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Verordnung
über die internationale Zusammenarbeit
im Bereich der Bildung, der Berufsbildung, der Jugend
und der Mobilitätsförderung
(VIZBM)

vom 18. September 2015 (Stand am 1. Januar 2021)

Der Schweizerische Bundesrat,

gestützt auf die Artikel 2a und 3 Absatz 2 des Bundesgesetzes vom
8. Oktober 19991 über die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Bildung, der Berufsbildung, der Jugend und der Mobilitätsförderung,

verordnet:

1. Kapitel: Gegenstand

Art. 1  

Die­se Ver­ord­nung re­gelt:

a.
für die Be­tei­li­gung der Schweiz an den Bil­dungs-, Be­rufs­bil­dungs- und Ju­gend­pro­gram­men der Eu­ro­päi­schen Uni­on (EU):
1.
die Aus­rich­tung von Bei­trä­gen,
2.
die Be­gleit­mass­nah­men,
3.
die Be­auf­tra­gung ei­ner na­tio­na­len Agen­tur,
4.
die Kom­pe­tenz zum Ab­schluss völ­ker­recht­li­cher Ver­trä­ge von be­schränk­ter Trag­wei­te;
abis.2
b.
die Ge­wäh­rung von Sti­pen­di­en für die Aus­bil­dung an eu­ro­päi­schen Hoch­schu­l­in­sti­tu­tio­nen;
c.
die Fi­nanz­hil­fen zur Stär­kung und Er­wei­te­rung der in­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit im Be­reich der Bil­dung;
d.
die Bei­trä­ge zu­guns­ten des Schwei­zer Hau­ses in der Cité in­ter­na­tio­na­le uni­ver­si­taire de Pa­ris (Schwei­zer Haus in der CI­UP) und die Aus­wahl der Stu­die­ren­den und wei­te­rer Mie­te­rin­nen und Mie­ter des Schwei­zer Hau­ses in der CI­UP.

2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Jan. 2018, in Kraft vom 1. März 2018 bis zum 31. Dez. 2020 (AS 2018 569).

2. Kapitel: Beteiligung der Schweiz an den Bildungs-, Berufsbildungs- und Jugendprogrammen der EU

1. Abschnitt: Ausrichtung von Beiträgen

Art. 2 Grundsatz  

Bei­trä­ge nach die­sem Ab­schnitt kön­nen nur ge­währt wer­den, wenn die Schweiz kei­nen völ­ker­recht­li­chen Ver­trag zur As­so­zi­ie­rung an die Bil­dungs-, Be­rufs­bil­dungs- und Ju­gend­pro­gram­me der EU ab­ge­schlos­sen hat.

Art. 3 Projekte und generelle Beitragsvoraussetzungen  

1 Das Staats­se­kre­ta­ri­at für Bil­dung, For­schung und In­no­va­ti­on (SBFI) kann öf­fent­lich-recht­li­chen und pri­vat­recht­li­chen In­sti­tu­tio­nen und Or­ga­ni­sa­tio­nen mit Sitz in der Schweiz Bei­trä­ge ge­wäh­ren zur Un­ter­stüt­zung von:

a.
Mo­bi­li­täts­pro­jek­ten;
b.
Ko­ope­ra­ti­ons­pro­jek­ten.

2 Bei­trä­ge kön­nen ge­währt wer­den, wenn die Pro­jek­te:

a.
auf­grund von Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen den be­tei­lig­ten In­sti­tu­tio­nen oder Or­ga­ni­sa­tio­nen durch­ge­führt wer­den;
b.
ei­ne Ei­gen­be­tei­li­gung der schwei­ze­ri­schen Ge­such­stel­le­rin oder des schwei­ze­ri­schen Ge­such­stel­lers vor­aus­set­zen; und
c.
kei­ne Fi­nanz­hil­fen aus EU-Mit­teln er­hal­ten.

3 Bei­trä­ge kön­nen ge­währt wer­den:

a.
für die Teil­nah­me an Ak­ti­vi­tä­ten mit voll­be­tei­lig­ten Pro­gramm­län­dern;
b.
bei aus­ser­schu­li­schen Ak­ti­vi­tä­ten zu­sätz­lich für die Teil­nah­me an Ak­ti­vi­tä­ten mit den be­nach­bar­ten Part­ner­län­dern der EU.
Art. 4 Beitragsvoraussetzungen für Mobilitätsprojekte  

Bei­trä­ge zur Un­ter­stüt­zung von Mo­bi­li­täts­pro­jek­ten kön­nen aus­ge­rich­tet wer­den für:

a.
Kos­ten für die or­ga­ni­sa­to­ri­sche Un­ter­stüt­zung der Mo­bi­li­tät;
b.
Kos­ten für die Un­ter­stüt­zung von Ein­zel­per­so­nen;
c.
zu­sätz­li­che Kos­ten, die für die sprach­li­che Un­ter­stüt­zung von Ein­zel­per­so­nen oder für die Un­ter­stüt­zung von Ein­zel­per­so­nen mit ge­rin­ge­ren Mög­lich­kei­ten oder mit Be­hin­de­run­gen an­fal­len.
Art. 5 Beitragsvoraussetzungen für Kooperationsprojekte  

Bei­trä­ge zur Un­ter­stüt­zung von Ko­ope­ra­ti­ons­pro­jek­ten kön­nen aus­ge­rich­tet wer­den für:

a.
Kos­ten für Pro­jekt­ma­na­ge­ment und –durch­füh­rung so­wie für in­halt­li­che Bei­trä­ge zu ei­nem Pro­jekt;
b.
wei­te­re Kos­ten, die nach­weis­lich für die Durch­füh­rung der Ko­ope­ra­ti­ons­pro­jek­te ent­ste­hen, na­ment­lich für län­der­über­grei­fen­de Pro­jekt­tref­fen, die Un­ter­stüt­zung bei be­son­de­ren Be­dürf­nis­sen, Mul­ti­pli­ka­to­ren-Ver­an­stalt­un­gen und län­der­über­grei­fen­de Bil­dungs-, Un­ter­richts- und Ler­n­ak­ti­vi­tä­ten.
Art. 6 Bemessung  

1 Für die Be­mes­sung der Bei­trä­ge wer­den die ge­mä­ss der Ver­ord­nung (EU) Nr. 1288/20133 gel­ten­den Um­set­zungs­richt­li­ni­en, so­weit die­se an­wend­bar sind, sinn­ge­mä­ss an­ge­wen­det.

2 Die Bei­trä­ge ent­spre­chen höchs­tens dem Bei­trag, der nach den ma­xi­ma­len An­sät­zen der Eu­ro­päi­schen Kom­mis­si­on für Teil­neh­men­de gilt.

3 Ver­ord­nung (EU) Nr. 1288/2013 des Eu­ro­päi­schen Par­la­ments und des Ra­tes vom 11. Dez. 2013 zur Ein­rich­tung von «Eras­mus+», dem Pro­gramm der Uni­on für all­ge­mei­ne und be­ruf­li­che Bil­dung, Ju­gend und Sport, und zur Auf­he­bung der Be­schlüs­se Nr. 1719/2006/EG, Nr. 1720/2006/EG und Nr. 1298/2008/EG, Fas­sung ge­mä­ss ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 50.

Art. 7 Verfahren  

1 Die Ge­su­che sind beim SBFI ein­zu­rei­chen.

2 Das SBFI kann jähr­lich Fris­ten für die Ein­rei­chung der Ge­su­che vor­se­hen. Es ver­öf­fent­licht die­se auf sei­ner Web­si­te.4

3 Die Bei­trä­ge wer­den durch Ver­fü­gung ge­währt. Sie kön­nen auf der Grund­la­ge von Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen ge­währt wer­den, wenn dies die Um­set­zungs­richt­li­ni­en ge­mä­ss Ar­ti­kel 6 Ab­satz 1 vor­se­hen.

4 Sie wer­den höchs­tens für vier Jah­re ge­währt. Nach Ab­lauf der Pro­jekt­dau­er kann ein neu­es Ge­such ge­stellt wer­den.

5 Über­stei­gen die ein­ge­reich­ten oder zu er­war­ten­den Ge­su­che die ver­füg­ba­ren Mit­tel, so er­stellt das SBFI ei­ne Prio­ri­tä­ten­ord­nung. Die­se kann Fol­gen­des vor­se­hen:

a.
den Ver­zicht auf die Fi­nan­zie­rung von ein­zel­nen Pro­gramm­ak­ti­vi­tä­ten;
b.
die prio­ri­täre Un­ter­stüt­zung von Ge­su­chen nicht­kom­mer­zi­el­ler öf­fent­lich-recht­li­cher oder pri­vat­recht­li­cher Or­ga­ni­sa­tio­nen.

4 www.sbfi.ad­min.ch

2. Abschnitt: Begleitmassnahmen

Art. 8 Arten von Begleitmassnahmen und Grundsatz  

1 Das SBFI kann für die Be­tei­li­gung der Schweiz an den Bil­dungs-, Be­rufs­bil­dungs- und Ju­gend­pro­gram­men der EU fol­gen­de Be­gleit­mass­nah­men tref­fen:

a.
Es kann die In­for­ma­ti­on, Be­ra­tung, Dis­se­mi­na­ti­on und Va­lo­ri­sie­rung der Pro­duk­te und Be­rich­te, die im Rah­men der Mo­bi­li­täts- und der Ko­ope­ra­ti­ons­pro­jek­te er­ar­bei­tet wer­den, si­cher­stel­len.
b.
Es kann Schwei­zer An­lie­gen in Gre­mi­en und In­sti­tu­tio­nen der EU ver­tre­ten.
c.
Es kann Bei­trä­ge für vor­be­rei­ten­de Be­su­che aus­rich­ten.
d.
Es kann Bei­trä­ge für Durch­füh­rungs- und Kon­takt­stel­len, Netz­wer­ke und In­itia­ti­ven aus­rich­ten.

2 Bei­trä­ge nach die­sem Ab­schnitt kön­nen un­ab­hän­gig vom Vor­lie­gen ei­nes völ­ker­recht­li­chen Ver­trags zur As­so­zi­ie­rung der Schweiz an die Bil­dungs-, Be­rufs­bil­dungs- und Ju­gend­pro­gram­me der EU ge­währt wer­den.

Art. 9 Information, Beratung, Dissemination und Valorisierung  

1 Das SBFI kann öf­fent­lich-recht­li­che und pri­vat­recht­li­che In­sti­tu­tio­nen und Or­ga­ni­sa­tio­nen mit Sitz in der Schweiz über die Be­tei­li­gung der Schweiz an den Bil­dungs-, Be­rufs­bil­dungs- und Ju­gend­pro­gram­men der EU in­for­mie­ren und sie bei der Er­ar­bei­tung und Ein­rei­chung von Ge­su­chen be­ra­ten.

2 Es sorgt bei den Ziel­grup­pen der Bil­dungs-, Be­rufs­bil­dungs- und Ju­gend­pro­gram­me der EU für die Dis­se­mi­na­ti­on und Va­lo­ri­sie­rung der Pro­duk­te und Be­rich­te, die im Rah­men der Mo­bi­li­täts- und der Ko­ope­ra­ti­ons­pro­jek­te er­ar­bei­tet wer­den.

Art. 10 Vertretung von Schweizer Anliegen  

1 Das SBFI be­stimmt die Schwei­zer De­le­gier­ten, wel­che die Schwei­zer An­lie­gen ver­tre­ten:

a.
in Gre­mi­en und In­sti­tu­tio­nen der EU und von de­ren Mit­glied­staa­ten im Be­reich der Bil­dung;
b.
bei ge­plan­ten oder be­ste­hen­den Schwei­zer Be­tei­li­gun­gen in Netz­wer­ken und In­itia­ti­ven im Be­reich der Bil­dung.

2 Es kann Ex­per­tin­nen und Ex­per­ten zur Ver­tre­tung der Schwei­zer An­lie­gen bei­zie­hen.

Art. 11 Beiträge für vorbereitende Besuche  

1 Das SBFI kann für vor­be­rei­ten­de Be­su­che von Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern von öf­fent­lich-recht­li­chen und pri­vat­recht­li­chen In­sti­tu­tio­nen und Or­ga­ni­sa­tio­nen mit Sitz in der Schweiz in den Pro­gramm­län­dern Bei­trä­ge ge­wäh­ren, so­fern da­bei ei­ne Be­tei­li­gung der Schweiz an den Bil­dungs-, Be­rufs­bil­dungs- und Ju­gend­pro­gram­men der EU lan­ciert wer­den soll.

2 Der Bei­trag für einen vor­be­rei­ten­den Be­such be­trägt höchs­tens 1500 Fran­ken pro teil­neh­men­de Per­son. Er be­schränkt sich auf Rei­se- und Auf­ent­halts­kos­ten.

3 Die Bei­trä­ge wer­den auf Ge­such hin durch Ver­fü­gung ge­währt.

4 Sie wer­den ge­trennt von den Bei­trä­gen ge­mä­ss Ar­ti­kel 3 ge­währt.

Art. 12 Beiträge für die Beteiligung an Durchführungs- und Kontaktstellen, Netzwerken und Initiativen  

1 Das SBFI kann für die Be­tei­li­gung an Durch­füh­rungs- und Kon­takt­stel­len, Netz­wer­ken und In­itia­ti­ven Bei­trä­ge ge­wäh­ren.

2 Bei­trä­ge wer­den öf­fent­lich-recht­li­chen und pri­vat­recht­li­chen In­sti­tu­tio­nen und Or­ga­ni­sa­tio­nen mit Sitz in der Schweiz ge­währt, die Ge­währ bie­ten, dass die Bei­trä­ge ef­fi­zi­ent ein­ge­setzt wer­den und der ad­mi­nis­tra­ti­ve Auf­wand ge­ring ge­hal­ten wird.

3 Bei­trä­ge kön­nen ge­währt wer­den, wenn die Durch­füh­rungs- und Kon­takt­stel­len, Netz­wer­ke und In­itia­ti­ven:

a.
ei­nem gros­sen Be­dürf­nis der Schwei­zer Bil­dung ent­spre­chen; und
b.
nicht durch an­de­re Quel­len fi­nan­ziert wer­den kön­nen oder staat­li­che Bei­trä­ge vor­aus­set­zen.

4 Bei­trä­ge wer­den für Kos­ten aus­ge­rich­tet, die nach­weis­lich für die Be­tei­li­gung an Durch­füh­rungs- und Kon­takt­stel­len, Netz­wer­ken und In­itia­ti­ven im Rah­men der Schwei­zer Teil­nah­me ent­ste­hen.

5 Die Bei­trä­ge wer­den auf Ge­such hin durch Ver­fü­gung ge­währt. Sie kön­nen auf der Grund­la­ge von Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen ge­währt wer­den, wenn die Bei­trags­dau­er ein Jahr über­steigt und jähr­lich wie­der­keh­ren­de Leis­tun­gen zu er­brin­gen sind.

Art. 13 Überprüfung, Evaluation und Berichterstattung  

1 Das SBFI sorgt für die Über­prü­fung der Ver­wen­dung der von ihm ge­währ­ten Bei­trä­ge nach die­sem Ka­pi­tel.

2 Es sorgt da­für, dass die Be­tei­li­gung der Schweiz an den Bil­dungs-, Be­rufs­bil­dungs- und Ju­gend­pro­gram­men der EU eva­lu­iert wird.

3 Es er­stat­tet pe­ri­odisch Be­richt ge­gen­über dem Bun­des­rat und ge­gen­über der EU, so­weit dies in völ­ker­recht­li­chen Ver­trä­gen ver­ein­bart ist.

3. Abschnitt: Nationale Agentur

Art. 14 Bezeichnung und Aufgaben  

1 Das SBFI kann ei­ne ge­eig­ne­te öf­fent­lich-recht­li­che und pri­vat­recht­li­che In­sti­tu­ti­on oder Or­ga­ni­sa­ti­on mit Sitz in der Schweiz als na­tio­na­le Agen­tur be­zeich­nen oder meh­re­re ge­eig­ne­te Stel­len zur na­tio­na­len Agen­tur zu­sam­men­fas­sen und die­ser Agen­tur fol­gen­de Auf­ga­ben über­tra­gen:

a.
für die Aus­rich­tung der Bei­trä­ge nach die­sem Ka­pi­tel, aus­ge­nom­men die Bei­trä­ge nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 Buch­sta­be d, die fol­gen­den Auf­ga­ben:
1.
Be­treu­ung der Ge­such­sein­rei­chung,
2.
Vor­be­rei­tung der ein­ge­reich­ten Ge­suchs­un­ter­la­gen bis zur Ent­scheid­rei­fe zu­han­den des SBFI,
3.
Pro­jek­t­ab­wick­lung nach Ent­scheid des SBFI;
b.
Durch­füh­rung der Mass­nah­men nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 1 Buch­sta­be a.

2 Die Agen­tur muss Ge­währ bie­ten, dass die Bei­trä­ge ef­fi­zi­ent ein­ge­setzt wer­den und der ad­mi­nis­tra­ti­ve Auf­wand ge­ring ge­hal­ten wird.

Art. 15 Abgeltungen  

1 Das SBFI kann die na­tio­na­le Agen­tur für die Durch­füh­rung der ihr über­tra­ge­nen Auf­ga­ben ab­gel­ten.

2 Ab­gel­tun­gen kön­nen aus­ge­rich­tet wer­den für Kos­ten, die nach­weis­lich für die Durch­füh­rung der ihr über­tra­ge­nen Auf­ga­ben ent­ste­hen.

Art. 16 Leistungsvereinbarung und Aufsicht  

1 Das SBFI schliesst mit der na­tio­na­len Agen­tur ei­ne Leis­tungs­ver­ein­ba­rung ab. Er­fül­len meh­re­re ge­eig­ne­te Stel­len die Auf­ga­ben der na­tio­na­len Agen­tur, schliesst das SBFI mit je­der ein­zel­nen Stel­le ei­ne se­pa­ra­te Leis­tungs­ver­ein­ba­rung ab.

2 In der Leis­tungs­ver­ein­ba­rung wer­den die zu er­fül­len­den Auf­ga­ben im Ein­zel­nen be­zeich­net und die Ab­gel­tun­gen für die Wahr­neh­mung die­ser Auf­ga­ben fest­ge­legt.

3 Im Fal­le ei­ner Nicht-As­so­zi­ie­rung der Schweiz an die Pro­gram­me der EU kann das SBFI in der Leis­tungs­ver­ein­ba­rung Ab­wei­chun­gen von den ge­mä­ss Ver­ord­nung (EU) Nr. 1288/20135 gel­ten­den Um­set­zungs­richt­li­ni­en fest­le­gen.

4 Das SBFI be­auf­sich­tigt die na­tio­na­le Agen­tur bei der Wahr­neh­mung der ihr über­tra­ge­nen Auf­ga­ben.

5 Sie­he Fuss­no­te zu Art. 6 Abs. 1.

4. Abschnitt: Kompetenz zum Abschluss völkerrechtlicher Verträge

Art. 17  

1 Das Eid­ge­nös­si­sche De­par­te­ment für Wirt­schaft, Bil­dung und For­schung ist be­fugt, für die Be­tei­li­gung der Schweiz an den Bil­dungs-, Be­rufs­bil­dungs- und Ju­gend­pro­gram­men der EU im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te völ­ker­recht­li­che Ver­trä­ge von be­schränk­ter Trag­wei­te im Sin­ne von Ar­ti­kel 7a Ab­satz 2 des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19976 ab­zu­sch­lies­sen.

2 Es kann die­se Kom­pe­tenz dem SBFI über­tra­gen.

2a. Kapitel: …

Art. 17a17f7  

7 Ein­ge­fügt durch Ziff. I der V vom 10. Jan. 2018, in Kraft vom 1. März 2018 bis zum 31. Dez. 2020 (AS 2018 569).

3. Kapitel: Stipendien für die Ausbildung an europäischen Hochschulinstitutionen

Art. 18 Stipendien  

1 Das SBFI kann Schwei­zer Stu­die­ren­den für die Aus­bil­dung am Collè­ge d’Eu­ro­pe in Brüg­ge und in Na­to­lin so­wie am Eu­ro­päi­schen Hoch­schu­l­in­sti­tut EUI in Flo­renz Sti­pen­di­en ge­wäh­ren.

2 Es wer­den Volls­ti­pen­di­en aus­ge­rich­tet. De­ren Hö­he rich­tet sich nach den An­ga­ben der je­wei­li­gen Hoch­schu­l­in­sti­tu­ti­on. Der fi­nan­zi­el­le Rah­men be­stimmt die An­zahl Sti­pen­di­en.

Art. 19 Verfahren  

1 Die Kan­di­da­tin­nen und Kan­di­da­ten be­wer­ben sich bei der Hoch­schu­l­in­sti­tu­ti­on um die Zu­las­sung.

2 Das Zu­las­sungs­ver­fah­ren fin­det in Ab­spra­che mit dem SBFI nach den Vor­ga­ben und Ver­fah­ren der be­tref­fen­den Hoch­schu­l­in­sti­tu­ti­on statt.

3 Der de­fi­ni­ti­ve Zu­las­sungs­ent­scheid der Hoch­schu­l­in­sti­tu­ti­on ist Vor­aus­set­zung für die Zu­spra­che ei­nes Sti­pen­di­ums.

4. Kapitel: Finanzhilfen zur Stärkung und Erweiterung der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Bildung

Art. 20 Beiträge  

Zur Stär­kung und Er­wei­te­rung der in­ter­na­tio­na­len Zu­sam­men­ar­beit im Be­reich der Bil­dung kann das SBFI Bei­trä­ge ge­wäh­ren für An­läs­se, Pro­jek­te und Pro­gram­me mit in­ter­na­tio­na­ler Be­tei­li­gung von In­sti­tu­tio­nen oder Or­ga­ni­sa­tio­nen zur För­de­rung der grenz­über­schrei­ten­den Wis­sen­schafts­ko­ope­ra­ti­on.

Art. 21 Voraussetzungen  

1 Bei­trä­ge kön­nen ge­währt wer­den, wenn das Vor­ha­ben, für das sie be­stimmt sind, die fol­gen­den Vor­aus­set­zun­gen er­füllt:

a.
Es ist von ge­samtschwei­ze­ri­schem In­ter­es­se oder von bil­dungs­po­li­ti­scher Be­deu­tung.
b.
Es kann zum vor­ge­se­he­nen Zeit­punkt nicht aus­rei­chend an­ders fi­nan­ziert wer­den, und die Be­tei­li­gung der Schweiz oh­ne Fi­nanz­hil­fen des Bun­des ist nicht mög­lich.
c.
Es wird von ei­ner In­sti­tu­ti­on oder Or­ga­ni­sa­ti­on ge­tra­gen, die Ge­währ bie­tet, dass die Bei­trä­ge ef­fi­zi­ent ein­ge­setzt wer­den und der ad­mi­nis­tra­ti­ve Auf­wand ge­ring ge­hal­ten wird.
d.
Es wird nicht be­reits mit an­de­ren Bei­trä­gen des Bun­des un­ter­stützt.

2 Nicht bei­trags­be­rech­tigt sind:

a.
Ein­zel­per­so­nen;
b.
In­sti­tu­tio­nen oder Or­ga­ni­sa­tio­nen, die von ih­rer Zweck­be­stim­mung her nicht pri­mär der För­de­rung im Be­reich der Bil­dung zu­zu­ord­nen sind.
Art. 22 Bemessung der Beiträge  

1 Ein Bei­trag deckt höchs­tens 60 Pro­zent des Auf­wands.

2 Die Bei­trä­ge wer­den so be­mes­sen, dass kein Bei­trag mehr als 25 Pro­zent der jähr­lich zur Ver­fü­gung ste­hen­den Mit­tel be­an­sprucht.

3 Die Bei­trä­ge wer­den je­weils für höchs­tens vier Jah­re ge­währt. Nach Ab­lauf ei­ner Ver­ein­ba­rungs- oder Ver­fü­gungs­pe­ri­ode kann ein neu­es Ge­such ge­stellt wer­den.

Art. 23 Verfahren  

1 Die Ge­su­che um Bei­trä­ge sind beim SBFI ein­zu­rei­chen. Sie müs­sen fol­gen­de An­ga­ben ent­hal­ten:

a.
den Na­men der Ge­such­stel­le­rin oder des Ge­such­stel­lers;
b.
die In­sti­tu­ti­on oder Or­ga­ni­sa­ti­on, der ein Bei­trag ge­währt wer­den soll;
c.
ei­ne Be­schrei­bung des Vor­ha­bens (Pro­gramm oder Pro­jekt), ein­sch­liess­lich Fi­nanz­rah­men;
d.
Ei­gen­leis­tun­gen und sons­ti­ge Be­tei­li­gun­gen so­wie wei­te­re Fi­nan­zie­rungs­quel­len und Leis­tun­gen Drit­ter;
e.
ei­ne Be­grün­dung für ei­ne schwei­ze­ri­sche Teil­nah­me, ins­be­son­de­re An­ga­ben über die wis­sen­schaft­li­che Be­deu­tung und das In­ter­es­se der Schweiz;
f.
den be­an­trag­ten Bei­trag des Bun­des.

2 Das SBFI ent­schei­det auf Ge­such hin über die Aus­rich­tung von Bei­trä­gen.

Art. 24 Beitragsgewährung  

Die Bei­trä­ge wer­den durch Ver­fü­gung ge­währt. Sie kön­nen auf der Grund­la­ge von Leis­tungs­ver­ein­ba­run­gen ge­währt wer­den, wenn die Bei­trags­dau­er ein Jahr über­steigt und jähr­lich wie­der­keh­ren­de Leis­tun­gen zu er­brin­gen sind.

5. Kapitel: Schweizer Haus in der CIUP

1. Abschnitt: Zweck, Grundsatz und Beitrag

Art. 25 Zweck und Grundsatz  

1 Das Schwei­zer Haus in der CI­UP nimmt fort­ge­schrit­te­ne Stu­die­ren­de, Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren, Ärz­tin­nen und Ärz­te, Wis­sen­schaft­le­rin­nen und Wis­sen­schaft­ler so­wie Künst­le­rin­nen und Künst­ler auf, die an ei­ner Uni­ver­si­tät, ei­ner Kunst­hoch­schu­le oder ei­ner an­de­ren Hoch­schu­le in Frank­reich Stu­di­en oder For­schungs­ar­bei­ten nach­ge­hen.

2 Der Bund ge­währt dem Schwei­zer Haus in der CI­UP im Rah­men der be­wil­lig­ten Kre­di­te fi­nan­zi­el­le Bei­trä­ge.

Art. 26 Beitrag  

1 Der Bei­trag wird als Pau­schal­bei­trag aus­ge­rich­tet.

2 Er wird ver­wen­det für:

a.
den Un­ter­halt des Ge­bäu­des und für bau­li­che Mass­nah­men dar­an;
b.
die Ad­mi­nis­tra­ti­on des Schwei­zer Hau­ses in der CI­UP in­klu­si­ve den Lohn der Di­rek­to­rin oder des Di­rek­tors;
c.
die Öf­fent­lich­keits­ar­beit;
d.
Auf­wen­dun­gen der Aus­wahl­kom­mis­si­on.

3 Bau­li­che Mass­nah­men wer­den nur un­ter­stützt, so­fern sie sich auf die Emp­feh­lun­gen des Bun­des­amts für Bau­ten und Lo­gis­tik stüt­zen.

2. Abschnitt: Auswahlverfahren

Art. 27 Auswahlkommission  

1 Ei­ne Aus­wahl­kom­mis­si­on be­gut­ach­tet die Ge­su­che um Auf­nah­me in das Schwei­zer Haus in der CI­UP und stellt dem SBFI An­trag.

2 Die Aus­wahl­kom­mis­si­on be­steht aus fol­gen­den sechs Mit­glie­dern:

a.
zwei Ver­tre­te­rin­nen oder Ver­tre­tern der Kam­mer «uni­ver­si­täre Hoch­schu­len» der Rek­to­ren­kon­fe­renz der schwei­ze­ri­schen Hoch­schu­len;
b.
ei­ner Ver­tre­te­rin oder ei­nem Ver­tre­ter der Kam­mer «Fach­hoch­schu­len» der Rek­to­ren­kon­fe­renz der schwei­ze­ri­schen Hoch­schu­len;
c.
ei­ner Ver­tre­te­rin oder ei­nem Ver­tre­ter der Kam­mer «päd­ago­gi­sche Hoch­schu­len» der Rek­to­ren­kon­fe­renz der schwei­ze­ri­schen Hoch­schu­len;
d.
der Di­rek­to­rin oder dem Di­rek­tor des Schwei­zer Hau­ses in der CI­UP;
e.
ei­ner Ver­tre­te­rin oder ei­nem Ver­tre­ter der schwei­ze­ri­schen Stu­die­ren­den­or­ga­ni­sa­tio­nen.

3 Ei­ne Ver­tre­te­rin oder ein Ver­tre­ter der Rek­to­ren­kon­fe­renz der schwei­ze­ri­schen Hoch­schu­len prä­si­diert die Kom­mis­si­on.

4 Das Ge­ne­ral­se­kre­ta­ri­at der Rek­to­ren­kon­fe­renz der schwei­ze­ri­schen Hoch­schu­len führt das Se­kre­ta­ri­at der Kom­mis­si­on.

5 Die Kom­mis­si­on ist kei­ne aus­ser­par­la­men­ta­ri­sche Kom­mis­si­on im Sin­ne von Ar­ti­kel 57a Ab­satz 1 des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19978.

Art. 28 Aufnahmeverfahren und Befristung  

1 Wer im Schwei­zer Haus in der CI­UP woh­nen möch­te, muss ein Ge­such an das Se­kre­ta­ri­at der Aus­wahl­kom­mis­si­on bei der Rek­to­ren­kon­fe­renz der schwei­ze­ri­schen Hoch­schu­len ein­rei­chen.

2 Das SBFI ent­schei­det auf An­trag der Aus­wahl­kom­mis­si­on über die Auf­nah­me.

3 Die Auf­nah­me ist auf ein Jahr be­fris­tet.

4 Das SBFI kann auf An­trag der Aus­wahl­kom­mis­si­on die Auf­nah­me um ein wei­te­res Jahr und in Aus­nah­me­fäl­len noch­mals um ein wei­te­res Jahr ver­län­gern.

6. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 29 Aufhebung eines anderen Erlasses  

Die Ver­ord­nung vom 5. De­zem­ber 20039 über die Bei­trä­ge für Schwei­zer Teil­nah­men an den Bil­dungs-, Be­rufs­bil­dungs- und Ju­gend­pro­gram­men der EU so­wie für das Schwei­zer Haus in Pa­ris wird auf­ge­ho­ben.

Art. 30 Inkrafttreten  

Die­se Ver­ord­nung tritt am 1. No­vem­ber 2015 in Kraft.

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