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Bundesgesetz über das Bundespatentgericht

vom 20. März 2009 (Stand am 1. August 2018)

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft,

gestützt auf Artikel 191a Absatz 3 der Bundesverfassung1, nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 7. Dezember 20072,

beschliesst:

1. Kapitel: Stellung

Art. 1 Grundsatz

1Das Bun­de­spa­tent­ge­richt ist das ers­tin­stanz­li­che Pa­tent­ge­richt des Bun­des.

2Es ent­schei­det als Vor­in­stanz des Bun­des­ge­richts.

Art. 2 Unabhängigkeit

Das Bun­de­spa­tent­ge­richt ist in sei­ner recht­spre­chen­den Tä­tig­keit un­ab­hän­gig und nur dem Recht ver­pflich­tet.

Art. 3 Aufsicht

1Das Bun­des­ge­richt übt die ad­mi­nis­tra­ti­ve Auf­sicht über die Ge­schäfts­füh­rung des Bun­de­spa­tent­ge­richts aus.

2Die Bun­des­ver­samm­lung übt die Ober­auf­sicht aus.

3Das Bun­de­spa­tent­ge­richt un­ter­brei­tet dem Bun­des­ge­richt jähr­lich sei­nen Ent­wurf für den Vor­an­schlag so­wie sei­ne Rech­nung und sei­nen Ge­schäfts­be­richt zu­han­den der Bun­des­ver­samm­lung.

Art. 4 Finanzierung

Das Bun­de­spa­tent­ge­richt fi­nan­ziert sich aus Ge­richts­ge­büh­ren so­wie aus Bei­trä­gen des Eid­ge­nös­si­schen In­sti­tuts für Geis­ti­ges Ei­gen­tum (IGE), die den jähr­lich ver­ein­nahm­ten Pa­tent­ge­büh­ren ent­nom­men wer­den.

Art. 5 Infrastruktur und Personal für administrative Hilfsarbeiten

1Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt stellt sei­ne In­fra­struk­tur dem Bun­de­spa­tent­ge­richt zu Selbst­kos­ten zur Ver­fü­gung und stellt das Per­so­nal zur Er­fül­lung der ad­mi­nis­tra­ti­ven Hilfs­ar­bei­ten des Bun­de­spa­tent­ge­richts.

2Das Per­so­nal für ad­mi­nis­tra­ti­ve Hilfs­ar­bei­ten ist in sei­ner Tä­tig­keit für das Bun­de­spa­tent­ge­richt des­sen Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on1 un­ter­stellt.


1 Aus­durck ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2018, in Kraft seit 1. Aug. 2018 (AS 2018 2753; BBl 2017 7527 7539). Die­se Änd. wur­de im gan­zen Er­lass be­rück­sich­tigt.

Art. 5a Datenschutz bei der Benutzung der elektronischen Infrastruktur

1Für die Be­nut­zung der elek­tro­ni­schen In­fra­struk­tur des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts fin­den im Rah­men der Ver­wal­tungs­tä­tig­keit des Bun­de­spa­tent­ge­richts die Ar­ti­kel 57i-57q des Re­gie­rungs- und Ver­wal­tungs­or­ga­ni­sa­ti­ons­ge­set­zes vom 21. März 19972 sinn­ge­mä­ss An­wen­dung.

2Das Bun­de­spa­tent­ge­richt er­lässt die Aus­füh­rungs­be­stim­mun­gen.


1 Ein­ge­fügt durch Ziff. II 4 des BG vom 1. Okt. 2010 (Da­ten­schutz bei der Be­nut­zung der elek­tro­ni­schen In­fra­struk­tur), in Kraft seit 1. April 2012 (AS 2012 941; BBl 2009 8513).
2 SR 172.010

Art. 6 Tagungs- und Dienstort

Das Bun­de­spa­tent­ge­richt tagt am Sitz des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts. Die­ser Ta­gungs­ort gilt auch als Dienstort für die haupt­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­ter, die Ge­richts­schrei­be­rin­nen und Ge­richts­schrei­ber so­wie das Per­so­nal für ad­mi­nis­tra­ti­ve Hilfs­ar­bei­ten.

Art. 7 Besonderer Tagungsort

Wenn die Um­stän­de es recht­fer­ti­gen, kann das Bun­de­spa­tent­ge­richt an ei­nem an­de­ren Ort ta­gen. Die Kan­to­ne stel­len die not­wen­di­ge In­fra­struk­tur un­ent­gelt­lich zur Ver­fü­gung.

2. Kapitel: Richterinnen und Richter

Art. 8 Zusammensetzung

1Das Bun­de­spa­tent­ge­richt setzt sich aus Rich­te­rin­nen und Rich­tern mit ju­ris­ti­scher so­wie Rich­te­rin­nen und Rich­tern mit tech­ni­scher Aus­bil­dung zu­sam­men. Die Rich­te­rin­nen und Rich­ter müs­sen über aus­ge­wie­se­ne Kennt­nis­se auf dem Ge­biet des Pa­tent­rechts ver­fü­gen.

2Dem Bun­de­spa­tent­ge­richt ge­hö­ren zwei haupt­amt­li­che Rich­te­rin­nen be­zie­hungs­wei­se Rich­ter so­wie ei­ne aus­rei­chen­de An­zahl ne­ben­amt­li­cher Rich­te­rin­nen be­zie­hungs­wei­se Rich­ter an. Die Mehr­heit der ne­ben­amt­li­chen Rich­te­rin­nen be­zie­hungs­wei­se Rich­ter muss tech­nisch aus­ge­bil­det sein.

Art. 9 Wahl

1Die Rich­te­rin­nen und Rich­ter wer­den von der Bun­des­ver­samm­lung ge­wählt.

2Wähl­bar ist, wer in eid­ge­nös­si­schen An­ge­le­gen­hei­ten stimm­be­rech­tigt ist.

3Bei der Wahl ist auf ei­ne an­ge­mes­se­ne Ver­tre­tung der tech­ni­schen Sach­ge­bie­te und der Amtss­pra­chen zu ach­ten.

4Bei der Vor­be­rei­tung der Wahl kön­nen das IGE so­wie die im Pat­ent­we­sen tä­ti­gen Fa­ch­or­ga­ni­sa­tio­nen und in­ter­es­sier­ten Krei­se an­ge­hört wer­den.

Art. 10 Unvereinbarkeit in der Tätigkeit

1Die Rich­te­rin­nen und Rich­ter dür­fen we­der der Bun­des­ver­samm­lung noch dem Bun­des­rat noch ei­nem eid­ge­nös­si­schen Ge­richt an­ge­hö­ren.

2Sie dür­fen kei­ne Tä­tig­keit aus­üben, wel­che die Er­fül­lung der Amts­pflich­ten, die Un­ab­hän­gig­keit oder das An­se­hen des Ge­richts be­ein­träch­tigt.

3Sie dür­fen kei­ne amt­li­che Funk­ti­on für einen aus­län­di­schen Staat aus­üben.

4Haupt­amt­li­che Rich­te­rin­nen und Rich­ter dür­fen nicht be­rufs­mäs­sig Drit­te vor Ge­richt ver­tre­ten.

5Haupt­amt­li­che Rich­te­rin­nen und Rich­ter, die im Voll­pen­sum tä­tig sind, dür­fen kein Amt ei­nes Kan­tons be­klei­den und kei­ne an­de­re Er­werbs­tä­tig­keit aus­üben. Sie dür­fen auch nicht als Mit­glied der Ge­schäfts­lei­tung, der Ver­wal­tung, der Auf­sichts­stel­le oder der Re­vi­si­ons­stel­le ei­nes wirt­schaft­li­chen Un­ter­neh­mens tä­tig sein.

Art. 11 Andere Beschäftigungen

Für die Aus­übung ei­ner an­de­ren Er­werbs­tä­tig­keit aus­ser­halb des Ge­richts be­dür­fen haupt­amt­li­che Rich­te­rin­nen und Rich­ter, die im Teil­pen­sum tä­tig sind, ei­ner Er­mäch­ti­gung der Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on.

Art. 12 Unvereinbarkeit in der Person

1Dem Bun­de­spa­tent­ge­richt dür­fen nicht gleich­zei­tig als Rich­te­rin­nen oder Rich­ter an­ge­hö­ren:

a.
Ehe­gat­ten, ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin­nen oder Part­ner und Per­so­nen, die in dau­ern­der Le­bens­ge­mein­schaft le­ben;
b.
Ehe­gat­ten oder ein­ge­tra­ge­ne Part­ne­rin­nen oder Part­ner von Ge­schwis­tern und Per­so­nen, die mit Ge­schwis­tern in dau­ern­der Le­bens­ge­mein­schaft le­ben;
c.
Ver­wand­te in ge­ra­der Li­nie so­wie bis und mit dem drit­ten Grad in der Sei­ten­li­nie;
d.
Ver­schwä­ger­te in ge­ra­der Li­nie so­wie bis und mit dem drit­ten Grad in der Sei­ten­li­nie.

2Die Re­ge­lung von Ab­satz 1 Buch­sta­be d gilt bei dau­ern­den Le­bens­ge­mein­schaf­ten sinn­ge­mä­ss.

Art. 13 Amtsdauer

1Die Amts­dau­er der Rich­te­rin­nen und Rich­ter be­trägt sechs Jah­re. Die Wie­der­wahl ist zu­läs­sig.

2Rich­ter und Rich­te­rin­nen schei­den am En­de des Jah­res aus ih­rem Amt aus, in dem sie das 68. Al­ters­jahr vollen­den.1

3Frei ge­wor­de­ne Stel­len wer­den für den Rest der Amts­dau­er wie­der be­setzt.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I 2 des BG vom 16. März 2012 (Än­de­rung des Höch­stal­ters für Rich­ter und Rich­te­rin­nen), in Kraft seit 1. Dez. 2012 (AS 2012 5647; BBl 2011 8995 9013).

Art. 14 Amtsenthebung

Die Wahl­be­hör­de kann ei­ne Rich­te­rin oder einen Rich­ter vor Ab­lauf der Amts­dau­er des Am­tes ent­he­ben, wenn die­se oder die­ser:

a.
vor­sätz­lich oder grob­fahr­läs­sig Amts­pflich­ten schwer ver­letzt hat; oder
b.
die Fä­hig­keit, das Amt aus­zuü­ben, auf Dau­er ver­lo­ren hat.
Art. 15 Amtseid

1Die Rich­te­rin­nen und Rich­ter wer­den vor ih­rem Amts­an­tritt auf ge­wis­sen­haf­te Pflicht­er­fül­lung ver­ei­digt.

2Sie leis­ten den Eid vor dem Ge­samt­ge­richt.

3Statt des Eids kann ein Ge­lüb­de ab­ge­legt wer­den.

Art. 16

1 Auf­ge­ho­ben durch An­hang Ziff. 5 des BG vom 17. Ju­ni 2011 (Ge­su­che um Auf­he­bung der Im­mu­ni­tät), mit Wir­kung seit 5. Dez. 2011 (AS 2011 4627; BBl 2010 7345 7385).

Art. 17 Arbeitsverhältnis und Besoldung

Die Bun­des­ver­samm­lung re­gelt das Ar­beits­ver­hält­nis und die Be­sol­dung der Rich­te­rin­nen und Rich­ter in ei­ner Ver­ord­nung.

3. Kapitel: Organisation und Verwaltung

Art. 18 Präsidium

1Die Bun­des­ver­samm­lung wählt ei­ne haupt­amt­li­che Rich­te­rin oder einen haupt­amt­li­chen Rich­ter zur Prä­si­den­tin be­zie­hungs­wei­se zum Prä­si­den­ten des Bun­de­spa­tent­ge­richts.

2Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent wird für die vol­le Amts­dau­er ge­wählt. Die Wie­der­wahl ist zu­läs­sig.

3Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent muss ju­ris­tisch aus­ge­bil­det sein.

4Sie oder er führt den Vor­sitz im Ge­samt­ge­richt und ver­tritt das Ge­richt nach aus­sen.

5Die Stell­ver­tre­tung wird durch die Vi­ze­prä­si­den­tin oder den Vi­ze­prä­si­den­ten aus­ge­übt.

Art. 19 Gesamtgericht

1Das Ge­samt­ge­richt wählt als Vi­ze­prä­si­den­tin oder Vi­ze­prä­si­den­ten:

a.
die zwei­te haupt­amt­li­che Rich­te­rin oder den zwei­ten haupt­amt­li­chen Rich­ter; oder
b.
ei­ne ne­ben­amt­li­che Rich­te­rin oder einen ne­ben­amt­li­chen Rich­ter mit ju­ris­ti­scher Aus­bil­dung.

2Wählt es die zwei­te haupt­amt­li­che Rich­te­rin als Vi­ze­prä­si­den­tin oder den zwei­ten haupt­amt­li­chen Rich­ter als Vi­ze­prä­si­den­ten, so wählt es aus den ne­ben­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­tern das drit­te Mit­glied der Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on. Die Be­stel­lung ei­ner Er­satz­per­son kann in ei­nem Re­gle­ment vor­ge­se­hen wer­den.

3Wahlen des Ge­samt­ge­richts sind gül­tig, wenn an der Sit­zung oder am Zir­ku­la­ti­ons­ver­fah­ren min­des­tens zwei Drit­tel al­ler Rich­te­rin­nen und Rich­ter teil­neh­men.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2018, in Kraft seit 1. Aug. 2018 (AS 2018 2753; BBl 2017 7527 7539).

Art. 20 Verwaltungskommission

1Die Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on trägt die Ver­ant­wor­tung für die Ge­richts­ver­wal­tung.

2Sie setzt sich zu­sam­men aus:

a.
der Prä­si­den­tin oder dem Prä­si­den­ten des Bun­de­spa­tent­ge­richts;
b.
der Vi­ze­prä­si­den­tin oder dem Vi­ze­prä­si­den­ten;
c.
der zwei­ten haupt­amt­li­chen Rich­te­rin oder dem zwei­ten haupt­amt­li­chen Rich­ter oder, wenn die­se oder die­ser die Vi­ze­prä­si­dent­schaft aus­übt, ei­ner ne­ben­amt­li­chen Rich­te­rin oder ei­nem ne­ben­amt­li­chen Rich­ter.1

3Die Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on ist zu­stän­dig für:

a.
den Er­lass von Re­gle­men­ten über die Or­ga­ni­sa­ti­on und Ver­wal­tung des Ge­richts, die Ge­schäfts­ver­tei­lung, die Zu­sam­men­set­zung der Spruch­kör­per, die In­for­ma­ti­on, die Ge­richts­ge­büh­ren so­wie die Ent­schä­di­gun­gen an Par­tei­en, amt­li­che Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter, Sach­ver­stän­di­ge so­wie Zeu­gin­nen und Zeu­gen;
b.
al­le Auf­ga­ben, die die­ses Ge­setz nicht ei­nem an­de­ren Or­gan zu­weist.

1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2018, in Kraft seit 1. Aug. 2018 (AS 2018 2753; BBl 2017 7527 7539).

Art. 21 Spruchkörper

1Das Ge­richt ent­schei­det in der Re­gel in Drei­er­be­set­zung (Spruch­kör­per), wo­bei min­des­tens ei­ne Per­son tech­nisch aus­ge­bil­det und ei­ne Per­son ju­ris­tisch aus­ge­bil­det sein muss.

2Das Ge­richt ent­schei­det auf prä­si­dia­le An­ord­nung als Spruch­kör­per aus fünf Per­so­nen, wo­bei min­des­tens ei­ne Per­son tech­nisch und ei­ne Per­son ju­ris­tisch aus­ge­bil­det sein muss, wenn dies im In­ter­es­se der Rechts­fort­bil­dung oder der Ein­heit der Recht­spre­chung an­ge­zeigt ist.

3Sind im Streit­fall meh­re­re tech­ni­sche Sach­ge­bie­te zu be­ur­tei­len, so ent­schei­det das Ge­richt auf prä­si­dia­le An­ord­nung als Spruch­kör­per aus bis zu sie­ben Per­so­nen, von de­nen min­des­tens ei­ne ju­ris­tisch aus­ge­bil­det sein muss.

4Die Be­set­zung der tech­nisch aus­ge­bil­de­ten Rich­te­rin­nen oder Rich­ter wird nach dem im Streit­fall in Fra­ge ste­hen­den tech­ni­schen Sach­ge­biet vor­ge­nom­men.

5Dem Spruch­kör­per muss im­mer min­des­tens ei­ne haupt­amt­li­che Rich­te­rin oder ein haupt­amt­li­cher Rich­ter an­ge­hö­ren; aus­ge­nom­men sind Fäl­le hö­he­rer Ge­walt.

Art. 22 Abstimmung

1Für Wahlen des Ge­samt­ge­richts und der Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on gilt die ab­so­lu­te Mehr­heit der Stim­men.1

1bisDie Ver­wal­tungs­kom­mis­si­on fasst ih­re Ent­schei­de mit ein­fa­chem Mehr.2

2Bei Stim­men­gleich­heit ist die Stim­me der Prä­si­den­tin oder des Prä­si­den­ten aus­schlag­ge­bend; bei Wahlen und An­stel­lun­gen ent­schei­det das Los.

3Die ne­ben­amt­li­chen und die im Teil­pen­sum tä­ti­gen haupt­amt­li­chen Rich­te­rin­nen und Rich­ter ha­ben vol­les Stimm­recht.

4Rich­te­rin­nen und Rich­ter tre­ten in An­ge­le­gen­hei­ten, an de­nen sie ein per­sön­li­ches In­ter­es­se ha­ben, in den Aus­stand.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2018, in Kraft seit 1. Aug. 2018 (AS 2018 2753; BBl 2017 7527 7539).
2 Ein­ge­fügt durch Ziff. I des BG vom 16. März 2018, in Kraft seit 1. Aug. 2018 (AS 2018 2753; BBl 2017 7527 7539).

Art. 23 Einzelrichterin oder Einzelrichter

1Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent ent­schei­det als Ein­zel­rich­te­rin be­zie­hungs­wei­se Ein­zel­rich­ter über:

a.
das Nicht­ein­tre­ten auf of­fen­sicht­lich un­zu­läs­si­ge Kla­gen;
b.
Ge­su­che um vor­sorg­li­che Mass­nah­men;
c.
Ge­su­che um un­ent­gelt­li­che Rechts­pfle­ge;
d.
die Ab­schrei­bung von Ver­fah­ren zu­fol­ge Ge­gen­stands­lo­sig­keit, Rück­zugs, An­er­ken­nung oder Ver­gleichs;
e.
Kla­gen auf Er­tei­lung ei­ner Li­zenz nach Ar­ti­kel 40d des Pa­tent­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19541.

2Er oder sie kann an­de­re ju­ris­tisch aus­ge­bil­de­te Rich­te­rin­nen oder Rich­ter oder die zwei­te haupt­amt­li­che Rich­te­rin oder den zwei­ten haupt­amt­li­chen Rich­ter mit die­sen oder ein­zel­nen die­ser Auf­ga­ben be­trau­en.2

3Wenn die recht­li­chen oder tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se es er­for­dern, kann die Ein­zel­rich­te­rin be­zie­hungs­wei­se der Ein­zel­rich­ter mit zwei wei­te­ren Rich­te­rin­nen oder Rich­tern in Drei­er­be­set­zung ent­schei­den.3 Ist das Ver­ständ­nis ei­nes tech­ni­schen Sach­ver­halts für den Ent­scheid von be­son­de­rer Be­deu­tung, muss in Drei­er­be­set­zung ent­schie­den wer­den.


1 SR 232.14
2 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2018, in Kraft seit 1. Aug. 2018 (AS 2018 2753; BBl 2017 7527 7539).
3 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2018, in Kraft seit 1. Aug. 2018 (AS 2018 2753; BBl 2017 7527 7539).

Art. 24 Gerichtsschreiberinnen und Gerichtsschreiber

1Die Ge­richts­schrei­be­rin­nen und Ge­richts­schrei­ber wir­ken bei der In­struk­ti­on der Fäl­le und bei der Ent­scheid­fin­dung mit. Sie ha­ben be­ra­ten­de Stim­me.

2Sie er­ar­bei­ten un­ter der Ver­ant­wor­tung ei­ner Rich­te­rin oder ei­nes Rich­ters Re­fe­ra­te und re­di­gie­ren die Ent­schei­de des Bun­de­spa­tent­ge­richts.

3Sie er­fül­len wei­te­re Auf­ga­ben, die ih­nen in ei­nem Re­gle­ment über­tra­gen wer­den.

4Das Ar­beits­ver­hält­nis und die Be­sol­dung der Ge­richts­schrei­be­rin­nen und Ge­richts­schrei­ber rich­ten sich nach dem Bun­des­per­so­nal­ge­setz vom 24. März 20001.


Art. 25 Information

Das Bun­de­spa­tent­ge­richt in­for­miert die Öf­fent­lich­keit über sei­ne Recht­spre­chung.

4. Kapitel: Zuständigkeiten

Art. 26

1Das Bun­de­spa­tent­ge­richt ist aus­sch­liess­lich zu­stän­dig für:

a.
Be­stan­des- und Ver­let­zungs­kla­gen so­wie Kla­gen auf Er­tei­lung ei­ner Li­zenz be­tref­fend Pa­ten­te;
b.
die An­ord­nung vor­sorg­li­cher Mass­nah­men vor Ein­tritt der Rechts­hän­gig­keit ei­ner Kla­ge nach Buch­sta­be a;
c.
die Voll­stre­ckung sei­ner in aus­sch­liess­li­cher Zu­stän­dig­keit ge­trof­fe­nen Ent­schei­de.

2Es ist zu­stän­dig auch für an­de­re Zi­vil­kla­gen, die in Sach­zu­sam­men­hang mit Pa­ten­ten ste­hen, ins­be­son­de­re be­tref­fend die Be­rech­ti­gung an Pa­ten­ten oder de­ren Über­tra­gung. Die Zu­stän­dig­keit des Bun­de­spa­tent­ge­richts schliesst die­je­ni­ge der kan­to­na­len Ge­rich­te nicht aus.

3Ist vor dem kan­to­na­len Ge­richt vor­fra­ge­wei­se oder ein­re­de­wei­se die Nich­tig­keit oder Ver­let­zung ei­nes Pa­tents zu be­ur­tei­len, so setzt die Rich­te­rin oder der Rich­ter den Par­tei­en ei­ne an­ge­mes­se­ne Frist zur An­he­bung der Be­stan­des­kla­ge oder der Ver­let­zungs­kla­ge vor dem Bun­de­spa­tent­ge­richt. Das kan­to­na­le Ge­richt setzt das Ver­fah­ren bis zum rechts­kräf­ti­gen Ent­scheid über die Kla­ge aus. Wird nicht in­nert Frist Kla­ge vor dem Bun­de­spa­tent­ge­richt er­ho­ben, so nimmt das kan­to­na­le Ge­richt das Ver­fah­ren wie­der auf und die Vor­fra­ge oder Ein­re­de bleibt un­be­rück­sich­tigt.

4Er­hebt die be­klag­te Par­tei vor dem kan­to­na­len Ge­richt die Wi­der­kla­ge der Nich­tig­keit oder der Ver­let­zung ei­nes Pa­tents, so über­weist das kan­to­na­le Ge­richt bei­de Kla­gen an das Bun­de­spa­tent­ge­richt.

5. Kapitel: Verfahren

1. Abschnitt: Anwendbares Recht

Art. 27

Das Ver­fah­ren vor dem Bun­de­spa­tent­ge­richt rich­tet sich nach der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. De­zem­ber 20081, so­weit das Pa­tent­ge­setz vom 25. Ju­ni 19542 oder die­ses Ge­setz nichts an­de­res be­stimmt.


1 SR 272
2 SR 232.14

2. Abschnitt: Ausstand

Art. 28

Ne­ben­amt­li­che Rich­te­rin­nen und Rich­ter tre­ten in den Aus­stand bei Ver­fah­ren, in de­nen ei­ne Per­son der­sel­ben An­walts- oder Pa­tent­an­walts­kanz­lei oder des­sel­ben Ar­beit­ge­bers wie sie ei­ne Par­tei ver­tritt.

3. Abschnitt: Parteivertretung

Art. 29

1In Ver­fah­ren be­tref­fend den Be­stand ei­nes Pa­tents kön­nen auch Pa­ten­t­an­wäl­tin­nen oder Pa­ten­t­an­wäl­te im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 des Pa­tent­an­walts­ge­set­zes vom 20. März 20091 als Par­tei­ver­tre­tung vor dem Bun­de­spa­tent­ge­richt auf­tre­ten, so­fern sie den Pa­tent­an­walts­be­ruf un­ab­hän­gig aus­üben.

2Die un­ab­hän­gi­ge Aus­übung ih­res Be­ru­fes ist auf Auf­for­de­rung des Bun­de­spa­tent­ge­richts mit­tels ge­eig­ne­ter Un­ter­la­gen nach­zu­wei­sen.

3Pa­ten­t­an­wäl­tin­nen oder Pa­ten­t­an­wäl­te im Sin­ne von Ar­ti­kel 2 des Pa­tent­an­walts­ge­set­zes vom 20. März 2009 er­hal­ten in al­len Ver­hand­lun­gen vor dem Bun­de­spa­tent­ge­richt Ge­le­gen­heit zur tech­ni­schen Er­ör­te­rung des Sach­ver­halts.


4. Abschnitt: Prozesskosten und unentgeltliche Rechtspflege

Art. 30 Prozesskosten

Pro­zess­kos­ten sind:

a.
die Ge­richts­kos­ten;
b.
die Par­tei­ent­schä­di­gung.
Art. 31 Gerichtskosten

1Ge­richts­kos­ten sind:

a.
die Ge­richts­ge­bühr;
b.
die Aus­la­gen, na­ment­lich die Kos­ten für das Ko­pie­ren von Rechts­schrif­ten, für den Ver­sand von Vor­la­dun­gen und an­de­ren Zu­stel­lun­gen, für Über­set­zun­gen, aus­ge­nom­men sol­che zwi­schen Amtss­pra­chen, so­wie die Ent­schä­di­gun­gen für Sach­ver­stän­di­ge, Zeu­gin­nen und Zeu­gen.

2Die Ge­richts­ge­bühr rich­tet sich nach Streit­wert, Um­fang und Schwie­rig­keit der Sa­che, Art der Pro­zess­füh­rung so­wie fi­nan­zi­el­ler La­ge der Par­tei­en.

3Sie be­trägt in der Re­gel 1000-150 000 Fran­ken.

4Wenn be­son­de­re Grün­de es recht­fer­ti­gen, kann das Bun­de­spa­tent­ge­richt bei der Fest­set­zung der Ge­richts­ge­bühr vom Rah­men nach Ab­satz 3 ab­wei­chen.

5Auf die Er­he­bung von Ge­richts­kos­ten, die we­der ei­ne Par­tei noch Drit­te ver­an­lasst ha­ben, kann ver­zich­tet wer­den.

Art. 32 Parteientschädigung

Das Bun­de­spa­tent­ge­richt spricht die Par­tei­ent­schä­di­gung nach dem Ta­rif (Art. 33) zu. Die Par­tei­en kön­nen ei­ne Kos­ten­no­te ein­rei­chen.

Art. 33 Tarif

Das Bun­de­spa­tent­ge­richt setzt den Ta­rif für die Pro­zess­kos­ten fest.

Art. 34 Liquidation der Prozesskosten bei unentgeltlicher Rechtspflege

1Un­ter­liegt die un­ent­gelt­lich pro­zess­füh­ren­de Par­tei, so wer­den die Pro­zess­kos­ten wie folgt li­qui­diert:

a.
Die un­ent­gelt­li­che Rechts­bei­stän­din oder der un­ent­gelt­li­che Rechts­bei­stand wird vom Bun­de­spa­tent­ge­richt an­ge­mes­sen ent­schä­digt.
b.
Die Ge­richts­kos­ten ge­hen zu­las­ten des Bun­de­spa­tent­ge­richts.
c.
Der Ge­gen­par­tei wer­den die Vor­schüs­se, die sie ge­leis­tet hat, zu­rück­er­stat­tet.
d.
Die un­ent­gelt­lich pro­zess­füh­ren­de Par­tei hat der Ge­gen­par­tei die Par­tei­ent­schä­di­gung zu be­zah­len.

2Ob­siegt die un­ent­gelt­lich pro­zess­füh­ren­de Par­tei und ist die Par­tei­ent­schä­di­gung bei der Ge­gen­par­tei nicht oder vor­aus­sicht­lich nicht ein­bring­lich, so wird die un­ent­gelt­li­che Rechts­bei­stän­din oder der un­ent­gelt­li­che Rechts­bei­stand aus der Ge­richts­kas­se an­ge­mes­sen ent­schä­digt. Die un­ent­gelt­lich pro­zess­füh­ren­de Par­tei hat der Ge­richts­kas­se Er­satz zu leis­ten, wenn sie spä­ter da­zu in der La­ge ist.

5. Abschnitt: Prozessleitung und prozessuales Handeln

Art. 35 Instruktionsrichterin oder Instruktionsrichter

1Die Prä­si­den­tin oder der Prä­si­dent lei­tet als In­struk­ti­ons­rich­te­rin be­zie­hungs­wei­se In­struk­ti­ons­rich­ter das Ver­fah­ren bis zum Ent­scheid. Mit die­ser Auf­ga­be kann sie oder er be­trau­en:

a.
ei­ne an­de­re ju­ris­tisch aus­ge­bil­de­te Rich­te­rin oder einen an­de­ren ju­ris­tisch aus­ge­bil­de­ten Rich­ter; oder
b.
die zwei­te haupt­amt­li­che Rich­te­rin oder den zwei­ten haupt­amt­li­chen Rich­ter.1

2Die In­struk­ti­ons­rich­te­rin be­zie­hungs­wei­se der In­struk­ti­ons­rich­ter kann je­der­zeit ei­ne Rich­te­rin oder einen Rich­ter mit tech­ni­scher Aus­bil­dung bei­zie­hen; die­se oder die­ser hat be­ra­ten­de Stim­me.


1 Fas­sung ge­mä­ss Ziff. I des BG vom 16. März 2018, in Kraft seit 1. Aug. 2018 (AS 2018 2753; BBl 2017 7527 7539).

Art. 36 Verfahrenssprache

1Das Ge­richt be­stimmt ei­ne der Amtss­pra­chen als Ver­fah­rens­spra­che. Auf die Spra­che der Par­tei­en wird Rück­sicht ge­nom­men, so­fern es sich um ei­ne Amtss­pra­che han­delt.

2Je­de Par­tei kann sich bei Ein­ga­ben und münd­li­chen Ver­hand­lun­gen ei­ner an­de­ren Amtss­pra­che als der Ver­fah­rens­spra­che be­die­nen.

3Mit Zu­stim­mung des Ge­richts und der Par­tei­en kann auch die eng­li­sche Spra­che be­nutzt wer­den. Das Ur­teil und ver­fah­rens­lei­ten­de An­ord­nun­gen wer­den in je­dem Fall in ei­ner Amtss­pra­che ab­ge­fasst.

4Reicht ei­ne Par­tei Ur­kun­den ein, die we­der in ei­ner Amtss­pra­che noch im Fal­le von Ab­satz 3 in eng­li­scher Spra­che ab­ge­fasst sind, so kann das Bun­de­spa­tent­ge­richt mit dem Ein­ver­ständ­nis der Ge­gen­par­tei dar­auf ver­zich­ten, ei­ne Über­set­zung zu ver­lan­gen. Im Üb­ri­gen ord­net es ei­ne Über­set­zung an, wo dies not­wen­dig ist.

6. Abschnitt: Gutachten

Art. 37

1Die sach­ver­stän­di­ge Per­son er­stat­tet ihr Gut­ach­ten schrift­lich.

2Die Par­tei­en er­hal­ten Ge­le­gen­heit, zum Gut­ach­ten schrift­lich Stel­lung zu neh­men.

3Bei be­son­de­rer Sach­kun­de ei­ner tech­nisch aus­ge­bil­de­ten Rich­te­rin oder ei­nes tech­nisch aus­ge­bil­de­ten Rich­ters sind de­ren Fach­vo­ten zu pro­to­kol­lie­ren. Die Par­tei­en er­hal­ten Ge­le­gen­heit, zum Pro­to­koll Stel­lung zu neh­men.

7. Abschnitt: Stellungnahme zum Beweisergebnis

Art. 38

Nach Ab­schluss der Be­weis­ab­nah­me gibt das Bun­de­spa­tent­ge­richt den Par­tei­en auf be­grün­de­ten An­trag Ge­le­gen­heit, zum Be­wei­s­er­geb­nis schrift­lich Stel­lung zu neh­men.

8. Abschnitt: Verfahren und Entscheid zur Erteilung und zur Änderung der Bedingungen einer Lizenz nach Artikel 40d des Patentgesetzes

Art. 39

1Das Ver­fah­ren zur Er­tei­lung so­wie zur Än­de­rung der Be­din­gun­gen ei­ner Li­zenz nach Ar­ti­kel 40d des Pa­tent­ge­set­zes vom 25. Ju­ni 19541 wird durch ei­ne Kla­ge ein­ge­lei­tet, die in ei­ner der For­men nach Ar­ti­kel 130 der Zi­vil­pro­zess­ord­nung2 zu stel­len ist.3

2Es ist in­ner­halb ei­nes Mo­nats nach An­he­bung der Kla­ge durch Ent­scheid zu er­le­di­gen.

3Im Üb­ri­gen gel­ten die Be­stim­mun­gen der Zi­vil­pro­zess­ord­nung vom 19. De­zem­ber 2008 über das sum­ma­ri­sche Ver­fah­ren.


6. Kapitel: Schlussbestimmungen

Art. 40 Änderung bisherigen Rechts

Die Än­de­rung bis­he­ri­gen Rechts wird im An­hang ge­re­gelt.

Art. 41 Übergangsbestimmung

Das Bun­de­spa­tent­ge­richt über­nimmt, so­fern es zu­stän­dig ist, die Be­ur­tei­lung der Ver­fah­ren, die beim In­kraft­tre­ten die­ses Ge­set­zes bei kan­to­na­len Ge­rich­ten hän­gig sind, so­fern die Haupt­ver­hand­lung noch nicht durch­ge­führt wor­den ist.

Art. 42 Referendum und Inkrafttreten

1Die­ses Ge­setz un­ter­steht dem fa­kul­ta­ti­ven Re­fe­ren­dum.

2Der Bun­des­rat be­stimmt das In­kraft­tre­ten.

Anhang

Änderung bisherigen Rechts

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EOG EOV EPDG EPDV EPDV-EDI EpG EpV ERV-BVGer ESV ExpaV EÖBV EÖBV-EJPD F: FamZG FamZV FAV FDO FHG FHV FIFG FiFV FiG FiLaG FiLaV FinfraG FinfraV FinfraV-FINMA FINIG FINIV FINMAG FiV FKG FLG FLV FMBV FMedG FMedV FMG FMV FOrgV FPV FrSV FusG FV FVAV FWG FWV FZG FZV G: GaGV GBV GebR-BVGer GebR-PatGer GebV ESTV GebV SchKG GebV-AIG GebV-ArG GebV-ASTRA GebV-AVG GebV-BAFU GebV-BASPO GebV-BAZL GebV-BJ GebV-BLW GebV-EDA GebV-EDI-NBib GebV-En GebV-ESA GebV-fedpol GebV-FMG GebV-HReg GebV-IGE GebV-KG GebV-NBib GebV-Publ GebV-SBFI GebV-TPS GebV-TVD GebV-VBS GebV-öV GebV-ÜPF GeBüV GeoIG GeoIV GeoIV-swisstopo GeomV GeoNV GesBG GesBKV GGBV GGUV GgV GKZ GlG GLPV GR-PatGer GR-WEKO GRN GRS GSchG GSchV GSG GTG GUMG GUMV GUMV-EDI GVVG GüTG GüTV H: HArG HArGV HasLV HasLV-WBF HBV HELV HEsÜ HFG HFKG HFV HGVAnG HKSV HKsÜ HMG HRegV HSBBV HVA HVI HVUV HyV I: IAMV IBH-V IBLV IBSG IBSV IFEG IGE-OV IGE-PersV IGEG InvV IPFiV IPRG IQG IR-PatGer IRSG IRSV ISABV-V ISchV ISLV IStrV-EZV ISUV ISVet-V IVG IVV IVZV J: J+S-V-BASPO JSG JStG JStPO JSV K: KAG KAKV-FINMA KBFHV KEG KEV KFG KFV KG KGSG KGSV KGTG KGTV KGVV KHG KHV KJFG KJFV KKG KKV KKV-FINMA KlinV KLV KMG KMV KOV KoVo KPAV KPFV KR-PatGer KRG KRV KV-GE KVAG KVAV KVG KVV L: LAfV LBV LDV LeV LFG LFV LGBV LGeoIV LGV LIV LMG LMVV LPG LRV LSMV LSV LTrV LugÜ LV-Informationssystemeverordnung LVG LVV LVV-VBS LwG M: MAkkV MaLV MaschV MatV MAV MBV MCAV MedBG MedBV MepV MetG MetV MFV MG MIG MinLV MinVG MinVV MinöStG MinöStV MiPV MIV MiVo-HF MJV MNKPV MPV MSchG MSchV MSG MStG MStP MStV MSV MVG MVV MWSTG MWSTV N: NAFG NagV NBibG NBibV NDG NEV NFSV NHG NHV NISSG NISV NIV NSAG NSAV NSG NSV NZV NZV-BAV O: OAV-SchKG OBG OBV OHG OHV OR OrFV Org-VöB OV-BK OV-BR OV-EDA OV-EDI OV-EFD OV-EJPD OV-HFG OV-UVEK OV-VBS OV-WBF P: PAG ParlG ParlVV PartG PaRV PatG PatGG PatV PAV PAVO PAVV PBG PBV PfG PfV PG PGesV PGesV–WBF–UVEK PGRELV PhaV PHV POG PRG PrHG PrSG PrSV PRTR-V PSAV PSMV PSPV PSPV-BK PSPV-EDA PSPV-EDI PSPV-EJPD PSPV-UVEK PSPV-VBS PSPV-WBF PSPVK PsyBV PsyG 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VDZV VEAGOG VEE-PW VegüV VEJ VEKF VEL VEleS VEMV VEP VerTi-V VES VEV VeVA VEVERA VeÜ-VwV VeÜ-ZSSV VFAI VFAL VFAV VFB-B VFB-DB VFB-H VFB-K VFB-LG VFB-S VFB-SB VFB-W VFBF VFD VFRR VFSD VFV VG VGD VGeK VGG VGKE VGR VGS VGSEB VGV VGVL VGWR VHK VHyMP VHyPrP VHyS VID VIL VILB VIMK VIntA VIS-NDB VISOS VISV VITH VIVS VIZBM VJAR-FSTD VKA VKKG VKKL VKKP VKL VKos VKOVE VKP VKP-KMU VKSWk VKV-FINMA VKZ VLBE VLE VLF VlG VLHb VLIb VLIp VLK VLKA VLL VLpH VLtH VlV VMAP VMBM VMDP VMILAK VMob VMS VMSch VMSV VMWG VNEK VNem VNF VOCV VOD VOEW VORA-EDI VOSA VPA VPABP VPAV VPB VPeA VPG VPGA VPiB VpM-BAFU VpM-BLW VPO ETH VPOB VPOG VPR VPRG VPRH VPrP VPS VPVKEU VR-ENSI VR-ETH 1 VR-ETH 2 VR-FINMA VR-IGE VR-METAS VR-PUBLICA VR-RAB VR-SNM VR-Swissmedic VRA VRAB VREG VRHB VRKD VRLtH VRP VRS VRSL VRV VRV-L VSA VSB VSBN VSFK VSFS VSKV-ASTRA VSL VSMS VSPA VSpoFöP VSPS VSR VSRL VSS VST VStFG VStG VStrR VStV VSV VSVB VSZV VTE VTM VTNP VTS VTSchS VtVtH VUFB VUM VUV VVA VVAG VVAwG VVE VVEA VVG VVK VVK-EDI VVMH VVNF VVS-ÜPF VVTA VVV VVWAL VWEV VWL VWLV VWS VwVG VZAE VZAG VZG VZSchB VZV VZVM VöB VüKU VÜPF VüV-ÖV W: WaG WaV WBV WeBiG WeBiV WEFV WEG WFG WFV WG WPEG WPEV WRG WRV WSchG WSchV WV WZV WZVV Z: ZAG ZAV ZBstG ZDG ZDUeV ZDV ZDV-WBF ZEBG ZentG ZeugSG ZeugSV ZEV ZG ZGB ZISG ZPO ZSAV-BiZ ZSTEBV ZStGV ZStV ZSV ZTG ZUG ZustV-PrSV ZuV ZV ZV-EFD ZWG ZWV Ü: ÜbZ ÜüAVaS ÜüiZR ÜüRK ÜüSKZGIA ÜüzAiK No acronym: 331 632_319 818_101_24 131_211 131_212 131_213 131_214 131_215 131_216_1 131_216_2 131_217 131_218 131_221 131_222_1 131_222_2 131_223 131_224_1 131_224_2 131_225 131_226 131_227 131_228 131_229 131_231 131_232 131_233 131_235 142_318 142_513 170_321 172_010_441 172_211_21 172_220_11 172_327_11 196_127_67 221_213_221 221_415 360_2 361_0 361_2 362_0 366_1 367_1 420_126 420_171 510_620_2 514_10 632_421_0 672_933_6 701 732_12 741_618 748_222_0 748_222_1 811_117_2 812_121_5 812_214_5 817_023_41 818_101_25 818_102 830_31 831_471 837_033 837_21 861 935_121_41 935_121_42 935_816_2
A: AccredO-LPsy AETR C: Caclid CC CCoop-ESF CE-TAF CEDH CL CLaH 2000 CLaH 96 CO CP CPC Cpecmdi CPM CPP Cprlsaé Crdl Crpc Cst-GE Cst. 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LSIS LSPr LSPro LSR LStup LSu LT LTab LTaD LTAF LTBC LTC LTEO LTF LTFB LTI LTM LTN LTo LTr LTRA LTrAlp LTrans LTrD LTro LTTM LTV LTVA Ltém LUMin LUsC LVA LVP LVPC O: O E-VERA O LERI DEFR O OFSPO J+S O pers mil O-CNC-FPr O-CP-CPM O-HEFSM O-LEHE O-LERI O-LRNIS O-OPers O-OPers-DFAE O-SI ABV O-SIGEXPA O-STAC OA 1 OA 2 OA 3 OAA OAAcc OAAE OAAE-DFJP OAAF OAAFM OAAFM-DDPS OAASF OAbCV OAC OACA OACAMIL OACata OAcCP OACE OACI OACM OACP OACS OAdd OAdma OAdo OADou OAEP OAF OAFA OAFam OAG OAGH OAGH-DFI OAgrD OAIE OAlc OAllerg OAM OAMal OAMAS OAMéd OAMédcophy OAO OAOF OAP OAPA OAPCM OApEl OARF OARF-OFT OARG OArm OAS OASA OAsc OASF OASM OASMéd OAStup OAT OAV OAVI OB OBat OBB OBCF OBI OBiG OBioc OBLF OBMa OBNP OBNS OBPL OCA OCA-DFI Ocach OCAl OCart OCBD OCBr Occd OCCEA OCCHE OCCP OCCR OCDA OCDM OCDoc OCEB OCEC OCEl-PA OCEl-PCPP OCEM OCF OCFH OChim OChP OCIFM OCin OCITES OCL OClin OCM OCM ES OCMD OCNE OCo OCOFE OComp-OSPro OCont OCoo OCoR-DFI OCos OCOV OCP OCPD OCPF OCPPME OCPR OCPSan OCR OCS OCSP OCSP-ChF OCSP-DDPS OCSP-DEFR OCSP-DETEC OCSP-DFAE OCSP-DFI OCSP-DFJP OCSPN OCStup OCTE OCVM OCâbles OD OD-ASR OD-DFF Odac ODAlAn ODAlGM ODAlOUs ODAlOV ODAu ODCS ODE OdelO ODEP ODEP-DFI ODes ODF ODFR ODI ODim ODO ODP ODPr ODSC ODV ODVo Odét OE OEAR OEaux OEB OEC OECA OEChim OECin OEDPP OEDRP-DFI OEDS OEE-VT OEEC OEEE OEEJ OEFin OEI-SCPT OEIE OEIMP OEIT OELDAl OELP OEM Oem-LEI Oem-OFJ OEMCN OEMFP OEmiA OEMO OEmol-AFC OEmol-ASF OEmol-BN OEmol-DDPS OEmol-DFAE OEmol-DFI-BN OEmol-fedpol OEmol-LCart OEmol-LSE OEmol-LTr OEmol-OFAC OEmol-OFAG OEmol-OFEV OEmol-OFRO OEmol-OFSPO OEmol-Publ OEmol-RC OEmol-SEFRI OEmol-TA OEmol-TP OEMTP OEMéd OEne OEneR OEng OENu OEOHB OEp OEPI OEPL OERE OESE OESE-DFI OESN OESp OESS OETHand OETV OEV Oexpa OFA-FINMA OFAC OFC OFCo OFCoop OFDG OFDPP OFE OFG OFH OFMO OFo OFOrg Oform OFP OFPAn OFPC-FINMA OFPr OFPT OFSI OFSPers OGE OGEmol OGN OGOM OGPCT OGéo OGéo-swisstopo OGéom OH OHand OHEL OHR OHS-LP OHyAb OHyg OHyPL OHyPPr OIA OIAgr OIAM OIB OIB-FINMA OIBC OIBL OIBT OIC OICa OIDAl OIDE OIE OIELFP OIFC OIFP OIFSN OILC OIMA OIMAS OIMF OIMF-FINMA Oimpauto Oimpmin OInstr pré OInstr prém DDPS Oinv OIOP OIP OIPI OIPSD OIPSD-DEFR OIS OISec OISofCA OISOS OIT OITab OITC OITE-AC OITE-PT-DFI OITE-UE-DFI OITPTh OITRV OIVS OJAr OJAR-FSTD OJM OJPM OLAA OLALA OLang OLAr OLCC OLCP OLDI OLDT OLEC OLED OLEH OLEl OLen OLFP OLG Olico OLN OLOG OLOGA OLOP OLP OLPA OLPD OLPS OLQE OLT 1 OLT 2 OLT 3 OLT 4 OLT 5 OLUsC OMA OMAA OMach OMAH OMAI OMAP OMAS OMat OMAV OMBat OMBT OMCFA OMCo OMDA OME-SCPT OMG OMi OMinTA OMJ-DFJP OMN OMN-DDPS OMO OMob OMoD OMP OMP-OFAG OMP-OFEV OMPr OMSA OMSVM OMéd OMédv OMét ONAE ONag ONCAF ONCR ONGéo ONI ONM ONo-ASR OO OOBE OOC-SCPT OOCCR-OFROU OODA OOIT OOLDI OOMA OOP EPF OOPC OOrgA OOST OOUS OPA OPAAb OPair OPAM OPAn OPAnAb OPAP OParcs OPart OPAS OPAT OPATE OPB OPBC OPBD OPBio OPC OPC-AVS-AI OPC-FINMA OPCAP OPCC OPCi OPCNP OPCo OPCy OPD OPDC OPE OPEA OPer-AH OPer-B OPer-D OPer-Fl OPer-Fo OPer-Fu Oper-IPI OPer-P OPer-S OPers OPers-EPF OPers-PDHH OPers-PDHH-DDPS OPers-PPOE OPers-PPOE-DDPS OPers-ServAS OPersT OPersTF OPESp OPF OPFCC OPFr OPGA OPha OPICChim OPICin OPIE OPM OPMA OPMéd OPN OPO OPoA OPOVA OPP 1 OPP 2 OPP 3 OPPB OPPBE OPPh OPPM OPPPS OPPr OPR OPrI OProP OPSP OPsy OPTA OPTP OPU OPubl OPuM OPVA OQPN OQuaDu OR-AVS ORA ORAb OrAc ORAgr ORaP ORAT ORB ORC ORCN ORCPL ORCPP ORCS ORCSN Ordonnance sur les systèmes d’information AC ORE I ORe-DFI OREA OREDT OREE ORegBL ORF ORFI Org CF Org ChF Org DEFR Org DETEC Org DFAE Org DFF Org DFI Org DFJP Org LRH Org-DDPS Org-OMP ORH ORIn ORInt ORM ORMI ORN ORNI OROEM ORPGAA ORPL ORPMUE ORRChim ORRTP ORS ORSA ORSec ORT ORTV OrX ORésDAlan OS OS LCart OS-FINMA OSAC OSALA OSAMal OSAR OSAss OSAv OSaVé OSaVé–DEFR–DETEC OSCi OSCi-DEFR OSCPT OSCR OSE OSEP OServAS OSEtr OSFPrHE OSIA OSIAC OSIAgr OSIAr OSIP-AFD OSIS OSIS-SRC OSites OSIVét OSJo OSL OSLing OSM OSMP OSNA OSO OSOA Osol OSPA OSPBC OSPEX OSPF OSPro OSR OSRA OSRens OSRev OSRP OSS OST-SCPT OStrA OSur-ASR OSV OsVO OT OTa-IPI OTab OTAS OTBC 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