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Bundesgesetz über die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht

vom 22. Juni 2007 (Stand am 1. Januar 2020)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 95 und 98 der Bundesverfassung1, nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 1. Februar 20062,

beschliesst:

1. Titel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Gegenstand  

1Der Bund schafft ei­ne Be­hör­de für die Auf­sicht über den Fi­nanz­markt nach fol­gen­den Ge­set­zen (Fi­nanz­markt­ge­set­ze):

a.
Pfand­brief­ge­setz vom 25. Ju­ni 19301;
b.
Ver­si­che­rungs­ver­trags­ge­setz vom 2. April 19082;
c.
Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz vom 23. Ju­ni 20063;
d.
Ban­ken­ge­setz vom 8. No­vem­ber 19344;
e.5
Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­setz vom 15. Ju­ni 20186;
f.
Geld­wä­sche­rei­ge­setz vom 10. Ok­to­ber 19977;
g.
Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 20048;
h.9
Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­setz vom 19. Ju­ni 201510;
i.11
Fi­nanz­dienst­leis­tungs­ge­setz vom 15. Ju­ni 201812.

2Die­ses Ge­setz legt die Or­ga­ni­sa­ti­on und die Auf­sichts­in­stru­men­te die­ser Be­hör­de fest.


1 SR 211.423.4
2 SR 221.229.1
3 SR 951.31
4 SR 952.0
5 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).
6 SR 954.1
7 SR 955.0
8 SR 961.01
9 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
10 SR 958.1
11 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des Fi­nanz­dienst­leis­tungs­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 4417; BBl 2015 8901).
12 SR 950.1

Art. 2 Verhältnis zu den Finanzmarktgesetzen  

1Die­ses Ge­setz gilt, so­weit die Fi­nanz­markt­ge­set­ze nichts an­de­res vor­se­hen.

2Im Rah­men der in­ter­na­tio­na­len Quel­len­be­steue­rung ab­ge­schlos­se­ne staats­ver­trag­li­che Re­ge­lun­gen und da­mit zu­sam­men­hän­gen­de zwi­schen­staat­li­che Ver­ein­ba­run­gen, na­ment­lich über grenz­über­schrei­ten­de Prü­fun­gen und den Markt­zu­gang, ge­hen die­sem Ge­setz und den Fi­nanz­markt­ge­set­zen vor.1


1 Ein­ge­fügt durch Art. 46 des BG vom 15. Ju­ni 2012 über die in­ter­na­tio­na­le Quel­len­be­steue­rung, in Kraft seit 20. Dez. 2012 (AS 2013 27; BBl 2012 4943).

Art. 3 Beaufsichtigte  

Der Fi­nanz­mark­tauf­sicht un­ter­ste­hen:

a.
die Per­so­nen, die nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen ei­ne Be­wil­li­gung, ei­ne An­er­ken­nung, ei­ne Zu­las­sung oder ei­ne Re­gis­trie­rung der Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de be­nö­ti­gen; und
b.
die kol­lek­ti­ven Ka­pi­tal­an­la­gen;
c.1
...

1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).

Art. 4 Ziele der Finanzmarktaufsicht  

Die Fi­nanz­mark­tauf­sicht bezweckt nach Mass­ga­be der Fi­nanz­markt­ge­set­ze den Schutz der Gläu­bi­ge­rin­nen und Gläu­bi­ger, der An­le­ge­rin­nen und An­le­ger, der Ver­si­cher­ten so­wie den Schutz der Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Fi­nanz­märk­te. Sie trägt da­mit zur Stär­kung des An­se­hens, der Wett­be­werbs­fä­hig­keit und der Zu­kunfts­fä­hig­keit des Fi­nanz­plat­zes Schweiz bei.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5247; BBl 2015 8901).

2. Titel: Finanzmarktaufsichtsbehörde

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 5 Rechtsform, Sitz und Name  

1Die Be­hör­de, die den Fi­nanz­markt be­auf­sich­tigt, ist ei­ne öf­fent­lich-recht­li­che An­stalt mit ei­ge­ner Rechts­per­sön­lich­keit und Sitz in Bern.

2Sie trägt den Na­men «Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­mark­tauf­sicht (FIN­MA)».

3Sie or­ga­ni­siert sich selbst nach den Grund­sät­zen ei­ner gu­ten Cor­po­ra­te Go­ver­nance und wirt­schaft­li­cher Be­triebs­füh­rung. Sie führt ei­ne ei­ge­ne Rech­nung.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2019 (AS 2018 5247; BBl 2015 8901).

Art. 6 Aufgaben  

1Die FIN­MA übt die Auf­sicht nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen und nach die­sem Ge­setz aus.

2Sie nimmt die in­ter­na­tio­na­len Auf­ga­ben wahr, die mit ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit zu­sam­men­hän­gen.

Art. 7 Regulierungsgrundsätze  

1Die FIN­MA re­gu­liert durch:

a.
Ver­ord­nun­gen, wo dies in der Fi­nanz­markt­ge­setz­ge­bung vor­ge­se­hen ist; und
b.
Rund­schrei­ben über die An­wen­dung der Fi­nanz­markt­ge­setz­ge­bung.

2Sie re­gu­liert nur, so­weit dies mit Blick auf die Auf­sichts­zie­le nö­tig ist, so­wie wenn im­mer mög­lich prin­zi­pi­en­ba­siert. Da­bei be­rück­sich­tigt sie das über­ge­ord­ne­te Bun­des­recht so­wie ins­be­son­de­re:1

a.
die Kos­ten, die den Be­auf­sich­tig­ten durch die Re­gu­lie­rung ent­ste­hen;
b.
wie sich die Re­gu­lie­rung auf den Wett­be­werb, die In­no­va­ti­ons­fä­hig­keit und die in­ter­na­tio­na­le Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Fi­nanz­plat­zes Schweiz aus­wirkt;
c.2
die un­ter­schied­li­chen Grös­sen, Kom­ple­xi­tä­ten, Struk­tu­ren, Ge­schäftstä­tig­kei­ten und Ri­si­ken der Be­auf­sich­tig­ten; und
d.
die in­ter­na­tio­na­len Min­dest­stan­dards.

3Sie un­ter­stützt die Selbst­re­gu­lie­rung und kann die­se im Rah­men ih­rer Auf­sichts­be­fug­nis­se als Min­dest­stan­dard an­er­ken­nen und durch­set­zen.

4Sie sorgt für einen trans­pa­ren­ten Re­gu­lie­rungs­pro­zess und ei­ne an­ge­mes­se­ne Be­tei­li­gung der Be­trof­fe­nen.

5Sie er­lässt zur Um­set­zung die­ser Grund­sät­ze Leit­li­ni­en. Sie spricht sich da­bei mit dem Eid­ge­nös­si­sches Fi­nanz­de­par­te­ment (EFD)3 ab.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).
3 Aus­druck ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des Fi­nanz­dienst­leis­tungs­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 4417; BBl 2015 8901). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

2. Kapitel: Organisation

1. Abschnitt: Organe und Personal

Art. 8 Organe  

Die Or­ga­ne der FIN­MA sind:

a.
der Ver­wal­tungs­rat;
b.
die Ge­schäfts­lei­tung;
c.
die Re­vi­si­ons­stel­le.
Art. 9 Verwaltungsrat  

1Der Ver­wal­tungs­rat ist das stra­te­gi­sche Or­gan der FIN­MA. Er hat fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Er legt die stra­te­gi­schen Zie­le der FIN­MA fest und un­ter­brei­tet sie dem Bun­des­rat zur Ge­neh­mi­gung.
b.
Er ent­schei­det über Ge­schäf­te von gros­ser Trag­wei­te.
c.
Er er­lässt die der FIN­MA de­le­gier­ten Ver­ord­nun­gen und be­schliesst die Rund­schrei­ben.
d.
Er über­wacht die Ge­schäfts­lei­tung.
e.
Er setzt ei­ne in­ter­ne Re­vi­si­on ein und sorgt für die in­ter­ne Kon­trol­le.
f.
Er er­stellt den Ge­schäfts­be­richt und un­ter­brei­tet ihn vor der Ver­öf­fent­li­chung dem Bun­des­rat zur Ge­neh­mi­gung.
g.
Er wählt die Di­rek­to­rin oder den Di­rek­tor un­ter Vor­be­halt der Ge­neh­mi­gung durch den Bun­des­rat.
h.
Er wählt die Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung.
i.
Er er­lässt das Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment und die Richt­li­ni­en über die In­for­ma­ti­ons­tä­tig­keit.
j.
Er ge­neh­migt den Vor­an­schlag.

2Er be­steht aus sie­ben bis neun fach­kun­di­gen Mit­glie­dern, die von den Be­auf­sich­tig­ten un­ab­hän­gig sind. Der Ver­wal­tungs­rat wird für ei­ne Amts­dau­er von vier Jah­ren ge­wählt; je­des Mit­glied kann zwei­mal wie­der­ge­wählt wer­den.

3Der Bun­des­rat wählt den Ver­wal­tungs­rat. Er ach­tet da­bei auf ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­tre­tung bei­der Ge­schlech­ter. Er be­stimmt die Prä­si­den­tin oder den Prä­si­den­ten und die Vi­ze­prä­si­den­tin oder den Vi­ze­prä­si­den­ten. Er legt die Ent­schä­di­gun­gen fest. Ar­ti­kel 6a des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes vom 24. März 20001 gilt sinn­ge­mä­ss.

4Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent darf we­der ei­ne an­de­re wirt­schaft­li­che Tä­tig­keit aus­üben noch ein eid­ge­nös­si­sches oder kan­to­na­les Amt be­klei­den, es sei denn, dies lie­ge im In­ter­es­se der Auf­ga­ben­er­fül­lung der FIN­MA.

5Der Bun­des­rat be­ruft Mit­glie­der des Ver­wal­tungs­rats ab und ge­neh­migt die Auf­lö­sung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses der Di­rek­to­rin oder des Di­rek­tors durch den Ver­wal­tungs­rat, wenn die Vor­aus­set­zun­gen für die Aus­übung des Am­tes nicht mehr er­füllt sind.


Art. 10 Geschäftsleitung  

1Die Ge­schäfts­lei­tung ist das ope­ra­ti­ve Or­gan. Sie steht un­ter der Lei­tung ei­ner Di­rek­to­rin oder ei­nes Di­rek­tors.

2Sie hat ins­be­son­de­re fol­gen­de Auf­ga­ben:

a.
Sie er­lässt die Ver­fü­gun­gen nach Mass­ga­be des Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ments.
b.
Sie er­ar­bei­tet die Ent­scheid­grund­la­gen des Ver­wal­tungs­rats und be­rich­tet ihm re­gel­mäs­sig, bei be­son­de­ren Er­eig­nis­sen oh­ne Ver­zug.
c.
Sie er­füllt al­le Auf­ga­ben, die nicht ei­nem an­de­ren Or­gan zu­ge­wie­sen sind.

3Das Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

Art. 11 Fachvertretung  

1Die FIN­MA ist in Fach­be­rei­che auf­ge­teilt. Das Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

2Bun­des­rat und Ver­wal­tungs­rat sor­gen für ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­tre­tung der ver­schie­de­nen Fach­be­rei­che in Ver­wal­tungs­rat und Ge­schäfts­lei­tung.

Art. 12 Revisionsstelle  

Die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­kon­trol­le ist die ex­ter­ne Re­vi­si­ons­stel­le und er­stat­tet dem Ver­wal­tungs­rat und dem Bun­des­rat über das Er­geb­nis ih­rer Prü­fung Be­richt.

Art. 13 Personal  

1Die FIN­MA stellt ihr Per­so­nal öf­fent­lich-recht­lich an.

2Ar­ti­kel 6a des Bun­des­per­so­nal­ge­set­zes vom 24. März 20002 gilt sinn­ge­mä­ss.

3Die be­ruf­li­che Vor­sor­ge des Per­so­nals rich­tet sich nach der Ge­setz­ge­bung über die Pen­si­ons­kas­se des Bun­des.

4Der Ver­wal­tungs­rat re­gelt in ei­ner Ver­ord­nung:

a.
das Ar­beits­ver­hält­nis des Per­so­nals, ins­be­son­de­re Ent­löh­nung, Ne­ben­leis­tun­gen, Ar­beits­zeit, Treue­pflicht und Kün­di­gung;
b.
die Zu­sam­men­set­zung, das Wahl­ver­fah­ren und die Or­ga­ni­sa­ti­on des pa­ri­tä­ti­schen Or­gans des Vor­sor­ge­werks der FIN­MA.

5Er un­ter­brei­tet die Ver­ord­nung dem Bun­des­rat zur Ge­neh­mi­gung.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des BG vom 14. Dez. 2012, in Kraft seit 1. Ju­li 2013 (AS 2013 1493; BBl 2011 6703).
2 SR 172.220.1

Art. 13a Datenbearbeitung  

1Die FIN­MA be­ar­bei­tet in Pa­pier­form oder in ei­nem oder meh­re­ren In­for­ma­ti­ons­sys­te­men Da­ten ih­res Per­so­nals zur Er­fül­lung der Auf­ga­ben nach die­sem Ge­setz, ins­be­son­de­re für:

a.
die Be­grün­dung, Durch­füh­rung und Be­en­di­gung ei­nes Ar­beits­ver­hält­nis­ses;
b.
die Per­so­nal- und Lohn­be­wirt­schaf­tung;
c.
die Per­so­nal­ent­wick­lung;
d.
die Leis­tungs­be­ur­tei­lung;
e.
Ein­glie­de­rungs­mass­nah­men bei Krank­heit und Un­fall.

2Sie kann fol­gen­de für die Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach Ab­satz 1 not­wen­di­gen Da­ten ih­res Per­so­nals, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­te Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­le, be­ar­bei­ten:

a.
An­ga­ben zur Per­son;
b.
An­ga­ben zur ge­sund­heit­li­chen Si­tua­ti­on in Be­zug auf die Ar­beits­fä­hig­keit;
c.
An­ga­ben zu Leis­tun­gen und Po­ten­zi­al so­wie zur per­sön­li­chen und be­ruf­li­chen Ent­wick­lung;
d.
er­for­der­li­che Da­ten im Rah­men der Mit­wir­kung beim Voll­zug des So­zi­al­ver­si­che­rungs­rechts;
e.
Ver­fah­rens­ak­ten und Ent­schei­de von Be­hör­den in Ver­bin­dung mit der Ar­beit.

3Sie er­lässt Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen über:

a.
die Ar­chi­tek­tur, die Or­ga­ni­sa­ti­on und den Be­trieb des In­for­ma­ti­ons­sys­tems oder der In­for­ma­ti­ons­sys­te­me;
b.
die Be­ar­bei­tung der Da­ten, ins­be­son­de­re die Be­schaf­fung, Auf­be­wah­rung, Ar­chi­vie­rung und Ver­nich­tung;
c.
die Be­rech­ti­gun­gen zur Da­ten­be­ar­bei­tung;
d.
die Da­ten­ka­te­go­ri­en nach Ab­satz 2;
e.
den Schutz und die Si­cher­heit der Da­ten.

1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).

Art. 14 Amtsgeheimnis  

1Das Per­so­nal und die Or­ga­ne sind zur Ver­schwie­gen­heit über amt­li­che An­ge­le­gen­hei­ten ver­pflich­tet.

2Die Pflicht zur Ver­schwie­gen­heit bleibt auch nach Be­en­di­gung des Ar­beits­ver­hält­nis­ses oder der Zu­ge­hö­rig­keit zu ei­nem Or­gan der FIN­MA be­ste­hen.

3Die An­ge­stell­ten und die ein­zel­nen Or­ga­ne der FIN­MA dür­fen sich oh­ne Er­mäch­ti­gung der FIN­MA bei Ein­ver­nah­men und in Ge­richts­ver­fah­ren als Par­tei, Zeu­gin­nen und Zeu­gen oder Sach­ver­stän­di­ge nicht über Wahr­neh­mun­gen äus­sern, die sie bei der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben ge­macht ha­ben und die sich auf ih­re amt­li­chen Auf­ga­ben be­zie­hen.

4Dem Amts­ge­heim­nis un­ter­ste­hen auch al­le von der FIN­MA Be­auf­trag­ten (Prüf­be­auf­trag­te, Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­te, Sa­nie­rungs­be­auf­trag­te, Li­qui­da­to­ren, Sach­wal­ter).1


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).

2. Abschnitt: Finanzierung und Finanzhaushalt

Art. 15 Finanzierung  

1Die FIN­MA er­hebt Ge­büh­ren für Auf­sichts­ver­fah­ren im Ein­zel­fall und für Dienst­leis­tun­gen. Zu­dem er­hebt sie von den Be­auf­sich­tig­ten jähr­lich pro Auf­sichts­be­reich ei­ne Auf­sichts­ab­ga­be für die Kos­ten der FIN­MA, die durch die Ge­büh­ren nicht ge­deckt sind.

2Die Auf­sichts­ab­ga­be wird nach fol­gen­den Kri­te­ri­en be­mes­sen:

a.1
...
abis.2
Für die Be­auf­sich­tig­ten nach Ar­ti­kel 1a des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 19343, nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­be e des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 20184 und nach dem Pfand­brief­ge­setz vom 25. Ju­ni 19305 sind Bi­lanz­sum­me und Ef­fek­ten­um­satz mass­ge­bend; für die Be­auf­sich­tig­ten nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 Buch­sta­ben c und d des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes sind die Hö­he des ver­wal­te­ten Ver­mö­gens, der Brut­to­er­trag und die Be­triebs­grös­se mass­ge­bend; für die Be­auf­sich­tig­ten nach Ar­ti­kel 1b des Ban­ken­ge­set­zes sind Bi­lanz­sum­me und Brut­to­er­trag mass­ge­bend.
ater.6
Für die Be­auf­sich­tig­ten nach dem Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­setz vom 19. Ju­ni 20157 sind Bi­lanz­sum­me und Ef­fek­ten­um­satz oder, wenn kei­ne Ef­fek­ten um­ge­setzt wer­den, der Brut­to­er­trag mass­ge­bend.
b.
Für die Be­auf­sich­tig­ten nach dem Kol­lek­ti­v­an­la­gen­ge­setz vom 23. Ju­ni 20068 sind die Hö­he des ver­wal­te­ten Ver­mö­gens, der Brut­to­er­trag und die Be­triebs­grös­se mass­ge­bend.
c.
Für ein Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men nach dem Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 17. De­zem­ber 20049 ist sein An­teil an den ge­sam­ten Prä­mi­enein­nah­men al­ler Ver­si­che­rungs­un­ter­neh­men mass­ge­bend; für Ver­si­che­rungs­ver­mitt­le­rin­nen und -ver­mitt­ler nach Ar­ti­kel 43 Ab­satz 1 des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes vom 17. De­zem­ber 2004 sind ih­re An­zahl und die Be­triebs­grös­se mass­ge­bend.
d.10
Für die Selbst­re­gu­lie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen nach dem Geld­wä­sche­rei­ge­setz vom 10. Ok­to­ber 199711 (GwG) sind Brut­to­er­trag und An­zahl Mit­glie­der mass­ge­bend.
e.12
Für ei­ne Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on nach dem 3. Ti­tel ist der An­teil der von ihr Be­auf­sich­tig­ten an der Ge­samt­zahl der von al­len Auf­sichts­or­ga­ni­sa­tio­nen Be­auf­sich­tig­ten mass­ge­bend; die Auf­sichts­ab­ga­be deckt auch die Kos­ten der FIN­MA, wel­che durch Be­auf­sich­tig­te ver­ur­sacht wer­den und nicht durch Ge­büh­ren ge­deckt wer­den kön­nen.

3Der Bun­des­rat kann die Auf­tei­lung der Auf­sichts­ab­ga­be in ei­ne fi­xe Grund­ab­ga­be und ei­ne va­ria­ble Zu­satz­ab­ga­be vor­se­hen.

4Er re­gelt die Ein­zel­hei­ten, na­ment­lich:

a.
die Be­mes­sungs­grund­la­gen;
b.
die Auf­sichts­be­rei­che nach Ab­satz 1; und
c.
die Auf­tei­lung der durch die Auf­sichts­ab­ga­be zu fi­nan­zie­ren­den Kos­ten un­ter den Auf­sichts­be­rei­chen.

1 Ge­gen­stands­los. Sie­he Art. 75 Abs. 5 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018 (SR 954.1).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).
3 SR 952.0
4 SR 954.1
5 SR 211.423.4
6 Ur­sprüng­lich: Bst. abis. Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
7 SR 958.1
8 SR 951.31
9 SR 961.01
10 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).
11 SR 955.0
12 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).

Art. 16 Reserven  

Die FIN­MA bil­det in­nert an­ge­mes­se­ner Frist für die Aus­übung ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit Re­ser­ven im Um­fang ei­nes Jah­res­bud­gets.

Art. 17 Tresorerie  

1Die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­ver­wal­tung ver­wal­tet im Rah­men ih­rer zen­tra­len Tre­so­re­rie die li­qui­den Mit­tel der FIN­MA.

2Sie ge­währt der FIN­MA zur Si­cher­stel­lung der Zah­lungs­be­reit­schaft Dar­le­hen zu markt­kon­for­men Be­din­gun­gen.

3Die Eid­ge­nös­si­sche Fi­nanz­ver­wal­tung und die FIN­MA le­gen die Ein­zel­hei­ten die­ser Zu­sam­men­ar­beit ein­ver­nehm­lich fest.

Art. 18 Rechnungslegung  

1Die Rech­nungs­le­gung der FIN­MA stellt ih­re Ver­mö­gens-, Fi­nanz- und Er­trags­la­ge voll­stän­dig dar.

2Sie folgt den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen der We­sent­lich­keit, Ver­ständ­lich­keit, Ste­tig­keit und Brut­to­dar­stel­lung und ori­en­tiert sich an all­ge­mein an­er­kann­ten Stan­dards.

3Die aus den Rech­nungs­le­gungs­grund­sät­zen ab­ge­lei­te­ten Bi­lan­zie­rungs- und Be­wer­tungs­re­geln sind of­fen­zu­le­gen.

Art. 19 Verantwortlichkeit  

1Die Ver­ant­wort­lich­keit der FIN­MA, ih­rer Or­ga­ne, ih­res Per­so­nals so­wie der von der FIN­MA Be­auf­trag­ten rich­tet sich un­ter Vor­be­halt von Ab­satz 2 nach dem Ver­ant­wort­lich­keits­ge­setz vom 14. März 19581.2

2Die FIN­MA und die von ihr Be­auf­trag­ten haf­ten nur, wenn:

a.
sie we­sent­li­che Amts­pflich­ten ver­letzt ha­ben; und
b.
Schä­den nicht auf Pflicht­ver­let­zun­gen ei­ner oder ei­nes Be­auf­sich­tig­ten zu­rück­zu­füh­ren sind.

1 SR 170.32
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).

Art. 20 Steuerbefreiung  

1Die FIN­MA ist von je­der Be­steue­rung durch den Bund, die Kan­to­ne und die Ge­mein­den be­freit.

2Vor­be­hal­ten bleibt das Bun­des­recht über:

a.
die Mehr­wert­steu­er;
b.
die Ver­rech­nungs­steu­er;
c.
die Stem­pe­l­ab­ga­ben.

3. Abschnitt: Unabhängigkeit und Aufsicht

Art. 21  

1Die FIN­MA übt ih­re Auf­sichtstä­tig­keit selbst­stän­dig und un­ab­hän­gig aus.

2Sie er­ör­tert min­des­tens ein­mal jähr­lich mit dem Bun­des­rat die Stra­te­gie ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit so­wie ak­tu­el­le Fra­gen der Fi­nanz­platz­po­li­tik.

3Sie ver­kehrt mit dem Bun­des­rat über das EFD.

4Die eid­ge­nös­si­schen Rä­te üben die Ober­auf­sicht aus.

4. Abschnitt: Information der Öffentlichkeit und Datenbearbeitung

Art. 22 Information der Öffentlichkeit  

1Die FIN­MA in­for­miert die Öf­fent­lich­keit jähr­lich min­des­tens ein­mal über ih­re Auf­sichtstä­tig­keit und Auf­sichtspra­xis.

2Sie in­for­miert nicht über ein­zel­ne Ver­fah­ren, es sei denn, es be­ste­he da­für ein be­son­de­res auf­sichts­recht­li­ches Be­dürf­nis, ins­be­son­de­re, wenn die In­for­ma­ti­on nö­tig ist:

a.
zum Schutz der Markt­teil­neh­me­rin­nen und -teil­neh­mer oder der Be­auf­sich­tig­ten;
b.
zur Be­rich­ti­gung falscher oder ir­re­füh­ren­der In­for­ma­tio­nen; oder
c.
zur Wah­rung des An­se­hens des Fi­nanz­plat­zes Schweiz.

3Hat sie über ein Ver­fah­ren in­for­miert, so in­for­miert sie un­ver­züg­lich auch über des­sen Ein­stel­lung. Auf Ver­lan­gen des Be­trof­fe­nen kann da­von ab­ge­se­hen wer­den.

4Sie trägt bei ih­rer ge­sam­ten In­for­ma­ti­ons­tä­tig­keit den Per­sön­lich­keits­rech­ten der Be­trof­fe­nen Rech­nung. Die Ver­öf­fent­li­chung von Per­so­nen­da­ten kann in elek­tro­ni­scher oder ge­druck­ter Form er­fol­gen.

Art. 23 Datenbearbeitung und öffentliches Verzeichnis  

1Die FIN­MA be­ar­bei­tet im Rah­men der Auf­sicht nach die­sem Ge­setz und den Fi­nanz­markt­ge­set­zen Per­so­nen­da­ten, ein­sch­liess­lich be­son­ders schüt­zens­wer­ter Per­so­nen­da­ten und Per­sön­lich­keitspro­fi­len. Sie re­gelt die Ein­zel­hei­ten.

2Sie führt ein Ver­zeich­nis der Be­auf­sich­tig­ten. Die­ses Ver­zeich­nis ist in elek­tro­ni­scher Form öf­fent­lich zu­gäng­lich.

3. Kapitel: Aufsichtsinstrumente

1. Abschnitt: Prüfung

Art. 24 Grundsatz  

1Die FIN­MA kann nach Mass­ga­be der Fi­nanz­markt­ge­set­ze (Art. 1 Abs. 1) die Prü­fung der Be­auf­sich­tig­ten selbst aus­füh­ren oder sie aus­füh­ren las­sen durch:

a.
von den Be­auf­sich­tig­ten be­auf­trag­te und der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de nach Ar­ti­kel 9a des Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 20052 zu­ge­las­se­ne Prüf­ge­sell­schaf­ten; oder
b.
Prüf­be­auf­trag­te ge­mä­ss Ar­ti­kel 24a.

2Die Prü­fung ori­en­tiert sich ins­be­son­de­re an den Ri­si­ken, die vom Be­auf­sich­tig­ten für die Gläu­bi­ge­rin­nen und Gläu­bi­ger, die An­le­ge­rin­nen und An­le­ger, die Ver­si­cher­ten und die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Fi­nanz­märk­te aus­ge­hen kön­nen. Dop­pel­spu­rig­kei­ten bei der Prü­fung sind so weit mög­lich zu ver­mei­den.

3Für die Ge­heim­hal­tung durch die Prüf­ge­sell­schaf­ten gilt Ar­ti­kel 730b Ab­satz 2 des Ob­li­ga­tio­nen­rechts3 sinn­ge­mä­ss.

4Der Bun­des­rat re­gelt bei der Prü­fung ge­mä­ss Ab­satz 1 Buch­sta­be a die Grund­zü­ge für den In­halt und die Durch­füh­rung der Prü­fung so­wie die Form der Be­richt­er­stat­tung. Er kann die FIN­MA er­mäch­ti­gen, Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu tech­ni­schen An­ge­le­gen­hei­ten zu er­las­sen.

5Die Be­auf­sich­tig­ten tra­gen die Kos­ten der Prü­fung.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
2 SR 221.302
3 SR 220

Art. 24a Prüfbeauftragte  

1Die FIN­MA kann ei­ne un­ab­hän­gi­ge und fach­kun­di­ge Per­son be­auf­tra­gen, Prü­fun­gen bei Be­auf­sich­tig­ten durch­zu­füh­ren.

2Sie um­schreibt in der Ein­set­zungs­ver­fü­gung die Auf­ga­ben der oder des Prüf­be­auf­trag­ten.

3Die Kos­ten der oder des Prüf­be­auf­trag­ten tra­gen die Be­auf­sich­tig­ten.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).

Art. 25 Pflichten der geprüften Beaufsichtigten  

1Wird ei­ne Prüf­ge­sell­schaft zur Prü­fung ein­ge­setzt oder zieht die FIN­MA ei­ne Prü­fungs­be­auf­trag­te oder einen Prüf­be­auf­trag­ten bei, so ha­ben die Be­auf­sich­tig­ten die­ser oder die­sem al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und Un­ter­la­gen her­aus­zu­ge­ben, die sie oder er zur Er­fül­lung ih­rer oder sei­ner Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.

2Die oder der Be­auf­sich­tig­te hat die FIN­MA über die Wahl ei­ner Prüf­ge­sell­schaft zu in­for­mie­ren.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).

Art. 26  

1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).

Art. 27 Berichterstattung und Massnahmen  

1Die Prüf­ge­sell­schaft er­stat­tet der FIN­MA Be­richt über ih­re Prü­fun­gen. Die Prüf­ge­sell­schaft stellt den Be­richt dem obers­ten Lei­tungs­or­gan der oder des ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten zur Ver­fü­gung.1

2Stellt sie Ver­let­zun­gen auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen oder sons­ti­ge Miss­stän­de fest, so setzt sie der oder dem ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist zur Her­stel­lung des ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stan­des. Wird die Frist nicht ein­ge­hal­ten, so in­for­miert sie die FIN­MA.

3Bei schwe­ren Ver­let­zun­gen auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen und schwe­ren Miss­stän­den be­nach­rich­tigt die Prüf­ge­sell­schaft die FIN­MA oh­ne Ver­zug.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).

Art. 28 Aufsicht über die Prüfgesellschaften  

11

2Die FIN­MA und die Eid­ge­nös­si­sche Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de er­tei­len ein­an­der al­le Aus­künf­te und über­mit­teln al­le Un­ter­la­gen, die sie für die Durch­set­zung der je­wei­li­gen Ge­setz­ge­bung be­nö­ti­gen.2


1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), mit Wir­kung seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).

Art. 28a Wahl und Wechsel der Prüfgesellschaft  

1Für die Prü­fung im Rah­men ei­nes Be­wil­li­gungs­ver­fah­rens so­wie für die üb­ri­gen Prü­fun­gen sind zwei un­ter­schied­li­che Prüf­ge­sell­schaf­ten zu be­auf­tra­gen.

2Die FIN­MA kann in be­grün­de­ten Fäl­len vom Be­auf­sich­tig­ten den Wech­sel der Prüf­ge­sell­schaft ver­lan­gen.

3Die FIN­MA in­for­miert die Eid­ge­nös­si­sche Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de vor der An­ord­nung ei­nes Wech­sels nach Ab­satz 2.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).

2. Abschnitt: Weitere Aufsichtsinstrumente

Art. 29 Auskunfts- und Meldepflicht  

1Die Be­auf­sich­tig­ten, ih­re Prüf­ge­sell­schaf­ten und Re­vi­si­ons­stel­len so­wie qua­li­fi­ziert oder mass­ge­bend an den Be­auf­sich­tig­ten be­tei­lig­te Per­so­nen und Un­ter­neh­men müs­sen der FIN­MA al­le Aus­künf­te er­tei­len und Un­ter­la­gen her­aus­ge­ben, die sie zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­tigt.

2Die Be­auf­sich­tig­ten und die Prüf­ge­sell­schaf­ten, die bei ih­nen Prü­fun­gen durch­füh­ren, müs­sen der FIN­MA zu­dem un­ver­züg­lich Vor­komm­nis­se mel­den, die für die Auf­sicht von we­sent­li­cher Be­deu­tung sind.1


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).

Art. 30 Anzeige der Eröffnung eines Verfahrens  

Er­ge­ben sich An­halts­punk­te für Ver­let­zun­gen auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen und er­öff­net die FIN­MA ein Ver­fah­ren, so zeigt sie dies den Par­tei­en an.

Art. 31 Wiederherstellung des ordnungsgemässen Zustandes  

1Ver­letzt ei­ne Be­auf­sich­tig­te oder ein Be­auf­sich­tig­ter die Be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes oder ei­nes Fi­nanz­markt­ge­set­zes oder be­ste­hen sons­ti­ge Miss­stän­de, so sorgt die FIN­MA für die Wie­der­her­stel­lung des ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stan­des.

2Er­schei­nen die Rech­te der Kun­din­nen und Kun­den ge­fähr­det, so kann die FIN­MA die Be­auf­sich­tig­ten zu Si­cher­heits­leis­tun­gen ver­pflich­ten.1


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).

Art. 32 Feststellungsverfügung und Ersatzvornahme  

1Er­gibt das Ver­fah­ren, dass die oder der Be­auf­sich­tig­te auf­sichts­recht­li­che Be­stim­mun­gen schwer ver­letzt hat, und müs­sen kei­ne Mass­nah­men zur Wie­der­her­stel­lung des ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stan­des mehr an­ge­ord­net wer­den, so kann die FIN­MA ei­ne Fest­stel­lungs­ver­fü­gung er­las­sen.

2Wird ei­ne voll­streck­ba­re Ver­fü­gung der FIN­MA nach vor­gän­gi­ger Mah­nung in­nert der an­ge­setz­ten Frist nicht be­folgt, so kann die FIN­MA auf Kos­ten der säu­mi­gen Par­tei die an­ge­ord­ne­te Hand­lung sel­ber vor­neh­men oder vor­neh­men las­sen.2


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).
2 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).

Art. 33 Berufsverbot  

1Stellt die FIN­MA ei­ne schwe­re Ver­let­zung auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen fest, so kann sie der ver­ant­wort­li­chen Per­son die Tä­tig­keit in lei­ten­der Stel­lung bei ei­ner oder ei­nem von ihr Be­auf­sich­tig­ten un­ter­sa­gen.

2Das Be­rufs­ver­bot kann für ei­ne Dau­er von bis zu fünf Jah­ren aus­ge­spro­chen wer­den.

Art. 33a Tätigkeitsverbot  

1Die FIN­MA kann fol­gen­den Per­so­nen die Tä­tig­keit im Han­del mit Fi­nan­z­in­stru­men­ten oder als Kun­den­be­ra­te­rin oder Kun­den­be­ra­ter be­fris­tet oder im Fal­le ei­ner Wie­der­ho­lung dau­ernd ver­bie­ten, wenn sie die Be­stim­mun­gen der Fi­nanz­markt­ge­set­ze, die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen oder die be­triebs­in­ter­nen Vor­schrif­ten schwer ver­let­zen:

a.
den für den Han­del mit Fi­nan­z­in­stru­men­ten ver­ant­wort­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern ei­ner oder ei­nes Be­auf­sich­tig­ten;
b.
den als Kun­den­be­ra­te­rin­nen oder Kun­den­be­ra­ter tä­ti­gen Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern ei­ner oder ei­nes Be­auf­sich­tig­ten.

2Er­fasst das Tä­tig­keits­ver­bot gleich­zei­tig auch ei­ne Tä­tig­keit im Auf­sichts­be­reich ei­ner Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on, so ist ihr der Ent­scheid mit­zu­tei­len.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).

Art. 34 Veröffentlichung der aufsichtsrechtlichen Verfügung  

1Liegt ei­ne schwe­re Ver­let­zung auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen vor, so kann die FIN­MA ih­re End­ver­fü­gung nach Ein­tritt der Rechts­kraft un­ter An­ga­be von Per­so­nen­da­ten in elek­tro­ni­scher oder ge­druck­ter Form ver­öf­fent­li­chen.

2Die Ver­öf­fent­li­chung ist in der Ver­fü­gung sel­ber an­zu­ord­nen.

Art. 35 Einziehung  

1Die FIN­MA kann den Ge­winn ein­zie­hen, den ei­ne Be­auf­sich­tig­te, ein Be­auf­sich­tig­ter oder ei­ne ver­ant­wort­li­che Per­son in lei­ten­der Stel­lung durch schwe­re Ver­let­zung auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen er­zielt hat.

2Die­se Re­ge­lung gilt sinn­ge­mä­ss, wenn ei­ne Be­auf­sich­tig­te, ein Be­auf­sich­tig­ter oder ei­ne ver­ant­wort­li­che Per­son in lei­ten­der Stel­lung durch schwe­re Ver­let­zung auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen einen Ver­lust ver­mie­den hat.

3Lässt sich der Um­fang der ein­zu­zie­hen­den Ver­mö­gens­wer­te nicht oder nur mit un­ver­hält­nis­mäs­si­gem Auf­wand er­mit­teln, so kann die FIN­MA ihn schät­zen.

4Das Recht zur Ein­zie­hung ver­jährt nach sie­ben Jah­ren.

5Die straf­recht­li­che Ein­zie­hung nach den Ar­ti­keln 70–72 des Straf­ge­setz­bu­ches1 geht der Ein­zie­hung nach die­ser Be­stim­mung vor.

6Die ein­ge­zo­ge­nen Ver­mö­gens­wer­te ge­hen an den Bund, so­weit sie nicht Ge­schä­dig­ten aus­be­zahlt wer­den.


1 SR 311.0

Art. 36 Untersuchungsbeauftragte oder Untersuchungsbeauftragter  

1Die FIN­MA kann ei­ne un­ab­hän­gi­ge und fach­kun­di­ge Per­son da­mit be­auf­tra­gen, bei ei­ner oder ei­nem Be­auf­sich­tig­ten einen auf­sichts­recht­lich re­le­van­ten Sach­ver­halt ab­zu­klä­ren oder von ihr an­ge­ord­ne­te auf­sichts­recht­li­che Mass­nah­men um­zu­set­zen (Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­te oder Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­ter).

2Sie um­schreibt in der Ein­set­zungs­ver­fü­gung die Auf­ga­ben der oder des Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­ten. Sie legt fest, in wel­chem Um­fang die oder der Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­te an Stel­le der Or­ga­ne der Be­auf­sich­tig­ten han­deln darf.

3Die Be­auf­sich­tig­ten ha­ben der oder dem Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­ten Zu­tritt zu ih­ren Räum­lich­kei­ten zu ge­wäh­ren so­wie al­le Aus­künf­te zu er­tei­len und Un­ter­la­gen of­fen­zu­le­gen, wel­che die oder der Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­te zur Er­fül­lung ih­rer oder sei­ner Auf­ga­ben be­nö­tigt.

4Die Kos­ten der oder des Un­ter­su­chungs­be­auf­trag­ten tra­gen die Be­auf­sich­tig­ten. Sie ha­ben auf An­ord­nung der FIN­MA einen Kos­ten­vor­schuss zu leis­ten.

Art. 37 Entzug der Bewilligung, der Anerkennung oder der Zulassung  

1Die FIN­MA ent­zieht ei­ner oder ei­nem Be­auf­sich­tig­ten die Be­wil­li­gung, die An­er­ken­nung oder die Zu­las­sung, wenn er die Vor­aus­set­zun­gen für die Tä­tig­keit nicht mehr er­füllt oder auf­sichts­recht­li­che Be­stim­mun­gen schwer ver­letzt.2

2Mit dem Ent­zug ver­liert die oder der Be­auf­sich­tig­te das Recht, die Tä­tig­keit aus­zuü­ben. Die üb­ri­gen Fol­gen des Ent­zugs rich­ten sich nach den an­wend­ba­ren Fi­nanz­markt­ge­set­zen.

3Die­se Fol­gen gel­ten ana­log, wenn ei­ne Be­auf­sich­tig­te oder ein Be­auf­sich­tig­ter tä­tig ist, oh­ne über ei­ne Be­wil­li­gung, ei­ne An­er­ken­nung, ei­ne Zu­las­sung oder ei­ne Re­gis­trie­rung zu ver­fü­gen.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).

3. Abschnitt: Zusammenarbeit mit inländischen Behörden

Art. 38 Strafbehörden  

1Die FIN­MA und die zu­stän­di­ge Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de tau­schen die im Rah­men der Zu­sam­men­ar­beit und zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen aus. Sie ver­wen­den die er­hal­te­nen In­for­ma­tio­nen aus­sch­liess­lich zur Er­fül­lung ih­rer je­wei­li­gen Auf­ga­ben.1

2Sie ko­or­di­nie­ren ih­re Un­ter­su­chun­gen, so­weit mög­lich und er­for­der­lich.

3Er­hält die FIN­MA Kennt­nis von ge­mein­recht­li­chen Ver­bre­chen und Ver­ge­hen so­wie Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die­ses Ge­setz und die Fi­nanz­markt­ge­set­ze, so be­nach­rich­tigt sie die zu­stän­di­gen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).

Art. 39 Andere inländische Behörden  

1Die FIN­MA ist be­fugt, an­de­ren in­län­di­schen Auf­sichts­be­hör­den so­wie der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­che In­for­ma­tio­nen zu über­mit­teln, die die­se zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­ti­gen.

1bisDie FIN­MA und die Auf­sichts­be­hör­de nach dem Kran­ken­ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­setz vom 26. Sep­tem­ber 20142 ko­or­di­nie­ren ih­re Auf­sichtstä­tig­kei­ten. Sie in­for­mie­ren sich ge­gen­sei­tig, so­bald sie von Vor­komm­nis­sen Kennt­nis er­hal­ten, die für die an­de­re Auf­sichts­be­hör­de von Be­deu­tung sind.3

2Die FIN­MA kann zu­dem mit dem EFD nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­che In­for­ma­tio­nen über be­stimm­te Fi­nanz­markt­teil­neh­mer aus­tau­schen, wenn es der Auf­recht­er­hal­tung der Sta­bi­li­tät des Fi­nanz­sys­tems dient.4


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
2 SR 832.12
3 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 4 des Fi­nanz­dienst­leis­tungs­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 4417; BBl 2015 8901).
4 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des Fi­nanz­dienst­leis­tungs­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2019 4417; BBl 2015 8901).

Art. 40 Verweigerungsgründe  

Die FIN­MA kann die Be­kannt­ga­be von nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­chen In­for­ma­tio­nen und die Her­aus­ga­be von Ak­ten ge­gen­über Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den und an­de­ren in­län­di­schen Be­hör­den ver­wei­gern, so­weit:

a.
die In­for­ma­tio­nen und die Ak­ten aus­sch­liess­lich der in­ter­nen Mei­nungs­bil­dung die­nen;
b.
de­ren Be­kannt- oder Her­aus­ga­be ein lau­fen­des Ver­fah­ren ge­fähr­den oder die Er­fül­lung ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit be­ein­träch­ti­gen wür­de;
c.
sie mit den Zie­len der Fi­nanz­mark­tauf­sicht oder mit de­ren Zweck nicht ver­ein­bar ist.
Art. 41 Streitigkeiten  

Über Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten in der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen der Fin­ma ei­ner­seits und Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den und an­de­ren in­län­di­schen Be­hör­den an­der­seits ent­schei­det das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt auf Er­su­chen ei­ner der be­trof­fe­nen Be­hör­den.

Art. 41a Zustellung von Urteilen  

1Die kan­to­na­len Zi­vil­ge­rich­te und das Bun­des­ge­richt stel­len der FIN­MA die Ur­tei­le, die sie in Strei­tig­kei­ten zwi­schen Be­auf­sich­tig­ten und Gläu­bi­ge­rin­nen und Gläu­bi­gern, An­le­ge­rin­nen und An­le­gern oder Ver­si­cher­ten fäl­len, in voll­stän­di­ger Aus­fer­ti­gung kos­ten­los zu.

2Die FIN­MA lei­tet Ur­tei­le, die durch die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on Be­auf­sich­tig­te be­tref­fen, der Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on wei­ter.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).

4. Abschnitt: Zusammenarbeit mit ausländischen Stellen

Art. 42 Amtshilfe  

1Die FIN­MA kann zum Voll­zug der Fi­nanz­markt­ge­set­ze aus­län­di­sche Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den um In­for­ma­tio­nen er­su­chen.

2Sie darf aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­che In­for­ma­tio­nen nur über­mit­teln, so­fern:

a.
die­se In­for­ma­tio­nen aus­sch­liess­lich zum Voll­zug des Fi­nanz­markt­rechts ver­wen­det oder zu die­sem Zweck an an­de­re Be­hör­den, Ge­rich­te oder Or­ga­ne wei­ter­ge­lei­tet wer­den;
b.
die er­su­chen­den Be­hör­den an ein Amts- oder Be­rufs­ge­heim­nis ge­bun­den sind, wo­bei Vor­schrif­ten über die Öf­fent­lich­keit von Ver­fah­ren und die Ori­en­tie­rung der Öf­fent­lich­keit über sol­che Ver­fah­ren vor­be­hal­ten blei­ben.

3Für den Aus­tausch von In­for­ma­tio­nen zwi­schen der FIN­MA und aus­län­di­schen Be­hör­den, Ge­rich­ten und Or­ga­nen, die in die Sa­nie­rung und Ab­wick­lung von Be­wil­li­gungs­in­ha­bern ein­ge­bun­den sind, gel­ten die Ab­sät­ze 1 und 2 sinn­ge­mä­ss.

4Die Amts­hil­fe wird zü­gig ge­leis­tet. Die FIN­MA be­rück­sich­tigt den Grund­satz der Ver­hält­nis­mäs­sig­keit. Die Über­mitt­lung von In­for­ma­tio­nen über Per­so­nen, die of­fen­sicht­lich nicht in die zu un­ter­su­chen­de An­ge­le­gen­heit ver­wi­ckelt sind, ist un­zu­läs­sig.

5Die FIN­MA kann im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­amt für Jus­tiz zu­stim­men, dass über­mit­tel­te In­for­ma­tio­nen zu ei­nem an­de­ren als dem in Ab­satz 2 Buch­sta­be a ge­nann­ten Zweck an Straf­be­hör­den wei­ter­ge­lei­tet wer­den, so­fern die Rechts­hil­fe in Strafsa­chen nicht aus­ge­schlos­sen ist.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).

Art. 42a Amtshilfeverfahren  

1Be­fin­det sich die FIN­MA noch nicht im Be­sitz der zu über­mit­teln­den In­for­ma­tio­nen, so kann sie die­se von den In­for­ma­ti­ons­in­ha­be­rin­nen und -in­ha­bern ver­lan­gen. Aus­kunfts­per­so­nen kön­nen ei­ne Be­fra­gung nach Ar­ti­kel 16 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19682 ver­wei­gern.

2Be­tref­fen die von der FIN­MA zu über­mit­teln­den In­for­ma­tio­nen ein­zel­ne Kun­din­nen oder Kun­den, so ist das Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz vom 20. De­zem­ber 1968 un­ter Vor­be­halt der Ab­sät­ze 3–6 an­wend­bar.

3Die FIN­MA kann die Ein­sicht­nah­me in die Kor­re­spon­denz mit aus­län­di­schen Be­hör­den ver­wei­gern. Ar­ti­kel 28 des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 1968 bleibt vor­be­hal­ten.

4Die FIN­MA kann aus­nahms­wei­se da­von ab­se­hen, die be­trof­fe­nen Kun­din­nen und Kun­den vor Über­mitt­lung der In­for­ma­tio­nen zu in­for­mie­ren, wenn der Zweck der Amts­hil­fe und die wirk­sa­me Er­fül­lung der Auf­ga­ben der er­su­chen­den Be­hör­de durch die vor­gän­gi­ge In­for­ma­ti­on ver­ei­telt wür­de. In die­sen Fäl­len sind die be­trof­fe­nen Kun­din­nen und Kun­den nach­träg­lich zu in­for­mie­ren.

5In den Fäl­len nach Ab­satz 4 in­for­miert die FIN­MA die In­for­ma­ti­ons­in­ha­be­rin­nen und -in­ha­ber so­wie die Be­hör­den, de­nen das Er­su­chen zur Kennt­nis ge­bracht wur­de, über den In­for­ma­ti­ons­auf­schub. Die­se dür­fen bis zur nach­träg­li­chen In­for­ma­ti­on der be­trof­fe­nen Kun­din­nen und Kun­den über das Er­su­chen nicht in­for­mie­ren.

6Der Ent­scheid der FIN­MA über die Über­mitt­lung der In­for­ma­tio­nen an die aus­län­di­sche Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de kann von der Kun­din oder dem Kun­den in­nert zehn Ta­gen beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt an­ge­foch­ten wer­den. Ar­ti­kel 22a des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 1968 fin­det kei­ne An­wen­dung. In den Fäl­len nach Ab­satz 4 kann das Rechts­be­geh­ren le­dig­lich auf Fest­stel­lung der Rechts­wid­rig­keit lau­ten.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
2 SR 172.021

Art. 42b Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen und Gremien  

1Die FIN­MA kann zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben nach Ar­ti­kel 6 an mul­ti­la­te­ra­len In­itia­ti­ven in­ter­na­tio­na­ler Or­ga­ni­sa­tio­nen und Gre­mi­en teil­neh­men, in de­ren Rah­men In­for­ma­tio­nen aus­ge­tauscht wer­den.

2Bei mul­ti­la­te­ra­len In­itia­ti­ven von gros­ser Trag­wei­te für den Schwei­zer Fi­nanz­platz er­folgt die Teil­nah­me am In­for­ma­ti­ons­aus­tausch im Ein­ver­neh­men mit dem EFD.

3Bei ei­ner Teil­nah­me kann die FIN­MA nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­che In­for­ma­tio­nen an in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen und Gre­mi­en nur über­mit­teln, so­fern:

a.
die­se In­for­ma­tio­nen aus­sch­liess­lich zur Er­fül­lung von Auf­ga­ben im Zu­sam­men­hang mit der Aus­ar­bei­tung und Ein­hal­tung von Re­gu­lie­rungs­stan­dards oder zur Ana­ly­se von sys­te­mi­schen Ri­si­ken ver­wen­det wer­den;
b.
die Ge­heim­hal­tung ge­währ­leis­tet ist.

4Die FIN­MA ver­ein­bart mit den in­ter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen und Gre­mi­en den ge­nau­en Ver­wen­dungs­zweck und ei­ne all­fäl­li­ge Wei­ter­lei­tung der über­mit­tel­ten In­for­ma­tio­nen. Ab­satz 3 bleibt vor­be­hal­ten.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).

Art. 42c Informationsübermittlung durch Beaufsichtigte  

1Be­auf­sich­tig­te dür­fen den zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den und wei­te­ren mit der Auf­sicht be­trau­ten aus­län­di­schen Stel­len nicht öf­fent­lich zu­gäng­li­che In­for­ma­tio­nen über­mit­teln, so­fern:

a.
die Vor­aus­set­zun­gen von Ar­ti­kel 42 Ab­satz 2 er­füllt sind;
b.
die Rech­te von Kun­den und Drit­ten ge­wahrt blei­ben.

2 Dar­über hin­aus dür­fen sie nicht öf­fent­li­che In­for­ma­tio­nen, die im Zu­sam­men­hang mit Ge­schäf­ten von Kun­den und Be­auf­sich­tig­ten ste­hen, aus­län­di­schen Be­hör­den und den von die­sen be­auf­trag­ten Stel­len über­mit­teln, wenn die Rech­te von Kun­den und Drit­ten ge­wahrt blei­ben.

3Ei­ne In­for­ma­ti­ons­über­mitt­lung von we­sent­li­cher Be­deu­tung nach Ar­ti­kel 29 Ab­satz 2 be­darf der vor­gän­gi­gen Mel­dung an die FIN­MA.

4Die FIN­MA kann den Amts­hil­fe­weg vor­be­hal­ten.

5Sie kann die Über­mitt­lung, die Ver­öf­fent­li­chung oder die Wei­ter­ga­be von Ak­ten aus dem Auf­sichts­ver­hält­nis von ih­rer Zu­stim­mung ab­hän­gig ma­chen, wenn dies im In­ter­es­se der Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben liegt und kei­ne über­wie­gen­den pri­va­ten oder öf­fent­li­chen In­ter­es­sen ent­ge­gen­ste­hen.


1 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).

Art. 43 Grenzüberschreitende Prüfungen  

1Die FIN­MA kann zum Voll­zug der Fi­nanz­markt­ge­set­ze di­rek­te Prü­fun­gen bei Be­auf­sich­tig­ten im Aus­land sel­ber vor­neh­men oder durch Prüf­ge­sell­schaf­ten oder bei­ge­zo­ge­ne Prüf­be­auf­trag­te vor­neh­men las­sen.1

2Sie darf aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den di­rek­te Prü­fun­gen bei Be­auf­sich­tig­ten er­lau­ben, so­fern:

a.
die­se Be­hör­den im Rah­men der Her­kunfts­land­kon­trol­le für die Auf­sicht des ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten oder in ih­rem Ho­heits­ge­biet für die Be­auf­sich­ti­gung der Tä­tig­keit des ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten ver­ant­wort­lich sind; und
b.
die Vor­aus­set­zun­gen für die Amts­hil­fe nach Ar­ti­kel 42 Ab­satz 2 er­füllt sind.2

3Durch grenz­über­schrei­ten­de di­rek­te Prü­fun­gen dür­fen nur An­ga­ben er­ho­ben wer­den, die für die Auf­sichtstä­tig­keit der aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den not­wen­dig sind. Da­zu ge­hö­ren ins­be­son­de­re An­ga­ben dar­über, ob ein In­sti­tut kon­zern­weit:

a.
an­ge­mes­sen or­ga­ni­siert ist;
b.
die in sei­ner Ge­schäftstä­tig­keit ent­hal­te­nen Ri­si­ken an­ge­mes­sen er­fasst, be­grenzt und über­wacht;
c.
durch Per­so­nen ge­lei­tet wird, die Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit bie­ten;
d.
Ei­gen­mit­tel- und Ri­si­ko­ver­tei­lungs­vor­schrif­ten auf kon­so­li­dier­ter Ba­sis er­füllt; und
e.
sei­nen Be­richt­er­stat­tungs­pflich­ten ge­gen­über den Auf­sichts­be­hör­den kor­rekt nach­kommt.3

3bisSo­weit die aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den bei di­rek­ten Prü­fun­gen in der Schweiz In­for­ma­tio­nen ein­se­hen wol­len, die di­rekt oder in­di­rekt mit dem Ver­mö­gens­ver­wal­tungs-, Ef­fek­ten­han­dels- oder Ein­la­gen­ge­schäft für ein­zel­ne Kun­din­nen oder Kun­den zu­sam­men­hän­gen, er­hebt die FIN­MA die In­for­ma­tio­nen selbst und über­mit­telt sie den er­su­chen­den Be­hör­den. Glei­ches gilt für In­for­ma­tio­nen, die di­rekt oder in­di­rekt ein­zel­ne An­le­ge­rin­nen oder An­le­ger kol­lek­ti­ver Ka­pi­tal­an­la­gen be­tref­fen. Ar­ti­kel 42a fin­det An­wen­dung.4

3terDie FIN­MA kann der aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de, die für die kon­so­li­dier­te Auf­sicht des ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten ver­ant­wort­lich ist, für Zwe­cke nach Ab­satz 3 er­lau­ben, ei­ne be­schränk­te An­zahl ein­zel­ner Kun­den­dos­siers ein­zu­se­hen. Die Aus­wahl der Dos­siers muss zu­fäl­lig an­hand von im Vor­aus fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en er­fol­gen.5

4Die FIN­MA kann die aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den bei ih­ren di­rek­ten Prü­fun­gen in der Schweiz be­glei­ten oder durch ei­ne Prüf­ge­sell­schaft oder ei­ne Prüf­be­auf­trag­te oder einen Prü­fungs­be­auf­trag­ten be­glei­ten las­sen. Die be­trof­fe­nen Be­auf­sich­tig­ten kön­nen ei­ne Be­glei­tung ver­lan­gen.6

5Die nach schwei­ze­ri­schem Recht or­ga­ni­sier­ten Nie­der­las­sun­gen ha­ben den zu­stän­di­gen aus­län­di­schen Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­den und der FIN­MA die zur Durch­füh­rung der di­rek­ten Prü­fun­gen oder der Amts­hil­fe durch die FIN­MA not­wen­di­gen Aus­künf­te zu er­tei­len und Ein­sicht in ih­re Bü­cher zu ge­wäh­ren.

6Als Nie­der­las­sun­gen gel­ten:

a.
Toch­ter­ge­sell­schaf­ten, Zweignie­der­las­sun­gen und Ver­tre­tun­gen von Be­auf­sich­tig­ten oder aus­län­di­schen In­sti­tu­ten; und
b.
an­de­re Un­ter­neh­mun­gen, so­weit ih­re Tä­tig­keit von ei­ner Fi­nanz­mark­tauf­sichts­be­hör­de in die kon­so­li­dier­te Auf­sicht ein­be­zo­gen wird.

1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
4 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
5 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, in Kraft seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).
6 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).

3. Titel: Aufsicht über Vermögensverwalter, Trustees und Handelsprüfer

1. Kapitel: Allgemeine Bestimmungen

Art. 43a Aufsichtsorganisation  

1Die lau­fen­de Auf­sicht über Ver­mö­gens­ver­wal­ter und Trus­tees nach Ar­ti­kel 17 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 20181 und über Han­dels­prü­fer nach Ar­ti­kel 42bis des Edel­me­tall­kon­troll­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 19332 wird von ei­ner oder meh­re­ren Auf­sichts­or­ga­ni­sa­tio­nen mit Sitz in der Schweiz aus­ge­übt.

2Die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on be­darf vor der Auf­nah­me ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit ei­ner Be­wil­li­gung der FIN­MA und wird von ihr be­auf­sich­tigt.

3Die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on kann auch Fi­nan­zin­ter­me­di­äre nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 3 des Geld­wä­sche­rei­ge­set­zes vom 10. Ok­to­ber 19973 (GwG) hin­sicht­lich der Ein­hal­tung der Pflich­ten nach GwG be­auf­sich­ti­gen, so­fern sie über ei­ne An­er­ken­nung als Selbst­re­gu­lie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on nach Ar­ti­kel 24 GwG ver­fügt.

4Ist sie nach Ab­satz 3 auch als Selbst­re­gu­lie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on tä­tig, sorgt sie da­für, dass dies ge­gen aus­sen je­der­zeit er­kenn­bar ist.


Art. 43b Laufende Aufsicht  

1Die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on über­prüft lau­fend, ob die Ver­mö­gens­ver­wal­ter und Trus­tees nach Ar­ti­kel 17 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 20181 und Han­dels­prü­fer nach Ar­ti­kel 42bis des Edel­me­tall­kon­troll­ge­set­zes vom 20. Ju­ni 19332 die für sie mass­ge­bli­chen Fi­nanz­markt­ge­set­ze ein­hal­ten.

2Stellt die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on Ver­let­zun­gen auf­sichts­recht­li­cher Be­stim­mun­gen oder sons­ti­ge Miss­stän­de fest, so setzt sie der oder dem ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist zur Her­stel­lung des ord­nungs­ge­mäs­sen Zu­stan­des. Wird die Frist nicht ein­ge­hal­ten, so in­for­miert sie un­ver­züg­lich die FIN­MA.

3Der Bun­des­rat be­stimmt Grund­zü­ge und In­halt der lau­fen­den Auf­sicht. Er trägt da­bei der un­ter­schied­li­chen Grös­se und dem un­ter­schied­li­chen Ge­schäfts­ri­si­ko der Be­auf­sich­tig­ten Rech­nung. Er kann die FIN­MA er­mäch­ti­gen, Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu tech­ni­schen An­ge­le­gen­hei­ten zu er­las­sen.


2. Kapitel: Bewilligung

Art. 43c Grundsatz  

1Die FIN­MA be­wil­ligt die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on, wenn die Be­stim­mun­gen die­ses Ka­pi­tels er­füllt sind.

2Sie ge­neh­migt die Sta­tu­ten und das Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment der Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on so­wie die Wahl der mit der Ver­wal­tung und Ge­schäfts­lei­tung be­trau­ten Per­so­nen.

3Die Än­de­rung be­wil­li­gungs­pflich­ti­ger Tat­sa­chen und ge­neh­mi­gungs­pflich­ti­ger Do­ku­men­te be­darf der vor­gän­gi­gen Be­wil­li­gung oder Ge­neh­mi­gung durch die FIN­MA.

4Wer­den meh­re­re Auf­sichts­or­ga­ni­sa­tio­nen er­rich­tet, so kann der Bun­des­rat Re­geln zur Ko­or­di­na­ti­on ih­rer Tä­tig­kei­ten und zur Un­ter­stel­lung der durch ei­ne Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on Be­auf­sich­tig­ten er­las­sen.

Art. 43d Organisation  

1Die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on muss tat­säch­lich von der Schweiz aus ge­lei­tet wer­den.

2Sie muss über an­ge­mes­se­ne Re­geln zur Un­ter­neh­mens­füh­rung ver­fü­gen und so or­ga­ni­siert sein, dass sie die Pflich­ten nach die­sem Ge­setz er­fül­len kann.

3Sie muss über die zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben not­wen­di­gen fi­nan­zi­el­len und per­so­nel­len Mit­tel ver­fü­gen.

4Sie muss über ei­ne Ge­schäfts­lei­tung als ope­ra­ti­ves Or­gan ver­fü­gen.

Art. 43e Gewähr und Unabhängigkeit  

1Die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on und die mit der Ge­schäfts­füh­rung be­trau­ten Per­so­nen müs­sen Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit bie­ten.

2Die mit der Ver­wal­tung und der Ge­schäfts­füh­rung be­trau­ten Per­so­nen müs­sen zu­dem einen gu­ten Ruf ge­nies­sen und die für die Funk­ti­on er­for­der­li­chen fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen auf­wei­sen.

3Die Mehr­heit der mit der Ver­wal­tung be­trau­ten Per­so­nen muss von den durch die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on Be­auf­sich­tig­ten un­ab­hän­gig sein.

4Die Mit­glie­der der Ge­schäfts­lei­tung müs­sen von den durch die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on Be­auf­sich­tig­ten un­ab­hän­gig sein.

5Die mit der Auf­sicht be­trau­ten Per­so­nen müs­sen von den durch sie Be­auf­sich­tig­ten un­ab­hän­gig sein. Die Auf­ga­ben ei­ner Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on nach die­sem Ge­setz und die­je­ni­gen ei­ner Selbst­re­gu­lie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on nach dem GwG1 kön­nen durch die­sel­ben Per­so­nen ge­lei­tet und durch das­sel­be Per­so­nal wahr­ge­nom­men wer­den.


1 SR 955.0

Art. 43f Finanzierung und Reserven  

1Die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on fi­nan­ziert ih­re Auf­sichtstä­tig­keit im Ein­zel­fall und ih­re Dienst­leis­tun­gen durch Bei­trä­ge der Be­auf­sich­tig­ten.

2Die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on bil­det in­nert an­ge­mes­se­ner Frist für die Aus­übung ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit Re­ser­ven im Um­fang ei­nes Jah­res­bud­gets.

3Der Bund kann der Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on zur Si­cher­stel­lung der Zah­lungs­be­reit­schaft bis zur voll­stän­di­gen Äuf­nung der Re­ser­ven nach Ab­satz 2 ein Dar­le­hen zu markt­kon­for­men Be­din­gun­gen ge­wäh­ren.

Art. 43g Verantwortlichkeit  

Ar­ti­kel 19 gilt sinn­ge­mä­ss auch für die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on.

3. Kapitel: Aufsicht über die Aufsichtsorganisation

Art. 43h Grundsätze  

1Die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on in­for­miert die FIN­MA pe­ri­odisch über ih­re Auf­sichtstä­tig­keit.

2Die FIN­MA prüft, ob die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on den An­for­de­run­gen nach dem 2. Ka­pi­tel die­ses Ti­tels ent­spricht und ob sie ih­re Auf­sichts­auf­ga­ben wahr­nimmt.

3Die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on muss der FIN­MA al­le Aus­künf­te er­tei­len und Un­ter­la­gen her­aus­ge­ben, wel­che die FIN­MA zur Wahr­neh­mung ih­rer Auf­sichtstä­tig­keit über die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on be­nö­tigt.

Art. 43i Massnahmen  

1Er­füllt die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on die An­for­de­run­gen nach dem 2. Ka­pi­tel die­ses Ti­tels nicht oder nimmt sie ih­re Auf­sichts­auf­ga­ben nicht wahr, so er­greift die FIN­MA die er­for­der­li­chen Mass­nah­men.

2Die FIN­MA kann Per­so­nen, wel­che die Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäftstä­tig­keit nicht mehr er­fül­len, ab­be­ru­fen.

3Er­weist sich kei­ne an­de­re Mass­nah­me als wir­kungs­voll, so kann die FIN­MA die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on li­qui­die­ren und die Auf­sichtstä­tig­keit auf ei­ne an­de­re Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on über­tra­gen.

4Be­ste­hen An­zei­chen für Miss­stän­de und sorgt die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on nicht für die Wie­der­her­stel­lung des recht­mäs­si­gen Zu­stands, so kann die FIN­MA:

a.
ei­ne Prü­fung beim Be­auf­sich­tig­ten durch­füh­ren;
b.
einen Prüf­be­auf­trag­ten nach Ar­ti­kel 24a ein­set­zen; oder
c.
Auf­sichts­in­stru­men­te nach den Ar­ti­keln 29–37 er­grei­fen.

4. Kapitel: Datenbearbeitung

Art. 43j  

Ar­ti­kel 23 gilt sinn­ge­mä­ss.

5. Kapitel: Aufsichtsinstrumente der Aufsichtsorganisation

Art. 43k Prüfung  

1Die Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on kann die Prü­fung der von ihr Be­auf­sich­tig­ten selbst aus­füh­ren oder sie durch Prüf­ge­sell­schaf­ten aus­füh­ren las­sen, die:

a.
von der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de als Re­vi­so­rin nach Ar­ti­kel 6 des Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­set­zes vom 16. De­zem­ber 20051 zu­ge­las­sen sind;
b.
für die­se Prü­fung aus­rei­chend or­ga­ni­siert sind; und
c.
kei­ne an­de­re nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen be­wil­li­gungs­pflich­ti­ge Tä­tig­keit aus­üben.

2Bei Prü­fun­gen durch ei­ne Prüf­ge­sell­schaft nach Ab­satz 1 müs­sen lei­ten­de Prü­fe­rin­nen oder lei­ten­de Prü­fer ein­ge­setzt wer­den, die:

a.
von der Eid­ge­nös­si­schen Re­vi­si­ons­auf­sichts­be­hör­de als Re­vi­so­rin oder Re­vi­sor nach Ar­ti­kel 5 des Re­vi­si­ons­auf­sichts­ge­set­zes zu­ge­las­sen sind;
b.
das nö­ti­ge Fach­wis­sen und die nö­ti­ge Pra­xi­ser­fah­rung für die Prü­fung nach Ab­satz 1 auf­wei­sen.

3Die Ar­ti­kel 24 Ab­sät­ze 2–5 und 24a–28a sind sinn­ge­mä­ss an­wend­bar.

4Die Be­auf­sich­tig­ten ha­ben auf An­ord­nung der Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on einen Kos­ten­vor­schuss zu leis­ten.


Art. 43l Auskunfts- und Meldepflicht  

1Die Be­auf­sich­tig­ten, ih­re Prüf­ge­sell­schaf­ten und Re­vi­si­ons­stel­len so­wie qua­li­fi­ziert oder mass­ge­bend an den Be­auf­sich­tig­ten be­tei­lig­te Per­so­nen und Un­ter­neh­men müs­sen der Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on al­le Aus­künf­te er­tei­len und Un­ter­la­gen her­aus­ge­ben, die sie zur Er­fül­lung ih­rer Auf­ga­ben be­nö­tigt.

2Die Be­auf­sich­tig­ten und die Prüf­ge­sell­schaf­ten, die bei ih­nen Prü­fun­gen durch­füh­ren, müs­sen der Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on zu­dem un­ver­züg­lich Vor­komm­nis­se mel­den, die für die Auf­sicht von we­sent­li­cher Be­deu­tung sind.

4. Titel: Strafbestimmungen

Art. 44 Tätigkeit ohne Bewilligung, Anerkennung, Zulassung, Registrierung oder Anschluss an eine Selbstregulierungsorganisation  

1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich oh­ne Be­wil­li­gung, An­er­ken­nung, Zu­las­sung, Re­gis­trie­rung oder An­schluss an ei­ne Selbst­re­gu­lie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on nach Ar­ti­kel 24 Ab­satz 1 GwG2 ei­ne nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen be­wil­li­gungs-, an­er­ken­nungs-, zu­las­sungs- oder re­gis­trie­rungs­pflich­ti­ge Tä­tig­keit oder ei­ne Tä­tig­keit, die den An­schluss an ei­ne Selbst­re­gu­lie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on vor­aus­setzt, aus­übt.3

2Wer fahr­läs­sig han­delt, wird mit Bus­se bis zu 250 000 Fran­ken be­straft.

3...4


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).
2 SR 955.0
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).
4 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).

Art. 45 Erteilen falscher Auskünfte  

1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich der FIN­MA, ei­ner Prüf­ge­sell­schaft, ei­ner Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on, ei­ner Selbst­re­gu­lie­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on, ei­ner oder ei­nem Be­auf­trag­ten falsche Aus­künf­te er­teilt.1

2Wer fahr­läs­sig han­delt, wird mit Bus­se bis zu 250 000 Fran­ken be­straft.

3...2


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).

Art. 46 Pflichtverletzungen der Beauftragten  

1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich als Be­auf­trag­te oder Be­auf­trag­ter die auf­sichts­recht­li­chen Be­stim­mun­gen grob ver­letzt, in­dem sie oder er:2

a.3
im Be­richt we­sent­li­che falsche An­ga­ben macht oder we­sent­li­che Tat­sa­chen ver­schweigt;
b.
ei­ne vor­ge­schrie­be­ne Mel­dung an die FIN­MA nicht er­stat­tet; oder
c.
ei­ne Auf­for­de­rung nach Ar­ti­kel 27 an die oder den ge­prüf­ten Be­auf­sich­tig­ten un­ter­lässt.

2Wer fahr­läs­sig han­delt, wird mit Bus­se bis zu 250 000 Fran­ken be­straft.

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1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
2 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
3 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 8 des BG vom 20. Ju­ni 2014 (Bün­de­lung der Auf­sicht über Re­vi­si­ons­un­ter­neh­men und Prüf­ge­sell­schaf­ten), in Kraft seit 1. Jan. 2015 (AS 2014 4073; BBl 2013 6857).
4 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).

Art. 47 Prüfung der Jahresrechnung  

1Mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe wird be­straft, wer vor­sätz­lich:

a.1
die nach den Fi­nanz­markt­ge­set­zen vor­ge­schrie­be­ne Jah­res­rech­nung nicht durch ei­ne zu­ge­las­se­ne Prüf­ge­sell­schaft prü­fen oder ei­ne von der FIN­MA oder ei­ner Auf­sichts­or­ga­ni­sa­ti­on an­ge­ord­ne­te Prü­fung nicht vor­neh­men lässt;
b.
die Pflich­ten, die ihm oder ihr ge­gen­über der Prüf­ge­sell­schaft oder ge­gen­über der oder dem Be­auf­trag­ten ob­lie­gen, nicht er­füllt.

2Wer fahr­läs­sig han­delt, wird mit Bus­se bis zu 250 000 Fran­ken be­straft.

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1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).
2 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 13 des Fi­nanz­marktin­fra­struk­tur­ge­set­zes vom 19. Ju­ni 2015, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2016 (AS 2015 5339; BBl 2014 7483).

Art. 48 Missachten von Verfügungen  

Mit Bus­se bis zu 100 000 Fran­ken wird be­straft, wer ei­ner von der FIN­MA un­ter Hin­weis auf die Straf­dro­hung die­ses Ar­ti­kels er­gan­ge­nen rechts­kräf­ti­gen Ver­fü­gung oder ei­nem Ent­scheid der Rechts­mit­tel­in­stan­zen vor­sätz­lich nicht Fol­ge leis­tet.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).

Art. 49 Widerhandlungen in Geschäftsbetrieben  

Von der Er­mitt­lung der straf­ba­ren Per­so­nen kann Um­gang ge­nom­men und an ih­rer Stel­le der Ge­schäfts­be­trieb zur Be­zah­lung der Bus­se ver­ur­teilt wer­den (Art. 7 des BG vom 22. März 19741 über das Ver­wal­tungs­straf­recht), wenn:

a.
die Er­mitt­lung der Per­so­nen, die nach Ar­ti­kel 6 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 1974 über das Ver­wal­tungs­straf­recht straf­bar sind, Un­ter­su­chungs­mass­nah­men be­dingt, wel­che im Hin­blick auf die ver­wirk­te Stra­fe un­ver­hält­nis­mäs­sig wä­ren; und
b.
für die Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die Straf­be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes oder der Fi­nanz­markt­ge­set­ze ei­ne Bus­se von höchs­tens 50 000 Fran­ken in Be­tracht fällt.

1 SR 313.0

Art. 50 Zuständigkeit  

1Für die Wi­der­hand­lun­gen ge­gen die Straf­be­stim­mun­gen die­ses Ge­set­zes oder der Fi­nanz­markt­ge­set­ze ist das Bun­des­ge­setz vom 22. März 19741 über das Ver­wal­tungs­straf­recht an­wend­bar, so­weit das vor­lie­gen­de Ge­setz oder die Fi­nanz­markt­ge­set­ze nichts an­de­res be­stim­men. Ver­fol­gen­de und ur­tei­len­de Be­hör­de ist das EFD.

2Ist die ge­richt­li­che Be­ur­tei­lung ver­langt wor­den oder hält das EFD die Vor­aus­set­zun­gen für ei­ne Frei­heits­s­tra­fe oder ei­ne frei­heits­ent­zie­hen­de Mass­nah­me für ge­ge­ben, so un­ter­steht die straf­ba­re Hand­lung der Bun­des­ge­richts­bar­keit. In die­sem Fall über­weist das EFD die Ak­ten der Bun­des­an­walt­schaft zu­han­den des Bun­dess­traf­ge­richts. Die Über­wei­sung gilt als An­kla­ge. Die Ar­ti­kel 73–83 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 1974 über das Ver­wal­tungs­straf­recht gel­ten sinn­ge­mä­ss.

3Die Ver­tre­te­rin oder der Ver­tre­ter der Bun­des­an­walt­schaft und des EFD müs­sen zur Haupt­ver­hand­lung nicht per­sön­lich er­schei­nen.


1 SR 313.0

Art. 51 Vereinigung der Strafverfolgung  

1Sind in ei­ner Strafsa­che so­wohl die Zu­stän­dig­keit des EFD als auch der Bun­des­ge­richts­bar­keit oder der kan­to­na­len Ge­richts­bar­keit ge­ge­ben, so kann das EFD die Ver­ei­ni­gung der Straf­ver­fol­gung in der Hand der be­reits mit der Sa­che be­fass­ten Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de an­ord­nen, so­fern ein en­ger Sach­zu­sam­men­hang be­steht, die Sa­che noch nicht beim ur­tei­len­den Ge­richt hän­gig ist und die Ver­ei­ni­gung das lau­fen­de Ver­fah­ren nicht in un­ver­tret­ba­rem Mas­se ver­zö­gert.

2Über An­stän­de zwi­schen dem EFD und der Bun­des­an­walt­schaft oder den kan­to­na­len Be­hör­den ent­schei­det die Be­schwer­de­kam­mer des Bun­dess­traf­ge­richts.

Art. 52 Verjährung  

Die Ver­fol­gung von Über­tre­tun­gen die­ses Ge­set­zes und der Fi­nanz­markt­ge­set­ze ver­jährt nach sie­ben Jah­ren.

5. Titel: Verfahren und Rechtsschutz

Art. 53 Verwaltungsverfahren  

Das Ver­fah­ren rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen des Bun­des­ge­set­zes vom 20. De­zem­ber 19681 über das Ver­wal­tungs­ver­fah­ren.


Art. 54 Rechtsschutz  

1Die An­fech­tung von Ver­fü­gun­gen der FIN­MA rich­tet sich nach den Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.

2Die FIN­MA ist zur Be­schwer­de an das Bun­des­ge­richt be­rech­tigt.

6. Titel: Schlussbestimmungen

1. Kapitel: Vollzug

Art. 55 Ausführungsbestimmungen  

1Der Bun­des­rat er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen. Da­bei be­rück­sich­tigt er die Re­gu­lie­rungs­grund­sät­ze nach Ar­ti­kel 7 Ab­satz 2 und rich­tet sei­ne Re­gu­lie­rung grund­sätz­lich auf die Mehr­heit der je­wei­li­gen Be­auf­sich­tig­ten aus. Vor­be­hal­ten blei­ben hö­he­re An­for­de­run­gen ins­be­son­de­re bei Ri­si­ken für die Sta­bi­li­tät des Fi­nanz­sys­tems.

2Der Bun­des­rat kann die FIN­MA er­mäch­ti­gen, in Be­lan­gen von be­schränk­ter Trag­wei­te, na­ment­lich in vor­wie­gend tech­ni­schen An­ge­le­gen­hei­ten, Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen zu die­sem Ge­setz und zu den Fi­nanz­markt­ge­set­zen zu er­las­sen.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).

Art. 56 Vollzug  

Die FIN­MA ist zu­stän­dig für den Voll­zug die­ses Ge­set­zes und der Fi­nanz­markt­ge­set­ze.

2. Kapitel: Änderung anderer Erlasse

Art. 57  

Die Än­de­rung bis­he­ri­gen Rechts wird im An­hang ge­re­gelt.

3. Kapitel: Übergangsbestimmungen

Art. 58 Übergangsbestimmung zur Änderung vom
15.Juni 2018
 

Be­wil­li­gungs­ge­su­che nach Ar­ti­kel 43c Ab­satz 1 sind in­nert sechs Mo­na­ten nach In­kraft­tre­ten der Än­de­rung vom 15. Ju­ni 2018 ein­zu­rei­chen. Die FIN­MA ent­schei­det in­nert sechs Mo­na­ten nach Ein­gang ei­nes Be­wil­li­gungs­ge­suchs.


1 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 16 des Fi­nan­z­in­sti­tuts­ge­set­zes vom 15. Ju­ni 2018, in Kraft seit 1. Jan. 2020 (AS 2018 5247, 2019 4631; BBl 2015 8901).

Art. 59 Übergang der Arbeitsverhältnisse  

1Die Ar­beits­ver­hält­nis­se des Per­so­nals der Eid­ge­nös­si­schen Ban­ken­kom­mis­si­on, des Bun­des­am­tes für Pri­vat­ver­si­che­run­gen und der Kon­troll­stel­le für die Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei ge­hen ge­mä­ss Ar­ti­kel 58 Ab­satz 1 auf die FIN­MA über und wer­den nach dem vor­lie­gen­den Ge­setz wei­ter­ge­führt.

2Es be­steht kein An­spruch auf Wei­ter­füh­rung der Funk­ti­on, des Ar­beits­be­reichs und der or­ga­ni­sa­to­ri­schen Ein­ord­nung; hin­ge­gen be­steht wäh­rend der Dau­er ei­nes Jah­res An­spruch auf den bis­he­ri­gen Lohn.

3Be­wer­bungs­ver­fah­ren wer­den nur dann durch­ge­führt, wenn es sich auf­grund ei­ner Neu­or­ga­ni­sa­ti­on oder des Vor­han­den­seins meh­re­rer Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten als not­wen­dig er­weist.

4Die FIN­MA be­müht sich, Um­struk­tu­rie­run­gen so­zi­al­ver­träg­lich aus­zu­ge­stal­ten.

Art. 60 Zuständige Arbeitgeberin  

1Die FIN­MA gilt als zu­stän­di­ge Ar­beit­ge­be­rin für die Ren­ten­be­zü­ge­rin­nen und —be­zü­ger:

a.
die der Eid­ge­nös­si­schen Ban­ken­kom­mis­si­on, dem Bun­des­amt für Pri­vat­ver­si­che­run­gen und der Kon­troll­stel­le für die Be­kämp­fung der Geld­wä­sche­rei zu­ge­ord­net sind; und
b.
de­ren Al­ters-, In­va­li­den- oder Hin­ter­las­se­nen­ren­ten aus der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes bei der Pen­si­ons­kas­se des Bun­des zu lau­fen be­gon­nen ha­ben.

2Liegt der Be­ginn der Ar­beits­un­fä­hig­keit, de­ren Ur­sa­che zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt zur In­va­li­di­tät führt, vor dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes und be­ginnt die Ren­te erst nach sei­nem In­kraft­tre­ten zu lau­fen, so gilt die FIN­MA eben­falls als zu­stän­di­ge Ar­beit­ge­be­rin.

4. Kapitel: Referendum und Inkrafttreten

Art. 61  

1Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Anhang

Änderung bisherigen Rechts

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