­geln in recht­set­zen­der Form:

a.
das Ver­fah­ren so­wie die für die Ver­tei­lung der Mit­tel zu­stän­di­gen Stel­len;
b.
die Kri­te­ri­en, wel­che die Stel­len für die Ge­wäh­rung von Bei­trä­gen an­wen­den müs­sen.

2 Ein Bei­trag kann nur ge­währt wer­den, wenn die Ge­such­stel­le­rin hin­rei­chend be­grün­det, dass sie die Kri­te­ri­en er­füllt.

3 Bei der Ge­wäh­rung der Bei­trä­ge ach­ten die zu­stän­di­gen Stel­len auf ei­ne mög­lichst rechts­glei­che Be­hand­lung der Ge­su­che.

4 Das Bun­des­recht be­grün­det kei­nen An­spruch auf die Ge­wäh­rung ei­nes Bei­trags.

5 Die Kan­to­ne kön­nen einen Teil der Rein­ge­win­ne für in­ter­kan­to­na­le, na­tio­na­le und in­ter­na­tio­na­le ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke ver­wen­den.

Art. 128 Transparenz der Mittelverteilung  

1 Die zu­stän­di­gen Stel­len nach Ar­ti­kel 127 le­gen in ge­eig­ne­ter Form of­fen, wel­che Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger für wel­che Be­rei­che wie ho­he Bei­trä­ge er­hal­ten ha­ben.

2 Sie ver­öf­fent­li­chen jähr­lich die Rech­nung.

3. Abschnitt: Verwendung der Reingewinne von Kleinspielen

Art. 129  

1 Ver­an­stal­te­rin­nen von Klein­lot­te­ri­en und lo­ka­len Sport­wet­ten, die sich kei­ner wirt­schaft­li­chen Auf­ga­be wid­men, dür­fen die Rein­ge­win­ne die­ser Spie­le für ih­re ei­ge­nen Zwe­cke ver­wen­den.

2 Aus­ser­halb von Spiel­ban­ken er­ziel­te Rein­ge­win­ne von Po­ker­tur­nie­ren un­ter­lie­gen kei­ner Zweck­bin­dung.

10. Kapitel: Strafbestimmungen

1. Abschnitt: Straftaten

Art. 130 Verbrechen und Vergehen  

1 Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder mit Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
oh­ne die da­für nö­ti­gen Kon­zes­sio­nen oder Be­wil­li­gun­gen Spiel­ban­ken­spie­le oder Gross­s­pie­le durch­führt, or­ga­ni­siert oder zur Ver­fü­gung stellt;
b.
im Wis­sen um den ge­plan­ten Ver­wen­dungs­zweck die tech­ni­schen Mit­tel zur Ver­an­stal­tung von Spiel­ban­ken- oder Gross­s­pie­len Per­so­nen zur Ver­fü­gung stellt, die nicht über die nö­ti­gen Kon­zes­sio­nen oder Be­wil­li­gun­gen ver­fü­gen.

2 Wird die Tat ge­werbs- oder ban­den­mäs­sig be­gan­gen, so ist die Stra­fe Frei­heits­stra­fe bis zu fünf Jah­ren oder Geld­stra­fe nicht un­ter 180 Ta­ges­sät­zen.

3 Mit Geld­stra­fe bis zu 180 Ta­ges­sät­zen wird be­straft, wer vor­sätz­lich durch un­wah­re An­ga­ben oder auf an­de­re Wei­se die Er­tei­lung ei­ner Kon­zes­si­on oder Be­wil­li­gung er­schleicht.

Art. 131 Übertretungen  

1 Mit Bus­se bis zu 500 000 Fran­ken wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.
oh­ne die da­für nö­ti­gen Be­wil­li­gun­gen an­de­re Geld­spie­le als die­je­ni­gen nach Ar­ti­kel 130 Ab­satz 1 Buch­sta­be a durch­führt, or­ga­ni­siert oder zur Ver­fü­gung stellt;
b.
Wer­bung für in der Schweiz nicht be­wil­lig­te Geld­spie­le macht;
c.
Wer­bung für be­wil­lig­te Geld­spie­le macht, die sich an ge­sperr­te Per­so­nen oder Min­der­jäh­ri­ge rich­tet;
d.
Per­so­nen, die das ge­setz­li­che Al­ter nach Ar­ti­kel 72 Ab­sät­ze 1 und 2 nicht er­reicht ha­ben oder ge­stützt auf Ar­ti­kel 80 mit ei­ner Spiel­sper­re be­legt sind, spie­len lässt oder einen Ge­winn, der über dem Schwel­len­wert im Sin­ne von Ar­ti­kel 80 Ab­satz 3 liegt, an sol­che Per­so­nen aus­zahlt;
e.
be­wirkt, dass ein Rein­ge­winn, der für ge­mein­nüt­zi­ge Zwe­cke be­stimmt ist, nicht voll­um­fäng­lich de­kla­riert wird;
f.
die im 5. Ka­pi­tel 4. Ab­schnitt die­ses Ge­set­zes, im 2. Ka­pi­tel des GwG14 und in des­sen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen vor­ge­se­he­nen Sorg­falts­pflich­ten ge­gen die Geld­wä­sche­rei ver­letzt;
g.
ei­ner Auf­for­de­rung der zu­stän­di­gen Be­hör­de, den ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stand wie­der­her­zu­stel­len oder die Miss­stän­de zu be­sei­ti­gen, nicht nach­kommt;
h.
oh­ne Er­mäch­ti­gung der Ver­an­stal­te­rin­nen zu ge­werb­li­chen Zwe­cken Teil­nah­men an Lot­te­ri­en und Sport­wet­ten wei­ter­ver­kauft.

2 Ver­such und Ge­hil­fen­schaft sind straf­bar.

Art. 132 Hinterziehung der Spielbankenabgabe  

Wer vor­sätz­lich be­wirkt, dass ei­ne Ver­an­la­gung zu Un­recht un­ter­bleibt oder dass ei­ne rechts­kräf­ti­ge Ver­an­la­gung un­voll­stän­dig ist, wird mit ei­ner Bus­se be­straft, die höc­hs­tens das Fünf­fa­che der hin­ter­zo­ge­nen Steu­er be­trägt, ma­xi­mal bis zu 500 000 Fran­ken.

Art. 133 Widerhandlungen in Geschäftsbetrieben  

1 Fällt ei­ne Bus­se von höchs­tens 100 000 Fran­ken in Be­tracht und wür­de die Er­mitt­lung der nach Ar­ti­kel 6 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 197415 über das Ver­wal­tungs­straf­recht (VStrR) straf­ba­ren Per­so­nen Un­ter­su­chungs­mass­nah­men be­din­gen, die im Hin­blick auf die ver­häng­te Stra­fe un­ver­hält­nis­mäs­sig wä­ren, so kann die Be­hör­de von ei­ner Ver­fol­gung die­ser Per­so­nen ab­se­hen und an ih­rer Stel­le den Ge­schäfts­be­trieb zur Be­zah­lung der Bus­se ver­ur­tei­len.

2 Die Ar­ti­kel 6 und 7 VStrR gel­ten auch bei der Straf­ver­fol­gung durch kan­to­na­le Be­hör­den.

2. Abschnitt: Anwendbares Recht und Verfahren

Art. 134 Widerhandlungen im Zusammenhang mit den Spielbankenspielen und Hinterziehung der Spielbankenabgabe  

1 Bei Wi­der­hand­lun­gen im Zu­sam­men­hang mit den Spiel­ban­ken­spie­len und bei Hin­ter­zie­hung der Spiel­ban­ken­ab­ga­be ist das VStrR16 an­wend­bar.

2 Ver­fol­gen­de Be­hör­de ist das Se­kre­ta­ri­at der ESBK, ur­tei­len­de Be­hör­de die ESBK.

Art. 135 Widerhandlungen im Zusammenhang mit den anderen Geldspielen  

1 Die Ver­fol­gung und die Be­ur­tei­lung der Straf­ta­ten im Zu­sam­men­hang mit den an­de­ren Geld­spie­len ob­lie­gen den Kan­to­nen. Die kan­to­na­len Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den kön­nen die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de zur Un­ter­su­chung bei­zie­hen.

2 Der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de ste­hen die fol­gen­den Par­tei­rech­te zu:

a.
die Be­schwer­de ge­gen die Nicht­an­hand­nah­me- und Ein­stel­lungs­ver­fü­gun­gen;
b.
die Ein­spra­che ge­gen Straf­be­feh­le;
c.
die Be­ru­fung und An­schluss­be­ru­fung im Straf­punkt ge­gen Ur­tei­le.
Art. 136 Zuständigkeitskonflikte  

Das Bun­dess­traf­ge­richt ent­schei­det über Zu­stän­dig­keits­kon­flik­te zwi­schen der ESBK und den kan­to­na­len Straf­be­hör­den.

Art. 137 Verfolgungsverjährung  

Die Straf­ver­fol­gung für Über­tre­tun­gen ver­jährt nach fünf Jah­ren.

11. Kapitel: Schlussbestimmungen

1. Abschnitt: Vollzug und Oberaufsicht

Art. 138  

1 Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

2 Der Bund übt die Ober­auf­sicht über den Voll­zug die­ses Ge­set­zes aus.

2. Abschnitt: Aufhebung und Änderung anderer Erlasse

Art. 139  

Die Auf­he­bung und die Än­de­rung an­de­rer Er­las­se wer­den im An­hang ge­re­gelt.

3. Abschnitt: Übergangsbestimmungen

Art. 140 Spielbanken  

1 Auf der Grund­la­ge des Spiel­ban­ken­ge­set­zes vom 18. De­zem­ber 199817 er­teil­te Kon­zes­sio­nen lau­fen sechs Ka­len­der­jah­re nach In­kraft­tre­ten des vor­lie­gen­den Ge­set­zes ab.

2 Die Aus­übung der mit der Kon­zes­si­on ver­lie­he­nen Rech­te und Pflich­ten rich­tet sich nach dem vor­lie­gen­den Ge­setz.

3 Die Spiel­ban­ken pas­sen ih­re Kon­zep­te, Ver­fah­ren und Ab­läu­fe an das vor­lie­gen­de Ge­setz an. Sie un­ter­brei­ten die Än­de­run­gen der ESBK bis spä­tes­tens ein Jahr nach des­sen In­kraft­tre­ten.

17 [AS 2000 677, 2006 2197An­hang Ziff. 133 5599 Ziff. I 15]

Art. 141 Veranstalterbewilligung für Grossspiele  

1 Die Ver­an­stal­te­rin­nen von Gross­s­pie­len im Sin­ne des vor­lie­gen­den Ge­set­zes rei­chen bei der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de bis spä­tes­tens zwei Jah­re nach des­sen In­kraft­tre­ten ein Ge­such um ei­ne Ver­an­stal­ter­be­wil­li­gung ein.

2 Wird das Ge­such ab­ge­lehnt oder wird wäh­rend des Zeit­raums nach Ab­satz 1 kein Ge­such um ei­ne Ver­an­stal­ter­be­wil­li­gung ein­ge­reicht, so er­lö­schen die nach bis­he­ri­gem Recht er­teil­ten Be­wil­li­gun­gen zwei Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes.

Art. 142 Spielbewilligung für Grossspiele  

1 In­ha­be­rin­nen ei­ner Be­wil­li­gung, die nach bis­he­ri­gem Recht für in­ter­kan­to­nal durch­ge­führ­te Lot­te­ri­en und Wet­ten oder für Ge­schick­lich­keitss­piel­au­to­ma­ten er­teilt wur­de, dür­fen die­se Spie­le nur wei­ter­be­trei­ben, so­weit:

a.
das Ge­such um Er­tei­lung ei­ner Ver­an­stal­ter­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 141 gut­ge­heis­sen wor­den ist; und
b.
sie in­ner­halb von zwei Jah­ren nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes bei der in­ter­kan­to­na­len Be­hör­de ein Ge­such um ei­ne Spiel­be­wil­li­gung ein­rei­chen.

2 Be­wil­li­gun­gen nach Ab­satz 1 blei­ben gül­tig, bis die Ver­fü­gung über das Be­wil­li­gungs­ge­such Rechts­kraft er­langt hat, min­des­tens aber bis zum Ab­lauf zwei­er Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes.

3 Wird wäh­rend des Zeit­raums nach Ab­satz 1 Buch­sta­be b kein Ge­such um ei­ne Spiel­be­wil­li­gung ein­ge­reicht, so er­lischt die nach bis­he­ri­gem Recht er­teil­te Be­wil­li­gung zwei Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes.

4 Nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes übt die in­ter­kan­to­na­le Be­hör­de die Auf­sicht über au­to­ma­ti­siert oder on­li­ne oder in­ter­kan­to­nal durch­ge­führ­te Ge­schick­lich­keits­spie­le aus.

Art. 143 Bewilligung für neue Grossspiele  

1 In­ha­be­rin­nen von Be­wil­li­gun­gen, die nach bis­he­ri­gem Recht für in­ter­kan­to­nal durch­ge­führ­te Lot­te­ri­en und Wet­ten er­teilt wur­den, kön­nen ab In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes Ge­su­che um Be­wil­li­gun­gen für neue Gross­s­pie­le ein­rei­chen, be­vor sie über ei­ne Ver­an­stal­ter­be­wil­li­gung ver­fü­gen.

2 Wird das Ge­such um ei­ne Ver­an­stal­ter­be­wil­li­gung nach Ar­ti­kel 141 ab­ge­lehnt, so er­lischt die Be­wil­li­gung für die Spie­le nach Ab­satz 1, so­bald die Ver­fü­gung über das Ge­such um ei­ne Ver­an­stal­ter­be­wil­li­gung Rechts­kraft er­langt hat.

3 Wird wäh­rend des Zeit­raums nach Ar­ti­kel 141 Ab­satz 1 kein Ge­such um ei­ne Ver­an­stal­ter­be­wil­li­gung ein­ge­reicht, so er­lischt die Be­wil­li­gung für die Spie­le nach Ab­satz 1 nach Ab­lauf die­ser Frist.

Art. 144 Bewilligung für Kleinspiele  

1 Von den Kan­to­nen nach bis­he­ri­gem Recht er­teil­te Be­wil­li­gun­gen für Klein­spie­le im Sin­ne des vor­lie­gen­den Ge­set­zes blei­ben wäh­rend längs­tens zwei­er Jah­re nach des­sen In­kraft­tre­ten in Kraft.

2 Die Kan­to­ne pas­sen ih­re Ge­setz­ge­bung bis spä­tes­tens zwei Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an die An­for­de­run­gen die­ses Ge­set­zes und der ent­spre­chen­den Aus­füh­rungs­ver­ord­nun­gen an.

3 Nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes, aber vor An­pas­sung der kan­to­na­len Ge­setz­ge­bung ein­ge­reich­te Ge­su­che um Be­wil­li­gun­gen für Klein­spie­le im Sin­ne die­ses Ge­set­zes un­ter­lie­gen dem bis­he­ri­gen Recht.

Art. 145 Verwendung der Reingewinne von Grossspielen  

Die Kan­to­ne pas­sen ih­re Ge­setz­ge­bung bis spä­tes­tens zwei Jah­re nach In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an die or­ga­ni­sa­ti­ons- und ver­fah­rens­recht­li­chen Vor­ga­ben des 2. Ab­schnitts des 9. Ka­pi­tels an. Bis zu die­sem Zeit­punkt gilt das bis­he­ri­ge Recht.

4. Abschnitt: Referendum und Inkrafttreten

Art. 146  

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Da­tum des In­kraft­tre­tens:18
Art. 1–85 und 94–146: 1. Ja­nu­ar 2019
Art. 86–93: 1. Ju­li 2019

18 BRB vom 7. Nov. 2018

Anhang

(Art. 139)

Aufhebung und Änderung anderer Erlasse

I

Folgende Erlasse werden aufgehoben:

1.
das Bundesgesetz vom 8. Juni 192319 betreffend die Lotterien und die gewerbsmässigen Wetten;
2.
das Spielbankengesetz vom 18. Dezember 199820.

II

Die nachstehenden Erlasse werden wie folgt geändert:

...21

19 [BS 10 255; AS 2006 2197Anhang Ziff. 132, 2008 3437Ziff. II 54, 2010 1881Anhang 1 Ziff. II 31]

20 [AS 2000 677, 2006 2197Anhang Ziff. 133 5599 Ziff. I 15]

21 Die Änderungen können unter AS 2018 5103konsultiert werden.

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