Bundesgesetz
über den internationalen automatischen
Informationsaustausch in Steuersachen
(AIAG)

vom 18. Dezember 2015 (Stand am 1. Januar 2021)


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Art. 11 Präzisierung der Sorgfaltspflichten

1 Ei­ne Selbst­aus­kunft ist so lan­ge gül­tig, bis ei­ne Än­de­rung der Ge­ge­ben­hei­ten ein­tritt, auf­grund der dem mel­den­den schwei­ze­ri­schen Fi­nan­z­in­sti­tut be­kannt ist oder be­kannt sein müss­te, dass die Selbst­aus­kunft nicht zu­tref­fend oder un­glaub­wür­dig ist.

2 Be­ste­hen­de Kon­ten na­tür­li­cher Per­so­nen müs­sen ab Be­ginn der An­wend­bar­keit des au­to­ma­ti­schen In­for­ma­ti­ons­aus­tauschs mit ei­nem Part­ner­staat in­ner­halb fol­gen­der Fris­ten über­prüft wer­den:

a.
Kon­ten von ho­hem Wert: in­ner­halb ei­nes Jah­res;
b.
Kon­ten von ge­rin­ge­rem Wert: in­ner­halb zwei­er Jah­re.

3 Be­ste­hen­de Kon­ten von Rechts­trä­gern müs­sen in­ner­halb von zwei Jah­ren nach Be­ginn der An­wend­bar­keit des au­to­ma­ti­schen In­for­ma­ti­ons­aus­tauschs mit ei­nem Part­ner­staat über­prüft wer­den.

4 Das mel­den­de schwei­ze­ri­sche Fi­nan­z­in­sti­tut kann die Fris­ten nach den Ab­sät­zen 2 und 3 ab In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes an­wen­den.

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6 Bei den fol­gen­den be­ste­hen­den Kon­ten na­tür­li­cher Per­so­nen gilt die in den Un­ter­la­gen des mel­den­den schwei­ze­ri­schen Fi­nan­z­in­sti­tuts er­fass­te Adres­se im Rah­men des Haus­an­schrift­ver­fah­rens als ak­tu­ell:

a.
bei Kon­ten, die nach Ar­ti­kel 37l Ab­satz 4 des Ban­ken­ge­set­zes vom 8. No­vem­ber 193425 als nach­rich­ten­lo­se Kon­ten gel­ten;
b.
bei an­de­ren Kon­ten, bei de­nen es sich nicht um Ren­ten­ver­si­che­rungs­ver­trä­ge han­delt, wenn:
1.
der Kon­to­in­ha­ber oder die Kon­to­in­ha­be­rin in den letz­ten drei Jah­ren kei­ne Trans­ak­ti­on in Be­zug auf die­ses oder ein an­de­res sei­ner be­zie­hungs­wei­se ih­rer Kon­ten beim mel­den­den schwei­ze­ri­schen Fi­nan­z­in­sti­tut vor­ge­nom­men hat,
2.
der Kon­to­in­ha­ber oder die Kon­to­in­ha­be­rin in den letz­ten sechs Jah­ren mit dem mel­den­den schwei­ze­ri­schen Fi­nan­z­in­sti­tut, das die­ses Kon­to führt, kei­nen Kon­takt in Be­zug auf die­ses oder ein an­de­res sei­ner be­zie­hungs­wei­se ih­rer Kon­ten bei die­sem Fi­nan­z­in­sti­tut hat­te, und
3.
im Fal­le ei­nes rück­kaufs­fä­hi­gen Ver­si­che­rungs­ver­tra­ges das mel­den­de schwei­ze­ri­sche Fi­nan­z­in­sti­tut in den letz­ten sechs Jah­ren mit dem Kon­to­in­ha­ber oder der Kon­to­in­ha­be­rin kei­nen Kon­takt in Be­zug auf die­ses oder ein an­de­res Kon­to die­ser Per­son bei die­sem Fi­nan­z­in­sti­tut hat­te.

7 Mel­den­de schwei­ze­ri­sche Fi­nan­z­in­sti­tu­te müs­sen an­ge­mes­se­ne or­ga­ni­sa­to­ri­sche Mass­nah­men tref­fen, die si­cher­stel­len, dass ih­nen al­le In­for­ma­tio­nen vor­lie­gen, die nach dem an­wend­ba­ren Ab­kom­men und die­sem Ge­setz im Rah­men der Kon­to­er­öff­nung er­ho­ben wer­den müs­sen, ins­be­son­de­re dass die Selbst­aus­kunft er­teilt wird.

8 Ein mel­den­des schwei­ze­ri­sches Fi­nan­z­in­sti­tut kann ein Neu­kon­to nur dann oh­ne Vor­lie­gen ei­ner Selbst­aus­kunft des Kon­to­in­ha­bers oder der Kon­to­in­ha­be­rin er­öff­nen, wenn:

a.
der Kon­to­in­ha­ber ein Rechts­trä­ger ist und es an­hand der ihm vor­lie­gen­den oder der öf­fent­lich ver­füg­ba­ren In­for­ma­tio­nen in ver­tret­ba­rer Wei­se fest­stellt, dass er ei­ne nicht mel­de­pflich­ti­ge Per­son ist; oder
b.
ein an­de­rer Aus­nah­me­fall vor­liegt; in die­sem Fall muss es die Selbst­aus­kunft in­ner­halb von 90 Ta­gen er­hal­ten ha­ben und plau­si­bi­li­sie­ren; der Bun­des­rat um­schreibt die Aus­nah­me­fäl­le nä­her.26

9 Lie­gen ei­nem mel­den­den schwei­ze­ri­schen Fi­nan­z­in­sti­tut 90 Ta­ge nach Er­öff­nung ei­nes Neu­kon­tos die nach dem an­wend­ba­ren Ab­kom­men und die­sem Ge­setz zur Plau­si­bi­li­sie­rung der Selbst­aus­kunft not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen oder in ei­nem Aus­nah­me­fall nach Ab­satz 8 Buch­sta­be b die Selbst­aus­kunft nicht vor, so muss es das Kon­to schlies­sen oder für al­le Zu- und Ab­gän­ge so lan­ge sper­ren, bis ihm al­le In­for­ma­tio­nen vor­lie­gen. Es steht ihm ein aus­ser­or­dent­li­ches Kün­di­gungs­recht zu. Vor­be­hal­ten sind Fäl­le nach Ar­ti­kel 9 des Geld­wä­sche­rei­ge­set­zes vom 10. Ok­to­ber 199727 (GwG).28

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24 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5247; BBl 2019 8135).

25 SR 952.0

26 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5247; BBl 2019 8135).

27 SR 955.0

28 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, in Kraft seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5247; BBl 2019 8135).

29 Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 19. Ju­ni 2020, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2021 (AS 2020 5247; BBl 2019 8135).

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