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Verordnung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht über die kollektiven Kapitalanlagen

vom 27. August 2014 (Stand am 1. Januar 2021)

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA),

gestützt auf die Artikel 55 Absatz 3, 56 Absatz 3, 71 Absatz 2, 91 und 128 Absatz 2 des Kollektivanlagengesetzes vom 23. Juni 20061 (KAG),

verordnet:

1. Titel: Kollektive Kapitalanlagen

1. Kapitel: Effektenfonds

1. Abschnitt: Effektenleihe («Securities Lending»)

Art. 1 Begriff  

Ef­fek­ten­lei­he be­deu­tet: Rechts­ge­schäft, durch das die Fonds­lei­tung oder die In­vest­ment­ge­sell­schaft mit va­ria­blem Ka­pi­tal (SI­CAV) als Dar­lei­her vor­über­ge­hend das Ei­gen­tum an Ef­fek­ten auf einen Bor­ger über­trägt, und bei dem:

a.
der Bor­ger sich ver­pflich­tet, dem Dar­lei­her bei Fäl­lig­keit Ef­fek­ten glei­cher Art, Men­ge und Gü­te so­wie die wäh­rend der Dau­er der Ef­fek­ten­lei­he an­fal­len­den Er­trä­ge zu­rück­zu­er­stat­ten und ei­ne Ent­schä­di­gung zu be­zah­len; und
b.
der Dar­lei­her das Kurs­ri­si­ko der Ef­fek­ten wäh­rend der Dau­er der Ef­fek­ten­lei­he trägt.
Art. 2 Grundsätze  

1Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV kann Ef­fek­ten im ei­ge­nen Na­men und auf ei­ge­ne Rech­nung ei­nem Bor­ger aus­lei­hen («Prin­ci­pal»).

2Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV kann auch einen Ver­mitt­ler da­mit be­auf­tra­gen, die Ef­fek­ten ent­we­der treu­hän­de­risch in in­di­rek­ter Stell­ver­tre­tung («Agent») oder in di­rek­ter Stell­ver­tre­tung («Fin­der») un­ter Be­ach­tung der Vor­schrif­ten die­ses Ab­schnitts ei­nem Bor­ger zur Ver­fü­gung zu stel­len.

3Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV schliesst mit je­dem Bor­ger be­zie­hungs­wei­se mit je­dem Ver­mitt­ler einen stan­dar­di­sier­ten Rah­men­ver­trag ge­mä­ss Ar­ti­kel 7 über die Ef­fek­ten­lei­he ab.

Art. 3 Zulässige Borger und Vermittler  

1Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV tä­tigt die Ef­fek­ten­lei­he nur mit auf die­se Ge­schäfts­art spe­zia­li­sier­ten, erst­klas­si­gen be­auf­sich­tig­ten Bor­gern und Ver­mitt­lern wie Ban­ken, Bro­kern und Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten so­wie mit be­wil­lig­ten und an­er­kann­ten zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en und Zen­tral­ver­wah­rern, die ei­ne ein­wand­freie Durch­füh­rung der Ef­fek­ten­lei­he ge­währ­leis­ten.

2Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV hat die schrift­li­che Zu­stim­mung der De­pot­bank ein­zu­ho­len, wenn die­se we­der als Bor­ger noch als Ver­mitt­ler an der Ef­fek­ten­lei­he be­tei­ligt wer­den soll.

3Die De­pot­bank kann ih­re Zu­stim­mung nur ver­wei­gern, wenn nicht si­cher­ge­stellt ist, dass sie ih­ren ge­setz­li­chen und ver­trag­li­chen Ab­wick­lungs-, Ver­wahr-, In­for­ma­ti­ons- und Kon­trol­l­auf­ga­ben nach­kom­men kann.

Art. 4 Ausleihfähige Effekten  

1Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV darf sämt­li­che Ar­ten von Ef­fek­ten aus­lei­hen, die an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den.

2Nicht aus­lei­hen darf sie die Ef­fek­ten, die sie im Rah­men von Re­ver­se Repos über­nom­men hat.

Art. 5 Kündigungstermine und -fristen  

1Das Ein­zel­ge­schäft wie auch der stan­dar­di­sier­te Rah­men­ver­trag der Ef­fek­ten­lei­he müs­sen je­der­zeit ge­kün­digt wer­den kön­nen.

2Wird die Ein­hal­tung ei­ner Kün­di­gungs­frist ver­ein­bart, so darf de­ren Dau­er höchs­tens sie­ben Bank­werk­ta­ge be­tra­gen.

Art. 6 Umfang und Dauer  

1Muss die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV ei­ne Kün­di­gungs­frist ein­hal­ten, be­vor sie wie­der über die aus­ge­lie­he­nen Ef­fek­ten recht­lich ver­fü­gen kann, so darf sie vom aus­leih­fä­hi­gen Be­stand ei­ner Art nicht mehr als 50 Pro­zent aus­lei­hen.

2Si­chert hin­ge­gen der Bor­ger oder der Ver­mitt­ler der Fonds­lei­tung oder der SI­CAV ver­trag­lich zu, dass die­se noch am glei­chen oder am nächs­ten Bank­werk­tag wie­der recht­lich über die aus­ge­lie­he­nen Ef­fek­ten ver­fü­gen kann, so darf der ge­sam­te aus­leih­fä­hi­ge Be­stand ei­ner Art aus­ge­lie­hen wer­den.

Art. 7 Mindestinhalt des standardisierten Rahmenvertrags  

1Der stan­dar­di­sier­te Rah­men­ver­trag muss ein­schlä­gi­gen in­ter­na­tio­na­len Stan­dards ent­spre­chen.

2Im stan­dar­di­sier­ten Rah­men­ver­trag sind so­wohl die Ef­fek­ten­fonds zu be­zeich­nen, de­ren Ef­fek­ten für die Ef­fek­ten­lei­he grund­sätz­lich zur Ver­fü­gung ste­hen, als auch die Ef­fek­ten, die von der Ef­fek­ten­lei­he aus­ge­schlos­sen sind.

3Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV ver­ein­bart im stan­dar­di­sier­ten Rah­men­ver­trag mit dem Bor­ger oder dem Ver­mitt­ler, dass die­ser:

a.
zwecks Si­cher­stel­lung des Rück­er­stat­tungs­an­spruchs zu­guns­ten der Fonds­lei­tung oder der SI­CAV Si­cher­hei­ten nach Ar­ti­kel 51 ver­pfän­det oder zu Ei­gen­tum über­trägt;
b.
der Fonds­lei­tung oder der SI­CAV haf­tet für:
1.
die pünkt­li­che und un­ein­ge­schränk­te Ver­gü­tung der wäh­rend der Ef­fek­ten­lei­he an­fal­len­den Er­trä­ge,
2.
die Gel­tend­ma­chung an­de­rer Ver­mö­gens­rech­te wie Wan­del- und Be­zugs­rech­te, und
3.
die ver­trags­kon­for­me Rück­er­stat­tung von Ef­fek­ten glei­cher Art, Men­ge und Gü­te;
c.
die Zu­tei­lung der ihm für die Ef­fek­ten­lei­he ins­ge­samt ver­füg­ba­ren Ef­fek­ten auf die ein­zel­nen Dar­lei­her nach ob­jek­ti­ven und nach­voll­zieh­ba­ren Kri­te­ri­en vor­nimmt.

4Eben­falls im Rah­men­ver­trag zu ver­ein­ba­ren ist, dass:

a.
der Wert der Si­cher­hei­ten an­ge­mes­sen ist, je­der­zeit je­doch min­des­tens 100 Pro­zent des Ver­kehrs­werts der aus­ge­lie­he­nen Ef­fek­ten be­trägt;
b.
die aus­ge­lie­he­nen Ef­fek­ten nicht mit For­de­run­gen des Bor­gers oder des Ver­mitt­lers ver­rech­net wer­den dür­fen.
Art. 8 Besondere Pflichten der Depotbank  

Der De­pot­bank ob­lie­gen im Zu­sam­men­hang mit der Ab­wick­lung der Ef­fek­ten­lei­he fol­gen­de be­son­de­re Pflich­ten:

a.
Sie in­for­miert die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV re­gel­mäs­sig über die ge­tä­tig­ten Leih­ge­schäf­te.
b.
Sie rech­net min­des­tens mo­nat­lich über die an­fal­len­den Er­trä­ge der Ef­fek­ten­lei­he ab.
c.
Sie sorgt für ei­ne si­che­re und ver­trags­kon­for­me Ab­wick­lung der Ef­fek­ten­lei­he und über­wacht na­ment­lich die Ein­hal­tung der An­for­de­run­gen an die Si­cher­hei­ten.
d.
Sie be­sorgt auch wäh­rend der Dau­er der Leih­ge­schäf­te die ihr ge­mä­ss De­pot­re­gle­ment ob­lie­gen­den Ver­wal­tungs­hand­lun­gen und die Gel­tend­ma­chung sämt­li­cher Rech­te auf den aus­ge­lie­he­nen Ef­fek­ten, so­weit die­se nicht ge­mä­ss dem stan­dar­di­sier­ten Rah­men­ver­trag ab­ge­tre­ten wur­den.
Art. 9 Inventar und Vermögensrechnung beziehungsweise Bilanz, Anrechnung an Anlagebeschränkungen  

1Aus­ge­lie­he­ne Ef­fek­ten sind mit dem Ver­merk «aus­ge­lie­hen» im In­ven­tar des Ver­mö­gens des Ef­fek­ten­fonds zu be­las­sen und wei­ter­hin in die Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se in die Bi­lanz ein­zu­be­zie­hen.

2Aus­ge­lie­he­ne Ef­fek­ten sind bei der Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen An­la­ge­be­schrän­kun­gen wei­ter­hin zu be­rück­sich­ti­gen.

2. Abschnitt: Pensionsgeschäft («Repo, Reverse Repo»)

Art. 10 Begriffe  

Die fol­gen­den Be­grif­fe be­deu­ten:

a.
Pen­si­ons­ge­schäft: Re­po oder Sa­le and Re­purcha­se Agree­ment und Re­ver­se Re­po oder Re­ver­se Sa­le and Re­purcha­se Agree­ment;
b.
Re­po: Rechts­ge­schäft, durch das ei­ne Par­tei (Pen­si­ons­ge­ber) das Ei­gen­tum an Ef­fek­ten ge­gen Be­zah­lung vor­über­ge­hend auf ei­ne an­de­re Par­tei (Pen­si­ons­neh­mer) über­trägt und bei dem:
1.
der Pen­si­ons­neh­mer sich ver­pflich­tet, dem Pen­si­ons­ge­ber bei Fäl­lig­keit Ef­fek­ten glei­cher Art, Men­ge und Gü­te so­wie die wäh­rend der Dau­er des Pen­si­ons­ge­schäf­tes an­fal­len­den Er­trä­ge zu­rück­zu­er­stat­ten,
2.
der Pen­si­ons­ge­ber das Kurs­ri­si­ko der Ef­fek­ten wäh­rend der Dau­er des Pen­si­ons­ge­schäf­tes trägt;
c.
Re­ver­se Re­po: Re­po aus der Sicht des Pen­si­ons­neh­mers;
d.
Re­po-Zins: Dif­fe­renz zwi­schen dem Ver­kaufs­preis und dem Kauf­preis der Ef­fek­ten.
Art. 11 Grundsätze  

1Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV kann Pen­si­ons­ge­schäf­te im ei­ge­nen Na­men und auf ei­ge­ne Rech­nung mit ei­ner Ge­gen­par­tei ab­sch­lies­sen («Prin­ci­pal»).

2Sie kann auch einen Ver­mitt­ler da­mit be­auf­tra­gen, ent­we­der treu­hän­de­risch in in­di­rek­ter Stell­ver­tre­tung («Agent») oder in di­rek­ter Stell­ver­tre­tung («Fin­der») un­ter Be­ach­tung der Vor­schrif­ten die­ses Ab­schnitts Pen­si­ons­ge­schäf­te mit ei­ner Ge­gen­par­tei zu tä­ti­gen.

3Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV schliesst mit je­der Ge­gen­par­tei be­zie­hungs­wei­se mit je­dem Ver­mitt­ler einen stan­dar­di­sier­ten Rah­men­ver­trag ge­mä­ss Ar­ti­kel 17 über das Pen­si­ons­ge­schäft ab.

Art. 12 Zulässige Gegenparteien und Vermittler  

1Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV tä­tigt Pen­si­ons­ge­schäf­te nur mit auf die­se Ge­schäfts­art spe­zia­li­sier­ten, erst­klas­si­gen be­auf­sich­tig­ten Ge­gen­par­tei­en und Ver­mitt­lern wie Ban­ken, Bro­kern und Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten so­wie mit be­wil­lig­ten und an­er­kann­ten zen­tra­len Ge­gen­par­tei­en und Zen­tral­ver­wah­rern, die ei­ne ein­wand­freie Durch­füh­rung des Pen­si­ons­ge­schäfts ge­währ­leis­ten.

2Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV hat die schrift­li­che Zu­stim­mung der De­pot­bank ein­zu­ho­len, wenn die­se we­der als Ge­gen­par­tei noch als Ver­mitt­ler am Pen­si­ons­ge­schäft be­tei­ligt wer­den soll.

3Die De­pot­bank kann ih­re Zu­stim­mung nur ver­wei­gern, wenn nicht si­cher­ge­stellt ist, dass sie ih­ren ge­setz­li­chen und ver­trag­li­chen Ab­wick­lungs-, Ver­wahr-, In­for­ma­ti­ons- und Kon­trol­l­auf­ga­ben nach­kom­men kann.

Art. 13 Repofähige Effekten  

1Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV darf für Repos sämt­li­che Ar­ten von Ef­fek­ten ver­wen­den, die an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den.

2Wur­den die Ef­fek­ten im Rah­men von Re­ver­se Repos über­nom­men, so dür­fen sie nicht für Repos ver­wen­det wer­den.

Art. 14 Kündigungstermine und -fristen  

1Das Ein­zel­ge­schäft wie auch der stan­dar­di­sier­te Rah­men­ver­trag des Pen­si­ons­ge­schäfts müs­sen je­der­zeit ge­kün­digt wer­den kön­nen.

2Wird die Ein­hal­tung ei­ner Kün­di­gungs­frist ver­ein­bart, so darf de­ren Dau­er höchs­tens sie­ben Bank­werk­ta­ge be­tra­gen.

Art. 15 Umfang und Dauer des Repos  

1Wenn die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV ei­ne Kün­di­gungs­frist ein­hal­ten muss, be­vor sie wie­der über die in Pen­si­on ge­ge­be­nen Ef­fek­ten recht­lich ver­fü­gen kann, so darf sie vom re­po­fä­hi­gen Be­stand ei­ner Art nicht mehr als 50 Pro­zent für Repos ver­wen­den.

2Si­chert hin­ge­gen die Ge­gen­par­tei be­zie­hungs­wei­se der Ver­mitt­ler der Fonds­lei­tung oder der SI­CAV ver­trag­lich zu, dass die­se noch am glei­chen oder am nächs­ten Bank­werk­tag wie­der recht­lich über die in Pen­si­on ge­ge­be­nen Ef­fek­ten ver­fü­gen kann, so darf der ge­sam­te re­po­fä­hi­ge Be­stand ei­ner Art für Repos ver­wen­det wer­den.

Art. 16 Sicherstellung der geld- und titelmässigen Forderungen  

1Zur Si­cher­stel­lung der geld- und ti­tel­mäs­si­gen For­de­run­gen aus Pen­si­ons­ge­schäf­ten sind die For­de­run­gen und Ver­pflich­tun­gen un­ter Be­rück­sich­ti­gung der Mar­ch­zin­sen so­wie der an­fal­len­den, dem Pen­si­ons­ge­ber zu­ste­hen­den Er­trä­ge täg­lich zum ak­tu­el­len Markt­kurs zu be­wer­ten und die Dif­fe­renz täg­lich aus­zu­glei­chen (mark-to-mar­ket).

2Der Aus­gleich hat in Geld oder in Ef­fek­ten zu er­fol­gen. Letz­te­re müs­sen be­züg­lich Art und Gü­te mit den­je­ni­gen ver­gleich­bar sein, die im Pen­si­ons­ge­schäft ver­wen­det wer­den.

Art. 17 Mindestinhalt des standardisierten Rahmenvertrags  

1Der stan­dar­di­sier­te Rah­men­ver­trag muss ein­schlä­gi­gen in­ter­na­tio­na­len Stan­dards ent­spre­chen.

2Im stan­dar­di­sier­ten Rah­men­ver­trag sind so­wohl die Ef­fek­ten­fonds zu be­zeich­nen, für die Pen­si­ons­ge­schäf­te grund­sätz­lich ab­ge­schlos­sen wer­den dür­fen, als auch die Ef­fek­ten, die vom Pen­si­ons­ge­schäft aus­ge­schlos­sen sind.

3Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV ver­ein­bart im stan­dar­di­sier­ten Rah­men­ver­trag mit der Ge­gen­par­tei oder dem Ver­mitt­ler, dass:

a.
der Pen­si­ons­neh­mer dem Pen­si­ons­ge­ber haf­tet für:
1.
die pünkt­li­che und un­ein­ge­schränk­te Ver­gü­tung der wäh­rend des Pen­si­ons­ge­schäfts an­fal­len­den Er­trä­ge und der nach Ar­ti­kel 16 zu er­brin­gen­den Aus­gleichs­leis­tun­gen,
2.
die Gel­tend­ma­chung an­de­rer Ver­mö­gens­rech­te wie Wan­del- und Be­zugs­rech­te, und
3.
die ver­trags­kon­for­me Rück­er­stat­tung von Ef­fek­ten glei­cher Art, Men­ge und Gü­te;
b.
der Pen­si­ons­ge­ber dem Pen­si­ons­neh­mer haf­tet für:
1.
die pünkt­li­che und un­ein­ge­schränk­te Ver­gü­tung der wäh­rend des Pen­si­ons­ge­schäfts nach Ar­ti­kel 16 zu er­brin­gen­den Aus­gleichs­leis­tun­gen, und
2.
den ver­trags­kon­for­men Rück­kauf der in Pen­si­on ge­ge­be­nen Ef­fek­ten;
c.
geld- und ti­tel­mäs­si­ge For­de­run­gen aus Pen­si­ons­ge­schäf­ten nicht mit For­de­run­gen der Ge­gen­par­tei be­zie­hungs­wei­se des Ver­mitt­lers ver­rech­net wer­den dür­fen.
Art. 18 Besondere Pflichten der Depotbank  

Der De­pot­bank ob­lie­gen im Zu­sam­men­hang mit der Ab­wick­lung des Pen­si­ons­ge­schäfts fol­gen­de be­son­de­re Pflich­ten:

a.
Sie sorgt für ei­ne si­che­re und ver­trags­kon­for­me Ab­wick­lung des Pen­si­ons­ge­schäfts.
b.
Sie sorgt da­für, dass die Wert­ver­än­de­run­gen der im Pen­si­ons­ge­schäft ver­wen­de­ten Ef­fek­ten täg­lich in Geld oder Ef­fek­ten aus­ge­gli­chen wer­den (mark-to-mar­ket).
c.
Sie be­sorgt auch wäh­rend der Dau­er des Pen­si­ons­ge­schäfts die ihr ge­mä­ss De­pot­re­gle­ment ob­lie­gen­den Ver­wal­tungs­hand­lun­gen und sie macht sämt­li­che Rech­te auf den im Pen­si­ons­ge­schäft ver­wen­de­ten Ef­fek­ten gel­tend, so­weit die­se nicht ge­mä­ss dem stan­dar­di­sier­ten Rah­men­ver­trag ab­ge­tre­ten wur­den.
Art. 19 Repos als Kreditaufnahme  

1Der Ab­schluss von Repos gilt für den Ef­fek­ten­fonds als Kre­dit­auf­nah­me im Sinn von Ar­ti­kel 77 Ab­satz 2 KKV1.

2Die geld­mäs­si­gen Ver­pflich­tun­gen aus Repos ha­ben zu­sam­men mit den all­fäl­li­gen an­de­ren auf­ge­nom­me­nen Kre­di­ten den ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Be­schrän­kun­gen der Kre­dit­auf­nah­me zu ent­spre­chen.

3Ver­wen­det die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV die beim Ab­schluss ei­nes Repos er­hal­te­nen Mit­tel für die Über­nah­me von Ef­fek­ten glei­cher Art, Gü­te, Bo­ni­tät und Lauf­zeit in Ver­bin­dung mit dem Ab­schluss ei­nes Re­ver­se Repos, so gilt dies nicht als Kre­dit­auf­nah­me.


Art. 20 Abgrenzung von Reverse Repos zur Kreditgewährung  

1Der Ab­schluss von Re­ver­se Repos gilt nicht als Kre­dit­ge­wäh­rung im Sinn von Ar­ti­kel 77 Ab­satz 1 Buch­sta­be a KKV1.

2Die geld­mäs­si­gen For­de­run­gen im Zu­sam­men­hang mit dem Ab­schluss von Re­ver­se Repos gel­ten als flüs­si­ge Mit­tel im Sinn von Ar­ti­kel 75 KKV.


Art. 21 Anrechnung an Anlagebeschränkungen  

1Durch Repos ver­kauf­te Ef­fek­ten sind bei der Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen An­la­ge­be­schrän­kun­gen wei­ter­hin zu be­rück­sich­ti­gen.

2Durch Re­ver­se Repos er­wor­be­ne geld­mäs­si­ge For­de­run­gen sind bei der Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen An­la­ge­be­schrän­kun­gen zu be­rück­sich­ti­gen.

Art. 22 Inventar, Vermögensrechnung beziehungsweise Bilanz und Erfolgsrechnung  

1Durch Repos ver­kauf­te Ef­fek­ten sind mit dem Ver­merk «pen­sio­niert» im In­ven­tar des Ver­mö­gens des Ef­fek­ten­fonds zu be­las­sen und wei­ter­hin in die Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se Bi­lanz ein­zu­be­zie­hen.

2Geld­mäs­si­ge Ver­pflich­tun­gen aus Repos sind in der Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se in der Bi­lanz un­ter «Ver­bind­lich­kei­ten aus Pen­si­ons­ge­schäf­ten» aus­zu­wei­sen zum Wert, der die­sen un­ter der An­nah­me ei­ner li­nea­ren Wert­ent­wick­lung im Be­rech­nungs­zeit­punkt zu­kommt.

3Bei Repos ist der Re­po-Zins in der Er­folgs­rech­nung un­ter «Pas­siv­zin­sen» aus­zu­wei­sen.

4Durch Re­ver­se Repos ge­kauf­te Ef­fek­ten sind we­der ins In­ven­tar des Ver­mö­gens des Ef­fek­ten­fonds noch in die Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se Bi­lanz ein­zu­be­zie­hen.

5Geld­mäs­si­ge For­de­run­gen aus Re­ver­se Repos sind in der Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se Bi­lanz un­ter «For­de­run­gen aus Pen­si­ons­ge­schäf­ten» aus­zu­wei­sen zum Wert, der die­sen un­ter der An­nah­me ei­ner li­nea­ren Wert­ent­wick­lung im Be­rech­nungs­zeit­punkt zu­kommt.

6Bei Re­ver­se Repos ist der Re­po-Zins in der Er­folgs­rech­nung un­ter «Er­trä­ge der Re­ver­se Repos» aus­zu­wei­sen.

3. Abschnitt: Derivative Finanzinstrumente

Art. 23 Begriffe  

Die fol­gen­den Be­grif­fe be­deu­ten:

a.
De­ri­vat-Grund­form:
1.
Call- oder Put-Op­ti­on, de­ren Wert bei Ver­fall li­ne­ar von der po­si­ti­ven oder ne­ga­ti­ven Dif­fe­renz zwi­schen dem Ver­kehrs­wert des Ba­sis­werts und dem Aus­übungs­preis ab­hängt und null wird, wenn die Dif­fe­renz das an­de­re Vor­zei­chen hat,
2.
Cre­dit Default Swap (CDS),
3.
Swap, des­sen Zah­lun­gen li­ne­ar und pfa­du­n­ab­hän­gig vom Wert des Ba­sis­werts oder ei­nem ab­so­lu­ten Be­trag ab­hän­gen,
4.
Ter­min­ge­schäft (Fu­ture oder For­ward), des­sen Wert li­ne­ar vom Wert des Ba­sis­werts ab­hängt;
b.
en­ga­ge­menter­hö­hen­des De­ri­va­ten­ga­ge­ment: De­ri­va­ten­ga­ge­ment, das in sei­ner öko­no­mi­schen Wir­kung dem Kauf ei­nes Ba­sis­werts ähn­lich ist, ins­be­son­de­re der Kauf ei­ner Call-Op­ti­on, der Kauf ei­nes Fu­tu­res, der Ver­kauf ei­ner Put-Op­ti­on, der Tausch von va­ria­blen ge­gen fi­xe Zins­zah­lun­gen oder der Ab­schluss ei­nes Cre­dit-Default-Swaps als Si­che­rungs­ge­ber;
c.
en­ga­ge­ment­re­du­zie­ren­des De­ri­va­ten­ga­ge­ment: De­ri­va­ten­ga­ge­ment, das in sei­ner öko­no­mi­schen Wir­kung dem Ver­kauf ei­nes Ba­sis­werts ähn­lich ist, ins­be­son­de­re der Ver­kauf ei­ner Call-Op­ti­on, der Ver­kauf ei­nes Fu­tu­res, der Kauf ei­ner Put-Op­ti­on, der Tausch von fi­xen ge­gen va­ria­ble Zins­zah­lun­gen oder der Ab­schluss ei­nes Cre­dit-Default-Swaps als Si­che­rungs­neh­mer;
d.
exo­ti­sches De­ri­vat: De­ri­vat, des­sen Wir­kungs­wei­se we­der durch ei­ne De­ri­vat-Grund­form noch durch ei­ne Kom­bi­na­ti­on von De­ri­vat-Grund­for­men be­schrie­ben wer­den kann, bei­spiels­wei­se ei­ne pfa­d­ab­hän­gi­ge Op­ti­on, ei­ne Op­ti­on mit meh­re­ren Fak­to­ren oder ei­ne Op­ti­on mit Kon­trakt­mo­di­fi­ka­tio­nen;
e.
Kon­trakt­grös­se: An­zahl Ba­sis­wer­te oder No­mi­nal­wert ei­nes De­ri­vat-Kon­trak­tes;
f.
Kon­trakt­wert:
1.
bei ei­nem Swap: das Pro­dukt aus dem No­mi­nal­wert des Ba­sis­werts und der Kon­trakt­grös­se,
2.
bei al­len an­de­ren De­ri­va­ten: das Pro­dukt aus dem Ver­kehrs­wert des Ba­sis­werts und der Kon­trakt­grös­se;
g.
OTC (over-the-coun­ter): Ab­schluss von Ge­schäf­ten aus­ser­halb ei­ner Bör­se oder ei­nes an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Mark­tes;
h.
syn­the­ti­sche Li­qui­di­tät: Ba­sis­wer­te, de­ren Mark­tri­si­ko und de­ren all­fäl­li­ges Kre­di­tri­si­ko mit De­ri­va­ten mit sym­me­tri­schem Aus­zah­lungs­pro­fil ab­ge­si­chert sind;
i.
Ge­sam­ten­ga­ge­ment: En­ga­ge­ment, das sich er­gibt aus dem Net­to­fonds­ver­mö­gen, dem Net­to-Ge­sam­ten­ga­ge­ment aus De­ri­va­ten so­wie aus An­la­ge­tech­ni­ken nach Ar­ti­kel 55 KAG, ein­sch­liess­lich Leer­ver­käu­fen;
j.
Brut­to-Ge­sam­ten­ga­ge­ment aus De­ri­va­ten: Sum­me der An­rech­nungs­be­trä­ge aus De­ri­va­ten ein­sch­liess­lich De­ri­vat-Kom­po­nen­ten;
k.
Net­to-Ge­sam­ten­ga­ge­ment aus De­ri­va­ten: Sum­me der An­rech­nungs­be­trä­ge aus De­ri­va­ten ein­sch­liess­lich De­ri­vat-Kom­po­nen­ten, nach Be­rück­sich­ti­gung der zu­läs­si­gen Ver­rech­nun­gen, der Ab­si­che­rungs­ge­schäf­te und der wei­te­ren Re­geln nach den Ar­ti­keln 35 und 36;
l.
He­bel­wir­kung: Wir­kung von De­ri­va­ten, De­ri­vat-Kom­po­nen­ten, An­la­ge­tech­ni­ken, ein­sch­liess­lich Leer­ver­käu­fen, auf das Net­to­fonds­ver­mö­gen durch den Auf­bau ei­ner im Ver­gleich zum Ka­pi­tal­ein­satz über­pro­por­tio­nal ho­hen Po­si­ti­on in ei­nem Ba­sis­wert.
Art. 24 Grundsätze  

Der Ein­satz von De­ri­va­ten ist nur er­laubt, wenn er in sei­ner öko­no­mi­schen Wir­kung auch un­ter aus­ser­or­dent­li­chen Markt­ver­hält­nis­sen nicht zu ei­ner Ab­wei­chung von den im Fonds­re­gle­ment, im Pro­spekt und in den we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ge­nann­ten An­la­ge­zie­len oder zu ei­ner Ver­än­de­rung des An­la­ge­cha­rak­ters des Ef­fek­ten­fonds führt.

Art. 25 Umbrella-Fonds  

Die Be­stim­mun­gen die­ses Ab­schnitts sind auf den ein­zel­nen Ef­fek­ten­fonds oder, im Fall ei­nes Um­brel­la-Fonds, auf das ein­zel­ne Teil­ver­mö­gen an­wend­bar.

Art. 26 Strukturierte Produkte, Derivat-Komponenten und Warrants  

1Bei der Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Ri­si­ko­ver­tei­lungs­vor­schrif­ten sind bei ei­nem struk­tu­rier­ten Pro­dukt so­wohl des­sen Ba­sis­wer­te als auch des­sen Emit­tent zu be­rück­sich­ti­gen.

2Ent­hält ein struk­tu­rier­tes Pro­dukt ei­ne oder meh­re­re De­ri­vat-Kom­po­nen­ten, so sind die­se ge­mä­ss den Be­stim­mun­gen die­ses Ab­schnitts zu be­han­deln.

3Für die Er­mitt­lung des Be­trags, der an das Ge­sam­ten­ga­ge­ment und die Ri­si­ko­ver­tei­lungs­vor­schrif­ten an­ge­rech­net wer­den muss, ist das struk­tu­rier­te Pro­dukt in sei­ne Kom­po­nen­ten zu zer­le­gen, falls das struk­tu­rier­te Pro­dukt ei­ne He­bel­wir­kung auf­weist. Die Kom­po­nen­ten sind ein­zeln zu be­rück­sich­ti­gen. Die Zer­le­gung ist zu do­ku­men­tie­ren.

4Wer­den nicht zer­leg­ba­re struk­tu­rier­te Pro­duk­te zu ei­nem nicht ver­nach­läs­sig­ba­ren An­teil des Fonds­ver­mö­gens ein­ge­setzt, so ist der Mo­del­lan­satz als Ri­si­ko­mess­ver­fah­ren an­zu­wen­den.

5De­ri­vat-Kom­po­nen­ten ei­nes Fi­nan­z­in­stru­ments sind bei der Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Ri­si­ko­ver­tei­lungs­vor­schrif­ten zu be­rück­sich­ti­gen und an das Ge­sam­ten­ga­ge­ment aus De­ri­va­ten an­zu­rech­nen.

6War­rants sind als De­ri­va­te ge­mä­ss den Be­stim­mun­gen die­ses Ab­schnitts zu be­han­deln. Die zu ei­ner Op­ti­ons­an­lei­he ge­hö­ren­de Op­ti­on gilt als War­rant.

Art. 27 Kreditderivate  

1Ein en­ga­ge­menter­hö­hen­des Kre­dit­de­ri­vat gilt nicht als Bürg­schaft im Sinn von Ar­ti­kel 77 Ab­satz 1 Buch­sta­be a KKV1.

2Der Re­fe­renz­schuld­ner ei­nes Kre­dit­de­ri­vats muss Be­tei­li­gungs- oder For­de­rungs­wert­pa­pie­re oder -wert­rech­te aus­ste­hend ha­ben, die an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den.


Art. 28 Exotische Derivate  

1Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV darf ein exo­ti­sches De­ri­vat nur ein­set­zen, wenn sie:

a.
das mi­ni­ma­le und das ma­xi­ma­le Del­ta über das ge­sam­te Preis-Spek­trum der Ba­sis­wer­te be­rech­nen kann; und
b.
sei­ne Wir­kungs­wei­se und die Fak­to­ren, die sei­ne Preis­bil­dung be­ein­flus­sen, kennt.

2Bei Ef­fek­ten­fonds, auf die der Com­mit­ment-An­satz II an­ge­wen­det wird, ist das exo­ti­sche De­ri­vat für die Um­rech­nung in sein Ba­sis­wer­t­ä­qui­va­lent nach Ar­ti­kel 35 Ab­satz 2 mit sei­nem ma­xi­mal mög­li­chen Del­ta (ab­so­lu­ter Wert) zu ge­wich­ten.

3Das je­wei­li­ge Ri­si­ko­mess-Mo­dell muss in der La­ge sein, das exo­ti­sche De­ri­vat sei­nem Ri­si­ko ent­spre­chend ab­zu­bil­den.

4Ist das ma­xi­ma­le Del­ta des exo­ti­schen De­ri­vats po­si­tiv, so muss es bei der Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Ma­xi­mal­li­mi­ten mit die­sem ma­xi­ma­len Del­ta ge­wich­tet wer­den. Ist das mi­ni­ma­le Del­ta ne­ga­tiv, so muss es bei der Ein­hal­tung der re­gle­men­ta­ri­schen Mi­ni­mal­li­mi­ten mit die­sem mi­ni­ma­len Del­ta ge­wich­tet wer­den.

Art. 29 Vertragsabschluss  

1Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV schliesst Ge­schäf­te mit De­ri­va­ten an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ab.

2Ge­schäf­te mit OTC-De­ri­va­ten (OTC-Ge­schäf­te) sind zu­läs­sig, wenn die Vor­aus­set­zun­gen nach den Ar­ti­keln 30 und 31 er­füllt sind.

Art. 30 OTC-Geschäft  

1OTC-Ge­schäf­te dür­fen nur auf der Grund­la­ge ei­nes stan­dar­di­sier­ten Rah­men­ver­trags ab­ge­schlos­sen wer­den, der ein­schlä­gi­gen in­ter­na­tio­na­len Stan­dards ent­spricht.

2Die Ge­gen­par­tei muss:

a.
ein be­auf­sich­tig­ter und auf die­se Ge­schäfts­ar­ten spe­zia­li­sier­ter Fi­nan­zin­ter­me­di­är sein;
b.
ei­ne ein­wand­freie Durch­füh­rung des Ge­schäfts ge­währ­leis­ten; und
c.
die Bo­ni­täts­an­for­de­run­gen nach Ar­ti­kel 31 Ab­satz 1 er­fül­len.

3Ein OTC-De­ri­vat muss täg­lich zu­ver­läs­sig und nach­voll­zieh­bar be­wer­tet und je­der­zeit zum Ver­kehrs­wert ver­äus­sert, li­qui­diert oder durch ein Ge­gen­ge­schäft glatt­ge­stellt wer­den kön­nen.

4Ist für ein OTC-De­ri­vat kein Markt­preis er­hält­lich, so muss des­sen Preis an­hand ei­nes an­ge­mes­se­nen und in der Pra­xis an­er­kann­ten Be­wer­tungs­mo­dells ge­stützt auf den Ver­kehrs­wert der Ba­sis­wer­te, von de­nen das De­ri­vat ab­ge­lei­tet ist, je­der­zeit nach­voll­zieh­bar sein.

5Vor dem Ab­schluss ei­nes Ver­trags über ein De­ri­vat nach Ab­satz 4 sind grund­sätz­lich kon­kre­te Of­fer­ten von min­des­tens zwei Ge­gen­par­tei­en ein­zu­ho­len. Der Ver­trag ist mit der­je­ni­gen Ge­gen­par­tei ab­zu­sch­lies­sen, wel­che die preis­lich bes­te Of­fer­te un­ter­brei­tet. Von die­sem Grund­satz kann ab­ge­wi­chen wer­den aus Grün­den der Ri­si­ko­ver­tei­lung oder, wenn wei­te­re Ver­trags­be­stand­teil­te wie Bo­ni­tät oder Dienst­leis­tungs­an­ge­bot der Ge­gen­par­tei ei­ne an­de­re Of­fer­te als ins­ge­samt vor­teil­haf­ter für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger er­schei­nen las­sen.

6Auf die Ein­ho­lung von Of­fer­ten von min­des­tens zwei mög­li­chen Ge­gen­par­tei­en kann aus­nahms­wei­se ver­zich­tet wer­den, wenn dies im bes­ten In­ter­es­se der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ist. Die Grün­de hier­für sind nach­voll­zieh­bar zu do­ku­men­tie­ren.

7Der Ver­trags­ab­schluss und die Preis­be­stim­mung sind nach­voll­zieh­bar zu do­ku­men­tie­ren.

Art. 31 Bonität  

1Bei OTC-Ge­schäf­ten muss die Ge­gen­par­tei oder de­ren Ga­rant ei­ne ho­he Bo­ni­tät auf­wei­sen.

2Die­se An­for­de­rung gilt nicht für die De­pot­bank des Ef­fek­ten­fonds.

Art. 32 Bewertung  

1De­ri­va­te, für die ak­tu­el­le Markt­prei­se er­hält­lich sind, sind mit den am Haupt­markt zu­letzt be­zahl­ten Kur­sen zu be­wer­ten. Die Kur­se müs­sen von ei­ner ex­ter­nen, von der Fonds­lei­tung oder der SI­CAV und ih­ren Be­auf­trag­ten un­ab­hän­gi­gen und auf die­se Ge­schäfts­art spe­zia­li­sier­ten Quel­le be­zo­gen wer­den.

2Sind für De­ri­va­te kei­ne ak­tu­el­len Markt­prei­se er­hält­lich, so müs­sen sie an­hand von an­ge­mes­se­nen und in der Pra­xis an­er­kann­ten Be­wer­tungs­mo­del­len, ge­stützt auf den Ver­kehrs­wert der Ba­sis­wer­te, von de­nen die De­ri­va­te ab­ge­lei­tet sind, be­wer­tet wer­den. Die Be­wer­tun­gen müs­sen do­ku­men­tiert wer­den und nach­voll­zieh­bar sein.

Art. 33 Risikomessverfahren  

1Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV wen­det ent­we­der den Com­mit­ment-An­satz I, den Com­mit­ment-An­satz II oder den Mo­dell-An­satz an.

2Die An­wen­dung des Mo­dell-An­sat­zes be­darf der Ge­neh­mi­gung der FIN­MA.

3Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV stimmt das ge­wähl­te Ri­si­ko­mess­ver­fah­ren auf die An­la­ge­zie­le und die An­la­ge­po­li­tik so­wie das Ri­si­ko­pro­fil des je­wei­li­gen Ef­fek­ten­fonds ab.

4Der Mo­dell-An­satz ist zwin­gend an­zu­wen­den, wenn:

a.
das Ge­sam­ten­ga­ge­ment des Ef­fek­ten­fonds mit dem Com­mit­ment-An­satz I oder dem Com­mit­ment-An­satz II nicht an­ge­mes­sen er­fasst und ge­mes­sen wer­den kann;
b.
zu ei­nem nicht ver­nach­läs­sig­ba­ren An­teil in exo­ti­sche De­ri­va­te in­ves­tiert wird; oder
c.
zu ei­nem nicht ver­nach­läs­sig­ba­ren An­teil kom­ple­xe An­la­ge­stra­te­gi­en ver­wen­det wer­den.
Art. 34 Commitment-Ansatz I  

1Für Ef­fek­ten­fonds, auf die der Com­mit­ment-An­satz I an­ge­wen­det wird, ist nur der Ein­satz von De­ri­vat-Grund­for­men zu­läs­sig. Die­se dür­fen nur ein­ge­setzt wer­den, so­weit ihr Ein­satz un­ter Be­rück­sich­ti­gung der nach die­sem Ar­ti­kel not­wen­di­gen De­ckung we­der zu ei­ner He­bel­wir­kung auf das Fonds­ver­mö­gen führt noch ei­nem Leer­ver­kauf ent­spricht.

2En­ga­ge­ment­re­du­zie­ren­de De­ri­va­te müs­sen dau­ernd mit den ih­nen zu­grun­de lie­gen­den Ba­sis­wer­ten ge­deckt sein. Wird das Del­ta be­rech­net, so darf es bei der Be­rech­nung der not­wen­di­gen Ba­sis­wer­te be­rück­sich­tigt wer­den. Die Be­stim­mung nach Ar­ti­kel 44 Ab­satz 3 gilt ana­log.

3Ei­ne De­ckung mit an­de­ren An­la­gen ist zu­läs­sig, wenn das en­ga­ge­ment­re­du­zie­ren­de De­ri­vat auf einen In­dex lau­tet, wel­cher von ei­ner ex­ter­nen un­ab­hän­gi­gen Stel­le be­rech­net wird. Der In­dex muss für die als De­ckung die­nen­den An­la­gen re­prä­sen­ta­tiv sein, und zwi­schen dem In­dex und die­sen An­la­gen muss ei­ne ad­äqua­te Kor­re­la­ti­on be­ste­hen.

4Bei en­ga­ge­menter­hö­hen­den De­ri­va­ten muss das Ba­sis­wer­t­ä­qui­va­lent (Art. 35 Abs. 2) dau­ernd durch geld­na­he Mit­tel ge­deckt sein.

5Als geld­na­he Mit­tel gel­ten:

a.
flüs­si­ge Mit­tel im Sinn von Ar­ti­kel 75 KKV1;
b.
Geld­mark­t­in­stru­men­te im Sinn von Ar­ti­kel 74 KKV;
c.
kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, wel­che aus­sch­liess­lich in flüs­si­gen Mit­teln oder Geld­mark­t­in­stru­men­ten an­le­gen;
d.
For­de­rungs­wert­pa­pie­re und -rech­te, de­ren Rest­lauf­zeit höchs­tens zwölf Mo­na­te be­trägt und de­ren Emit­tent oder Ga­rant ei­ne ho­he Bo­ni­tät auf­weist;
e.
syn­the­ti­sche Li­qui­di­tät;
f.
dem Ef­fek­ten­fonds ein­ge­räum­te, je­doch nicht be­an­spruch­te Kre­dit­li­mi­ten im Rah­men der ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Ma­xi­mal­li­mi­ten;
g.
Gut­ha­ben aus der Ver­rech­nungs­steu­er bei der Eid­ge­nös­si­schen Steu­er­ver­wal­tung.

6Zu­läs­si­ge Ver­rech­nungs­re­geln und Ab­si­che­rungs­ge­schäf­te nach Ar­ti­kel 36 Ab­sät­ze 1, 2 und 4 kön­nen be­rück­sich­tigt wer­den. Ge­deck­te Ab­si­che­rungs­ge­schäf­te durch Zins­de­ri­va­te sind zu­läs­sig. Wan­del­an­lei­hen dür­fen bei der Be­rech­nung des En­ga­ge­ments aus De­ri­va­ten un­be­rück­sich­tigt blei­ben.


Art. 35 Commitment-Ansatz II: Ermittlung des Gesamtengagements  

1Zur Be­stim­mung des Ge­sam­ten­ga­ge­ments ei­nes Ef­fek­ten­fonds mit dem Com­mit­ment-An­satz II hat die Fonds­lei­tung die ein­zel­nen An­rech­nungs­be­trä­ge der je­wei­li­gen De­ri­va­te und De­ri­vat-Kom­po­nen­ten so­wie die An­rech­nungs­be­trä­ge aus An­la­ge­tech­ni­ken zu er­mit­teln.

2Der An­rech­nungs­be­trag für das Ge­sam­ten­ga­ge­ment aus De­ri­va­ten ist bei Grund­for­men von De­ri­va­ten re­gel­mäs­sig je­weils das Ba­sis­wer­t­ä­qui­va­lent un­ter Zu­grun­de­le­gung des Ver­kehrs­werts des Ba­sis­werts der De­ri­va­te. Die Be­rech­nung der Ba­sis­wer­t­ä­qui­va­len­te er­folgt nach An­hang 1. So­fern dies zu ei­ner kon­ser­va­ti­ver­en Er­mitt­lung führt, kann der No­mi­nal­wert oder der bör­sen­täg­lich er­mit­tel­te Ter­min­preis bei Fi­nanz­ter­min­kon­trak­ten zu­grun­de ge­legt wer­den.

3Der An­rech­nungs­be­trag für das Ge­sam­ten­ga­ge­ment er­gibt sich aus dem Grun­den­ga­ge­ment aus dem Net­to­fonds­ver­mö­gen und der Sum­me der fol­gen­den ab­so­lu­ten Wer­te:

a.
An­rech­nungs­be­trä­ge der ein­zel­nen De­ri­va­te so­wie De­ri­vat-Kom­po­nen­ten ge­mä­ss An­hang 1, wel­che nicht in Ver­rech­nun­gen nach Ar­ti­kel 36 ein­be­zo­gen sind;
b.
An­rech­nungs­be­trä­ge nach den zu­läs­si­gen Ver­rech­nun­gen nach Ar­ti­kel 36; und
c.
An­rech­nungs­be­trä­ge aus zu­läs­si­gen An­la­ge­tech­ni­ken.

4Bei der Er­mitt­lung des An­rech­nungs­be­tra­ges für das Ge­sam­ten­ga­ge­ment aus De­ri­va­ten nach Ab­satz 3 dür­fen fol­gen­de Ge­schäf­te un­be­rück­sich­tigt blei­ben:

a.
Swaps, mit de­nen die Ent­wick­lung der Ba­sis­wer­te, wel­che der Ef­fek­ten­fonds di­rekt hält, ge­gen die Ent­wick­lung von an­de­ren Ba­sis­wer­ten ge­tauscht wird (To­tal Re­turn Swaps), so­fern:
1.
das Mark­tri­si­ko der ge­tausch­ten Ba­sis­wer­te aus dem Ef­fek­ten­fonds voll­stän­dig eli­mi­niert wird, so dass die­se Ver­mö­gens­wer­te kei­nen Ein­fluss auf die Ver­än­de­rung des Wer­tes des Ef­fek­ten­fonds ha­ben, und
2.
der Swap we­der Op­ti­ons­rech­te ein­räumt noch ei­ne He­bel­wir­kung oder sons­ti­ge zu­sätz­li­che Mark­tri­si­ken, die über die di­rek­te In­ves­ti­ti­on der re­le­van­ten Ba­sis­wer­te hin­aus­ge­hen, ent­hält;
b.
De­ri­va­te, de­nen ent­spre­chen­de geld­na­he Mit­tel zu­ge­ord­net wer­den, so dass die Kom­bi­na­ti­on aus De­ri­vat und geld­na­hen Mit­teln äqui­va­lent zu ei­ner di­rek­ten In­ves­ti­ti­on in den zu­grun­de lie­gen­den Ba­sis­wert ist und da­durch kein zu­sätz­li­ches Mark­tri­si­ko und kei­ne He­bel­wir­kung ge­ne­riert wird. Die zur De­ckung der De­ri­vat­po­si­ti­on ver­wen­de­ten geld­na­hen Mit­tel dür­fen nicht gleich­zei­tig für meh­re­re Kom­bi­na­tio­nen ver­wen­det wer­den.

5Ef­fek­ten­lei­hen und Pen­si­ons­ge­schäf­te sind bei der Be­rech­nung des Ge­sam­ten­ga­ge­ments zu be­rück­sich­ti­gen, so­fern sie durch Wie­der­an­la­ge von Si­cher­hei­ten ei­ne He­bel­wir­kung auf das Fonds­ver­mö­gen zur Fol­ge ha­ben. Im Fal­le der Wie­der­an­la­ge von Si­cher­hei­ten in Fi­nanz­an­la­gen, die ei­ne hö­he­re Ren­di­te als den ri­si­ko­frei­en Zins­satz ge­ne­rie­ren, muss bei der Be­rech­nung des Ge­sam­ten­ga­ge­ments bei Bar­si­cher­hei­ten (cash col­la­te­ral) der er­hal­te­ne Be­trag an­ge­rech­net wer­den.

Art. 36 Commitment-Ansatz II: Verrechnungsregeln und Absicherungsgeschäfte  

1Ge­gen­läu­fi­ge Po­si­tio­nen in De­ri­va­ten des glei­chen Ba­sis­werts so­wie ge­gen­läu­fi­ge Po­si­tio­nen in De­ri­va­ten und in An­la­gen des glei­chen Ba­sis­werts dür­fen mit­ein­an­der ver­rech­net wer­den, un­ge­ach­tet des Ver­falls der De­ri­va­te (Net­ting), wenn:

a.
das De­ri­vat-Ge­schäft ein­zig zum Zwe­cke ab­ge­schlos­sen wur­de, die mit den er­wor­be­nen De­ri­va­ten oder An­la­gen im Zu­sam­men­hang ste­hen­den Ri­si­ken zu eli­mi­nie­ren;
b.
da­bei we­sent­li­che Ri­si­ken nicht ver­nach­läs­sigt wer­den; und
c.
der An­rech­nungs­be­trag der De­ri­va­te nach Ar­ti­kel 35 er­mit­telt wird.

2Be­zie­hen sich die De­ri­va­te bei Ab­si­che­rungs­ge­schäf­ten nicht auf den glei­chen Ba­sis­wert wie der ab­zu­si­chern­de Ver­mö­gens­wert, so sind für ei­ne Ver­rech­nung zu­sätz­lich fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen zu er­fül­len (Hed­ging):

a.
Das De­ri­vat-Ge­schäft be­ruht nicht auf ei­ner An­la­ge­stra­te­gie, die der Ge­winn­er­zie­lung dient.
b
Das De­ri­vat führt zu ei­ner nach­weis­ba­ren Re­duk­ti­on des Ri­si­kos des Ef­fek­ten­fonds.
c.
Die all­ge­mei­nen und be­son­de­ren Ri­si­ken des De­ri­vats wer­den aus­ge­gli­chen.
d.
Die zu ver­rech­nen­den De­ri­va­te, Ba­sis­wer­te oder Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de be­zie­hen sich auf die glei­che Klas­se von Fi­nan­z­in­stru­men­ten.
e.
Die Ab­si­che­rungs­stra­te­gie ist auch un­ter aus­ser­ge­wöhn­li­chen Markt­be­din­gun­gen ef­fek­tiv.

3Bei ei­nem über­wie­gen­den Ein­satz von Zins­de­ri­va­ten kann der Be­trag, der an das Ge­sam­ten­ga­ge­ment aus De­ri­va­ten an­zu­rech­nen ist, mit­tels in­ter­na­tio­nal an­er­kann­ten Du­ra­ti­on-Net­ting-Re­ge­lun­gen er­mit­telt wer­den, so­fern:

a.
die Re­ge­lun­gen zu ei­ner kor­rek­ten Er­mitt­lung des Ri­si­ko­pro­fils des Ef­fek­ten­fonds füh­ren;
b.
die we­sent­li­chen Ri­si­ken be­rück­sich­tigt wer­den;
c.
die An­wen­dung die­ser Re­ge­lun­gen nicht zu ei­ner un­ge­recht­fer­tig­ten He­bel­wir­kung führt;
d.
kei­ne Zins­ar­bi­tra­ge-Stra­te­gi­en ver­folgt wer­den; und
e.
die He­bel­wir­kung des Ef­fek­ten­fonds we­der durch An­wen­dung die­ser Re­ge­lun­gen noch durch In­ves­ti­tio­nen in kurz­fris­ti­ge Po­si­tio­nen ge­stei­gert wird.

4Un­ge­ach­tet des Ab­sat­zes 2 kön­nen De­ri­va­te, die zur rei­nen Ab­si­che­rung von Fremd­wäh­rungs­ri­si­ken ein­ge­setzt wer­den und nicht zu ei­ner He­bel­wir­kung füh­ren oder zu­sätz­li­che Mark­tri­si­ken bein­hal­ten, bei der Be­rech­nung des Ge­sam­ten­ga­ge­ments aus De­ri­va­ten ver­rech­net wer­den.

Art. 37 Commitment-Ansatz II: Dokumentationspflicht  

Sämt­li­che Be­rech­nun­gen nach den Ar­ti­keln 35 und 36 sind nach­voll­zieh­bar zu do­ku­men­tie­ren.

Art. 38 Modell-Ansatz: Grundsätze des Value-at-Risk  

1Nach dem Mo­dell-An­satz schätzt die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV für einen Ef­fek­ten­fonds die Ri­si­ken als Va­lue-at-Risk (VaR).

2Das Mo­dell ist ein­ge­hend zu do­ku­men­tie­ren. Die Do­ku­men­ta­ti­on muss ins­be­son­de­re Aus­kunft ge­ben über die Spe­zi­fi­ka­ti­on des Ri­si­ko­mess-Mo­dells, das Back­tes­ting und die Stress­tests.

3Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV ve­ri­fi­ziert pe­ri­odisch die An­ge­mes­sen­heit des Mo­dells. Die Er­geb­nis­se sind nach­voll­zieh­bar zu do­ku­men­tie­ren.

4Der VaR ei­nes Ef­fek­ten­fonds darf das Dop­pel­te des VaR des zu die­sem Ef­fek­ten­fonds ge­hö­ren­den Ver­gleich­spor­te­feuil­les zu kei­ner Zeit über­schrei­ten (re­la­ti­ve VaR-Li­mi­te).

5Bei der Ver­wen­dung des Mo­dell-An­sat­zes ist durch die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV ei­ne pe­ri­odi­sche Be­rech­nung des Brut­to-Ge­sam­ten­ga­ge­ments aus De­ri­va­ten des be­tref­fen­den Ef­fek­ten­fonds si­cher­zu­stel­len.

Art. 39 Modell-Ansatz: Berechnung des VaR  

1Der VaR kann mit Va­ri­anz-Ko­va­ri­anz-Mo­del­len, his­to­ri­schen Si­mu­la­tio­nen oder Mon­te-Car­lo-Si­mu­la­tio­nen be­stimmt wer­den. Bei der Wahl des Mo­dells ist die je­wei­li­ge An­la­ge­stra­te­gie zu be­rück­sich­ti­gen.

2Der VaR ist täg­lich auf der Ba­sis der Po­si­tio­nen des Vor­tags zu be­rech­nen. Da­bei sind fol­gen­de Pa­ra­me­ter zu ver­wen­den:

a.
ein ein­sei­ti­ges Kon­fi­den­z­in­ter­vall von 99 Pro­zent;
b.
ei­ne Hal­te­pe­ri­ode von 20 Han­dels­ta­gen;
c.
ein ef­fek­ti­ver his­to­ri­scher Be­ob­ach­tungs­zeit­raum von min­des­tens ei­nem Jahr (250 Bank­werk­ta­ge).

3Der VaR be­rück­sich­tigt Zins­än­de­rungs-, Wäh­rungs-, Ak­ti­en­kurs- und Roh­stof­fri­si­ken. Zu­sätz­lich zu be­rück­sich­ti­gen sind:

a.
bei Op­ti­ons­po­si­tio­nen: die Gam­ma- und Ve­ga-Ri­si­ken;
b.
bei Ak­ti­en- und Zins­in­stru­men­ten: die spe­zi­fi­schen Ri­si­ken in der Form re­si­dua­ler Ri­si­ken;
c.
Er­eig­nis-, Aus­fall- und Li­qui­di­täts­ri­si­ken im Rah­men von Stress­tests.

4Die Be­rech­nun­gen sind nach­voll­zieh­bar zu do­ku­men­tie­ren.

5Ei­ne Ab­wei­chung vom Kon­fi­den­z­in­ter­vall, von der Hal­te­pe­ri­ode oder vom Be­ob­ach­tungs­zeit­raum ist auf­grund aus­ser­ge­wöhn­li­cher Mark­tum­stän­de und nach vor­gän­gi­ger Zu­stim­mung der FIN­MA mög­lich.

Art. 40 Modell-Ansatz: Vergleichsportefeuille  

1Das zu ei­nem Ef­fek­ten­fonds ge­hö­ren­de Ver­gleich­spor­te­feuil­le ist ein Ver­mö­gen, wel­ches kei­ne He­bel­wir­kung auf­weist und grund­sätz­lich kei­ne De­ri­va­te ent­hält.

2Die Zu­sam­men­set­zung des Ver­gleich­spor­te­feuil­les ent­spricht den An­ga­ben im Fonds­re­gle­ment, im Pro­spekt und in den we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger des Ef­fek­ten­fonds, na­ment­lich be­tref­fend An­la­ge­zie­le, An­la­ge­po­li­tik und Li­mi­ten.

3Sie ist pe­ri­odisch, je­doch min­des­tens quar­tals­wei­se zu über­prü­fen. Die je­wei­li­ge Zu­sam­men­set­zung so­wie de­ren Än­de­run­gen sind nach­voll­zieh­bar zu do­ku­men­tie­ren.

4Ist im Fonds­re­gle­ment oder im Pro­spekt und in den we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ein Ver­gleichs­mass­stab wie ein Ak­tien­in­dex als Ver­gleich­spor­te­feuil­le de­fi­niert, so darf die­ser zur Er­mitt­lung des VaR des Ver­gleich­spor­te­feuil­les her­an­ge­zo­gen wer­den. Der Ver­gleichs­mass­stab muss:

a.
de­ri­vat­frei sein und kei­ne He­bel­wir­kung auf­wei­sen;
b.
von ei­ner ex­ter­nen un­ab­hän­gi­gen Stel­le be­rech­net wer­den; und
c.
für die An­la­ge­zie­le, die An­la­ge­po­li­tik und die Li­mi­ten des Ef­fek­ten­fonds re­prä­sen­ta­tiv sein.

5Das Ver­gleich­spor­te­feuil­le darf De­ri­va­te ent­hal­ten, wenn:

a.
der Ef­fek­ten­fonds ge­mä­ss Fonds­re­gle­ment oder Pro­spekt ei­ne Long/Short-Stra­te­gie um­setzt und im Ver­gleich­spor­te­feuil­le das Short-Ex­pos­ure durch De­ri­va­te dar­ge­stellt wird;
b.
der Ef­fek­ten­fonds ge­mä­ss Fonds­re­gle­ment oder Pro­spekt ei­ne An­la­ge­po­li­tik mit Wäh­rungs­ab­si­che­rung um­setzt und als Ver­gleichs­mass­stab ein wäh­rungs­ab­ge­si­cher­tes Ver­gleich­spor­te­feuil­le her­an­ge­zo­gen wird.

6Ist es auf­grund der spe­zi­fi­schen An­la­ge­zie­le und der An­la­ge­po­li­tik ei­nes Ef­fek­ten­fonds nicht mög­lich, ein re­prä­sen­ta­ti­ves Ver­gleich­spor­te­feuil­le zu bil­den, so kann mit der FIN­MA ei­ne VaR-Li­mi­te ver­ein­bart wer­den (ab­so­lu­te VaR-Li­mi­te). Die­se ist im Pro­spekt fest­zu­hal­ten.

Art. 41 Modell-Ansatz: Überprüfung des Risikomess-Modells  

1Das Ri­si­ko­mess-Mo­dell ist in Be­zug auf sei­ne Pro­gno­se­gü­te zu über­prü­fen. Da­zu sind für einen Ef­fek­ten­fonds täg­lich die im Ver­lauf ei­nes Han­dels­ta­ges tat­säch­lich ein­ge­tre­te­nen Wert­ver­än­de­run­gen sei­nes Net­to­ver­mö­gens mit dem je­weils er­mit­tel­ten 1-Ta­ges-VaR zu ver­glei­chen (Back­tes­ting).

2Der Ver­gleich ist nach­voll­zieh­bar zu do­ku­men­tie­ren.

3Die zu ver­wen­den­de Stich­pro­be setzt sich aus den 250 vor­an­ge­gan­ge­nen Be­ob­ach­tun­gen zu­sam­men.

4Er­weist sich im Back­tes­ting das Ri­si­ko­mess-Mo­dell als nicht pra­xi­staug­lich, so sind un­ver­züg­lich die Prüf­ge­sell­schaft und die FIN­MA zu in­for­mie­ren.

5Tre­ten im Back­tes­ting mehr als sechs Aus­reis­ser auf, so sind die Pra­xi­staug­lich­keit des Ri­si­ko­mess-Mo­dells ver­tieft ab­zu­klä­ren und die Prüf­ge­sell­schaft und die FIN­MA un­ver­züg­lich zu in­for­mie­ren.

6Die FIN­MA kann bei Pra­xis­un­taug­lich­keit ei­ne ra­sche Be­he­bung all­fäl­li­ger Mo­dell­män­gel ver­lan­gen und ei­ne wei­te­re Be­schrän­kung des Ri­si­kos an­ord­nen.

Art. 42 Modell-Ansatz: Stresstests  

1Für Ef­fek­ten­fonds sind pe­ri­odisch, je­doch min­des­tens mo­nat­lich aus­ser­or­dent­li­che Markt­ver­hält­nis­se zu si­mu­lie­ren (Stress­test).

2Stress­tests sind zu­dem durch­zu­füh­ren, wenn ei­ne we­sent­li­che Än­de­rung der Er­geb­nis­se der Stress­tests durch ei­ne Än­de­rung des Werts oder der Zu­sam­men­set­zung des Ver­mö­gens des Ef­fek­ten­fonds oder durch ei­ne Än­de­rung in den Markt­ge­ge­ben­hei­ten nicht aus­ge­schlos­sen wer­den kann.

3In die Stress­tests sind sämt­li­che Ri­si­ko­fak­to­ren ein­zu­be­zie­hen, wel­che die Wert­hal­tig­keit des Ef­fek­ten­fonds mass­ge­blich be­ein­flus­sen kön­nen. Ri­si­ko­fak­to­ren, wel­chen das Ri­si­ko­mess-Mo­dell nicht oder nur un­voll­stän­dig Rech­nung trägt, ist be­son­de­re Be­ach­tung zu schen­ken.

4Die Re­sul­ta­te der durch­ge­führ­ten Stress­tests und die dar­aus re­sul­tie­ren­den not­wen­di­gen Mass­nah­men sind nach­voll­zieh­bar zu do­ku­men­tie­ren.

Art. 43 Modell-Ansatz: Änderungen unter dem Modell-Ansatz  

1Die FIN­MA kann von den An­for­de­run­gen nach den Ar­ti­keln 38–42 Ab­wei­chun­gen zu­las­sen.

2Sie kann an­de­re Ri­si­ko­mess-Mo­del­le zu­las­sen, wenn da­mit ein an­ge­mes­se­ner Schutz ge­währ­leis­tet ist.

3Wer­den Än­de­run­gen am Ri­si­ko­mess-Mo­dell, am Back­tes­ting oder an den Stress­tests vor­ge­nom­men, so sind die­se von der FIN­MA vor­gän­gig ge­neh­mi­gen zu las­sen.

Art. 44 Deckung einer Verpflichtung zur physischen Lieferung eines Basiswerts  

1Geht die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV mit ei­nem De­ri­vat ei­ne Ver­pflich­tung zur phy­si­schen Lie­fe­rung ei­nes Ba­sis­werts ein, so muss das De­ri­vat mit den ent­spre­chen­den Ba­sis­wer­ten ge­deckt sein.

2Die De­ckung ei­ner sol­chen Ver­pflich­tung mit an­de­ren An­la­gen ist zu­läs­sig, wenn die An­la­gen und die Ba­sis­wer­te hoch li­qui­de sind und bei ei­ner ver­lang­ten Lie­fe­rung je­der­zeit er­wor­ben oder ver­kauft wer­den kön­nen.

3Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV muss je­der­zeit un­ein­ge­schränkt über die­se Ba­sis­wer­te oder An­la­gen ver­fü­gen kön­nen.

Art. 45 Deckung einer Zahlungsverpflichtung  

1Geht die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV mit ei­nem De­ri­vat ei­ne Zah­lungs­ver­pflich­tung ein, so muss die­se dau­ernd durch geld­na­he Mit­tel nach Ar­ti­kel 34 Ab­satz 5 ge­deckt sein.

2Bei Ef­fek­ten­fonds, auf die der Com­mit­ment-An­satz II oder der Mo­dell-An­satz an­ge­wen­det wird, wer­den zu­sätz­lich als De­ckung an­er­kannt:

a.
For­de­rungs­wert­pa­pie­re und -rech­te, de­ren Rest­lauf­zeit mehr als zwölf Mo­na­te be­trägt und de­ren Emit­tent oder Ga­rant ei­ne ho­he Bo­ni­tät auf­weist;
b.
Ak­ti­en, die an ei­ner Bör­se oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den.

3Die De­ckung nach Ab­satz 2 muss je­der­zeit in­ner­halb von sie­ben Bank­werk­ta­gen zu flüs­si­gen Mit­teln ge­macht wer­den kön­nen.

4Ak­ti­en dür­fen nur mit ei­nem um ei­ne Si­cher­heits­mar­ge re­du­zier­ten Ver­kehrs­wert an die De­ckung an­ge­rech­net wer­den. Die Si­cher­heits­mar­ge hat der Vo­la­ti­li­tät der ent­spre­chen­den Ak­tie Rech­nung zu tra­gen und muss min­des­tens 15 Pro­zent be­tra­gen.

5Kann bei ei­ner An­la­ge ei­ne Nach­schuss­zah­lung fäl­lig wer­den, so gilt die­se als Zah­lungs­ver­pflich­tung.

Art. 46 Allgemeine Vorschriften zur Anrechnung an die Anlagebeschränkungen  

1Bei der Ein­hal­tung der in den ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen An­la­ge­be­schrän­kun­gen fest­ge­hal­te­nen Ma­xi­mal- und Mi­ni­mal­li­mi­ten sind zu be­rück­sich­ti­gen:

a.
die An­la­gen, ein­sch­liess­lich De­ri­va­te, im Sinn von Ar­ti­kel 70 KKV1;
b.
die flüs­si­gen Mit­tel im Sinn von Ar­ti­kel 75 KKV;
c.
For­de­run­gen ge­gen Ge­gen­par­tei­en aus OTC-Ge­schäf­ten.

2Vor­be­hal­ten blei­ben all­fäl­li­ge Aus­nah­men für In­dex­fonds nach Ar­ti­kel 82 KKV.

3Wird ei­ne An­la­ge­be­schrän­kung durch die Ver­än­de­rung des Del­tas ver­letzt, so ist un­ter Wah­rung der In­ter­es­sen der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger spä­tes­tens in­ner­halb von drei Bank­werk­ta­gen der ord­nungs­ge­mäs­se Zu­stand wie­der­her­zu­stel­len.


Art. 47 Anrechnung von Derivaten  

1Bei der Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen und re­gle­men­ta­ri­schen Ma­xi­mal- und Mi­ni­mal­li­mi­ten, na­ment­lich der Ri­si­ko­ver­tei­lungs­vor­schrif­ten, sind die Ba­sis­wer­t­ä­qui­va­len­te ge­mä­ss An­hang 1 mass­ge­bend.

2Ei­ne Mi­ni­mal­li­mi­te kann im Rah­men ei­ner Ab­si­che­rungs­stra­te­gie durch Po­si­tio­nen in en­ga­ge­ment­re­du­zie­ren­den De­ri­va­ten vor­über­ge­hend un­ter­schrit­ten wer­den, wenn die In­ter­es­sen der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ge­wahrt blei­ben.

3De­ri­vat-Kom­po­nen­ten sind mit dem An­rech­nungs­be­trag nach Ar­ti­kel 35 zu be­rück­sich­ti­gen.

Art. 48 Anrechnung von Forderungen gegen Gegenparteien an die Maximallimiten  

1Die For­de­run­gen ge­gen Ge­gen­par­tei­en aus Ge­schäf­ten mit De­ri­va­ten sind auf der Ba­sis der ak­tu­el­len po­si­ti­ven Wie­der­be­schaf­fungs­wer­te zu be­rech­nen.

2Po­si­ti­ve und ne­ga­ti­ve Wie­der­be­schaf­fungs­wer­te aus Ge­schäf­ten mit De­ri­va­ten mit der­sel­ben Ge­gen­par­tei kön­nen auf­ge­rech­net wer­den, wenn mit die­ser Ge­gen­par­tei ei­ne Ver­ein­ba­rung (Net­ting­ver­trag) be­steht, die den gel­ten­den recht­li­chen An­for­de­run­gen ge­nügt und recht­lich durch­setz­bar ist.

3For­de­run­gen aus Ge­schäf­ten mit De­ri­va­ten ge­gen ei­ne zen­tra­le Ge­gen­par­tei ei­ner Bör­se oder ei­nes an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Mark­tes sind nicht zu be­rück­sich­ti­gen, wenn:

a.
die­se ei­ner an­ge­mes­se­nen Auf­sicht un­ter­steht; und
b.
die De­ri­va­te so­wie die De­ckung ei­ner täg­li­chen Be­wer­tung zu Markt­kur­sen mit täg­li­chem Mar­ge­n­aus­gleich un­ter­lie­gen.
Art. 49 Offenlegung  

1Ist bei der Ver­wal­tung ei­nes Ef­fek­ten­fonds der Ein­satz von De­ri­va­ten zu­läs­sig, so sind die­se im Fonds­re­gle­ment und im Pro­spekt zu um­schrei­ben.

2Im Pro­spekt ist an­zu­ge­ben, ob die De­ri­va­te als Teil der An­la­ge­stra­te­gie oder le­dig­lich zur Ab­si­che­rung von An­la­g­e­po­si­tio­nen ein­ge­setzt wer­den. Zu­dem ist im Pro­spekt zu er­läu­tern, wie sich de­ren Ein­satz auf das Ri­si­ko­pro­fil des Ef­fek­ten­fonds aus­wirkt.

3Im Fonds­re­gle­ment so­wie im Pro­spekt ist fest­zu­le­gen, wel­ches Ri­si­ko­mess­ver­fah­ren für den Ef­fek­ten­fonds an­ge­wen­det wird. Im Pro­spekt ist zu­dem das Ri­si­ko­mess­ver­fah­ren zu um­schrei­ben. Bei der Ver­wen­dung des Mo­dell-An­sat­zes ist das er­war­te­te Brut­to-Ge­sam­ten­ga­ge­ment aus De­ri­va­ten dar­zu­stel­len. Wird der re­la­ti­ve VaR-An­satz an­ge­wen­det, so ist zu­dem das Ver­gleich­spor­te­feuil­le im Pro­spekt of­fen­zu­le­gen.

4Kann ein Ef­fek­ten­fonds auf­grund des Ein­sat­zes von De­ri­va­ten ei­ne er­höh­te Vo­la­ti­li­tät oder He­bel­wir­kung auf­wei­sen, so ist auf die­se Ei­gen­schaft im Pro­spekt so­wie in den Wer­be­un­ter­la­gen be­son­ders hin­zu­wei­sen.

5Im Pro­spekt ist auf die Ge­gen­par­tei­ri­si­ken von De­ri­va­ten hin­zu­wei­sen.

4. Abschnitt: Verwaltung der Sicherheiten

Art. 50 Anwendungsbereich  

Ver­mö­gens­wer­te, die im Rah­men von An­la­ge­tech­ni­ken oder bei OTC-Ge­schäf­ten als Si­cher­hei­ten ent­ge­gen­ge­nom­men wer­den, ha­ben die An­for­de­run­gen die­ses Ab­schnitts zu er­fül­len.

Art. 51 Anforderungen an die Sicherheiten  

Es dür­fen nur Si­cher­hei­ten ent­ge­gen­ge­nom­men wer­den, die fol­gen­de An­for­de­run­gen er­fül­len:

a.
Sie sind hoch li­qui­de und wer­den zu ei­nem trans­pa­ren­ten Preis an ei­ner Bör­se oder ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt. Sie kön­nen kurz­fris­tig zu ei­nem Preis ver­äus­sert wer­den, der na­he an der vor dem Ver­kauf vor­ge­nom­me­nen Be­wer­tung liegt.
b.
Sie wer­den min­des­tens bör­sen­täg­lich be­wer­tet. Bei ei­ner ho­hen Preis­vo­la­ti­li­tät wer­den ge­eig­ne­te kon­ser­va­ti­ve Si­cher­heits­mar­gen ver­wen­det.
c.
Sie sind nicht von der Ge­gen­par­tei oder von ei­ner dem Kon­zern der Ge­gen­par­tei an­ge­hö­ri­gen oder da­von ab­hän­gi­gen Ge­sell­schaft be­ge­ben.
d.
Der Emit­tent weist ei­ne ho­he Bo­ni­tät auf.
Art. 52 Verwaltung der Sicherheiten  

Die Fonds­lei­tung, die SI­CAV oder de­ren Be­auf­trag­te ha­ben bei der Ver­wal­tung der Si­cher­hei­ten fol­gen­de Pflich­ten und An­for­de­run­gen zu er­fül­len:

a.
Sie müs­sen die Si­cher­hei­ten in Be­zug auf Län­der, Märk­te und Emit­ten­ten an­ge­mes­sen di­ver­si­fi­zie­ren. Ei­ne an­ge­mes­se­ne Di­ver­si­fi­ka­ti­on der Emit­ten­ten gilt als er­reicht, wenn die von ei­nem ein­zel­nen Emit­ten­ten ge­hal­te­nen Si­cher­hei­ten nicht mehr als 20 Pro­zent des Net­to­in­ven­tar­werts ent­spre­chen. Von die­ser Vor­ga­be darf ab­ge­wi­chen wer­den, wenn die Si­cher­hei­ten die An­for­de­run­gen von Ar­ti­kel 83 Ab­satz 1 KKV1 er­fül­len oder die Be­wil­li­gungs­vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 83 Ab­satz 2 KKV vor­lie­gen. Stel­len meh­re­re Ge­gen­par­tei­en Si­cher­hei­ten, so ha­ben sie ei­ne ag­gre­gier­te Sicht­wei­se si­cher­zu­stel­len.
b.
Sie müs­sen die Ver­fü­gungs­macht und die Ver­fü­gungs­be­fug­nis an den er­hal­te­nen Si­cher­hei­ten bei Aus­fall der Ge­gen­par­tei je­der­zeit und oh­ne Ein­be­zug der Ge­gen­par­tei oder de­ren Zu­stim­mung er­lan­gen kön­nen.
c.
Sie dür­fen Si­cher­hei­ten, die ih­nen ver­pfän­det oder zu Ei­gen­tum über­tra­gen wur­den, we­der aus­lei­hen, wei­ter­ver­pfän­den, ver­kau­fen, neu an­le­gen noch im Rah­men ei­nes Pen­si­ons­ge­schäfts oder als De­ckung von Ver­pflich­tun­gen aus de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten ver­wen­den. Er­hal­te­ne Bar­si­cher­hei­ten (cash col­la­te­ral) dür­fen sie nur in der ent­spre­chen­den Wäh­rung als flüs­si­ge Mit­tel, in Staats­an­lei­hen von ho­her Qua­li­tät so­wie di­rekt oder in­di­rekt in Geld­mark­t­in­stru­men­te mit kur­z­er Lauf­zeit an­le­gen oder als Re­ver­se Re­po ver­wen­den.
d.
Neh­men sie für mehr als 30 Pro­zent des Fonds­ver­mö­gens Si­cher­hei­ten ent­ge­gen, so müs­sen sie si­cher­stel­len, dass die Li­qui­di­täts­ri­si­ken an­ge­mes­sen er­fasst und über­wacht wer­den kön­nen. Hier­zu sind re­gel­mäs­si­ge Stress­tests durch­zu­füh­ren, die so­wohl nor­ma­le als auch aus­ser­ge­wöhn­li­che Li­qui­di­täts­be­din­gun­gen be­rück­sich­ti­gen. Die ent­spre­chen­den Kon­trol­len sind zu do­ku­men­tie­ren.
e.
Sie müs­sen die Ri­si­ken, die mit der Ver­wal­tung der Si­cher­hei­ten zu­sam­men­hän­gen, im Rah­men des Risk­ma­na­ge­ments be­rück­sich­ti­gen.
f.
Sie müs­sen in der La­ge sein, all­fäl­li­ge nach Ver­wer­tung von Si­cher­hei­ten un­ge­deck­te An­sprü­che den­je­ni­gen Ef­fek­ten­fonds zu­zu­ord­nen, de­ren Ver­mö­gens­wer­te Ge­gen­stand der zu­grun­de lie­gen­den Ge­schäf­te wa­ren.

Art. 53 Sicherheitenstrategie  

1Die Fonds­lei­tung und die SI­CAV so­wie de­ren Be­auf­trag­te müs­sen über ei­ne Si­cher­hei­ten­stra­te­gie ver­fü­gen, die:

a.
an­ge­mes­se­ne Si­cher­heits­mar­gen vor­sieht;
b.
auf al­le als Si­cher­hei­ten ent­ge­gen­ge­nom­me­nen Ar­ten von Ver­mö­gens­wer­ten ab­ge­stimmt ist; und
c.
Ei­gen­schaf­ten der Si­cher­hei­ten wie Vo­la­ti­li­tät und Aus­fall­ri­si­ko des Emit­ten­ten be­rück­sich­tigt.

2Sie müs­sen die Si­cher­hei­ten­stra­te­gie do­ku­men­tie­ren.

Art. 54 Verwahrung der Sicherheiten  

1Die er­hal­te­nen Si­cher­hei­ten sind bei der De­pot­bank zu ver­wah­ren.

2Die Ver­wah­rung durch ei­ne be­auf­sich­tig­te Dritt­ver­wahr­stel­le im Auf­trag der Fonds­lei­tung ist zu­läs­sig, wenn:

a.
das Ei­gen­tum an den Si­cher­hei­ten nicht über­tra­gen wird; und
b.
die Dritt­ver­wahr­stel­le von der Ge­gen­par­tei un­ab­hän­gig ist.

3Für Si­cher­hei­ten, die ei­ner Ge­gen­par­tei, ei­ner von die­ser be­auf­trag­ten Ver­wahr­stel­le oder ei­ner zen­tra­len Ge­gen­par­tei ge­lie­fert wer­den, sorgt die De­pot­bank für die si­che­re und ver­trags­kon­for­me Ab­wick­lung.

Art. 55 Prospekt  

Der Pro­spekt des Ef­fek­ten­fonds muss an­ge­mes­se­ne In­for­ma­tio­nen zur Si­cher­hei­ten­stra­te­gie ent­hal­ten, ins­be­son­de­re An­ga­ben über:

a.
die zu­läs­si­gen Ar­ten von Si­cher­hei­ten;
b.
den er­for­der­li­chen Um­fang der Be­si­che­rung;
c.
die Fest­le­gung von Si­cher­heits­mar­gen;
d.
die An­la­ge­stra­te­gie und die Ri­si­ken für den Fall der Wie­der­an­la­ge von Bar­si­cher­hei­ten.

5. Abschnitt: Master-Feeder-Strukturen

Art. 56 Grundsatz  

Die An­le­ger ei­nes Mas­ter-Fonds sind grund­sätz­lich sei­ne Fee­der-Fonds. Üb­ri­ge An­le­ge­rin­nen und An­le­ger kön­nen auf­ge­nom­men wer­den, so­fern die Fonds­lei­tung oder SI­CAV die­se über die Tat­sa­che, dass sie in einen Mas­ter-Fonds in­ves­tie­ren, vor­gän­gig in­for­miert und si­cher­stellt, dass die Gleich­be­hand­lung der üb­ri­gen An­le­ge­rin­nen und An­le­ger ge­gen­über den Fee­der-Fonds ge­währ­leis­tet ist.

Art. 57 Anforderungen an die Dokumente eines Feeder-Fonds  

1Der Fonds­ver­trag oder das An­la­ge­re­gle­ment ei­nes Fee­der-Fonds oder ei­nes Fee­der-Teil­ver­mö­gens ent­hal­ten ne­ben den An­ga­ben nach den Ar­ti­keln 35a und 62b KKV1 ins­be­son­de­re fol­gen­de An­ga­ben:

a.
die An­ga­be, dass es sich um einen Fee­der-Fonds han­delt, der zu min­des­tens 85 Pro­zent in einen be­stimm­ten Mas­ter-Fonds an­legt;
b.
die Be­zeich­nung des Mas­ter-Fonds;
c.
das An­la­ge­ziel und die An­la­ge­po­li­tik des Mas­ter-Fonds;
d.
die Art, die Hö­he und die Be­rech­nung al­ler Ver­gü­tun­gen so­wie der Ne­ben­kos­ten, die aus der An­la­ge in den Mas­ter-Fonds ent­ste­hen und dem Fonds­ver­mö­gen oder den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern be­las­tet wer­den dür­fen;
e.
die In­for­ma­ti­on, dass der Fonds­ver­trag oder das An­la­ge­re­gle­ment, der Pro­spekt, die we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger so­wie der Jah­res- und Halb­jah­res­be­richt des Mas­ter-Fonds kos­ten­los be­zo­gen wer­den kön­nen;
f.
die In­for­ma­ti­on, dass der Fee­der-Fonds nach der Auf­lö­sung des Mas­ter-Fonds oder nach Ver­ei­ni­gung, Um­wand­lung oder Ver­mö­gens­über­tra­gung des Mas­ter-Fonds bis zur Ge­neh­mi­gung des Ge­suchs nach Ar­ti­kel 63 oder 64 wei­ter­be­ste­hen kann.

2Der Pro­spekt ei­nes Fee­der-Fonds ent­hält ne­ben den An­ga­ben ge­mä­ss Ar­ti­kel 106 KKV ins­be­son­de­re fol­gen­de An­ga­ben:

a.
die In­for­ma­ti­on, dass es sich um einen Fee­der-Fonds han­delt, der zu min­des­tens 85 Pro­zent in einen be­stimm­ten Mas­ter-Fonds an­legt;
b.
ei­ne Be­schrei­bung des Mas­ter-Fonds ein­sch­liess­lich der An­la­ge­stra­te­gie und des Ri­si­ko­pro­fils;
c.
ei­ne Zu­sam­men­fas­sung der wich­tigs­ten In­hal­te der ge­mä­ss den Ar­ti­keln 58, 61 und 62 ge­schlos­se­nen Ver­ein­ba­run­gen über die Zu­sam­men­ar­beit und die In­for­ma­ti­ons­pflich­ten;
d.
die Stel­le, bei der wei­te­re An­ga­ben zum Mas­ter-Fonds und zu den ab­ge­schlos­se­nen Ver­ein­ba­run­gen über die Zu­sam­men­ar­beit und die In­for­ma­ti­ons­pflich­ten kos­ten­los ein­ge­holt wer­den kön­nen.

3Der Jah­res­be­richt des Fee­der-Fonds be­zeich­net die Stel­le, bei wel­cher der Jah­res- und der Halb­jah­res­be­richt des Mas­ter-Fonds kos­ten­los be­zo­gen wer­den kann.

4Die Mar­ke­ting­do­ku­men­te und die we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger des Fee­der-Fonds ent­hal­ten den Hin­weis, dass es sich um einen Fee­der-Fonds han­delt, der zu min­des­tens 85 Pro­zent sei­nes Ver­mö­gens in einen be­stimm­ten Mas­ter-Fonds an­legt.


Art. 58 Gemeinsame Pflichten des Master- und des Feeder-Fonds beziehungsweise von deren Fondsleitungen  

1Der Mas­ter-Fonds stellt dem Fee­der-Fonds al­le Do­ku­men­te und In­for­ma­tio­nen zur Ver­fü­gung, die zur Er­fül­lung sei­ner Pflich­ten not­wen­dig sind. Da­zu schlies­sen sie ei­ne Ver­ein­ba­rung über die Zu­sam­men­ar­beit und über die In­for­ma­ti­ons­pflich­ten ab.

2Die Ver­ein­ba­rung über die Zu­sam­men­ar­beit und die In­for­ma­ti­ons­pflich­ten re­gelt min­des­tens fol­gen­de Punk­te:

a.
die Grund­sät­ze zur Über­mitt­lung der mass­ge­ben­den Do­ku­men­te und wei­te­rer In­for­ma­tio­nen durch den Mas­ter-Fonds an den Fee­der-Fonds;
b.
die In­for­ma­ti­ons­pflicht des Mas­ter-Fonds ge­gen­über dem Fee­der-Fonds über die De­le­ga­ti­on von Auf­ga­ben an Drit­te;
c.
die zu mel­den­den Ver­stös­se ge­gen ge­setz­li­che und ver­trag­li­che Vor­schrif­ten des Mas­ter-Fonds an den Fee­der-Fonds so­wie Form und Zeit­punkt die­ser Mel­dun­gen;
d.
die Pflicht zur Mel­dung des Ge­sam­ten­ga­ge­ments aus de­ri­va­ti­ven Fi­nan­z­in­stru­men­ten des Mas­ter-Fonds an den Fee­der-Fonds;
e.
die In­for­ma­ti­ons­pflicht des Mas­ter-Fonds ge­gen­über dem Fee­der-Fonds, falls er wei­te­re Ver­ein­ba­run­gen über den In­for­ma­ti­ons­aus­tausch mit Drit­ten ab­sch­liesst;
f.
die An­la­gemög­lich­kei­ten des Fee­der-Fonds in den Mas­ter-Fonds so­wie die An­ga­ben zu den Kos­ten und Auf­wen­dun­gen, die vom Fee­der-Fonds zu tra­gen sind;
g.
die Grund­la­gen und Mo­da­li­tä­ten zur Um­set­zung der Mass­nah­men ge­mä­ss Ab­satz 4;
h.
die Mo­da­li­tä­ten zur Mel­dung des Auf­schubs der Aus­ga­ben und Rück­nah­men so­wie die Vor­keh­run­gen für die Mel­dung von Feh­lern bei der Preis­fest­set­zung des Mas­ter-Fonds;
i.
die Grund­sät­ze zur Ab­stim­mung der Prüf­be­rich­te des Mas­ter- und Fee­der-Fonds.

3Wer­den Mas­ter- und Fee­der-Fonds von der­sel­ben Fonds­lei­tung oder SI­CAV ver­wal­tet, so kann die Ver­ein­ba­rung über die Zu­sam­men­ar­beit und die In­for­ma­ti­ons­pflich­ten durch in­ter­ne Re­ge­lun­gen er­setzt wer­den. Die­se ha­ben Mass­nah­men zur Ver­hin­de­rung von In­ter­es­sen­kon­flik­ten zu ent­hal­ten. Im Üb­ri­gen ha­ben die in­ter­nen Re­ge­lun­gen die An­for­de­run­gen von Ab­satz 2 Buch­sta­ben f–i zu er­fül­len.

4Der Mas­ter- und der Fee­der-Fonds tref­fen Mass­nah­men zur Ab­stim­mung der Zeit­plä­ne für die Be­rech­nung und die Pu­bli­ka­ti­on des Net­to­in­ven­tar­werts, um Mar­ket­ti­ming und Ar­bi­tra­gemög­lich­kei­ten zu ver­hin­dern.

Art. 59 Pflichten des Master-Fonds beziehungsweise von dessen Fondsleitung  

1Der Mas­ter-Fonds in­for­miert die FIN­MA un­ver­züg­lich über die Iden­ti­tät je­des Fee­der-Fonds, der An­la­gen in sei­ne An­tei­le tä­tigt.

2Er er­hebt beim Fee­der-Fonds für die An­la­ge in sei­ne An­tei­le kei­ne Aus­ga­be- und Rück­nah­me­kom­mis­si­on.

3Er stellt si­cher, dass al­le ge­setz­lich oder ver­trag­lich not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen dem Fee­der-Fonds, des­sen De­pot­bank und Prüf­ge­sell­schaft so­wie der FIN­MA recht­zei­tig zur Ver­fü­gung ge­stellt wer­den. Da­bei hält er sei­ne ge­setz­li­chen und ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen be­tref­fend die Of­fen­le­gung von Da­ten und den Da­ten­schutz ein.

Art. 60 Pflichten des Feeder-Fonds beziehungsweise von dessen Fondsleitung  

1Der Fee­der-Fonds teilt sei­ner De­pot­bank al­le not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen be­tref­fend den Mas­ter-Fonds mit, wel­che die­se zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­be be­nö­tigt.

2Er ver­folgt wirk­sam die Tä­tig­keit des Mas­ter-Fonds.

3Er be­rück­sich­tigt bei der Be­rech­nung sei­nes Ge­sam­ten­ga­ge­ments ge­mä­ss Ar­ti­kel 72 Ab­satz 3 KKV1 das Ge­sam­ten­ga­ge­ment des Mas­ter-Fonds im Ver­hält­nis zu den An­la­gen des Fee­der-Fonds in den Mas­ter-Fonds.

4Er­hält der Fee­der-Fonds, sei­ne Fonds­lei­tung oder ei­ne an­de­re Per­son, die im Na­men des Fee­der-Fonds oder von des­sen Fonds­lei­tung han­delt, im Zu­sam­men­hang mit der An­la­ge in An­tei­le des Mas­ter-Fonds einen geld­wer­ten Vor­teil, so ist die­ser dem Ver­mö­gen des Fee­der-Fonds gut­zu­schrei­ben.


Art. 61 Pflichten der Depotbank  

1Stellt die De­pot­bank des Mas­ter-Fonds bei die­sem Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten fest und kön­nen die­se ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf den Fee­der-Fonds ha­ben, so un­ter­rich­tet sie ih­re Prüf­ge­sell­schaft so­wie den Fee­der-Fonds be­zie­hungs­wei­se des­sen Fonds­lei­tung und des­sen De­pot­bank dar­über. Dar­un­ter fal­len un­ter an­de­rem fol­gen­de Er­eig­nis­se:

a.
Feh­ler bei der Be­rech­nung des Net­to­in­ven­tar­werts des Mas­ter-Fonds;
b.
Feh­ler bei Trans­ak­tio­nen, bei der Ab­wick­lung von Käu­fen und Ver­käu­fen oder von Auf­trä­gen zur Aus­ga­be oder Rück­nah­me von An­tei­len des Mas­ter-Fonds durch den Fee­der-Fonds;
c.
Feh­ler bei der Aus­schüt­tung oder The­sau­rie­rung von Er­trä­gen aus dem Mas­ter-Fonds;
d.
Ver­stös­se ge­gen ge­setz­li­che Be­stim­mun­gen so­wie in den Fonds­ver­trä­gen oder An­la­ge­re­gle­men­ten, dem Pro­spekt oder den we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen für die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger be­schrie­be­ne An­la­ge­zie­le, -gren­zen, -po­li­tik oder -stra­te­gie des Mas­ter-Fonds.

2Ha­ben der Mas­ter-Fonds und der Fee­der-Fonds un­ter­schied­li­che De­pot­ban­ken, so schlies­sen die­se, mit Zu­stim­mung des Mas­ter- und des Fee­der-Fonds, zur Si­cher­stel­lung ih­rer Pflich­ten ei­ne Ver­ein­ba­rung über die Zu­sam­men­ar­beit und die In­for­ma­ti­ons­pflich­ten. Die­se ent­hält min­des­tens fol­gen­de Punk­te:

a.
die Be­schrei­bung der Un­ter­la­gen und Ka­te­go­ri­en von In­for­ma­tio­nen, die die bei­den De­pot­ban­ken re­gel­mäs­sig aus­tau­schen, ein­sch­liess­lich der Über­mitt­lungs­mo­da­li­tä­ten und -fris­ten;
b.
die Grund­sät­ze be­tref­fend die Ab­wick­lung ope­ra­tio­nel­ler Fra­gen, ein­sch­liess­lich der Be­rech­nung des Net­to­in­ven­tar­werts, Schutz vor Mar­ket­ti­ming so­wie die Be­ar­bei­tung der Auf­trä­ge des Fee­der-Fonds;
c.
Mo­da­li­tä­ten zur Mit­tei­lung von Ver­stös­sen des Mas­ter-Fonds ge­gen ge­setz­li­che und ver­trag­li­che Be­stim­mun­gen;
d.
wei­te­re Punk­te, die für die Zu­sam­men­ar­beit der De­pot­ban­ken not­wen­dig sind.

3Die De­pot­ban­ken hal­ten im Rah­men des Aus­tauschs von Da­ten ih­re ge­setz­li­chen und ver­trag­li­chen Ver­pflich­tun­gen be­tref­fend die Of­fen­le­gung von Da­ten und den Da­ten­schutz ein.

Art. 62 Pflichten der Prüfgesellschaft  

1Die Prüf­ge­sell­schaft be­rück­sich­tigt in ih­rem Kurz­be­richt des Fee­der-Fonds den Kurz­be­richt des Mas­ter-Fonds. Ha­ben der Mas­ter- und der Fee­der-Fonds un­ter­schied­li­che Rech­nungs­jah­re, so er­stellt der Mas­ter-Fonds auf den Ab­schlus­s­ter­min des Fee­der-Fonds einen Zwi­schen­ab­schluss. Die Prüf­ge­sell­schaft er­stellt für den Mas­ter-Fonds ge­stützt dar­auf einen Ad-hoc-Kurz­be­richt auf den Ab­schlus­s­ter­min des Fee­der-Fonds.

2Sie nennt im Kurz­be­richt des Fee­der-Fonds jeg­li­che im Kurz­be­richt des Mas­ter-Fonds ent­hal­te­nen Ab­wei­chun­gen vom Stan­dard­wort­laut und an­de­ren we­sent­li­chen In­for­ma­tio­nen so­wie de­ren Ein­fluss auf den Fee­der-Fonds.

3Ha­ben Mas­ter- und Fee­der-Fonds un­ter­schied­li­che Prüf­ge­sell­schaf­ten, so schlies­sen die­se zur Si­cher­stel­lung ih­rer Pflich­ten ei­ne Ver­ein­ba­rung über die Zu­sam­men­ar­beit und die In­for­ma­ti­ons­pflich­ten ab. Die­se ent­hält min­des­tens:

a.
die Be­schrei­bung der Un­ter­la­gen und Ka­te­go­ri­en von In­for­ma­tio­nen, die die bei­den Prüf­ge­sell­schaf­ten re­gel­mäs­sig aus­tau­schen, ein­sch­liess­lich der Über­mitt­lungs­mo­da­li­tä­ten und -fris­ten;
b.
die Ko­or­di­nie­rung der Rol­le der Prüf­ge­sell­schaf­ten in den Ver­fah­ren zur Er­stel­lung der Jah­res­ab­schlüs­se des Mas­ter- und des Fee­der-Fonds;
c.
die An­ga­be der In­for­ma­tio­nen, die im Prüf­be­richt des Mas­ter-Fonds ge­mä­ss Ab­satz 2 ge­nannt wer­den müs­sen;
d.
wei­te­re Mo­da­li­tä­ten zur Re­ge­lung der Zu­sam­men­ar­beit der Prüf­ge­sell­schaf­ten und der Er­stel­lung und Über­mitt­lung der Kurz­be­rich­te und der Ad-hoc-Be­rich­te.
Art. 63 Auflösung des Master-Fonds  

1Nach Be­kannt­ga­be der Auf­lö­sung des Mas­ter-Fonds schiebt der Fee­der-Fonds die Rück­zah­lun­gen un­ver­züg­lich auf. Er reicht in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach der Be­kannt­ga­be der Auf­lö­sung des Mas­ter-Fonds der FIN­MA die Mel­dung be­zie­hungs­wei­se das Ge­such ein zur:

a.
Auf­lö­sung des Fee­der-Fonds;
b.
Än­de­rung des Fonds­ver­trags oder des An­la­ge­re­gle­ments auf­grund des Wech­sels des Mas­ter-Fonds; oder
c.
Än­de­rung des Fonds­ver­trags oder des An­la­ge­re­gle­ments auf­grund der Um­wand­lung in einen Nicht-Fee­der-Fonds.

2Der Li­qui­da­ti­ons­er­lös des Mas­ter-Fonds darf nur vor der Ge­neh­mi­gung der Ge­su­che ge­mä­ss Ab­satz 1 Buch­sta­ben b und c aus­be­zahlt wer­den, wenn die­ser bis zum Zeit­punkt der Ge­neh­mi­gung aus­sch­liess­lich zum Zweck ei­nes ef­fi­zi­en­ten Li­qui­di­täts­ma­na­ge­ments neu an­ge­legt wird.

Art. 64 Vereinigung, Umwandlung und Vermögensübertragung  

1Be­schliesst der Mas­ter-Fonds die Ver­ei­ni­gung, die Um­wand­lung oder ei­ne Ver­mö­gens­über­tra­gung, so hat der Fee­der-Fonds in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach der Be­kannt­ga­be durch den Mas­ter-Fonds der FIN­MA zu mel­den, ob er:

a.
sich auf­löst;
b.
den­sel­ben Mas­ter-Fonds bei­be­hal­ten will;
c.
zu ei­nem an­de­ren Mas­ter-Fonds wech­selt; oder
d.
sich in einen Nicht-Fee­der-Fonds um­wan­delt.

2Gleich­zei­tig mit der Mel­dung reicht der Fee­der-Fonds der FIN­MA ein all­fäl­lig not­wen­di­ges Ge­such um Ge­neh­mi­gung der Än­de­run­gen des Fonds­ver­trags oder des An­la­ge­re­gle­ments ein.

3Er­folgt die Ver­ei­ni­gung, die Um­wand­lung oder die Ver­mö­gens­über­tra­gung des Mas­ter-Fonds vor der Ge­neh­mi­gung des Ge­suchs nach Ab­satz 1 Buch­sta­ben c und d, so kann der Fee­der-Fonds die An­tei­le am Mas­ter-Fonds nur zu­rück­ge­ben, wenn der da­für er­hal­te­ne Er­lös bis zum In­kraft­tre­ten der Än­de­run­gen aus­sch­liess­lich zum Zwe­cke ei­nes ef­fi­zi­en­ten Li­qui­di­täts­ma­na­ge­ments neu an­ge­legt wird.

2. Kapitel: Übrige Fonds

Art. 65  

1Die Vor­schrif­ten für Ef­fek­ten­fonds be­züg­lich Ef­fek­ten­lei­he (Art. 1–9), Pen­si­ons­ge­schäft (Art. 10–22), De­ri­va­te (Art. 23–49), Si­cher­hei­ten­ver­wal­tung (Art. 50–55) und Mas­ter-Fee­der-Struk­tu­ren (Art. 56–64) gel­ten für üb­ri­ge Fonds sinn­ge­mä­ss.

2Vor­be­hal­ten blei­ben die Ar­ti­kel 100 und 101 KKV1.

3Die FIN­MA kann Ab­wei­chun­gen von die­sen Vor­schrif­ten zu­las­sen (Art. 101 KKV).


2. Titel: Institute

1. Kapitel: Pflichten für Vertreter ausländischer kollektiver Kapitalanlagen

Art. 66 Publikationspflichten  

1Der Ver­tre­ter aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen ver­öf­fent­licht Aus­ga­be- und Rück­nah­me­prei­se und ge­ge­be­nen­falls den In­ven­tar­wert mit dem Hin­weis «ex­klu­si­ve Kom­mis­sio­nen» zu­sam­men in den im Pro­spekt ge­nann­ten Pu­bli­ka­ti­ons­or­ga­nen, und zwar bei je­der Aus­ga­be und Rück­nah­me von An­tei­len, min­des­tens aber zwei­mal im Mo­nat.

2Für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, bei de­nen das Recht auf je­der­zei­ti­ge Rück­ga­be im Sin­ne von Ar­ti­kel 109 Ab­satz 3 der KKV1 ein­ge­schränkt wur­de, muss die Ver­öf­fent­li­chung nach Ab­satz 1 min­des­tens ein­mal pro Mo­nat er­fol­gen. Die Wo­chen und Wo­chen­ta­ge, an de­nen die Ver­öf­fent­li­chun­gen statt­fin­den, sind im Pro­spekt an­zu­ge­ben.

3Die Mit­tei­lung über die Än­de­run­gen an den Do­ku­men­ten, die im Hei­mat­staat der aus­län­di­schen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge an die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger geht, muss gleich­zei­tig auch in der Schweiz ver­öf­fent­licht wer­den.


Art. 66a Meldepflichten  

1Der Ver­tre­ter aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen hat der FIN­MA ins­be­son­de­re un­ver­züg­lich Mel­dung zu er­stat­ten, wenn:

a.
kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen oder Teil­ver­mö­gen zu­sam­men­ge­legt oder li­qui­diert wer­den oder de­ren Rechts­form ge­än­dert wird;
b.
ei­ne kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge oder ein Teil­ver­mö­gen nicht lan­ciert oder das An­ge­bot in der Schweiz nicht auf­ge­nom­men oder ein­ge­stellt wur­de;
c.
die Rück­zah­lung der An­tei­le an ei­ner von ihm ver­tre­te­nen aus­län­di­schen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge auf­ge­scho­ben wird oder wenn die Ver­wal­tungs­ge­sell­schaft die an­tei­li­ge Kür­zung von Rück­nah­mean­trä­gen (Ga­ting) be­schlos­sen hat;
d.
ei­ne aus­län­di­sche Auf­sichts­be­hör­de Mass­nah­men ge­gen die kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge er­grif­fen hat, na­ment­lich wenn sie ihr die Ge­neh­mi­gung ent­zo­gen hat.

2Bei ei­nem Zahl­stel­len­wech­sel so­wie bei der Auf­lö­sung von Ver­tre­tungs­ver­trä­gen ist vor­gän­gig die Ge­neh­mi­gung der FIN­MA zur Be­en­di­gung des Man­da­tes ein­zu­ho­len (Art. 120 Abs. 2bis KAG).

Art. 66b Meldepflicht bei Kündigung oder Änderung der Berufshaftpflichtversicherung  

Ver­tre­ter aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen müs­sen die Kün­di­gung oder die Än­de­rung der Be­rufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung der FIN­MA um­ge­hend mel­den.

2. Kapitel: Riskmanagement und Risikokontrolle

Art. 67  

Für das Ri­si­ko­ma­na­ge­ment und die Ri­si­ko­kon­trol­le gel­ten für die SI­CAV die Ar­ti­kel 8–14 der Fi­nan­z­in­sti­tuts­ver­ord­nung-FIN­MA vom 4. No­vem­ber 20202 sinn­ge­mä­ss.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).
2 SR 954.111

Art. 6871  

1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).

3. Kapitel: SICAV

Art. 72  

Die selbst­ver­wal­te­te SI­CAV stellt si­cher, dass die Be­wer­tung der An­la­gen funk­tio­nal und per­so­nell von der Funk­ti­on der An­la­ge­ent­schei­de (Port­fo­lio­ma­na­ge­ment) ge­trennt ist.

4. Kapitel: ...

Art. 7376  

1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).

5. Kapitel: Depotbank

Art. 77 Organisation  

1Die De­pot­bank stellt ei­ne räum­li­che, per­so­nel­le und funk­tio­na­le Un­ab­hän­gig­keit ge­gen­über der Fonds­lei­tung oder der SI­CAV si­cher.

2Bei der De­le­ga­ti­on von Auf­ga­ben durch die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV an die De­pot­bank ist si­cher­zu­stel­len, dass kei­ne In­ter­es­sen­kon­flik­te ent­ste­hen. Da­bei ist die ge­gen­sei­ti­ge Wei­sungs­u­n­ab­hän­gig­keit zwi­schen der de­le­gie­ren­den Fonds­lei­tung oder SI­CAV be­zie­hungs­wei­se ih­ren Be­auf­trag­ten und den mit den Auf­ga­ben der De­pot­bank ge­mä­ss Ar­ti­kel 73 KAG be­trau­ten Per­so­nen si­cher­zu­stel­len. Las­sen sich In­ter­es­sen­kon­flik­te nicht ver­mei­den, so sind die­se den An­le­ge­rin­nen und An­le­gern ge­gen­über of­fen­zu­le­gen.

3Die mit den Auf­ga­ben der De­pot­bank ge­mä­ss Ar­ti­kel 73 KAG be­trau­ten Per­so­nen dür­fen nicht gleich­zei­tig von der Fonds­lei­tung oder SI­CAV de­le­gier­te Auf­ga­ben wahr­neh­men.

Art. 78 Kontrollfunktion  

1Zur Wahr­neh­mung ih­rer Kon­trol­l­auf­ga­ben ge­mä­ss Ar­ti­kel 73 Ab­satz 3 Buch­sta­ben a und b KAG be­wer­tet die De­pot­bank die Ri­si­ken im Zu­sam­men­hang mit Art, Um­fang und Kom­ple­xi­tät der Stra­te­gie der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge, um Kon­troll­ver­fah­ren zu ent­wi­ckeln, die der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge und den Ver­mö­gens­wer­ten, in die sie an­legt, an­ge­mes­sen sind.

2Die De­pot­bank er­lässt ent­spre­chend an­ge­mes­se­ne in­ter­ne Richt­li­ni­en und legt dar­in min­des­tens fest:

a.
wie sie ih­re Kon­troll­funk­ti­on or­ga­ni­siert, ins­be­son­de­re wel­che Rol­len es gibt und wer wo­für zu­stän­dig ist;
b.
nach wel­chem Kon­troll­ver­fah­ren die Kon­trol­len, ein­sch­liess­lich der Kon­trol­len bei der Über­tra­gung der Ver­wah­rung an Dritt- und Sam­mel­ver­wah­rer im Sin­ne von Ar­ti­kel 105a KKV1, durch­ge­führt wer­den sol­len;
c.
den Kon­troll­plan und die Kon­troll­pro­zes­se, ins­be­son­de­re die Me­tho­den, die Da­ten­grund­la­gen und die Pe­ri­odi­zi­tät der Kon­trol­len;
d.
die Es­ka­la­ti­ons­pro­zes­se, die bei Fest­stel­lung von Un­re­gel­mäs­sig­kei­ten aus­ge­löst wer­den, ins­be­son­de­re Ver­fah­rens­schrit­te, Fris­ten, Kon­takt­auf­nah­me mit Fonds­lei­tung oder SI­CAV und wei­te­ren re­le­van­ten Par­tei­en, Vor­ge­hen zur De­fi­ni­ti­on von Mass­nah­men und In­for­ma­ti­ons­pflich­ten;
e.
die Be­richt­er­stat­tung der De­pot­bank über ih­re Kon­troll­tä­tig­keit an die Or­ga­ne, ins­be­son­de­re de­ren Häu­fig­keit, Form und In­halt so­wie al­len­falls wei­te­re Adres­sa­ten.

3Die De­pot­bank be­sitzt ge­gen­über der Fonds­lei­tung das Recht und die Pflicht zum Ein­schrei­ten ge­gen­über un­zu­läs­si­gen An­la­gen. Er­hält sie im Rah­men ih­rer Kon­troll­funk­ti­on Kennt­nis von sol­chen An­la­gen, stellt sie den recht­mäs­si­gen Zu­stand wie­der her, in­dem sie bei­spiels­wei­se die Rück­ab­wick­lung der An­la­gen ver­an­lasst.


3. Titel: Buchführung, Bewertung, Rechenschaftsablage und Publikationspflicht

1. Kapitel: Buchführung und Rechnungslegung

1. Abschnitt: Gemeinsame Bestimmungen

Art. 79 Grundsätze  

(Art. 87 und 91 KAG)

1So­weit das KAG und die­se Ver­ord­nung nichts an­de­res vor­se­hen, gel­ten für die Buch­füh­rung und Rech­nungs­le­gung ge­mä­ss Ar­ti­kel 87 KAG die Be­stim­mun­gen des Ob­li­ga­tio­nen­rechts1 (OR).

2Die Buch­füh­rung ist auf die ge­setz­li­chen An­for­de­run­gen an die Jah­res- und Halb­jah­res­be­rich­te (Art. 89 ff. KAG) aus­zu­rich­ten und so vor­zu­neh­men, dass die Re­chen­schafts­ab­la­ge ein den tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­sen ent­spre­chen­des Bild der Ver­mö­gens­la­ge und des Er­folgs ver­mit­telt.

3Die Trans­ak­tio­nen sind ein­sch­liess­lich der Aus­ser­bi­lanz­ge­schäf­te so­fort nach Ver­trags­ab­schluss zu er­fas­sen. Die Bi­lan­zie­rung für ab­ge­schlos­se­ne, aber noch nicht er­füll­te Trans­ak­tio­nen er­folgt nach dem Ab­schluss­tag­prin­zip.

4Die Buch­hal­tung hat den steu­er­recht­li­chen Er­for­der­nis­sen Rech­nung zu tra­gen.


1 SR 220

Art. 80 Rechnungseinheit  

(Art. 26 Abs. 3 und 108 KAG so­wie 35a Abs. 1 Bst. o KKV1)

1Ei­ne frem­de Wäh­rung kann als Rech­nungs­ein­heit be­zeich­net wer­den für:

a.
den An­la­ge­fonds oder für des­sen Teil­ver­mö­gen: im Fonds­re­gle­ment;
b.
die Teil­ver­mö­gen der SI­CAV: im An­la­ge­re­gle­ment;
c.
die Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen: im Ge­sell­schafts­ver­trag.

2Die SI­CAV legt zu­dem in ih­rem An­la­ge­re­gle­ment die für die Ge­samt­rech­nung (Art. 98) mass­ge­ben­de Wäh­rung als Rech­nungs­ein­heit und das Um­rech­nungs­ver­fah­ren fest.

3Wird für die Rech­nungs­le­gung ei­ne frem­de Wäh­rung ver­wen­det, so müs­sen die Wer­te nicht zu­sätz­lich in der Lan­des­wäh­rung an­ge­ge­ben wer­den.


2. Abschnitt: Offene kollektive Kapitalanlagen

Art. 81 Teilvermögen und Anteilsklassen  

(Art. 92–94 KAG und 112 KKV1)2

1Bei kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit Teil­ver­mö­gen sind die Be­stim­mun­gen die­ses Ti­tels je Teil­ver­mö­gen ein­zu­hal­ten.

2Die Teil­ver­mö­gen sind in den Jah­res- und Halb­jah­res­be­rich­ten ein­zeln dar­zu­stel­len.

3Das Rech­nungs­jahr ist für Teil­ver­mö­gen auf das glei­che Da­tum ab­zu­sch­lies­sen.

4Bei An­teils­klas­sen ist der Net­to­in­ven­tar­wert je Klas­se aus­zu­wei­sen.


1 SR 951.311
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).

Art. 82 Anteil- und Anteilscheinkontrolle  

(Art. 11 und 73 Abs. 1 KAG)

1Die De­pot­bank zeich­net die Aus­ga­be und die Rück­nah­me der An­tei­le in­klu­si­ve Frak­tio­nen fort­lau­fend auf. Da­bei er­fasst sie fol­gen­de An­ga­ben:

a.
das Da­tum der Aus­ga­be oder der Rück­nah­me;
b.
die An­zahl der aus­ge­ge­be­nen oder der zu­rück­ge­nom­me­nen An­tei­le;
c.
die Brut­to­ein­zah­lung der An­le­ge­rin oder des An­le­gers oder die Net­to­aus­zah­lung an die An­le­ge­rin oder den An­le­ger;
d.
die Ver­gü­tun­gen und Ne­ben­kos­ten bei der Aus­ga­be oder der Rück­nah­me;
e.
den der Ka­pi­tal­an­la­ge zu­flies­sen­den oder be­las­te­ten Be­trag;
f.
den Net­to­in­ven­tar­wert des An­teils.

2Lau­ten die An­tei­le auf den Na­men, so ist zu­sätz­lich die Iden­ti­tät der An­le­ge­rin oder des An­le­gers se­pa­rat auf­zu­zeich­nen.

3Die De­pot­bank zeich­net die Aus­ga­be und Rück­nah­me von An­teil­schei­nen se­pa­rat auf.

Art. 83 Immobilienfonds  

(Art. 59 Abs. 1 Bst. b und 83 KAG so­wie 86 Abs. 3 Bst. b und 93 KKV1)

1Der Im­mo­bi­li­en­fonds und die zu ihm ge­hö­ren­den Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten ha­ben ih­re Rech­nung auf den glei­chen Tag ab­zu­sch­lies­sen. Die FIN­MA kann Aus­nah­men be­wil­li­gen, so­fern die Er­stel­lung ei­ner kon­so­li­dier­ten Rech­nung si­cher­ge­stellt ist.

2Für die Be­rech­nung des Net­to­in­ven­tar­werts sind die bei ei­ner all­fäl­li­gen Li­qui­da­ti­on des Im­mo­bi­li­en­fonds an­fal­len­den Steu­ern, na­ment­lich die Er­trags-, die Grund­stück­ge­winn- und ge­ge­be­nen­falls die Hand­än­de­rungs­steu­ern zu be­rück­sich­ti­gen.

3Ab­schrei­bun­gen auf Bau­ten und Zu­ge­hör zu­las­ten der Er­folgs­rech­nung sind im be­triebs­wirt­schaft­lich an­ge­mes­se­nen Rah­men zu­läs­sig.


2. Kapitel: Bewertung

1. Abschnitt: Gemeinsame Bestimmungen

Art. 84 Anlagen  

(Art. 88 und 89 Abs. 2 KAG)

1Die Be­wer­tung der An­la­gen wird zu Ver­kehrs­wer­ten (Art. 88 KAG) vor­ge­nom­men.

2Im An­hang der Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se der Bi­lanz und der Er­folgs­rech­nung (Art. 94 und 95) sind die An­la­gen sum­ma­risch in ei­ner Ta­bel­le nach fol­gen­den drei Be­wer­tungs­ka­te­go­ri­en auf­ge­teilt dar­zu­stel­len:

a.
An­la­gen, die an ei­ner Bör­se ko­tiert oder an ei­nem an­de­ren ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den: be­wer­tet zu den Kur­sen, die am Haupt­markt be­zahlt wer­den (Art. 88 Abs. 1 KAG);
b.
An­la­gen, für die kei­ne Kur­se ge­mä­ss Buch­sta­be a ver­füg­bar sind: be­wer­tet auf­grund von am Markt be­ob­acht­ba­ren Pa­ra­me­tern;
c.
An­la­gen, die auf­grund von am Markt nicht be­ob­acht­ba­ren Pa­ra­me­tern mit ge­eig­ne­ten Be­wer­tungs­mo­del­len un­ter Be­rück­sich­ti­gung der ak­tu­el­len Markt­ge­ge­ben­hei­ten be­wer­tet wer­den.
Art. 85 Private Equity  

(Art. 88 Abs. 2 und 108 KAG)

1Die Be­wer­tung von Pri­va­te-Equi­ty-An­la­gen ist nach an­er­kann­ten in­ter­na­tio­na­len Stan­dards vor­zu­neh­men, so­weit sie in die­ser Ver­ord­nung nicht ge­re­gelt wird.

2Die an­ge­wen­de­ten Stan­dards sind im Pro­spekt oder im Re­gle­ment aus­führ­lich zu um­schrei­ben.

Art. 86 Immobilienfonds  

(Art. 88 und 90 KAG)

Bau­land und an­ge­fan­ge­ne Bau­ten sind in der Ver­mö­gens­rech­nung zu Ver­kehrs­wer­ten auf­zu­füh­ren. Die Fonds­lei­tung oder die SI­CAV lässt die an­ge­fan­ge­nen Bau­ten, wel­che zu Ver­kehrs­wer­ten auf­ge­führt wer­den, auf den Ab­schluss des Rech­nungs­jah­res schät­zen.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).

2. Abschnitt: Offene kollektive Kapitalanlagen

Art. 87  

1Das ma­te­ri­el­le und im­ma­te­ri­el­le An­la­ge­ver­mö­gen der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre ei­ner SI­CAV ist zu An­schaf­fungs- be­zie­hungs­wei­se Her­stel­lungs­kos­ten un­ter Ab­zug der be­triebs­not­wen­di­gen Ab­schrei­bun­gen zu be­wer­ten.

2Die Be­wer­tungs­grund­sät­ze für das ma­te­ri­el­le und im­ma­te­ri­el­le An­la­ge­ver­mö­gen sind un­ter den wei­te­ren In­for­ma­tio­nen of­fen­zu­le­gen. Wer­den sie ge­än­dert, so sind zu­sätz­lich an­ge­pass­te Da­ten zu In­for­ma­ti­ons­zwe­cken für das Vor­jahr aus­zu­wei­sen.

3Das üb­ri­ge Ver­mö­gen der SI­CAV wird ge­mä­ss den Ar­ti­keln 84–86 be­wer­tet.

3. Abschnitt: Geschlossene kollektive Kapitalanlagen

Art. 88 Kommanditgesellschaft für kollektive Kapitalanlagen  

(Art. 88 Abs. 2 und 108 KAG)

Für die Be­wer­tung gel­ten die Ar­ti­kel 84–87 sinn­ge­mä­ss.

Art. 89 Investmentgesellschaft mit festem Kapital (SICAF)  

(Art. 117 KAG)

1Die Be­wer­tung im Ein­zel­ab­schluss (Art. 109 Abs. 1) er­folgt nach den Be­stim­mun­gen der kauf­män­ni­schen Buch­füh­rung und Rech­nungs­le­gung. Zu­sätz­lich sind die Ver­kehrs­wer­te der An­la­gen zu In­for­ma­ti­ons­zwe­cken an­zu­ge­ben.

2Die Be­wer­tung im kon­so­li­dier­ten Ab­schluss (Art. 109 Abs. 2) ist nach an­er­kann­ten Stan­dards ge­mä­ss Ver­ord­nung vom 21. No­vem­ber 20121 über die an­er­kann­ten Stan­dards zur Rech­nungs­le­gung (VASR) vor­zu­neh­men.


3. Kapitel: Gemeinsame Bestimmungen zur Rechenschaftsablage

Art. 90 Private Equity  

(Art. 88 und 108 KAG)

1Die an­ge­wen­de­ten Be­wer­tungs­me­tho­den (Art. 85) sind im Jah­res- und Halb­jah­res­be­richt of­fen­zu­le­gen.

2Ist ei­ne An­la­ge un­ter ih­rem An­schaf­fungs­wert bi­lan­ziert, so ist die­ser of­fen­zu­le­gen.

3Bei kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen, die mehr als 10 Pro­zent ih­res Ver­mö­gens in Pri­va­te Equi­ty an­le­gen kön­nen, sind min­des­tens fol­gen­de An­ga­ben zu den ein­zel­nen nach Art und Ent­wick­lungs­pha­se zu glie­dern­den Pri­va­te-Equi­ty-An­la­gen zu ma­chen, so­fern de­ren An­teil 2 Pro­zent des Ver­mö­gens der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge über­steigt:

a.
Be­schrieb der An­la­ge (Fir­ma, Sitz, Zweck, Ka­pi­tal und Be­tei­li­gungs­quo­te);
b.
Be­schrieb der Ge­schäftstä­tig­keit und al­len­falls der Ent­wick­lungs­fort­schrit­te;
c.
An­ga­ben über die Ver­wal­tung und die Ge­schäfts­lei­tung;
d.
Ty­pi­sie­rung nach Ent­wick­lungs­pha­se wie «Seed», «Ear­ly Sta­ge», «Buy­out»;
e.
Um­fang ein­ge­gan­ge­ner Ver­pflich­tun­gen.
Art. 91 Tochtergesellschaften  

(Art. 90 Abs. 1 KAG und Art. 68 KKV1)

1Wer­den zur Um­set­zung der An­la­ge­po­li­tik Toch­ter­ge­sell­schaf­ten ein­ge­setzt, so ist bei der Re­chen­schafts­ab­la­ge, na­ment­lich in der Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se der Bi­lanz und der Er­folgs­rech­nung, im In­ven­tar und in Be­zug auf Käu­fe und Ver­käu­fe ei­ne trans­pa­ren­te wirt­schaft­li­che Be­trach­tung an­zu­wen­den.

2Die Ge­sell­schaf­ten sind nach ei­nem an­er­kann­ten Stan­dard ge­mä­ss der VASR2 zu kon­so­li­die­ren. Zu die­sem Zweck ist de­ren Buch­füh­rung auf die Kon­so­li­die­rung aus­zu­rich­ten.


4. Kapitel: Rechenschaftsablage bei offenen kollektiven Kapitalanlagen

1. Abschnitt: Jahresrechnung

Art. 92 SICAV  

(Art. 36 Abs. 1 Bst. b KAG so­wie 68, 70, 86 und 99 KKV1)

1Die Jah­res­rech­nung der SI­CAV be­steht aus der Jah­res­rech­nung der ein­zel­nen Teil­ver­mö­gen der An­le­gerak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre so­wie aus der Jah­res­rech­nung des Teil­ver­mö­gens der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre und der Ge­samt­rech­nung der SI­CAV.

2Die Jah­res­rech­nung weist für die Teil­ver­mö­gen der An­le­gerak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre die zu­läs­si­gen An­la­gen im Sin­ne der Ar­ti­kel 70, 86 und 99 KKV aus.

3Für das Teil­ver­mö­gen der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre weist die Jah­res­rech­nung Fol­gen­des aus:

a.
die zu­läs­si­gen An­la­gen im Sin­ne von Ab­satz 2 so­wie das be­weg­li­che, un­be­weg­li­che und im­ma­te­ri­el­le Ver­mö­gen, das für die un­mit­tel­ba­re Aus­übung der be­trieb­li­chen Tä­tig­keit der SI­CAV un­er­läss­lich ist;
b.
die zu­läs­si­gen Ver­bind­lich­kei­ten.

4Zu­läs­sig sind Ver­bind­lich­kei­ten, die kurz­fris­tig oder hy­po­the­ka­risch si­cher­ge­stellt sind und im Zu­sam­men­hang mit der un­mit­tel­ba­ren Aus­übung der be­trieb­li­chen Tä­tig­keit der SI­CAV ein­ge­gan­gen wer­den.

5Die Jah­res­rech­nun­gen ei­nes oder meh­re­rer aus­ge­wähl­ter Teil­ver­mö­gen für An­le­gerak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre dür­fen nur zu­sam­men mit der Ge­samt­rech­nung der SI­CAV ver­öf­fent­licht wer­den.

6Die Jah­res­rech­nung ist Teil des Jah­res­be­richts, der den Ge­schäfts­be­richt nach OR2 er­setzt. Ein La­ge­be­richt und ei­ne Geld­fluss­rech­nung sind nicht zu er­stel­len.


1 SR 951.311
2 SR 220

Art. 93 Mindestgliederung der Vermögensrechnung beziehungsweise der Bilanz und der Erfolgsrechnung für Anlagefonds und SICAV  

(Art. 91 KAG)

Für den An­la­ge­fonds und die Teil­ver­mö­gen der An­le­gerak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre sind die Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se die Bi­lanz und die Er­folgs­rech­nung im Jah­res- und im Halb­jah­res­be­richt in der Min­dest­glie­de­rung nach den Ar­ti­keln 94–98 zu ver­öf­fent­li­chen.

Art. 94 Effektenfonds  

(Art. 53–57 und 89 KAG so­wie 70–85 KKV1)

Die Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se die Bi­lanz und die Er­folgs­rech­nung von Ef­fek­ten­fonds wei­sen die Min­dest­glie­de­rung nach An­hang 2 auf.


Art. 95 Immobilienfonds  

(Art. 58–67 und 89 KAG so­wie 86–98 KKV1)

Die Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se die Bi­lanz und die Er­folgs­rech­nung ei­nes Im­mo­bi­li­en­fonds wei­sen die Min­dest­glie­de­rung nach An­hang 3 auf.


Art. 96 Übrige Fonds  

(Art. 68–71 und 89 KAG so­wie 99–102 KKV1)

Die Min­dest­glie­de­rungs­vor­schrif­ten für Ef­fek­ten­fonds (Art. 94) gel­ten für üb­ri­ge Fonds sinn­ge­mä­ss. Sie be­zie­hen zu­sätz­lich die für üb­ri­ge Fonds zu­läs­si­gen An­la­gen ein.


Art. 97 Mindestgliederung der Bilanz und der Erfolgsrechnung des Teilvermögens der Unternehmeraktionärinnen und -aktionäre  

(Art. 53 ff. KAG und 68 KKV1)

1Das Teil­ver­mö­gen der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre ist zu glie­dern in:

a.
An­la­gen;
b.
Be­triebs­ver­mö­gen.

2Für die Glie­de­rung der An­la­gen gel­ten die Ar­ti­kel 94–96.

3Für die Glie­de­rung des Be­triebs­ver­mö­gens gel­ten die Ar­ti­kel 959 und 959a OR2 sinn­ge­mä­ss.

4Für den An­hang gilt Ar­ti­kel 959c OR sinn­ge­mä­ss. Zu­sätz­lich sind die Be­wer­tungs­grund­sät­ze für das ma­te­ri­el­le und im­ma­te­ri­el­le An­la­ge­ver­mö­gen der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre of­fen­zu­le­gen. Im Wei­te­ren muss im An­hang Auf­schluss über die Durch­füh­rung der Ri­si­ko­be­ur­tei­lung ge­ge­ben wer­den.

5Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre und stimm­rechts­ver­bun­de­ne Ak­tio­närs­grup­pen, die 5 Pro­zent der Ak­ti­en oder mehr hal­ten, sind im Jah­res­be­richt wie folgt auf­zu­füh­ren:

a.
Na­me be­zie­hungs­wei­se Fir­ma;
b.
Wohn­sitz be­zie­hungs­wei­se Sitz;
c.
Hö­he der Be­tei­li­gung in Pro­zent.

1 SR 951.311
2 SR 220

Art. 98 Gesamtrechnung der SICAV  

(Art. 91 KAG)

1Die Ge­samt­rech­nung der SI­CAV be­steht aus Bi­lanz, Er­folgs­rech­nung und An­hang ge­mä­ss OR1 und um­fasst die Teil­ver­mö­gen der An­le­gerak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre und das Teil­ver­mö­gen der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre.

2Für die Er­stel­lung der Bi­lanz und der Er­folgs­rech­nung sind die Po­si­tio­nen der Teil­ver­mö­gen der An­le­gerak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre zu ad­die­ren. Die Glie­de­rung rich­tet sich da­bei nach den Ar­ti­keln 94–96.

3Das Teil­ver­mö­gen der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre ist in der Bi­lanz und der Er­folgs­rech­nung se­pa­rat aus­zu­wei­sen. Die Glie­de­rung der Po­si­tio­nen rich­tet sich für die An­la­gen nach den Ar­ti­keln 94–96 und für das Be­triebs­ver­mö­gen nach den Ar­ti­keln 959, 959a und 959b OR sinn­ge­mä­ss.

4Die Ge­samt­rech­nung der SI­CAV ist nach Teil­ver­mö­gen der An­le­gerak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre, Teil­ver­mö­gen der Un­ter­neh­me­rak­tio­nä­rin­nen und -ak­tio­näre und Ge­samt­ver­mö­gen der SI­CAV zu glie­dern.

5Die An­ga­ben nach Ar­ti­kel 97 Ab­satz 5 sind zu­sätz­lich in der Ge­samt­rech­nung of­fen­zu­le­gen.


1 SR 220

2. Abschnitt: Weitere Angaben

Art. 99 Inventar der kollektiven Kapitalanlage  

(Art. 89 Abs. 1 Bst. c KAG)

1Das In­ven­tar ist min­des­tens zu glie­dern nach An­la­ge­ar­ten wie Ef­fek­ten, Bank­gut­ha­ben, Geld­mark­t­in­stru­men­te, de­ri­va­ti­ve Fi­nan­z­in­stru­men­te, Edel­me­tal­le so­wie Com­mo­di­ties und in­ner­halb der An­la­ge­ar­ten un­ter Be­rück­sich­ti­gung der An­la­ge­po­li­tik nach Bran­chen, geo­gra­fi­schen Ge­sichts­punk­ten, Ef­fek­ten­ar­ten (An­hang 2 Ziff. 1.4) und Wäh­run­gen.

2Für je­de Grup­pe oder Un­ter­grup­pe sind de­ren Sum­me so­wie der pro­zen­tua­le An­teil am Ge­samt­ver­mö­gen der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge an­zu­ge­ben.

3Für je­den ein­zel­nen im In­ven­tar aus­ge­wie­se­nen Wert ist der An­teil am Ge­samt­ver­mö­gen der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge an­zu­ge­ben.

4Ef­fek­ten sind dar­über hin­aus zu glie­dern in sol­che:

a.
die an ei­ner Bör­se ge­han­delt wer­den;
b.
die an ei­nem an­dern ge­re­gel­ten, dem Pu­bli­kum of­fen ste­hen­den Markt ge­han­delt wer­den;
c.
nach Ar­ti­kel 70 Ab­satz 3 der KKV1;
d.
nach Ar­ti­kel 71 Ab­satz 2 KKV;
e.
die nicht un­ter die Buch­sta­ben a–d fal­len.

5Für je­den ein­zel­nen im In­ven­tar aus­ge­wie­se­nen Wert ist die Be­wer­tungs­ka­te­go­rie ge­mä­ss Ar­ti­kel 84 Ab­satz 2 an­zu­ge­ben.

6Bei den un­ter Ab­satz 3 auf­ge­führ­ten Ef­fek­ten ist nur das Sub­to­tal je Ka­te­go­rie an­zu­ge­ben und je­de Po­si­ti­on ent­spre­chend zu kenn­zeich­nen.


Art. 100 Inventar von Immobilienfonds  

(Art. 89 Abs. 1 Bst. c und 90 KAG)

1Das In­ven­tar ist min­des­tens zu glie­dern in:

a.
Wohn­bau­ten;
b.
kom­mer­zi­ell ge­nutz­te Lie­gen­schaf­ten;
c.
ge­misch­te Bau­ten;
d.
Bau­land, ein­sch­liess­lich Ab­bruch­ob­jek­te, und an­ge­fan­ge­ne Bau­ten;
e.
An­tei­le an an­de­ren Im­mo­bi­li­en­fonds und Im­mo­bi­lie­nin­vest­ment­ge­sell­schaf­ten;
f.
Hy­po­the­ken und an­de­re hy­po­the­ka­risch si­cher­ge­stell­te Dar­le­hen.

2Bei im Bau­recht er­stell­ten Bau­ten und im Stock­werk­ei­gen­tum ste­hen­den Ob­jek­ten ist die­ser Um­stand für je­des Ob­jekt und im To­tal für je­de Po­si­ti­on in Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–d im In­ven­tar an­zu­ge­ben.

3Das In­ven­tar ent­hält für je­des Grund­stück ge­trennt fol­gen­de An­ga­ben:

a.
die Adres­se;
b.
die Ge­ste­hungs­kos­ten;
c.
den ge­schätz­ten Ver­kehrs­wert;
d.
die er­ziel­ten Brut­to­er­trä­ge.

4So­weit in kurz­fris­ti­ge fest­ver­zins­li­che Ef­fek­ten, Im­mo­bi­li­en­zer­ti­fi­ka­te oder De­ri­va­te in­ves­tiert wird, sind die­se eben­falls aus­zu­wei­sen.

5Die En­de Jahr aus­ste­hen­den Hy­po­the­ken und an­de­ren hy­po­the­ka­risch si­cher­ge­stell­ten Ver­bind­lich­kei­ten so­wie die Dar­le­hen und Kre­di­te sind mit den Zins­kon­di­tio­nen und der Lauf­zeit auf­zu­füh­ren.

6Für je­den Im­mo­bi­li­en­fonds ist ein Ver­zeich­nis der zu die­sem ge­hö­ren­den Im­mo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten un­ter An­ga­be der je­wei­li­gen Be­tei­li­gungs­quo­te zu pu­bli­zie­ren.

7Die Po­si­tio­nen im In­ven­tar sind nach den drei Be­wer­tungs­ka­te­go­ri­en ge­mä­ss Ar­ti­kel 84 Ab­satz 2 dar­zu­stel­len. Ha­ben al­le An­la­ge­ob­jek­te die­sel­be Be­wer­tungs­ka­te­go­rie, so kön­nen die­se zu­sam­men­fas­send für das ge­sam­te Lie­gen­schaft­sport­fo­lio auf­ge­führt wer­den.

Art. 101 Aufstellung der Käufe, Verkäufe und anderer Geschäfte  

(Art. 89 Abs. 1 Bst. e KAG)

1Sämt­li­che Ver­än­de­run­gen in der Zu­sam­men­set­zung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge, ins­be­son­de­re Käu­fe, Ver­käu­fe, Aus­ser­bi­lanz­ge­schäf­te, Gra­tis­ak­ti­en, Be­zugs­rech­te und Splits, sind im Jah­res­be­richt zu ver­öf­fent­li­chen. Da­bei sind die ein­zel­nen Ver­mö­gens­ge­gen­stän­de ge­nau zu be­zeich­nen.

2Bei Im­mo­bi­li­en­fonds ist je­der er­wor­be­ne oder ver­äus­ser­te Im­mo­bi­li­en­wert ein­zeln auf­zu­füh­ren. Auf Be­geh­ren ei­ner An­le­ge­rin oder ei­nes An­le­gers ist der ver­ein­bar­te Preis be­kannt zu ge­ben.

3Bei Im­mo­bi­li­en­fonds sind Ge­schäf­te zwi­schen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen, die von der glei­chen oder von ver­bun­de­nen Fonds­lei­tun­gen oder SI­CAV ver­wal­tet wer­den, spe­zi­ell aus­zu­wei­sen.

4Die im Lau­fe des Ge­schäfts­jah­res ge­währ­ten Hy­po­the­ken und hy­po­the­ka­risch si­cher­ge­stell­ten Dar­le­hen, die vor Ab­schluss des Ge­schäfts­jah­res zu­rück­be­zahlt wur­den, sind mit den Zins­kon­di­tio­nen und der Lauf­zeit auf­zu­füh­ren.

5Die im Lau­fe des Ge­schäfts­jah­res auf­ge­nom­me­nen Hy­po­the­ken und an­de­ren hy­po­the­ka­risch si­cher­ge­stell­ten Ver­bind­lich­kei­ten so­wie Dar­le­hen und Kre­di­te, die vor Ab­schluss des Ge­schäfts­jah­res zu­rück­be­zahlt wur­den, sind mit den Zins­kon­di­tio­nen und der Lauf­zeit oder sum­ma­risch pro Ka­te­go­rie mit ei­ner durch­schnitt­li­chen Lauf­zeit und ei­nem Durch­schnitt­szins­satz auf­zu­füh­ren.

Art. 102 Veränderung des Nettofondsvermögens  

(Art. 89 KAG)

1Für je­de kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­ge ist ei­ne Auf­stel­lung über die Ver­än­de­rung des Net­to­fonds­ver­mö­gens zu er­stel­len, die min­des­tens zu glie­dern ist in:

a.
Net­to­fonds­ver­mö­gen zu Be­ginn des Be­richts­jah­res;
b.
Aus­schüt­tun­gen;
c.
Sal­do aus dem An­teil­ver­kehr;
d.
Ge­sam­ter­folg;
e.
Net­to­fonds­ver­mö­gen am En­de des Be­richts­jah­res.

2Im Wei­te­ren ist die An­teil­sta­tis­tik des Be­richts­jah­res aus­zu­wei­sen (Art. 89 Abs. 1 Bst. b KAG).

Art. 103 Angaben früherer Jahre  

(Art. 91 KAG)

1Im Jah­res­be­richt und im Halb­jah­res­be­richt sind in der Ver­mö­gens­rech­nung be­zie­hungs­wei­se der Bi­lanz und der Er­folgs­rech­nung auch die An­ga­ben des Vor­jah­res aus­zu­wei­sen.

2Der Jah­res­be­richt um­fasst zu­sätz­lich ei­ne Auf­stel­lung über das Net­to­fonds­ver­mö­gen so­wie den Net­to­in­ven­tar­wert pro An­teil der ver­gan­ge­nen drei Be­richts­jah­re. Stich­tag ist der letz­te Tag des Be­richts­jah­res.

3. Abschnitt: Verwendung des Erfolges und Ausschüttungen

Art. 104 Verwendung des Erfolges  

(Art. 89 Abs. 1 Bst. a KAG)

1Die Auf­stel­lung über die Ver­wen­dung des Er­folgs ist min­des­tens zu glie­dern in:

a.
Net­to­er­trag des Rech­nungs­jah­res;
b.
zur Aus­schüt­tung be­stimm­te Ka­pi­tal­ge­win­ne des Rech­nungs­jah­res;
c.
zur Aus­schüt­tung be­stimm­te Ka­pi­tal­ge­win­ne frü­he­rer Rech­nungs­jah­re;
d.
Vor­trag des Vor­jah­res;
e.
zur Ver­tei­lung ver­füg­ba­rer Er­folg;
f.
zur Aus­schüt­tung an die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger vor­ge­se­he­ner Er­folg;
g.
zur Wie­der­an­la­ge zu­rück­be­hal­te­ner Er­trag;
h.
Vor­trag auf neue Rech­nung.

2Es dür­fen kei­ne Re­ser­ven ge­bil­det wer­den.

Art. 105 Ausschüttungen  

(Art. 91 KAG)

1Zwi­schen­aus­schüt­tun­gen aus Er­trä­gen sind nur er­laubt, wenn dies im Fonds­re­gle­ment vor­ge­se­hen ist.

2Ka­pi­tal­ge­win­ne dür­fen nur aus­ge­schüt­tet wer­den, wenn fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt sind:

a.
Die Aus­schüt­tung muss im Fonds­re­gle­ment vor­ge­se­hen sein.
b.
Die Ka­pi­tal­ge­win­ne müs­sen rea­li­siert sein.
c.
Es darf sich um kei­ne Zwi­schen­aus­schüt­tun­gen han­deln.

3Die Aus­schüt­tung von Ka­pi­tal­ge­win­nen ist auch zu­läs­sig, wenn Ka­pi­tal­ver­lus­te frü­he­rer Rech­nungs­jah­re be­ste­hen.

4Es dür­fen kei­ne Tan­tie­men aus­ge­rich­tet wer­den.

4. Abschnitt: Publikationspflichten

Art. 106 Publikation des Ausgabe- und Rücknahmepreises beziehungsweise des Nettoinventarwerts  

(Art. 26 Abs. 3, 79, 80, 83 Abs. 4 KAG so­wie 35a Abs. 1 Bst. l und 39 KKV1)

1Der Aus­ga­be- und Rück­nah­me­preis be­zie­hungs­wei­se der Net­to­in­ven­tar­wert ist in den im Pro­spekt ge­nann­ten Print­me­di­en oder elek­tro­ni­schen Platt­for­men bei je­der Aus­ga­be und Rück­nah­me von An­tei­len zu pu­bli­zie­ren.

2Die Prei­se für Ef­fek­ten­fonds und üb­ri­ge Fonds sind zu­dem min­des­tens zwei­mal pro Mo­nat zu ver­öf­fent­li­chen.

3Für fol­gen­de kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen sind die Prei­se min­des­tens ein­mal pro Mo­nat zu ver­öf­fent­li­chen:

a.
Im­mo­bi­li­en­fonds;
b.
kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen, bei de­nen das Recht auf je­der­zei­ti­ge Rück­ga­be im Sin­ne von Ar­ti­kel 109 Ab­satz 3 KKV ein­ge­schränkt wor­den ist.

4Die Wo­chen und Wo­chen­ta­ge, an de­nen die Pu­bli­ka­ti­on nach den Ab­sät­zen 2 und 3 statt­fin­det, sind im Pro­spekt fest­zu­le­gen.

5Wird der Net­to­in­ven­tar­wert pu­bli­ziert, so ist der Hin­weis «ex­klu­si­ve Kom­mis­sio­nen» an­zu­fü­gen.


Art. 107  

1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).

5. Kapitel: Rechenschaftsablage bei geschlossenen kollektiven Kapitalanlagen

Art. 108 Kommanditgesellschaft für kollektive Kapitalanlagen  

(Art. 108 KAG)

1Die Re­chen­schafts­ab­la­ge rich­tet sich sinn­ge­mä­ss nach den Be­stim­mun­gen über die of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen.

2Be­tei­li­gun­gen, die zu rei­nen An­la­ge­zwe­cken ge­hal­ten wer­den, sind nicht zu kon­so­li­die­ren, un­ab­hän­gig vom pro­zen­tua­len An­teil der Stim­men und des Ka­pi­tals an der ge­hal­te­nen Un­ter­neh­mung.

Art. 109 SICAF  

(Art. 117 KAG)

1Die Re­chen­schafts­ab­la­ge des Ein­zel­ab­schlus­ses rich­tet sich sinn­ge­mä­ss nach den Be­stim­mun­gen für die of­fe­nen kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen.

2Die Kon­so­li­die­rungs­pflicht nach OR1 kommt nicht zur An­wen­dung. Ei­ne all­fäl­li­ge Kon­so­li­die­rung hat nach ei­nem an­er­kann­ten Stan­dard ge­mä­ss VASR2 zu er­fol­gen.


1 SR 220
2 SR 221.432

4. Titel: Prüfung und Prüfberichte

1. Kapitel: Prüfung

Art. 110 Aufteilung in Rechnungsprüfung und Aufsichtsprüfung  

(Art. 126 KAG und 24 FIN­MAG2)

Die Prü­fun­gen sind auf­zu­tei­len in ei­ne Rech­nungs­prü­fung und ei­ne Auf­sichts­prü­fung.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).
2 Fi­nanz­mark­tauf­sichts­ge­setz vom 22. Ju­ni 2007 (SR 956.1)

Art. 111 Rechnungsprüfung  

(Art. 126 Abs. 5 und 6 KAG so­wie 137 KKV1)

1Bei der Rech­nungs­prü­fung kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen wer­den die An­ga­ben nach den Ar­ti­keln 89 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–h und 90 KAG ge­prüft.

1bisDie Prü­fung der Ver­wal­tung be­zie­hungs­wei­se der Lei­tung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­ge so­wie der Ein­hal­tung der nicht die Jah­res­rech­nung be­tref­fen­den ge­setz­li­chen, ver­trag­li­chen, sta­tu­ta­ri­schen und re­gle­men­ta­ri­schen Vor­schrif­ten ist Ge­gen­stand der Auf­sichts­prü­fung bei der Fonds­lei­tung.2

2Die Rech­nungs­prü­fung des Kom­ple­men­tärs ei­ner Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen so­wie des Ver­tre­ters aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen rich­tet sich nach den Ar­ti­keln 728–731a OR3.4

3Für den Ver­tre­ter aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen kann die FIN­MA Ab­wei­chun­gen vor­se­hen.


1 SR 951.311
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).
3 SR 220
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).

Art. 112 Aufsichtsprüfung  

(Art. 126 Abs. 1–3 KAG, 24 FIN­MAG1 und 2–8 FIN­MA-PV2)3

1Die Auf­sichts­prü­fung um­fasst die Prü­fung der Ein­hal­tung der je­weils an­wend­ba­ren auf­sichts­recht­li­chen Vor­schrif­ten durch die Be­wil­li­gungs­trä­ger nach Ar­ti­kel 13 Ab­satz 2 Buch­sta­ben b–d und h KAG un­ter Ein­be­zug der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen.4

2Bei der Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen ist der Kom­ple­men­tär in den Prü­f­um­fang mit ein­zu­be­zie­hen.

3Die Auf­sichts­prü­fung in Be­zug auf kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen um­fasst auch die Prü­fung des Pro­spekts und des Ba­sis­in­for­ma­ti­ons­blatts.5

4...6


1 SR 956.1
2 Fi­nanz­markt­prüf­ver­ord­nung vom 15. Okt. 2008 (SR 956.161)
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).
6 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).

2. Kapitel: Prüfberichte

Art. 113 Art der Berichte  

(Art. 126 KAG, 24 FIN­MAG1, 137 KKV2 und Art. 9–12 FIN­MA-PV3)

Die Prüf­ge­sell­schaft er­stat­tet:

a.
Prüf­be­rich­te über die auf­sichts­recht­li­che Prü­fung der Be­wil­li­gungs­trä­ger und der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen so­wie der nicht be­wil­li­gungs­pflich­ti­gen Ver­tre­ter aus­län­di­scher kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen (Auf­sichts­prü­fung);
b.
Prüf­be­rich­te über die Prü­fung der Jah­res­rech­nung nach Ar­ti­kel 126 Ab­satz 5 KAG (Rech­nungs­prü­fung);
c.
Kurz­be­rich­te über die Prü­fung der kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen (Rech­nungs­prü­fung).

Art. 114 Prüfbericht Aufsichtsprüfung  

(Art. 126 Abs. 1–3 KAG, 24 FIN­MAG1 und 9–12 FIN­MA-PV2)3

1Die Prüf­ge­sell­schaft er­stat­tet den Be­richt über die Auf­sichts­prü­fung.4

2Bei ei­ner Fonds­lei­tung um­fasst der Be­richt auch die von ihr ver­wal­te­ten An­la­ge­fonds.5

3Die Prüf­be­rich­te der Kom­man­dit­ge­sell­schaft für kol­lek­ti­ve Ka­pi­tal­an­la­gen bein­hal­ten auch den Kom­ple­men­tär.

4Die Prüf­be­rich­te über die Be­wil­li­gungs­trä­ger und die An­la­ge­fonds sind dem Or­gan für die Ober­lei­tung, Auf­sicht und Kon­trol­le zur Kennt­nis zu brin­gen. Die Prüf­be­rich­te sind in ei­ner Sit­zung die­ses Or­gans zu be­spre­chen und die Be­hand­lung ist zu pro­to­kol­lie­ren.


1 SR 956.1
2 SR 956.161
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 der V der FIN­MA vom 4. Nov. 2020 über die Fi­nan­z­in­sti­tu­te, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5327).

Art. 115 Prüfbericht Rechnungsprüfung  

(Art. 126 Abs. 5 und 6 KAG so­wie 137 KKV1)

1Für die Prüf­be­rich­te zur Rech­nungs­prü­fung gel­ten die Be­stim­mun­gen für die or­dent­li­che Prü­fung nach OR2 sinn­ge­mä­ss.

2Die Prüf­ge­sell­schaft er­stat­tet die Kurz­be­rich­te recht­zei­tig vor Pu­bli­ka­ti­on der Jah­res­be­rich­te. Sie sind von der zu­stän­di­gen lei­ten­den Prü­fe­rin oder vom zu­stän­di­gen lei­ten­den Prü­fer und ei­ner oder ei­nem wei­te­ren zeich­nungs­be­rech­tig­ten Mit­ar­bei­ten­den der Prüf­ge­sell­schaft zu un­ter­zeich­nen.

3Bei kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen mit Teil­ver­mö­gen ist für je­des ein­zeln zu be­rich­ten.


1 SR 951.311
2 SR 220

Art. 116 Kurzbericht  

(Art. 126 Abs. 5 und 6 KAG, 24 FIN­MAG1, 137 KKV2 und 9–12 FIN­MA-PV3)

1Der Kurz­be­richt äus­sert sich zur Ein­hal­tung der ge­setz­li­chen, ver­trag­li­chen, sta­tu­ta­ri­schen und re­gle­men­ta­ri­schen Vor­schrif­ten be­tref­fend die Jah­res­rech­nung und zu den Prü­fun­gen der An­ga­ben nach Ar­ti­kel 89 Ab­satz 1 Buch­sta­ben a–h KAG, bei den Im­mo­bi­li­en­fonds zu­sätz­lich zu den­je­ni­gen nach Ar­ti­kel 90 KAG.

2Bei der SI­CAV und der SI­CAF kann der Kurz­be­richt auch die Be­richt­er­stat­tung der ak­ti­en­recht­li­chen Prüf­ge­sell­schaft ge­mä­ss Ar­ti­kel 728 OR4 um­fas­sen.

3Die FIN­MA kann ei­ne Stan­dard-Be­stä­ti­gung der Bran­chen­or­ga­ni­sa­ti­on der Prüf­ge­sell­schaf­ten für all­ge­mein­ver­bind­lich er­klä­ren.


4a. Titel: Form der Zustellung

Art. 116a  

1Die Do­ku­men­te nach Ar­ti­kel 142 Ab­satz 1 KKV1 sind in elek­tro­ni­scher Form ein­zu­rei­chen un­ter Ver­wen­dung der von der FIN­MA zur Ver­fü­gung ge­stell­ten Vor­la­gen.

2Die FIN­MA kann Aus­nah­men von der elek­tro­ni­schen Zu­stel­lung ge­wäh­ren.


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