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Bundesgesetz
über den Erwerb von Grundstücken
durch Personen im Ausland
(BewG)

vom 16. Dezember 1983 (Stand am 1. März 2021)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf die Artikel 54 Absatz 1, 122 Absatz 1 und 123 Absatz 1 der Bundesverfassung1,2
nach Einsicht in eine Botschaft des Bundesrates vom 16. September 19813,

beschliesst:

1 SR 101

2 Fassung gemäss Anhang Ziff. 1 des BB vom 25. Sept. 2020 über die Genehmigung und die Umsetzung des Abk. zwischen der Schweiz und dem Vereinigten Königreich über die Rechte der Bürgerinnen und Bürger infolge dessen Austritt aus der EU und des Wegfalls des Freizügigkeitsabkommens, in Kraft seit 1. März 2021 (AS 2021 85; BBl 2020 1029).

3BBl 1981 III 585

1. Kapitel: Zweck und Grundsätze

Art. 1 Zweck

Die­ses Ge­setz be­schränkt den Er­werb von Grund­stücken durch Per­so­nen im Aus­land, um die Über­frem­dung des ein­hei­mi­schen Bo­dens zu ver­hin­dern.

Art. 2 Bewilligungspflicht

1 Per­so­nen im Aus­land be­dür­fen für den Er­werb von Grund­stücken ei­ner Be­wil­li­gung der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Be­hör­de.

2 Kei­ner Be­wil­li­gung be­darf der Er­werb, wenn:

a.
das Grund­stück als stän­di­ge Be­triebs­stät­te ei­nes Han­dels‑, Fa­bri­ka­ti­ons- oder ei­nes an­de­ren nach kauf­män­ni­scher Art ge­führ­ten Ge­wer­bes, ei­nes Hand­werks­be­trie­bes oder ei­nes frei­en Be­ru­fes dient;
b.
das Grund­stück dem Er­wer­ber als na­tür­li­cher Per­son als Haupt­woh­nung am Ort sei­nes recht­mäs­si­gen und tat­säch­li­chen Wohn­sit­zes dient; oder
c.
ei­ne Aus­nah­me nach Ar­ti­kel 7 vor­liegt.4

3 Beim Er­werb von Grund­stücken nach Ab­satz 2 Buch­sta­be a kön­nen durch Wohn­an­teil­vor­schrif­ten vor­ge­schrie­be­ne Woh­nun­gen oder da­für re­ser­vier­te Flä­chen mit­er­wor­ben wer­den.5

4Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

5Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

Art. 3 Bundesrecht und kantonales Recht

1 Die Be­wil­li­gung wird nur aus den Grün­den er­teilt, die die­ses Ge­setz vor­sieht.

2 Die Kan­to­ne kön­nen zur Wah­rung ih­rer un­ter­schied­li­chen In­ter­es­sen zu­sätz­li­che Be­wil­li­gungs­grün­de und wei­ter­ge­hen­de Be­schrän­kun­gen vor­se­hen, so­weit die­ses Ge­setz sie da­zu er­mäch­tigt.

2. Kapitel: Bewilligungspflicht

Art. 4 Erwerb von Grundstücken

1 Als Er­werb ei­nes Grund­stückes gilt:

a.
der Er­werb des Ei­gen­tums, ei­nes Bau­rechts, ei­nes Wohn­rechts oder der Nutz­nies­sung an ei­nem Grund­stück;
b.6
die Be­tei­li­gung an ei­ner ver­mö­gens­fä­hi­gen Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, de­ren tat­säch­li­cher Zweck der Er­werb von Grund­stücken ist;
c.7
der Er­werb des Ei­gen­tums oder der Nutz­nies­sung an ei­nem An­teil an ei­nem Im­mo­bi­li­en­fonds, des­sen An­teil­schei­ne auf dem Markt nicht re­gel­mäs­sig ge­han­delt wer­den, oder an ei­nem ähn­li­chen Ver­mö­gen;
cbis.8
der Er­werb des Ei­gen­tums oder der Nutz­nies­sung an ei­ner Ak­tie ei­ner Im­mo­bi­li­en-SI­CAV, de­ren Ak­ti­en auf dem Markt nicht re­gel­mäs­sig ge­han­delt wer­den, oder an ei­nem ähn­li­chen Ver­mö­gen;
d.
...9
e.10
der Er­werb des Ei­gen­tums oder der Nutz­nies­sung an ei­nem An­teil an ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son, de­ren tat­säch­li­cher Zweck der Er­werb von Grund­­stücken ist, so­fern die An­tei­le die­ser ju­ris­ti­schen Per­son nicht an ei­ner Bör­se in der Schweiz ko­tiert sind;
f.11
die Be­grün­dung und Aus­übung ei­nes Kaufs‑, Vor­kaufs- oder Rück­kaufs­rechts an ei­nem Grund­stück oder an ei­nem An­teil im Sin­ne der Buch­sta­ben b, c und e;
g.
der Er­werb an­de­rer Rech­te, die dem Er­wer­ber ei­ne ähn­li­che Stel­lung wie dem Ei­gen­tü­mer ei­nes Grund­stückes ver­schaf­fen.

2 Als Er­werb ei­nes Grund­stückes gilt auch, wenn ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son oder ei­ne ver­mö­gens­fä­hi­ge Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit ih­ren sta­tu­ta­ri­schen oder tat­säch­li­chen Sitz ins Aus­land ver­legt und Rech­te an ei­nem Grund­stück bei­be­hält, das nicht nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 2 Buch­sta­be a be­wil­li­gungs­frei er­wor­ben wer­den kann.12

6Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

7 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).

8 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).

9Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, mit Wir­kung seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

10 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. April 2005 (AS 20051337; BBl 2003 4357).

11Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

12Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

Art. 5 Personen im Ausland

1 Als Per­so­nen im Aus­land gel­ten:

a.13
die fol­gen­den Per­so­nen, so­fern sie ih­ren recht­mäs­si­gen und tat­säch­li­chen Wohn­sitz nicht in der Schweiz ha­ben:
1.
Staats­an­ge­hö­ri­ge der Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on oder der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on,
2.
Staats­an­ge­hö­ri­ge des Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reichs von Gross­bri­tan­ni­en und Nordir­lands, die von Ar­ti­kel 22 Zif­fer 2 des Ab­kom­mens vom 25. Fe­bru­ar 201914 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und dem Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich von Gross­bri­tan­ni­en und Nordir­land über die Rech­te der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in­fol­ge des Aus­tritts des Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reichs aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on und des Weg­falls des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens er­fasst wer­den;
abis.15
Staats­an­ge­hö­ri­ge an­de­rer aus­län­di­scher Staa­ten, die nicht das Recht ha­ben, sich in der Schweiz nie­der­zu­las­sen;
b.
ju­ris­ti­sche Per­so­nen oder ver­mö­gens­fä­hi­ge Ge­sell­schaf­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, die ih­ren sta­tu­ta­ri­schen oder tat­säch­li­chen Sitz im Aus­land ha­ben;
c.
ju­ris­ti­sche Per­so­nen oder ver­mö­gens­fä­hi­ge Ge­sell­schaf­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, die ih­ren sta­tu­ta­ri­schen und tat­säch­li­chen Sitz in der Schweiz ha­ben und in de­nen Per­so­nen im Aus­land ei­ne be­herr­schen­de Stel­lung in­ne­ha­ben;
d.16
na­tür­li­che und ju­ris­ti­sche Per­so­nen so­wie ver­mö­gens­fä­hi­ge Ge­sell­schaf­ten oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, die nicht Per­so­nen im Aus­land nach den Buch­sta­ben a, abis und c sind, wenn sie ein Grund­stück für Rech­nung von Per­so­nen im Aus­land er­wer­ben.

2 ...17

13 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BB vom 25. Sept. 2020 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Abk. zwi­schen der Schweiz und dem Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich über die Rech­te der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in­fol­ge des­sen Aus­tritt aus der EU und des Weg­falls des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens, in Kraft seit 1. März 2021 (AS 2021 85; BBl 2020 1029).

14 SR 0.142.113.672; BBl2020 1085

15 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 8. Okt. 1999 zum Abk. zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der EG so­wie ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 701; BBl 1999 6128).

16 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 8. Okt. 1999 zum Abk. zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der EG so­wie ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit, in Kraft seit 1. Ju­ni 2002 (AS 2002 701; BBl 1999 6128).

17Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, mit Wir­kung seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

Art. 6 Beherrschende Stellung

1 Ei­ne Per­son im Aus­land hat ei­ne be­herr­schen­de Stel­lung in­ne, wenn sie auf­grund ih­rer fi­nan­zi­el­len Be­tei­li­gung, ih­res Stimm­rech­tes oder aus an­de­ren Grün­den al­lein oder ge­mein­sam mit an­de­ren Per­so­nen im Aus­land die Ver­wal­tung oder Ge­schäfts­füh­rung ent­schei­dend be­ein­flus­sen kann.

2 Die Be­herr­schung ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son durch Per­so­nen im Aus­land wird ver­mu­tet, wenn die­se:

a.18
mehr als einen Drit­tel des Ak­ti­en-, Stamm- oder Ge­nos­sen­schafts­ka­pi­tals be­sit­zen;
b.
über mehr als einen Drit­tel der Stim­men in der Ge­ne­ral- oder Ge­sell­schaf­ter­ver­samm­lung ver­fü­gen;
c.
die Mehr­heit des Stif­tungs­ra­tes oder der Be­güns­tig­ten ei­ner Stif­tung des pri­va­ten Rechts stel­len;
d.
der ju­ris­ti­schen Per­son rück­zahl­ba­re Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len, die mehr als die Hälf­te der Dif­fe­renz zwi­schen den Ak­ti­ven der ju­ris­ti­schen Per­son und ih­ren Schul­den ge­gen­über nicht be­wil­li­gungs­pflich­ti­gen Per­so­nen aus­ma­chen.

3 Die Be­herr­schung ei­ner Kol­lek­tiv- oder Kom­man­dit­ge­sell­schaft durch Per­so­nen im Aus­land wird ver­mu­tet, wenn ei­ne oder meh­re­re von ih­nen:

a.
un­be­schränkt haf­ten­de Ge­sell­schaf­ter sind;
b.
der Ge­sell­schaft als Kom­man­di­täre Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len, die einen Drit­tel der Ei­gen­mit­tel der Ge­sell­schaft über­stei­gen;
c.
der Ge­sell­schaft oder un­be­schränkt haf­ten­den Ge­sell­schaf­tern rück­zahl­ba­re Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len, die mehr als die Hälf­te der Dif­fe­renz zwi­schen den Ak­ti­ven der Ge­sell­schaft und ih­ren Schul­den ge­gen­über nicht be­wil­li­gungs­pflich­ti­gen Per­so­nen aus­ma­chen.

4 Die Be­herr­schung ei­nes Im­mo­bi­li­en­fonds durch Per­so­nen im Aus­land wird ver­mu­tet, wenn des­sen Ver­wal­tung im Sin­ne die­ses Ge­set­zes von ei­ner Per­son im Aus­land wahr­ge­nom­men wird und die Fonds­lei­tung ei­ne Per­son im Aus­land ist.19

5 Die Be­herr­schung ei­ner Im­mo­bi­li­en-SI­CAV durch Per­so­nen im Aus­land wird ver­mu­tet, wenn de­ren Ver­wal­tung im Sin­ne die­ses Ge­set­zes von ei­ner Per­son im Aus­land wahr­ge­nom­men wird und Per­so­nen im Aus­land:

a.
über mehr als ein Drit­tel der Stim­men für das Un­ter­neh­me­rak­ti­en­ka­pi­tal ver­fü­gen;
b.
die Mehr­heit des Ver­wal­tungs­rats stel­len;
c.
rück­zahl­ba­re Mit­tel zur Ver­fü­gung stel­len, die mehr als die Hälf­te der Dif­fe­renz zwi­schen den Ak­ti­ven des An­le­gerak­ti­en­ka­pi­tals der Im­mo­bi­li­en-SI­CAV und ih­ren Schul­den ge­gen­über nicht be­wil­li­gungs­pflich­ten Per­so­nen aus­ma­chen.20

18 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. April 2005 (AS 20051337; BBL 2003 4357).

19 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).

20 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. 1 des BG vom 28. Sept. 2012, in Kraft seit 1. März 2013 (AS 2013 585; BBl 2012 3639).

Art. 7 Übrige Ausnahmen von der Bewilligungspflicht 21

Kei­ner Be­wil­li­gung be­dür­fen:

a.
ge­setz­li­che Er­ben im Sin­ne des schwei­ze­ri­schen Rechts im Erb­gang;
b.22
Ver­wand­te des Ver­äus­se­rers in auf- und ab­stei­gen­der Li­nie so­wie des­sen Ehe­gat­te, ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin oder ein­ge­tra­ge­ner Part­ner;
c.23
der Er­wer­ber, der be­reits Mit- oder Ge­sam­tei­gen­tum am Grund­stück hat;
d.
Stock­werk­ei­gen­tü­mer für den Tausch ih­rer Stock­wer­ke im sel­ben Ob­jekt;
e.
der Er­wer­ber, der ein Grund­stück als Rea­ler­satz bei ei­ner Ent­eig­nung, Lan­d­um­le­gung oder Gü­ter­zu­sam­men­le­gung nach dem Recht des Bun­des oder des Kan­tons er­hält;
f.
der Er­wer­ber, der ein Grund­stück als Er­satz für ein an­de­res er­wirbt, das er an ei­ne öf­fent­lichrecht­li­che Kör­per­schaft oder An­stalt ver­äus­sert hat;
g.
der Er­wer­ber, der ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Flä­che in­fol­ge ei­ner Grenz­be­rei­ni­gung oder in­fol­ge ei­ner Er­hö­hung der Wert­quo­te von Stock­werk­ei­gen­tum er­wirbt;
h.24
der Er­wer­ber, des­sen Er­werb im staats­po­li­ti­schen In­ter­es­se des Bun­des ge­bo­ten ist; die Flä­che darf nicht grös­ser sein, als es der Ver­wen­dungs­zweck des Grund­stücks er­for­dert;
i.25
na­tür­li­che Per­so­nen, die in­fol­ge der Li­qui­da­ti­on ei­ner vor dem 1. Fe­bru­ar 1974 ge­grün­de­ten ju­ris­ti­schen Per­son, de­ren tat­säch­li­cher Zweck der Er­werb von Grund­stücken ist, ei­ne Woh­nung er­wer­ben, wenn sie nach den da­mals gel­ten­den Vor­schrif­ten im ent­spre­chen­den Um­fang An­tei­le an der ju­ris­ti­schen Per­son er­wor­ben ha­ben;
j.26
die fol­gen­den Per­so­nen, so­fern sie als Grenz­gän­ger in der Re­gi­on des Ar­beit­sorts ei­ne Zweit­woh­nung er­wer­ben:
1.
Staats­an­ge­hö­ri­ge der Mit­glied­staa­ten der Eu­ro­päi­schen Uni­on oder der Eu­ro­päi­schen Frei­han­delsas­so­zia­ti­on,
2.
Staats­an­ge­hö­ri­ge des Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reichs von Gross­bri­tan­ni­en und Nordir­lands, die von Ar­ti­kel 22 Zif­fer 3 des Ab­kom­mens vom 25. Fe­bru­ar 201927 zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft und dem Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich von Gross­bri­tan­ni­en und Nordir­land über die Rech­te der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in­fol­ge des Aus­tritts des Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reichs aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on und des Weg­falls des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens er­fasst wer­den.

21Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

22 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 10 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

23 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. April 2005 (AS 20051337; BBl 2003 4357).

24 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. II 3 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).

25Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

26 Ein­ge­fügt durch Ziff. I 2 des BG vom 8. Okt. 1999 zum Abk. zwi­schen der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft ei­ner­seits und der EG so­wie ih­ren Mit­glied­staa­ten an­de­rer­seits über die Frei­zü­gig­keit (AS 2002 701; BBl 1999 6128). Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 1 des BB vom 25. Sept. 2020 über die Ge­neh­mi­gung und die Um­set­zung des Abk. zwi­schen der Schweiz und dem Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich über die Rech­te der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in­fol­ge des­sen Aus­tritt aus der EU und des Weg­falls des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens, in Kraft seit 1. März 2021 (AS 2021 85; BBl 2020 1029).

27 SR 0.142.113.672; BBl2020 1085

Art. 7a Institutionelle Begünstigte von Vorrechten, Immunitäten und Erleichterungen 28

Der Er­werb ei­nes Grund­stücks für dienst­li­che Zwe­cke durch in­sti­tu­tio­nel­le Be­güns­tig­te nach Ar­ti­kel 2 Ab­satz 1 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 200729, die Vor­rech­te, Im­mu­ni­tä­ten und Er­leich­te­run­gen ge­nies­sen, un­ter­steht aus­sch­liess­lich dem 3. Ka­pi­tel des Gast­staat­ge­set­zes.

28 Ein­ge­fügt durch An­hang Ziff. II 3 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, in Kraft seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).

29 SR 192.12

3. Kapitel: Bewilligungs- und Verweigerungsgründe

Art. 8 Allgemeine Bewilligungsgründe

1 Der Er­werb wird be­wil­ligt, wenn das Grund­stück die­nen soll:

a.
...30
b.
als Ka­pi­tal­an­la­ge aus der Ge­schäftstä­tig­keit aus­län­di­scher und aus­län­disch be­herrsch­ter, in der Schweiz zum Ge­schäfts­be­trieb zu­ge­las­se­ner Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen, so­fern die all­ge­mein an­er­kann­ten An­la­ge­grund­sät­ze be­ach­tet wer­den und der Wert al­ler Grund­stücke des Er­wer­bers die von der Ver­si­che­rungs­auf­sichts­be­hör­de als tech­nisch not­wen­dig er­ach­te­ten Rück­stel­lun­gen für das Schwei­zer Ge­schäft nicht über­steigt;
c.
zur Per­so­nal­vor­sor­ge von in­län­di­schen Be­triebs­stät­ten oder zu aus­sch­liess­lich ge­mein­nüt­zi­gen Zwe­cken, wenn der Er­wer­ber für das Grund­stück von der di­rek­ten Bun­des­steu­er be­freit ist;
d.31
zur De­ckung pfand­ge­si­cher­ter For­de­run­gen aus­län­di­scher und aus­län­disch be­herrsch­ter, in der Schweiz zum Ge­schäfts­be­trieb zu­ge­las­se­ner Ban­ken und Ver­si­che­rungs­ein­rich­tun­gen in Zwangs­ver­wer­tun­gen und Li­qui­da­ti­ons­ver­glei­chen.

2 Ei­nem Er­ben, wel­cher der Be­wil­li­gung be­darf und kei­nen Be­wil­li­gungs­grund hat, wird der Er­werb mit der Auf­la­ge be­wil­ligt, das Grund­stück in­nert zwei­er Jah­re wie­der zu ver­äus­sern. Weist der Er­be en­ge, schutz­wür­di­ge Be­zie­hun­gen zum Grund­stück nach, so kann die Be­wil­li­gung oh­ne die­se Auf­la­ge er­teilt wer­den.32

3 Ei­ner na­tür­li­chen Per­son, die von ei­ner an­de­ren ei­ne Haupt‑, Zweit- oder Fe­ri­en­woh­nung oder ei­ne Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel er­wirbt und da­für man­gels kan­to­na­ler Be­stim­mun­gen oder in­fol­ge ei­ner ört­li­chen Be­wil­li­gungs­sper­re kei­nen Be­wil­li­gungs­grund hat, wird die Be­wil­li­gung er­teilt, wenn ein Här­te­fall für den Ver­äus­se­rer vor­liegt. Als Här­te­fall gilt ei­ne nach­träg­lich ein­ge­tre­te­ne, un­vor­her­seh­ba­re Not­la­ge des Ver­äus­se­rers, die er nur ab­wen­den kann, in­dem er das Grund­stück an ei­ne Per­son im Aus­land ver­äus­sert. ...33.

30Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, mit Wir­kung seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

31Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

32 Satz ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. April 2005 (AS 20051337; BBl 2003 4357).

33 Satz auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, mit Wir­kung seit 1. Sept. 2002 (AS 20022467; BBl 2002 10522748).

Art. 9 Kantonale Bewilligungsgründe 34

1 Die Kan­to­ne kön­nen durch Ge­setz be­stim­men, dass der Er­werb be­wil­ligt wird, wenn das Grund­stück dient:

a.
dem so­zia­len Woh­nungs­bau nach kan­to­na­lem Recht und oh­ne Bun­des­hil­fe in Or­ten, die un­ter Woh­nungs­not lei­den, oder wenn sich auf dem Grund­stück sol­che neu­er­stell­ten Wohn­bau­ten be­fin­den;
b.
...35
c.
ei­ner na­tür­li­chen Per­son als Zweit­woh­nung an ei­nem Ort, zu dem sie aus­ser­ge­wöhn­lich en­ge, schutz­wür­di­ge Be­zie­hun­gen un­ter­hält, so­lan­ge die­se an­dau­ern.

2 Die Kan­to­ne kön­nen aus­ser­dem durch Ge­setz be­stim­men, dass ei­ner na­tür­li­chen Per­son der Er­werb als Fe­ri­en­woh­nung oder als Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel im Rah­men des kan­to­na­len Kon­tin­gents be­wil­ligt wer­den kann.

3 Die Kan­to­ne be­stim­men die Or­te, die des Er­werbs von Fe­ri­en­woh­nun­gen oder von Wohn­ein­hei­ten in Ap­par­tho­tels durch Per­so­nen im Aus­land be­dür­fen, um den Frem­den­ver­kehr zu för­dern.36

4 Nicht an das Kon­tin­gent an­ge­rech­net wird ei­ne Be­wil­li­gung:

a.
wenn be­reits dem Ver­äus­se­rer der Er­werb der Fe­ri­en­woh­nung oder Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel be­wil­ligt wor­den ist;
b.
die nach Ar­ti­kel 8 Ab­satz 3 er­teilt wird;
c.
für den Er­werb ei­nes Mit­ei­gen­tumsan­teils an ei­ner Fe­ri­en­woh­nung oder Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel, so­fern der Er­werb ei­nes an­de­ren Mit­ei­gen­tumsan­teils an der­sel­ben Fe­ri­en­woh­nung oder Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel be­reits an das Kon­tin­gent an­ge­rech­net wor­den ist.37

34 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Sept. 2002 (AS 2002 2467; BBl 2002 10522748).

35Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, mit Wir­kung seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

36 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. April 2005 (AS 20051337; BBl 2003 4357).

37 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Sept. 2002 (AS 2002 2467; BBl 2002 10522748).

Art. 10 Apparthotels

Als Ap­par­tho­tel gilt ein neu­es oder zu er­neu­ern­des Ho­tel im Stock­werk­ei­gen­tum des Be­triebs­in­ha­bers, von Per­so­nen im Aus­land und ge­ge­be­nen­falls von Dritt­per­so­nen, wenn es fol­gen­de Vor­aus­set­zun­gen er­füllt:

a.
Ei­gen­tum des Be­triebs­in­ha­bers an den be­son­de­ren An­la­gen und Ein­rich­tun­gen für den Ho­tel­be­trieb und an den Wohn­ein­hei­ten im Um­fang von ins­ge­samt min­des­tens 51 Pro­zent der Wert­quo­ten;
b.
dau­ern­de ho­tel­mäs­si­ge Be­wirt­schaf­tung der Wohn­ein­hei­ten im Um­fan­ge von min­des­tens 65 Pro­zent der dar­auf ent­fal­len­den Wert­quo­ten, ein­sch­liess­lich al­ler dem Be­triebs­in­ha­ber ge­hö­ren­den Wohn­ein­hei­ten;
c.
an­ge­mes­se­nes Dienst­leis­tungs­an­ge­bot, ent­spre­chen­de bau­li­che und be­trieb­li­che Eig­nung so­wie mut­mass­li­che Wirt­schaft­lich­keit des Ho­tels ge­stützt auf ein Gut­ach­ten der Schwei­ze­ri­schen Ge­sell­schaft für Ho­tel­kre­dit.
Art. 11 Bewilligungskontingente 38

1 Der Bun­des­rat be­stimmt die jähr­li­chen kan­to­na­len Be­wil­li­gungs­kon­tin­gen­te für den Er­werb von Fe­ri­en­woh­nun­gen und Wohn­ein­hei­ten in Ap­par­tho­tels im Rah­men ei­ner ge­samtschwei­ze­ri­schen Höchst­zahl; er be­rück­sich­tigt da­bei die staats­po­li­ti­schen und volks­wirt­schaft­li­chen In­ter­es­sen des Lan­des.

2 Die Höchst­zahl nach Ab­satz 1 darf 1500 Kon­tin­gents­ein­hei­ten nicht über­schrei­ten.

3 Der Bun­des­rat be­misst die kan­to­na­len Kon­tin­gen­te nach der Be­deu­tung des Frem­den­ver­kehrs für die Kan­to­ne, den tou­ris­ti­schen Ent­wick­lungs­pla­nun­gen und dem An­teil an aus­län­di­schem Grund­ei­gen­tum auf ih­rem Ge­biet.

4 Die Kan­to­ne re­geln die Ver­tei­lung der Be­wil­li­gun­gen aus ih­rem Kon­tin­gent.

38 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 22. März 2002, in Kraft seit 1. Sept. 2002 (AS 2002 2467; BBl 2002 10522748).

Art. 12 Zwingende Verweigerungsgründe

Die Be­wil­li­gung wird auf je­den Fall ver­wei­gert, wenn:

a.
das Grund­stück ei­ner nach die­sem Ge­setz un­zu­läs­si­gen Ka­pi­tal­an­la­ge dient;
b.
die Flä­che grös­ser ist, als es der Ver­wen­dungs­zweck er­for­dert;
c.
der Er­wer­ber ver­sucht hat, die­ses Ge­setz zu um­ge­hen;
d.39
dem Er­wer­ber ei­ner Zweit­woh­nung im Sin­ne von Ar­ti­kel 9 Ab­satz 1 Buch­sta­be c, ei­ner Fe­ri­en­woh­nung oder ei­ner Wohn­ein­heit in ei­nem Ap­par­tho­tel, sei­nem Ehe­gat­ten, sei­ner ein­ge­tra­ge­nen Part­ne­rin oder sei­nem ein­ge­tra­ge­nen Part­ner oder sei­nen Kin­dern un­ter 18 Jah­ren be­reits ei­ne sol­che Woh­nung in der Schweiz ge­hört;
e.
...40
f.
der Er­werb staats­po­li­ti­schen In­ter­es­sen wi­der­spricht.

39 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 10 des Part­ner­schafts­ge­set­zes vom 18. Ju­ni 2004, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2005 5685; BBl 2003 1288).

40Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, mit Wir­kung seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

Art. 13 Weitergehende kantonale Beschränkungen

1 Die Kan­to­ne kön­nen durch Ge­setz den Er­werb von Fe­ri­en­woh­nun­gen und von Wohn­ein­hei­ten in Ap­par­tho­tels wei­ter­ge­hend ein­schrän­ken, in­dem sie ins­be­son­de­re:

a.
ei­ne Be­wil­li­gungs­sper­re ein­füh­ren;
b.
den Er­werb von Fe­ri­en­woh­nun­gen nur im Rah­men von Stock­werk­ei­gen­tum oder ei­ner an­de­ren Ge­samt­heit meh­re­rer Fe­ri­en­woh­nun­gen zu­las­sen;
c.
für ei­ne Ge­samt­heit von Fe­ri­en­woh­nun­gen und für Wohn­ein­hei­ten in Ap­part­ho­tels den Er­werb nur bis zu ei­ner be­stimm­ten Quo­te des Wohn­raums zu­las­sen;
d.
zu­guns­ten von Per­so­nen, die kei­ner Be­wil­li­gung be­dür­fen, ein Vor­kaufs­recht zum Ver­kehrs­wert ein­füh­ren;
e.
den Er­werb auf das Bau­recht, das Wohn­recht oder die Nutz­nies­sung be­schrän­ken.

2 Die Ge­mein­den kön­nen die­se Ein­schrän­kun­gen von sich aus ein­füh­ren. Die Kan­to­ne re­geln das Ver­fah­ren.

Art. 14 Bedingungen und Auflagen

1 Die Be­wil­li­gung wird un­ter Be­din­gun­gen und Auf­la­gen er­teilt, die si­cher­stel­len, dass das Grund­stück zu dem vom Er­wer­ber gel­tend ge­mach­ten Zweck ver­wen­det wird.

2 Der Bun­des­rat re­gelt die Min­dest­be­din­gun­gen und -auf­la­gen, so­weit die­ses Ge­setz sie nicht re­gelt, und den Ver­fall von Be­wil­li­gun­gen.

3 Auf­la­gen sind im Grund­buch an­zu­mer­ken.

4 Sie kön­nen auf An­trag des Er­wer­bers aus zwin­gen­den Grün­den wi­der­ru­fen wer­den.

5 Wird die Be­wil­li­gungs­pflicht ver­neint, weil Per­so­nen im Aus­land kei­ne be­herr­schen­de Stel­lung in­ne­ha­ben, so ist die­se Fest­stel­lung an die Auf­la­ge zu knüp­fen, dass der Er­wer­ber vor je­der Än­de­rung der Ver­hält­nis­se, wel­che die Be­wil­li­gungs­pflicht be­grün­den könn­te, er­neut um die Fest­stel­lung nach­zu­su­chen hat.

4. Kapitel: Behörden und Verfahren

Art. 15 Kantonale Behörden

1 Je­der Kan­ton be­zeich­net:

a.
ei­ne oder meh­re­re Be­wil­li­gungs­be­hör­den, die über die Be­wil­li­gungs­pflicht, die Be­wil­li­gung und den Wi­der­ruf ei­ner Be­wil­li­gung oder Auf­la­ge ent­schei­den;
b.
ei­ne be­schwer­de­be­rech­tig­te Be­hör­de, die auch den Wi­der­ruf ei­ner Be­wil­li­gung oder die Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens ver­lan­gen und auf Be­sei­ti­gung des rechts­wid­ri­gen Zu­stan­des kla­gen kann;
c.
ei­ne Be­schwer­de­in­stanz.

2 Zu­stän­dig ist die Be­hör­de am Ort des Grund­stückes; beim Er­werb von An­tei­len an ju­ris­ti­schen Per­so­nen oder bei der Be­tei­li­gung an ei­ner ver­mö­gens­fä­hi­gen Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit ist die Be­hör­de zu­stän­dig, in de­ren Amts­­be­reich wert­mäs­sig der gröss­te Teil der Grund­stücke liegt.

3 Das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment ent­schei­det in Kom­pe­tenz­kon­flik­ten zwi­schen den Be­hör­den ver­schie­de­ner Kan­to­ne.

Art. 16 Bundesbehörden

1 Der Bun­des­rat stellt nach An­hö­ren der Kan­tons­re­gie­rung fest, ob:

a.
es sich um einen Er­werb han­delt, für den der Er­wer­ber aus Grün­den des staats­po­li­ti­schen In­ter­es­ses des Bun­des kei­ner Be­wil­li­gung be­darf;
b.
der Er­werb staats­po­li­ti­schen In­ter­es­sen wi­der­spricht; trifft dies zu, so ver­wei­gert er die Be­wil­li­gung.

2 ...41

3 ...42

4 In den üb­ri­gen Fäl­len sind das Eid­ge­nös­si­sche Jus­tiz- und Po­li­zei­de­par­te­ment und, so­weit die­ses Ge­setz es vor­sieht, das Bun­des­amt für Jus­tiz zu­stän­dig.

41 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. II 3 des Gast­staat­ge­set­zes vom 22. Ju­ni 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2008 (AS 2007 6637; BBl 2006 8017).

42Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, mit Wir­kung seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

Art. 17 Bewilligungsverfahren

1 Er­wer­ber, de­ren Be­wil­li­gungs­pflicht sich nicht oh­ne wei­te­res aus­sch­lies­sen lässt, ha­ben spä­tes­tens nach dem Ab­schluss des Rechts­ge­schäf­tes oder, man­gels des­sen, nach dem Er­werb um die Be­wil­li­gung oder die Fest­stel­lung nach­zu­su­chen, dass sie kei­ner Be­wil­li­gung be­dür­fen.

2 Die Be­wil­li­gungs­be­hör­de er­öff­net ih­re Ver­fü­gung mit Be­grün­dung und Rechts­mit­tel­be­leh­rung den Par­tei­en, der Ge­mein­de, in der das Grund­stück liegt, und mit den voll­stän­di­gen Ak­ten der be­schwer­de­be­rech­tig­ten kan­to­na­len Be­hör­de.

3 Ver­zich­tet die be­schwer­de­be­rech­tig­te kan­to­na­le Be­hör­de auf ei­ne Be­schwer­de oder zieht sie die­se zu­rück, so er­öff­net sie die Ver­fü­gung mit den voll­stän­di­gen Ak­ten kos­ten­los dem Bun­des­amt für Jus­tiz.

Art. 18 Grundbuch und Handelsregister

1 Kann der Grund­buch­ver­wal­ter die Be­wil­li­gungs­pflicht nicht oh­ne wei­te­res aus­schlies­sen, so setzt er das Ver­fah­ren aus und räumt dem Er­wer­ber ei­ne Frist von 30 Ta­gen ein, um die Be­wil­li­gung oder die Fest­stel­lung ein­zu­ho­len, dass er kei­ner Be­wil­li­gung be­darf; er weist die An­mel­dung ab, wenn der Er­wer­ber nicht frist­ge­recht han­delt oder die Be­wil­li­gung ver­wei­gert wird.

2 Der Han­dels­re­gis­ter­füh­rer ver­fährt wie der Grund­buch­ver­wal­ter; er ver­weist je­doch ei­ne ju­ris­ti­sche Per­son oder ver­mö­gens­fä­hi­ge Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit, die ih­ren Sitz von der Schweiz ins Aus­land ver­legt, vor der Lö­schung in je­dem Fal­le an die Be­wil­li­gungs­be­hör­de.

3 Die ab­wei­sen­de Ver­fü­gung des Grund­buch­ver­wal­ters und des Han­dels­re­gis­ter­­füh­rers un­ter­liegt der Be­schwer­de an die nach die­sem Ge­setz zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz; die­se Be­schwer­de tritt an die Stel­le der Be­schwer­de an die Auf­sichts­be­hör­de für das Grund­buch oder Han­dels­re­gis­ter.

4 ...43

43Auf­ge­ho­ben durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, mit Wir­kung seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

Art. 19 Zwangsversteigerung

1 Er­stei­gert je­mand ein Grund­stück in ei­ner Zwangs­ver­stei­ge­rung, so hat er der Stei­ge­rungs­be­hör­de nach dem Zu­schlag schrift­lich zu er­klä­ren, ob er ei­ne Per­son im Aus­land ist, na­ment­lich ob er auf Rech­nung ei­ner Per­son im Aus­land han­delt; er ist dar­auf und auf die Be­wil­li­gungs­pflicht von Per­so­nen im Aus­land für den Er­werb von Grund­stücken in den Stei­ge­rungs­be­din­gun­gen auf­merk­sam zu ma­chen.

2 Be­steht Ge­wiss­heit über die Be­wil­li­gungs­pflicht und liegt noch kei­ne rechts­kräf­­ti­ge Be­wil­li­gung vor, oder lässt sich die Be­wil­li­gungs­pflicht oh­ne nä­he­re Prü­fung nicht aus­sch­lies­sen, so räumt die Stei­ge­rungs­be­hör­de dem Er­wer­ber un­ter Mit­tei­lung an den Grund­buch­ver­wal­ter ei­ne Frist von zehn Ta­gen ein, um:

a.
die Be­wil­li­gung oder die Fest­stel­lung ein­zu­ho­len, dass der Er­wer­ber kei­ner Be­wil­li­gung be­darf;
b.
den Kauf­preis si­cher­zu­stel­len, wo­bei für die Dau­er der Si­cher­stel­lung ein jähr­li­cher Zins von 5 Pro­zent zu ent­rich­ten ist;
c.
die Kos­ten ei­ner er­neu­ten Ver­stei­ge­rung si­cher­zu­stel­len.

3 Han­delt der Er­wer­ber nicht frist­ge­recht oder wird die Be­wil­li­gung rechts­kräf­tig ver­wei­gert, so hebt die Stei­ge­rungs­be­hör­de un­ter Mit­tei­lung an den Grund­buch­ver­wal­ter den Zu­schlag auf und ord­net ei­ne neue Ver­stei­ge­rung an.

4 Die Auf­he­bungs­ver­fü­gung der Stei­ge­rungs­be­hör­de un­ter­liegt der Be­schwer­de an die nach die­sem Ge­setz zu­stän­di­ge kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz; die­se Be­schwer­de tritt an die Stel­le der Be­schwer­de an die Auf­sichts­be­hör­de für Schuld­be­trei­bung und Kon­kurs.

5 Wird bei der er­neu­ten Ver­stei­ge­rung ein ge­rin­ge­rer Er­lös er­zielt, so haf­tet der er­ste Er­stei­ge­rer für den Aus­fall und al­len wei­te­ren Scha­den.

Art. 20 Beschwerde an die kantonale Beschwerdeinstanz

1 Der Be­schwer­de an die kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz un­ter­lie­gen die Ver­fü­gun­gen der Be­wil­li­gungs­be­hör­de, des Grund­buch­ver­wal­ters, des Han­dels­re­gis­ter­füh­rers und der Stei­ge­rungs­be­hör­de.

2 Das Be­schwer­de­recht steht zu:

a.
dem Er­wer­ber, dem Ver­äus­se­rer und an­de­ren Per­so­nen, die ein schutz­wür­di­ges In­ter­es­se an der Auf­he­bung oder Än­de­rung der Ver­fü­gung ha­ben:
b.
der be­schwer­de­be­rech­tig­ten kan­to­na­len Be­hör­de oder, wenn die­se auf die Be­schwer­de ver­zich­tet oder sie zu­rück­zieht, dem Bun­des­amt für Jus­tiz;
c.
der Ge­mein­de, in der das Grund­stück liegt, ge­gen ei­ne Be­wil­li­gung, ge­gen die Fest­stel­lung, dass der Er­wer­ber kei­ner Be­wil­li­gung be­darf, und ge­gen den Wi­der­ruf ei­ner Auf­la­ge.

3 Die Be­schwer­de­frist be­trägt 30 Ta­ge seit der Er­öff­nung der Ver­fü­gung an die Par­tei­en oder die be­schwer­de­be­rech­tig­te Be­hör­de.

4 Die kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz er­öff­net ih­ren Ent­scheid mit Be­grün­dung und Rechts­mit­tel­be­leh­rung den be­schwer­de­be­rech­tig­ten Per­so­nen, der Be­wil­li­gungs­be­hör­de und, kos­ten­los, den be­schwer­de­be­rech­tig­ten Be­hör­den.

Art. 21 Beschwerde an Bundesbehörden 44

1 Für die Be­schwer­de an Bun­des­be­hör­den gel­ten die all­ge­mei­nen Be­stim­mun­gen über die Bun­des­rechts­pfle­ge.

2 Die Par­tei­en und Be­hör­den, die zur Be­schwer­de an die kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz be­rech­tigt sind, kön­nen auch bei Bun­des­be­hör­den Be­schwer­de füh­ren.

44 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 17 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 2197; BBl 2001 4202).

Art. 22 Beweiserhebung

1 Die Be­wil­li­gungs­be­hör­de und die kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz stel­len den Sach­ver­halt von Am­tes we­gen fest. Sie stel­len nur auf Vor­brin­gen ab, die sie ge­prüft und über die sie nö­ti­gen­falls Be­weis er­ho­ben ha­ben.

2 Die Be­wil­li­gungs­be­hör­de, die kan­to­na­le Be­schwer­de­in­stanz, die eid­ge­nös­si­schen Ge­rich­te und, aus­ser­halb ei­nes Ver­fah­rens die­ser Be­hör­den, die be­schwer­de­be­rech­tig­te kan­to­na­le Be­hör­de und das Bun­des­amt für Jus­tiz kön­nen Aus­kunft über al­le Tat­sa­chen ver­lan­gen, die für die Be­wil­li­gungs­pflicht oder die Be­wil­li­gung von Be­deu­tung sind.45

3 Aus­kunfts­pflich­tig ist, wer von Am­tes we­gen, be­rufs­mäs­sig, ver­trag­lich, als Or­gan ei­ner ju­ris­ti­schen Per­son oder Ge­sell­schaft oh­ne ju­ris­ti­sche Per­sön­lich­keit oder ei­nes An­la­ge­fonds durch Fi­nan­zie­rung oder auf an­de­re Wei­se an der Vor­be­rei­tung, dem Ab­schluss oder dem Voll­zug ei­nes Rechts­ge­schäf­tes über den Er­werb mit­wirkt; er hat auf Ver­lan­gen auch Ein­sicht in die Ge­schäfts­bü­cher, Kor­re­spon­den­zen oder Be­le­ge zu ge­wäh­ren und sie her­aus­zu­ge­ben.

4 Die Be­hör­de kann zu Un­guns­ten des Er­wer­bers ent­schei­den, wenn ein Aus­kunfts­pflich­ti­ger die not­wen­di­ge und zu­mut­ba­re Mit­wir­kung ver­wei­gert.

45 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 17 des Ver­wal­tungs­ge­richts­ge­set­zes vom 17. Ju­ni 2005, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 21971069; BBl 2001 4202).

Art. 23 Vorsorgliche Massnahmen

1 Die kan­to­na­len Be­hör­den und, aus­ser­halb ei­nes Ver­fah­rens, auch das Bun­des­amt für Jus­tiz kön­nen vor­sorg­li­che Mass­nah­men an­ord­nen, um einen recht­li­chen oder tat­säch­li­chen Zu­stand un­ver­än­dert zu er­hal­ten.

2 Die Be­schwer­de ge­gen ei­ne vor­sorg­li­che Ver­fü­gung hat kei­ne auf­schie­ben­de Wir­kung.

Art. 24 Rechts- und Amtshilfe

1 Die Ver­wal­tungs- und Ge­richts­be­hör­den des Bun­des und der Kan­to­ne leis­ten sich ge­gen­sei­tig Rechts- und Amts­hil­fe.

2 Be­hör­den und Be­am­te, die in ih­rer amt­li­chen Ei­gen­schaft Wi­der­hand­lun­gen wahr­neh­men oder Kennt­nis da­von er­hal­ten, sind ver­pflich­tet, sie so­fort der zu­stän­di­gen kan­to­na­len Straf­ver­fol­gungs­be­hör­de, der be­schwer­de­be­rech­tig­ten kan­to­na­len Be­hör­de oder dem Bun­des­amt für Jus­tiz an­zu­zei­gen.

3 Die zu­stän­di­gen Be­hör­den lie­fern dem Bun­des­amt für Jus­tiz die zur Füh­rung und Ver­öf­fent­li­chung ei­ner Sta­tis­tik über den Er­werb von Grund­stücken durch Per­so­nen im Aus­land not­wen­di­gen An­ga­ben; das Bun­des­amt für Jus­tiz er­teilt den zu­stän­di­gen Be­hör­den Aus­kunft über Tat­sa­chen, die für die Be­wil­li­gungs­pflicht oder die Be­wil­li­gung von Be­deu­tung sind.

5. Kapitel: Sanktionen

1. Abschnitt: Verwaltungsrecht

Art. 25 Widerruf der Bewilligung und nachträgliche Feststellung der Bewil­li­gungspflicht 46

1 Die Be­wil­li­gung wird von Am­tes we­gen wi­der­ru­fen, wenn der Er­wer­ber sie durch un­rich­ti­ge An­ga­ben er­schli­chen hat oder ei­ne Auf­la­ge trotz Mah­nung nicht ein­hält.

1bis Die Be­wil­li­gungs­pflicht wird von Am­tes we­gen nach­träg­lich fest­ge­stellt, wenn der Er­wer­ber ei­ner zu­stän­di­gen Be­hör­de, dem Grund­buch­ver­wal­ter oder dem Han­dels­re­gis­ter­füh­rer über Tat­sa­chen, die für die Be­wil­li­gungs­pflicht von Be­deu­tung sind, un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben ge­macht hat.47

2 Sank­tio­nen nach dem Aus­län­der­recht blei­ben vor­be­hal­ten.

46Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

47Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 30. April 1997, in Kraft seit 1. Okt. 1997 (AS 1997 2086; BBl 1997 II 1221).

2. Abschnitt: Zivilrecht

Art. 26 Unwirksamkeit und Nichtigkeit

1 Rechts­ge­schäf­te über einen Er­werb, für den der Er­wer­ber ei­ner Be­wil­li­gung be­darf, blei­ben oh­ne rechts­kräf­ti­ge Be­wil­li­gung un­wirk­sam.

2 Sie wer­den nich­tig, wenn:

a.
der Er­wer­ber das Rechts­ge­schäft voll­zieht, oh­ne um die Be­wil­li­gung nach­zu­su­chen oder be­vor die Be­wil­li­gung in Rechts­kraft tritt;
b.
die Be­wil­li­gungs­be­hör­de die Be­wil­li­gung rechts­kräf­tig ver­wei­gert oder wi­der­ru­fen hat;
c.
der Grund­buch­ver­wal­ter oder Han­dels­re­gis­ter­füh­rer die An­mel­dung ab­weist, oh­ne dass die Be­wil­li­gungs­be­hör­de die Be­wil­li­gung vor­gän­gig ver­wei­gert hat;
d.
die Stei­ge­rungs­be­hör­de den Zu­schlag auf­hebt, oh­ne dass die Be­wil­li­gungs­be­hör­de die Be­wil­li­gung vor­gän­gig ver­wei­gert hat.

3 Un­wirk­sam­keit und Nich­tig­keit sind von Am­tes we­gen zu be­ach­ten.

4 Sie ha­ben zur Fol­ge, dass:

a.
ver­spro­che­ne Leis­tun­gen nicht ge­for­dert wer­den dür­fen;
b.
Leis­tun­gen in­ner­halb ei­nes Jah­res zu­rück­ge­for­dert wer­den kön­nen, seit der Klä­ger Kennt­nis von sei­nem Rück­for­de­rungs­an­spruch hat, oder in­ner­halb ei­nes Jah­res seit Ab­schluss ei­nes Straf­ver­fah­rens, spä­tes­tens aber in­ner­halb von zehn Jah­ren seit die Leis­tung er­bracht wor­den ist;
c.
von Am­tes we­gen auf Be­sei­ti­gung ei­nes rechts­wid­ri­gen Zu­stan­des ge­klagt wird.
Art. 27 Beseitigung des rechtswidrigen Zustandes

1 Die be­schwer­de­be­rech­tig­te kan­to­na­le Be­hör­de oder, wenn die­se nicht han­delt, das Bun­des­amt für Jus­tiz, klagt ge­gen die Par­tei­en auf:48

a.
Wie­der­her­stel­lung des ur­sprüng­li­chen Zu­stan­des, wenn ein Grund­stück auf­grund ei­nes man­gels Be­wil­li­gung nich­ti­gen Rechts­ge­schäf­tes er­wor­ben wur­de;
b.
Auf­lö­sung der ju­ris­ti­schen Per­son mit Ver­fall ih­res Ver­mö­gens an das Ge­mein­we­sen im Fal­le von Ar­ti­kel 57 Ab­satz 3 des Schwei­ze­ri­schen Zi­vil­ge­setz­bu­ches49.

2 Er­weist sich die Wie­der­her­stel­lung des ur­sprüng­li­chen Zu­stan­des als un­mög­lich oder un­tun­lich, so ord­net der Rich­ter die öf­fent­li­che Ver­stei­ge­rung nach den Vor­schrif­ten über die Zwangs­ver­wer­tung von Grund­stücken an. Der Er­wer­ber kann nur sei­ne Ge­ste­hungs­kos­ten be­an­spru­chen; ein Mehr­er­lös fällt dem Kan­ton zu.

3 Die Kla­ge auf Wie­der­her­stel­lung des ur­sprüng­li­chen Zu­stan­des ent­fällt, wenn die Par­tei­en ihn wie­der her­ge­stellt ha­ben oder ein gut­gläu­bi­ger Drit­ter das Grund­stück er­wor­ben hat.

4 Bei­de Kla­gen sind an­zu­brin­gen:

a.
in­ner­halb ei­nes Jah­res seit ei­nem rechts­kräf­ti­gen Ent­scheid, der die Nich­tig­keit be­wirkt;
b.
im üb­ri­gen in­ner­halb von zehn Jah­ren seit dem Er­werb, wo­bei die Kla­ge­frist wäh­rend ei­nes Ver­wal­tungs­ver­fah­rens ruht;
c.
spä­tes­tens bis zur Ver­jäh­rung der Straf­ver­fol­gung, wenn die­se län­ger dau­ert.

5 Für den Schutz gut­gläu­big er­wor­be­ner ding­li­cher Rech­te und die Er­satz­pflicht gilt Ar­ti­kel 975 Ab­satz 2 des Schwei­ze­ri­schen Zi­vil­ge­setz­bu­ches.

48 Fas­sung ge­mä­ss An­hang Ziff. 4 des Ge­richts­stands­ge­set­zes vom 24. März 2000, in Kraft seit 1. Jan. 2001 (AS 2000 2355; BBl 1999 2829).

49SR 210

3. Abschnitt: Strafrecht

Art. 28 Umgehung der Bewilligungspflicht

1 Wer vor­sätz­lich ein man­gels Be­wil­li­gung nich­ti­ges Rechts­ge­schäft voll­zieht oder als Er­be, der für den Er­werb der Be­wil­li­gung be­darf, nicht frist­ge­recht um die­se nach­sucht, wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe be­straft.50

2 Han­delt der Tä­ter ge­werbs­mäs­sig, so ist die Stra­fe Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe nicht un­ter 180 Ta­ges­sät­zen.51

3 Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 50 000 Fran­ken.

4 Stellt der Tä­ter den ur­sprüng­li­chen Zu­stand wie­der her, so kann der Rich­ter die Stra­fe mil­dern.

50 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459).

51 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459).

Art. 29 Unrichtige Angaben

1 Wer vor­sätz­lich ei­ner zu­stän­di­gen Be­hör­de, dem Grund­buch­ver­wal­ter oder dem Han­dels­re­gis­ter­füh­rer über Tat­sa­chen, die für die Be­wil­li­gungs­pflicht oder für die Be­wil­li­gung von Be­deu­tung sind, un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben macht oder einen Irr­tum die­ser Be­hör­den arg­lis­tig be­nutzt, wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe be­straft.52

2 Wer fahr­läs­sig un­rich­ti­ge oder un­voll­stän­di­ge An­ga­ben macht, wird mit Bus­se bis zu 50 000 Fran­ken be­straft.

52Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459).

Art. 30 Missachtung von Auflagen

1 Wer vor­sätz­lich ei­ne Auf­la­ge miss­ach­tet, wird mit Frei­heits­s­tra­fe bis zu drei Jah­ren oder Geld­stra­fe be­straft.53

2 Han­delt der Tä­ter fahr­läs­sig, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 50 000 Fran­ken.

3 Wird die Auf­la­ge nach­träg­lich wi­der­ru­fen oder kommt der Tä­ter nach­träg­lich der Auf­la­ge nach, so ist die Stra­fe Bus­se bis zu 20 000 Fran­ken.

4 Bis zur rechts­kräf­ti­gen Er­le­di­gung ei­nes Ver­fah­rens auf Wi­der­ruf der Auf­la­ge darf der Straf­rich­ter nicht ur­tei­len.

53 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459).

Art. 31 Verweigerung von Auskunft oder Edition

Wer sich wei­gert, der Aus­kunfts- oder Edi­ti­ons­pflicht nach­zu­kom­men, die ihm die zu­stän­di­ge Be­hör­de un­ter Hin­weis auf die Straf­an­dro­hung die­ses Ar­ti­kels auf­er­legt, wird mit Bus­se bis zu 50 000 Fran­ken be­straft.54 Er bleibt straf­los, wenn er sich auf ein Be­rufs­ge­heim­nis nach Ar­ti­kel 321 des Straf­ge­setz­bu­ches55 be­ru­fen kann.

54 Fas­sung ge­mä­ss Art. 333 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459).

55SR 311.0.Heu­te: nach Art. 321 und 321bis.

Art. 32 Verjährung

1 Die Straf­ver­fol­gung ver­jährt:

a.
in zwei Jah­ren für die Ver­wei­ge­rung von Aus­kunft oder Edi­ti­on;
b.
in fünf Jah­ren für an­de­re Über­tre­tun­gen;
c.
in zehn Jah­ren für Ver­ge­hen.

2 Die Stra­fe für ei­ne Über­tre­tung ver­jährt in fünf Jah­ren.

Art. 33 Einziehung unrechtmässiger Vermögensvorteile

1 Wer durch ei­ne Wi­der­hand­lung einen un­recht­mäs­si­gen Vor­teil er­langt, der nicht auf Kla­ge hin be­sei­tigt wird, ist bis zur Ver­jäh­rung der Straf­ver­fol­gung oh­ne Rück­sicht auf die Straf­bar­keit ei­ner be­stimm­ten Per­son zu ver­pflich­ten, einen ent­spre­chen­den Be­trag an den Kan­ton zu zah­len.

2 Ge­schen­ke und an­de­re Zu­wen­dun­gen ver­fal­len nach den Ar­ti­keln 70–72 des Straf­ge­setz­bu­ches56.

56Fas­sung ge­mä­ss Art. 334 des Straf­ge­setz­bu­ches in der Fas­sung des BG vom 13. Dez. 2002, in Kraft seit 1. Jan. 2007 (AS 2006 3459).

Art. 34 Widerhandlungen im Geschäftsbetrieb

Für Wi­der­hand­lun­gen im Ge­schäfts­be­trieb gel­ten die Ar­ti­kel 6 und 7 des Bun­des­ge­set­zes vom 22. März 197457 über das Ver­wal­tungs­straf­recht sinn­ge­mä­ss.

Art. 35 Strafverfolgung

1 Die Straf­ver­fol­gung ob­liegt den Kan­to­nen.

2 Je­de Ein­lei­tung ei­nes Straf­ver­fah­rens, al­le Ein­stel­lungs­be­schlüs­se, Straf­be­schei­de und Stra­f­ur­tei­le sind oh­ne Ver­zug und un­ent­gelt­lich der Bun­des­an­walt­schaft mit­zu­tei­len; die­se kann je­der­zeit Aus­kunft über den Stand ei­nes hän­gi­gen Straf­ver­fah­rens ver­lan­gen.

3 ...58

58 Auf­ge­ho­ben durch An­hang 1 Ziff. II 6 der Straf­pro­zess­ord­nung vom 5. Okt. 2007, mit Wir­kung seit 1. Jan. 2011 (AS 2010 1881; BBl 2006 1085).

6. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 36 Ausführungsbestimmungen

1 Der Bun­des­rat und die Kan­to­ne er­las­sen die not­wen­di­gen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.

2 Die Kan­to­ne kön­nen aus­ser ih­ren not­wen­di­gen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen auch er­gän­zen­de ge­setz­li­che Be­stim­mun­gen, zu de­ren Er­lass die­ses Ge­setz sie er­mäch­tigt, vor­läu­fig durch nicht re­fe­ren­dums­pflich­ti­ge Ver­ord­nung er­las­sen; die­se Ver­ord­nun­gen blei­ben bis zum Er­lass ge­setz­li­cher Be­stim­mun­gen in Kraft, längs­tens je­doch für die Dau­er von drei Jah­ren seit dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes.

3 Die Be­stim­mun­gen, wel­che die Kan­to­ne und die Ge­mein­den er­las­sen, sind dem Bun­des­amt für Jus­tiz zur Kennt­nis zu brin­gen.59

59 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 8. Okt. 2004, in Kraft seit 1. April 2005 (AS 20051337; BBl 2003 4357).

Art. 37 Aufhebung und Änderung anderer Erlasse

1 Der Bun­des­be­schluss vom 23. März 196160 über den Er­werb von Grund­stücken durch Per­so­nen im Aus­land wird auf­ge­ho­ben.

2 ...61

60[AS 1961 203, 1965 1239, 1970 1199, 1974 83, 1977 1689Ziff. II, 1982 1914]

61 Die Än­de­rung kann un­ter AS 1984 1148kon­sul­tiert wer­den.

Art. 38 Übergangsbestimmung

Die­ses Ge­setz und die ge­stützt dar­auf er­las­se­nen Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen sind auf Be­wil­li­gun­gen an­wend­bar, die nach dem In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes in ers­ter In­stanz er­teilt wer­den, so­weit sie nicht auf rechts­kräf­ti­gen Grund­satz­be­wil­li­gun­gen nach dem frü­he­ren Recht62 be­ru­hen.

Art. 39 Bewilligungskontingente

Der Bun­des­rat setzt für die ers­te Pe­ri­ode von zwei Jah­ren die ge­samtschwei­ze­ri­sche Höchst­zahl an Be­wil­li­gun­gen für Fe­ri­en­woh­nun­gen und Wohn­ein­hei­ten in Ap­par­tho­tels auf höchs­tens zwei Drit­tel der Be­wil­li­gun­gen fest, die im Durch­schnitt der fünf letz­ten Jah­re vor In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes für den Er­werb von Zweit­woh­nun­gen im Sin­ne des frü­he­ren Rechts er­teilt wor­den sind.

Art. 40 Referendum und Inkrafttreten

1 Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2 Es tritt am 1. Ja­nu­ar 1985 in Kraft, wenn die Volks­i­ni­tia­ti­ve «ge­gen den Aus­ver­kauf der Hei­mat» vor die­sem Zeit­punkt zu­rück­ge­zo­gen oder ver­wor­fen wird.63 An­dern­falls be­stimmt der Bun­des­rat das In­kraft­tre­ten.

63Die In­itia­ti­ve wur­de am 20. Mai 1984 ver­wor­fen (BBl 1984 II 989).

Schlussbestimmungen der Änderung vom 30. April 1997 64

1 Die Änderung dieses Gesetzes ist auf Rechtsgeschäfte anwendbar, die vor dem Inkrafttreten dieser Änderung abgeschlossen, aber noch nicht vollzogen worden oder noch nicht rechtskräftig entschieden sind.

2 An eine Bewilligung geknüpfte Auflagen fallen von Gesetzes wegen dahin, wenn das neue Recht sie nicht mehr vorschreibt oder es den Erwerb nicht mehr der Be­wil­ligungspflicht unterstellt; ihre Löschung im Grundbuch erfolgt auf Antrag des Erwerbers.

3 Kann der Grundbuchverwalter nicht ohne weiteres feststellen, ob eine Auflage von Gesetzes wegen dahingefallen ist, verweist er den Anmeldenden an die Bewilli­gungsbehörde; Artikel 18 Absatz 1 ist sinngemäss anwendbar.

Schlussbestimmungen der Änderung vom 8. Oktober 1999 65

Die Schlussbestimmungen der Änderung vom 30. April 199766 gelten für diese Änderung analog.

Schlussbestimmungen der Änderung vom 14. Dezember 2001 67

Die vorliegende Änderung ist anwendbar auf Rechtsakte, die zwar vor dem Inkraft­treten dieser Änderung abgeschlossen, aber noch nicht ausgeführt oder nicht von einer in Kraft getretenen Entscheidung erfasst worden sind.

Schlussbestimmungen der Änderung vom 25. September 2020 68

68AS 2021 85; BBl 2020 1029

Die Schlussbestimmungen der Änderung vom 30. April 199769 gelten für die Änderung vom 25. September 2020 sinngemäss.

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A: AccredO-LPsy AETR C: Caclid CC CCoop-ESF CE-TAF CEDH CL CLaH 2000 CLaH 96 CO CP CPC Cpecmdi CPM CPP Cprlsaé Crdl Crpc Cst-GE Cst. Ctflij D: DE-OCEB DE-OCF DE-OMBat DPA DPMin E: EIMP F: FITAF FP-TFB L: LA LAA LAAF LAAM LACI LAFam LAGH LAgr LAI Lalc LAM LAMal LAO LAP LApEl LAPG LAr LArm LAS LASEI LAsi LAT LAVI LAVS LB LBCF LBFA LBI LBNS LCA LCAP LCart LCBr LCC LCD LCdF LCESF LCF LCFF LChim LChP LCin LCITES LCo LCPI LCPR LCR LD LDA LDAl LDEA LDEP LDes LDFR LDI LDIF LDIP LDP LDT LDét LEAC LEAR LEaux LEC LEDPP LEEJ LEFin LEg LEH LEHE LEI LEIS LEMO LEne LEnTR LENu LEp LERI LESE LESp LET LEx LF-CLaH LF-EEA LFA LFAIE LFC LFCo LFE LFH LFIF LFINMA LFisE LFLP LFMG LFo LFORTA LFPC LFPr LFSP LFus LGG LGéo LHand LHID LHR LIA LIB LICa LIE LIFD LIFSN LIMF Limpauto Limpmin LIPI LIPPI LISDC LISint LITC LJAr LLC LLCA LLG LLGV LMAP LMC LMCFA LMP LMSI LMét LN LNI LOA LOAP LOC LOG LOGA LOP LOST LP LPA LPAP LParl LPart LPBC LPC LPCA LPCC LPCo LPD LPDS LPE LPers LPGA LPM LPMA LPMéd LPN LPO LPP LPPCi LPPS LPSan LPSP LPsy LPTh LPubl LRaP LRCF LRCN LRCS LRens LRFP LRH LRN LRNIS LRPL LRS LRTV LSA LSAMal LSC LSCPT LSE LSEtr LSF LSIA LSIP 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